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19.9.1932 Frühausgabe
 
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General-Anzeiger für Oberhessen

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Thefredakteur.

Dr. Friede. Wilh. Lange, verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen.

Nr. 220 s e ü v a u s s a b e 182. Jahrgang Montag, (9. September 1932

Giehener Anzeiger

Auftakt zum Reichstags-Wahlkampf.

Oer Nationalsozialismus im Wahlkampf.

Gregor Ltratzer

vor der nationalsozialistischen Aerzteschast.

Braunschweig, 18. Sept. (TU.) Auf der dritten Reichstagung der Nationalsozialistischen Deutschen Aerzteschast erklärte der Reichsorganl- scttionsleiter der NSDAP.. Gregor Straßer, u. a.: Es bestehe kein Zweifel darüber, daß man sich zrn: Zeit in einer schwierigen Lage befinde, di« dadurch entstanden fei, daß man die selbstverständliche Forderung der Nationalsozia­listen n/lch der Macht a b g e l e h n t habe. Der Sturz Brünings sei ein Kabinetts­stück republikanischer 3 ntrigu « ge­wesen. Das SA. - Verbot habe man Groener planmäßig suggeriert, damit er darüber stürz« und Brüning mit sich reiste, und der neue Kanzler durch Aufhebung des SA.-Derbots eine zunächst günstige Atmosphäre in dem Ver­hältnis zum Nationalsozialismus schaffe. Die T o - lerierung Papens habe dem National­sozialismus im Wahlkampf eineinhalb bis zwei Millionen gekostet. Man möge zu den grosten deutschen Problemen stehen wie man wolle, die notwendigen Rettungsmaßnahmen würden der Gröste der Not entsprechend von einschneidender Art sein. Sie würden aber nicht durchzuführen sein, wenn sie befohlen würden, sondern nur, wenn ein groster Teil des Volkes zu freiwilliger Mitarbeit be­reit sei. Papen könne das beste Wirtschaftspro- gtamm der Welt herausbringen, er werde doch nicht in der Lage sein, dafür die große Masse Aa gewinnen. Die Regierung werde d i e p s y ch o- logische Grundauffassung nie kennen­lernen, weil sie mit dem Volk nichts mehr zu tun habe. Wenn man glaube, fünfmal wählen zu lassen, so irre man sich. Das Volk werde nicht mit sich spielen lassen und diejenigen beseitigen, die die neue Bewegung an der Machtübernahme hindern wollten. Der Nationalsozialismus zer­breche nicht daran, dast er die Macht ein halbes 2ahr früher oder später übernehme, sondern nur, wenn er von seinem Programm irgendwie und irgendwann abweiche.

Oie Aufgabe der Oeuischnakionalen.

teilt Aufsatz Hu »enberqs zur Laac.

Berlin, 17. Sept. (TU.) 9mTag" führt der deutschnationale Parteiführer Hugenberg in einemPartei?" betitelten Artikel u. a. folgendes aus: Nachdem die Nationalsozialisten den Pakt mit uns zerrissen und bald nachher versucht hatten, sich blind einen Weg durch Dickicht und Wüste zu bah. nen schließlich im Bunde mit unnatürlichen Ge­nossen, mußte notwendig in Deutschland die Angst vor dem aufsteigen, was nun zu kommen schien. Das ist die psychologische Grundlage der jetzigen autoritären Regierung, die ohne uns und den Na- tionalsozialismus nicht möglich gewesen wäre. Daß wir diejenigen stützen mußten, die dem Grundübel Parlamentarismus han­delnd zu Leibe gingen, war selbstverständ­lich. Die heutige deutsche Wirtschaftsnot kann nur auf politisch autoritärem Wege über­wunden werden. Wer das unternimmt, muß es können, sonst gibt es furchtbares Unglück. Niemand kann es ohne gleichzeitigen ober nachfolgenden völligen Umbau des Staates. Die Män­ner, die am 12. September 1932 den Reichstag nach Hause geschickt haben, müssen von der Notwendigkeit besessen sein, diese beiden Riesenausgaben zu lösen. Angesichts dessen habe ich gleich nach der Reichstags­auflösung im Wahlaufruf erklärt, daß die DNVP. sich umstelle, daß sie nur noch sehr bedingt Partei, daß sie vielmehr der Träger der ersehnten Volks- gemeinschaft sei. Wir haben dafür zu sorgen, daß die richtigen Grundlinien schöpferi­schen Handelns innegehalten werden. Wir haben dafür zu sorgen, daß sie im Volke verstan­den werden. Wir haben zu verhindern, daß aus Nationalismus Reaktion wird, daß Gouvernementalismus das freie Wachstum des Neuen und Jungen ertötet, daß hinter den Kulissen Sonderinteressen und Geldbeutelgesichtspunkte aus gesunden Früchten Raupennester machen. Wir sind die Schutzgarde des wirklichen lebenskräftigen Ge­dankengutes der Zukunft. Wir sind unserem ganzen Wollen nach wenn es das Ding überhaupt gibt, von dem heute so viel geredet wird derDeutsche Nationalverein des dritten Reiches" und viel mehr als das.

