Ausgabe 
20.6.1932 Erstes Blatt
 
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Nationalsozialistische Demonstration in München.

München, 19. 3uni. (ZU.) München war am Sonntag der Schauplatz großer national­sozialistischer Demonstrationen, die auf die jüng­sten politischen Vorgänge zurückzuführen sind. Der amtliche Polizeibericht gibt hier­über eine längere Darstellung, in der es u. a. heißt:

In den Morgenstunden des Sonntags wur­den die in München und zahlreichen Orten Ober- baycri^s wohnenden Angehörigen der SA. und ES. planmäßig aufgerufen zu einer De­monstration vor der Wohnung des Ministerpräsidenten. Gegen 12 Uhr rück­ten konzentrisch aus der ganzen Stadt einige tausend Nationalsozialisten, größtenteils in Uni­form, teils nur mit Hakenkreuzbinde versehen, gegen die Wohnung des Ministerpräsidenten in der Prinzregentcnftrahe vor. Durch starke Poli­zeikräfte wurde diese Demonstration schon in der Entwicklung unterdrückt. Insgesamt wurden 4 7 0 Nationalsozialisten verhaftet, gegen die Anzeige erstattet ist. Die Festgenom­menen wurden vor der Entlassung ihrer Uni- sormstücke entkleidet. Linier den Festgcnommenen befanden sich folgende uniformierte Führer aus dem Braunen Haus: Prinz Waldeck. Graf Spretti, Graf Schwerin und Berkelmann."

Oie Kommunisten

Vollen neues SA.-Verbot provozieren

München. 20. Juni. (ERB. Funkspruch.) Die Nationalsozialistische Korrespondenz will aus pioer lässiger Quelle erfahren habens daß am 16.3uni, vormittags, in Berlin eine Sitzung derReichs- führung des Rotfrontkämpferbundes stattgefunden habe, auf der beschlossen worden sein fsll. durch Steigerung des bisherigen

Terrors gegen die SA., und SS..-Formationen für diese ein neues Verbot zu erzwingen. OieBezirksbauernschastTlaffau-Wehlar bleibt unabhängig.

WSN. Limburg, 17. Juni. Drr Vorstand ber Vegirksbauernschaft f iPr Nassau und den Kreis Wetzlar hielt eine Sitzung ab. auf der der Vorsitzende H e p p an den Beschluß der Ver­treterversammlung erinnerte, die v ö l l i g e Un­abhängigkeit der Bczirksbauernschoft gegen­über den Parteien ausrechl zu erhalten. An dieser Einstellung müsse unbedingt fest gehalten werden. Bei den Reichstagswahlen werde die Be- zirksbouernschast ihre bisherige Linie beioehalten und ihren Mitgliedern die Wahl derjenigen na­tionalen Parteien empfehlen, die für eine konse­quente Agrarpolitik eintretcn und den Umbau unseres Staatssystems im Sinne der Ueberwin- dung des Parlamentarismus und der Durchfüh­rung eines organischen, berufsständischen Staats­aufbaues wollen. Für seine Person erklärte Hepp, daß er für den neuen Reichstag nicht kandidieren werde.

Neue Gegenrevo'ulion in Chile.

London, 19. Juni. (Zil. Funkspruch.) Die chilenische Fliegertruppe hat eine neue Eegenrevolution gegen die zweite vorläufige Rc- gieruna gestartet. Die Flieger verlangen bi: Rückkehr vonOberftGcove. Sieben Bom­benflugzeuge nahmen den Flugplatz von Iqu.que ein. Andere hielten den Zerstörer auf. mit dein Grove, Matte und andere Revolutionäre nach Juan Fernandez auf der Eruso-Insel gebracht wer- den sollten. Auch der Flugplatz Quinteros wurde von den ausständ.schen Fliegern wiedererobert. Die Lage hat sich noch dadurch verschärft, daß die Marine sich weigert, der Regierung ge­gen die Aufständischen beizustehen. Andererseits unterstützt sie nicht die Revolutionäre, sondern

