gründlich mit den preußischen Justizmethoden auseinandersetzen werde. Nach scharfen Angriffen auf die Personalpolitik des preußischen Justizministeriums erklärte Kube, daß der M i n i st e r dankbar sein werde, wenn man in die Personalpolitik seines Ministeriums einmal gründlich hineinleuchte, zumal der Minister als alter Berufsrichter dos saubere Rechtsempfin den habe, das den preußischen Richter von jeher auszeichnc. Auch die Femeprozesse würden gründlich untersucht werden.
OieLandtagswahleninHeffen
Das Zentrum für Vorverlegung des Wahltermins.
Di n g en, 19. Mai. (WER.) Das rheinhessische Zentrumsblatt, die „M.R. V." in Dingen, tritt füreineDorverlegung der hessischen Landtagswahlen ein. Das Dlatt schreibt: Unter dem Eindruck des unerwarteten Urteils des hessischen Staatsgerichtshofes hat die hessische Regierung die Reuwahlen etwas plötzlich und unüberlegt auf den 3. Juli fest» gesetzt. Sie hat dabei nicht bedacht, daß zu dieser Zeit dringende landwirtschaftliche Arbeiten einsetzen, daß überhaupt gerade diestz Jahreszeit für Wahlen denkbar ungünstig ist. Wir richten daher an die hessische Regierung das Ersuchen, den Wahltermin so früh wie nur irgend in o g - lich zu legen; vielleicht a u f den zweiten Sonntag im Juni. Denn wenn schon noch einmal gewählt werden muß, dann möglichst rasch, damit die Epoche des leidigen und schädlichen Kampfes soviel wie möglich abgekürzt wird.
Oer Zusammenschluß der hessischen Landeskirchen.
WSR. Marburg, 19. Mai. Der Marburger Kirchenausschuh faßte in der Frage des Zusammenschlusses der Landeskirchen folgende Beschlüsse: Der Ausschuß für die Vereinigung der Landeskirchen von Hessen-Kassel, Wiesbaden, Frankfurt a. M., Waldeck und Hessen-Darmstadt ist der Ansicht, daß es vor dem Abschluß seiner Arbeiten erforderlich ist. die D es ch l ü s s e der Landeskirchentage von Hessen-Kassel und Rassau hinsichtlich der Prüfung der Anschluhfrage an Preußen zu erledigen. Die Kirchenregierungen werden gebeten, diese Frage baldmöglichst zu klären. Dis dahin werden d i e Derhandlungen ausgesetzt. Im Interesse der Förderung der Marburger Verhandlungen muß es Sache der Kirchenregierungen sein, ihrerseits die Klärung der staatskirchenrechtlichen Fragen, die sich bei der Schaffung einer überstaatlichen Kirche ergeben. durch Verhandlungen mit ihren Ländern zu fördern. Diese Beschlüsse wurden einstimmig gefaßt.
Oer Brandes „Georges Philippar".
Bericht des Kapitäns. —Auch drei Mainzer gerettet.
Das französische Ministerium für die Handelsmarine veröffentlicht den ersten o f f iz teilen Bericht des Befehlshabers des verbrannten Dampfers „Georges Philippar" Kapitän Vicqu. In diesem Bericht heißt es.' Am 16. Mai um 2 Uhr nachts wurde mir mitgeteilt, daß ein Passagier „Feuer in einer Kabine" gemeldet habe. Ich begab mich sofort an den Brandort und muhte feststellen, daß das Feuer rasch um sich griff, obgleich alle Löschmahnahmen ergriffen waren. Ich lieh daraufhin stoppen und 808»Signale geben. Die Funkstation, die Hilfsfunkstation und der elektrische Generator am Oberdeck st a n -
Gießener Gtadttheater.
Gastspiel des Mainzer Ltadttheatcrs: „Der fidele Bauer" von Leo Fall.
Das letzte Gastspiel, mit dem die Mainzer sich für diese Spielzeit von uns verabschiedeten, brachte abermals eine Operette älteren Schlages, den „Fidelen Bauern" in einem Vorspiel und zwei Akten von Viktor Leon, Musik von Leo Fall, ein Werk, das seinerzeit zu den populärsten Stücken seiner Gattung zählte, in früheren Jahren zahllose Aufführungen erlebte — auch in Gießen wurde es schon gegeben — und, wie man sich überzeugen konnte, noch heute seine Anziehungskrast nicht verloren hat.
