Ausgabe 
21.6.1932 Erstes Blatt
 
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in der Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, sowie zum Staatskornrnijsar bei der Handwerkskammer ernannt. Im Februar 1906 er­folgte seine Ernennung zum Ministerialrat. Jin März 1910 kam er als Provinzialdirektor von Ober- Hessen und Krcisdirektor des Kreises Gießen nach Gießen. Am 1. Februar 1922 erhielt er seine Er­nennung zum Provinzialdirektor von Rheinhessen mit dem Sitze in Mainz, wo er bis zu seinem lieber- tritt in den Ruhestand tätig war.

Geheimerat Dr. M f i n g e r übernahm im Früh­jahr 1910 in (Sieben das Erbe des nach Mainz versetzten Provinzialdirettors Dr. Dreidert, das belastet war mit den in der Schwebe befindlichen wirtschaftlichen Projekten. Gin Teil davon war bereits verwirklicht, nämlich der WasserlieferungS- vertrag mit der Stadt Frankfurt, der die finan­zielle Grundlage für die elektrowirtschaltliche Er­schließung der Provinz bilden sollte. Das Wasser­werk Inheiden wurde während der Amtszeit Risingers in Betrieb genommen. Das unter Brei- dert bearbeitete Projekt, Lißberg durch den Aus­bau der Ridderkrast zur elektrowirtschastlichen .Zentrale Oderhessens zu machen, wurde fallen ge­lassen, nachdem nähere Prüfungen ergeben hat­ten, dah nur ein verhältnismäßig geringer Teil der Provinz von Lißberg aus hätte versorgt wer­den können. Rechtzeitig tauchte da das Projekt des hessischen Staates auf, auf den Braunkohlengru­ben in Wölfersheim ein Kraftwerk zu errichten, das geeignet und in der Lage war. nach dem da­maligen Stande der Technik den größeren Teil der Provinz Oberhessen zu versorgen. Schwierige Der- tragsverhandlungen mit dem hessischen Staat fie­len in die Amtszeit älsingers. ebenso die nicht minder schwierigen Verhandlungen mit dem da­maligen Gießener Oberbürgermeister Mecum über die Abgrenzung eines von der Stadt be­gehrten DersorgungsgebietS, Ende 1912 konnte mit dem Ausbau der Fernleitungen und der OrtSnche begonnen werden, die soweit gefördert wurden, daß noch unter der Amtstätigkeit LlsingerS etwa 220 Gemeinden an das Lleberlandwcrk angeschlos­sen werden konnten. Während das Projekt, Liß- berg zur Zentrale zu gestalten, fallen mußte, ging man nach Beendigung des Krieges daran, Lißberg als Reserve, und Ergänzungskrast wieder aufer­stehen zu lassen. Die Vorarbeiten hierfür fielen noch in die Zeit Usingers. Man kann wohl sagen, daß es dem Verstorbenen dank seiner Energie ge­lungen ist, die wirtschaftlichen Unternehmungen der Provinz Öderhesscn in verhältnismäßig kurzer Zeit

voranzutreiben und zu einer glücklichen Lösung zu führen.

Symphoniekonzeri in der Volkshalle.

Das Aationalfozialistische Re ichS- Symphonie - Orchester München, daS sich aus 75 Künstlern zusammenseht und unter der Leitung des bekannten Kapellmeisters Franz Adam konzertiert, wird am morgigen Mittwoch, um 21 Llhr in der Dolkshalle ein Symphonie-Kon­zert geben, das sicherlich zahlreicheBesucher aus un­serer Stadt und der näheren Umgebung in die DolkShalle sühren wird. DaS Orchester, das be­sonders in den Streichinstrumenten sehr stark be­setzt ist, hat nach den vorliegenden Berichten bei seinen bisherigen Gastspielen eine außerordentlich sreundliche Aufnahme bei den meist nach Tausen­den zählenden Zuhörern gefunden. Die Bereini­gung hat es sich zur Ausgabe gemacht und in ihrem Programm festgehalten, die Seele des deutschen

SauDieetfammlunfl des Gewerbevereins Gießen.

Der Gewerbeverein Gießen vereinigte gestern abend seine Mitglieder xur diesjährigen Hauptversammlung im Krausmüllersaal.

Der Borsitzende, Schreinermeister Aaubacb, erstattete zunächst einen kurzen Jahresbericht. DaS vergangene Geschäftsjahr habe dem Hand- Werk immer nur Enttäuschungen gebracht, obwohl man sich stets eifrig k^müht habe, Wandel zu schaffen und für die Belange des Handwerks und deS Gewerbes in vielerlei Form eingetreten sei.

