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die
Aus der Provinzialhauptstadt
$ür die Hessische Winterhilfe.
Der Sinn der Dohlfahrlskugel-Lotterie.
Gießen, den 17. September 1932.
Don der Straße der Kraft.
Von Neinhold Braun.
Wieviel Licht kann breiten
Eines Menschen stilles, starkes Schreiten!
Die Straße der Kraft...
Sie fängt bei unserer Geburt an und hat ihr Ende an der allerletzten Schwelle. Immer ist sie da. Aber in uns liegt die Entscheidung, vb wir sie unter die Füße nehmen oder nicht. Immer sehen wir sie, auch wenn wir nicht auf ihr wandern. Wessen Leben weist nicht eine Stunde auf oder mehrere, oder gar viele, da er sie nicht sehen wollte, da Schwäche irgendwelcher Art ihn zu diesem oder jenem Tun verlockte?
Denn nur der Blick des reinen Herzens besteht vor der Straße der Kraft!
Wenn wir im Spätschein unseres Lebens Rückschau halten, dann freuen uns am meisten Dis Punkte, an denen wir, die Ueberwinder unserer Abwegigkeit, wieder in unsere „heilige Straße" einbogen. Schön ist es und ein Maßstab für den Wandernden, wenn er im Laufe seines Daseins lernte, die Straße der Kraft mit vertiesterem We- sen, mit dem Auge des weise Erfahrenden ßu betrachten.
. anJ>erS sahen wir im jungen Lichte unserer Wanderung die Straße an! Da meinten wir — uns war es das Ratürliche! — sie liege da, wo die Iugend mit fliegenden Haaren und beqeiste- rungserfülltem Blicke daher stürmt. Vielleicht hatten wir nur Freude an den stolzen Wanderern oder sogar nur an den Muskel- und Sportmenschen oder aber am Schritt marschierender Bataillone.
Als wir aber älter wurden, erkannten wir, daß alle diese Erscheinungen zur Straße der Kraft gehören und ihre Berechtigung haben, so lange sie iM Dienste des Guten stehen und voll Maß sind, daß sie aber nicht alleinige Beherrscher des Weges sein dürfen und sein letzter Sinn und seine letzte Schönheit sind.
Gern gedachten wir jener Strecken, da wir mit Menschen der besonnenen Seele und des klaren Geistes schritten, da wir den starken Leidträgern begegneten. Immer stiller wurde es: immer langsamer gingen die Menschen. Aber wir sahen in Augen, die der inneren Wunder voll waren von der Wesiheit des großen Herzens I
3a, wir sahen Menschen mit zerbrochener Leiblichkeit und erlebten, daß eines Gefesselten heim-
in einer Unterredung, daß der Verband 62 Kirchengemeinschaften aus 23 verschiedenen Ländern Europas umfasse. Das Ziel des Verbandes fei: Uneinigkeit und Splitterungen unter den Protestanten zu überwinden und den K a m p f g e g en d i e G ott- los i g k e i t — auch auf kulturellem und politischen Gebiet — aufzunehmen.
Grzesinski und Dr.Weiß klagen gegen den„Angnff"
Mandatszuwachs erhalten. Die Sozialdemokraten rechnen damit, daß sie zumindest in derselben Stärke wie vor den Wahlen von 1928 in neue Kammer einziehen werden.
Der Flieger Ernst Ildet verschollen?
Nach einem Kabeltelegramm aus Godhavn hat die Universal-Franck-Film-Expedition seit drei Tagen von dem Flieger Ern st Udet keine Nachricht mehr. Dr. Franck, der Leiter der Expedition meldet seine äußer st e Besorgnis über das Schicksal U d e t s , da sich an der 2500 Kilometer langen Grönlandküste vis Ang- magsalik keinerlei Ansiedlungen befinden, wo Udet für seine kleine Maschine Benzin bekommen könnte. Wie erinnerlich, wurde Udet auf die Nachricht hin, daß die „fliegende Familie" Hutchinson verschollen sei, beauftragt, unverzüglich sich auf die Suche nach dem ver- mißtenFlugzeugzu begeben. Udet antwortete, daß er den Auftrag sofort ausführen werde.
