nahmen bildete das Bekanntwerden einer von zehn Uhr ab geplanten Demonstration vor dem Wohlfahrtsamt. Bis zum Zeitpunkt der Niederschrift dis» [er Zeilen — kurz nach 10 Uhr — ist es erfreu» Lcherweise zu keinem Zwischensall gekommen, es hatten sich lediglich einige Gruppen von Neugierigen gebildet.
•* D i e Ladengeschäfte in Dieben sind am morgigen Sonntag von 12 bis 18 Ufjr geöffnet.
** Die neue Straßenbahnstrecke nach Wieseck bis in die Mitte des Ortes hinein wird am kommenden Donnerstag in Betrieb genommen. Für Mittwochnachmittag ist eine Besichtigungsfahrt durch drn Siebener Stadtrat und den Wiesecker Gemeinderat vorgesehen.
** D e r Hubertus, Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gießen, hielt, wie man uns berichtet, am Mittwoch seine sehr gut besuchte Mitgliederversammlung im Hessischen Hof" ab Nach Bekanntgabe einer größeren Zahl von Neuaufnahmen und NeuanmeDungen berichtete Studienrat Holzel über das neueste Merkblatt der Gesellschaft für Jagdkunde, das sich mit dem Nach- weis der Herkunft von Wildkörperteilen u. ä. beschäftigt und als Hilfsmittel für die Bekämpfung der Wilderei von Wichtigkeit ist. Es wurde beschlossen, die diesjährige Ausstellung des Reichs- jagdbundes wiederum mit einer Vereinssammlung zu beschicken. Im Anschluß an den geschäftlichen Teil sprach der 1. Vorsitzende Aug. Pascoe (Dutenhofen) an Hand sehr zahlreichen und guten Anschauunasmaterials über „Das neue Brenneke- Flintenlaufgei'choß", dessen Vorzüge, Wirkungsweise und Schußleistung in überaus klarer und interessanter Weise dargestellt wurden. Ebenso großes Interesse fand das Mitglied stuck, korest Gerhard Hesse mit seinem Vortrag „Mein Rotfuchs als Schweißhund'. Der Vortragende konnte über den seltenen Fall berichten, daß es ihm gelungen ist, nicht nur einen Fuchs völlig fingerzahm und leinen» führig zu machen, sondern ihn nach Vorbildung auf künstlicher Schweißschleppe jetzt als Schweißhund auf natürlicher Schweißfährte mit Erfolg zu führen. Diele Einzelbeobachtungen, die dabei gemacht wurden, waren für den mit der Arbeit des Hundes vertrauten Jäger von großem Interesse. Der herzliche Dank, den die Versammlung beiden Rednern zollte, war wohlverdient.
** Gin Wäschedieb fe ft genommen. Der Polizeibericht meldet: Durch die Festnahme des früheren Kernmachers E. N. wurden verschiedene, in letzter Zeit in unserer Stadt begangene Wäsche» diebstähle aufgeklärt. Eine Anzahl der bei dem Täter Vorgefundenen Wäschestücke konnte den Geschädigten zurückgegeben werden. In seinem Besitz wurden noch vorgcfunden: 1 Küchenüberhandtuch (Windmühlenmuster), 1 leinenes mit Spitzen besetztes Deckchen, eine Anzahl Hand- und Küchentücher, eine Anzahl Strümpfe, darunter ein Paar gezeichnet A. Sch., zw i Paar fast neue braune Herren-Lederhandschuhe, sowie einige Herrenhemden in verschiedenen Farben. Eiyentumsberechtigte wollen sich bei der hiesigen Kriminalpolizei, Zimmer 24, melden.
** „Der Bau der großen Odertalsperre." In der Ueberschrift zu dem gestern wie» dergegebenen Bilde vom Bau der Odertalsperre ist ein Druckfehler unterlaufen. Es mußte nicht Okertalsperre sondern richtig Oder talsperre heißen.
Schwurgericht Gießen.
* Gießen, 16. Dez. Das unter dem Vorsitz von Landgerichtsrat Strack tagende Schwurgericht hatte sich diesmal nur mit einem Fall zu beschäftigen. Angeklagt war der Bäckermeister Karl P. von Sellnrod wegen Brand st iftung. Die Anklage vertrat Oberstaatsanwalt Dr. Drill, die Verteidigung führte Rechtsanwalt Dr. Spohr I.
