Die Leipziger Wiläumsfeier des Gustav-Adols-Vereins. - — ■■ / ......
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Die große Feier vor dem Völkerschlacht-Denkmal in Leipzig.
Ser Tod des Danziger Dölkerbundskommiffars.
Danzig, 19. Sept. (END.) Der Tod des Döllerbundskommissars Graf Gravina hat in Danzig große Bestürzung hervorgerufen. Liefe Trauer erfüllt die gesamte Bevölkerung, vor allem diejenigen, die Gelegenheit hatten, mit Graf Gravina in persönliche Beziehung zu treten und ihn als Diplomaten wegen des Taktes und der Objektivität schätzen zu lernen, mit der er sich seiner schwierigen Aufgaben zu entledigen wußte. — Sn politischer Beziehung bedeutet der Tod des Grafen Gra- vina für Danzig insofern einen schweren Schlag, als die Regelung der schwebenden Danzig-Polnischen Streitfragen durch den Bölkerbund jetzt möglicherweise eine Verzögerung erfährt.
Auch in Berliner Blättern kommt das aufrichtige Bedauern über den Tod des Danziger Bölkerbundskommissars zum Ausdruck. Die objektive Haltung des Verstorbenen, der vielfach polnische Llebergriffe abgewehrt hat, wird von allen gewürdigt. Der Lokalanzeiger nennt Graf Gravina einen außerordentlich geschickten Diplomaten. Er habe sich auf seinem schweren Danziger Posten stets größter Neutralität befleißigt. Viele Entscheidungen seien zugunsten Danzigs ausgefallen. — Die D A Z. bezeichnet Graf Gravina als den ersten internationalen Beamten in Danzig, der sich in vollem ihn* fange bemüht«, seine Pflichten nicht nur auf Grund der engen, kalten Genfer Anweisungen, sondern auseinem warmen Herzen heraus zu erfüllen. Dieses menschliche Verständnis für Danzigs Lage, gepaart mit einer fast visionären Erkenntnis der großen Probleme des bedrohten deutschen Ostens, waren es, die den Ilugen und feinsinnigen Staatsmann trotz seiner
strengen Unparteilichkeit der maßlosen Propaganda der Polen aussetzte, die seine letzten Lebenslage vergiftet hat. Das Blatt betont dann weiter, daß für den deutschen Vertreter im Völkerbundsrat nun die Pflicht erwachse, nachdrücklich dafür Sorge zu tragen, daß das Erbe Gravinas in gute und zuverlässige Hände gelegt werde. Die Richtschnur für die Wahl des künftigen Dölkerbundskommissars müsse das Bestreben sein, an die gefährliche Ecke im Osten eine Persönlichkeit zu entsenden, die im Falle eines Konfliktes genug guten Willen, Klugheit und Autorität besitzt, um ihre verantwortungsvolle internationale Aufgabe zu erfüllen.
Trauer in Rom.
Rom, 20. Sept. (TU. Funkspruch.) Der Tod des Grafen Gravina wurde in Rom in den späten Nachtstunden bekannt und rief in politischen Kreisen der Hauptstadt t i e f st e s Bedauern hervor. Man hatte bis zuletzt gehofft, daß die plötzliche Erkrankung des im besten Mannesalter Stehenden noch eine Wendung zum Besseren nehmen werde. Die italienische Regierung sah in ihm einen ihrer fähig st en und geachtet st en Diplomaten. Man wußte die ebenso taktvolle Art, in der er sein besonders schwieriges Amt als Völkerbundskommissar Danzig verwaltete, sehr zu schätzen. Deshalb war er auch, obwohl sein Name in letzter Zeit verschiedentlich in Verbindung mit der Besetzung wichtiger Botschafterposten genannt wurde, immer wieder in Danzig belassen worden. Es wird nicht leicht sein, diesen Diplomaten, der Fähigkeit und Vertrauen in gleichem Maße besaß, zu ersehen.
Die Schrumpfung der höheren Schule.
