Einzelbild herunterladen

llr. 45 Erster Statt

182. Jahrgang

Samstag, 20. Februar 1952

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Vrvck M1Ö Verlag: Vrvhl'lche Uaivelßlat^vich Sieieörndcrei H. Lange in «sieben. 5chnftlett»g und Geschästritelle: Zchufittaße 7.

.Innahme van ln}< für die lagesnummer bis jum Nachmittag vorher.

Preis für I mm höhe für Anzeiaen von 27 mm Brette örtlich 8, ousmärts 10 Reichspsennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Brett« 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20 . mehr.

Chefredakteur

Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Vohtili Dr. Fr. Wild. Lange; für Feuilleton Dr H.Thnnot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Mar Filler, fdmtlid) in Gießen.

Cr> cherni täglich, außer Sonniags und Feiertags Beilagen: The 3Ilu|tnert« ®URtner FamiliendlaNer Heimat m Bild Die Scholle Blonats Bezugspreis:

Mil 4 Beilagen RM 1 9H Ohne Illustrierte . 1 80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

AernsvrechanschlSfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach­richten Anzeiger tieftet.

P»llscheckkonto: 5ron(furt am ülaiR 11686.

Die VoliveNammiung des Völkerbundes einberufen.

Die Vermittlung des Völkerbundsrats im chinesisch-japanischen Konflikt gescheitert.- Die Völker­bundsversammlung tritt aus Antrag Chinas als letzte Instanz am 3. März zusammen.

Die letzte Ratssitzung.

Heftige Auseinandersetzung vcr beiden Parteien.

3n der voraussichtlich letzten öffentlichen .Sitzung des llöUerbunbsratcs vor dem Zusammentritt der Vollversammlung des Bölkerdundes land am Frei­tag eine außerordentlich scharfe Aus­einandersetzung zwischen den Aertretern Ja­pans und Chinas statt. Die Sitzung begann mit der Mitteilung des Ratsprosidcnlcn Paul L o n c o u r, daß der !Udlferbiinb»rnt auf Önin# des chinestichen Antrags nunmehr zur Einberufung der Vollver- smnmlung de- Völkerbundes schreiten müsse. Ter ck, ncsijchc Gesandte '/len teilte 'adann in größter Ci . gung mit, daß der bisherige Kriegszustand in schanghai jetzt den Charakter eines offenen Krieges gewonnen habe. Das ja­panische Oberkommando habe 40 000 Mann in schanghai gelandet, die mit Ö i f t g a s b o m b e n und D u ui «Dum Geschossen ausgerüstet vorgingen, (fin deutscher Arzt habe bestätigt, daß die japanischen Truppen Dum Dum Gc'chossc ver­wendeten. Die Loge sei völlig unhaltbar. Die chi­nesische Negierung habe sich daher entschlossen, den Dolkerbundsrat zum sofortigen Zusammentritt zu ersuchen, um unverzüglich Gegenmaßnahmen zu er* Iireifeii. Man müße sonst damit rechnen, daß e i n urchtbares Blutbad in den nächsten Tagen tattsindet.

Der japanische Botschafter Sato protestierte unter der größten Spannung des bis auf den letz­ten Platz gefüllten Sitzungssaales scharf gegen die Behauptung der chinesischen Negierung, daß die japanischen Truppen Gistgosbomben und Dum- Diim-Gefchoffe verwendete,,. Die japanischen Trup­pen besäßen lediglich Rauchbomben. die Perschleierungszwerken dienen.

Wenn der Völkerbundsrat jetzt den Konflikt an die Vollversammlung verweise, so sei da­mit für die japanische Regierung die aller­letzte Gelegenheit gegeben, eine Er­klärung übet die Ursachen und die Tragweite der Ereignisse im Fer­nen 0 ff e n obzugeben. Der völkerbundspakl könne nut bei einem Konflikt zwi­schen zivilisierten Staaten in Frage kommen. China befinde sich und es wäre peinlich, dies erklären zu müssen seit zehn Iahten in dem Zu st and eine» forlge- setzten Bürgerkriege», vollständiger Unordnung und der Auslösung. Die Sicher­heit der Ausländer sei nicht mehr ge­währleistet. Daher seien diejenigen Staaten, die die entscheidenden 3nlcreffen in China hätten, gezwungen gewesen, zu außerordentlichen Maß- nohmen überzugehen. Niemand könne den Schutz der japanischen Interessen Japan ab­nehmen.

