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in England.

narket waren die M M. Panton sich zu dec wandte und fogte: ,, mferb weder als erfw Nette wurdet halle 8^ ttS-Sk SSf£ r bestimmte, daß oer f entriß" KW sM er nichl g , .aMtn. v md aeinSfc;- DfH^SelO^'

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Sirma Kohn in Moskau war hauptsächlich für ben entaurr unb bie Konstruktion bet Stalinara - b< r Trakt o r e n sab ri k mit einer jährlichen Leistung von 40 000 Maschinen verantwortlich. Das Büro in Rußland beschäftigt 1000 russische Inge- N'eure unter der Aufsich, von 24 amerifani^n Ingenieuren der Firma Kahn.

Oer Streit um Ostgrönland.

Norwegen hält an der Besetzung fest.

O s l o 15. April. (WTB.) Zur Aufklärung der norw^ischm Oefsentlichkeit über den norwegisch- dänischen Streit, um den Besitz Ostgrönlands wurde im Rathaus eine öffentliche Kund- g e b u n a veranstaltet. Unter den zahlreichen De- suchern befanden sich der Kronprinz. Mit- alieder der Regierung unb des Stortings. Ram- hafte norwegische Rechtsgelehrte und Arktisfor- scher setzten den Streitfall auseinander, der in- folge der Besetzung eines Teiles Ostgrönlands durch Norwegen im vergangenen Sommer vor uen Internationalen Haager Ochiedsgerichtshof kam. Einer der Redner erklärte, daß hinter denen, die den Fall vor dem Haager Gerichtshof vertreten, das ganze Norwegen stehe. Die Arktisforscher wiesen auf die bedeutenden arktischen Interessen hin, die für große Teile Norwegens lebensnotwendig seien, und auf die Gefahren für Norwegen, wenn es von Ostgrönland ausgeschlossen würde. Nor­wegen habe seine Fähigkeit, in Ostgrönland zu leben und zu arbeiten, bewiesen, wogegen die dänischen Versuche, dort Existenzen zu gründen, schwere Geldverluste verursacht hätten.

Aus aller Welt.

Der Zusammenbruch der Dank für Deutsche Beamte vor Gericht.

Vor der Dritten Großen Strafkammer beim Landgericht I begann der Prozeß gegen die Kauf­leute Weber und Zreumann, den Makler Egon von Duchwald, den Kunstmaler Jack Kende und den Geschäftsführer Hoepfner. Weber, der Dor­standsmitglied der Dank für Deutsche Beamte war, wird beschuldigt, sich in den Jahren 1925 bis 1929 fortgesetzt der Bilanzverschleie­rung und des Verstoßes gegen die Zwecke der Genossenschaft vergangen zu haben. Dem Ge­schäftsführer Hoepfner wird zur Last gelegt, Weber bei diesen Verstößen Beihilfe geleistet zu haben. Treumann und von Duchwald wird fortgesetzter Betrug und Kende fort­gesetzte Beihilfe zu diesem Betrüge vorge­worfen. Die Strafkammer wird sich in drei­monatiger Verhandlung mit dem Zu­sammenbruch der Bank für Deutsche Beamte, der im Oktober 1929 mit einem Verlust von mehreren Millionen erfolgte, zu be­fassen haben. Die Dank besaß damals in Berlin bereits zwölf Depositenkassen und eine Filiale in Görlitz. Weber, der Hauptangeklagte, hatte sich im Jahre 1925 auf den Standpunkt gestellt, daß die Bonk erst dann eine Rentabilität auf­weisen werde, toerm sie bankmäßige Ge­schäfte betreibe. Dabei hat Weber eine Reihe von Geschäften getätigt, die ohne Wissen des Vorstandes und des Aufsichts­rates erfolgten und der Dank erhebliche Ver­luste verursachten. Bei dem Dildergeschäft mit einer Frau von Schwarzenberg, die angeblich einen Leonardo da Vinci besah, der sich aber später als Fälschung herausstellte, hat die Dank durch Weber 137 000 Mark verloren. 1927 wurden 59 Dilder lombardiert und die Dank lieh 548 000 Mark aus. Als sich Weber später dar­über klar war, daß es sich nur um gut ge­lungene Wiederholungen alter Meister handelte, versuchte man, die Dilder bestmöglichst abzusetzen. Man verkaufte die Dilder an den Prinzen H ohenlohe-Oehringen, der zwei Millionen Mark in Akzepten dafür bezahlte. Nachträglich stellte sich heraus, daß Prinz Hohen- lohe-Oehringen wegen Verschwendungs­sucht entmündigt war. Es kam zu einem Vergleich mit der Hohenlohe-Oehringenschen Ver­mögensverwaltung, die von dem Kauf zurücktrat und der Dank einen Detraa von 103 000 Mark als Abstand bezahlte. Schließlich kam es zu einer Auktion, bei der für die mit 548 000 Mark lombardierten Dilder ein Erlös von 713 0 Mark erzielt wurde.