Das Libretto von Leon ist einfach und volkstümlich, ohne große Ansprüche und leicht verständlich, gemischt aus derber Komik und einiger Sentimentalität, die indessen auch in den dramatischsten Augenblicken nie die Oberhand behält; die Handlung ist aufgebaut auf den psychologischen und sozialen Gegensätzlichkeiten zwischen Stadt und Land, zwischen Dauern und „feinen Leuten", wobei das Land zwar immer triumphiert und die Stadtleute ein bißchen zu kurz kommen, — aber es löst sich zum Schluß alles in operetten- mähiges Wohlgefallen und Heiterkeit auf, so daß in niemandes Gemüt, mit welcher Partei er es auch halte, ein Stachel zurückbleiben kann.
Die Tatsache, daß der Dauernbub Stephan in der Stadt eine schlechterdings erstaunliche medizinische Karriere macht, und daß das Familienfest der aus verschiedenen Sphären des Geistes und der Herkunft stammenden Verwandten am Ende alle Gegensätze überbrückt, muß jedermann versöhnlich stimmen.
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Die Partitur gehört zu den gelungensten und in ihren Hauptstücken auch beliebtesten Schöpfungen von Leo Fall: sie ist durchsichtig und ein- gänglich, entspricht allenthalben dem Libretto und wirkt in den Schlagern, denen der „Fidele Bauer" vornehmlich seine unverminderte Beliebtheit verdankt — etwa dem berühmten Heinerle- Duett, das in früheren Jahren ein Gassenhauer war wie heute die „Liebe der Matrosen" — noch erstaunlich frisch und unverbraucht.
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Das Gastspiel des Mainzer Stadttheaters hinterließ in allen Stücken einen vorteilhaften Eindruck. Die Regie von Alfred von Krebs stellte eine hübsch eingespielte, flüssige und geschickt besetzte Aufführung heraus, welche die volkstüm-
den fast gleichzeitig in Flammen. Die Passagiere dieses Decks, die von dem Feuer überrascht worden waren und nicht mehr aus ihren Kabinen fliehen konnten, erstickten. Einige, die ins Meer sprangen, konnten gerettet werden. Ich konnte zwei Rettungsboote und vier kleine Kajütboote zu Wasser lassen. Die Geretteten wurden von den drei Schiffen „Sow- jetskaja Rests", „Contraktor" und „Mahsud" ausgenommen. Die Passagiere bewahrten Kaltblütigkeit, die Offiziere und die Mannschaften hielten sich bewundernswert.
Nach einer Meldung des Filialleiters der Schifffahrtsgesellschaft in Aden darf dieZahlderGe- retteten auf 718 veranschlagt werden, so daß man von insgesamt 49 Passagieren ohneNachricht ist. Englische Passagiere erzählten, auf dem Dampfer habe v ö l l i g e r M a n. gel an Organisation geherrscht. Die Mannschaft habe sich völlig auf die Bekämpfung der Flam-
Berlin, 19.Mai. (111.) Das Reichskabinett setzte am Disnnerslagnachmittag feine Beratungen über die Finanz-, Wirst'chafts- und sozialen Fragen weiter fort. Die Beratungen wurden nach kurzer Zeit abgebrochen, um am Freitag um 21 Ähr fortgesetzt zu werden. In unterrichteten greifen rechnet man nunmehr damit, daß die Beratungen das fiabinetf Mitte bis Ende der nächsten Woche abgeschlossen sind, da nach der Bereinigung der mit den sozialen haushalten zusammenhängenden Fragen die Klärung der weiteren Fragen des Reichshaushalts und der Arbeitsbeschaffung verhältnismäßig schnell vonstatten gehen dürfte.
Ls dürste nunmehr fesistehen, daß eine Vereinheitlichung der Arbeitslosenfürsorge nicht erfolgt. Es dürfte lediglich eine gewisse Angleichung der Krisenfürsorge an die Arbeitslosenversicherung erfolgen, und zwar dürste sich bei beiden die Notwendigkeit her- ausgestellt haben, die Anter st ühungsdauer zu verkürzen. Es scheint an eine Herabsetzung der Aitterstühungsdauer auf je 16, nach anderer Lesart auf je 13 Wochen gedacht zu fein. Zum Ausgleich der Fehlbeträge in den Gemeindehaushalten dürfte man weiter an die Beibehaltung der Bürger ff euer denken, um die Unterstützung der Wohlfahrtserwerbslofen sicherzustellen. An weiteren Maßnahmen zur Ausgleichung der Sozialhaushalte dürste an eine Kürzung der Invalidenrenten und an eine Einbeziehung sämtlicher Fe st besoldete n, also auch der Beamten, in die Krisen- steuer gedacht sein. Eine Entscheidung ist jedoch in allen diesen Fragen noch nicht gefallen. Fest steht lediglich, daß die Einführung der Bebürf- tigf eit spr üfung für die Arbeitslosenversicherung und die Krisenfürsorge a b g e l e h n t worden ist.
