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Montag, 18. Zannar 1932

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. 14 Zweites Blatt

(Zumal Freundinnen stets mit dem Artikel Acht-

Aebertretungen und Außerachtlassungen dieser Anordnung ziehen ein unmutiges Stirnrunzeln, oftmals sogar den leiten Tadel des Gönners nach sich.

8 4.

Auch langjährigen Gästen ist es verwehrt, bei eintretenden Pannen unerbetene Ratschläge zu er­teilen, die auf eine Behebung des Schadens aus­gehen. Fühlt sich der Mitfahrende dennoch zu entsprechenden Belehrungen und Betrachtungen bewogen, so ist es besonders unzulässig, der Ver­mutung Ausdruck zu geben, daß eine Störung in der Einscheibentrockentupplung durch sorgfälti­ges Abwcschcn der Windschutzscheiben vorteilhaft ausgeglichen werden könnte.

Hintansetzung dieser stillschweigenden Verpflich­tung verwirkt olle sonst gerechtfertigten An­sprüche aus beipflichtende Bemerkungen des Ein- laders.

8 5.

Falls der Wagen durch Schuld des Mitfah- rcndcn betriebsunfähig wird, steht dem Gast nur im Ausnahmefall ein Rechtstitcl auf weitere Be­förderung zu.

Auf jeden Fall aber behält sich der Eigentü­mer des erkrankten Wagens die Entscheidung vor, ob er die solcherart unmöglich gewordene Rück­fahrt mit einem Scheck von angemessener Höhe ober einer Flugsahrkarte entgelten möchte. Eine Gewähr für sofortigen Ankauf eines neuen Wa­gens ist indes nicht gegeben.

Unkenntnis dieser Bestimmungen schützt nicht vor dem Schicksal, unter Umständen aus eigene Kosten mit der Eisenbahn nach Hause fahren zu müssen.

Nachtrag und Ausfuhrungsbestimmungen.

a) Meinungsverschiedenheiten, die sich auf Grund dieser Anweisungen zwischen Gästen und Gastgeber herausbilden sollten, find stets einem eigens dafür einzufetzenden Untersuchunasaus- schuh zu übergeben, wie die Erfahrung lehrt, ist nämlich Strittiges am besten dort aufgehoben, wo es nie entschieden wird.

b) Diese Dienstordnung tritt nur für Freunde in Kraft. Bei Freundinnen kann sie nämlich aus sehr durchsichtigen Gründen ohnehin nie in Kraft treten.

Zum wenigsten sollte der Eigennutz nie so weit gehen, eine geplante Reise von Frankfurt nach den Alpen dadurch zu bereichern, daß man eine leichte Dogenschwenkung nach Hamburg vor- schlägt, wo man einen Milchbrudcr oder einen i oumai ökuhuuui«i « anaccheirateten Schwager mit einem raschen De- undvierzig regieren.. .!) such freudig überraschen möchte.

Dienstordnung für Männer, die umsonst im Auto mitfahren wollen.

Bon Harry Schreck

8 1.

Schon aus grundsätzlichen Erwägungen ist es untersagt, Einladungen zu einem Ausflug dahin zu verstehen, dah man weitere Gäste einzuführen sucht.

Zum mindesten ist es auf keinen Fall statthaft, von sich aus mehr als elf andere Mitfahrer im Sechssitzer des Gastgebers unterbringen zu wol­len. Falls es sich um eine viersitzige Rolldach, limousine handelt, ist es erwünscht, nicht mehr als sieben Freunde und einen Dernhardiner an den Start zu schassen.

Zuwiderhandlungen werden mit traurigem Seufzen, langsamer Abkühlung aller freundschaft­lichen Beziehungen und sanft erzürnten Andeu­tungen geahndet.

8 2.

Gäste ohne eigenen Führerschein haben schon vor Antritt der Fahrt darauf zu verzichten, auf einsamer Straße das Lenkrad selbst zur Hand zu nehmen.