Die Sonderschlichter für die Lohnstreitigkeiten im Baugewerbe.

Der Rcichsarbcitsminister hat für die Durchfüh­rung der Lohnstreitigkeiten im Baugewerbe b c sondere Schlichter bestell 1, unb zwar die Herren Dr. Kim mich, Schlichter für Südwest- deutschland; Oberregierungs- und Gewerberat Dr. Kramer, stelloertretenber Schlichter für Schle­sien unb Amtsgerichtsrat Lichtenftein, stellver­tretender Schlichter für ben Bezirk Niedersachsen. In der Schlaftrunkenheit die eigene Jrau erschossen.

Durch einen verhängnisvollen Irrtum ist gestern morgen, 4 älhr, die Gattin des Kolonialwaren- Händlers Ackermann aus Quierschied (Saargebiet) ums Leben gekommen. Die Frau war aufge- standen, um das Schlafzimmerfenster z u schließen. Dabei wurde ihr Ehemann wach, der in noch schlaftrunkenem Zustand glaubte, einen Einbrecher im Zimmer zu sehen. Er griff zur Waffe und schoß auf die Gestalt am Fenster. Die Frau sank tot zu Boden. Die Kugel war ihr ins Herz gedrungen. Das Ehepaar hatte ft e t s in bestem Einvernehmen gelebt.

Flaggenstreit auf Portorico.

Am Montag stürmten Angehörige der natio­nalistischen Partei von Portorico das Parla­mentsgebäude in San Juan. Sie dran­gen in das Gebäude ein, wo es im Treppenhaus zu einem Handgemenge mit den Poli­zisten kam. Ein Treppengeländer brach, wobei zahlreiche Personen auf den Flur hinabstürzten. Eine Person wurde getötet und 20 schwer verletzt. Der Führer der nationalistischen Partei, Albizu, der den Sturm auf baS Parlamentsgebäude ver­anlaßt hatte, wurde verhaftet. Der Sturm auf das Parlament galt einem vorn Senat an­genommenen Gesetz, daß die Einführung einer neuen Flagge für Portorico Vorsicht. Die Nationalisten behaupten, daß diese Zlagge einWahrzeichen der Kolonisierung" sein Dürbe. Mitglieder des Senats und des Abgeord­

netenhauses hatten Drohbriefe erhalten, in denen bie Zerstörung des Parlamentsgebäudes angekündigt worden war, wenn daS Gesetz zur Durchführung kommen würde. Portor co eine der Großen Antillen Westindiens, ist seit dem spanisch-amerikanischen Kriege von 1898 eine Ko­lonie der Vereinigten Staaten. Die fast 9000 Qua­dratkilometer arohe Insel zählt 1,5 Millionen Einwohner. Ausgeiührt werden hauptsächlich Zucker, Tabak und Baumwolle.

harmlose Aufklärung der Giftgaserkrankungen im Harburger Hasen.

Die Giftgase, durch die am Sonntagmorgen einige Personen auf dem DampferCourier" im Har­burger Hafen erkrankten, sind, wie nunmehr ziem­lich sicher feftsteht, auf noch nicht ganz geklärte Weise als Abgase des Schornsteins auf dem Schiff selbst entstanden. Sämtliche Betroffenen haben sich inzwischen erholt und kom- men ohne gesundheitliche Schädigung davon. Mit dieser Aufklärung fallen auch alle Schlußfolgerungen fort, die unter Hinweis auf die Hamburger Phosgenkatastrophe an ben Vorfall ge­knüpft worben sind.