wie die „DAZ." erfährt, ist geplant, an Stelle der Krisen st euer eine allgemeine Belüftigung« ff euer treten zu taffen, für die gegenwärtig ein Durchfchnittsfah von \% bis 2 v. h. vorgesehen sei. Allerdings solle die zweite Rate der veranlagten Krisen st euer noch bezahlt werden.
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Auch der Deutsche Bcamfenbunb hat nunmehr in einem Telegramm an ben Reichskanzler nachbrücklich Einspruch gegen neue wirtschaftliche Bela ft ungen bet B e -
lieben Akzente der Operette, besonders im ersten und zweiten Akt, wirkungsvoll zur Geltung brachte. Die Herren Löffler (Dekoration) und Keim (Beleuchtung) vom einheimischen Regiestab unterstützten die Inszenierung nach besten Kräften.
Die musikalische Leitung hatte diesmal Kapellmeister Hans Lenzer; er schöpfte mit seinem Orchester die vielseitigen Möglichkeiten der dankbaren Partitur aus und verstand die gepflegten Solopartien wie die kräftig und diszipliniert singenden Chöre nachdrücklich einzusehen.
Von der Landbevölkerung, die an diesem Abend in jeder Hinsicht die Lleberhand behielt, sollen Edmund Eichinger, ein Lindoberer von kernigem Humor. Martin Jäger-Westphal, als gemütvoller Bauernvater Mathaeus Schcichel- roither. und Herta Greefs. welche die Anna- mirl sehr lustig und temperamentvoll spielte und sang, an erster Stelle genannt werden. Insbesondere das Terzett voll der Infanterie, Artillerie und Kavallerie im Mittelakt wurde von ihnen recht witzig an den Mann gebracht und fand verdientermaßen lebhaften Anklang.
Den Stephan Scheichelroither, der eigentlich fast wider Willen in der Stadt ein vornehmer Herr wird, gab Friedrich Kemps, der sich mit der Titelrolle im „Vogelhändler" hier bereits angenehm eingeführt hat auch diesmal gesanglich in guter Form, obgleich gelegentlich von den der Partie anhaftenden Sentiments ein wenig beengt.
Der Schlager des Mittelaktes war natürlich das Heinerle-Duett. das von der kleinen Liefe! Schwaneke und von Mary Schürmann- Kovacs sehr hübsch, korrekt und stimmungsvoll vorgetragen wurde und alsbald wiederholt werden mußte.
Don den Dorfbewohnern wären iroch Hans Schnabel (Vincenz Lindoberer) als Stimmsüh- rer des Bauernburschen-Quartetts und Carl Goebel als Obrigkeit Zopf zu erwähnen.
Auf der Gegenseite: Gretl Goldau (Friederike); Erich K e d d y als schnoddriger Husarenleutnant; Anny Peters und August S t i e r als für- nehmes Geheimratsehepaar, sehr etepetete.
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Der Besuch war in Anbetracht des herrlichen Maiwetters und der vorgerückten Saison recht passabel; es gab freundlichen Beifall und mehrere Wiederholungen. hth.
men beschränkt, daß die Passagiere nicht rechtzeitig gewarnt wurden. Infolge überstürzter Dichtung der Schotten seien viele Passagiere wie in einer Halle eingesperrt und in den Flammen umgekommen. Die sonst auf großen Schiffen üblichen Probealarme seien niemals veranstaltet worden.
Auf dem „Georges Philippar" befanden sich auch drei Mainzer, der Bauführer Valentin mit seiner Frau und ein Monteur, die, wie ein jetzt an die Angehörigen gerichtetes Telegramm besagt, ge r c t t e t wurden. Die Geretteten waren zwei Jahre auf Montage in Jndochina durch die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, Werk Gustavsburg, und befanden sich jetzt auf der Reise nach der H e i m a t. Während die Frau des Bauführers und der Monteur an den arabischen Strand gesetzt wurden, ist Valentin durch widrige Umstände der schwierigen Rcttungsarbeiten jenseits an der afrikanischen Küste abgesetzt worden.
amten erhoben, die schwere Erschütterungen und Zusammenbrüche zur Folge haben müßten.