13 Reichswehrpferde durch elektrischen Schlag getötet.
In einer der letzten Nächte kam es in der Schweriner Artilleriekaserne zu einem eigenartigen Unfall. Infolge schlechter Isolierung der Lichtleitungen, die vermutlich infolge der herrschenden Nässe entstanden war, erhielten die Leitungen Erdschluß. Hierdurch kamen die eisernen Krippen der Pferde sowie die eisernen Halfterketten der Tiere mit dem Strom in Verbindung. 13 Pferde wurden durch den elektrischen Schlag getötet. Es handelt sich um das Pferdematerial des Trompeterkorps des in Schwerin stationierten Reichswehr-Artillerie- Regiments 2.
Unfall eines Berliner Schauspielers auf der Bühne.
Dieser Tage ereignete sich im Berliner Staatstheater am Gendarmenmarkt bei der Ausführung der „Piccolomini" ein Unfall. In der Szene, in der Wallenstein vor versammelter Generalität seine Abdankung erklärt, stieß Werner Krauß,
Vom Wohlfahrtsamt der Stadt Gie- sl°ich° etuf. I
stell«. I 2°!br°te fiugelmänner fl-lßig am 'Bert, der Not der
Spielklubseuche ein Ende gemacht habe. Das Spiel als solches werde sich aber niemals austreiben lassen, denn das sei eine
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es im vergangenen Winter hieß: „Helft", dann stellt die unerbittlich wachsende Not weitester Volkskreise heute an alle die Aufforderung: Jeder muß Helsen!"
Gießener Wochenmarktpreise.
* Gießen, 19. Sept. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter 100, Süßrahmbutter 130, Landbutter 130, Matte 25 bis 30, Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Unterkohlrabi 5 bis 6, Tomaten 10 bis 15, Zwiebeln 8 bis. 10, Kürbis 5 bis 6. Pilze 25 bis 30, Kartoffeln 3,5 (Zentner 3 Mk.), Frühäpfel 15 bis 25, Falläpfel 5 bis 6, Dirnen 10 bis 20, Zwetschen 10 bis 15, Pfirsiche 30 bis 40, Brombeeren 20 bis 25, Preihelbeeren 30 bis 35, Honig 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 60 bis 80; das Stück: Käse 5 bis 10, Tauben 50 bis 60, Eier 9 bis 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 20, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 12, Sellerie 10 bis 25; das Bund: Radieschen 10 Pfennig.
Aus aller Welt.
Ein Giflmörder zum Tode verurleill.
Der Oberlandjäger Springer wurde dieser Tage vom Schwurgericht in Beuthen wegen Mordes zum Tode und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und wegen schwerer Ur- kundensälschungzu zwei Iahren Zuchthaus verurteilt. Dem Angeklagten war zur Last gelegt worden, eine Frau Mainka in Brosla- witz zur Vermeidung eines Alimentationspro- 4’o°eecfi$ durch ein mit Strychnin versehenes Schoko- 4% u0nfiari-ibon6Dn im April d. 2. vergiftet zu 4% unnati-n. Dieses von einem Sondergericht ae- 57 öS1 Todesurteil ist mit der Verkündung r e ch t s- 4°/°Türk«cheti g. Sofort nach Schluß der Verhandlung 4°/°Türttjcheeichte jedoch der Verteidiger dem Gericht ein 4°/kL', S?ngesuch. Durch die Einreichung dieses Ge- 5%SRumän.ö wird die Vollstreckung des Todesurteils 4^^Rumän,^.tisch verzögert, bis die Gnadeninstanzen 2Ä%U’Ä’H<M Staatsministerium) ihre Entschei- jetroffen haben.
Erbeigenschaft der alten Germanen. Gefährlich seien nur die, die in den öffentlichen Spielstätten das Publikum zu Glücksspielen verführten.