Blinbbarmopcration Erzherzog Ottos.

Erzherzog Otto von Habsburg, der älteste Sohn Kaiser Karls, wurde in Brüssel von bem Sei­ner Universitätsprosessor Haderer unter Assistenz dreier belgischer Aerzte am Blinddarm operiert. Tlan betrachtet seinen Zustand als befriedigend.

Lynchjustiz in Kansas.

In Colby im Staate Kansas befand sich im Ge­fängnis ein Mann, der geständig war, eine noch jugendliche Schülerin vergewaltigt unb c r m o r b e t ZU haben. Eine etwa 200köpfige Menge holte ihn aus bem Gefängnis unb hängte i h n auf.

Brand in einem indischen Bergwerk.

In einem Glimmerbergwerk des Bezirks Ha - ?a r i b a g h brach ein Feuer aus. 14 Derg - eute erlitten den Erstickungstod, drei wurden lebend in dem einstürzenden Schacht be­graben.

Aus der Provinzialdouptstodt.

Gießen, den 19. April 1932.

Oie Strumpfnoten.

Seltsam, wie die Zeit zu immer neuen Schlag­worten kommt. Schlagen wir eine Zeitung, eine Zeitschrift auf, Horen wir einen Redner im Ver- sammlungssaale ober aus dem Lautsprecher, unter­halten wir uns mit den Mitmenschen über Dinge des Tages: überall hären wir das gleiche Wort, das Schlagwort, das Fragestellung, Antwort, Grund, Ursache und noch manches andere bezeichnet. Darin mag ein Vorteil liegen, daß auf diese Weise, mit einem schnell volkstümlich gewordenen Begriff, die Aufmerksamkeit der Allgemeinheit auf ein bringen- des lagesintereffe hingelenkt wird. Aber auch seinen Nachteil hat bie Sache: das Schlagwort verwischt allzu leicht die Wichtigkeit der Angelegenheit, es macht eine äußerst dringende Aufgabe zu einer Sache, über die selbst nachzudenken nicht mehr recht lohnt, es wird zur Scheidemünze der Umgangs- spräche unb verliert damit an Wert unb Bedeutung.

Grünbliche Ueberlegung wäre doch geboten, um Ad- Hilfe des beklagten liebel» zu schaffen, etwa bei bem zum Schlagwort erhobenen BegriffStrumpfnoten". Der Reichsfinanzminister hat vor einiger Zeit wohl zum ersten Male dieses Wort ausgesprochen, um die Aufmerksamkeit auf bie Tatsache hinzulenken, daß heutzutage viele hundert Millionen Mark, schätzungsweise etwa eine Milliarde Reichsmarkge­hortet" wird. Gelb liegt überall herum, in vielen haushalten, wir wissen sogar von ben fonberbaren Tresors, in denen die reichen Schätze ruhen: Dfen- lächer unb Bettsäcke, Erdlocher unb Bobenkammern, Brieftaschen unb Sparstrümpfe. Vielleicht weiß mancher aus seiner Bekanntschaft noch andere über- raschenbe Verstecke, bie alle den einen wichtigen Nachteil haben, baß sie völlig unsicher unb unzuver­lässig sind. Weder vor dem frechen Zugriff des Diebes sind sie geschützt, noch vor den Gewalten der Natur: Feuer hat nicht den geringsten Respekt vor dem Wert des mit saurem Schweiße erwor­benen Geldes. Was sich da in all diesen unmög­lichen Verstecken findet, all die Summen unb Sümmchen, die zusammen eine runbe Milliarbe Reichsmark ausmachen, bezeichnet man schlicht unb treffenb alsStrumpfnoten".