Das Slylchai oer Mandschurei.

Der japanische Botschafter erklärte sodann, er habe dem Dölkerbundsrat eine bedeutsame Mit­teilung -u machen. Die Llnabhängigkeit der Mandschurei sei soeben auügetufcnwor­den. Japan habe ollzuweitgebende Interessen in der Mandschurei und habe allzusehr durch daS Borgehen der chinesischen Gouverneure gelitten. aU daß es nicht eine Bewegung mit 6hm- X> a t b i c begrüßen könne, die den Schuh und die friedliche Entwicklung für japanische In­teressen in der Mandschurei sichere Die japanische Regierung unterstütze daher die Hnab- hängigkeitsbewegung in der Mandschu­rei. Denn China später einmal eine normale Zentralregierung habe, so sei die japanische Re­gierung bereit, sich mit China über daS end­gültige Schicksal der Mandschurei zu verständigen.

Japan versoige keinerlei territoriale Absichten In der Mandschurei und wolle sich nur die Mandschurei al» Tätigkeitsfeld für feine überschüssige Bevölke­rung und für seine w i r t s ch o s I i i ch e Entwicklung sichern. Die japanische Regie­rung sei bereit, ihre Truppen au» der Man­dschurei zurückzuziehen, sobald da» Ziel erreicht sei, daß der japanischen Auswande- rung und den japanischen wirtschaftlichen Inter­essen keine Schwierigkeiten mehr bereifet wür­den. Japan werde seine Truppen jedoch nur unter der Beöingung zurückziehen, daß der Schuh der Jntereffen Japan» von einer neutralen Streitmacht übernom­men werde

Der chinesische Delegierte Ben ironisierte den japanischen Hinweis auf das Fehlen einer or­ganisierten Hegietung in China mit einer Reihe Bemerkungen, in denen er u. a. Japan als Amokläufer in Oftaficn charakterisierte. Auch fei es auffallend, daß sich Japan trotz feiner Behauptungen über das Fehlen einer vcrhand- lungssähigen chinesischen Regierung dauernd um direkte Verhandlungen mit China unter Ausschluß der anderen Mächte bemühe. Die Geschichte der letzten zwanzig Jahre lehre, daß Japan die inneren Schwierigkeiten Chinas

begünstige und ausnuhe, weil c» d i e Eini­gung und Erstarkung Chinas verhin­dern wolle. Die Mandschurei sei die Korn­kammer Chinas und für Chino als Auf­nahmegebiet feines Devölkerung-überschulfes un­entbehrlich Sie fei historisch, ethnisch, kul­turell und politisch durchaus chinesisch, woran auch die Errichtung einer Marionettenregierung nichts ändere Dersicherungen über das terri­toriale Desinteressement Japans habe man auch vor der definitiven Angliederung Koreas gehört.

©er Beschluß des Rats.

Genf, 19. Jebr. (XU.) Der völkerbund»- r a t Hot am Freitagabend noch vierstündigen Ver­handlungen auf Grund de» Antrages der chinesischen Regierung beschlossen, eine außerordentliche Vollversammlung de» Völkerbunde» zum Z.Marz nach Genf einzuberusen. Sämtliche 54 Mitglied- floaten de» Völkerbunde» werden ersucht, Vertreter zu der Vollversammlung zu entsenden. Die chine­sische und japanische Regierung werden aufgeforöert, unverzüglich eine eingehende Darlegung der Konfliktslage zu übermitteln. Die Ver­handlungen, die der völkerbundsraf seit fünf Mo­naten über den japanisch-chinesischen Konflikt ge­führt hat, werden damit abgebrochen und die

weitere Bekandlung de» Konflikle» der oußer- oidentttchen Vollversammlung de» Völkerbundes überwiesen.