Wie die Pressezentrale des Deutschen Philo- logen-Derbandes mitteilt, sind in allen Klassen der höheren Schulen die Abgänge dauernd im Steigen, und es ist so, daß man heute eine starke Deflation, ja Schrumpfung der höheren Schule fest stellen muh. „Gegenüber 1931, also in einem Sahre hat sich die Schülerzahl der höheren Schule um 47 000 verringert." Der Deutsche Phi- lologenverband hat schon 1927 auf die drohende Gefahr der ileberfüllung hingewiesen und Gegenmahregeln verlangt. Schon 1927 heißt es im „Deutschen Philologen-Blatt": „Die ilnterrichts- behörde würde der Sache einen grohen Dienst erweisen, wenn sie jetzt, wo es noch Zeit ist, regulierend eingriffe und den Direktoren und Lehrerkollegien einschärfte, dah es ihre Pflicht ist, der Schule den Massenandrang von Unberufenen, Ungeeigneten endlich energisch vom Leibe zu halten." Sn dieser und ähnlicher Form wurde immer wieder eine schärfere Auslese, eine Ueberleitung Ungeeigneter auf andere Schulen oder ins praktische Leben vertreten. Vergebens wies der Philologenverband darauf hin, dah nur der Mangel an Lebensraum die Sugend auf die höhere Schule, auf die Universität bringe und dort festhalte, dah nur Arbeitsbeschaffung Abhilfe bringen könne: er wurde nicht gehört. So leitete er beim selbst Schritte ein, um mit Hilfe seiner Organisation die Abiturienten in praktischen Berufen unterzubringen, Schritte, die dann endlich auch vom Srmenministerium in einer Konferenz mit Wirtschafts- und anderen Verbänden — aber ohne den Deutschen Philologenverband!! — als richtig anerkannt und mit dem Philologenverband zusammen gegangen wurden. Setzt heißt das Problem nicht mehr: Wie kann der Zugang zur höheren Schule gehemmt werden?, — die Schrumpfung ist in vollem Gange — heute gilt es die Frage zu lösen: Wie kann den jetzt in den oberen Klassen auf der höheren Schule Befindlichen, wie kann den Abiturienten, den Studenten und den Sung- akademikern geholfen werden? Was an Vorschlägen — besonders vom Studentenwerk — gemacht worden ist bringt feine wirkliche Hilfe. Praktisches Arbeitsjahr und Ausbau des ersten Studienjahres nach Art der „Colleges“ verlängern die Ausbildung um zwei Sahre, schieben die Entscheidung hinaus, aber Lebensraum bringen sie nicht. Wo soll der Abiturient praktisch arbeiten, wenn in der Wirtschaft Millionen arbeitslos sind?"
Aus affet Welt.
Gandhi weigert sich, das Gefängnis zu verlassen.
Gandhi hat die Bedingungen, die die Regierung für seine Freilassung aeftellt hat, a b g e l e h n t und weigert sich, seine Zelle zu verlassen. Die Regiseung
beabsichtigt aber nicht, ihn zum Verlassen des Gefängnisses zu zwingen. Er hat Vertreter der verschiedenen Klassen der Hindus empfangen, darunter auch welche der Parias. Heute wollte Gandhi mit dem Hungerstreik beginnen, aber es ist noch nicht bekannt, ob er heute morgen wirklich jede Nahrung abgelehnt hat.
von der deutschen Himalaja-Expedition.
Das Rosenheimer Mitglied der deutschen H i - malaja-Expedition, Dr. Hugo Hamberge r, der Cxpeditionsarzt, befindet sich nach einer zuverlässigen Mitteilung auf der Heimreise. Dr. Hamberger wird dieser Tage in Genua eintreffen, wo ihn seine Gattin erwartet. Auch die übrigen Expeditionsmitglieder haben die Rückreise nach Deutschland angetreten.
Wirbelsturm auf den Dahama-Snseln. — 14 Tote, viele Verwundete.