Angst unb Sorge um bie Wahrung der Schätze macht die Besitzer nervös und unsicher, sie wagen sich nicht mehr aus dem Hause, fürchten jeden Be- sucher unb lesen mit Schrecken bie Nachrichten von Verlusten, die sich aus der unzulänglichen Aufbe- Währung von selbst und zwangsmäßig ergeben. Diese persönlichen Bedrängnisse sind ihnen wichtiger als alle volkswirtschaftlichen Erwägungen, unb es ist am Ende richtiger, bie Besitzer berStrumpfnoten" bei ihrer Nervosität zu packen, als beim Portepee. Gewiß wäre es Ehrensache jedes Deutschen, mit seinem Besitz dazu beizutragen, daß bie arg her­untergekommene Wirtschaft wieder in Gang kommt, daß bas Gelb roieber feinen normalen Weg zur Be­fruchtung von-Handel unb ©anbei läuft, daß es Zinsen bringt unb Arbeit schafft. Der Durchschnitts- Engländer sieht das als selbstverständliche Pflicht an. Wir aber sprechen viel von Pflichten unb handeln dabei fo überaus töricht. Die ganze Angst unb bie Sorge um bas sorgfältig gehütete Geld, um die schön gefalteten Scheine ist unnötig, überflüssig, wenn wir den geheimen Tresor im Hause schleunigst leeren unb feinen Inhalt auf bie nächste Sparkasse bringen.

Daten für Dienstag 19 April.

1560: ber Reformator Philipp Melanchthon in Wittenberg gestorben: 1882: ber Naturforscher Charles Darwin in Down bei Beckenham gestor­ben: 1906: der französische Physiker Pierre Curie, Entdecker des Radiums, in Paris ge­storben.

Konzert der Schülerinnen von Frau Schmidt-Wiffendorff.

Es war am «Sonntag das erstemal, daß Frau Ilse Schmidt-Wissendorff ihre Schüle­rinnen der Oefsentlichkeit vorstellte. Man mag über Veranstaltung von Schülerabenden in Fach­kreisen verschiedener Meinung fein, das eine ist an solchen Abenden pädagogisch sicher wertvoll, daß die «Schüler nach und nach an das Singen ober Spielen vor einem größeren Zuhörerkreis gewöhnt werden. Damit soll aber keineswegs der persönlichen Eitelkeit des einzelnen «Schülers

das Wort geredet werden. Der Wert solcher Qkr- anftaltungen ist erst dann groß, wenn jeder be­teiligte ^hülcr daraus von vornherein zu lernen beabsichtigt. Anderseits muß sich aber auch der Zuhörer darauf umstellen, daß er nicht vollendete, sondern trotz aller Sorgfalt doch immer noch Schülerleistungen erwarten muh.

Die Aufgaben, die Frau Schmidt-Wissen- dvrff ihren Schülerinnen gestellt hatte, waren durchweg recht schwierige. Die Ausführung ließ aber den Schluß zu, daß sich die Ausbildungs­weise in jeder Beziehung auf dem richtigen Wege befindet. Zieht man noch ein gewisse- Maß Auf­regung ab, so boten sich Leistungen von recht erfreulichem Niveau.

Gleich der Anfang, ein Quartett aus Tschai­kowskys Oper »Eugen Onegin", gelungen von Frl. Drommershausen, Etzelmüller, Keit- z e r und Werner, war eine recht gute Leistung. Die rhythmischen und tonlichen Schwierigkeiten wurden in kammermusikalischer Art ausgezeichnet bewältigt. Don dem am Schlüsse ber VortragS- iolgc stehenden Terzett aus StrauS' .Roscn- kavalier" (Frl. Möller, Keitzer, Frau Schmidt-Wissendorff) gilt das gleiche. Auch hier ein Aufeinandereingehen mit sicherem musikalischen Anpassungsvermögen.

Drei Lieder von Mahler fang Frl. Ilse Wer­ner noch etwa- ängstlich, aber recht geschmack­voll. Auch Frl. Ehelmüller entledigte sich ihrer Ausgabe (zwei Lieder von d'Albert unb eins von Pfihner) mit erfreulichem Erfolg Einen guten Gesamteinbruck machten bie von Frl.Hill vorgetragenen Lieder von Ramrath, die schon ganz gutes Können verrieten. Recht eindrucks­voll war ferner die Wiedergabe dreier Grieg- Lieder durch Frl. M A l l e r. beten Stimme einen sympathischen Klang hat. Frl. Herta Schnei­der zeigte sich ebenfalls auf guter Stufe. Die drei Lieder, die Frl. Drommershausen fang, verrieten einen Alt von großem Umfang und weichem Klang. Frl. Tilli Keitzer gab dem Ganzen einen sehr gehaltvollen Abschluß durch drei nicht nur klanglich, sondern auch musi­kalisch schön vermittelte Lieder von Wolff, Behm und Marx.