Em letzter Appell der Möchte.

Der Ratspräsident Paul-Boncour wandte sich hierauf mit ernsten Ermahnungen an den Vertreter Japans An Stelle der von Chino verlangten einstweiligen Maßnahmen schlug Paul- Boncour eine Verlängerung des , apa - nischen Ultimatum» vor. damit die Ver­handlungen an Ort und Stelle wieder ausge­nommen werden könnten.

Der britische Delegierte Lord Londonderrv erklärte sich mit den Anregungen Panl-Boneours einverstanden. Der Zwölfer-Ausschuß habe vor einigen Tagen einen Appell an die Stärke und die Ehre Japans gerichtet, die jetzigen Ergebnisse bedeuteten eine sehr bedauerliche Ant­wort hierauf. Die Verlängerung des Ultima­tum« sei das einzige Mittel, eine vielleicht be­vorstehende Katastrophe obzuwenden. Rachdem auch alle übrigen Ratsmitglieder ihre Zustim­mung zu den Anregungen des Ratsprästdenten ausgesprochen hotten, nahm der Dolkerbundsrat ohne weitere Aussprache die bereits wieder- gegebene Entschließung über die Einberufung einer außerordentlichen Versammlung des Völker­bundes zur Behandlung des chinesisch-japanischen Konfliktes an.

Heue schwere Schlacht um Schanghai im Gaug.

Aach Ablauf des Ultimatums eröffnen die Japaner den Angriff auf Tfchapei.

Schanghai, 20. Jcbr. (IDID. Funkspruch.) Obwohl die große japanische Offensive nach Ablauf des japanischen Ultimatum- nicht vor früh 7 Ahr (also ungefähr Mitternacht MCZ.) beginnen soll, war bereit» Freitag abend Maschinengewehr- und Gewehrseuer am Aordbahnhof von Schanghai zu vernehmen. Japanische Artillerie und Infanterie mit Kriegsmaterial rückten unaufhörlich an die Front und begannen um 7.30 Uhr früh (Ortszeit) mit den Angriffsbewegungen. Das Arlil- leriefeuer wurde auf Tfchapei um 9 Uhr früh er­öffnet. 10.42 Uhr vormittag» (Ortszeit) gingen die japanischen Stoßtrupps aus der langen Front zwi­schen Tfchapei tinb hongten in westlicher Richtung auf das zwei Meilen nördlich von kzongken gelegene Kiangwan zum Angriff vor. Ihr Ziel ist die Besetzung der Dufung-Eisenbahn- l i n i e . um aus diese Weife ihre Flanken zu decken. Man nimmt an, daß sie nach Besetzung der Bohn- linie z u m Schlage gegen Tfchapei aus­holen werden. Gegenwärtig bombardieren japa­nische Flugzeuge die Ortschaft Kiangwan, die von der 87. und 88. Division der Armee Ischiang- keischek» verteidigt wird. Diesem Angriff kommt insofern Bedeutung zu, al» die Japaner bisher immer nur die 19. chinesische Armee, nicht aber die Truppen Tschiangkeischek» pngegriffen haben. Das japanische Hauptquartier gab um 11 Uhr (Schang­hai-Zeit, etwa 4 Uhr MLZ.) bekannt, daß die auf Kiangwan verstoßenden Truppen die Gebäude de» Sportklub», die am Rande der Ortschaft

Oie Friedensboten

liegen, genommen haben. Die japanischen Trup­pen sollen auf harten Widerstand ge­stoßen sein.