Das Gericht erörterte dann die bekannte zehn- tägigeRivierareise des Dr. Weiß, bei der dieser außer der Fahrkarte lediglich 200 Mk. mit über die Grenze genommen haben will. Dr. Lippert erklärte, daß ihm von Steinmeier gesagt worden sei, daß Dr. Weih in Begleitung eines Industriellen — es war der Generaldirektor der Schuhfabrik Tack & Co. AG., Krojanker — ebenfalls an der Riviera und im Spielka- sino in Monte Carlo gewesen sei. Darauf habe der „Angriff" eine Rotiz darüber gebracht, worauf das Landesfinanzamt in der „Angriffs"- Redaktion darüber angefragt habe, ob sie näheres darüber wüßte, denn Dr. Weiß habe keineGe - nehmigung der Devisenbewirtschaftungsstelle gehabt, mehr als 2 0 0 M k. mitzu nehmen. Der „Angriff" habe das Landesfinanzamt an Steinmeier verwiesen, der diesem mitgeteilt habe, daß Dr. Weiß als Gast des Großindustriellen Krojanker in Monte Carlo sich aufgehalten habe. Dr. Weitz hat dann genaue Aufstellungen über seine Ausgaben gemacht, so daß es möglich erscheinen kann, dah er mit 200 Mk. zehn Tage an der Riviera ausgekommen ist. Dr.Weih hat verschiedentlich im Casino Monte Carlo gespielt.
Der als Zeuge vernommene Kriminalkommissar Greiner, der Leiter des Spielerdezernats, bekundete, daß er verschiedentlich Differenzen mit D r. Weiß betreffs der Behandlung der geschlossenen Klubs gehabt habe. Während er auch gegen die geschlossenen Klubs Vorgehen wollte, habe Dr. Weiß einen anderen Standpunkt eingenommen. Dr. Weiß habe seinen Antrag, in alle geschlossenen Klubs einzudringen, a 6 g e l e h n t.
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Zukünftig mu führen, unb jtoa Inrberungen, mit Sesiellt, genügen, richtig in den Sprache.
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Reichstagswahlen in Schweden.
Ltarke Parteienzerspliiicrung.
Stockholm, 16. Sept. (CNB.) In Schweden finden am 17. und 18. d. M. die Neuwahlen zur Zweiten Kammer des Schwedischen Reichstags statt. Die bisherige Zweite Kammer, die im Jahre 1928 gewählt worden war, setzte sich zusam- men aus 73 Konservativen, 27 Mitgliedern des Landbundes, 4 Liberalen, 28 Mitgliedern dec Volkspartei, 90 Sozialdemokraten und 8 Kommunisten. Bei der jetzigen Wahl sind im wesentlichen dieselben Parteien vertreten. Allerdings hat sich die Kommuni st ische Partei gespalten. Sie besteht zur Zeit aus Anhängern der Moskauer Richtung und aus unabhängigen Kommunisten. Fcr- ner ist die Nationalsozialistische Partei in Anlehnung an ausländische Vorbilder auf den Plan getreten. Sie hat in einigen Wahlkreisen eigene Kandidaten aufgestellt. Eine weitere neue Partei, das jüngst gegründete Zentrum, setzt sich zum Ziel, aus Wählern aller Parteien eine zentrale Gruppe zu schaffen und die politischen Gegensätze der radikal gerichteten Parteien abzuschleifen. Endlich hat sich im Schoße der Konservativen Partei außer der Freien Gruppe, die in der bisherigen Zweiten Kammer bereits einen Vertreter hatte, eine kirchlich gerichtete Ab- s p a l t u n g gebildet, die C h r i st l i ch e Volks- Partei, die in einigen Wahlkreisen im westlichen Schweden, besonders in der Gegend von Gothenburg, mit eigenen Kandidaten, aber in Listenverbindung mit den Konservativen in den Wahlkampf eingetreten ist. lieber den Wahlausfall läßt sich schwer etwas Genaueres sagen. Wirtschaftsfrage n spielen diesmal im Wahlkampfe die Hauptrolle. Vielleicht wird der Landbund einen
Wachsende Spannung im Fernen Osten.
Neuer Schritt Chinas in Gens.