Der Erfolg der Veranstaltung ist jedenfalls auf grau Schmidt-Wiffendorffs Seite, die mit ber Durchführung ber Vortragsfolge gleichzeitig die Visitenkarte ihrer pädagogischen Tätigkeit abgab. Am Klavier begleitete Frau Schmidt- Wissendorff unb Frl. Irmgard Decker (Terzett ausRosenkavalier) mit recht guter An­passung.

Es gab am Schluß und bei den «Einzelleistungen herzlichen Beifall. B.

Bornotizcn.

Tageskalender f ü r Dienstag. Stadttheater,Der Graue", 20 bis 22.30 Uhr. Einhorn-Saal", 11 bis 19 Uhr, Hessische Hygiene-Ausstellung. Haussrauen-Deratung, 20 Uhr, Hotel Hindenburg, Ausstellung und Kur­sus für kunstgewerbliche Bearbeitung von «Seiden­krepp. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 15.30 und 18 Uhr,Zukünftige Ereignisse": 20.30 Uhr Der Sieger".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute als 27. Vorstellung im Dienstag-Abonnement zu gewöhnlichen Prei­sen Erstaufführung des «SchauspielsDer Graue" von Friedrich Forster. Eine «Schülertragödie, das Erstlingswerk eines jungen Autors. Spielleitung Peter Fassott. Die Titelrolle spielt Raimund Schelcher. Mitwirkende Damen: Koch, Walther- Lederer, Wielander: Herren: Druck, «Seiger, Hauer, Ianscheck, Kühne, Michel, Paetsch, Dolck. Beginn 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Mittwoch, 20. April, Wiederholung der Doppelvorstellung Liebelei" von Arthur Schnitzler unter der Spiel­leitung von Karl Heyser, undDer verwandelte Komödiant" von Stefan Zweig. Spielleitung Wolfgang Kühne. Beginn 19.30 Uhr, Ende 22.15 Uhr.

Gießener Wochcnmarktpreise.

Gießen, 19. April. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 130 Pf., Canb&uttcr 120, Kochbutter 100, Matte 25 bis 30, Wirsing (gelb) 15 bis 20 (pro Ztr. 12 bis 15 Mk.), Wirsing (grün) 25 (pro Zentner 20 bis 22 Mk.), Weißkraut 10 (pro Zentner 6 bis 6,50 Mk ), Rotkraut 12 bis 15 (pro Zentner 8 bis 9 Mk ), Kartoffeln 4,5 (pro Zentner 3,80 bis 4 Mk.), gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10, Spinat 10 bis 15, Unterkohlrabi 5 bis 8, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 18 bis 20, Meerrettich 30 bis 60, «Schwarzwurzeln 25 bis 35, Dörrobst 25 bis 30, Aepfel l0bis l5, Nüsse 35 bis 40, Honig 40 bis 45, Suppenhühner 70 bis 80, junge Hähne 80 bis 90 Pfennig pro Pfd : Tauben 60 bis 70, Eier 6 und 7, Blumenkohl 30 bis 70, Salatgurken 50 bis 70, Salat 20 bis 25. Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Käse 5 bis 10 Pf. pro Stück: Radieschen 10 bis 15, Rettich (neue) 25 bis 30 Pf. pro Bund.

*

Eine Zeitungsanzeige i st eine Urkunde. Zu dieser Feststellung gelangte das «Schöffengericht Nordhausen in einem Urteil, durch das eine 21jährige Haustochter wegen groben Unfugs und Urkundenfälschung zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt wurde. Die Verurteilte hatte in einer Zeitung eine Todesanzeige aufgegeben, die den Namen eines anderen Mädchens, das sich bester Gesundheit erfreute, enthielt.

