Ausgabe 
18.6.1932 Erstes Blatt
 
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Klos 6er ProDinu'dfbaupWotH

Dietzen, den 18. 3uni 1932.

3a!

Don Xeinbolö Braun.

2" einem Briefe Goethe» an einen Freund stehen folgende prächtige Satze:Hl» Änab pflanzte ich ein Kirschbäumchen im Spielen- es wuchs, und ich hatte die Freude, e» blühen zu sehen. Ein Maifrost verderbte die Freude mit der Blüte, und ich mutzte ein Jahr warten; da wurden sie schön und reif. Aber die Boaei hatten den größten Teil gefresien. eh' ich eine Kirsche versucht hatte. Ein ander Jahr waren'» die Raupen, dann ein genäschiger Nachbar, dann der Meltau. Und doch wenn ich Meister über einen Garten werbe, pflanz' ich doch wieder Kirsch- bäumten, trotz allen Unglucksfallen gibt» doch so­viel Obst, datz man satt wird '

Da» >st das Goethesche 2 a. einst al» Zweiund- zwanzigjähriger gesprochen, da» immer wieder in dem Leben diese» Einzigen in mannigsacher Gestalt dasteht, da» den fttrn seiner Weisheit bildet und wie ein Kristall ist, der da» hindurchgehende Licht de» Daseins farbenvoll spreitet.

,34) pslanz doch wieder Älrld)bäumd)en!e Und: Trotz allen Unglucksfällen gibt's doch soviel Obst, datz man satt wird!"

Fürwahr, da» ist ein Stück de»deutschen Tröste»", den Gustav Freytag preist al» ein Kleinod der deutschen Seele. .

Und unsere Geschichte zeigt'» genugsam auf. Die» «Pmm,r ^ederl Die» unverwüstlicheDennoch!" Diese» Umschaffen von Trümmerland in neue» Bau- oder kaatland! Die» herzhafte Zu- und Anpacken, damit neue Gestalt werde, dem schier Unmöglichen an einer Ecke, an einem Zipfelchen das Mögliche abringen! Immer Im Anfang stehen mit mutiger Seele, das Wartenkonnen de» echten Ja-Sagers In ollen Logen beweisen die Unbeirrborteit und den Glauben an das Leben und seinen Schöpser!

Innig mit diesem Ja zum Leben ist da» Ja dem Menschen gegenüber verknüpst. Man sollte ein Ohr für das Io eine, Menschen bekommen* Es. gibt welche, die spielen den Würdigen, und doch ist ihr Ja die Gabe auf einem Schaumlöffel, mit der Stunde in ein Nichts sich verflüchtigend. Sie ge­hören au den Gefährlichsten unter den Blendern.

Wohl dir. wenn du einer guten Zahl von denen in deinem Leben begegnest, die ihr Jo aus der Tiefe herousholen, ungelenk vielleicht und zögernd, an denen es Wahrheit ward, datz jeder echte Ja-Sager ein Kampfer ist, der das Wissen in sich trägt, datz diese» so kurze Wort eine» der gewaltigsten und gewichtigsten ist, schwerer Tropfen au» dem ewigen Schicksalsbrunnen, datz alle Heiligkeit der Seele ihm Hülle und Inhalt sein mutz.

Mit welchem Ernste einer zu dem Worte steht, mit dem gleichen Ernste steht er zu der Wahrheit de» Leben» überhaupt, zu den höchsten Dingen de» Zeitlichen und Zeitlosen, steht er zu Gott! Umgekehrt ist'» dasselbe.

Wenn einer so in da» Wesen de. Ja bewußt und reinen Willen» voll eingedrungen ist, dann hat er damit ein Stück seine» innersten Fundamente» ge­schaffen.

Und e» ist ein gute» Fundament. So klingt da» Ja von Mensch zu Mensch mit dem zum Leben und seinen' höchsten Werten zusammen. Und Stunden gibt e», da es wie Schild- und Schwertklang Ist. Der heldische Mensch trat in die Erscheinung. Er kämpft seines Daseins Kamps treu bi» zum Ende. Und ist er geschieden, bleibt noch ein Licht seines Wesen» auf vieler Weg und in vieler Seelen...