Nanking, 16. Sept. (TU.) Die nach der Anerkennung der Mandschurei durch Iapan ausgebrochene Spannung nimmt immer schärfere Formen an. Die chinesische Zentralregierung hat ihren Bevöllmächtigten in Genf angewiesen, dem Völkerbund eine neueRote zu übermitteln, in der angesichts der Gefährdung des Friedens die Einberufung einer Sondertagung des Völkerbundes zur Beratung des mandschurischen Problems gefordert wird. In der Rote wird ausgeführt, dah Iapan sowohl gegen die Völkerbundssahungen wie gegen die internationalen Verträge verstoßen ha^.
Auch die chinesische Volksbewegung gegen Iapan dehnt sich weiter aus. Die Schanghaier Handelskammern und wirtschaftlichen Verbände fordern in einer Sondereingabe an die Zentralregierung den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Iapan, während die Gewerkschaften die sofortige Mobilmachung und die Einleitung einer militärischen Strafaktion gegen die Mandschurei verlangen. Die japanischen Behörden in der Mandschurei sind angewiesen worden, die Ablieferung aller Waffen von der Bevölkerung der Mandschurei zu verlangen. Der Stand der japanischen Kwantung-Armee ist nach der mundschurischen Hauptstadt Tschangtschun verlegt worden.
Zeit ein Bollwerk entgegenzusetzen. Ueberall sieht man sie unermüdlich zum Nutzen der Allgemeinheit die Wohlfahrtskugeln der Hessischen Winterhilfe verkaufen. Wenn irgendwo eine Ansammlung in den Straßen der Stadt sich findet, dann kann man sicher sein, daß in Mitte dieser Ansammlung eine leuchtend weiße Spitzmütze auftaucht, um die sich alles gruppiert. Die weiß-roten Kugelmänner beleben das Stadtbild, und überall wo sie hinkommen, wecken sie die Hilfsbereitschaft ihrer Mitbürger, denn jeder weiß, daß die weiß-roten Kugelmänner Nothelfer in schwerer Zeit sind. Sie bieten auch eine gar zu verlockende Ware an. Welche Freude, wenn eine Kugel gekauft wird und die Hilfsbereitschaft des Käufers vielfältig vergolten wird durch einen der vielen Gewinne, welche von den weiß-roten Kugel- männern angeboten werden. In jeder 10. Kugel ist ein Gewinn enthalten. Es handelt sich also nur um die Wahl der richtigen Kugel. Aber auch hier waltet eine weise Vorsehung. Meistens fällt der Gewinn in die Hände, welche es am nötigsten brauchen. Wie viele Not ist schon gelindert durch die Gewinne aus der Wohlfahrts-Lotterie und wieviel Not muß noch gelindert werden, wenn die Lotterie erst beendet ist. Denn der Ertrag der Lotterie soll es ermöglichen, die Winterhilfe in diesem Jahr früher beginnen zu lassen wie sonst. Die Not ist groß. Jeder muß helfen. Und hier zeigt sich so recht die Schicksalsverbun- denheit der Volksgemeinschaft, denn alles regt sich und Hilst mit, damit die Wohlfahrtskugel-Lottecie den erhofften Erfolg bringt. Die Hessische Winterhilfe 1932/33 geht neue Wege zur Beschaffung von Mitteln und bittet alle, ihr zu helfen, das große Hilfswerk für den kommenden Winter zu ermöglichen. Jeder helfe, denn durch feine Hilfe trägt er feinen Anteil dazu bei, daß den Bedürftigen die Not des kommenden Winters gelindert wird. Wenn
Berlin, 16. Sept. (TU.) Vor der fünften Großen Strafkammer beim Landgericht I begann der Be- leidigunasprozeß gegen die Redakteure des national- sozialistischen „Angriff" Dr. Lippert und Krause. In mehreren Artikeln des „Angriff" war dem abgesetzten Polizeioizepräfidenten Dr. W e i ß u. a. vor- geworfen worden, daß er in pflichtwidriger Weise gegen bestimmte Spielklubs nicht vor- gegangen sei, weil er an diesen finan-
c 11. i n t ß r c f f i c r t gewesen sei. Dem früheren Polizeipräsidenten G r z e s i n s k i wurde vorgewor- fen, daß er diese Handlungsweise Dr. Weiß' g e - billigt habe.
