Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen
Fahrt durch -en Westerwald
nun hinaus in den Sommermorgen! Der
H.
entgegen.
land gespielten Stücke.
Tasche.
Und Sonne
UM isch-EMils-t aalr-Lolleck.
Ka<hdni<! vriboln
lanlische und mobtntj 14.00: AlchtMsik.
hm Orchesters. 23$ Tragikomödie in btt 50: Des Knaben
Die Lust geht frisch und rein!
Winke für Wanderslcut
Wenn in diesen Tagen die Wandersehnsucht er- wacht, wenn wir wieder mit Rucksack und Wander- stab hinausziehen in die grüne Natur, dann atmen wir erlöst auf und lassen frohen Herzens den All- tagsstaud zu Hause. Aber können wir auch richtig wandern?
Eine Wanderung, und fei es auch nur für einige Tage, ist etwas anderes als ein Spaziergang Will man unabhängig von den Menschen und ihren Ein richtungen sein, dann müssen wir uns vorbereilen,
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). Juni,
Wanderfahrten.
Katzen furt — Greifenthal — Elgershausen — Greifenstein — Edingen.
Wir fahren mit Sonntagskarte nach Katzenfurt, überschreiten den Bahnkörper und gehen vom Wegweiser auf guter, von Dbftbäumen bestandener Landstraße durch Greifenthai, einer ehemalig sranzösi- fischen Niederlassung und später an dem reizvoll gelegenen Forsthaus Langengrund vorüber bis zur nächsten Querstraße, wo wir auf blaue Stricke stoßen. An dem Schnittpunkt haben wir eine hübsche Aussicht in das Ulmbachtal. Wir gehen jetzt dem Zeichen rechts noch und gelangen alsbald an der bekannten Lungenheilanstalt Waldhof Elgershausen mit einer alten Wallfahrtskapelle, in einem kleinen stillen Tal gelegen, vorüber durch den Wald nach Dorf und Ruine Greifenstein, auf die sich beim Verlassen des Waldes ein herrlicher Blick bietet. (Gute Einkehr bei Simon.) Wir besichtigen die ausgedehnte Burganlage sowie die Schloßkirche mit reichen Stuckarbeiten und steigen auf dem kürzesten Weg mit unterwegs prächtigen Blicken hinab noch unserem Endziel Edingen. Wanderzeit höchstens 3 Stunden.
uid vor allem die alte Bibliothek, ein wahres Schmuckstück de» Klosters. Dann geht es der alten '.^csidenzstadt und Trutzsesle Hachenburg ent. negen. Dieses Städtchen, das einzige auf dem hohen Westerwald, liegt reizend um den von dem wuch- iifen Schloß gekrönten Schloßberg Inmitten blühender Gärten und Anlagen. Dleilenroeit schweift der 'Hlick vom Schloßberg in die Ferne. Wieder geht es iurd) die Lande durch Kord noch Unnau Am Hange eines bewaldeten Bergkegels gelegen, hat man icn dem sauberen Dorschen einen schönen Fernblick in« waldumschlossene Tal ober Nister. Marien- t «rg, das Zentrum des Westerwaldes und/Zugleich kc>5 Ziel des läge», war bald erreicht. Es liegt rtalerifd) an der Berglehne, von der weithin sicht- taren Kirche gekrönt. In höchster Höhe vereinigt sich toi Liebliche der Wiesen, Buchen, und Tannenwäl- ter mit dem Herben der ausgedehnten Viehweiden, shwarzen Schutzhecken und schweren Basaltblöcken.
Früh am anderen Morgen geht es weiter von ?orf zu -Dorf. Höhn, die Kraftzentrale des Wefter- Dtilbes, zeigt uns seine modern eingerichteten Werke, !B e ft e r b u r g , sein schönes altes Schloß, das heute ioi deutschen Iugendvereinen gemietet, selbst seine Zsorten für Sommerfrischler geöffnet hat. Westwärts ceM die Fahrt, wieder durch blühende Landschaften, in weidenden Viehherden vorbei. Dorf reiht sich an :)crf, bis plötzlich unter uns da» helle klare Wasser 'les Steife Iber Weihers aufleuchtet. In ligenumroobener, landschaftlich reizvoller Gegend liden hier sieben idyllische Weiher ein unvergeßliches Bild von besonderer (Eigenart und seltener Schönheit.
