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Itr. 91 Zweites Blatt (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Was sahen die Besucher her Swinemünher Flottenschau?
Torpedorohr-Drillinge mit neuartigen^ Beobachrungsstand.
lugzeug Abwehrgeschütze, wie sie jetzt die deutschen reuzer zum Stampf gegen feindliche Bomben-Flug zeuge erhielten.
SJ.-fport
Westdeutsche Zußbatt-Meisterschast
Borussia Julba vertritt Westdeutschland im Kampf um die Deutsche Meiste < jchaft.
„Borussia Fulda nimmt als westdeutscher Vertreter an den Endspielen um die Deutsche Fußball- Meisterschaft teil", das ift_bic große Ucberraschung, die von den westdeutschen Lrchlußspielen des 17. April ^u melden ist. Im Zwischenrundenspiel um die WSB.-Meisterschaft besiegle Fulda in Staffel den Nheinbezirksmeister 5töIn-Sülz 07 mit 2:0 und quali- lizierte sich damit bereits für das Endspiel. Die beiden Teilnehmer am WSB.-Endspiel aber sind automatisch ASV.-Vertreter für die „Deutsche". Der andere Teil Nehmer für das Endspiel wird erst am nächsten Sonntag im Spiel zwischen Schalle 04 und Meide- »icher Spv. ermittelt, denn schalle griff erst an diesem Sonntag in die Endlämpse ein. Jin Vorrundenspiel konnten die „Stnappen" in Bochum den Meister non Südwestfalen, chiislen 09, nur knapp mit 2:0 (2:0) schlagen
Borussia Fulda — Spvg. Köln-Sül; 07 2:0 (0:0).
Das Spiel brachte für Kassel einen neuen Zu- schauerrekord, über 1b 000 Personen fanden sich auf ber Kurhessen Kampfbahn ein, um einen spannenden Kampf zu erleben. In der ersten Halbzeit hatte sülz rrcljr vom Spiel, aber sein schwacher Innensturm v rsiebte zahllose Torchancen. Nach der Paule änderte sich das Stampfbild. Der Sturm der Hessen kam plötz lich gut in Fahrt, Köln wurde zurückgedrängt^ und mt Treffern non Leugers und Kammerl stellte Fulda seinen verdienten Sieg sicher.
Das zweite Zwischenrundenspiel um die westdeutsche Fußball-Meisterschaft zwischen dem FC. Scholle 04 und dem Meidericher Spielverein geht endgültig am kommenden Sonntag im Duisburger Stadion vor sich. Der Sieger bestreitet bekanntlich mit Borussia Fulda das Endspiel.
Aoch keine Klärung in den süddeutschen Endspielen.
Der Sonntag brachte in den süddeutschen Meisterschafts-Endspielen nicht die erwarteten Klärungen, Die einzigen Entscheidungen, die der Sonntag brachte, war die Ermittlung von je zwei Mannschaften in jeder Gruppe, von denen man weiß, daß sie allein für den ersten oder zweiten Platz in Frage kommen.
In der Abteilung Bordwest hätte Eintracht granhurl durch einen Sieg in Worms ihre Meisterschaft sichern können Sie verlor aber ihr Treffen gegen Wormatia mit 5:3 (4:1) und mußte ihren ersten Platz an den Fußballsportverein Frankfurt abtreten. der sein letztes Spiel gegen den SB. Waldhos mit 3:1 (1:0) zu einem Siege gestaltete. Der Fußballsportverein hat jetzt die theoretische Chance. Meister zu werden, falls Eintracht das letzte Spiel gegen Pirmasens verlieren sollte. In diesem Falle bliebe den Eintrachtlern allerdings noch der Weg der Wiederholung des seinerzeit in Saarbrücken unter Vorbehalt ausgetragencn Spieles, das 0:0 endete. Die Spiele FK. Pirmasens - FB. Saarbrücken mit 2:0 und VfL. Neckarau — Mainz 05 mit 2:1 haben keine Bedeutung mehr.