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Dorrn, H. u. 6. J|. llmöncbutg. ? ). u. E. Albert, Do n im Geschäftsjahr» 1,071Erträge aus fr Zinsen- und fonty M. Ml>. Zum 3» insbesondere von fr zwei Jahren gcbÄr cibungcn soweit ei i weiterer "Betrag» Gvldbilanz gebilbe? l Außerdem tmirir -her unter Kredite? herangezvgcn und c vinn- und Bcrlulttt» ? Erträge in $)i>V * Unter Aerückfich!^ chresvortrag ergibt (1,91) aniir. > fe [gemeine ilnfoften ri M, Ablchreikap sich cinfchl. Torjeb^ jeffiinn von 251W § orgetragen Werder. ' 107 M.).

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18. Juni. W r Drobuftion hat rt. Ms eine «c H ettoa 0,25 bi« OJÖJ zumal einige on hab-».

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(82. Jahrgang

Montag, 20. Juni 1952

Gietzener Anzeiger

Annahme von Hnieigtn für die Tagesnummer vi» zum Nachmittag vorher.

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Lausanne, die letzte Konferenz für Deutschland.

Eine Unterredung mit dem Reichskanzler.

Pari-, 20. Juni. (ERB. Funkspruch. Eigene Meldung.) Der Sonderkorrespondent des .Petit Parisien" berichtet über den Inhalt einer Linier- redung, die er in Lausanne mit Reichskanzler von Papen hatte. Er schreibt, Reichskanzler v. Paven Hobe zu verstehen gegeben, daß das deutsche Volk durch die zahlreichen internationalen Konferenzen sehr enttäuscht worden sei, weil bei diesen schließlich nichts herausgekommen sei. Nach der Auffassung des Reichskanzlers sei es diesmal das letztemal, daß die deutsche Oef- sentlichkeit den Reichskanzler zu einer Konferenz fahren ließ, ohne zu mucken. Reichskanzler von Papen halte eine aktive und aufrichtige wirtschaft­liche und finanzielle Zusammenarbeit der Völker für notwendig, um die Wiederher­stellung der Völker in die Wege zu leiten. Währungsabmachungen müßten getrof­fen werden, um zu vermeiden, daß Kapitalien ungenutzt blieben und die Geschäftstätigkeit dar- niederliege. Der Reichskanzler sei überzeugt, daß, wenn die Lausanner Konferenz u. a. zu einer neuen deutsch - französischen Annä- herung auf verschiedenen Gebieten führen würde, diese Zatsache einen ungeheuren und heil­samen Eindruck in Deutschland machen würde.

Oie Deutsche Volkspartei tritt selbständig in den Wahlkampf.

Lammlungsbestrcbttngcn gescheiten.

Berlin. 19. Juni. (ZU. Funkspruch.) Unter starker Beteiligung trat der Zentralvorstand der Deutschen Volkspartei zu einer Sitzung im Reichs­tag zusammen. Der Parteiführer D i n g e l d e y führte u. a. auS: Der Ablauf der politischen Dinge ist bei uns vorausgesehen worden und bann doch unerwartet schnell vor sich gegangen. Was von den Nationalsozialisten an praktischen Zoten vorliegt, ist' eine einzige Widerlegung der Möglichkeit, durch sie zu einer Besserung zu kommen. Bei der neuen Kabinetts­bildung erwies es sich von Anfang an als ein verhängnisvoller Weg, daß die klare Frage der Verantwortung an die Natio­nalsozialisten nicht gestellt wurde. Die DVP. hat ihre Mitwirkung bei einer Sammlung des Bürgertums zugesagt. Sie hat aber auch die Hemmungen richtig geschätzt, die auf dem hier beschrittenen Wege vorhanden waren. Niemand kann ihr den Vor­wurf machen, daß sie schuld daran sei, wenn jene Bewegung g e s ch e i t e r t ist.

