Ausgabe 
18.7.1932 Erstes Blatt
 
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Geheimrat Syrup, bisher Präsident der Reichs­anstalt für Arbeitslosenversicherung, ist zum künf­tigen Reichskommissar für die Arbeitsdienstpflicht ausersehen.

buch) verfaßten Prolog, in dem den hohen Idealen der Chattia und ihrer vorbildlichen Arbeit gehuldigt wurde.

Sodann hielt A.H. Dr. med. Müller die Festr« de , in der er zunächst einen Heber- blick über die Geschichte der Chattia gab und dann als Sinn und Zweck der Stiftungsfest­veranstaltung das Bekenntnis zum studentischen Geist und zum Deutschtum nannte. Er pries so­dann die guten Beziehungen zwischen der Stu­dentenschaft und der Bürgerschaft und forderte auf, den Glauben der Jugend an ihre Ideale zu stärken und zu stützen, die jungen Leute mit der Waffe der Arbeit auszurüsten und durch die Erschließung der Arbeit unsere Jugend vor dem Verkümmern zu bewahren. Getreu dem Wahl­spruchFreundschaft und Treue" werde die Ver­bindung ihren Anteil an der Erziehung der jungen Menschen beitragen um sie zu befähigen zu restloser Pflichterfüllung und zum Einsatz aller Kraft für die hohen Ideale. Durch die Mensur erstrebe man die Ertüchtigung der Jugend, ihre Erziehung zum Selbstbewußtsein und zur Selb­ständigkeit, zur steten Bereitschaft, voll und ganz für alles Hohe und Heilige, für die eigene und für die deutsche Ehre einzutreten. Im natio­nalen Gedanken wolle man die Zusammenfassung aller deutschdenkenden Menschen fördern und er­reichen, das Rationalbewußtsein des deutschen Volkes wolle man ausbreiten und vertiefen, da­mit das deutsche Volk wieder gleichberechtigt werde unter den Völkern. Mit dem Mahnruf: Seid wehrhaft, seid Freunde, seid Deutsch«, dann halten wir in Händen das Glück des Vaterlandes" schloß der Redner seine eindrucks­vollen Worte.

Nach dem Spiel des Ave verum von Mozart hielt A. S). Pfarrer Knab ° Gustavsburg die Ge- fallenen-Gedenkrede. Er wies darauf hin, daß das Opfer der Gefallenen uns Lebende aufrufe zu gleich tapferen Taten für das Vaterland. Nach dem Vorbild der Gefallenen müßten mir unser Le­ben neu- und umgestalten. Es gehe nicht um den Einzelnen, sondern um die Gesamtheit: es solle auch kein neuer Krieg, kein neues Blutvergießen herbeigeführt weiten, sondern in gemeinsamem Le­ben und in herzinniger Volksverbundenheit alles zusammenwirken, um das Vaterland aus der jetzi­gen Not und Tiefe heraus zum Glück und zum Licht zu bringen, aus der Knechtschaft und Schmach wieder zur goldenen Freiheit zu führen. Dieser Kampf sei mit den Waffen des Geistes zu führen, im Hinblick auf Gott und Volk und im Besitz eines reinen Herzens.Wir wehren uns gegen die Lüge, weil wir die Wahrheit lieben, wir wehren uns gegen die Knechtschaft, weil wir die Freiheit lieben, wir wehren uns gegen Lüge und Knechtschaft, weil wir den Frieden lieben. Die Freiheit verbürgt den Frieden, und wir wollen frei sein, wie die Väter waren." Das sei der große Kampf, den wir zu führen hätten und wir unseren Gefallenen schuldig seien. Während einer kurzen Pause in der Ge­denkrede wurde bei den leisen Klängen der Melo­die ,Ich halt einen Kameraden" von den Chargen ein Kranz am Ehrenmal im Vorraum der Aula niedergelegt. Nach der Rückkehr der Chargen in die Aula wünschte der Redner unserem Volke die Einkehr des Helden- und Opfergeistes unserer Gefallenen in alle deutschen Herzen, damit daraus die völlige Hingabe aller Volksgenossen an die Wiederaufrichtung eines großen und freien Vater­landes hervorgehe.

Mit Beethovens Adagio aus der Sonata patdthi- que fand die würdige und gehaltvolle Feierstunde ihren Ausklang.