In der Abteilung Südost stehen Badern München und 1. FC. Nürnberg an der Spitze punktgleich. Beide Mannschaften fertigten am Sonntag ihre Gegner mit verdienten Siegen ab.
I Die „Badern" gewannen gegen die Spielvereini-- 1 gung Fürth 2:0, während der 1. FC. Nürnberg | zu Hause gegen München 1860 3:1 siegte. Der ! ,ÄIub“_ hat jetzt seine Spiele beendet, während die Münchener Badern noch die Chance haben, durch ein unentschiedenes Ergebnis oder einen Sieg in ihrem letzten noch in Pforzheim auszutragenden Spiele Meister zu werden. In diesem Falle wäre der „Klub" Zweiter und müßte auf .dem ilmtoege über die Spiele mit dem Pokalmei- fter und dem Zweiten der Nordwestgruppe versuchen, in die Endspiele zu gelangen. Außerdem spielte noch Rastatt 4:4 gegen den KalSruher FB. und Pforzheim gewann 4:3 gegen den DfB. Stuttgart.
Süddeutscher Pokalmeister wurden die Stuttgarter Kickers, die in Stuttgart vor 12 000 Zuschauern mit 4:0 (2:0) über Amicitia Viernheim gewannen.
LeichtailstetiOver Sp.-Dg. 1900.
Schöne Erfolge in Frankfurt a. M.
j Die Paarlauf - Veranstaltung des Postsportvereins Frankfurt a. M. am Sonntag batte großen Anklang gefunden. Für die halbe Stunde waren sieben Mannschaften am Start, für die Viertelstunde traten sogar 14 an. Auch der 1500-Meter-Iugendlauf war mit 12 Mann gut beseht. In sämtlichen drei Wettbewerben schlugen sich 1900 s Vertreter ausgezeichnet. Das Halbstundenpaar Gerhardt — Schaaf erlief mit 10 092 Meter einen sicheren zweiten Platz hinter den in ausgezeichneter Verfassung befind- lichen 98ern aus Darmstadt (Habich Lindner», die es aus 10 324 Meter brachten. Dritter wurde DIK. Frankfurt mit 9866, Vierter Eintracht Frankfurt mit 5)785 Meter, lieber die Viertelstunde hatten sich die Spielvereinigungsleute Peters-Reitz zuerst etwas zuviel zugemutet und muhten die Führung im zweiten Teil des Rennens an Post- sportverein (Kaufmann-Hetzel) abgeben, die dann auch in schönem Stil mit 5165 Meter Sieger wurden. In der letzten Runde wurden die 1900er dann noch von dem Paar Gellweiler-Hübner (Darmstadt 98> auf den dritten Platz verwiesen. Leistung: 5149 bzw. 5117 Meter. Die übrigen Frankfurter Vereine endeten in geschlagenem Feld Große Aufmerksamkeit zog 1900s talentierter Iugendmittelstreckler Daumstieger über 1500 Meter auf sich. In prächtigem Stil gewann er den Lauf in der für Saisonbeginn und in An- betracht des regnerischen Wetters ausgezeichneten ■3cit von 4:29,07 Minuten. Zweiter wurde Ohly vom Veranstalter in 4:38,02, Dritter der sich immer mehr in den Vordergrund schiebende 1900er Berghöfer in 4:41,05 Minuten.
Handball-Lokaltreffen.