Gegen jeden staatssozialistischen Dilettantis­mus werden wir für die Grundlage einer echten Privatwirtschaft zu kämpfen haben. Machtwille und Wehrhaftigkeit, die Gemeinschaft im Volks­leben sind Kräfte, zu denen wir uns bekennen. Zroh all der gewaltigen Massenerscheinungen, trotz des Rauschzustandes unseres Volkes wollen wir den Kamps als Deutsche Volkspartei auf der Grundlage unseres Ideengutes führen. Wir werden dafür sorgen, daß technische Maßnahmen getroffen werden, damit keine Stimme, die von unseren Wählern abgegeben wurde, verloren geht.

An den Vortrag des Parteiführers schloß sich eine kurze Aussprache. Alle Redner traten für ein selb­ständiges Vorgehen der Partei im Wahlkampf ein. Dann wurde folgender Antrag der Partei- leitung mit erdrückender Mehrheit angenommen: Alle ernsthaften Versuche, die nationalen Kräfte unseres Volkes für ein sauberes und machtvolles Deutschland auf dem Boden der geltenden Wirt­schaftsordnung in geschlossener Einheit in den Kampf Zu führen, sind gescheitert. Nunmehr erwartet das Volk klare Fronten und klare Ziel­setzungen. Die Gefahr des Versuchs einer Partei- diktatur fordert den Einsatz aller Wählerstimmen, die gegen sozialistische Irrlehren und einseitige Diktatur die Kräfte der Sachkenntnis der Besonnenheit und die Anerkennung des sittlich verantwortlichen Menschen und seiner Leistung durch­setzen wollen. Die Deutsche Volkspartei tritt deshalb in allen Wahlkreisen s e l b st ä n d i g in den Kampf. Der Kampf geht heute um die Grundideen deutschen Zukunftsbaues, nicht um Standes- und Tages­fragen. Wir werden den Kampf führen, getragen von der Kraft unseres nationalhberalen Ideengutes, an dessen Unoergänglichkeit wir glauben, weil es ein Stück deutschen Wesens ist. Der Parteivorstand wird beauftragt, alle zur erfolgreichen Durchführung dieses Kampfes erforderlichen Maßnahmen zu treffen."

Die Christlichen Gewerkschaften zur politischen Lage.

Köln, 19. Juni. (ENB) Am Samstag tagte in Königswinter, der .-auptvorstand des Gesamt­verbandes der Christlichen Gewerkschaften Deutsch­lands, um Stellung zu nehmen zu der durch die politischen Ereignisse der letzten Wochen geschaffenen Lage. Der Hauptvorstand erhebt gegen die unsozia­len Bestimmungen der Notverordnungen der neuen Regierung schärfsten Protest. Zugleich fordert er von der Regierung positive Maßnahmen zur Ueberroinbung Der wirtschaftlichen und sozialen Not. Der Hauptvorstand erwartet von der Rcichs- leitung unverzügliches rückhaltloses Einschreiten gegen alle Gewalttätigkeiten. Er wird seine eigenen Maßnahmen zur Abwehr solcher Gewalttätigkeiten und jeglichen Terrors weiter verstärken, insbeson­dere durch Ausbau der Volksfront, die trotz stärk-

Das Echo -er Hessenwaht.

Was sagt die presse zum Ergebnis des 19. Juni?