Rein Aushang her Wahlergebnisse am Sonntagabend.

Da» Hess. Pollzeiamt Gietzen übermittelt an» die nachstehende Verfügung:

Die Bekanntgabe der Wahlergeb­nisse am Abend de» 19. und In der Nacht jum 20. Juni 1932 durch Lautsprecher, in der Art der Lichtreklame, durch Au»hängen in Sdyiufcnftern oder In den Verlag»- n. Druckerei- gebäuben der Zeitungen, ihrer Filialen und den Zeitung»kio»ken ist verboten, well diese Art der Verkündung der Wohlresuttote zu An­sammlungen und bei der herrschenden grotzen politischen Spannung zu Störungen der össent tichen Ordnung und Sicherheit sühren kann Die Mitteilung durch Bundfunk gibt jedermann eine ausreichende Gelegenheit, die Wahlergeb­nisse ungestört und ungesShrdet zur Kenntnis zu nehmen."

Auf Grund dieses Verbots müsien wir die Be­kanntgabe der Wahlergebnisse bl» Montag früh verschieben.

Wahlzeit von S bis 17 tlhr!

Gs sei besonders daraus hingewiesen, datz bei der morgigen Landtagswahl die Wahllokale von 8 bis 17 Vhr (5 Uhr nachmittags, zedlsnet sind, im Gegensatz zur Wahl im No­vember vorigen Äahres, bei der von 9 bis 18 Uhr gewühlt wurde. In Gemeinden unter 1000 Ein­wohner beginnt die Wahlzeit erst um 10 Uhr, sie endet aber auch um 17 Uhr Dringend not­wendig ist frühzeitige Stimmabgabe, wenn man dem enahrungSgemätz gröberen An­drang in den AachmittagSstunden entgehen will.

Wohltätigkeit-Veranstaltung des Zrauenvereins vom 2Rokn Kreuz für Deutsche über Gee.

Der Frauenverein vornRotenKreuz sür De utsche über See tritt auch in diesem Jahre mit einer größeren Veranstaltung an die Oesfentlichkeit. Am Samstag, 25. 3uni, findet in den Räumen der Liebigshöhe eine Wohltätig- keitsveranstaltung statt, d.e den Besuchern einige frohe Stunden bereiten soll. Zum Zwecke der Unterhaltung hat man den Hapag - öchnelldampser .W a d a i" gechartert, der mtcr dem Kapitän Hub eine lustige Steife nach Ucberfee antreten soll. Die Ausreise beginnt pünktlich um 20 Uhr Für Unterhaltung der Passagier« ist durch künstlerische Darbietungen, durch Tombola, Bordspiele, Preistanzen usw. ge- lügenb gesorgt. Der Reinertrag soll der Arbeit des Frauenvereins vom Boten Kreuz für Deutsche iber See zugute kommen.

Die Arbeit des Verein« gilt den deutschen Brübern und Schwestern, die fern der Heimat »hne den Schutz deutscher Gesetze, ohne innigere deutsche Volksgemeinschaft leben und sich doch ihr deutsches Volkstum erhalten. Diele der Ausge- wanderten haben sich unter großen Opfern eine