Beim englischen Kolonialministerium ist ein amtlicher Bericht des Gouverneurs der Bahama- Snseln über den Wirbelsturm eingegangen, der die Snselgruppe vor kurzem heimsuchte. Auf der Snsel Aleaco, wo der Sturm eine noch nie dagewesene Geschwindigkeit erreichte, wurde die Stadt Green Turtle Cay vollkommen und die Stadt Hopetown teilweise zerstört. Ferner wurden die Ortschaft Bluff Point und zwei andere Siedlungen vernichtet. Die Zahl der Todesopfer beträgt 14. die der Verwunde t e n 60 bis 70.
Sechs neue Fälle von spinaler Kinderlähmung in Breslau.
Sm Laufe der vergangenen Woche sind in Breslau sechs neue Fälle von spinaler Kinderlähmung zur Anzeige gebracht worden. Eine Frau im Alter von 23 Sahren ist der Krankheit erlegen.
Rätselhafter Tod auf der Jagd.
Wie aus Bad Tölz gemeldet wird, hatte sich der Wirt Länderer aus Winkeg bei Lenggries vor acht Tagen in seinem Revier auf die Sagt) begeben. Da er nicht zurückgekehrt war, wurde das Gebiet abgesucht und Länderer in einem fremden Revier tot aufgefunden. Er war an einem Oberschenkelschuß verblutet. Sagdgewehr und Feldstecher fehlten. Sn der Nähe lagen zwei Hüte, wie sie in der Gegend getragen werden. Der Tod dürfte schon vor mehreren Tagen eingetreten sein. Eine Untersuchung ist im Gange.
Zwei Schulkinder überfahren und gelötet.
Auf dem Kirchenweg zwischen Burgfarrnbach und Oberfürberg bei Fürth hängten sich dieser Tage auf dem Heimweg befindliche Schulkinder an den Anhänger eines mit Steinen beladenen Lastkraftwagens. Einige setzten sich sogar auf die Derbindungsstange zwischen Kraftwagen und Anhänger. Dabei kamen ein sechsjähriger Knabe und I1 ein gleichaltriges Mädchen zu Fall, gerieten unter die Räder des Anhängers und wurden a u f der Stelle getötet.
Aus der Provinzialhauptstadl.
Gießen, den 20. September 1932.
Oer alte Friedhof als park.
Bekanntlich besteht das Projekt den vor 30 Sahren als allgemeinen Begräbnisplatz geschlossenen alten Friedhof zum Park umzuwan- beln. Seit den Zeiten Philipps des Großmütigen hat der Friedhof als Ruhestätte der verstorbenen Gießener Bürger gedient, nachdem man damals den Friedhof in Selters aufgehoben hatte. Es finden seither auf dem alten Friedhof nur noch Bestattungen in Erbbegräbnissen statt, welche von Sahr zu Sahr seltener werden.
Sn den letzten Wochen hat man auf dem ältesten Teil des Friedhofs die ältesten Gräber und deren Grabmale, welche vernachlässigt waren, weil sich niemand um deren Erhaltung kümmerte, beseitigt. Die zermürchten Reste der Epitaphien hat man in die Erde gebettet und die verfallenen Grabhügel eingeebnet. Cs handelt sich dabei um Hunderte von Bestattungen, welche vor 60 bis 100 Sahren vorgenommen wurden. Grabsteine, welche einen gewissen künstlerischen Wert haben, ließ man stehen und richtete sie, wo es nötig war, wieder grabe. Erbbegräbnisse, die noch gepflegt werden, ließ man dagegen unangerührt, alte verkrüppelte Bäume und verwildertes Strauchwerk wurden entfernt. So ist auf dem Friedhof am Nahrungsberg eine parkartige Anlage entstanden, man hat dort Luft und Licht geschaffen, dabei aber den Charakter des Friedhofs durchaus gewahrt. Sm kommenden Frühjahr soll auf den jetzt öden Stellen, wo die Gräber waren, Gras eingesät werden, um saubere Rasenflächen zu schassen. Cs werben an geeigneten Stellen Ruhebänke Aufstellung finden, um besonders älteren Bürgern Gelegenheit zu geben, in der schönen und durch die noch gepflegten Erbbegräbnisse Gießener Familien interessanten Parkanlage die Stille und Ruhe zu genießen.
