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17.11.1932 Erstes Blatt
 
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Donnerstag, 17. November (952

(82. Jahrgang

Nr. 27 ( Erstes Blatt

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Gicherheiisplan steht zur Debatte

Oie Flamen rücken vor

morgen empfängt, tsch lands auf der

mans vor etnu

deutsch noch franzö -

Belgien.

Nun wäre es freilich gänzlich fehlgegriffen, wenn wir Deutsche in den flämischen Bestrebungen irgend­wie den Ausdruck einer Sympathie für Deutschland sehen wollten. Den wahren Charakter der flämischen Bewegung hat der flämische Abgeordnete Ward Her- ** in einem Zeitungsartikel dahin

Flamen zählen 51,8 Prozent der Bevölkerung, tue Wallonen 45,7. Die Flamen verfügen also über eine absolute Mehrheit. An sich hätten sie daher alle Aussicht, die Macht im Staate zu er­obern. Aber auch bei ihnen-macht sich das alte ger­manische Erbübel der inn.ren Zersplitte­rung wesentlich geltend. Wenn die flämische Be­wegung trotzdem in der letzten Zeit immer stärkere Erfolge erzielt hat, so läßt das auch auf ihre innere Erstarkung schließen. Und vielleicht ist doch die Zeit nicht mehr so fern, die auf dem Wege über diese Bewegung zu einer Befreiung Belgiens von der französischen Borherrschaft führt.

Berlin, 17. Koo. (CKB. Funkspruch.) Das Reichskabinett hak sich heule vormittag um 11 Uhr zu der angekündigten Sitzung versammelt. Der fia- binettssihung gingen Linzelbesprechungen des Reichskanzlers voraus, nach deren Verlauf in politischen Kreisen der Eindruck vorherrscht, daß das Kabinett möglicherweise den Beschluß fassen wird, dem Reichspräsidenten seine (0c- samldemission anzubieten. Kommt das Kabinett zu dieser Entscheidung, so wird es natür­lich zunächst geschäslssührend im Amte bleiben. Der Reichspräsident hätte dann eine brei­tere Basis für feine Verhandlungen mit den Parteien. Ls ist übrigens nicht an­zunehmen, daß der Beschluß des Kabinetts bekannt­gegeben wird, ehe der Reichskanzler dem Reichsprä­sidenten Vorfrag gehalten hat.

Möglichkeit einer Gesamt-emission des Kabinetts.

Oie Verhandlungen zwischen Polen und Danzig gescheitert

Das Antwortschreiben des Führers der Nationalsozialisten. Hitler, ist bei der Reichs- regierung eingezangen. lieber den Inhalt des Schreibens wird an zuständiger Stelle Still­schweigen bewahrt, da man erst den Abschluß der Beratungen des Kabinetts ab­warten will. Ob der ursprünglich für heute um 17 llhr in Aussicht genommene Empfang des Reichskanzlers beim Reichs­präsidenten stattfinden wird, ist noch unsicher. Es ist möglich, daß Reichspräsident v. H i n d e n - bürg den Kanzler erst morgen empfängt.

Die Vertretung Deutschlands auf der Tagung des Lollerbundsrates wird durch die innenpolitische Lage nicht berührt werden. Auch eine etwaige Gesamtdemission des Kabinetts wird auf die deutsche Vertretung in Genf ohne Ein­fluß bleiben, da die Ratstagung sich ja nur mit

demjenigen annähern, das Henderson und der da­malige englische Marineminister Alexander im Mürz 1931 beinahe zustande gebracht Hütten. Die englischen Sachverständigen, so meldet der Be­richterstatter weiter, hielten den, _ die Seeabrü­stung betreffenden Seil des französischen 2ll>- rüstungsplans für wenig brauchbar.

Simon hat dem Präsidenten der Abrüstungs­konferenz, Henderson, am Mittwochabend Mitteilen lassen, daß er seine angekündigte große Rede über die Abrüstungspolitikder englischen Regierung bereits amDonners- tagvormittag in einer Sondersitzung des Büros der Abrüstungskonferenz halten werde. Von maßgebender englischer Seite wird betont, daß die Rede Simons vor allem bezwecke, eine Drücke zwischen dem deutschen und dem französischen Standpunkt in der Abrüstungsfrage zu schlagen, um die baldige Rück­kehr Deutschlands in die Abrüstungskonferenz au ermöglichen. Die Rede enthält jedoch keinen feft- umrissenen Vorschlag oder Plan und stellt nach englischer Crllärung keineswegs eine Ergänzung des französischen Planes dar.