bescheidene Snstenz gegründet. Die Brüder und Schwestern im Ausland, als eine Zelle wertvoll­ster deutscher Art, hüten zu helfen, ist die Auf­gabe des Vereins. Dabei sucht der Frauenoerein die übernommene Pflicht auf einem Gebiete zu erfüllen, das von jeher der Frau am nächsten lag, auf dem Gebiete der Krankenpflege. Tüchtige, vielseitig auSgebildete Schwestern helfen benen, die unter dem ungesunden Klima Schaden gelitten haben, sie bedeuten für alle Siedler einen grotzen Segen; sie Helsen den Wöchnerinnen durch sorg­fältige Pflege, ebenso allen, die der Hilfe In Krankheitsnöten bedürfen. 3n den gröberen An­siedlungen wurden Heime errichtet und unter­halten, und insbesondere In Deutsch-Süd- westasrika, wo heute wieder etwa 14000 Deutsche leben, wurden umfassende HilsSmahnah- men getroffen. 3m Prinzessin-Bupprecht-Grho- lungSheim ist den Farmern Gelegenheit zur Gr- hvlung In frischer Seeluft geboten. DaS Herzogin- Adolf- Friedrich-Kinderheim wurde gegründet, ein Wöchnerinnenheim und der Georg-Ludwig-Kin- dergarten wurden geschaffen. 3n Windhuk be­steht im GlisabethhauS ein Wöchnerinnenheim (mit einer Frauenklinik verbunden), das schon viel Gutes wirken konnte. Zwei der Schwestern des Verein- arbeiten im Borden des Lande- im Otavi-Minen-Lazarett, in Omaruru ist eine kleine Kranken st ation entstanden, zwei weitere Schwe­stern schassen in Portugiesisch-Angola. 1931 mutzte auch In Deutsch-Ostasrika die Arbeit wieder aus­genommen werden. 3n Südamerika und in Oft- akien (Tsingtau) wirken deutsche Schwestern deS Verein-, die nicht nur Krankenpflegerinnen sind, sondern Trägerinnen deutscher SinneSart und deutscher Kultur, welche die Ausgewanderten im­mer wieder aus- Aeue in ihrer Treue zur alten Heimat bestärken.

Um auf allen Stationen, die ganze HUfsarbeit an den Deutschen Im Au-land sortsühren zu können, will die Gießener Ortsgruppe deS Frauen- oereine vom Boten Kreuz für Deutsche über See ihr Schärflein beitragen. Der für diesen Zweck bestimmten Wohltätigkeit-Veranstaltung ist in Anbetracht des guten Zwecke- zahlreicher Besuch zu wünschen.

Oberhessischer Runfhwrcin.

Dach mehr als einjähriger Pause kommen jetzt im Oberhessischen Kunstverein wieder einmal süd­deutsche Künstler zur Ausstellung. Gs ist eine Gruppe von etwa 15 Künstlern und Künstlerin­nen. die sich unter dem Damen .Künstler- frci6 1 930 München" »usammengeschlossen haben. Del der großen Zahl der Teilnehmer er­geben sich naturgemäß Werke der verschiedensten künstlerischen Auffassung. Und so bringt diele neue Ausstellung Arbeiten in Oel, Aquarell, Holzschnitt, Badierung usw. Die Fülle des Mate­rial- konnte der Ausstellungsraum nicht ganz fallen, so datz ein Teil der Arbeiten in Mappen aufgelegt werden mutzte. Die Vielseitigkeit des AusstellungSmaterialS gestattet autzcrdem inter- cllante Vergleich-Möglichkeiten hinsichtlich der künstlerischen Qualität. 2s sind zum größten Teil Arbeiten, die im vorigen Jahre auch auf der großen Münchener Kunstausstellung gezeigt wor­den sind.

Senkung der Feldbereinigungszinsen.

WSD. Amtlich. Die Kosten der Feldbereinigung werden zum Teil von der StaatSkasie getragen, zum andern Teil von ihr vorgelegt und demnächst von den Feldbereinigung-gefellfchaften ersetzt. Diese schlagen ihre Aufwendungen auf die be­teiligten Grundeigentümer aus AIS Finanzie­rungsinstitut für die Feldbereinigungen war früher die Landeskreditkalle tätig, deren Aufgabe eS war. für die Feldbereinigunasgesellschaften langfristige Anleihemittel au beschaffen, mit deren Hilfe die Staatsvorlage abgedeckt werden konnte. Bei der heutigen Lage des Geldmarktes läßt sich dieses Umschuldungsverfahren zur Zeit nicht mehr durchführen. Die hessisch« Regierung hat deshalb, um die weitere Durchführung von Feldbereini-

G.Jl.-fpOTt '

(Sauturnfest in Gießen.