Wird dieser Verzicht dann dennoch aufgeho­ben, so ist es unangängia. in den Landstrahenara- ben zu steuern und dabei mehr als einen Kot­flügel, zwei Stahlblechscheibenräder mit Sicher- heitsfelge, ein herabkurbelbores Türfenster, eine Rocken-Welle und das Zahnschubgetriebe zu schä­digen oder zu zertrümmern.

Verstöße gegen diese Maßnahme werden mit stummen Blick gen Himmel, bisweilen auch mit einem verhaltenen, aber kopfschüttelnden Verweis bestraft.

§ 3.

Richt aus Prinzip, sondern aus Mißtrauen bleibt es aufs strengste verboten, den Besitzer eines Sportwagens zu ungeahnten Umwegen zu veranlassen.

Ein neuer Kältepol.

Als derjenige Ort der Erde, an dem es am käl­testen ist. galt bisher ein Punkt in der Rähe der ostsibirischen Stadt Werchojansk. Aber von die­ser Ausnahmestellung ist dieser Kältepol nun ver­drängt worden, und zwar durch eine andere Stelle, die durch eine russische Expedition in den letzten Jahren erforscht worden ist. Wie der bekannte Meteorologe Pros. Kaßner in der Leipziger ,2llustrirten Zeitung" ausführt, sind die The» mometerbeobachtungen an diesem Orte zwar noch nicht sehr lange durchgeführt worden, aber sie genü­gen doch, um den Beweis für diesen neuen Kältepol zu erbringen. Die russische Expedition sand einen Talkessel, der etwa unter 64 Grad nördlicher Breite aus den Quellslüssen Clgi, Oimekon, Relkan und Rera gebildet wird, und der Expeditionsleiter O b r u t s ch e w vermutete an dieser Stelle, die nach dem Fluh Oimekon heißt, einen Kälte­pol, da er dort niedrigere Temperaturen fand, als gleichzeitig in dem 600 Kilometer nordwest­lich gelegenen Werchojansk festgestellt wurden. Da er aber nur über Ouecksilberthermometer ver­fügte, die bei - 39,4 Grad gefroren, so mußten die Untersuchungen einer Wetterstation abge­wartet werden, die im März 1929 in Oimekon errichtet wurde. Bisher liegen nun Beobachtun­gen von drei Wintermonaten, zwei Sommer- und zwei Herbstmonaten vor, die aber bereits bewei­sen, daß Oimekon der eigentliche Kältepol Asiens ist. Man dars dabei weniger die einzelnen Tem­peraturen berücksichtigen als die Tatsache, daß diese außerordentlichen Kältegrade stets zu allen Tages- und Rachtzeiten vorhanden sind. Die durchschnittlichen Werte waren in Oimekon im Dezember 1929 sowie im Ianuar und Februar 1930 um 3 bis 5 Grad niedriger als in Wercho­jansk. Einen richtigen Begriff von der ungeheue­ren Kälte, die hier herrscht, erhält man erst, wenn man die wirklichen Kältegrade kennt. So brachte der Dezember 1929 hier 48 Grad, der Januar 1930 50 Grad, und der Februar immer noch 48 Grad. Im Durchschnitt war es allo zu Oime­kon im Ianuar 1930 tagtäglich 50 Grad, manch­mal mehr und manchmal weniger. Im Ianuar 1930 fiel das Thermometer in Werchojansk auf 55.9 Grad, in Oimekon aber aus 65,2 Grad. Die größte Kälte, die bei vieljährigen Beobach­tungen in Werchojansk jemals festgestellt wurde, belief sich auf 67,8 Grad im Ianuar 1892. In Oimekon ift schon innerhalb weniger Monate eine

protestderLandbürgermeister.