Rechte verzichten und sich iu den Wirtschaftskörper der Republik Polen völlig ein gliedern müsse. Die Freie Stadt verharrt auf dem stets eingenom­menen Standpunkt, daß der von den alliierten und affociierfen Mächten geschloffene Vertrag von Versailles und der unter Mitwirkung dieser Mächte geschlossene Vertrag von Paris ihr die gegebene Selbständigkeit ga­rantiere.

Die Freie Stadt hat die ihr ^gefallene Aufgabe, Polen einen freien Zugang zum Meere zu verschaffen, erfüllt Die Freie Stadt beruft sich darauf, daß die geschlossenen Verträge, soweit sie auch abänderlich sind, nur mit Zustim­mung beider Teile geändert werden dürfen. Gegenüber dem Vorgehen Polens ist die Freie Stadt entschlossen, die von Polen ge­forderte völlige Eingliederung in feinen Wirtschaftskörper aufs schärfste zurückzu- weisen. Die Freie Stadt ist sich bewußt, daß eine Erfüllung des vertragswidrigen Verlangens Polens die Aufhebung der Kultur und der poli­tischen Selbständigkeit der Freien Stadt, welche einen Teil der Bestimmung des Vertrages von Versailles darstellen, zur Folge haben würde. Sache der Vvlkeroundsinstanzen wird es nunmehr sein, zur Wahrung der gefährdeten Rechte Danzigs die erforderlichen Entscheidungen schleunigst zu treffen und ihre Durchführung sicherzustellen.

Danzigs Kamps um sein Recht.

Warschau, 16. Rov. (WTB.) Die Danzig- polnischen Wirtschaftsber Handlungen, die hier stattfinden, sind heute ergebnislos abge­brochen worden. Von Danziger Seite wird dazu mitgeteilt: Die drückenden wirtschaftlichen Maßnahmen, hie die Republik Polen besonders in dem letzten Jahr unter Richtach tung der geschlossenen Verträge gegen die Freie Stadt Danzig verhängt hat, hatten die Freie Stadt veranlaßt, die Entscheidu ng des Völkerbundskommifsars anzurufen. Durch Beschluß des'.kerbundsrats waren dem Kommissar neutrale Sachverständige von internationaler Geltung zur Verfügung ge­stellt worden, die über die Streitfragen ihr Gut- achten abgegeben haben. Die Freie Stadt hat chre Bereitschaft zur Annahme dieses Gutachtens bekundet, obwohl ihr dadurch erhebliche Opfer auferlegt werden. Da die Republik Polen sich dem erstatteten Gutachten zu beugen m ch t ge- 1d i111 war hat der Völkerbundskommissar noch einmal ben Versuch gemacht, im Wege fried icher Verhandlungen die Streitpunkte 5u beteiligen. Von beiden Seiten waren zu diesem Zweck Dele­gationen eingesetzt, deren Verhandlungen fetzt in Warschau ergebnislos abgebrochen werden mußten, da der von Polen in grundsätz­lichen Fragen eingenommene Standpunkt eine Annäherung der gegenseitigen Auffassungen nicht mehr erhoffen ließ.

Polen stehl auf dem Standpunkt, daß die Freie Stadl auf die ihr eingeräumlen

die Amerika allerdings nicht direkt berührende Schaffung einer B ö l k e r b u n d s t r u p p c zur Erzwingung des Friedens in Europa. Trotz dieser Bedenken wird man aber auch diesen fron- zösischen Vorschlag sorgfältig erwägen und hofft auf die allmähliche Entstehung eines praktifchen Planes, wenn man auch den Enthusiasmus, der nach Zeitungsmeldungen bei der amerikanischen De­legation angeblich herrschen soll, diesmal nicht teilt. Floiienverhandlungen inGenf

Heute spricht Simon über den britischen Abrüstunstsplan.

London, 16. Rov. (211. Funkspruch.) Wie der Genfer Berichterstatter des »Daily Herald" mel­det, nehmen die Verhandlungen zwischen Sir John Simon und dem Amerikaner Davis über die Flottenpläne einen befriedigenden Verlauf. Es bestehe die Hoffnung, daß sie zum Anschluß Frankreichs und Italiens an den Londoner Flottenvertrag führen wür- den. Das neue Abkommen werde sich sehr stark

Oer französische

Die Regierung verteidigt sich.