Weiter geht es, bis die glockenförmigen Dächer I les weithin sichtbaren Schlosses Montabaur sich oom Horizont abheben. Das freundliche Städtchen mit seinem stattlichen gotischen Rathaus, seinen Gie- leldächern und Fachwerkbauten konnte im Hohre 19)0 (ein 1000jähriges Bestehen feiern. 30 Minuten u ußmarsch bringt uns in das Kur Hotel Waldesruhe iei reizvollen Gelbachtale, in dessen Räumen es sich |f br gut ausruhen läßt.
Höhr-Grenzhausen, der Mittelpunkt des htannenbärferlanöcs, hat eine Staatliche Keramische st «chschule, auf der Schüler aller Herren Länder u Modelleuren und Malern, Ingenieuren und Technikern für die Porzellan-, Steingut-, Majolika- i u»b Ziegelindustrie ausgebildet werben. Grenzhausen ifi auch Enbpunkt der von Koblenz ausgehenden S-iraßenbahnlinie. lieber Balten bar geht es jetzt I lEelnabroärts, links ben Rhein, rechts ben rebenbe- vßanzten Hängen bes Wefterwalbes entlang über JteutDieb in bas Wiebtal hinein, um roieber bie Hihe zu suchen, bis wir bas schöne Rengsborf
Punkt 12 Uhr rollte ber Wagen aus Betzborf, Sem Ausgangspunkt unserer Fahrt hinaus in Rich eing Daaden, Emmerzhausen. Don hier aus erfliegen wir ben Stegskopf. Schöne Wege führen Burd) dunklen Tannenwald, über dicke, weiche Gras- Hatten bis in den Aussichtsturm hinauf, ber 655 Meter über bem Meeresspiegel liegt. Da ftanben oir nun hoch oben auf bem türm, zum erstenmal ;epadi von ber herben Schönheit bie,er Landschaft mö schauten in die Weite über die endlosen Hoch ochen des Wefterwalbes im Narben bi» ins Sauer- unb hinein zum Kahlen Asten, im Westen hinüber ju ben Rheinbergen, im Sübtn zum Taunus mit l’intm Feldberg und im Osten zum Dünsberg bei «steßen Davor lagern sich Felder und Wiesen, Durchzogen von langen Reihen dunkler Tannen den Lchutzhecken, die den an die Hänge geduckten Dörfern ben kalten Wind abhalten.
Dann ging es mit dem Omnibus weiter über glatte sckone Straßen, von beiden Seiten mit Eber- udj.n eingerohmt, an Viehherden vorbei die aus hftiagrünen Weideplätzen friedlich grasen, nach Friedewald. Schon von weitem grüßte das sattlicke Schloß mit feinen Zinnen seinen türmen unb Mauern zu uns herüber. Umfriedigt von feinen Men Mauern und seinem alten Park, liegt da» Schloß auf der Hohe und schützt so die schmucken Uauernhäuschen die sich vertrauensvoll in seinen Schutz begeben haben.
Weiter geht es, bergauf, bergab, durch Wald und
fcinv 5mMn U Feld. Nie wird das Auge müde, immer wieder gibt
rö 19 ivv I r- "was anderes, neue», anziehendes zu sehen, lieber
”OrWt a Langenbach, Morien, Luckenbach, Streithausen bringt ffliM iii5 jetzt der Wagen in ein ganz wundervolles Tal
aMxtiuKSdcr Kroppacher Schweiz, ins Nistertal. Dort uÄfrm»'niten, wo nach einer alten Legende vor vielen, vielen 0 u fahren einige Zifterziensermonche mitten im Winter
nhJ i 1 • 9i^on*It i Mischen Schnee und Eis einen blühenden Weißdorn 5h nrvrk^C 1 'crauch gesunden haben haben sie auch ein neues c m dicht> Botteshaus und das Kloster M a r i e n ft a 11 ge- baut..(Ein freundlicher Pater führt uns durch Kirche Ulb Klausur, zeigt uns Kreuzgang, filoftergarten
entdeckten. Nun ging es auf den vielgewundenen Straßen de» Liedtales und ihrer kleinen Seiten- bäcye hinauf bis Waldbreitbach. Diese» anmutige Dörfchen verdankt seinen guten Ruf als Luftkurort und Erholungsstätte seinen hart an den Ort herantretenden Waldungen und der rauschenden Wied. Die klimatischen und landschaftlichen Vorzüge der Gegend haben um Waldbreitbach einen Kranz von Niederlassungen erstehen lassen, die dem Wohl der leidenden und erholungsbedürftigen Menschen dienen. Der müde Städter findet hier alles: reine, würzige, ozonreiche Luft, unberührte Natur, zwang- iofes Leben ohne Aufwand, behagliche Unterkunft und gute Verpflegung, bequeme Wanderungen, Schwimm-, Licht- und Sonnenbad im ausgebauten Strandbad, Gelegenheit zur Angelfischerei und zur Ausübung des Rudersports und nicht zuletzt biedere, frohe und gastfreundliche Menschen.