WHP D a r m st a d t. 16. Ian. In einer gestern hier abgehaltenen Versammlung wurde von den hessischen Landbürgermeistern fol­gende Entschließung gefaßt. .Tie heute in Darmstadt versammelten Vertreter des Verbandes *v her Landbürgermeifter sind bcau t agt. dem

~ Minister des Innern die De denken der h< «ischen Bürgermeister Hinsicht tch der erlassenen Richtlinien für die Bemessung der Dienst bezüge der hessischen Dürger- meister zum Ausdruck zu bringen. Sie be­dauern die ergebnislose Verhand­lung. Sie hatten gehofft, daß der Herr Minister ihrem Wunsch daS ersorderlich« Verständnis ent­gegenbringen wurde, müs en aber mit Enttä schung seststellen. daß infolge deS Verhaltens des Herrn Ministers eine Verhandlung, die nicht zuletzt im Intereffe der Gemeinden gelegen hätte, nicht mög­lich war

Dazu wird von zuständiger amtlicher Stelle er­klärt. daß die in der Entschließung erwähnte Ver­handlung schon deshalb nicht .ergebnislos" habe verlaufen können, weil gar keine stattgefun­den habe. Es sei mit dem Verband vereinbart gewesen daß eine kleine VerhandlungSkommission von 6 biS 8 Herren im Ministerium vorstellig werden soll. Entgegen der Vereinbarung seien jedoch 25 Herren erschienen, die verlangt hätten, insgesamt gehört zu werden, und die die Entsen­dung einer kleineren Verhandlungskommission zu einer fruchtbaren Aussprachebasis abgelehnt hät­ten. Darauf sei in einem Gasthaus die Entschlie­ßung zustandegekommen. Das Ministerium sei stetS bereit gewesen, mit den Landbürzerme stern zu verhandeln und ihren Wünschen entgegenzu­kommen.

Versammlung aller Bürgermeister Hessens gefordert.

WSR. Groß-Gerau. 17.Ian. Bei einer Tagung deS KreiSverbandeS der Bür­germeister in Rüsselsheim wurde folgende Entschließung gefaßt: .Die Kre sversamml -ng der Bürgermeister des Kreises Groß- Gerau hat mit tiefem Bedauern von dem Verhalten des Herrn Ministers des Innern beim Vorsprechen der Bürgerineistervertretung H s ens Kenntnis genommen. Die Bürgermeister stehen geschlossen hinter dem Landesver­band der Bürgermeister He'senS und fordern die sofortige Einberufung einer Versammlung aller Bürgermeister Hessens nach Darmstadt, um weitere Maßnahmen zu beschließen, die ausdrücklich vorbeha ten werden."

Oberbeffen

Gemeinderat in Grimberg.

4- Grünberg, 16. Ian. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats gab der Bürger­meister zu Beginn der Beratungen der Hoffnung Ausdruck, daß die Arbeit des Gemeinderats auch im Iahre 1932 von versöhnlichem Geiste getragen sein und sich zum Wohle der Stadt auSwcrken möge. Gleichzeitig wies er ganz ent­schieden daS in der Stadt umgehende Gerücht zurück, wonach er nach erst einjähriger Tätigkeit in Grünberg sich um den Bürgerrneister- posten der Stadt Dutzhach beworben hätte.

Die Landeskommunalbank-Girozentrale, bei der die Stadt verschiedene kurzfristige Anleihen auf- genommen hat, verlangt die Ausnahme der Fein­goldklausel in die Schuldverträge, wozu der Gemeinderot notgedrungen seine Zustimmung gab. Wie der Bürgermeister dabei mitteilte, wird demnächst die Umwandlung dieser kurzfristigen Gelder in langfristige Anleihen vorgenommen werden

Rach der 4. Rotverordnung können die Ge­meinden. wenn sie bei den Realsteuern nicht die Landesdurchfchnittssähe erheben, eine Er­höhung ihrer Ausschlagssätze beschlie­ßen, sofern sie in einem Rachtragsvoranschlag einen etwaigen Finanzbedars nachzuweisen ver-

21 nur oinn (V. r «

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Anläßlich der 61 Wiederkehr des Tages der Reichsgründung am 18. Januar wird unser Bild, das eine historische Oriamalaufnahmc darftellt, besonderes Jntereste finden. Es zeigt den damals 23jährigen Garde­leutnant von Hindenburg (X), der zusammen mit anderen Kameraden aus dem Offizier« und Unteroffl» zierkorps an dem feierlichen Akt der Kaiferkrönung im Spiegelfaal zu Versailles teilnahm.