Tas deutsche Berufsheer stört Frankreichs Sicherheit.

Paris, 17. Rov. (WTB. Funkspruch.) Die scharfen Angriffe Tardieus gegen das Kabinett Herriot in der Frage des französischen Ab­rüstungsplanes finden starke Beachtung. Die Morgenpresse hat den Fangball aufgegnffen und die Polemik kräftig weitergeführt. Speziell di 7 Regierungspresse nimmt den Artikel nicht leicht. .Republigue" widmet ihm eine eingehende Kritik. Das Blatt schreibt, Tardieus Behauptung, Paul- Doncours Plan laufe auf eine Revision des Versailler Vertrags hinaus, sei gerade­zu verblüffend. Gewiß sehe der französische Plan eine Revision der militärischen Klauseln vor. Dies geschehe jedoch aus dem Grund, weil in Ver­sailles Deutschland ein Berufsheer gegeben worden sei, das in den Händen eines organisatorisch begabten Volkes zu einer ge­fährlichen Armee habe werden müs­sen. Herriot und Paul-Doncour legten nun, um Den damals begangenen Fehler wieder gut- zumachen, einen berechtigten und praktischen Plan vor. mit dessen Hilfe Frankreich in der allgemeinen Sicherheit seine eigene

definiert:W ede». deutsch noch franzo- f i s ch". Die Flamen wollten, so heißt es weiter, weder ein lateinischer Vorposten mit germanischer Sprache noch ein germanischer Vorposten mit la­teinischer Ausdrucksform fein. Die Aufgabe des flämischen Nattonalismus sei die Verteidigung gegen Deutsche, wie gegen Franzosen.

Das nächste Ziel der flämischen Bewegung liegt in der Eroberung der Macht im belgi-

Dei der Aufmerksamkeit, die die Oeffentlichkeit augenblicklich den großen, im Mittelpunkt des Interesses stehenden Fragen widmet, bet den inne­ren Kreisen, von denen heute in erster Linie Deutschland betroffen ist, ist ein Vorgang stark in den Hintergrund getreten, der, wenn er aucy nicht die Bedeutung hat, die jenen Dingen zugebilligt werden muß, doch voraussichtlich auch nicht so ganz ohne Einfluß auf die Lösung der internatio­nalen Fragen bleiben wird: der stetig wach­sende Einfluß des Flamentums auf die politische Haltung Belgiens und damit ein gewisses Freiwerden von dem über­wiegenden französischen Einfluß, unter dem die­ser Staat unausgesetzt seit dem Weltkriege und auch schon vorher in hohem Grade gestanden hat.

Der Kampf zwischen den germanischen Fla­men und den romanischen Wallonen, jenen beiden Volksgruppen, aus denen sich die Einwoh­nerschaft Belgiens zusammenseht, ist so alt, wie der belgische Staat selbst. Der belgische Frei­heitskampf 1830 war ein Kampf des katholischen Südens gegen den protestantischen Rorden. den Flamen und Wallonen Seite an Seite ausfochten gegen die holländischen Bestrebungen, den Ge­samtstaat nicht nur in der Verfassung und in der Verwaltung, sondern auch religiös zu verein­heitlichen. Dieser Kampf konnte nur gewonnen werden durch die Hilfe Frankreichs. Schon bei den Septemberkämpfen um Brüssel im Iahre 1830 gab der französische General Melli- net mit seinen Truppen den Ausschlag, ülnd auch als. schon nach der Wahl des Coburger Prinzen Leopold zum König des neuen selbständigen Bel­giens, Holland im Herbst 1832 nochmals ver­suchte. Belgien mit Waffengewalt zurückzuer- obern, scheiterte das lediglich durch das Eingrei­fen eines französischen Heeres, das Antwerpen eroberte und die Holländer über die Grenze zu­rücktrieb. Ülnd nur der Druck Frankreichs. das

Einschränkung der deutschen Einfuhr nach der Schweiz.