Am 9. Oktober d. I. brach in dem Anwesen der Eheleute P. ein Brand aus. Da von einer Versammlung heimkehrende Dorfbewohner das Feuer bemerkten, ehe es größeren ilmfang angenommen hatte, wurde nur ein Teil des Daches vernichtet und eine weitere Ausdehnung des Brandes durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr verhindert. Die Eheleute P. waren bei Ausbruch des Brandes bei Bekannten im Dorf, der im Hause wohnende Lehrling in einer Versammlung. Die alsbald einsetzende Untersuchung ergab eine Reihe
Besuch in der
Die harmonischen Beziehungen zwischen unserer Bürgerschaft und der Gießener Garnison, dem l. Batl. 15. Zns.-Regt., machen es begreiflich, daß sich die Gießener Bevölkerung für alles, was mit unseren Soldaten zusamme:.hängt, interessiert. Richt nur das ausgezeichnete Auftreten der Garnison beim Erscheinen in geschlossener Marschformatton, oder die Haltung der Truppen bei den militärischen Hebungen und bei der sportlichen Betätigung, oder das höflich-bescheidene und korrekte Benehmen im außerdienstlichen Aufenthalt in der Stadt sichert den Angehörigen unseres Bataillons die Sympathie der Bürgerschaft, sondern man interessiert sich auch für alle Dinge, die im militärischen Leben in Erscheinung treten. Der Verlauf des Grenadiertages Qlnfang Oktober hat dafür sichtbare Beweise geliefert.
Reben dem ideellen Interesse unserer Mitbürger an der Garnison sind es aber auch wohl- begründete wirtschaftliche Erwägungen, die
das Band zwischen Zivil und Militär in Gießen eng geknüpft
haben. Welche große Bedeutung die Garnison als Wirtschaftsfaktor für die Stadt Gießen und Hmgegend hat, konnten wir in einem Artikel „Garnison und heimische Wirtschaft" in Rr. 249 vom 22. Oktober an Hand von Einzelheiten bar- legen. 3n jenem Aufsatz konnten wir mitteilen, daß der monatliche Geldaufwand für die Beschaffung des Verpflegungsbedarfs des Bataillons sich auf rund 10 000 Mark beläuft. Diese Summe von rund 120 000 Mark pro Jahr stellt aber nur die direkte Ausgabe für die Verpflegung der Garnison dar, während der vielfältige indirekte Rutzen, den unser Gießener Wirtschaftsleben noch aus den Gehältern der Datail- lonsangchörigen zieht, z ffernmäß g nicht greifbar, jedoch auf alle Fälle sehr beachtenswert ist.
Rach jenen detaillierten Angaben über die großen Mengen des Derpflegungsbedarss lag es nahe, sich auch einmal dafür zu interessieren, wie der Derpflegungsapparat in der Praxis arbeitet. Wir hatten Gelegenheit, unter Führung des für die Derpflegungswirtschaft der Garnison verantwortlichen Leiters, Oberzahlmeister Bock, einen Blick in diesen Betrieb zu tun. Zunächst konnten wir dabei die Feststellung machen, daß
an der Vorbereitung der Verpflegung mit größter Sorgfalt gearbeitet
wird. Don dem Sachbearbeiter, Oberzahlmeister Bock, wird immer eine Woche vorher der Küchenzettel für die kommende Woche aufgestellt. Dieser „Wochenfahrplan" der Garnisonküche wird dem Bataillons-Kommandeur zur Genehmigung, außerdem aber noch dem Dataillonsarzt zur Begutachtung unter ärztlichen Gesichtspunkten vorgelegt. Erst wenn der Küchenzettel die Llnterschrif- ten dieser drei militärischen Stellen trägt, hat er Gültigkeit erlangt und wird dann in der vorgeschriebenen Weise durchgeführt. Bei einem Rundgang durch die Küche bekamen wir den besten Eindruck von der verantwortungsbe-
Garnisonküche.
wußten und sorgfältigen Tätigkeit, die dort für das physische Fundament der Soldaten geleistet wird. Blitzblank in allen Teilen präsentierten sich die Küchenräume, selbst die peinlichst strengste Hausf rau könnte daran ihre Freude haben. In den großen Kochkesseln werden Suppen, Kartoffeln, Gemüse und Fleisch unter sorgsamster Anwendung aller Kochkünste ausgezeichnet zubereitet.
hier kochen nicht nur Soldatenköche allein, sondern es ist auch eine Kochfrau mit am Werk, die mit ihrer hausfraulichen und sachlichen Erfahrung dafür Sorge trägt, daß die Speisen in der besten weise zubereitet werden und in der sorgfältigsten Art zur Ausgabe kommen.