Höhung beiVebäuden undBauplät- z e n in Betracht, da hier der Ausschlag 25 Pf. je 100 Mark Steuerwert beträgt, gegenüber 37 Pf. des Landesdurchschnittssahes Dies würde schät­zungsweise 4600 Mark an Einnahmen erbringen. Der Gemeinderat konnte sich aber in der jetzigen schweren Zeit zu keiner Steuererhöhung verstehen.

Wit einem Gesuch eines Bürgers um Ausstel­lung eines Erfrischungs-undZeitungs- st a n d e s auf dem Marktplätze kann man sich nicht befreunden Der Bürgermeister soll mit dem Ge­suchsteller nochmals verhandeln.

Der Einbau von Sparheiz-Apparaten in die Zentralheizungen der Volks- und Oberreal­schule soll nicht weiterverfolgt werden, da die eingeholten Gutachten nichts Positives gebracht haben

Die Direktion der Oberrealschule wies in einem Schreiben darauf hin, daß für die Stadt die Möglichkeit bestehe, an den durch den Staat ge­meinsam zu beschaffenden Kohlenbedarf für sämtliche staatlichen Lehranstalten sich zu beteiligen, was jedenfalls eine Verbilli­gung bedeuten würde, da der Staat als Groß­abnehmer auftrete. Ein Ausschluß der ortsansässi­gen Kohlenhändler komme nicht in Frage da die Lieferung durch deren Hand erfolge. Die Direktion bat. versuchsweise für das nächste Iahr die Koh­len auf diesem Wege zu beziehen. Der Gemeinde­rat beschloß in diesem Sinne.

Oie Kraftpost Ulrichstein Lauterbach bleibt erkalten.

A Lauterbach, 17. Jan. Unter dem Vorsitz von Bürgermeister Walz tagten die Vertre­ter derjenigen Gemeinden, die durch eine Garan­tiesumme an der Kraftpostlinie Ulrich­stein-Lauterbach interessiert sind, um über die Ausrechterhaltung dieser Kraftpostlinie zu verhandeln. Verschiedene Gemeinden hatten den mit der Oberpostdirektion Darmstadt bestehenden Vertrag zum 1. Ianuar 1932 gekündigt, weil die Garantieoeträge zu hoch wurden. 3m Iahre 1931 hätte die jährliche Garantiesumme etwa die Höhe von annähernd 3000 Mk. erreicht. In einem Schreiben der Oberpostdirektion Darmstadt an die Stadt Lauterbach teilte diese mit, daß sie die von der Gemeinde aufzubringende Garantiesumme vom i 1931 ab auf 1500 Mk. ermäßigen wolle

falls die Kraftpostlinie aufrechterhalten werden könne Die Verteilung der jährlichen Gewährlei- stungshöchstsumme von 1500 Mark wurde nun auf die beteiligten Gemeinden ausgeschlagen. Es entfielen auf: Lauterbach 900 Mk, Dlihen- rod 65 Mk.. Frischborn 160 Mk.. Hopfmanns­feld 75 Mk., Eichenrod 50 Mk.. Cichelhain 35 Mk., Hörgenau 65 Mk.. Sngelrod 120 Mk.. und auf Rebgeshain 30 Mk. Durch diese Vereinbarung ist nun bis auf weiteres die Aufrechterhal­tung der Kraftpoftlinie Ulrichstein- Lauterbach gesichert.

Lanotrcts toiefcen

4 Treis a. d. L., 17. 3an. Im hiesigen Ge­meindewald sand die erste Holzversteige­rung statt, die auch aus den umliegenden Ort­schaften gut besucht war. Die Preise lagen durch­schnittlich 30- 50 Prozent unter den vorjährigen Geboten. Ie 2 Raummeter Buchenscheit kosteten 1416 Mk.. Eichenscheit 1012 Mk., Buchenknüp- pel 911 Mk., Eichenknüppel 68 Mk., Stöcke, Eichen und Buchen gemischt. 67 Mk.: Eichen­nutzholz 1012 Mk. je Festmeter. Für Buchen- reiser, je 5 Raummeter, wurden 7^9 Mk. be­zahlt.