Weiter geht die Fahrt durch deutsche Wälder über Höhen und durch tiefe Täler nach Hönningen, der untergehenden Sonne entgegen. Bon da rheln- aufwärts nach Koblenz, dem Endpunkt der Fahri
Hinter uns liegt der Westerwald, ein Gebirgsland von eigenartiger Form, ein Heimatland von intimem Charakter. Leider nur allzu oft übersieht man dieses Stück deutschen Mittelgebirges, desien Besuch sich lohnt. Besucht den Westerwald, erholt euch unter deutschen Eichen und Buchen und schaut, wie der urwüchsige deutsche Bauer eng mit seiner Hcimat- scholle verbunden ist, für die er lebt und stirbt.
überlegen, was mitzunehmen ist, und was man unter Umstanden unterwegs laufen kann.
Kannen wir überhaupt einen Rucksack sachgemäß Zacken? Aber sicher! denkst du. Abwarten! Welch üble Erfahrungen haben wir schon auf Wanderungen gemacht Der eine mußte alle halbe Stunde umpacken, weil ihn etwas druckte, der andere hatte unnötiges Zeug mitgenommen und die Hauptsache ocrgelfen.
Ehe wir loswandern, stellen wir uns auf einem Zettel zusammen, was wir eigentlich mitnehmen wollen. Ich habe eine solche Liste, die schon über zehn Jahre alt ist, und immer wieder tut sie mir gute Dienste. Darin werden alle Gegenstände sorgsam nebeneinander auf den Tisch gelegt, kleine Sachen (Kragenknöpfchen, Zwirn. Nadel, Hausapotheke usw.) kommen gesondert in Tuchbeutel. Die» besondere Einpacken von kleinen Gegenständen hat (ich sehr gut bewährt. Ist es doch schon vorgekommen, daß die Seife mit dem Messer in Berührung kam, oder gar mit einer Tafel Schokolade in Gemeinschaft geriet! All das wird durch die Sonderpackung vermieden.
Ist alles da, bann wird der leere Rucksack flach auf den Tisch gelegt, und alle größeren Kleidungsstücke kommen nun zuerst hinein, damit uns der Rucksack bequem auf dem Rücken liegt Die Anordnung der übrigen Sachen ergibt sich bann von selbst.
In ber heutigen Zeit, in ber man fast alles unterwegs laufen tonn, sollte man nicht zu viel Lebensmittel, vor allem keine leicht verderblichen, mitneh- men, es sei denn, daß wir eine Wanderung unternehmen, die uns nur durch Wald und Heide führt Was wir aber an Lebensrnitteln mitnehmen, sei möglichst nahrhaft Kräftige» Brot, viel Obst, auch gedörrtes, Schokolade und eine Dauerwurst genügen in den meisten Fällen. Als Getränk hat sich kalter Kaffee (ohne Milch!) immer noch am besten bewährt, auch kalter Ice. Alkohol nimmt ein echter Wanderer überhaupt nicht mit. Schokolade ist auf der Wanderung keine Leckerei, sondern ein gutes Stärkungsmittel. Man wähle nur bittere Sorten!
Im übrigen kommen wir sicher an klaren Quellen vorbei. Dann aber nicht zu hastig trinken! Zuerst bas Blut abkühlen, Handgelenke in bas kalte Naß' Dann vorsichtig gurgeln, unb zuletzt schluckweise trinken! Sollte unterwegs ber Durst zu heftig werden, bann helfen sehr gut getrocknete Pflaumen, auch eine Zitrone, unb mag sie noch so herbe schmecken, hilft über bas Durstgcfühl hinweg
Der Anzug soll bequem unb leicht fein unb recht viele Taschen enthalten. Die Hände müssen beim Wandern frei sein. Gegen Witterungswechsel nimmt man einen Lodenmantel ober eine Winbjacke mit, beibe geben prachtvolle Rückenkissen im Rucksack. Besonbers wichtig sind bie Schuhe. Niemals trage man ganz neue: denn sonst kann uns Irgenbcinc Druckstelle schon ben ersten Wandertag verleiden Die Schuhe werden gut eingefettet. Die Strümpfe sollen aus Wolle fein. Haden wir empfindliche Füße, dann empfiehlt es sich, morgens und abends ein kaltes Fußbad zu nehmen, ober auch bie Füße mit einer guten Creme ober mit Del einzureiben. Man vergesse auch nicht ein Paar leichte Hausschuhe mit auf die Wanderung zu nehmen, um am Avend den müden Füßen die notige Ruhe zu geben.