2fm Samstag. 2. Juli und am Sonntag. 3. Juli werden die Turnerinnen und Turner des Gaues Hessen in großer Anzahl zum Gauturnseft erwar­tet, dessen Durchführung beim 100. Gauturntag der Gießener Turnerichaft übertragen wurde. Die Vorbereitungen für die große Veranstaltung sind in vollem Gange. Der Meldeschluß für die Wett- kämpfe ist allerdings noch nicht abgclaufen. (Xer- mln ist der 22. 3uni) man rechnet aber mit einer starken Beteiligung, zumal der größte Teil der Wettkämpfer erst am Sonntag e nzuireifen braucht. Für Sonntag 3.3uli ist für 8 Uhr ein gernem- famer Empfang am Bahnhof vorgesehen und ge­schlossen wird man dann zur Doikshallc marschie­ren dort beginnen bereit- um 9 Uhr die Wett­kämpfe.

Weitere Spiele der Gießener Sportvereine.

Bereit» heute nachmittag treffen sich auf dem Waldjportplatz die Ligareserve de» VfB. und die 1. Mannschaft der Epieloereinigung 1926 Leih- fleftern zu einem Freundschaftsspiel. Beide Mann- schalten sind al» sehr spielstark bekannt, die Kräfte dürsten un^tfe^r gleichverteilt sein, die Gegner lie­ferten sich in den bisherigen Spielen schon immer spannende Kämpfe und sollten auch diesmal nicht enttäuschen. Der Ausgang de» Kampfe» ist offen

AiK Sonntag tritt die 1. Jugend des VfB. zum Spiel um die 3ugcndmeisterschaft des Gaues Dießen Wetzlar gegen die 1. 3u- genb von Wetziar-Diedergirmes an. Das Spiel wird auf einem neutralen Platz, in Dutenhofen ausgetragen Beide Mannschaften haben sich die Gruppenmeisterwürde errungen und beide dürfen alS sehr spielstark bezeichnet werden Die VfBer. die über eine bessere Technik verfügen sollten aber ben Oieoer stellen können Die 1. Schülermannschast tritt auf eigenem Platz gegen die 1. Schüler von Lollar an Man erwartet einen spannenden Kamps. Die 2. Schüler haben die 1. Schüler von Daubrin- gen zum Gegner.

Die Spieloerelnlgung 1900 hat am morgigen Sonntaa nur die 2. und die 3. Mannschaft noch im Gefecht. Die 2. tritt gegen Grünberg 1. an und sollte ohne große Anstrengung den Sieger stel­len. die 3. spielt gegen Groß Auheim (bei Bad Hom- bürg). Da die Mannschaft de» Gegners nicht klar be­urteilt werden kann, wird man gut tun, sie zunächst einmal ernst zu nehmen. Die 1. Jugend empfängt auf eigenem Platz die 1. Jugend von Weilburg und hat sich damit einen beachtenswerten Gegner ver­

schrieben, die 2- Jugend tritt gegen Büblingshausen 1. Jugend an und wird sich sehr anftrenaen müssen, während die eine Schülcrmannschaft auf die Schl­ier von Grünberg trifft

Um die Deutsche Handbattmeisterschast

E» hat in dem nun zu Ende gehenden Spieljahr mancherlei Ueberraschunaen gegeben, die meisten im Turnerlager, die größte aber bei ben Sportlern in Gestalt einer unverhofften Niederlage de» viel- fachen Lteloerteidiger» PSV Berlin durch den PSL. Welhenfel». Zwei ganz neue Mannschaften werden um den Titel Deutscher Meister kampien, der am Sonntag zum zweiten Male und zwar in Chemnitz vergeben wird

IST. Herrnsheim lvorm» und PSV. weihensel» heißen die diesmaligen Titelanwärter, Vertreter zweier MMelslädie, von denen der Polirel-SV. Weißenfels noch am bekanntesten ist. Die Worin- jer haben sich erst durch die Erringung der DI- Meisterschaft einen Namen gemacht. Erstmalig über­haupt an den Ausscheidungsspielen der DI.- und deutschen Meisterschaft beteiligt, haben sie am we­nigsten zu verlieren. Doch dars der neue Turner- meister nicht unterschätzt werden. Obwohl nur Zweiter de» Mittelrheinkreise», gelangte Herrnsheim doch in die letzte Entscheidung Das Können der Wormser soll zwar nicht ganz an das der Weißen­felser herankommen. Schiedsrichter Ist Dull- s chl ä g e r - Mto. Friedenau.