Oie personalfragen.
Die Notwendigkeit einer völligen Umbildung des Kabinetts.
Berlin. 19. Mai. (Sil.) Der „Deutsch e". das Organ der christlichen Gewerkschaften umreibt die innerpolitische Lage u. a. wie folgt: „Eine Ergänzung des Kabinetts ist notwendig. Das Reichswehrministerium ist zu besetzen. desgleichen das Wirtschaftsministerium. Ob Groener tatsächlich die Leitung des Innenministeriums behalten wird, ist fraglich. Weiter ist anzunehmen, daß der Kanzler auf die Dauer das Außenmini st erium nicht mitverwalten will. Die Minister Schiele und Schlange scheinen gefährdet, wie die Haltung der Parteien zu den unerledigt gebliebenen Mißtrauensanträgen erkennen lieh. Auch der Finanzminister Dietrich ist seit längerer Zeit u m st r i t t e n. Es ist begreiflich, daß es sich hier um mehr a l s um eine Ergänzung des Kabinetts handeln würde. Es würde sich um eine völlige LImbildung handeln. Der Kanzler könnte allein darüber nicht entscheiden. Der Wille des Reichspräsidenten müßte mit entscheiden. Es muß also zuerst die Frage geklärt werden: Ergänzung oder Llmbildung des Kabinetts. Selbst bei den nationalsozialistischen Führern, die wie Straßer für eine Annäherung an Brüning sind, ist keine Reigung vor der Reparationskonferenz in Lausanne — man muß übrigens mit
Heldinnen auf hoher See.
Vor einiger Zeit kam ein kleiner deutscher Dampfer nach dem Hafen Fremantle in West- auftralien. Das Schiff schien verlassen, niemand war an Deck zu sehen, und als der Lotse an Bord kam, da sand er eine Frau am Steuer. Er erfuhr, daß sich der Schoner auf der Fahrt von Mauritius nach Melbourne befunden hatte, als die ganze Mannschaft von einem schweren Fieber befallen wurde. Die Seuche griff um sich, bis ihr alle Matrosen erlagen. Dann mußte auch der Koch dran glauben. Der Kapitän wurde von der Krankheit ans Bett gefesselt; ihm folgte der Steuermann, und als einzig Gesunde blieb die Gattin des Kapitäns übrig. Auf ihr lag die ganze Last der Steuerung und der Pflege der beiden Kranken. Sie hatte auch ein Baby an Bord, das erst während der Fahrt geboren worden war, und auch dieses erkrankte. So sah sich diese Frau von lauter Leidenden umgeben; sie mußte die Mannschaft pflegen, die Toten bestatten, für Rah- rung sorgen, die ganze Arbeit auf dem Schiff versehen; sie ganz allein. Lind sie tat alles, brachte den Schoner glücklich durch alle Gefahren. Aber als ihr Schiff den Hafen erreichte, starb das Kind, und da brach sie infolge der übermenschlichen Anstrengung zusammen. Die Geschichte von dieser Heldin auf hoher See erzählt der englische Marineschriftsteller A. I. Williers in seinem Buch „Seebären von heute". Der Verfasser. der selbst viermal in Segelschiffen um Kap Horn gefahren ist. weiß noch einige andere erstaunliche Geschichten von solchen Heldentaten der Meeramazonen zu berichten. Da ist die Erzählung von dem englischen Schiff „Primrose Hill", das gerade Kap Horn umfahren hatte, als die Pocken an Bord ausbrachen. Kapitän Wilson und seine beiden Steuerleute, die einzigen, die das Schiff lenken, konnten, mutzten am selben Tage ihre Arbeit aufgeben. Kaum ein Matrose war noch imstande, seinen Dienst zu verrichten, und die Lage des Schiffes wurde immer verzweifelter. Aber Wilson wurde von seiner Frau begleitet, die viele Jahre mit ihm auf hoher See gewesen war. Sie allein blieb von der Krankheit verschont, und sie ergriff das Kommando des Schiffes. Als die noch arbeitsfähigen Matrosen die Frau am Steuer sahen, forderten sie, datz der nächste Hafen angelaufen werden müsse. Aber Frau Wilson erwiderte, sie würde das nicht tun, solange noch ihr Mann lebe; es sei ihre Pflicht, das Schiff nach Tacoma zu bringen, um dort zur rechten Zeit die Ladung abzuliefern. Die Matrosen mutzten sich ihren Befehlen fügen. Sie hatte ein Baby bei sich, und auch dieses wurde von den Pocken ergriffen. Zu all den Gefahren und Mühen, die sie rings
einer Verschiebung rechnen — auhenpvliM tischeVerantwortung mit zu übernehmen. Richt einmal darüber herrscht Klarheit, ob unÄ unter welchen Bedingungen die Rationalsozialisten bereit sind, in Preußen sich mit dem Zentrum zu verständigen. Wenn also der Kanzler mit der Möglichkeit — wenn nicht Wahrscheinlichkeit — rechnen muß, daß die Rationalsozialisten eine Liebernahme der Mitverantwortung ab- lehnen werden, so muh er an eine (5 r g ä n • jüng des Kabinetts denken.
