Die Verwüstungen im Moselial.
Selbst an massiven Gebäuden richteten die reißenden Wassermassen schwere Schäden an. so daß viele Häuser durch Balken vor dem drohenden Einsturz gestützt werden mußten.
schwerbeschädigte Häuser in dem hauptsächlich betroffenen Moselort Güls, wo allein acht Tote aus den Trümmern geborgen wurden.
Bäder selb st verabreichte und daß er sich sittlich an ihr verging. Das Mädchen gab dies bei Gericht zu, fand jedoch alles in bester Ordnung. Der Staatsanwalt hatte nur ein Jahr acht Monate Zuchthaus beantragt, das Gericht erkannte jedoch auf 5 Jahre Zuchthaus.
Die Lindbergh-Affäre.
Der frühere Vertrauensmann des Obersten Lindbcrgh. der Reeder Curtis ist in Haft genommen worden. Curtis wurde ins Gefängnis von Flemmingkon in New Jersey übergeführt, weil er unfähig ist, 10 000 Dollar Kaution zu stellen. Die Anklage gegen ihn erfolgte wegen Behinderung der Polizeibehörden bei Vcrbrecherverfolgung und Irreleitung. Die Höchststrafe hierfür beträgt drei Jahre Gefängnis und 1000 Dollar Geldstrafe.
Die Lösegeld-Angelegenheit wird immer verwickelter. Wie die Polizei mitteilt, hat sich jetzt herausgestellt, daß der Dekan P c a cr> o k Lind- bergh seinerzeit aufgefordcrt hat, 25 0 0 0 Dollar Lösegeld zu hinterlassen, das von den Entsührcrn verlangt worden sei. Peacook _ sei angeblich überzeugt gewesen, daß Curtis tatsächlich mit den Entlührecn Verbindung ausgenommen habe. Curtis hat erklärt, daß ihn Dekan Peacook. der immer etwas neues über den Fall Lindbcrgh habe veröffentlichen wollen, immer weiter in Schwindeleien verstrickt habe. Ohne Peacook würde er die Schwindeleien schon längst aufgegeben haben.
Folgenschwerer Streif zwischen Hausbesitzer und Mieter.
In Alt-Glienicke bei Potsdam kam es »wischen dem 74 Jahre alten Hauswirt Stadelhos, einem ehemaligen Bäckermeister, seinem Sohne und dem Bäckermeister Kahl, der dort eine Bäckerei gemietet hat, in der Backstube zu schweren Streitigkeiten. Der Grund war, daß Kahl an dem Dackosen eine Reparatur ausgeführt haben wollte, mit der fich der Hauswirt nicht einverstanden erklärte. Die Auseinandersetzung wurde schließlich immer erregter, bis plötzlich Vater und Sohn über Kahl hersielen und ihn verprügelten. Der lieberfaHcnc griff z u einem Beil und verletzte den Sohn des Hauswirtes am Kopf. Im Hofe ^schoh der junge Stadelhof durch die Fensterscheibe auf den Bäckermeister, der in Brust und Rücken getroffen wurde. Trotz seiner Verletzung zog nunmeyr auch Kahl einen Revolver
und schoß in den Hof hinaus. Der alte Stadelhof wurde durch einen Kopfschuß verletzt. Das lieber- fallkommando schaffte alle drei Personen in das Köpenicker Kreiskrankenhaus, wo der Bäckermeister Kahl den Verletzungen erlegen ist.
Kohlenstaubexplosion in einem Dresdner Kraftwerk.
Im Desllrastwerk am Wettinerplah brach in der Elektrofilteranlage im Dachgeschoß ein Kohlen- staubbrand aus. der zu einer Explosion führte. Bei den Löscharbetten erlitt ein Arbeiter schwere Brandwunden am ganzen Körper und wurde in hoffnungslosem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Durch den Brand ist großer Gebäudelchaden entstanden. Ganze Wandteile flogen heraus, Türen, viele Oberlichter und Scheiben wurden zertrümmert.
In der Weser ertrunken.
Drei halbwüchsige Burschen sprangen in Bremen in voller Kleidung von der Wes erdrücke in den Strom. Während zwei von ihnen das Ufer wieder erreichten, verließen den dritten nach einigen Minuten die Kräfte. Er ertrank. Man vermutet, daß die drei jungen Leute aus Uebermut ge- handelt haben.
Vier Kinder beim Spielen mit einer Granate getötet.