Grzesinski erklärte bei seiner Vernehmung, daß ihm nichts davon bekannt sei, daß Dr. Weiß an verbotenen Klubspielen teilgenommen habe. Er selbst habe verschiedentlich in dem Klub „Bühne und Film" verkehrt und sei auch hin und wieder aus dienstlichen Interessen in die Spielzimmer des Klubs gegangen, ohne selbst dort zu spielen. Er habe in dem Klub „Bühne und Film" ein oder zweimal seinen damaligen Polizeioizeprä- sidenten Dr. Weiß getroffen. Er halte es aber für unwahrscheinlich, daß Dr. Weiß dort gespielt habe, wenn es sich dabei auch nur um harmlose, niemals gewohnheitsmäßige Klubspiele gehandelt habe. Grzesinski bestreitet die Behauptung des „Angriff", daß ihm einmal in „Bühne und Film" gesagt worden sei: „Wissen Sie, was hier gespielt" wird? Das sind die Spiele, die sonst Ihre Polizei verhütet." Dr. Lippert macht Grzesinski darauf aufmerksam, daß diesen Wortwochsel - die Schauspielerin Rosa D a l e 11 i mit angehört habe. Grzesinski vermag sich nicht mehr daran zu erinnern.
Dr. Weih erklärt, daß ihm der schwerste Vorwurf, den man gegen einen Beamten erheben könne, gemacht worden sei, nämlich dec der Bestechung. Es sei durchaus richtig, daß die Kriminalpolizei einen Unterschied zwischen Spielklubunternehmungen und den übrigen Klubs, in denen gelegentlich gespielt worden sei, gemacht habe. Dieser Standpunkt rechtfertige sich aus polizeilichen, rechtlichen und auch moralischen Gründen. Dr. Weih führt als Beispiel den „Unionklub" an, der sich gegen die Auffassung
und eine Umgestaltung preußischer (Schiele 3 u Reichsprovinzen a a f keinen 3 a 11 in Frage kommt. Bei der kommenden Reichsreform soll an dem Charakter des Reiche» nichts geändert werden.
Aussprache des Reichskanzlers mit der Bayerischen Volkspartei.
Berlin, 17. Sept. (CNB. Eigene Meldung.) Der „DaZ." zufolge ist der Vorsitzende der Bayerischen Dolkspartei, Staatsrat Schaeffer, für Montag nach Berlin zu einer Besprechung mit Reichskanzler von Papen eingeladen worden. Kurz danach wird der bayerische Ministerpräsident Dr. Held ebenfalls au einer Aussprache erwartet. In beiden Fällen soll es sich weniger um die grundsätzlichen Frage des Verhältnisses zwischen Reich und Ländern drehen, als um die aktuellen politischen Fragen des gegenwärtigen Wahl- kampfes, darunter um die Pläne zur Her- stellung einer Regierungsfront für die Wahlen.
Der Reichstagspräsident empfängt die ausländische presse.
Berlin, 17. Sept. (DDZ.) Reichstagspräsi- dent Göring empfing am Freitagmittag die Vertreter der ausländischen Presse zu einer Aussprache. Wie dazu mitgeteilt wird, hat Göring vor den Vertretern der ausländischen Presse die staatspolitischenund staats- juristischen Fragen dargelegt, die bei dem Konflikt zwischen Re ich s r eg i e ru n g und Reichs t ag eine Rolle spielen. Er habe ferner die Gelegenheit benutzt, eine Anzahl der in den letzten Tagen in der ausländischen Presse über die Vorgänge vom 12. und 13. September aufgetauchten Gerüchte und Kombinationen über Haltung und Absichten der RS DAP. zu berichtigen.