Der japanische General H t) c h a wird, wie man glaubt, die Hauptmacht seiner Truppen auf den Schonghai-Ranking- und Schanghai-Hangtschou- Eisenbahnknotenpunkt werfen und so die Hauptmacht der 11 003 Mann zählenden chine­sischen Truppen in Tschapei umzingeln und abfchneiden, falls sie sich nicht rasch nach der Echanghai-Hongtschau-Eifenbahn zurück- ziehen, und sie dann gegen den Tsudfchau-Bach treiben, dessen gegenüberliegende Ufer von bri­tischen und amerikanischen Truppen besetzt sind. Gleichzeitig dürften 3000 Mann japanische Truppen am Wusung-Bach einen hef­tigen Angriff auf Dorf und Fort TBufung er­öffnen. Die Japaner erklären bereits jetzt, daß bei einem Erfolg der Offensive ihre Aufgabe, die Chinesen aus den starken Schützengraben- stellungen zwischen der Eisenbahn und dem Tsudfchau-Bach zu vertreiben, sehr schwer sein wird und daß sich das Einschlagen von Geschossen in den englisch-amerika­nischen Abschnitt der Riederlassung kaum vermeiden lassen werde. 15 Tanks werden die Japaner bei dem Angriff auf den Rordbahnhof unterstützen. Ungefähr 60 Feld- gefchüye und ein Dutzend Haubitzen hatten die Beschießung zur Einleitung der Offensive er­öffnet, sobald die japanischen Flugzeuge berichtet hatten, daß die Chinesen mit dem Ablauf des Ultimatums ihre Stellungen nicht geräumt hatten.

der weißen Kultur.

Äabrenö die Politiker der Mächte durch bie Institution des Völkerbundes immer wieder Mahnungen an China und Sapanjur Wiederherstellung des Friedens richten, hat gleichzeitig die Rüstungsindustrie aller Lander große Schiffsladungen voll Waffen und Munition für die beiden krieg führ en den Länder abgehen lassen.

ÄiedeuWeplattsomiiliGenf

Bevor die Abrüstungskonferenz in Wenf nut den .Hommiffionsarbrikn beginnt, hat der Füh­rer der deutschen Delegation, Botschafter '.'l a doIny, den bereit» vom Reichskanzler Dr. Br» ning in seiner großen Rede vor dem Genfer Forum angetlindigten präzisierten Abrüstungsvorfchlag Deuischland» eingebracht und ausführlich erläutert. Das deutsche Programm vermeidet geschickt den naheliegenden Fehler, durch liberraditale, aus Pro paganba abgesteUte Forderungen sich in Utopien zu verlieren und dadurch Gefahr zu laufen, nicht ertzfi genommen zu werden. Nirgend» wird der Boden sachlicher Möglichkeiten verlassen und dadurch den Abrüstungsgegnern keine Vorwande geboten, einer ernsthaften Diskussion auszuweichen. Das Ccho, da» die deutschen Vorschläge bei der französischen Dele gation in Gens wie in der Pariser Presse gesunden haben, zeigt ja auch schon, wie unbeguem den Franzosen gerade diese streng sachliche, gänzlich un pathetische Art des Kampfes ist, die Deutschland auf der Genfer Abrüstungskonferenz bevorzugt, um ein möglichst weilgreifendes praklischcs Result.it durch,u setzen. Da cs den Konventionsentwurj der Vorbe reitenden Abrüftungskommisfion des Völkerbundes als unbrauchbar abgclehnt hatte, hatte cs die Pflicht, nun seinerseits Vorschläge zu machen, die den deut schcn Standpunkt in der Abrüstungssrage in allen technischen Einzelheiten präzisieren mußten, nachdem der deutsche Reichskanzler die politische Grundlinie aufgczeigt hatte, von der aus Deutschland die Ab rusiung behandelt wissen wollte. Das ist nun also geschehen und die deutschen Vorschläge, die der Botschafter Radolni) der Abrüstungskonferenz unter breitete, werden neben dem stark umftritlenrn Hon- Dontionscntrourf und den Vorschlägen anderer Dele gationeii die Verhandlungsbasis für die weiteren Arbeiten der Konferenz bilden müssen.