In einem Dorf bei Lemberg fanden fünf Knaben eine aus dem Weltkrieg ft am- mende Granate und spielten mit ihr. Dabei explodierte die Granate. Vier von den Jungen wurden inStückegerissen, dem fünften wurde die linke Hand weggerissen. Er mußte in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus gebracht werden. Kolibris „fliegen“ von Südamerika nach Deutschland.
Das Luftschiff „Graf Zeppelins hat von seiner vierten Südamerikafahrt eine Sendung Kolibris mitgebracht, die für mehrere zoologische Gärten in Deutschland bestimmt sind und zweifellos die ersten fein dürften, die von Südamerika nach Deutschland „geflogen“ sind. Im Hinblick auf das zur Zeit sowohl am Bodensee, wie in Mitteldeutschland herrschende kühle Wetter sind besondere Vorkehrungen getroffen worden, damit sich die empfindlichen kleinen Luftschiffreisenden bei ihrer Landung in Friedrichshafen und bei ihrem Weitertransport mit der Anschlußmaschine der Luft-Hansa nicht erkälten.
Reandertoimenschenskelette in valästina gesunden.
Rach einer Mitteilung der bei Athlit in Palästina tätigen englisch amerikanischen wissenschaftlichen Expedition sind bei den dortigen Ausgrabungen drei Neandertalmenschenskelette gefunden worben.
Aus Oer Provinzialhouptstadt.
Gießen, den 19. Wal 1932.
Das traute, deutsche Heim
Unerbittlich hat die neue Sachlichkeit die Poesie au» vielen deutschen Stuben und Häusern gefegt. Früher lächelte uns die Sonne Homer» saft von jeder Wand herab. Schon gleich am Eingang fing e» an:
vor der Türe log eine Matte, auf der stand „Salve!“, wahrend über dem Tor der Spruch zu lesen war:
„Grüß Gott! Tritt ein!
Bring Glück herein!“
Daß dicht daneben manchmal das Schild: „Achtung! Bissige Hunde!“ zu lesen war, mischte einen Wermutstropfen in diesen fröhlichen Empfang
Im Wohnzimmer prangte der Spruch:
„Das Haupt des Hauses ist der Mann. Das' Weib schließt sich als Krone an. Der unter einer Krone steht, ist nicht erniedrigt, ist erhöht.“
Das war dann immer ein gemiher Trost für solche Ehemänner, die im Hause nichts oder nicht viel zu sogen hatten.
Es gab damals sogar noch Stiefelzieher, auf denen der Spruch zu lesen war:
„Entledige dich der Schuhe Plage nach einem arbeitsreichen Tage.“
lieber dem Sorgenstuhl hing ein Deckchen in Kreuzstickerei
„Noch des Tages Lost halte süße Rast.“
Und niemals fehlte die sogenannte Schlummerrolle oder irgendein Kissen, auf dem der Ruhebedürftige die meist überschrittene Mahnung fand:
„Nur ein Diertelstündchen.“
Auf der Tischdecke im Eßzimmer lag ein kleine» „Milieu“ mit der nicht ungerechtsertigten Aufschrift:
„Ein leckeres Mahl stillt Sorg und Dual.“
Die Brötchen lagen in einem Semmelkorb auf einem Deckchen, dos mit feinen Klöppelspitzen umrahmt war und auf dem in Straminstickerei stand: „Frische Brötchen." Das war eigentlich überflüssig, denn nur selten kam wohl einer auf den Gedanken, in den Korb Briketts zu legen. Auf der Tablettdecke aber mußte zu lesen (ein: „Wohl bekommst“
Auf der Taste stand: „Dem Hausvater!" Auf dem Kinderlatz: „Mamas Liebling!" Auf dem Klammerbeutel: „Gutes Wetter!" Auf der Markttasche: „Guter Einkauf!“ Aus dem Kofferüberzug: „Glückliche Reise!“ Auf keinem Ueberhandtuch in der Küche fehlte die Behauptung: „Des Hauses Zier ist Rein- lichkeit!“
Im Schlafzimmer hing über dem Bett der Frau dos meistens nicht beachtete Wort:
„Was man früh um viere tut, , kommt uns nachts um neun zu gut.“ Während der männliche Teil mit dem wohlmei- nenben Spruch geziert war:
„Schlafe ruhig ohne Sorgen froh erwache jeden Morgen.“
Richt ungerechtfertigt war auch der oft wieder- kehrende Spruch:
„Behüt uns Menschen olle, daß keins in Sünden falle.“
Rein Ort im Hause war vor Sprüchen sicher. Auf dem Paradekissen in Großmutters Bett stand zu lesen:
„Schlafe still die ganze Nacht Englein halten treue Wacht."