Oingewey für einen nationalen Block.

Tie Volkspartei restlos hinter Papen.

Frankfurt a. M., 18. Sept, (ßpb.) JBor Ver­tretern der Südwestbeutschen Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Dolkspartei erklärte der Parteiführer Dingeldey u. a.: Der Entschluß Brünings, bie Nationalsozialisten an der Regierungsarbeit zu be­teiligen, was die DBP. schon vor einem Jahr ge­fordert frabe, sei v i e l z u s p ä t gekommen. Damals sei das noch möglich gewesen, heute aber gebe es kaum noch einen Preis, um den man den Natio­nalsozialisten ihre UnDernur,/t" abtaufen könne. Der Wille der DBP. sei nicht gewesen, den Parlamenta­rismus zugrunde gehen zu lassen, sondern ihr Wille

war, die Autorität des Reichspräsiden­ten und der Reichsregierung gegenüber den Parteien und dem Parlament zu stärken. Das Zentrum habe sein eigenartiges Bündnis zur Er­haltung einer arbeitsfähigen Mehrheit im Reichstag mit deO-Nationalsozialisten nur angebahnt, in der großen Sorge, einen Weg zu finden, um in Preußen und im Reich die mühsam errungenen Machtpositionen zu erhalten.

Das Wahlergebnis habe bestätigt, daß ein Partei- führer in dem deutschen Volke keine schrankenlose Herrschaft aufrichten könne. Das Spiel mit dem zu Ende gehenden Parlamentarismus habe groteske Formen angenommen. Die DDP. habe dem An­trag der Kommunisten im Reichstag deswegen nicht widersprochen, weil sie das Zentrum zwingen wollte, Farbe zu bekennen, da bekannt war, daß die Na­tionalsozialisten mit der Reichsregierung und dem Reichspräsidenten brechen wollten. Eine Einigung zwischen Zentrum und Nationalsozialisten sei nicht vorhanden gewesen, sonst hätte eine Der- öffentlichung eines Programmes dieser beiden die letzten Folgen verhindern können. Heute habe sich das Zentrum bereits zurückgezogen, auch von den politischen Forderungen der NSDAP. Wenn zwischen Re ichskanzlerundBaye- rischer Volkspartei bereits D e r h a n d -

Berlin, 18. Sept. (WTB.) Auf einem aus allen Berusskreisen und allen Teilen des Reiches besuchten Vertretertag wurde heute in den Kroll- Sälen d i e Gründung desDeutschen Nativnalvereins" beschlossen. Ter vor­läufige Dereinsvorstand besteht aus Oberregie­rungsrat Dr. Wildermuth, Berlin, als Vor­sitzenden, Prof. Dr. Grafzu Dohna, Bonn, und Rechtsanwalt Zie bi ll, Königsberg i. Pr.; stellvertretende Vorsitzende sind vonWilamo- wih-Moellendorff, Berlin, und Oberbür­germeister Bl ü her, Dresden, als Beisitzer. Die Gründungsversammlung hat einstimmig einen Aufruf erlassen, mit dem sich der Deutsche Nationalvcrein an alle Deutschen wendet, die sich heute politisch heimatlos fühlen, und in dem u. a. ausgeführt wird:

Wir wollen die verfassungsmäßigen Rechtsgrundlagen wieder schaffen, di« Selb st Verantwortung und Mit­verantwortung ermöglichen. Wir wol­len durch Anpassung des Weimarer Derfas- sungswerkes an die Lebensnotwendigkeiten des deutschen Dolles zur Derfassungsehr- l ich keit zurück. Wir wollen, dast Deutsch- land frei sei. Deutschland hat ein heiliges Recht auf die Lösung der aufge­zwungenen Verträge. Wir wollen eine saubere und übersichtliche Verwal­tung, frei von parteipolitischen Einflüssen, in der die Verantwortlichkeiten wieder klar herausgestellt sind. Wir wollen die Wiederherstellung des Vertrauens und die Sicherheit für die Wirtschaft, damit