1900 I — Mlv. I 6:7 (3:3).
Außer dem Fußbatt-Lokaltreffen zwischen 1900 und VfB. tarn am Sonntag auch ein Handbatt- Lokaltreffen zum Austrag. Auf dem Mtv.-Platze am Schisfenberger Weg standen sich die ersten Mannschaften von 1900 und Mtv. gegenüber. Die Mtv.er mußten mit Ersatz antreten, daß jedoch die 1. Mannschaft nur durch drei Mann — Schorkopf. Ploch und Schüler — vertreten fein sollte, war im Programm nicht vorgesehen. Unter diesen Voraussetzungen gab man den Gastgebern nur wenige Siegesaussichten. Rach kurzem Hin und Her gingen die Gäste in Führung, doch konnten die Männerturner nach aufopfernder Arbeit des Sturmes den Ausgleich erringen. Der zweimaligen Führung der Spielvereinigung 1900
MmAMkMUMlSkN
Roman von 3- Schneider-Foerstl.
Urheber-Rechtsschuh: Verlag D. Meister, Werdau.
31. Fortsetzung.
Nachdruck verboten!
Das war ja sehr vielversprechend! Da würde es wohl nicht viel mit der Ruhe werden. Er öffnete die Tür für eine schmale Lücke und hörte feine alle Treue flüstern: „Der Herr Doktor ist eben zur Ruhe gegangen! Ja! Er war bis morgend im Dienst. — Ich werde es gewissenhaft bestellen."
Herrgott, immer die alte Leier: ..Schlafen gegangen! Nachtdienst gehabt! Was ist es denn schon wieder?"
Sie stand dicht vor dem Spalt, durch den er fugte, und vermochte das Riejenarrangement von 2osen und Nelken, das sie in den Händen hielt,
Pa um zu umfassen.
Cr griff nach dem Kuvert, das zwischen den Blüten steckte und riß es auf:
„Das Pflegerinnenpersonal der Anstalt entbietet dem verehrten Chef die herzlichsten Glückwünsche."
Also doch irgendeine Titelverleihung! schade, daß die Schwestern ihr Geld auf diese Weise hin- ouswarfen! Sie taten ihm ehrlich leid. Er über- kgte. wie er sie entschädigen könnte, als schon wieder die Klingel zu surren begann.
Ein Dienstmaun überbrachte einen Korb auserlesener Rosen mit einer Flasche Sekt um-
„Dem verehrten Chef und lieben, stets hilfsbereiten Kollegen.
Die Aerzteschaft der Klinik München-West.
Heiliger Gott! Wegen fo eines Titels — und er wußte noch gar nicht einmal welchen — — fo ein Aufheben zu machen! Das Telephon ließ ihn nach seinem Wohnzimmer laufen, denn es raffelte nie Feueralarm, daß es ihm ordentlich durch alle Knochen fuhr. ‘ .
„Doktor Wander selbst am Apparat? rief es ihm durch das Hörrohr entgegen.
„Jawohl! — Hier Doktor Wander!"
„Hier Gradnitz! - Ich hoffe, daß ich Ihnen kein ilnbcfannter bin, Herr Doktor! - Allem voraus meine herzlichsten Wünsche! Ich werde mir ^cr» kuben. gegen abend bei Ihnen vorzusprechen! Für ten Augenblick ist ohnedies jeder Dritte überflüssig! Nicht wahr? — Vielleicht darf ich Sie bitten, trir den Rest des Tages zu schenken .— Ich wohne in „Königin-Hof. Jetzt will ich nicht länger fto- r m.' — Empfehlen Sie mich meiner Tochter!--
Auf Wiedersehen!"
Falsch verbunden!" Wander fürchtete, wenn cs fc weiterging, kostete es ihm noch den Verstand. Weshalb, um Himmelswillen machten die Men- Iqen einen solchen Klimbim uni alles. Hub dieser
Gradnitz! Direkt verrückt! Er halte den Namen in feinem Leben noch nie gehört! llnb daß er etwas von einer Tochter sagte, machte das Maß voll!
Aber es war noch lange nicht das Ende! — Ununterbrochen ging draußen die Klingel! Geschenke aller Art trafen ein! „Bringen Sie mir nichts mehr ins Ziinmer!" rief er verzweifelt, als die Haushälterin wiederum einen Strauß von Rosen und Nelken auf seinen Schreibtisch legte.