Das Polizeiamt Giehen teilt mit:
Wegen des Ausbaues der Straßenbahn nach Wieseck wird ab Montag, 19. September d. 2. der Wiesecker Weg von Marburger Straße bis zur Gemarkungsgrenze für den Verkehr mit Fahrzeugen aller Art bis auf weiteres gesperrt. Die Umleitung erfolgt durch die Marburger Straße über die Karlsruhe. Die aufgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten.
liche Mitwandererschaft zu denc Höchsten auf dieser seltsamen Straße gehört. Schließlich wanderten wir uns in eine eigene Weisheit, die uns sagte: Si» Straße der Kraft: 3a, jede Strecke hat ihre Schönheit und ihren Sinn. Auf jeder ist die Treue gegen das Beste in uns die Hauptsache. SchwererVerkehrSunfallbeiLangGönS Flugleiter und Pilot aus dem Gießener Flughafen verunglückt.
Heute gegen 2 Uhr ereignete sich, wie wir in der Frühausgabe bereits kurz berichteten, auf der Straße zwischen Kirch-Göns und Lang-Göns ein schwerer Derkehrsunfall, dem ein junges Menschenleben zum Opfer fiel. Der Flugleiter der Lufthansa im Flughafen Gießen, Herr Bonge hr, fuhr zusammen mit dem Piloten der Lufthansa, Herrn Handke, der das Flugzeug des Zubringerdienstes Gießen—Frankfurt führt, im zweisitzigen Kraftwagen von Frankfurt nach Gießen zurück. Ueber der Straße lag dichter Rebel, der die Sicht bis auf wenige Meter beschränkte. In der Kurve kurz vor Lang-Göns ereilte die Kraftfahrer das Geschick. Der Auto- lenker, Herr Handke, fuhr plötzlich, da er ein Hindernis bemerkte, scharf nach links und dabei mit sehr großer Wucht gegen einen Baum. Der Wagen überschlug sich. Herr Auf jeder will sich in verschiedenen Formen das I Göttliche offenbaren. Wo wir aber diesem aus- I weichen oder es nicht in seiner jeweiligen Offenbarung verstehen, gleiten wir ins Abwegige.
Zuweilen bedeutet, das Göttliche zu erkennen: Mitten durch eine bittere Wirklichkeit hindurch müssen.
Aus der Straße der Kraft wandern, heißt immer und unter allen Umständen unterwegs sein zu seiner tiefen Wirklichkeit. Die beste Helferin dabei aber ist die Liebe. Wer wahrhaft in der Liebe ist, bleibt auf der Straße der Kraft. Er bleibt auf ihr, auch wenn sie sich zeitweise in einem Hungerweg verwandelt, in einen voll heißen Kampfes.
Gott und bei der Liebe bleiben: Immer schöner und heiliger und liebenswerter wird uns otc Strafte der Kraft, ob sie gleich einen großen Teil des Lebens, vielleicht gar den größten, durch rauhes, verschattetes Land führt. Und zwingt sie uns durch die Fremde hindurch: immer Itnö wir in der Heimat. Am Ende erwartet uns dann um so herrlicher das Reich der Wunder.
der Darsteller des Wallenstein, sein Szepter mit । In diesem Glauben aber sind der Sieg itnb solcher Wucht auf den Tisch, daß die Metall- alle Freude und das Leuchten unserer Mensche kugel absprang und dem Schauspieler Iakob lichkeit beschlossen.
Büttner (Oberst Buttler) an der rechten Dongehr wurde durch die Windschutzscheibe hiw« Schläfe traf. Büttner spielte die Szene noch zu I durch, die dabei völlig abgerissen wurde, au8 Ende, brach aber hinter den Kulissen zusammen, dem Wagen geschleudert und stürzte einige Meter Er trug eine Gehirnerschütterung und vor dem Auto auf das Pflaster. Er erlitt dabei einen Rervenchok davon. einen so schweren Schädelbruch, dah der Tod auf
Kongreß des protestantischen Weltbundes *** ©terte eintrat. Herr Handke, der ebenfalls in Sfnrfhnlm aus dem Wagen geschleudert wurde, erlitt wie
9 - _ I durch ein Wunder nur eine leichte Verletzung!