Berlin, 18. Sept. (WTB.) Ein heute durch den britischen Botschafter der Reichs­regierung überreichtes Schreiben über die Frage der deutschen Gleichberechtigung lautet in seinen wesentlichen Teilen folgendermasten:

Dec Botschafter Seiner Majestät beehrt sich, auf Weisung des Ersten Staatssekretärs Seiner Majestät für Auswärtige Angelegenheiten, Seiner Exzellenz, dem Herrn Minister des Aeu- stern, folgendes mitzuteilen:

Der Notenwechsel über die Frage derG l e i ch- b e r « ch t i g u n g" auf dem Gebiete der Abrü­stung, der kürzlich zwischen der Deutschen und französischen Regierung stattgefunden hat, und die Ankündigung des deutschen Delegierten in Genf, dast seine Regierung ein« Behandlung dieser Frag« für notwendig Halde, wenn sie an der Ar­beit der Abrüstungskonferenz weiterhin teilneh­men solle, werfen Fragen von gröstter Bedeutung für das weitere Fortschreiten der Konferenz, ja sogar für die Zukunft der Abrüstung selbst auf. Es liegt der Regierung Seiner Ma­jestät und dem ganzen britischen Volke auster- ordentlich am Herzen, den Erfolg der Konferenz zu fördern, und

sie sind der Ansicht, daß ein internatio­nales Abkommen zur Beschränkung und Herabsetzung der Rüstungen (an dem Deutschland natürlich mit betei­ligt sein müßte) nicht nur d i e D e l t von einer Ausgabenlast befreien würde, die den wirtschaftlichen Wiederaufstieg hemmt, sondern daß ein solches Abkommen auch ein sich sogleich a v s w i r k e n d e r, ge- wichligerBeitragzurSicherungdes Weltfriedens und zur Förderung einer fteundschaftlichen Gesinnung zwischen benach­barten Staaten sein würde.

Die Regierung Seiner Majestät sieht sich genötigt, zunächst ihr Bedauern darüber zu äußern, baß eine politische Streitfrage von solchem

(ungen anberaumt finb, so sei daran zu denken, daß es sich dabei nicht allein um Bayern handle, sondern um einen Vorstoß des Zentrums überhaupt.

Di« DVP. steh« in dem kommenden Kampf nicht im Vordergrund, weil sich die Fronten anders gestaltet hätten. 3m einzelnen begrüßte dann der Redner das Programm der Regierung: Verwaltungsreform, Arbeitsbeschaffungspro­gramm, sowie die Außen- und Wehrpolitik und bekundete, daß sich die Dolkspartei rest­los hinter die Regierung (teile. Das Programm Papens sei das ei n z i g e, das heute in Deutschland durchzuführen sei. Deswegen solle man der Regierung auch eine ruhige Zeit zur Durchführung gönnen. Dingeldey hofft auf eine Abkehr weiter Kreise national­sozialistischer Wähler und verspricht sich davon Erfolge für seine Partei. Er gab zum Schluß wie schon in Berlin die Parole zur Bildung eines nationalen Blockes aus zur Stüt­zung der Arbeit der Regierung und der Autorität des Reichspräsidenten. 3n einer Entschließung wurde Dingeldey volles Dertrauen ausgesprochen und sein Ausruf zur Bildung einer nationalen Kampffront unterstützt.

freie Persönlichkeiten wieder in Selb st Verantwortung arbeiten kön­nen. Wir wollen, daß der schwelende Bürger­krieg mit allen Machtmitteln des Staates un­terdrückt wird, damit der Deutsche wieder in Freiheit und Ordnung leben kann. Wir wollen Lüge und Derhetzung, die verantwor­tungslose Parteien als selbstverständliches Werk­zeug des politischen Kampfes benutzen, mit al­len Mitteln bekämpfen. Wir wollen, daß wieder die Achtung jeder ehrlichen Meinung in Deutschland selbstverständlich sei und daß die christlichen Grundlagen unserer Kultur erhalten bleiben. Dir wol­len, daß die soziale Gesetzgebung in den Grundlagen des Arbeitsrechts erhalten bleibt. Wir wollen eine Bauernsiedlung nach nationalen Gesichtspunkten. Wir wollen den Ausgleich der Ständeinteressen in Handels- und Agrarpolitik und lehnen die Autarkie ab. Wir wollen, daß durch plan­mäßige Maßnahmen die ungeheure Not der Wirt­schaft beendet und Staat und Wirtschaft gerettet werden. Wir wissen, daß Notmaßnahmen Opfer von allen Kreisen verlangen. Wir wollen nicht, daß die Versuche, durch Belebung der Wirt­schaft den hungernden Deutschen Arbeit zu schaf­fen, gestört werden, aber wir wollen, daß die Grundrechte der Verfassung erhalten bleiben. Wir werden denjenigen, die uns folgen wollen, na­tionale Disziplin, selbstverleugnendes Eintreten für unsere Ziele und materielle Opfer­bereitschaft zur Pflicht machen.