„Ich hab s doch eigentlich nicht verdient, Herr Doktor!" weinte sie, „daß oic'ä auch vor mir verheimlicht haben! — llnb daß" ... sie schluckte krampfhaft an ihren Tränen — „ich jetzt sozusagen die letzte bin, die Ihnen Glück wünschen kommt. Wäre ich eine Person von fünfundzwanzig Jahren, fo gäb's eine Erklärung dafür. Aber so ... weiß Gott. Herr Doktor! Ich mit meinen sünsundfochzig auf dem Buckel habe kein Auge mehr auf einen Mann!"
„ Frau Rambufek. um Himmels willen, hören Sie auf! Mir steht die Glückwünscherei bis an den Hals!" rief er aufgebracht.
„Mein Gott, aber fo etwas", rief sie dagegen. „Wenn ich s früher gewußt hätte, würde ich die Wohnung ein bißchen geziert und einen Kuchen gebacken und ein Willkomm an die Tür genagelt haben, und was man halt fo macht! Das Fräulein Braut kommt wohl überhaupt nicht hierher ins Haus?"
.Frau Rambufek — hat Sie der Schlag gestreift!?" *
„Bewahre, das werd' ich Ihnen gerade heute an tun! Aber Wunder wär's feine! — In der Zeitung hat's gestanden. Von Ihnen selber hätt' ich's doch nie erfahren!"
„Zum Donnerwetter, was denn eigentlich!" Er riß ihr das Blatt aus den Händen, winkte ihr ab und sank vernichtet in den Stuhl, der ihm am nächsten war.
Als Verlobte grüßen:
Dr. med. Margret von Recklinhausen
Dr. Hans Wander
Chefarzt der Klinik München-West.
Gut Recklinhausen München
Pfingsten 19...
Er starrte unentwegt auf die Anzeige, welche die Morgenzeitung auf der vorletzten Seite gebracht hatte. Blitzschnell reihten sich die Kombination aneinander. Irgend jemand, der ihm ober ihr feind war. hatte Kenntnis bekommen von allem, was zwischen ihnen vorgefallen war. llnb das hier war der Trumpf, den er ausspielte. — Und sie, Margret von Recklinhausen, saß wohl auf ihrem Zimmer und hatte nichts als Verachtung für ihn, von dem sie annehmen mußte, daß er der Urheber des Ganzen war.
Erst g'nch sein Zustand einer Art Lähmung Sann peitschte ihn das Verlangen auf, chr wenig
stens zu sagen, daß er feine Hand bei diesem Schurkenstreich nicht im Spiel gehabt hatte.
Er warf sich in seinen Desuchsanzug, stieß draußen im Korridor ein Blumenarrangement zur Seite, raste die Stiege hinab und kam noch einmal zurück, da er ohne Hut und Handschuhe war.
„Für so verrückt hätte ich ihn gar nicht gehalten", dachte Frau Rambufek. „Aber sag einer, daß die Männer nicht wie ein Strohfeuer brannten, wenn man ein Zündholz hineinwarf." Ihr Doktor was kein Iota besser, als die anderen. Aber es war ihr gar nicht unrecht. Das Einsiedlerleben hier mit ihm hatte lange genug gedauert. Dolle zehn Jahre, llnb zwei studierte Leute, wie bas zukünftige Ehepaar, die brauchten immer einen Dritten, der sie nicht verhungern ließ. Sie hatte ohne Zweifel auch weiterhin ihr Bleiben.
Margret horchte, als draußen vor ihrer Zweizimmerwohnung die Klingel anfchlug. Das war er! Jetzt galt cs also!
Sie hörte, wie ihn das Mädchen in das Empfangszimmer führte. Da konnte er gleich die Blumenarrangements in Augenschein nehmen. Ein bißchen mußte er schon warten. Er hatte es verdient, daß sie ihn ein wenig zappeln lieh. Trotz der Neugier, zu wissen, was er tun werde, ordnete sie noch ihr Haar, daß es nicht ganz so glatt, wie das sonst der Fall war, gegen Schläfen, und Ohr zurückfiel.