Wirtschaft

Berlin unsicher und verstimmt.

Berlin, 18. Juli. (WTB. Funkspruch.) Die erste Börse der neuen Woche eröffnete haupt­sächlich infolge der scharfen Zuspitzung der inner- politischen Derhältnisse vor den Wahlen in sehr unsicherer und überwiegend schwächerer Haltung. Auch durch den Er­laß der Reichsregierung, der Demonstrationen unter freiem Himmel fortab verbietet, wurde die bestehende Verstimmung nicht ganz behoben, so daß auf Grund kleinen Publikumsangebots meist Kursrückgänge bis zu 1 Proz. ein­traten. Hinzu kam ein schwächerer Schluß der Reuhorker Samstagbörse, ferner trug der heute zur Veröffentlichung gekommene Reichsbank­ausweis für die zweite Iuliwoche zu der Herr- chenden Zurückhaltung bei, da zwar die ausgewiesene Entlastunz um 124,8 Millionen als ganz günstig zu bezeichnen war, die Verminde­rung der Gold- und Devisenbestände um 53,3 Millionen (Teilrückzahlungen des äleber- brückungskredites des Reiches an Lee, Higginson & Co.) aber überraschte. Die Deckung der Roten erfuhr dadurch naturgemäß eine ziem­lich empfindliche Einschrumpfung auf 23,5 nach 24,4 Prozent.

Kursveränderungen von Belang waren aber nur ganz vereinzelt. Ilse Genuhscheine hatten mit einem Verlust von 3 Prozent die Spitze, während onst nur einzelne Papiere, wie Klöckner, Licht & Kraft, Oberkoks, Siemens, Schultheis und Aschaf- enburger Zellstoff bis 1,89 Prozent einbützten. Auch in Reichsbankanteilen und Farben bestand etwas größeres Angebot. Bei Dessauer Gas ist der Dividendenabschlag zu berücksichtigen, nach­dem sich gegenüber dem letzten Kurs vom Sams­tag noch ein kleines Plus von 6,75 Prozent er­gibt

Am Rentenmarkt war die Tendenz eben­falls eher leichter. Reichsschuldbuchforderun-

Zauemnotkinidgebmig in Oberhessen und GA.-Aufmarsch in Ettingshausen.

Ettingshausen, 17. Juli. Für den heu­tigen Sonntagnachmittag war in unserer Gemeinde eine Bauernnotkundgebung auf 15 Uhr angesagt. Schon in den ersten Rachmittagsstunden herrschte in dem Dorfe ein bewegtes Treiben, das das sonst so ruhige Sonntagsbild unserer Straße gründlich veränderte. Hitler-Organisationen mar­schierten ein, unter denen die Scharen der Hitler- Jugend besonders begrüßt wurden. Don den um­liegenden Dörfern kamen die Fremden, und Alte und Junge warteten auf den Beginn der Veran­staltung. Aber die auf 15 Uhr festgesetzte Kund­gebung wurde verschoben. Wie man erfuhr, soll das Kreisamt den Anfang nicht vor 17 Uhr er­laubt haben, weil erst da die 48 Stunden verflossen waren, die feit der Anmeldung der Veranstaltung verstrichen sein mußten. Deshalb fuhr auch der erste vorgesehene Redner, Graf Bernhard von Solms - Laubach noch einmal weg, um in einer Versammlung in Dad- Rauheim zu sprechen. Die Menschenmassen aber wanderten inzwischen nach unsererHardt", dem freien Platze südlich des Dorfes am hochgelegenen Waldesrand, wo man das schöne Bild der engeren Heimat vor sich hat mit ihren Hügeln uni> Wäl­dern, das abgeschlossen wird durch das wuchtige Dogelsbergmassiv, das durch den Hoherodskopf, den Taufstein und die anderen Höhen gekrönt wird. Gin schönerer Platz für eine Heimatkundgebung ist nicht gut in unserer Gegend zu finden.