Gießener Wochcrrmarttprclse.
* Gießen, 20. Sept. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter 100, Süßrahmbutter 130, Landbutter 130, Matte 25—30 Pf. das Pfund, Käse 5—10, Eier 9—10 Pf. das Stück,
Wirsing 7—8, Weißkraut 5—7, Rotkraut 8—10, Gelbe Rüben 8—10, Rote Rüben 8—10, Spinat 15, Römischkohl 8, Llnterkohlrabi 5—6, Tomaten 15, Zwiebeln 8—10, Kürbis 5—6, Pilze 25—30, Kartoffeln 3,5 Pf. das Pfd., Kartoffeln per Zentner 3 Mk., Frühäpfel 15—25, Falläpfel 5-6, Dirnen 10—20, Dörrobst 30—35, Zwetschen 8—10, Pfirsiche 30—40, Brombeeren 20—25, Preihelbeeren 30, Honig 40—45, Sünge Hähne 70—80, Suppenhühner 60—80 Pf. das Pfd., Tauben 50—60, Blumenkohl 30—60, Salat 8-10, Salatgurken 10 bis 20, Endivien 10—15, Ober-Kohlrabi 5—8, Lauch 5-10, Rettich 10—12, Sellerie 10—25 Pf. das Stück, Radieschen 10 Pf. das Bund.
Bornotizen.
— Tageskalender f ü r Dienstag: Cafe Leib, 20 Llhr, Cxperimental-Lichtbild-Dor* trag über Astrologie. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Madame hat Ausgang".
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** Festnahmen. Der PolizeilWricht meldet: Dieser Tage wurde in einem hiesigen Uebernach- lungslokal der 21jährige Konzertsänger Gottfried B. aus Herbesthal auf Grund eines Ausschreibens fest- genommen. Da B. und auch sein Begleiter, der 24jähripe Bergmann Josef O. aus Niederschelder- Hütte im Besitze von fast neuen blauen Mänteln waren, die nicht zu ihrem sonstigen Aeußeren paßten, wurden sofort Erhebungen über den Erwerb derselben angestellt. Die von beiden gemachten Angaben stellten sich alsbald als unwahr heraus und es konnte ermittelt werden, daß sie die Mäntel aus zwei höheren Schulen in Siegen entwendet hatten. B. hat sich weiter noch wegen Diebstahls eines yrö- feeren Geldbetrages, den er zusammen mit einer Kellnerin aus einer Wirtschaft ifn Lampertheim entwendet hatte, zu verantworten. Beide wurden dem Amtsgericht zugeführt und kamen in Untersuchungshaft. Am gestrigen Montag wurde ein 19jähriger Pole, Eduard Michalak, wegen Betrugs, da er als blinder Passagier die Eisenbahn benutzte, festgenommen Da er auch nicht im Besitze eines Passes und sonstiger Ausweispapiere war, hat er sich auch noch wegen Pafevergehens zu verantworten. Michalak wurde ebenfalls dem Amtsgericht zugeführt.
Reform der perfonentarife der Reichsbahn
Zeitgemäße Anregungen der Industrie- und Handelskammer Darmstadt.
Unter diesem Titel hat die Snbuftrie- und Handelskammer Darmstadt der Öffentlichkeit eine Denkschrift übergeben, die sich mit dem in hohem Grade aktuellen Problem eingehend befaßt. Der Zweck der Darlegungen ist weniger, abschließende Vorschläge zu bringen als vielmehr das Problem auf breitester Grundlage zur Aussprache zu stellen. Die Reichsbahn wird eine baldige Revision der je länger je mehr übersetzten Personentarife um so weni- ?er weiter hinausschieben können, als befannt- ich zum 30. Oktober 1932 di« Gültigkeit der Sommerurlaubskarte zu Ende geht.