Grohen-Linden. 17. Ian. Unter un­gewöhnlich starker Beteiligung aus allen Kreisen der Bevölkerung erfolgte am Freitag die Be­erdigung des ältesten Bürgers von Großen-Linden und eines der letzten Veteranen von den Feldzügen 1866 und 1870/71, des Schuh- machermeisters Iohannes L u h. Der Verstorbene stand im 89 Lebensjahre. Die Trauermufik stellte das Gießener Reichswehrbataillon. Der Krieger­verein gab in geschlossenem Zug dem Kameraden das letzte Geleit. Pfarrer Schultheis gab ein Lebensbild des Verstorbenen Der Heimgegangene war ein treues Glied der Kirche. Der gemischte Chor unter Prediger Mengs Leitung sang zwei Grablieder. Im Namen des Kriegervereins legte der Veteran Georg Müller einen Kranz nieder. Die Herren Georg Müller, Iakob Luh und Lud­wig Menges sind nunmehr die letzten Veteranen in unserer Gemeinde.

O Holzheim, 17. Ian. In unserer kirch- lichen Filiale Dorsgüll wurden im verstossenen Iahr 5 Kinder getauft und 8 konfirmiert. Das bedeutet noch einmal so viel, wie in der Mutter­gemeinde Holzheim, die bald dreimal so groß ist. Trauungen fanden 6 statt: kirchlich beerdigt wur­

den 6 Personen. Hauptgottesdcenste wurden 62 abgcbaltcn. Der Durchtchnittsbefuch pro Woche ist 79 Prozent der Erwacdfenen (1930 . 70 Prozent). Rebengoltesdienste fanden 13 statt. Das Abend­mahl wurde 305 Männern und 338 Frauen ge­reicht. Die 437 Einwohner stifteten insgesamt an Gaben christlicher Nächstenliebe 3011 Mk. daS sind rund 7 Mk. pro Person. - Dor einigen Wochen trat hier die Maul- und Klauen­seuche auf. Seit gestern sind die entsprechenden Sperrmaßnahmen wieder aufgehoben.

preuhen.

Senkung der Gebühren und Tarife in Fulda.

WSR. Fulda. 17. Ian. Der Magistrat hat beschlossen, den GaSpreis für den Kubikme­ter ab 1. Ianuar von22auf20Pf. (Normal­tarif- zu senken. Im Griippentarif werden in Zu­kunft für die 1. Zone 22 P> an Stelle von bis­her 23 Pf. berechnet Die Staffelung bleibt ,m übrigen unverändert. Das Automatenga» redu­ziert sich von 13 auf 12 Pf Der KokspreiS wird vom 18. Ianuar um 10 Pf je Zentner e» jnäfngt Weiter werden die Schlachtgebüh­ren vorn gleichen Tage um 8 Prozent herab­gesetzt. Der Magistrat ist dein Vorschläge de« Zweckverbandes Ueberlandwerk HünseldSchlüch­tern zur Senkung der Strompreise beigetre­ten. Danach wird der Strombezug von 40 auf 38 Ps. ermäßigt.

Mrcie Wctzlar

00 Groß-Rechtenbach, 17. Januar Die Einwohnerzahl der Gemeinden de» Amtes Rechtenbach beträgt nach der jün­geren Personenstandsaufnahme von 1931: Dorn­holzhausen 503 (512), SbersgönS 444 (450). Groß- Rechtenbach 640 ( 638), Hochelheim 964 (955). Hörnsheim 678 (671), Klein-Rechtenbach 342(340). Lützellinden 1196 (1194), Münchholzhausen 997 (980). Riederkleen 558 (543). Oberkleen 517 (531), Reiskirchen 426 (426). Vollnkirchen 273 (267), Volpertshausen 355 (347), Weidenhausen 220 (240), zusammen 8113 (8094). Die Zahl der Haus­haltungen beträgt insgesamt 1640 (1644). Die in Klammern gesetzten Zahlen stellen daS Ergeb­nis der Personenstandsaufnahme von 1930 dar. Auf dem hiesigen Standesamt wurden im abgelaufenen Kalenderjahr beurkundet 95 (109) Geburten, 40 (49) Eheschließungen und 54 (34) Sterbefälle. Die in Klammern gesetzten Zah­len stellen die Beurkundungen des IahreS 1930 dar.

provinzialausschuß-Sihung.