Die Pressestelle bei der Reichsleitung der NSDAP, in München schreibt u. a.: Der Wahl- fieg in Hessen hat die letzte Hoffnung der schwarz- roten Koalitionsparteien zerschlagen, der deutschen Freiheitsbewegung im Reich den Weg zur Macht zu verlegen. Das Wahlergebnis zeigt eindeu­tig die Richtung, die die politischen Entschei­dungen in Deutschland in den nächsten Wochen nehmen werden. Damit ist deutlich geworden, daß die Nationale Oppos ition im nächsten Reichstag ein entscheidender Faktor sein wird. Die Folgerungen, die sich aus der Hessenwahl für die politischen Maximen ergeben, nach denen eine Reichsregierung zu handeln hat, die sich auf den Willen des deutschen Volkes vcr- sassungsmähig stützen muß, sind also geklärt: Ober- stes Gesetz einer Regierung, der zurzeit keine Volksvertretung zur Seite steht, kann nur fein, dem bereits jetzt klar erkennbaren Dolkswillen, der am 31. Juli feine endgültige Bestätigung finden wird, in keiner Weise zuwiderzuhandeln. Das Volk ver­langt insbesondere, daß Schluß gemacht wird mit den bisherigenwirtschaftlichen" Notoer­ordnungsmethoden, die ständig neue Ent­behrungen den ärmsten Volksgenossen auferlegcn und die Wirtschaft durch unerträglich wachsenden Steuerdruck drosseln, statt Arbeit zu schassen.-Das ist auch für die jetzige Reichsregierung die Lehre aus den Hessenwahlen. Das politische Er­gebnis des Landes Hessen muß aber auch im Hinblick auf die Vorgänge der letzten Tage als ein Bekenntnis des deutschen Volkes zum Reichsgedanken gewertet werden.' Der Herr Reichskanzler wird nicht umhin können, künftig seine Haltung gegenüber Ländermaßnahmen, die offensichtlich Reichsgesetze sabotieren, mit hem Volkswillen in Einklang zu bringen. Er hat nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, wider- spenstigeLänderzumGehorsamgegen die Gesetze des Reiches zu zwingen. Die nächsten Tage werden hoffentlich darüber Klarheit bringen.

In seinem heutigen Leitartikel sagt derV ö l - k i s ch e Beobachter" zu dem Erfolg der Na­tionalsozialisten in Hessen, es sei selbstverständlich, daß die N«DAP. nun erst recht ihre alte Forderung nach einem nationalsozia- listischen Staatspräsidenten in Hessen erneuern werde. Sollte das Zentrum sichunbe­lehrbar" zeigen, dann werde, wie das Blatt glaubt, die Einsetzung eines Reichskommissars kaum mehr einen Aufschub vertragen.

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DasDarmstädter T a g b l a t t" schreibt: Die gestrige Wahl hat keine Ueberraschung gebracht. Das Einzige, was nur schwer im voraus mit eini­ger Sicherheit zu berechnen war, war das A b - schneiden der Nationalen Einh eits- l i st e. Sie hat mit ihren rund 25 000 Stimmen recht schlecht abgeschnitten. Wir hatten schon vor dem Zustandekommen dieser Einheitsliste darauf hingewiesen, daß eine Einigung der bis­herigen bürgerlichen Parteien noch nicht die Einigung des Bürgertums bedeute. Die Nationale Einheitsliste, wie sie schließlich zustande- kam,.hat die Skepsis weiter bürgerlicher Streife nicht zu überwinden vermocht, und das ist zum großen Teil den Nationalsozialisten zu­gutegekommen, während andere Zehntausende ganz offenbar zuhause geblieben sind. Was

wird geschehen? Die Initiative liegt selbstverständ­lich bei den Nationalsozialisten als der weitaus stärksten Partei. Im Interesse einer-wirklichen Klä­rung der Dinge wäre es nur zu wünschen, daß man diesmal anders oorgeht als vor einem halben 3abr. Auch im nationalsozialistischen Lager wird man sich sagen müssen, daß die Wähler von der neugewahlten, abermals verstärkten Landtagssrak- don nunmehr Taten erwarten. An die Stelle der Wahlpropaganda muß jetzt die sachliche Arbeit treten, und aus diese sachliche Arbeit wartet nunmehr die hessische Bevölkerung.

Die ..Frankfurter Nachrichten" schrei­ben: Das Ergebnis der gestrigen Wahlen hat ebonsowenig die von der Nationalen Opposition angestrebte Entscheidung gebracht wie der 15. No­vember. Das Zentrum entscheidet wie bisher, und es ist im Interesse der notwen­digen Beruhigung der innerpvlitischenAtmolphäre in Hessen wie in Preußen zu wünschen, daß nach diesem Kampfe auf beiden Seiten mehr Geneigt­reit zum Ausgleich der Gegensätze und zur Zu- ammenarbeit besteht als bisher. Das Blatt stellt ür die Neichstagswahlen die Forderung auf. daß diejenigen endlich zur Besinnung kämen, deret-

Oie neuen hessischen Landtagsabgeordneten.