Der Kongreß des Protestantischen am Kinn. Der Wagen wurde schwer beschädigt. Weltbundes wurde in Stockholm in der Stör- I Die Steuerung wurde vollständig ausgerissen, kirche mit einer Begrüßungsansprache des Ministers Der Verunglückten nahm sich bald nach dem für Kirche und Schule, Stabe ner, in Gegenwart Dekanntwerden des Unfalls Dr. S ch ä f e r von von 400 Kongreßteilnehmern, darunter 70 beut- Lang-Göns, der bereits gegen 2.30 Uhr an der schen, sowie zahlreichen Ehrengästen feierlich er- Unfallstelle erschien, an. Er konnte nur noch den öffnet. Im Namen ber beutschsprechenben Teilneh- Tod Herrn Vongehrs feststellen. Der so mer ergriff Dr. Fahrenhorst, Berlin, bas Wort; Plötzlich aus dem Leben geschiedene junge Mann ferner sprachen Professor W. A. C u r t i s, der ist etwa 27 Iahre alt und befand sich seit dem einen Gruß aus Schottland überbrachte, Pastor l.Mai als Flugleiter der Lufthansa im Flug- Hoyois, Brüssel, und Professor Ahnlund, Hafen Gießen. Der 26jährige Pilot Handke Stockholm. Anschließend schritten die Teilnehmer in versieht ebenfalls seit dem 1. Mai in Gießen Prozession nach ber Ridbarholmkirche, wo u. a. ber den Zubringerdienst Gießen—Frankfurt Lorsitzenbe bes Evangelischen Ausschusses, 2>onv . _ , , ,
probst Pfannenstil unb ber Stockholmer Ober- AtteseSer Weg Wegen GtraßeNbahllbaU statthalter E l m q u i st Reben hielten. Generalsekre- I aefoirrf
tär Dr. Gerharbt Ohlemüller, Berlin, erklärte ' 9 '
Bornotizerr.
—lagesfalenberfür Samstag. Verein Rubersport unb Akademische Ruberabteilung: 20.30 Uhr, Vorstanbssitzung; 21 Uhr: Monatsoersammlung im Bootshaus. — GDA.: 20.30 Uhr, „Hessischer Hof", Monatsoersammlung. — 224er: 20 Uhr, im Anbres, Zusammenkunft. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Gräfin von Monte Christo"; 22.45 Uhr: „Rund um bie Liebe".
— Tageskalenber für Sonntag. Kraft- post-Gesellschaftsfahrt burch ben Vogelsberg; Abfahrt 9.30 Uhr, Hauptpost. — Verein Rudersport unb Akademische Ruberabteilung: 15.30 Uhr, Abrubern und Vereinsregatta. — Mto.: 15 Uhr, Mtv.-Platz, Hand- ballspiel To. Wetzlar I — Mto. I. — Gießener Rad- fahceroerein von 1885: 15 Uhr, „Karlsruhe", Ver- einsmeisterschasten. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Gräfin von Monte Christo".
t — A-strologischer Experimentalvor- s^a9. Am Dienstag, 20.September, 20 Uhr, findet im Cas6 Leib ein Experimental- unb Lichtbilberoor- trag bes Astrologen Eugen Hammer statt. Nähe- re5 'si aus ber gestrigen Anzeige ersichtlich.
Au adf un kv ortrag im Cas6 Leib. 21m Mittwoch, 21. September, 20 Uhr, findet int ©aale des Cafe Leib ein interessanter Rundfunk- Vortrag statt. Oberingenieur Schilling von der Telefunkengesellschaft Berlin wird über das Thema „Rundfunk von gestern und morgen" sprechen. Eine besondere Rote dürfte der Abend dadurch erhalten, daß ein Telephongespräch mit dem auf hoher See befindlichen Ozeandampfer „Bremen" stattfinden soll. (Siehe gestrige Anzeige.)
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•• Aenderangen im polizeilichen Meldewesen. Das Polizeiamt teilt mit: Ab 1. Oktober d. I. müssen die Formulare für die Polizeiliche An-, Ab- und Ummeldung in doppelter Ausfertigung beim Einwohnermeldeamt