"EineAchtundachtzigjährige. Fräu­lein Karoline Stumpf, wohnhaft Frankfurter Straße 9. feiert in geistiger und körperlicher Frische am morgigen Mittwoch ihren 83. Geburts­tag.

' Eine Fünfundsiebzigjährige. Frau Elisabeth Keil Ww., wohnhaft Linden- platz7, feiert am morgigen Mittwoch bei guter Gesundheit ihren 75. Geburtstag.

* Einbrüche. Der heutige Polizeibericht meldet: In der Nacht zum Montag wurde in das Kurz-Sp'.elwaren-Sngrosgeschäft Margulies, Bahnhofstraße, einaebrochen und eine größere An­zahl Damenstrümpse verschiedener Farben, desgl. weiße und bunte Herrenoberhemden entwendet. Ein weiterer Einbruch wurde in der Nacht zum Dienstag in der Wirtschaft zurStadt Wetzlar" verübt. Entwendet wurden zwei Aktenmappen, Zigarren und Zigaretten, ein Fernglas und der Inhalt einer Waisenbüchse, die der Täter er­brochen hat. In derselben Nacht wurde auch in

Heldenbergen cm g.. crer Wäschediebstahl au> geführt. Die Ermittelungen wurden in allen Fäl­len sofort ausgenommen.

** Stiftung-fest de- Bauerfchen Ge­sangvereins. AuS Anlaß des 68. Stiftungs­festes des Bauerfchen Gesangvereins fand am Samstag im Restaurant Bürgerhof ein Festkom­mers statt, der sehr zahlreich besucht war. Nach alter Sitte wurden so berichtet man unS an diesem Tage folgende Auszeichnungen verliehen: 40 Jahre: LouiS Bell off ; 30 Jahre: Rudolf QD e b c r und Karl Heller: 20 Jahre: Heinrich Ley, Heinrich May, Karl Seiffert, Wil­helm Wehn und Heinrich Deibel: 10 Jahre: Max De tree, Fritz Reitz, Ludwig Wöll und 'Theo B o r n £. Den Sängern wurde eine silberne Nadel mit entsprechender Gravierung übergeben. 5ür fleißigen «Singstundenbesuch im abgclaufcncn Vereinsjahr wurden 43 Sänger mit der goldenen und 16 Sänger mit der silbernen Nadel ausge­zeichnet. Den Sängern Heinrich Heß, Han- Bill und Karl Schmidt wurde der goldene Sängerring, eine besondere Auszeichnung für fünf­jährigen ununterbrochenen Singstundenbesuch. zuteil.

Hauptversammlung des Hessischen Pfarrvereins.

)( Friedberg. 16. April. Dieser Tage fand unter dem Vorsitz von Dekan I a u d t im hiesigen evangelischen Gemeindehaus die Hauptver­sammlung des Hessischen Evange­lischen Pfarrvereins statt. Als Vertreter deS Landeskirchenamtes war Oberkirchenrat l). Wagner (Gießen) erschienen. Der gedruckt vor­liegende Jahresbericht wurde eingehend bespro­chen.^ Die Mitgliederzahl hat zugenommen und beträgt zur Zeit 435. Der im Lause deS Vereins- jahres Heimgegangenen Mitglieder wurde in üb­licher Weise gedacht. Die Berichte des Rechners. Dekan Röschen (Darmstadt), des Schriftleiters, Pfarrer Knodt (Offenbach), des Leiters der HilfSkasse, Pfarrer Schultheis (Großen-Lin- den), der Sterbekasse, Dekan Schmidt (Grün­berg) und Pfarrer Diehl (Freienseen), fanden einmütige Annahme. Nach einer Pause schloß sich eine wissenschaftliche Tagung an. Pfarrer Marx (Darmstadt) und Professor Lic. G er­st e n m a i e r (Friedberg) hielten Vorträge über neuere Gesangbücher und zeigten die Richtlinien auf, die bei der Äeuausgabe eines Gesangbuches zu berücksichtigen wären. Beide Vorträge wurden sehr beifällig ausgenommen. Rege Aussprachen schlossen sich an. Ausdrücklich wurde jedoch sowohl in den Vorträgen, als auch in der Aussprache zur Vermeidung einer unnötigen Beunruhigung unserer Gemeinden betont, daß zur Zeit nicht an die Herausgabe eines neuen Ge­sangbuches in Hessen gedacht sei.