(WSN.) Im heute neugewählten Hessischen Landtag werden die folgenden Abgeordneten ver­treten sein:

Sozialdemokratische Partei: Staats­präsident Adelung, Innenminister Leusch- ner; Bürgermeister Lux, Niederflorstadt: Ne- gterungsrat Zinn kann. Darmstadt: Volkswirt Dr. Gumbel, Gießen: Frau Prlngsßeini, Darmstadt: Bürgermeister Delp, Darmstadt, Echlossermeister Wilhelm Anthes IV., Sprend­lingen: Prokurist Jakob Stes s an. Oppenheim: Bürgermeister August Lorenz, Erzhausen: Parteisekretär Wilhelm Widmann, Offenbach: Studienrat Maurer, Lauterbach: Parteisekretär Jean Harth, Rüsselsheim: Metallschleifer (Sc- org Alois Rink, Urberach: Gewerkschaftsange- stellter Wilhelm Thomas, Mainz: Kreisschul- rat Kart Storck, Darmstadt und Oberjustizsekre­tär Philipp (Siena, Büdingen.

Zentrum: Ministerialrat Hoffmann, Darmstadt: Landwirt Blank, Gaulsheim. Amtsgerichtsrat Schül, Offenbach: (Setoen- schaftssekretär Wesp. Darmstadt: Rektor Win­ter, Mainz: Frau Else Hattemer, Darm­stadt: Landwirt Heinrich Weckler HL, Rocken­berg, Professor Dr. Stohr, Mainz: Studien­rat Heinstadt, Bensheim uno Lederarbeiter Karl Noll, Horchheim.

Sozialistische Arbeiterpartei, Kommunistische Partei-Opposition. Gcwerkschaftsangestellter Heinrich G a l m, Offen­bach.

K o m munistische Partei: Metallarbeiter Ludwig Keil, Olkenbach, Angestellter Wilhelm Hammann, Groß-Gerau: Bauarbeiter Georg

wegen die Wahlnmden daheimbleiben und beret- wegen immer weitere Kreise der Mitte in da- Lager des Radikalismus dbtodnbcrn. Es gebe noch immer Möglichkeiten der Zusammenfassung dieser Kräfte, aber Persönlichkeiten, die das Ver­trauen aller Beteiligten haben und die nicht Ge­schobene von Cliquen sind, müssen an der Spitze der Bewegung stehen.

Die .Frankfurt. Zeitung" schreibt u. a.: Ergibt sich aus dem Ergebnis der gestrigen hes­sischen Wahlen eiste Vorschau auf die ko m- menden Reichstagswahlen? DaS ist schwer zu sagen. Die Partei Hitlers wird einen neuen Fortschritt bejubeln, aber auch die Sozial­demokraten haben zugenommen, und das Zentrum hat seine Stellung gehalten. Die Sozialdemokraten dürsen ohne falschen Optimismus daraus rechnen, daß die Auswirkung ihrer Opposi- tionsstellung mit jeder neuen Woche der Regierung Papen, wenn es so sortqeht, wie bis­her, sich verstärken wird. Gleichermaßen wird wohl auch das Zentrum damit rechnen, daß die propagandistische Wirkung seiner Opposition sich erst allmählich einstellt.

Zwilling, Mörfelden: Arbeiterin Cäcilie Schäfer, Bad-Nauheim; Bekleidungsarbeiter Wilhelm Deuttel, Friedberg: Landwirt Karl S e u I i n Alten-Duseck und Metallarbeiter Wilhelm Mauer, Worms.

Deutschnationale: AmtsgerichtSrat Au­gust Böhm, Bad-Nauheim.