Ein deutscher Bund - für freie Wirtschaftspolitik. Am 21. Mai findet im Reichswirtschaftsrat eine Kundgebung statt, auf der Professor Dr. Brandt (Berlin), Professor Dr. Eucken (Freiburg i. Br.), Professor Dr. Gerlofs (Frankfurt a. M.), Direktor Karl Lange (Verein Deutscher Maschinenbau-Anstalten, Berlin), Generalkonsul Dr. v o n L e w i n s k i (Berlin), Rudolf Löb (in Firma Mendelssohn & Co., Berlin) über das Autarkieproblein sprechen werden. Diese 'Kundgebung ist die erste Veranstaltung des neugegründeten Deutschen Bundes für freie Wirtschaftspolitik E. V., in dem sich führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft zusämmenaefunben haben. Zweck des Bundes ist, sich auf Wissenschaft- lieber Grundlage gegen d i e immer mehr z u - nehmende geistige Verwirrung auf wirtschaftspolitischem Gebiete zu wenden, insbesondere gegen 21 utarfiebc ft re- bungen, Planwirtschaft und Staats- sozialismus, Subventionspolitik und Währungsexperimente. Er tritt ein für ein selb st verantwortliches Unterneh - m er tum und für eine der deutschen Wirtschaft dienende und ihrer Stellung in der Weltwirtschaft entsprechende Außenhandelspolitik; dabet will er besonders bestrebt fein, das Verständnis bet deutschen Volkes für die nationale Bedeutung der deutschen Führerstellung im Welthandel zu heben. Der Bund will dieses Ziel verfolgen rein nach nationalen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten, unbelastet und unabhängig von parteipolitischen Bindungen und Bestrebungen.
Das vorläufige Präsidium setzt sich zusammen aus dem Hamburger Bürgermeister Dr. Petersen, dem Fabrikanten Wilhelni Vögele (Mannheim, M. d. RWR.) und dem bekannten Münchner Nationalökonomen Geheimrat Professor Dr. Ad. Weber. Dem Bunde gehören u. a. ferner noch an Generaldirektor Böger (Hamburg, stellvertretender Vorsitzender der Hamburg-Amekika-Linie), Geh. Regie- rungsrat Dr. Demuth, Syndikus der Jndustrie- und Handelskammer zu Berlin, Alexander F l i n s ch (Berlin). Generaldirektor Paul Hager (Remscheid), Direktor Dr. Haller vom Siemens-Konzern (Sie- mensstadt), Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages Dr. Gr u n d (Breslau), Professor Röpke (Marburg), Generaldirektor Dr. S ch u - lein (München), Präses G. Scipio (Bremen), Professor Dr. Terhalle (Hamburg), Senator Wi11hoefft (Hamburg).