Es wird nicht angängig sein, die Auflockerung der Tarife auch weiterhin in Gestalt vorübergehender Ermäßigungen vorzunehmen, vielmehr drängen die Verhältnisse dazu, eine allgemeine Verbilligung eintreten zu lassen.
Hierbei ist in erster Reihe an die überhöhten Dartarise zu denken, die dem Preisstand bereits seit geraumer Zeit nicht mehr entsprechen. Die Denkschrift weist nach, daß die Kilometersähe um 30 v.H. über dem Lebenshaltungsindex liegen, wenn man annimmt, daß zur Zeit des Snkrafttretens der Tarife diese als dem Sndex entsprechend angesehen wurden. Weiter stellt die Denkschrift die Wiedereinführung der Rückfahrkarte zur Erörterung, deren Befürworter an Zahl stark in Zunahme begriffen fei. Die Rückfahrkarte schließt für die Reichsbahn den wesentlichen Vorteil in sich, daß der Reisende gleichzeitig für Hin- und Rückweg an die Schiene gebunden und nicht in die Lag« verseht wird, für die Rückfahrt ein anderes Beförderungsmittel zu benützen. Die Denkschrift neigt dazu, zu empfehlen, eine Ermäßigung der Kilometersätze für die einfache Fahrt um 15 v. H. und einen weiteren Rabatt für die Rückfahrkarte von 12 v. H. vorzuschlagen. Hierbei wird einer Verminderung der Spanne zwischen 3. und 2. Klasse das Wort geredet, um eine Auswanderung in die so stark notleidende Polsterklasse zu bewerkstelligen. Was die Erhebung von Zuschlägen für Schnell- und Eil- züge anlangt, so wird empfohlen, die Eilzüge, wenn nicht eine völlig« Freigabe erfolgen könne, lediglich mit einer einheitlichen Schutzgebühr von etwa 25 Pfennig zu belasten, um eine allzu starke Belastung der Züge durch Reisende auf kürzeste Entfernungen hintanzuhalten. Hinsichtlich der Schncllzugszuschläge spricht sich die Arbeit für gleichhohe Zuschläge in der 3. und 2. Klasse aus, ebenfalls um die Auswanderung in die 2. Klasse zu fördern.
Der zweite Teil der Veröffentlichung weist auf die besonders schwere Gefahr hin, welche der Zeitpunkt des Wiederanstiegs der Konjunktur für die Reichsbahn in sich berge, insofern,
als zahlreiche vielreisende bann versucht sein würben, sich burch Anschaffung eines Kraft- wagens bauernb von ber Schiene abzuwenden.
Die Denkschrift erklärt in dieser Beziehung, von entscheidender Bedeutung für die Weiterentwicklung des Eisenbahnverkehrs werde es fein, inwieweit es gelinge, den Vielreisenden dauernd an die Schiene zu fesseln. Sn dieser Beziehung werden zunächst einzeln« Vorschläge hinsichtlich der Reh- und Bezirkskarten gemacht. Weiter wird mit Nachdruck dargelegt, daß diese Einrichtung nicht genügend sei, um die erforderliche Freizügigkeit zu gewährleisten. Vielmehr sei es nottoenbig, den immer wieder laut werdenden dringenden Wünschen weitester Kundenkreise, na» mentlich des großen Heeres der reisenden Kaufleute, auf
Einführung des kilomelerheftes
endlich zu entsprechen. Die befürchteten Schwierigkeiten ließen sich bei geeigneter Gestaltung durchaus beheben. Auch der früher bereits gemachte Vorschlag der Halbkarte, d. h. eines Fahrtausweises, der ein Zwischending zwischen Generalabonnement und Cinzelfahrkarte dar- stellt, wird wiederholt zur Erörterung gestellt. Die Halbkarte ist so gedacht, daß der Vielreisende zu einem festen Tarifsatz (entweder 50 Mark für den Monat oder 400 Mark für das Sahr) für einen bestimmten Zeitraum einen auf seine Person lautenden, mit Lichtbild versehenen Ausweis erwirbt, der ihn berechtigt, während der Gültigkeitsdauer auf allen Strecken der Reichsbahn sämtliche Züge in beliebiger Wagenklasse zum jeweils halben Fahrpreis zu benützen. Schließlich wird in der Denkschrift erneut auf die Notwendigkeit hingewiesen,
zwischen Einzettarif unb Gesellschaftsfahrtentarif ein Mittelding inzusügen in Gestalt ber
Gruppenfahrkarte.