Nationalsozialisten: Gauleiter Karl Lenz, Darmstadt: Studienrat Prof. Dr. Wer­ner, Butzbach. Fabrikarbeiter F. Kern, Eber­stadt: Bürgermeister Hch. Ritter, Gau-Odem. Mm: prakl. Arzt Dr. Daum, Oppenheim: Gast- und Landwirt Wilh. Schwinn, Oberkainsbach: Landwirt Diehl, Gau - Odemheim: Landwirt Seipel II., Fauerbach: Gerichlsassessor Dr. Best. Gonsenheim: Lehrer Klostermann, Vockenrod: Landwirt Hch. Gockel, Langen: Fri­seur Franz Renz, Alzey. Bürohilssarbeiter Hauer, Buchschlag: Regierungsrat Dr Mül­ler, Alsfeld: Buchdruckereibesiher D An­ge l o. Osthofen: Hauptmann a. D. W a s s u n g, Darmstadt: Obersteuerinspektor Friedr. El Darmstadt: Rechtsanwalt Jung, Worms: Land­wirt O. G e i ß , Vadenrod: Chemiker Dr. I v e r s, Eberstadt, Landwirt Dr. Wagner, Mittelgrün- dau: Schriftsteller Graf ^u Solms - Lau­bach in Laubach, Angestellter Gg. Drück- mann, Auerbach: Handelsvertreter Alfred Zürh, Darmstadt: landwirtschaftlicher Arleiter Beyer II., Framersheim, Kaufmann Adolf Ziegler, Michelstadt: Amtsgerichtsrat Dr. Barth, Offenbach: Dekorateur Ferdinand Abt, Darmstadt: Derwaltungspraktikant W. Haug, Darmstadt: Tierarzt Dr. Lang, Grebenhain: Schreinermeister Schott, Deerselden und Tier­arzt Dr. Harth Allendorf a. d. L.

Nationale Einheitsliste' Büraermei- ster Dr Niepoth Schlitz: Landwirt G l a se r, Nordheim.

Wie sieht der neue Landtag aus?

sten Abwehrkampfes gegen alle Gewalt den Grund­satz der Volksgemeinschaft aufrechterhälL

Oie Opposition der Bayrischen Volkspartei.

München, 19. Juni. (END.) Die Landesta­gung der Bayerischen Volkspartei stand im Zeichen der politischen Ereignisse im Reich und ihrer Rück­wirkung auf Bayern.

In einer parteioffiziell veröffentlichten Zu­sammenfassung des Ergebnisses der Tagung heißt es u. a., die besorgniserregende Entwicklung der politischen Verhältnisse in Deutschland erfordere mehr denn je eine bewußte Sammlung aller staats- treuen und antirevolutionären Kräfte in Bayern. Mm Deutschland vor einer Revolution zu schützen, die nationalistisch beginnen und bolschewistisch en­den würde, habe gerade das bayerische Volk am 10. April 1932 sich mit überwältigender Mehrheit für die Wiederwahl des Reichsprä­sidenten v. Hindenburg eingesetzt. Die Mmstände, unter denen einige Wochen nachher der Sturz der Regierung Brüning imt> die Entstehung der Regierung v. Papen-Schleicher erfolgt sei, müßten bei den HindeTrburgwählem die schwere Sorge aufkommen Iahen, daß damit die Reichspolitik eine Richtung eingeschlagen habe, die dem Sinn des klaren Volksvotums vom 10. April 1932 nicht mehr entspreche. Das Merkmal der neuen Regierung sei ihre bedenkliche Abhän­gigkeit von der NSDAP. Ein solches Reichskabi­nett könne die Bayerische Dolkspar- tet nicht unterstützen. Darum sei die Hal­tung der Partei zur Regierung Papen die der sachlichen Opposition. Die Bayerische Dolks- partei wolle einen Staat, der das gesamte Volk über Parieischranken, Klasiengegensähe und Kon- fessionsgegenlätze hinweg innerlich erfasse und so das Bewußtsein der Nation zu vollem Erwachen bringe. Das Deutsche Reich der Zukunft sei mir als ein föderalistisches Reich denkbar.