Dann hielt sie Musterung m ihrer Garderobe. Ein bißchen Eleganz war sie der Feier des Tages Wohl schuldig. Aus einem der eingetroffenen Buketts nahm sie eine zarte Knospe und steckte sie in den Gürtel.
Jetzt konnte man sich ihm also präsentieren.
Als wäre sein Besuch die natürlichste Sache der Welt, kam sie auf ihn xu. „Wie nett, daß Sie sich herbemüht haben! 3d) dachte, Sie wären zu müde."
Sein Gesicht war blaß, und die beiden ein- geferbten Linien, die von der Nase zum Munde herabliefen, zuckten unaufhörlich. „Ich möchte Ihnen nur sagen, daß ich keinen Teil an dieser Schurkerei eines unbekannten Dritten habe. — Aber ich verspreche Ihnen, daß ich nach dem Schuldigen fahnden und ihn zur Rechenschaft ziehen werde. — Sie erhalten Ihre Genugtuung bis ins Letzte, Fräulein von Recklinhausen."
Ein abwesendes Lächeln ging über ihr Gesicht. .Finden Sie denn das Ganze so schrecklich, Herr Kollege?"
Er starrte sie fassungslos an: .Sie nicht?"
„Nein!"
„Margret!" — Seine Stimme war heiser und kippte verdächtig über.
„Wollen Sie nicht Platz nehmen?" Sie schob ihm zugleich einen Stuhl an den runden Tisch, aus welchem die Aiorgeu^ecUuig ansgeb teilet tag.
Dienstag, 19. April (952
Marga von Etzdorf, die bekannte Sportfliegerin, die ohne Begleiter in einem Kleinflugzeug einen Flug bis nach Japan durchführte, ist auf der Rückreise bei einem unglücklichen Start in Siam abgestürzt. Während ihre Maschine vollkommen zertrümmert wurde, kam die Fliegerin mit leichteren Verletzungen davon.
folgte jeweils der Ausgleich. Halbzeit 3:3. Das Bild änderte sich etwas in der zweiten Halbzeit. Die Gastgeber bedrängten das gegnerische Tor oft schwer und konnten ihre lleberlegenheit durch zwei Treffer ausdrücken. Doch schon nach kurzer Zeit gelang auch den 1900ern der Ausgleich: 5:5. Das sich gegen Ende des Spieles entspannende heiße Ringen um Führung und Sieg sah die Mtv.er noch zweilmal erfolgreich, während die Gäste nur noch einen Strafwurf zum Tor verwandeln konnten. So endete das jederzeit faire Spiel mit einem knappen, verdienten Sieg der Gastgeber.
Hallen-Handball-Tumier der Gießener Turnerschast.
Die Gießener Turnerschast veranstaltet am kam- inenden Sonntag ein großes .ßallen Handballturnier in der Volkshalle. 16 Mannschaften wurden verpflichtet. Mannschaste» der DT. und des DSB. stehen im Wettbewerb. Rachstchend seien die teilnehmendi n Vereine genannt: Polizeisportverein Butzbach, VfL. Wetzlar, Spvg. 1900 Gießen, VsB. Gießen tjamtlich DSB.), Turngemeinde Friedberg, die Turnvereine von Bad Homburg, Großen Buseck. Heuchelheim, 1860 Marburg. Pohlgons, Münchholzhausen, Slroi- dorf,Kirchgöns, 1846 Gießen und Männerturnvcrein Gießen tiamtlich DT.). Außerdem nimmt noch die Mannschaft des Gießener Bataillons teil. Die Spiele werden in zwei Gruppen ausgctragen. Die Meister werden in Vor, Zwischen und Endrunde ermittelt. Die Sieger erhalten schöne Ehrenpreise in Form von künstlerisch ausgesührten Plaketten. Ein vielseitiges Beiprogramm (Rolljchuhlaufen zweier Mitglieder d»s Gießener Eisvereins, ein Faustballspiel der Turne- rinnen von Mtv. und 1846 sowie 'Barrenturnen der Gießener Turnerschast) wird außerdem zur Unter» Haltung beitragen. Die Reichswehrkapelle konzertiert. Die Oberleitung der Veranstaltung liegt in den Han- den der Spielwarte (Mohr, Ritsert) der beiden Gießener Turnvereine. Die Gießener Trunerschast hat die Absicht, die Hallen .Handball Turniere zu einer ständigen Einrichtung zu machen. Wir kommen auf die bevorstehende Veranstaltung noch zurück.