Hiernach sollen vier Reisende jeweils auf 3V2 Fahrkarten, sechs Reisende auf 5 Fahrkarten, acht Reifende auf 6'/r Fahrkarten abgefertigt werden können.
Abschließend stellt die Denkschrift fest, daß der Ablauf der Gültigkeit der Sommerurlaubskarte zu baldiger Entscheidung dränge, die im Sinne einer starken Verkehrsbelebung der Reichsbahn um so weniger schwer fallen dürste, als unser führendes Derkehrsuntemehmen wesentlich« Entlastungen durch Wegfall der Reparationsleistungen und durch die in der letzten Notverordnung verfügten besonders erfreulichen Erleichterungen hinsichtlich der Deförde- rungssteuer erfahre.
Die eingehenden Darlegungen klingen in den Appell aus, auf breiter Grundlage in einen Meinungsaustausch über das so dringlich« wie wichtige Problem und die besten Möglichkeiten seiner Lösung einzutreten.
Ein Butzbacher Händler tödlich verunglückt.
Butzbach, 20. Sept. Aus Wiesbaden wird gemeldet: Aus der Llmgehungsstratze in Erbenheim (bei Wiesbaden) ereignete sich gestern abend einschwererVerkehrsunfall. Der Händler Taver Z i ck aus Butzbach fuhr mit seinem Motorrad gegen die Kühlerspihe eines aus Frankfurt kommenden Wiesbadener Personenautos. Zick flog mit dem Kops heftig gegen den Kühler und erlitt dabei einen schweren Schädel- bruch, der seinen sofortigenTod zur Folge hatte. Die Leich« wurde beschlagnahmt. Nach den polizeilichen Ermittlungen soll der Motorradfahrer die vorschriftsmäßige Straßenseite eingehalten haben.
Wettervoraussage.
Durch den Vorschub der Kaltluft sind die Temperaturen in Mittel- und Norddeutschland wesentlich zurückgegangen. Dabei ist aber das Barometer über dem Festland kräftig angestiegen.
so das) die sich abflachende und weiter nordöstlich abziehende Skandinavienstörung nicht mehr zur Geltung kommt. Vielmehr wird jetzt die sich von Nordwesten nach Südosten erstreckende Hochdruckbrücke in Erscheinung treten und in den nächsten Tagen schönes Herbstwetter bringen. Aach Frühnebelbildung wird es tagsüber vielfach ausheitem und die Luftwärme nimmt infolge der Sonnenstrahlung wieder etwas zu.
Aussichten für Mittwoch: Aushei. temö und zeitweise auch bewölkt, noch kühl, doch tagsüber etwas wärmer, trocken.
Aussichten für Donnerstag: Stellenweise Frühnebel, tagsüber zum größten Teil aufheiterndes und wieder wärmeres Wetter.
Lufttemperaturen am 19. September: mittags 21,5 Grad Celsius, abends 16,4 Grad; am 20. September: morgens 13 Grad. Maximum 22 Grad, Minimum 12,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. September: abends 19,2 Grad; am 20. September: morgens 16,1 Grad Celsius. — Niederschläge 0,2 mm. — Sonnenscheindauer 4% Stunden.
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