Bern, 16. Rov. (WTB.) Der Bundesrat hat gestern beschlossen, die deutsche Einfuhr von Wolldecken und Damenhüten aus Stroh einzuschränken. Dazu erfährt die Schwei­zerische Depcschenagentur von zuständiger Seite, daß das kürzlich abgeschlossene neue Wirt­schaftsabkommen mit Deutschland die Schweiz nicht verpflichte, von künftigen Einschrän- kungsmaßnahmen abzusehen. Dagegen sollen selbstverständlich solche Maßnahmen nur in den notwendigsten Fällen erlassen und die Einfuhr nickt stärker eingeschränkt werden, a ls notwendig ist. 2m Sinne und Geist dieses Abkommens wird für Wolldecken eine Einfuhr im Rahmen von 75 v. H. der letzt jährigen zugelassen werden.

s ch e n Staate. Und sie ist diesem Ziele rn der jüngsten Zeit Schritt um Schritt näher gekommen. Anfang März dieses Jahres nahm die belgische Kammer ein Gesetz an, das in Flandern d i e flämische Sprache als alleinige Der- waltungssprache einführt. Der wettere Kampf geht jetzt dahin, durch ein neues Sprachengesetz auch die französische S ch u l s p r a ch e zu beseitigen. Der Strett hierüber hatte den Rücktritt des bisherigen Kabinetts Renkin herbeigeführt. Das neugebildete Kabinett, wieder unter der Führung Renkms, hatte eine katholische Mehrheit: 7 Katholiken gegen 5 Li­berale. Wie weit sich das im Sinne der flämischen Bewegung auswirken wird, muß abgewartet wer­den. Gewiß ist der flämische Einfluß gestiegen, aber trotzdem wird auch dieses Kabinett auf ein Zustande-

der Mandschureifrage beschäftigen soll. Der von der Reichsregierung in der Abrüstungs- frage eingenommene Standpunkt deckt sich so einheitlich mit der Auffassung des ganzen deut­schen Volles, daß auch in diesem Punkte jede deutsche Vertretung in Genf Sprecherin des gan­zen deutschen Volkes fein wird. Reichsaußen- minifter Freiherr v. Reurath wird deshalb auf alle Fälle am Samstag nach Genf fahren.

Hitler kommt nach Berlin.

Die Nationalsozialisteu wollen ein Regierungsprogramm überreichen.

Berlin, 17. Nov. (VDZ.) Hitler hat sich im Kaiserhof" in Berlin bereits angesagt, ist aber zur Stunde noch nicht eingetroffen, offenbar, weil er nach dem Ausgang der gestrigen Parteiführeroer. Handlungen eine so schnelle Reise nach Berlin nicht mehr für notwendig gehalten hat. Es verlautet, daß die maßgebllchen Persönlichkeiten der NSDAP, eine Denkschrift ausgearbeitet haben, die man a l s na t i o n a l s o z i a l i st i s ch e s Regierungs - Programm ansprechen könne, und daß es nicht ausgeschlossen sei, daß die Partei es vorziehen werde, statt einer persönlichen Unterredung Hitler-oon Papen dem Reichskanzler diese Denkschrift über­reichen zu lassen. Die Einladung, die Herr von Papen zu einer Unterredung mit Adolf Hitler er­gehen ließ, sei lediglich mit einer Empfangsbestäti­gung beantwortet worden. Der Führer der NSDAP, dürfte dagegen für eine Unterredung mit d e m Reichspräsidenten jederzeit zur Ver­fügung stehen und dürfte in einem solchen Falle auch persönlich beim Herrn Reichspräsidenten das von ihm vorgeschlagene Reaierungsprogramrn oer° I treten. Ein etwaiger Empfang Hillers durch den Reichspräsidenten von Hindenburg könne voraus­sichtlich erst morgen in Frage kommen.

Washington, 16. Nov. (WTB.) Der fran­zösische Abrüstungsplan wird in den hiesigen Mi­nisterien zur Zeit geprüft. Ein amtlicher Kommentar liegt noch nicht vor, jedoch wurde von maßgeben­der Stelle der erste Eindruck dahin zusammenge- faßt, daß der Plansehr kompliziert und in manchen Punkten bedenNich" er- scheine. Während allo die vor einigen Wochen be- kanntgewordenen Grundlinien des Herriotschen Planes hier durchaus begrüßt wurden, hält man die jetzt mitgeteilten Einzelheiten für kaum durchführbar. Nach ure vor ist man gewillt, -U-»........ Ö--M- wz. .. - > auf eine Konsultatton IM Falle der Kriegsgefahr