Bei den Turnerinnen ist alle» beim alten geblieben. Wieder liegt die Entscheidung zwischen Io. Borroärl» Breslau und SL. tharloltenburg. die sich schon im Vorjahre einen hartnäckigen Kampf lieferten, aus dem Vorwärts mit 4:3 al» Sieger hervorging Die Breslauer Turnerinnen werden alle» daranfetzen, ihren Titel erfolgreich zu vertei­digen. Daß sie auch in diesem Jahre das Zeug da- zu Haden, deutscher Meister zu werden, verraten ihre Ergebnisse in den Vorspielen. Der Endspurt ist die Stärke der Breslauerinnen. Er hat ihnen im vergangenen Jahre gegen Charlottenburg zum Siege verhalfen und wird auch wahrscheinlich dies- mal wieder ausschlaggebend sein.

Leiter diese» Spiele» ist I l g n e r Leipzig.

Schmeling hoher Favorit.

Amerikas Dorfachleute stellen in allen Blättern übereinstimmend fest, daß sich Mar Schmeling in ausgezeichneter Form befind« und unbedingte Lßancen für den Kampf gegen Sharked hat. Diese Feststellung macht sich auch in den Wetten be­merkbar, bte jetzt 13:10 für Schmeling stehen.

gungen möglich zu machen, seit einigen 3ahrcn den Feldberelnlgungsgesellfchasten die rückstän­dige Staatsvorlage langfristig gestundet. Zu die­sem Zwecke wurden die Verbindlichkeiten der ein­zelnen Gesellschaften in AmortisatlonSdarleben umgewandelt, die zu dem gleichen Zinsfuß zu verzinsen sind, den der Staat selbst bei Ausnahme von Geld zahlen muh: der Tilgungssah ist ver­schieden sestgeseht, je nachdem, ob die Massegrund- stücke bereits verkauft sind ober nicht.

Den Wünschen der beteiligten Kreise Aechnung tragend, hat die hesiische Regierung im Hinblick auf die allgemeine Votlage der Landwirtschaft, über die bisherige Regelung hinausgehend, fol­gende- angeordnet: Für diejenigen Feldberelni- gungsgesellschasten, die bisher ihren normalen Verbindlichkeiten an Zinsen und TilgungSbeträ- gen in vollem Umfang nachgekommen sind, wur­den mit Wirkuna vom 1. April 1932 die Zinsen auf 4 v. H. herabgesetzt. Falls die Massegrund- stücke noch nicht verkauft sind, ermäßigt sich der Zinssatz auf 3 v. H. Um auch solchen Feldbereini­gungsgesellschaften diese Vergünstigung zugute kommen zu lasten, die bisher mit ihren Zins- und Tllgungszahlungen im Rückstand geblieben sind, wurde bestimmt, daß für diese die gleiche Rege­lung dann Anwendung finden soll wenn bis zum 1. Oktober 1932 die rückständigen Tilgungen voll­ständig, und die rückständigen Zinsen mindesten- xur Hälste beglichen werden. Damit im übrigen Den Feldbereinigung-yesellschasten, die in Der Lage sind, außerplanmäßige Tilgungen zu leisten, ein Anreiz hierzu geboten wird, wurde weiter angeordnet, daß für jede Mehrtilgung über den festgesetzten Prozentsatz hinaus, d. h. über 6 v. H, sofern die Massegrundstücke verkauft sind, und über 1 v. H.. sofern sie noch nicht verkauft sind, ein Rachlaß aus die Kapitalschuld in Höhe von 50 v. H der jeweiligen Mehrtilgung au gewähren ist. Dieser Rachlaß an Zinsen und Kapital muß von den Feldbereinigungsgesellschaften den ein­zelnen Landwirten in derselben Weise zugute ge­bracht werden, wie er der FeldberelnlgungSgesell- schast vom Staat gewährt wurde.

Zuchtviehversteigerung in Alsfeld.

Di« am Mittwoch, 22. 3unt, in Als­feld stattfindende Zuchtviehverstelge- rung des Landwirtschaf tskammer-Au-schufe- für Oberbellen wird, wie man uns mitteilt, end­gültig mit 28 Bullen des hesflschen Fleckviehs, die von einet Kommission vorbesichtigt wurden, beschickt. Außerdem kommen 13 Sbct und einige Sauen des veredelten Landschweins zum Ver­kauf. Die Versteigerung beginnt um 11 Vhr. 3n- tereffenten seien auf die heutige Anzeige beson­ders hingewiesen.