In der am Samstag im RegierungSgebäude zu Gießen stattgehabten öffentlichen Provin- zialausschuß-Sitzung erkannte der Pro- vinzialausschuh zu Recht:

1. die Klage der Margarete Bäth in Trohe gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen wegen Verweigerung der Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschast auf der Mittel-Mühle in der Gemarkung Alten-Buseck als unbegründet zurückzuweisen und ihr die Kosten des Ver­fahrens zur Last zu fetzen- Streitwert 500 Mk.;

2. den Polizeidiener Klein in O ck ft a d t, gegen den ein Disziplinarverfahren mit dem Ziele auf Dienstenthebung eingeleitet wurde, freizu- f p r e ch e n und die Kosten des Verfahrens der Staatskaffe aufzuerlegen. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oesfentlichkeit statt:

3- der Klage des Albert Bartels in Schot- t e n gegen den Beschluß des Kreisamts Schotten vom 19. Dezember 1931 wegen Verweigerung der Erlaubnis zum Betriebe eines Eafös mit Aus­schank von alkoholischen Getränken in dem Hause Hauptstraße 94 zu Schotten stattzugeben und die beantragte Konzession z u erteilen. Die Kosten des Verfahrens wurden dem Kläger auf­erlegt und der Wert des Streitgegenstandes auf 1500 Mk. festgesetzt.

Rekordkälte von 65,2 Grad gemessen worden, und es ist daher mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß das Thermometer dort bis auf 70 Grad sinkt. Eine Vorstellung von dem schrecklichen Frost, der hier herrscht, gibt die Tat­sache, daß der Atem sofort gefriert. Man darf sich übrigens den Kältepol nicht als einen be­stimmten Ort vorstellen, sondern so, daß er sich über ein größeres Gebiet von vielleicht 1000 Qua­dratkilometer erstreckt.

Zeitschriften.

D e r Ä u n ft ro a r t.** (Verlag G. D. W. Call­wey, München.) Im Januarheft richtet u. a. Wil­helm Michel einenReuen Blick auf die Kulturkrise". DasProletariat" untersuch» Clemens Bauer auf seinen soziologischen, historisch begründeten Tat­bestand und seine ökonomischen Voraussetzungen hin. Die mandschurische Machlsrage umreißt Karl Megerle von weiten Gesichtspunkten aus. In mehreren guten Gemäldewiedergaben und Beitragen von Carl Lin- fert und Walter Unus werden der Maler laoer Fuhr und die verstorbene Künstlerin Maria Slavona oorgestellt. lieber das Theater schreibt Franz Graetzer, die Dichtung ist durch eine Erzählung , Sorgenfrei" von Karl Benno von Mechow ver­treten. Der Kunstwort kostet jetzt nur noch 4 Mk. im Vierteljahr.

Hochschulnack) richten.

Der durch den Weggang von Prof. Hans Rau­mann an der Frankfurter Universität er­ledigte Lehrstuhl der deutschen Philologie ist dem Ordinarius Friedrich Reumann in Göt­tingen angeboten worden.

Zur Wied^besehung des durch die Emeritierung von Geheimrat Otto Kern an der Universität Halle erledigten Lehrstuhls der klassischen Phi­lologie ist ein Rus an Professor Dr. Karl Rein­hardt in Frankfurt ergangen.

Profeffor Dr. Iofeph Schacht in Freiburg i B r. hat einen Ruf auf den Lehrstuhl der semiti­schen Philologie an der Universität Königs­berg i. P r. als Rachfolger von Prof. Erich Bräunlich erhalten.

Der durch das Ableben des Geheimen Medi­zinalrats Prof. Carl Hirsch erledigte Lehrstuhl der inneren Medizin an der Bonner Universi­tät ist Profeffor Dr. Paul Martini in Ber­lin angeboten worden.