Ein Küchenunteroffizier führt die Aufsicht, jedoch hat beim Kochbetrieb natürlich die Kochfrau das ausschlaggebende Wort zu sprechen. Von den Küchen äu.nen im Erdgeschoß werden die Speisen durch einen Aufzug nach den Speisesälen im Parterre befördert. Hier sind Servierfrauen bei der Ausgabe der Speisen mit am Werke. Die Soldaten erscheinen mit ihren Eßmarken, gegen deren Abgabe von den Servierfrauen oder von Ordonnanzen das Mittagessen im Speifesaal an kleinen gedeckten Tischen, an denen jeweils sechs Mann beieinandersitzen, serviert wird. Wer seine Mahlzeit eingenommen hat, verläßt wieder den Speiseraum, um für die anderen Kameraden Platz zu machen. Gespeist wird in. der Zeit von 11.30 bis 13 Uhr. In dieser Zett kann jeder Soldat nach Belieben zur Einnahme seiner Mahlzeit erscheinen. Der Unteroffizier vom Dienst führt im Mannschafts-Speisesaal die Aussicht und ist dafür verantwortlich, daß sich der ganze Betrieb in geordneter Weise und zur Zufriedenheit aller Soldaten abwickelt. In Anbetracht der großen militärischen Anforderungen, die an alle Soldaten gestellt werden und die ihre körperliche Leistungsfähigkeit weitgehend in Anspruch nehmen, wird
eine abwechslungsreiche und sehr nahrhafte kost verabreicht, bei der auch die Portionen in anständiger Gröhe zugemessen werden, so dah selbst der stärkste Esser voll auf seine Rechnung kommen kann.
Mit gleicher Sorgfalt wie beim Mittagstisch, wird auch beim Abendessen verfahren, und ebenso ansehnlich und reichlich ist das Ausmaß der Portionen, die hierbei dem einzelnen Soldaten zu- stehen.
Die Besichtigung des Küchenbetriebes, bei der wir uns auch durch eine kleine Kostprobe von der vortrefflichen Qualität und der ausgezeichneten schmackhaften Zubereitung der Speisen überzeugen konnten, hat uns die Gewißheit gegeben, dah es unter der sorgfältigen Leitung der Militärverwaltung und des Garnisonkommandos um die Verpflegung unseres Bataillons ausgezeichnet bestellt ist und daß alles getan wird, um den berechtigten Erfordernissen der Truppe Genüge zu leisten.
von Anhaltspunkten dafür, dah eine vorsätzliche Brandstiftung vorlag. In der Verhandlung wurde festgestellt, dah sich in dem Saal an verschiedenen Stellen große Oelflecken befanden. Auch die Dielen, die erneuert werden sollten und deshalb herausgerissen waren, wiesen Oelspuren auf. Verdächtig erschien der Anllagebehörde auch ein gerade über den Betten befindliches Loch in der Decke, das nach dem Gutachten von Oberbaurat Fischer nicht auf die Einwirkung herabstürzenden Bauschutts zurückzuführen fein konnte, son- bern vor dem Brand in die Decke geschlagen fein müßte. Ein als Zeuge vernommener Beamter der Feuerversicherungsgesellschaft, bei der der Angeklagte versichert war, hielt eine ganz erhebliche Lleberversicherung für vorliegend.
Während der Oberstaatsanwalt den Angeklagten auf Grund des gesamten Ergebnisses der Hauptverhandlung für überführt hielt und seine Verurteilung beantragte, bat der Verteidiger
um Freisprechung, wobei er insbesondere auf die Möglichkeit eines Kurzschlusses hinwies.
Das Gericht konnte sich, wie aus der kurzen Urteilsbegründung hervorging, trotz gewisser Verdachtsmomente von der Schuld des Angeklagten nicht überzeugen und sprach ihn frei. Der Haftbefehl wurde aufgehoben.
Strafkammer Gießen.