Totschlag im Kreise Büdingen.

< Dieichenbach (Kr. Düdingen), 18. April. Heute in den frühen Morgenstunden ereignete sich in unserem Orte eine entsetzliche Bluttat, der ein junges Menschenleben zum Opfer fiel. Der Musilverein B.'eichenbachhatte in einer Gastwirtschaft eine gesellige Ver­anstaltung arrangiert, in die gegen 4 älhr ein Wanderbursche von auswärts hineinkam und als­bald durch den RufHeil Moskaul" einen Zusammenstoß herbei führte, bei dem der Stören­fried »erhauen wurde. Später kam es auf der Straße erneut zu einer Schlägerei zwischen hie­sigen und Aulendiebacher Burschen. Dabei wurde der anfangs der 20er Jahre stehende Landwirt­schaftsknecht Streum aus Aulendiebach mit dicken Holzknüppeln, sog. Wellen- beng c ln , totgeschlagen, während der etwa gleichaltrige Landwirtschaftsknecht Ku hn aus Aulendiebach auf die g eiche Weise am Schädel und an den Deinen durch Schläge so schwer verletzt wurde, daß er der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden mußte. Heute vor­mittag weilten die Gendarmerie, sowie der Staatsanwalt und Kriminalbeamte der Landes- kriminalpolizeistelle Gießen zur Untersuchung in unserem Orte. Unter der Beschuldigung der Täterschaft wurden der Kachelofenbauer Maid aus Dieichenbach und der Däckermeistersohn Heck aus Aulendiebach verhaftet und in das Ämtsgerichtsgefängnis zu Ortenberg eingeliefert. Die Untersuchung wird mit Nachdruck fort­gesetzt.

Bon anderer Seite erfahren wix auf Grund guter Informationen noch folgendes zu dem bedauerlichen Vorfall: Zwei junge Burschen aus Aulendiebach waren am Sonntagabend in der Wirtschaft von Beck in Aulendiebach eingekehrt. Es kam zu einem Streit, als ein fremder Handwerksbursche in seiner Angetrunkenheit mit dem RufeHeil Moskau!" und mit persönlichen Anrempelungen einige Gäste be­lästigte. Er bekam von einem der Burschen aus Aulendiebach eine Ohrfeige und wurde von einem jungen Mann aus Bleichenbach, der früher der kommunistischen Partei angehört hatte, in Schutz genommen. Es kam darauf zu einer Schlägerei. Als die Burschen aus Aulendiebach sich auf den Heim­weg begeben hatten, wurden sie von ihrem Gegner, dem sich noch ein anderer junger Mann zugesellt hatte, verfolgt und angegriffen. Sie wurden von den beiden mit dicken Prügeln derart mißhandelt, daß der eine seinen Verletzungen erlegen ist, wäh. rend der andere in die Chirurgische Klinik geschasst werden mußte. Sie beiden Täter sind verhaftet. Sem Vernehmen nach sind sie g e ft ä n b l g.

Wettervoraussage.

Die neue Islandstörung dehnt sich weiter süd­wärts über die britischen Inseln aus, so daß der dort herrschende Hochdruckeinfluh zum «Schwin­den kommt. Durch Ausläufer des Tiefs dürfte wieder ozeanische Lust nach dem Festlande ge­langen, welche die Temperaturen mehr ausgleicht und zunächst Milderung bringt.

Aussichten für Mittwoch: Im ganzen milder, wolkig mit Aufheiterung, keine oder nur vereinzelte Niederschläge.

Aussichten für Donnerstag: Weiter­hin wechselnd wolkig mit Neigung zu Aufheiterung, einzelne Niederschläge, anfänglich Temperaturen we­nig verändert, jedoch später etwas auffrischend.

Lufttemperaturen. Am 18. April: mittags 6,0 ®rQb, abends 5,5 Grad; am 19. April: morgens 4,0 Grad Celsius. Maximum 6,4 Grad, Minimum 1,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe. Am 18. April: abends 6,2 Grad; am 19. April: morgens 4,8 Grad Celsius.

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