Sodarm trug Oberrcallehrer i. R. Haggen- müller die Rechnung des vergangenen Ge­schäftsjahres vor, die in Einnahmen mit 11091,99 Mark und in Ausgaben mit 5819,07 Mark ab- schloß, so daß ein Üeberschuh von 5272,92 Mark verblieb. Dem Rechner, Herrn Weiß, wurde einstimmig Entlastung erteilt. Hieraus gab Herr Haggenmüller den Voranschlag für daS neue Geschäftsjahr bekannt: er sieht an Ein­nahmen 10 050 Mark, an Ausgaben 5050 Mark vor, so daß am Iahresschluh sich wieder ein Liebertrag von 5000 Mark ergeben dürfte. Der Voranschlag fand einstimmige Genehmigung. Rach kurzer AuSsprachr wurde beschlossen, den Mit­gliedsbeitrag in der bisherigen Höh« (4 Mark) oeizu behalten.

Runmehr folgten die Wahlen. Der Vor­sitzende, Schreinermeister H a u b a ch , erklärte, daß es ihm auS gesundheitlichen Rücksichten nicht mehr möglich sei, den Vorsitz weiter zu führen: er schlug vor, an seiner Stelle Däckerobermcister Wilhelm L o e b e r zu wählen. Unter allgemeiner Zustimmung wurde Herr L o e 6 e r daraufhin zum Vorsitzenden gewählt. Gr dankte der Versammlung für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und be­tonte, daß er seine ganze Arbeitskraft in den Dienst des Vereins und damit des Handwerks stellen werde. Die Beisitzer des Vorstandes, die Herren Haggenmüller, Spieß, Bour­geois und Haubach schieden satzungsgemäß auS, wurden aber mit Ausnahme von Schreiner- meister H a u b a ch wiedergewählt. Reu gewählt wurde Herr Rüdiger.

2m weiteren Verlaufe der Versammlung nahm Bäckermeister L o e b e r Gelegenheit, im Ramen deS Vorstandes dem bisherigen Vorsitzenden H a u b a ch für seine langjährige Arbeit im In­teresse deS Vereins herzlichsten Dank zu sagen.

Gleichermaßen würdigt« er die Verdienste von Oberreallehrer Haggenmüller. Als äußercs Zeichen der Anerkennung beschloß die Versamm­lung, die beiden Herren zu Ehrenmitgliedern des Vereins zu ernennen. Die Geehrten dankten der Versammlung für die Würdigung ihrer Arbeit.

Unter Punkt .Verschiedenes gab Syndikus Röhr von wertvollen Anregungen des Hand- werkskammertageS Kenntnis. 11. a. wurde die Vorbereitung einer energischen Zusammenfassung aller Kräfte deS Handwerks zu berufsständischer Arbeit gefordert. Weiter gab er eine Zuschrift der Handwerkskammer Darmstadt bekannt, in der ge­beten wird, bei der Einstellung von Lehrlingen diejenigen jungen Leute zu bevorzugen, die ihre bisherige Lehrstelle in.Anbetracht der wirtschaft­lichen Rotlage unverschuldet verloren haben. Mit größerer Energie gelte es für die Zukunft den Kampf gegen die Schwarzarbeit aufzuneh­men. Insbesondere gelte e» jetzt, die Behörden, die berufen und daran interessiert seien, gegen das Unwesen der Schwarzarbeit aufzutreten, tat­kräftig in diesen Kampf mit ein^uschalten. Weiter forderte der Redner genaue gesetzliche Bestimmun­gen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit dahinge­hend, daß sowohl der Auftraggeber für Schwarz­arbeit. wie der Schwarzarbeiter selbst unter ©träte gestellt würden. Die Aussührungen lösten eine leb­hafte Debatte auS. ES wurde gegen die Konkurrenz der öffentlichen Hand scharf Stellung genommen und betont, dah es die vornehmste Aufgabe der Handwerker sei, sich gegen alle kommunalen Regie- Ix triebe au wehren, die geeignet seien, der privaten Wtrtschaft Konkurrenz zu macken. In Zukunft sei mehr Augenmerk darauf yi verwenden, dah die Arbeiten dem Handwerk übertragen werden. Die anwesenden Mitglieder deS Stadtrats wurden aufgefordert, in diesem Sinne vom Stadtparla­ment aus zu wirken. Als Ergebnis der Aus­sprache, in der zahlreiche charakteristische Fälle von Schwarzarbeit aufaezeigt wurden, zeigte sich die Einigkeit deS Willens zur tatkräftigen Be­kämpfung der Schwarzarbeit. Syndikus Röhr wies besonders darauf hin, dah es der Hand­werkskammer nur dann möglich wäre, einzu- Selfen, wenn ihr möglichst jeder Fall von

hwarzarbeit mit ausführlichen Angaben zur Kenntnis gebracht werde.

Volkes von den sittenverderbenden Einflüssen der sich allerorten breitmachenden Afterkunst und des Kitsches zu befreien, in dem man der Masse das Höchste, waS der deutsche Genius in der Kunst, in diesem Falle also der Musik, hervorgebracht hat und noch hervorbringt, in künstlerischer Ausfüh­rung bietet. Das Orchester wird, so schreibt man uns, mit einem hohen Grade technischer Vollen­dung, mit höchstem Ernst und mit fortreihendem Schwung dem gesteckten Aufgabenkreis gerecht. Das Programm deS morgigen Abends sieht die Ausführung von Werken der Komponisten Dach, Händel und Bruckner vor. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

Obstmark in Ober-RoSbach v.d. H.