* Gießen, 16. Dez. Ein im Mai 1931 in Gießen wohnhafter Dekorateur hatte seine Logiswirtin durch Vortäuschung unwahrer Angaben über Arbeitsstelle und Verdienst veranlaßt, ihm Wohnung und Verpflegung zu kreditieren; seine Schuld in Höhe von rund 100 Mark bezahlte er bis heute nicht. Das Amtsgericht batte ihn deshalb wegen Betrugs zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt. Die Strafkammer verwarf die Berufung des Angeklagten, geklagten.
Ein Schausteller aus der Wetterau war von dem Amtsgericht Friedberg wegen Körperverletzung eines Nachbarn zu einer Geldstrafe verurteilt mote den. Seine Berufung wurde verworfen, da er unentschuldigt ausblieb.
Ein Arbeiter aus einem Dorf bei Grünberg merkte an einem Morgen hn Mai d. I., dos ein Bund Bohnenstangen aus seinem Hof verschwunden war. Er stellte fest, daß der heute Angeklagte ein solches durch einen Fuhrmann nach Gießen hatte mitnehmen lassen, fuhr hierher und fand auch sein« Bohnenstangen wieder. Das Amtsgericht Grünberg hatte deshalb auf eine Strafe von 14 Tagen Gefängnis erkannt. Auch die Strafkammer hielt nach eingehender Beweisaufnahme den leugnenden Ange- klagten für einwandfrei überführt und bestätigt« deshalb das Urteil; auch die.Strafhöhe erschien mit Rücksicht auf die Vorstrafen öes Täters angemessen.
Ein auswärtiger Weißbinder hatte eine Arbeitsbescheinigung für einen Gesellen ausgestellt, in der nicht angegeben war, daß dieser wegen Regens einige Tage nicht gearbeitet hatte. Wegen fahrlässiger Abgabe einer falschen Arbeitsbescheinigung war er zu einer Geldstrafe von 40 Mark verurteilt worden. Die heutige Verhandlung mußte zwecks weiterer Aufklärung vertagt werden.
Wettervoraussage.
Das kontinentale Hoch wird an seiner Rord- und Westseite von ozeanischer Warmluft um* spült, die das kräftige Island-Tief mit sich führt. Infolgedessen geht sein Einfluß immer mehr zurück, und die Temperaturen steigen weiter an. Dabei wird dunstiges und wolkiges Wetter vorherrschen. Riederschläge treten aber nur in geringem Maße auf.
Aussichten für Sonntag: Reblin und bewölkt, Temperaturen nachts noch in Gefrierpunktnähe, jeovch im ganzen milder, nur vereinzelt leichter Rebelregen.
Aussichten für Montag: Meist bewölktes und im ganzen ziemlich mildes Wetter mit einzelnen Niederschlägen.
Lufttemperaturen am 16. Dezember: mittags 2,1 Grad Celsius, abends 0,1 Grad; am 17. Dezember: morgens —1,9 Grad. Maximum 2,5 Grad, Mini- mum — 2,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Dezember: abends —0,5 Grad; am 17. Dezember: morgens —0,5 Grad Celsius.
Rirdriicb? flodirtdifeiL
Evangelische Gemeinden.
Sonntag, den 18. Dezember. 4. Advent.
Stadlkirche. 9.30 Uhr: Pfarrassistent Knell; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfarrassistent Knell; 17: Pfr. Mahr; zugleich Weihnachtsfeier für die Kinderkirche der Matthäusgemeinde. — Iohan- neskirche. 9.30: Pfr. Ausseid; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 17: Pfarrassistent Knell; 20: Bibelbesprechung; Pfr. Lenz. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinder- kirche für die Luthergcmeinde; Pfr. Lenz. — pe- truskapelle. 9.45: Pfr. Becker. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; 15.30: Kinderschulfeier; 17: Kinder- gottesdienstfeier. — w'efeck. 9.45: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche; 17.30 (Schuljugend); 19.30: Vorweihnachtliche Lichtbildstunden. — Alten-vuseck. 10: Gottesdienst; 16: Weihnachtsbescherung in der Kleinkinderschule. — Gcoßen-Luseck. 10.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 13: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 13.30: Mainzlar. — Hausen-Garbenteich. 10: Hausen; 13: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche.
katholische Gemeinden.
Samstag, den 17. Dezember.
Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.
Sonntag, den 18. Dezember. 4. Adventssonntag.
Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt.
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