Die kleine Hausapotheke, die wir mittragen, braucht nicht umfangreich zu fein. Aber wir müssen etwas gegen lästige Insektenstiche haben, einige Heftpflaster bei leichteren Verletzungen usw. Eine gute Wanderkarte und ein Kompaß kommen in die
Warum in die Ferne schweifen?
Durch die heutigen fataftropfjaltn Geldverhästnisse ist für viele die unbedingt nötige Erholungsreise in Frage gestellt. Das wirkt sich besonders verhängnisvoll aus für die Ueberarbeitetcn unb bie geistig ober körperlich schwer Erschöpften.
Man will unb muh bei bem schweren Konkurrenz- kämpf seine Kräfte erhalten und auffrischen. Doch werden die Mittel zur Reise und Erholung immer von neuem eingeschränkt Reisen in weitere Fernen sind den meisten unmöglich geworden. Hier bietet unsere engere Heimat mit ihren mannigfachen Naturschönheiten noch manche leider viel au wenig bekannte Gelegenheit zum völligen Ausspannen.
Wer kennt z. B. jenseits des Dünsberges das eigenartig reizvolle berg, und waldreiche Hohen- | o I m | e r Land? Diele Gießener kennen allenfalls noch Königsberg mit seiner schönen neu her- gestellten Burg. Kurz dahinter liegt die Wasser- scheide, man blickt auf neue Höhen und Täler und glaubt sich in eine ganz andere Gegend versetzt. Hohensolms hat Naturschönheiten, vor allem einen Fernblick, wie man ihn selbst in höheren Gebirgen selten findet. Liegen morgens Stalsmunt, Diana- bürg, Greifenstein und der ganze Hohe Westerwald greifbar nahe vor uns, so ist nachmittags bie klarste Sicht auf Gießen, Wetterau, Vogelsberg, Rhon, Marburger, Kasseler und Wittgensteiner Land. Die untergehende Sonne spiegelt sich dann wohl in den Fenstern des Feldbergturmes und beleuchtet die Taunushöhen.
Durch die Lage in fast 500 Meter Höhe ist die Luft absolut staubfrei und rein. Selbst in den heißesten Sommermonaten kennt man keine sog Brut Hitze, ebensowenig wie Staub und Geräusch von Eisenbahn und Industrie, die den tiefen Nachtschlaf, den diese Höhenlage bedingt, stören könnten. Die Aus- wähl an kurzen und längeren Daldspaziergängen ist unendlich reich und die Natur noch überall wohltuend unberührt. Der Verkehrsverein bemüht sich, billige Erholungsunterkunst zu vermitteln. Je nach Ansprüchen unb Ruhebebürftigkelt sind alle Mag- lichkeiten geboten: Iugenbherberge unb Schloß für Wanbernbe, Gasthäuser, Prioatzimmer unb Arzt- haus für längeren Aufenthalt. Genauere Auskunft gibt ber Vorsitzende de» Verkehrsoereins Hohensolms, Wetzlar-Land.
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Butzbach — Haufen — Hausberg — Cfpa — Butzbach.
Am Bahnhof Butzbach (Sonntagskarte) überschrei- ten wir ben Bahnkörper unb steigen die mit schonen Dillen bebaute Taunusftrahe empor zum Wald, an besten (Eingang wir einen hübschen Rückblick haben. Schwarze T führen uns bur* Hochwald zu bem reijenb über einem Wiesentalchen gelegenen Dörfchen Hausen. Hinter bem Ort beginnt ber Ausstieg zu dem 4S6 Meter hohen Hausberg, von dessen Holz- türm man einen umfassenden Rundblick über die fruchtbare Wetterau mit zahlreichen Dörfern und ber Burg Münzenberg im Mittelpunkt hat linier seitheriges Zeichen leitet uns hinab bis zur Pilgram seiche, von wo wir jetzt schwarzen Strichen nachgehen, burch bas freundliche Dorschen Cspa kom» men, da» namentlich zur Zeit ber Blüte einen un- gemein lieblichen Anblick bietet, unb |pater blaue otriche treffen Diese Zeichen fuhren uns nunmehr an bem anmutig gelegenen Forstdaus Butzbach mit guter Verpflegung vorüber, zumeist burch Walb, ein Stück am Limes entlang zum Schrenzer. wo sich uns wieder ein schöner weiter Blick über bie Wetterau erschließt Nach kurzer Zeit erreichen wir noch insgesamt olerftünbiger Wanderung unser Endziel Butzbach.