Ausmaß in diesem Augenblick auftaucht, wo es doch so nötig wäre, bie Aufmerksamkeit unb Tat­kraft nicht von ben gegenwärtigen, so bringend er­forderlichen Bemühungen um den Wieder­aufbau der Produktion unb des Han­dels der Welt abzulenken. Zugegeben, daß diese Frage der Gleichberechtigung ohnehin vor dem Abschluß der Arbeiten der Abrüstungskonferenz ge­rückt wirb, so ist es -doch sehr nachteilig, baß sie i m jetzigen Stobium gleichsam in ben Dorbergrund ge ft eilt wird. Deutschland hat an einer allgemeinen wirtschaftlichen Depression und weitverbreiteten Arbeitslosigkeit gelitten und leidet noch daran; andere Signatarmächte des Vertrages von Versailles haben dies anerkannt. Sie haben sich infolgedessen bereit gezeigt, ihre finanziellen Forde­rungen an Deutschland herabzufetzen und wirklich grundlegend zu revidieren.

3n diesem Augenblick eine scharfe Son- f rotrerfe auf politischem Gebiet zu beginnen, muß angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten Deutschlands als unklug und im Hinblick auf die Deutschland von seinen Gläu­bigern erst kürzlich gemachten Zugeständnisse als besonders unzeitgemäß erscheinen. Die Regierung Seiner Majestät hofft zuversichtlich, daß jetzt nichts mehr geduldet wird, was den Prozeß des wirtschaftlichen Diederaufbaues verzögern wird, der so dringend nötig ist, und den mit allen Kräften zo fördern, die Aufgabe der bevorstehenden Deltwirtschaftskonferenz sein wird.

Di« Not« fährt dann fort: Rechtlich sei die Lage so, daß d er Tei l V d es Ver s aill er De r- träges nochverbindlichsei und seine Wir­kung nur durch allgemeine älebereinkunst verlieren könne. Deutschland sei nicht berechtigt zu dem Anspruch, daß durch das Zustandekom- men oder Nichtzustandekommen einer Abrüstungs­konvention der Teil V des Versailler Dertrages hinfällig werde, weil die anderen

Gründung emeSDeuWenAaiionalvereins

England interveniert in Berlin.

Eine unfreundliche Note zur deutschen Gleichberechtigungsforderung.

Mächte ihr Versprechen nicht erfüllt hätten. Es sei auch keineswegs gesagt, daß die Art, wie die deutsche Abrüstung vollzogen sei, auch unbedingt auf die anderen Unterzeichner- mächte Anwendung finden müßte. England sei aber der Ansicht, daß der deutsche Anspruch sich nicht aus juristischen Ableitungen aus dem Friedensvertrag ergebe, sondern viel­mehr eine Aufforderung zur Berich­tigung der Rüstungen sei, weil die deut­sche Abrüstung der Vorläufer für die Ab­rüstungen der anderen sein sollte. England Habs schon sehr weitgehend abgerüstet.

Die englische Regierung macht bann folgenden Vorschlag: Sie erblicke die Ausgabe der Ab­rüstungskonferenz darin, den Rahmen einer Abrüstungsvereinbarung ge­stützt auf den Grundsatz zu schassen, daß jeder Staat für sich in Uebercinfommen mit anderen eine Begrenzung auf sich nimmt, die er s i ch s e l b st auserlegt und freiwillig über­nimmt, und zwar als ein Teil der gegen­seitigen Verpflichtungen von einem Unter- zeichnungsstaat dem anderen ge­genüber. Als Ergebnis der Vereinbarung wird es daher keinen Unterschied imStatus" geben. Die Rüstungen eines jeden werden durch dieselbe Methode überwacht werden. Die Begrenzungen, die bereits durch die bestehenden Verträge wie die Jriedens- verträge und die Flotlenoedträge von Washing­ton und London bestehen, werden, soweit sie nicht durch gegenseitige Uebereinstimmung abgeändert werden, in der freiroiUigen und all­umfassenden Uebereinfunfl wieder erscheinen, über die zu verhandeln man sich jetzt gerade anschickl. Dieses letztgenannte Dokument wird es dann fein, das eine wirksame Ver­pflichtung für alle ist.