Der Grundsatz absolut gleicher Rechte und glei­cher Pflichten, den schon Reichskanzler Dr. Brüning in seiner Genfer Rede als die deutsche Warbinnlfor derung wirkungsvoll herausgestrichen hatte, durch zieht auch wie ein roter Fähen das deutsche Ab nifiungsprogramin. Um das politisch Wesentliche, die politische Voraussetzung der deutschen Vorschläge vorwcgzunehmc», sei gesagt, daß Deutsch l.rnd als vollberechtigtes Mitglied des Völkerbundes für feine Rüstungen die Anwendung des g l c i ch c n Maßstabes beansprucht wie die anderen Mitglie der und und daß es in logischer Weiterentwicklung dieses Fundamentalgrundsatzes die Ablösung der Deutschland und seine ehemaligen Bundesgenossen deklassierenden Abrüstungsbestlmmungcn desversaillerDiktals durch die auf Grund der im Völkerbundsstatut feftgelegten Verpflichtung abzuschließenden neuen Konvention fordert. Hieraus folgert weiter, daß die deutschen Abrustungs vorschlage sich logischerweise auf eben dielen B. stimmimgen des Berfailler Diktats über die Cni lu?ffDeutschlands aufbauen, die ja damals von militärischen Fachleuten ersten Ranges aus den Streifen der Ententemächte ausgearbeitet worden finö und deren praktische Durchführbarkeit ja eben falls unter ständiger aufmerksamer Kontrolle von Cntenteoffizieren erprobt und bewiesen wurde. Mit zweifellos großem Geschick und in lückenloser imb daher schwer angreifbarer Beweisführung wird 1° dasselbe System, das seinerzeit in Versailles zur einseitigen Entwaffnung Deutschlands ausge klügelt wurde, nun von der deutschen Delegation als Schema für die allgemeine Abrüstung aufgefleUl, aber doch elastisch genug ausgeftaltet, um als vcr handlungsl'asis dienen zu können, natürlich stets unter voller Wahrung des Grundsatzes absoluter Gleichberechtigung Deutschlands mit den anderen Vertragspartnern einer Abruftungskonoention. Hiervon ausgehend beabsichtig! das beutldje Ab- rüftungsprogramm analog den italienischen, rufst- schen und in begrenztem Maße auch den amerika Nischen Vorschlägen einmal die Abschaffung der A n g r i f f s ro a f f e n , wie schwere Artillerie, Tanks, Luftfahrzeuge und das Verbot des Gas. und Chemiekrieges. Mit einem deutlichen Blick auf die nefigen Befestigungsanlagen an der franze,fischen Oftgrenzc, die wie eine einzige Belonmaucr von Belgien bis zum Schweizer 3ura die Rohre uiige sahlter Geschütze schwerster Slalibn auf das von Derteidigungswerken gänzlich entblößte deutsche Rhemgebiet richten, fordert der deutsche Abrustungs- Vorschlag auchVerbot der F c st u n g c n die für die anderen Nationen eine unmittelbare' Bc brohung darstellen", indem sie für die in ihrem orfiuR aufgestellten Angriffsarmeen Aussalltore bil den. Auch für die Forderung, die Militärflugzeuge und -luftschisse ganz zu beseitigen und die ,-Zivilluft fahrt jedem militärischen Nebenzweck zu entziehen, haben die Deutschland in Versailles auferlegtcn sehr scharfen Bestimmungen jum Vorbild gedient.

Di« gänzliche Beseitigung der den Frieden in erster Linie ständig bedrohenden Angrifsewasstn muß aber nach deutscher Auffassung ergänzt wer­den durch eine rücksichtslose Begrenzung der noch verbleibenden Rüstungen Wie­derum analog deS eigenen Rüstungsstandes schlägt die deutsche Delegation die Ablchassung der allgemeinen Wehrpflicht vor. Aber da sie von vornherein annimmt, daß sie mit dreier Forderung nicht durchdringen wird auch 3ta- ßen, das mit dem deut'chen Abrüstungsprogramm sonst in allen wesentlichen Punkten konform geht, würde sich hierzu wohl kaum verstehen, er­neuert die deutsche Delegation das heftig um­strittene Verlangen, auch die ausgebildeten Reserven des Wehrpflichtheeres in die B: schränkung einzubeziehen, da nur dann wirklich vergleichbare Maßstäbe mit Söldnerheeren ge­wonnen werden. Ebenso alt ist der Streit um die Einbeziehung des gelagerten Mate­rials in die Beschränkung, denn erst diese Maß­nahme zusammen mit einer scharfen Kontrolle des