umgaben, kam nun noch die Angst um das Leben des Kindes. Vier Tage lang verließ sie das Deck nicht, außer um nach den Kranken zu sehen, denn das Wetter war schlecht, Eisberge drohten rings herum, und das Steuern war eine schwierige Arbeit. Doch sie brachte das Schiff durch alle Fähr- lichkeiten, und als man wieder in sicheren Gewässern war, da wurde die Mannschaft gesund. Einer nach dem andern. Do gelangte die „Primrose Hill" glücklich nach Tacoma, nur durch die heroische Aufopferung dieser Frau, und wenn nicht die Matrosen von diesem erstaunlichen Erlebnis erzählt hätten, dann hätte niemand etwas von der Tapferkeit der Frau Wilson erfahren. Heutzutage begleiten wenige Frauen ihre Männer auf hoher See, aber Williers ist doch mit einigen gefahren, die seine hohe Bewunderung erregten. „Einst war ich auf einer kleinen Barke", schreibt er, „deren Herr sterbend am Krebs lag. Seine Frau war bei ihm, um ihn auf diesem elenden» kleinen Segelschiff zu pflegen, und obwohl das Arbeit genug für sie war, kümmerte sie sich doch auch noch um uns Matrosen, sorgte mütterlich für uns und steckte uns manche "Nahrungsmittel zu, wenn wir Hunger verspürten. Wir hätten für diese Frau alles getan, für dieses edle, gütige, sich aufopfernde Wesen, das einer Heiligen glich. Sie kannte keine Furcht und keine Müdigkeit. Sie vollbrachte Liebermenschliches, und sie blieb auch aufrecht, als ihr Gatte starb..."
Zeitschriften.
— Im Maiheft vom „K u n st w a r t" (Verlag G. D. W. Callwey, München) prüft Wilhelm Michel die Gründe der heute so erschreckend tiefen „Kluft zwischen den Generationen", die er vor allem der beispiellosen Tempobeschleunigung der kulturen Um« bilbung der letzten Jahrzehnte zuschiebt. Johannes Meßner zieht bie „Bilanz bes ökonomischen Liberalismus", wobei er bas zu weit getriebene inbivi- dualistische Wirtschaftssystem und bie individualistische Gesellschaftstheorie strenger Kritik unterzieht. Im literarischen Teil fesselt eine aus dem Englischen übertragene Novelle „Der geheime Teilhaber" von Joses Conrad. Proben großer zeichnerischer Kunst geben mehrere graphische Arbeiten des Münchners Josef Schari, den Peter Muthmann vorstellt. Einige bezeichnende Wiedergaben von Bauwerken Theodor Fischers zusammen mit einer Glosse von Karl Baur bringen das bedeutende Lebenswerk dieses Architekten aus Anlaß seines 70. Geburtstages in Erinnerung. Erwähnenswert sind ferner zwei Umschau- Aufsätze weltpolitischen Inhalts von Karl Megerle über die Hintergründe von Tardieus Donauplan und über die serbische Königsdiktatur in Siidslawien.
Die Beratungen des Reichskabinetts.
Oie Finanzierung der Arbeitslosenfürsorge. — Kommt eine allgemeine Beschästigungssteuer?
Aus aller Welt.
keine Verkäufe aus dem Mainzer Domschah.
In London wird gegenwärtig eine Ausstellung deutscher mittelalterlicher Kunst gezeigt, die bestritten ist durch Leihgaben aus dem Mainzer Domschah und anderem deutschen Kirchenbesitz. Im Zusammenhang mit dieser Ausstellung sind Artikel erschienen, die unter Hinweis auf die Ausfuhrliste des national wertvollen deutschen Kunstgutes auf das Schicksal des Welfenschahes Hinweisen und die möglicherweise schon perfekte Veräußerung dieses nationalen Kunstgutes nach dem Ausland befürchten. Dazu teilt das Bischöfliche Ordinariat in Mainz mit, datz bei der gegenwärtig in London stattfindendcn Ausstellung ein Verkauf dieser Gegenstände nicht in Aussicht
genommen sei. Es kommt vielmehr daraus an, durch diese Ausstellung in England Interesse f ü r den Mainzer Dom zu wecken und die Wege für den Verkauf von Domlosen zu ebnen.
„Do X“ nach Reufunbland unterwegs.
Das deutsche Flugschiff „Do X“ ist vom Long-Jsland-Dund nach St. Johns (Reufundland) gestartet. An Bord befinden sich 13 Mann Besatzung sowie die bekannte Fliegerin Antonie S t r a ß m a n n. In St. Johns soll ein Aufenthalt genommen werben, um 25 000 Liter Brennstoff aufzufüllen. Das Gesamtgewicht bes Flugschiffes auf dem Fluge nach Europa beträgt etwa 54 Tonnen. Antonie Straßmann fungiert als Hilfspilot. Sie wirb als erste Europäerin über den