Und selbst das Deckchen im Nachttisch trug die sinnige Aufschrift:
„Erst zieh mich hervor, , bann Ica dich aufs Ohr.“
Womit nicht das Deckchen gemeint war, sondern das, was damals noch auf dem Deckchen stand. Und alles dieses wurde bann noch in einem richtigen Haus in bie Worte zusammengefaßt: „Trautes Heim Glück allein!“
Und dennoch soll es sich damals gemütlicher gelebt haben, als heute! M. A.
Bornotizen.
— Tageskalender für Donnerstag: Stadttheater, 19.30 bis gegen 22.10 Uhr, „Der fidele Dauer". — DHV., 20.30 Uhr, im Heim, Vortrag über „Data und sein Wirtschaftssystem". — Lichtspielhaus, Dahnhofstraße: „Cs war einmal ein Walzer".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 19.30 Uhr, letztes Gasttpiel des Stadtcheaters Mainz mit der Operette „Der fidele Dauer". Die bekannte Operette von Viktor Leon mit der Musik von Leo FaU. Stadt und Land in buntem Wirbel durcheinander, vereint durch die Gabe eines guten HumorS. Die Vorstellung gilt als 31. Vorstellung im Mittw och-Abonnement zu Operettenprcifen. Dienstag- unö Freitag-Abonnenten zahlen ermäßigte Operettenpreife. Alfred von KrebS hat die Spielleitüng, Hans Lenzer die musikalische Leitung. — Morgen, Freitag, 20. Mai, zum ersten Male „Seitensprünge", vier Hebungen von Kurt Goetz. Vier Einatter um ein Thema ... ein lustiges Thema, geschrieben von Kurt Goetz, der als ausgezeichneter Schauspieler weiß, was auf die Bretter gehört. „Tobby: Taube in der Hand: Hund im Hirn, Minna Magdalena" sind' die Namen der kleinen Lustspiele. Die Vorstellung gilt als 31. Vorstellung im Freitag-Abonnement zu gewöhnlichen Preisen Beginn 20 Uhr. Ende 22 Uhr — Samstag, 21. Mai, auf vielfachen Wunsch die unwiderruflich letzte Wiederholung deS sensationellen Erfolges „Der Hauptmann von Köpenick". Eine Ausführung zu kleinsten Preisen. Beginn 19.30 Uhr. Ende 23.30 Uhr.
Freiwilliger Arbeitsdienst in Gießen. Zu unserer Anfrage an die Stadtverwaltung über die Schaffung des freiwilligen Arbeitsdienstes in Gießen („Gieß. Anz." Nr. 110 vom 12. Mai) wirb uns heute von der <stabiDcrma[lung mitgeteilt, baß zur Zeit eine Arbeit auf dem Flug Hafen auf bem Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes bereits ausgeführt wird und baß weitere Arbeiten demnächst genehmigt werden.
•• Die Gießener Badeanstalten find im Verlaufe der letzten Wochen für den Dade- betrieb in diesem Sommer hergerichtet worden. Am umfangreichsten ist die Vorbereitungsarbeit in der Wüllerschen Badeanstalt gewesen.
Hier hat man als Badegelegenheit für die kleineren Kinder, die nicht in da» freie Wasser gehen können, zwei Kinderkästen geschaffen, die schwimmend angebracht sind, so daß in ihrem 'Bereich der Wafferstand immer gleichbleiben wird Die Laufstege, ein beliebter Aufenthaltsort vieler Badegäste, sind gründlich überholt worden. Ferner werden funhia 200 Pritschen vorhanden sein und 270 verschließbare Kabinen zur Verfügung stehen. In den AuStteideeäumen wurden zum Teil verschließbare Kleiderspinde aufgestellt, deren etwa 10? neu beschafft worden 1 nd Ferner wurden fünf neue Boote bereitgesteltt, so daß den Besuchern der Badeanstalt künftig noch mehr als bisher Gelegenheit zum Rudern geboten ist. Als weitere Annehmlichkeit kann die Pflasterung deS Eingang» zur Badeanstalt bezeichnet werden. Die kleine gärtnerische Anlage inmitten der Badeanstalt wird auch in diesem Sommer wieder durch freundliche Herrichtung zur Annehmlichkeit der Besucher beitragen. Schließlich ist die Badeanstalt noch dadurch erweitert worden, daß man auf dem jenseitigen Ufer ein Rasenstück alt Aufenthaltsplay für die Mitglieder de» Gießener Schwimmvereins hergerichtet bat. — In der Badeanstalt de» Männerbadeverein»sind
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verschiedene Wege zu den Kabinen zementiert worden. Ferner wurde ein gedeckter Fahrrad- unterstand geschaffen. Im übrigen wurden die alljährlichen kleineren Reparaturarbeiten auSge- führt. Auch in diesem Dade wird die große Wiesenfläche den Besuchern in diesem Sommer wieder ein schöner Aufenthaltsort an heißen Tagen sein. — Im danebenliegenden städtischen Freibad wurde in den letzten Tagen der Laufsteg wieder ausgebaut, der alljährlich nach dem Schluß der Dadesaison wegen Hochwassergefahr entfernt werden muß. Von weiteren Arbeiten kann im Hinblick auf die finanzielle Lage der Stadt keine Rede sein.