-rornotiren.

Tage-kalender für Sam-tag: Ei­serne Front, 20.30 Uhr. .Liebig-höhe". öffentliche Wahlkundgebung. GDA., 20.30 Uhr, .Hess Hof", Monatsverfammluna. Lichtlpielhous. Bahnhofstraße: .Wilde Orwideen "und .Da-Mä­del von der Hafenkneipe".

Tageskalenderfür Sonntag: Ober- hestischer Kunstverein, Turmhaus am Drandplah, 11 bt8 13 Uhr. Ausstellung: Münchener Künstler- kreis 1930. Lichtspielhaus. Bahnhofstr.: .Wilde Orchideen "und .Das Mädel von der Hafen­kneipe".

Aus dem Vtadttheaterbureau wird uns geschrieben: Erstmallg wird in dic'cm 3ahre daS Snfcmble des hiesigen SiadttheaterS den Sommer über im Landeslhealcr Darmstadt gaftieren. Ss ist dadurch der Gicßncr 3ntendanz gelungen, unferm Gießener Snfemble wieder, wie in früheren 3ahren, eine wenigstens teilweise Sommcrfpielzeit zu sichern. Vorgesehen ist zunächst eine etwa fiebenwöchige Spielzeit. Eröffnet wird die Spielzeit am Sonntag. 10. 3uli, mit Harpen» terS entzückender Komödie: ,... Vater sein da­gegen sehr!".

öae Schicksal des Einzelnen

steht del den Canbtagtroablrn am morgigen Sonntag ebenso im Mittelpunkt der reiflich zu erwägenden Entscheidung, wie da» Schicksal de» Hessenvolke» In seiner Gesamtheit. Grsamtnot ist heutzutage mehr denn se Einzelnot! Zeder verantwortungsbewußte Wähler und jede gewisienhaste Wählerin

macht die Stimmabgabe

bei dieser Erkenntnis der überragenden Bedeutung der morgigen Wahl für die engere Heimat und auch im Hinblick auf die Eigenschaft der Hesienwahl al» Gradmesser für die große politische wahientsck»eidung im Reiche sich selbst

zur unerläßlichen Pflicht!

D le Museen und der Helbeniurm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Vhr bei kleinen Preisen geöffnet.

Ueberfällc auf Nationalsozia» liften und Besucher der Hitler-ver» In m in l u na. Wie die Leituna der Ortsgruppe Wieseck der NSDAP un» heute fi ub berichtet, sind gestern abend im Anschluß an die Hitler-Vellnrnm- hing zahlreiche nach Wieseck heimkehrendc und durch Wieseck marschierende Nationalsozialisten, so- wie Besucher der Versammlung überfallen und miß­handelt worden. Dabei erlitten einige Personen Verletzungen am Kopse, anscheinend soll ein Mann auch nut dem Messer in den Kovs gestochen worden fein. Als Täter glaubt man Mitalieder der Korn- munistifchen Partei in Betracht ziehen zu müssen. Die Vorgänge sind zur Anzeige gebracht worden. Es wäre dringend zu wünschen, daß anhand dieser Falle nachdrückliche» behördliches Eingreifen erfolgt, zumal schon seit längerer Zeit über gleichartige Dor- ganae in Wieseck Klage aesuhrt wird.

** SchluSnuS-Aoend im Bad-Rau­he l m« r Kurhaus. Man schreibt uns: Der bereits traditionell gewordene Schlusnus-Abcnd in Bad-Rauheim, findet in dieser Saison am Mittwoch. 22. 3uni. 20.15 Uhr. im großen Büh­nensaale des Kurhauses statt GS ist sehr zu be­grüßen, daß der deutsche Sängersürst Heinrich SchluSnuS sein« Zusage für den Arien- und Lieder-Abend gegeben hat, der bei Zeitgemäßen Preisen stattfinden wird. Wieder wird der Mei­ster und Könner deS LiedcS von seinem stän- d.aen Pianisten Franz Rupp (Berlin! am Flü­gel begleitet. Kammersänger Heinrich Schlusnus wartet mit einem neuen Programm auf. das mit Liedern von Schubert, Wolf und Loewe und Arien auS Opern von Mafsenet und Verdi ein Fest der menfchlichen Stimme vermitteln wird. Man beacht« di« heutige Anzeige.