Nachdem man auch dort noch geduldig fast 11 Stunden gewartet hatte, traf der erste Redner, der Vizepräsident des Landtags, Lehrer Kl oste r- mann aus Vockenrod ein. Bald stand auch die etwa 1500 bis 2000 Menschen zählende Gemeinde unter der Redegemalt dieses Volksredners. Mit wuchtigen Worten, mit handgreiflich deutlichen Bil­dern und mit glänzender Dra-stik zeichnete der Red­ner die Not von heute, die er als V o l k s n o t schilderte, die alle Stände zu verschlingen drohe. Er zeigte auch, daß in den letzten 14 Jahren es nicht gelungen sei, dieser Not ein Ende zu machen, daß alle Regierungen versagt hätten und daß auch die jetzige Regierung des Reichskanzlers o. P a p e n in gleicher Weise enttäuscht habe. Die falsche Ein­stellung aller Regierungen auf Weltwirtschaft und Exporthandel habe das vaterländische Elend heroorgerufen, das sich gerade in der Bauern- n o t so deullich zeige, in das aber alle Stände un­seres Volkes hineingezogen morden seien. Dem­gegenüber wolle der Nationalsozialismus die hei­matliche Wirtschaft stärken, indem er die Binnen- koufkraft hebe. Das müsse dadurch geschehen, daß unsere deutsche Landwirtschaft und

Industrie geschützt werde gegen die Ein­fuhr der Auslandserzeugnisse, so daß Bauern und Arbeiter wieder zu Verdienst kämen. Weil man aber nur durch Arbeit verdienen könne, stünde der Nationalsozialismus zur Arbeitsdienstpflicht, die sich reichlich betätigen könne durch Urbar­machung von Gelände, Herstellung unserer so sehr im Argen liegenden Straßen usw. Denn eine Menge von Arbeit ließe sich schaffen, für die Geld vorhanden sein müsse, wenn man Milliarden auf­gebracht habe für Bankensanierungen. So allein könne man den kommenden Geschlechtern das Erbe an deutschem Gut erhalten, das vorangegangene Generationen uns erarbeitet hätten und für das wir verantwortlich wären. Das sei das Ziel des Nationalsozialismus, und das führe zu der Volks­gemeinschaft, die Adolf Hiller uns erkämpfen wolle.

Der zweite Redner, Borchert aus Hannover, führte diese Gedanken weiter aus. Er zeigte, daß das Ziel aller nationalsozialistischen Bestrebungen die Volksgemeinschaft sei, wie sie in den Augusttagen des Jahres 1914 sich so erhebend ge­zeigt habe. Damals sei aller Standes- und Klassen­unterschied, alle Gegensätze der Konfessionen ver­schwunden vor dem einen Gefühle:Ich bin ein Deutscher". Damals dachte man nicht an die Gegen­sätze vonreich und arm",gebildet oder ungebildet", sondern man lebte in dem gemeinsamen Gefühle der Verantwortlichkeit für das Vaterland. Diese Volks­gemeinschaft wolle Adolf Hitler wiederbringen, dessen Werk geboren sei aus der heißen Liebe zum Vater­lande, der der Führer sei in dem Kampfe, den jeder Deutsche mitkämpfen müsse, wenn er vor seinen Nachkommen bestehen wolle.

Nachdem noch Studienrat Blank (Gießen) eine offene Absage an das Kabinett von P a p e n gerichtet hatte, war inzwischen Graf Solms wieder erschienen, der sich mit scharfen Wor­ten gegen das System wandte, das die große Not, auch die Bauernnot habe enstehen lassen. Sehr drastisch wies der Redner darauf hin, daß es soweit gekommen sei, daß neben dem 100 000 Mann starken Reichsheer ein Heer von 120 000 Gerichtsvollziehern stände, das in der Zeit der Arbeitslosigkeit an Ar­beitsüberlastung leide. Der Redner suchte die Der- sammelten aufzurütteln, am 31. Juli durch Stimm­abgabe für Hitler ihr Teil dazu zu tun, daß die Not ein Ende nähme, ehe die Wogen des Verderbens unser ganzes Volk und damit auch jeden einzelnen in die Tiefe rissen.Gott, der Allmächtige, gebe, daß es noch nicht zu spät ist, ihr aber tut eure Schuldig- keit", so schloß der Redner seine eindrucksvollen Aus- führungen, mit denen die Veranstaltung zu Ende ging-

I gen büßten 0,50 bis 0,75 Prozent ein, Altbesitz ging um 1 Prozent zurück, Reubesitz verlor 0,35 Prozent In Pfandbriefen, die ebenfalls schwächer taxiert werden, war Das Angebot im Verlaufe nicht so erheblich, wie befürchtet, das später zu einer gewissen Beruhigung führte. Auch Aktten- werte waren teilweise leicht erholt. Angeblich auf Hamburger Arbitrage-Käufe lagen Deutsche Erd­öl fester und glichen ihren Anfangsverlust mehr als aus. (Plus 2 Prozent.) Von Auslandsrenten waren Bosnier erholt.