•• Beim Spiel in d i e Lahn gefallen und ertrunken. Gestern zwischen 8 und9 Uhr befand sich der 9 Jahre alte Hans Georg Fink, Sohn des Reichsbahnassistenten Wilhelm Fink im Asterweg, mit einem gleichalterigen Jungen an der Lahn in der Gegend des Marinevereins- heimS, wo die beiden Buben sich beim kindlichen Spiel vergnügten. Dabei fiel der kleine Fink in den Fluß und wurde von der Strömung abgetrieben, während der andere Junge schleunigst davonlief, den Unglücksfall aber aus Angst vor Strafe biS zum Nachmittag verschwieg. Erst im Verlaufe des Nachmittags gab er über den Vorgang Aufschluß, worauf dann sofort nach dem verunglückten Kinde gesucht wurde. Bisher ist eS noch nicht gelungen, die Leiche deS bedauernswerten Kleinen aufzufinden.
Weißere Lokatnachrichten im 2. Blatt
Wettervoraussage.
Das Hochdruckgebiet über Zentraleuropa und dem Mittelländischen Meer beherrfdjt die Wetterlage und verursacht sommerliches Wetter, während über den britischen Inseln der Einfluß des neuen Tiefs Niederschlage bringt. Eine stärkere Einwirkung der Störung bis in unseren Bezirk ist nicht zu erwarten, jedoch ist mit aufkommender Bewölkung und vereinzelt auch mit etwas Niederschlag oder Gewitterneigung zu rechnen. Der Temperaturanstieg schreitet weiter fort.
Aussichten für Freitag: Weitere Erwärmung, zeitweise bewölkt mit Gewitterneigung oder vereinzelt etwas Niederschlag.
Lufttemperaturen am 18 Mai: mittags 19,8 Grad Celsius, abends 11,3 Grad, am 19. Mai: morgens 13,5 Grad. Maximum 20,1 Grad, Minimum 6,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 18. Mai: abends 20,2 Grad: am 19. Mai: morgen» 14 Grad. — Sonnenfdjeinbauer WA Stunden.
Kirchliche Nachrichten.
Israelitische Gemeinden.
Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 21. Mai. Freitag abend 7.40 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 9.10. — Hßochengoltesdienst: morgens 6.30; abends 7.15 Uhr.
sSchluß de» redaktionellen Teils.)
Sage mir, was Du gefrühstückt hast — und ich werde Dir sagen, was Du heute leisten wirst!
Ob man mit dem linken oder rechten Fuß auf- gestanden ist, — das ist schließlich gleichgültig. Ob man aber kräftig oder ungenügend gefrühstückt hat,— das kann für Stimmung und Tatkraft von hnehher Wichtigkeit (ein. Nicht jeder kann morgens Eier, Schinken und Brötchen elfen — aber jeder kann sich mit einem wirklichen, leicht verdaulichen Kraftzuschuß stärken. Menschen, an die das Leben besondere Anforderungen stellt, trinken deshalb zum Frühstück die wohlschmeckende^ konzentrierte ODomaltine-Äraft- Nahrung, die aus Malz, Milch, Eiern und Kakao her. gestellt ift Die einfache Zubereitung am Frühstückstisch ist besonders angenehm. Schon mit einer Dose zu NM. 1,15 aus der nächsten Apotheke oder Drogerie können Sie einen Versuch machen. Wollen Sie erst eine kostenlose Geschmacksprobe, so erhalten Sie diese von der Dr. A. Wander G. m. b. H., Abteilung 79, Osthofen (Rheinhessen). 3902V
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