Diese Auffassung von der Art unb dem Zwecks ber Abrüstungskonferenz gibt nach Ansicht ber eng« lischen Regierung bie Antwort auf bie Frage bes Status, bie in ber Mitteilung ber deutschen Regierung vorn 29. August aufgeworfen worben ist. Die Note schließt barnit, baß bas Ziel sich nicht durch eine scharfe Herausforderung ober burch Nichtteilnahme an ber Ab­rüstungskonferenz, fonbern nur burch geb ul« bige Verhanblungen im Verlauf einer Kon­ferenz erreichen läßt.

Oer Baubeginn des Panzerschiffes C.

Berlin, 17. Sept. (CNB.) Die Kiel­legung des Panzerschiffes C, Ersah D raunschwei g", die am 1. Oktober auf der Marinewerft in Wilhelmshaven erfolgen soll, steht selbstverständlich nicht, wie in einem Teil der ausländischen Presse behauptet wird, in irgendeinem Zusammenhang mit dem Fernbleiben Deutschlands von den Verhandlungen der Ab­rüstungskonferenz oder unseren Schritten in den Fragen der Wehrgleichheit. Da es sich bei dem Neubau des Panzerschiffes C um einen Ersah- bau handelt, verstößt er auch nicht gegen die Bestimmungen des Rüstungsseierjahres.

England hat bisher in. diesem 3ahr drei Kreuzer, neun Zerstörer und drei U-Boote in Auftrag gegeben und sich den Baubeginn von drei weiteren Kreuzern, neun Zerstörern und drei U».Booten bis zum Schluß dieses 3ahres Vorbehalten. Amerika wird im Frühjahr näch­sten Jahres einen 10 000-Tonnen-Kreuzer und Japan zum gleichen Zeitpunkt drei Zerstörer auf Stapel legen. 3n Frankreich ist der Bau­beginn von einem 26 500-Tonnen-Linienschiff und zwei Kreuzern im 3uli v. 3. und im Dezember dann noch von vier weiteren Kreuzern bewilligt worden. Außerdem rechnet man noch mit dem Baubeginn von drei O-Booten bis zum Schluß dieses 3ahres. Aus dieser Tlebersicht ergibt sich, welche verschwindende Rolle das Panzerschiff G in dem ganzen Welt-Schiffbauprogramm spielt.

Oie Antwort auf die pariser Hetze.

General von LtiUpnagel über die tertüch» ligung der deutschen Jugend.

Paris, 17.Sept. (TU.) Der Sonderberichterstat­ter besParis m i b i" hatte am Freitagabend eine Unterrebung mit bem gefchäftsführenden Prä­sidenten des Reichskuratoriums für Jugendertüchti­gung, General a. D. von Stülpnagel. Dieser erklärte u. a., daß er über die ent st eilenden Auslassungen ber französischen Presse, die wie auf Sommanbo in bem Erlaß über die Jugendertüchtigung eineArt Wieder- aufrüstungsmaßnahme erblicken wollten, außerordentlich erstaunt gewesen fei. Die Haltung ber französischen Oefsenllichkeit ließe sich vielleicht damit erklären, daß man in Frankreich bie wah­ren Verhältnisse in Deutschland noch nicht erkannt habe. Anderseits müsse man jenseits des Rheins begreifen, daß bie ständige Arbeitslosig- keit von vielen Hunderttausenden von jungen Deut- schen, bie sich in verschiedenen feindlichen Gruppen zusammenfänden, die Reichsregierung im Interesse der Nation zum Eingreifen gezwungen habe. Es fei der Reichsregierung nicht mehr möglich gewesen, tatenlos zu bleiben.

Essei unerläßlich, daß bie deutsche Jugend sich ber Heimaterde wieder verbunden suhle unb außerhalb bes Staubes unb der Stein- massen der Städte in Hebungen in freier Lust ihrs