Sranffurf unsicher.

Frankfurt a. M., 18. Juli. (WTB. Drcchtmel- dung.) Die Börse zeigte zum Wochenbeginn das gleiche ruhige Aussehen der letzten Tage, da das Publikum dem Markte fernbleibt, zumal die ganze innerpolitische Situation eine weitereVerschärfung erfahren hat und daher starke Zurückhaltung aller am Börsengeschäft beteilig­ten Kreise auslöste. Bei sehr geringer Umsatztätigkeit war die Stimmung sehr unsicher und eher schwächer. Auf Abgaben der Spekulation setzten die ersten Kurse durchweg niedriger ein. So eröffne­ten IG., Licht und Kraft, Reichsbank bis zu 1% Prozent, Stahloerein, Zellstoff Waldhof, AEG. und Reichsbahnvorzugsaktien bis zu Prozent schwä­cher. Etwas fester lagen nur Deutsche Erdöl mit plus 1% Prozent. Süddeutsche Zucker waren mit 105 Pro­zent gut behauptet. Nach den ersten Kursen zeigte sich einige Deckungsnachfrage, und die Kurse konnten sich verschiedentlich um etwa bis % Prozent erholen, wobei die Nachricht daß die Reichsregierung ein Demonstrationsverbot erlassen werde, etwas beruhigte.

Am Rentenmarkt neigte die Tendenz eben­falls zur Schwäche, besonders Altbesitz lagen mit minus 1$ v. H. schwach, und auch Neubesitz und Reichsschuldbuchforderungen büßten etwas M. Am Pfandbriefmarkt war die Lage nur wenig verändert.

Liquidationspfandbriefe lagen zum Teil etwas freundlicher.

Frankfurter Getreidebörse.

F r a n k f u r t a. M., 18. Juli. Zum Wochenbeginn war die Tendenz an der Getreidebörse sehr ruhig. Die Nachfrage für Neugetreide hat sich infolge der regnerischen Witterung etwas gebessert, dagegen wirkt die innerpolitische Lage sehr geschäftshemmend. Das Angebot von Brotgetreide aus erster Hand (Landwirtschaft) blieb knapp. Am Mehlmarkt war die Umsatztätigkeit wei­terhin schleppend, da sich die Deckung nur auf den notwendigsten Tagesbedarf beschränkte. Am Futter­mittelmarkt ist die Tendenz merklich ruhiger gewor­den und die Preise für Kleie bröckelten zum Teil etwas ab. Erstmals notiert wurde neue Winter­gerste, wobei sich keine größeren Umsätze ergaben. Es wurden notiert: Weizen 255 bis 253,50; Rog­gen 215 bis 217,50; Wintergerste 170 bis 180; Hafer, inländischer 170 bis 180; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 38 bis 39,05; Roggenm'-Hl (70 v.H.) 28,50 bis 29,25; Weizenkleie 9; Roggenkleie 9,25; Erbsen 24 bis 35; Linsen 22 bis 48; Heu 3 bis 3,40; Wei­ten- und Roggenstroh, drahtgepreßt 3,50; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 3,20 bis 3,50; Treber, getrocknet 10,50; Weizenmehl, niederrh. 38 bis 38,80 Mark. Kartoffeln: Erstlinge, hiesiger Gegend, 3,40 bis 3,50; Böhms allerfrüheste gelbe 2,65 bis 2,75 Mark. Tendenz: ruhig.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