Dackvortrag im Gase Leib. Aus Ver­anlassung der Glektro-Gemeinschast Gießen wer­den am kommenden Donnerstag und Freitag Im Saale d«S Casä Leib Dr. Oetker- Dack-Dorlräge gehalten. 3n Verbindung mit den Vorträgen wird das Backen vom einsachen Rapskuchen bis zur fertiggarnierten Torte gezeigt werden. RähercS wird Anfang nächster Woche im Anzeigentell be­kanntgegeben.

Kii-chlicße Tlotbricbfen.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, den 19. Juni. 4 Sonntag nach Trlnltati».

Stadtkirche. 8 Uhr. Psr. Becker, zugleich Ehrlsten- lehre für die Neukonfirmierten der Markusaemeinde; 9.30: Pfr. Mahr: 11: Kindertirche für die Matthauv- gemeinde: Psr. Mahr. Johannesklrche. 8: Pfarr- afflftcnt Mnell; zugleich Christenlehre für die Neu- konfirmierten der Lukasgemeinde: 9.30: Pfr. Müller; 11: Hinderkirche für die Iohannesgememde: Pfr. Müller; 20: Bibelbefprethung Im Iohannessaai; Pfr. Lic. Waas Kapelle de» Alten Irledhof». 9.30: Pfarrasfiftent Knell, 11: Kinderkirche für die Luther- gemeinde: Pfarrassistent Knell. Elisabeth-Klein, kinderschule. 9.45: Psr. l.ic. Waas, 11: ttinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. l.ic. Waas. Klein- cinden. 9: Hauptgottesdienst; 10: Kindergottesdienst. Heuchelheim. 10: Gottesdienst (Katechismuslehre fällt aus). wieseck. 9.30; 1045: Kinderkirche.

Katholische Gemeinden.

Samstag, den 18. Juni.

Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.

Sonntag, den 19. Juni. 5. Sonntaa nach Pfingsten.

Gießen. 6.30 Uhr- Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder, 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. Hungen. 8- Hochamt mit Predigt. Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. Cid). 10: Hochamt mit Pre­digt; 20: Vortrag und Andacht Ridda. 8.30: Hoch, amt mit Predigt. Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt.

' onniart .-n . c n 19.B.82

Örau Dr. Marr. Dr Stemreidi. (knnelavotbeke.

Zahnarzt: Dr. Wolltet. *D

Verantwortlich

für das Feuilleton: i. V. Dr. Fr. D Lange.

Soll man die Kehle oder den Körper erfrischen?

Man kann dem ermatteten Körper durch einen kühlen Trunk das vorübergehende Gefühl derEr­frischung" verschaffen. Die wirkliche Erfrischung be­steht aber darin, daß man den durch die Hitze em- ftanbenen Mraflocrluft von innen her ausgleicht und Damit die Ursache der Ermattung beseitigt ... Diele Leute haben hierfür ein einfache» und praktische» Rezept gefunden. Sie schütten ein paar Teelöffel der bekannten Ovomaftine Kraftnabrung in falte Milch, falten Tee oder auch Wasser und rühren so lange um, bi» sich die Ovomalline gelost hat. Da» schmeckt dann ganz vorzüglich! besonders pifont ist es, wenn man noch etwas feingehacktes Eis beifügt DieseDdo» maltine falt" erfrischt nicht nur im Mdmeni. sondern stärft den ganzen Organismus, denn sie geht sofort Ins Blut über. Schon zu RM. 1,15 erhalten öle eine Dose Ovomalline in^ der nächsten Apotheke oder Drogerie. Wünschen Sie aber vorher eine kostenlose Geschmacksprobe, bann schreiben Sie an Dr. A. Wander G. m. b. h., Abteilung III 79, Osthofen (Rheinhessen). 4589V

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