„Werdeit Sie ein Dementi in die Abendzeitung geben? — Nicht? - Dann ist es ja gut. Es kommt nämlich in alle großen Blätter", sagte sie ehrlich. „Denn, nicht wahr, fo wie es zwischen uns stand, konnte es doch nicht weitergehen. Eines von uns beiden mußte doch handeln, lind da ich vermutete, daß Sie sich wohl kein drittesmal an mich heranwagen würden, habe ich eben selbst die Sache in das richtige Geleise geschoben. — 3<6 hoffe, daß es Ihnen recht ist!"
Er faß und starrte sie unentwegt an. bis ihr ein dunkles Rot die Schläfen hinaufkroch.
„Sprechen Sie um Gottes Witten, nur ein einziges Wort!" Ihre Stimme vibrierte merklich. „Wenn ich ein Mädchen der alten Schule wäre, würde es mir sicher peinlich sein, so allein mit Ihnen hier in meiner Wohnung zu sitzen."
Er saß noch immer ohne Regung und sah sie an.
„lieber solche Kleinigkeiten bin ich aber hinaus!" fuhr sie fort. „Wenn Lenore oder meine Mutter wüßten, wie sich die Sache mit unserer Verlobung in Wirklichkeit verhält — sie würden einfach entsetzt fein! — Denn fo etwas hat noch keine Reckkinhauserin gemacht!"
„Als du, mein tapferes Mädel!" Er stand jetzt vor ihr und nahm ihr Gesicht zwischen seine Hände. 3m nächsten Augenblick ließ er diele wieder sinken. „Sei tapfer, Margret, bis zum letzten, damit ich den Glauben an mich selber wiederfinde."
Sie legte ohne Zögern die Arme um feinen Hals und küßte ihn. Sie sprach kein Wort, als er die Stirn in ihr Haar drückte und ein kühles Nah verräterisch auf ihren Scheitel tropfte. Erst nach einer Weile hob er das Gesicht und zog das ihre behutsam empor. „Das war Rettung, vor Torschluß, Margret. — Morgen wäre es ui spät gewesen."
„Warum zu spät?" Er hörte nichts als ein grenzenloses Staunen aus ihren Worten.
„Mein Gesuch um Entlassung liegt bereits aus meinem Schreibtisch, ebenfalls das um Anstellung als Arzt in einer der indischen Kolonien. Glaubst du, daß es ein Beten gibt, das Erde und Himmel bezwingt?"
„3a!" bekannte sie und wußte, daß er an seine Mutter dachte.
„Hast du mich so lieb, Margret, daß du der Frau, die mir das Leben gab, eine Tochter sein willst, auch wenn es nur ein Weib ist, dessen Hände in Sorge und Arbeit für mich rauh und rissig geworden sind?"
„Es sind die Hände, die dich behütet haben, mein Hans."
„3ch danke dir. Margret! 3ch danke dir!" Er war wie ein Knabe, der, überreich beschenkt, seinem Jubel Bahn brechen muhte. Wieder und wieder streckte er die Arme nach ihr aus, die für alles, was er vorschlug, ein 3a fand.
15t>£l|eßiuig folgt.)