haftete; es wäre sicher noch zu folgenschweren Er- ejn,uqeheni ejn Punkt, für den sich bekanntlich beide eignissen gekommen, wenn die belgische Regierung Parteiprogramme einsetzen, und man steht nach wie dem flämischen Ultimatum, die Verhafteten wieder DOr QUf &em Standpunkt, daß politische Aenderun- freizulassen und die Polizei sofort zurückzuziehen, gen, 6ie unter Verletzung des Kellogg-Paktes ge- nicht bedingungslos nachgekommen wäre. wal'tsam erreicht würden, international nicht aner-

Die Flamen fordern ein neue s v prachen - tannt roeröcn sollten. Bedenken hat man jedoch geseh, das für die flämischen Provinzen das bie VerpfiichtungzuDoykottmaß-

Französische als Sprache sowohl in der Justiz wie nahmen, was jedenfalls von der republikanischen

auch in der Verwaltung und in den Schulen völlig Regierung'bisher stets strikt abgelehnt wurde und

beseitigt und an seine Stelle das Flämische setzt. aud. &en Demokraten auf starken Widerstand

Sie verlangen aber und das ist außenpolitisch »oßen dürfte. Für kompliziert häll man ferner

das bedeutsame weiter eine Kündigung des _________ ___

belgisch - französischen Militäroer-----

tr°gs und seiner Folgen wie in dem Ausbau ^men von Kompromissen angewiesen sein, die """

befejngungen zum Ausdruck kommen. In emer W Millionen Einwohnern Belgiens sind

Entschließung, die der vor,ahrrge flam.sche Kongreh Millionen Flamen und 3,6 Millionen Wallonen; annahm -st sogar von e.ncrmrlttar.schenDas°Ln- ^^Umueu^i StAnmesangehörige, dar-

D°s I nnler allein 110 000 Deiche und 40 OOO.jjoHäni-er.

Flamentum will eine völlige Loslösung von dem französischen Einfluß, ein freies, nur seinen eigenen nationalen Zielen nachjagendes

finden wolle.

Petit Journal" veröffentlicht eine Erklärung des Kriegsministers P a u 1 - B o n c o u r, der die Not­wendigkeit einer Reform des französischen Heeres betont. Diese Reform sei unerläßlich, ganz unabhängig von den Genfer Abrüstungsoer. Handlungen. Die Armee sei auf einer veralteten Rahmenorganisation aufgebaut, sie schleppe sich mühsam durchs Leben, da sie sich weder den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln noch den ------- ---- - - . Fehlern des Krieges 1914, noch den internationalen zusammen mit England ein bewaffnetes Ernschrer- Notwendigkeiten angepaßt habe. Die unter den Fah­len androhte, zwang den holländischen Komg T^l- nen stehenden Eeffektiobestände würden es nicht er- Helm, endlich im Jahre 1839 die belgische lauben, den Heeresmechanismus, so wie er jetzt Selbständigkeit anzuerkennen. organisiert sei, in Gang zu halten. Also müffe man

Daß unter diesen Umständen die ganze Orientie- schon jetzt entsprechende Vorkehrungen treffen, rung des neuen belgischen Staates nach Frank- zfo//

reich hin tendierte, ist begreiflich. Die Verwaltung UtlV PtVCtlll U)

wurde nach französischem Muster eingerichtet, die trnwiniiSArti

offizielle Staatssprache wurde die französische. Da- ÄUßle Aufnahme des ftanzoftfchcn gegen setzte aber bald der Widerstand bes| Avrustungsplans M Anter,?«, flämischen Bevölkerungsteils ein. Wenn es auch schon im Jahre 1898 den Flamen gelang, in den flämischen Gebietsteilen die Aner­kennung des Flämischen als Gerichtssprache neben dem Französischen durchzusetzen, so kann man von einer wesentlichen Erstarkung der flämischen Be­wegung doch eigentlich erst in der jüngsten Zeit sprechen. Tatkräftige Führer schufen eine fefte- flämische Organisation, die alljährlich zu besonderen Kongressen zusammentrat. Noch vor einem Jahr kam es bei dem flämischen Nattonalfest bei Brüssel zu blutigen Zusammenstößen mit der belgischen Polizei, die eine große Zahl flämischer Führer ver-