F r a n k f u r t a. M., 18. Juni. Auftrieb: 1528 Rin­der, darunter 332 Ochsen, 171 Bullen, 537 Kühe, 442 Färsen, 768 Kälber, 95 Schafe. 5412 Schweine, dar­unter 160 Litauer. Es kosteten: Ochsen, vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere, 31 bis 34, ältere 27 bis 30, sonstige vollfleischiqe jüngere 24 bis 26 Mark; Bullen jüngere, vollst./ höchsten Schlachtwerts 26 bis 29, sonstige vollfl. oder ausge- mästete 22 bis 25 Mark; Kühe, jüngere,vollfl. höch­sten Schlachtwerts 23 bis 27, sonstige vollst', oder ausgemästete 18 bis 22, fleischige 14 bis 17 Mark; Färsen, vollfl., ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 31 bis 34, vollfleischige 26 bis 30. fleischige 21 bis 25 Mark; Kälber beste Mast- und Saugkälber 34 bis 37, mittlere Mast- und Saugkälber 29 bis 33, geringe Kälber 23 bis 28 Mark; Schafe, Mastläm- mer und jüngere Masthämmel. Weidemast 27 bis 30 Mark; Schweine, Fettschweine über 300 Pfund Lebendewicht 41 bis 44, vollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 41 bis 44, von etwa 200 bis 240 Pfund 42 bis 45, von etwa 160 bis 200 Pfd. 40 bis 44; fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund 36 bis 42 Mark. Marktverkauf: Rinder und Schweine ruhig, Ueberstand, Kälber und Schafe ruhig, ausoertauft.

Aus aller Wett.

Alarga von Lhdorf in Dien eingetroffen.

Die Ostqsienfliegerin Marga von Etzdorf traf auf ihrem Rückfluge von Bangkok im Budapester Verkehrsflugzeug auf dem Flugfelde Aspern ein. Ein Geschwader der deutschen Sportfliegerei, das sie von Berlin einholen wollte, hatte wegen ungünstiger Wit­terung im Gebirge den Flug von Dresden aus nicht - rechtzeitig fortsetzen können.

Autounfall Dr. Eckeners.

Wie Di«Deutsche Allgemeine Zeitung" berich­tet. erlitt Dr. E ck e n e r bei einer Autofahrt einen äl n f a l l. Dr. Eckener. Der sich in Begleitung seiner Frau und seiner Tochter befand, steuerte selbst einen schweren Maybach-Wagen. Bei dem Dorfe Missen in der Rahe von Kempten wollte er in rascher Fahrt einen anderen Kraftwagen überholen. Eckeners Auto geriet dabei mit dem Vorderrad über die Straßenböschung, wurde seit­wärts gerissen und mit solcher Wucht an einen Daum geschleudert, daß dieser glatt umgebogen wurde. Dr. Eckener wurde mit Frau und Toch­ter aus dem Wagen geschleudert. Wie durch ein Wunder kam die ganze Familie mit leichten Hautabschürfungen und Prel­lungen davon. Das schwer beschädigte Auto mußte abgeschleppt werden. Dr. Eckener begab sich mit feinen Angehörigen nach Missen.

Auch die Dame kann Motorrad fahren. Es gibt heute wenig Damen, die nicht radfahren können. Mo- torradfahrende Damen sind dagegen noch selten. Gar viele bleiben nur deshalb beim Fahrrad, weil sie sich an ein Motorrad nicht recht herantrauen. Das Rad- ähren auf weitere Strecken oder gar in bergigem Gelände erfordert aber eine bedeutende körperliche Anstrengung, so daß es gerade für die Damenwett erwünscht ist, sich die Motorkraft nutzbar zu machen. Am einfachsten, bequemsten, gefahrlosesten und bil» lgsten geschieht dies durch Gebrauch eines motori« ierten Fahrrades. Ein solches ist dasM o t o f u I m" der Firma NSU Vereinigte Fahrzeugwerke AG^ Neckarsulm. Neben seinem Vorteil im Preis es ist das billigste Motorfahrzeug der Welt hat es noch den Vorzug der besonderen Eignung für die Dame, zumal eine sog. Motorradkleidung unnötig ist, da der offene Rahmen das Fahren in jeder Kleidung zuläßt. 5157V

Samstag abend 10 Uhr verschied sanft und unerwartet, nach kurzer schwerer Krankheit, meine gute Mutter. Schwiegermutter. Großmutter, Schwägerin und Tante

Marie Wagner Wwe.

geb. Deibel

im 64. Lebensjahre.

Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen:

Familie Heinrich Wagner IQ.

Wieseck, den 17. Juli 1932.

Die Beerdigung findet Dienstag, den 19. Juli, nachmittags 3 Uhr vom Sterbehause Gießener Straße 170 aus statt _

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