Auch in diesem Iahre findet in Ober-Ros­bach v. d. H. der im vergangenen Iahre ins Leben gerufene O b st m a r 11 wieder statt. Es kommen

hauptsächlich Erdbeeren und Rosbacher Kirschen zum Verkauf. Die Marktverwaltung wird auch in diesem Iahre dafür Sorge tragen, den Ruf, den die Rosbacher Qualitätsware genießt, zu fördern. Auf den Markt kommen nur einwand­freie, erstklassige Früchte. Man beachte die heu­tige Anzeige.

Gießener Wochenmarktprcise.

' Giehen, 21. Iuni. Es kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarlt: Kochbutter Pfund 90 bis 1,00; Süßrahmbutter 1,30; Landbutter 1,10 biS 1,20; Matte 25 bis 30; Wirsing 12; Weißkraut 15: Spinat 15 biS 18; Römischlohl 12 biS 15; Dohnen 40; Spargel 30 bis 50; Erbsen 30; To­maten 45 bis 55; Zwiebeln 16; Rhabarber 8 bis 10; Kartoffeln (alte) 5; Kartoffeln (neue) 12 bis 15; Aepfel (ausländische) 50 bis 60; Dörrobst 30 bis 35; Kirschen 45 bis 55; Stachelbeeren (un­

reife) 20 bis 25: Erdbeeren 50 bis 60; Honig 40 bJ 45: jung« Hähne 80 biS 90; Suppenhühner 70 bis 80: Tauben ©nick 50 biS 70; Käse 5 biS 10; Eier 7 bis 8; Blumenkohl 30 bis 60; Galat 8 b.S 10; ©alatgurkn 30 d.S 45; Ober-Kohlrabi 10 bis 12; Rettich 10 b;s 12; gelbe Rüden Bund 10 bis 12: Radieschen 8 biS 10; Kartoffeln Zenter 4.50 biS 4,80 Mk.

Vornotizen.

Tageskalender für Dienstag! Iungdeutjche Bewegung. 20 Uhr. Hotel Hindenbura, etaatsbürgerabenb. Lichtspielhaus. Bahnhof» ftrofjc: .Hasenklein kann nichts dafür!".

Ekkehard-spiele in Gießen. Am Mittwoch, 29. 3uni, 20 30 Uhr, wird im Saale de» Coss Leib eine Iunaschar von etwa 40 Zungen und Mädchen unter der Leitung von Oberleutnant Roß» bad) mit der Ausführung ihrer Ekkehordspiele gastieren. Die Spielschar pflegt das Laienspiel, da» altdeutsche Lied, die Instrumentalmusik in eigen­artiger Besetzung, das Mysterienspiel, sowie den deui'chen und den nordischen Volkstanz. Die Laien» jptelschar, die es sich zur Ausgabe gemacht hat, In ihrer Weise deutsche Volkskunst zu pflegen, dürste icherlich auch in Gießen ein dankbare» Publikum inben. Nähere» ist aus der heutigen Anzeige er» ichttich.

Das Standgeld und di« Wiege» gebühren auf den Gießener Märk­te n betrifft eine Bekanntmachung der Bürger­meisterei in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir die Interessenten besonder- oinwefien.

'* ttin Firmenschild gestohlen. In der Rackt zum Montag wurde das Firmenschild des Dentisten D ö r st e 1 in der Dahnbolstrahe von bis jetzt noch unbekannten Tätern gestohlen. Der Be­stohlene setzt in einer Anzeige in unserem heutigen Blatte eine Belohnung für die Wiederherbei- schassung des Schildes aus.

Wettervoraussage.

Immer noch dringen kühle Lustmassen nach Deutschland vor, welche die Entwicklung zu som- merl.chem Wetter hemmen. Wenn auch von We­sten her der Lustdruck etwas ansteigt, fo wird durch den weiteren Zustrom kühler Luft noch feine Erwärmung stattsinden. Dabei dauert im we­sentlichen der herrschende WltterungScharalter sort und einzelne leichte Riederschläge sind auch in unserem Bezirk nicht ausgeschlossen.

Aussichten für Mittwoch: Wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen wenig verändert, noch vereinzelt leichte Schauer.

Aussichten für Donnerstag: Im gan­zen etwas mehr aufheiterndes und wärmere» Wetter.

(Schluß de» rcbaflioncUcn Telle.)

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Ab heute Von der Filmprüfstelle verboten.von der Film­oberprüfstelle aber auf Beschwerde freige- geben. Nunmehr auch AnHtihrunp In BleBen

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Beginn 21 Uhr, Saalöffnung 19 Uhr

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