Büchertisch.
— ö <D. Kolb« nheyer : äLnserDesref- ung-kamps und bie deutsche Dickt« k u n st. 2llb. Langen <$S1. Müller-Detlag. München Preis 0.75 Mk (133.) — Dieser kurzen Broschüre liegt eine Rede zugrunde, bie E <3>. Kolben» &CDCT unter stärkstem 'Beifall in sechs deutschen Großstädten gehalten hat. Der Dichter deS.Paracelsus" bcfcimt sich zu ber an ihn gerichteten Frage, ob die deutsche Kultur am Ende sei. die ihn veranlaßt hat, zu seinem unbesiegbaren Glauben an die LebenSmächtigkeit und LebenSbestimmt- beit deS deutschen BolkeS. Die Frage nach dem Ende der deutschen Kultur siebt er nicht alSeine ZweiselS-, sondern alS Gewissensfrage: die heutige Zeit erscheint ihm nicht als ÜIntergangS-, sondern als ISknbeyit. Besondere Bedeutung erhält die Bede dadurch, daß Kolbenheyer daS große deutsche Lebensproblem mit zwingender Logik in Beziehung zu setzen weiß zu den Lebensfragen Europas und der ganzen weihen Baffe überhaupt Die Grundanschauung deS Dichters geht dahin, dah Europa nur m 11 dem deutschen Bolke leben könne, daß ein deutscher Untergang auch den Untergang der abendländischen Kultur in sich beschließen würde. Kolbenheyer ruft daS deutsche Dolk dazu auf, an sich zu glauben und den Kampf um eine neue Lebensform der weihen Menschheit seiner Berusung gemäh zu (übten. 3m zweiten Teil der Schrift umreiht Kolbenheyer die Aufgabe der deutschen Dichtkunst alS einer für jenen Kampf wichtigen LebcnSmacht. Er nimmt Stellung gegen den Mißbrauch dieser LebenSmacht, ruft zur Erkenntnis deS hohen LebenswcrleS ber Dichtkunst auf und fordert von den Dichtern selbst Verantwortung vor der deutschen Aot und vor dem deutschen Leben.
— Earl Zuckmayer: Die Affenhochzeit Aovclle 102 Seiten. Illustriert von Dro- feffor Emil Orlik. 3n bunter Gefchenklassette 3.50 Mk. Propyläen-Berlaa. Berlin. (121 ) — Dies ist die Geschichte eines lebendigen HochzeitS- geschenkes. Ein Maler geht auS, ein Angebinde zur Eheschließung seines FreundeS au besorgen und kommt mit einem Assen wieder heim. Aicht etwa bildlich gesprochen — was bei Zuckmayer auch möglich wäre —, sondern mit einem leibhaftigen AhesuSäffchen namenS Eolombine. DieS tleine, halb rührende, halb dämonische Tier richtet in der Häuslichkeit des in fein Mitbringsel verliebten Malers Derheerungen an, eS gefährdet besten Ehefrieden und künstlerische Tätigkeit, stis- tet heillose Verwirrung aus dem Polterabend, findet aber am Ende — das ist der liebenswürdige und fein empfundene Schluß der Erzählung — auf eine sehr sinnvolle Weise die Zuflucht und behütete Heimat, die es trotz allem verdient. — ZuckmayerS neue Arbeit vereinigt in sich alles, waS man an ihm kennt und schätzt: Unbefangenheit und Urwüchsigkeit, Zartheit und Humor, anschaulich^ Aähe und Fülle des Lebens, Liebe zu aller Kreatur: sie sei aber nicht nur um ihrer selbst willen hier angezeigt, sondern eS dars vielleicht gerade bei dieser Gelegenheit wieder einmal an ben Erzähler unb auch an den Lyriker Zuckmayer erinnert werden, den man über ben stürmischen Erfolgen feiner Bühnenwerke vielfach zu Unrecht vergißt ... oder gar nicht kennt. Und doch ist daS Bild seiner Wesenheit sehr unvollkommen, wenn man von den Gedichten und den Novellen nichts weih, die freilich viel weniger populär geworden sind als feine in ganz Deutsch-
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