Nr. 65 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag, 17. März 1952
Aus der Provinzialhauptstavt.
Gießen, den 17. März 1932.
Oie Genehmigung zur Abgabe von Milch.
Im neuesten Amtsvertündigungsblatt fordert das Kreisamt Gießen auf, Anträge auf Erteilung der Erlaubnis zur Abgabe von Milch bis spätestens zum l. A p r i l beim KreiSamt einzureichen.
Ab 1. April 1932 kann Milch, Rahm, Magermilch, Buttermilch, Sauermilch. Joghurt und Kefir nur von solchen Molkereien, Händlern, Sammlern und sonstigen Personen, die ein Unter- nehmen zur Abgabe der vorgenannten Lebensmittel betreiben, abgegeben werden, denen hierfür nach den, 1. Januar 1932 eine Erlaubnis auf Grund deS § 14 des Wvlchgefehes vom 31. Juli 1930 erteilt worden ist, oder die bis spätestens 1. April 1 932 die Erteilung einer solchen Erlaubnis bei der zuständigen Behörde beantragt haben.
Soweit Gast- und Schankwirte innerhalb des ordnungsmäßigen Gast- und Schankwirtschasts- betriebeS Milch oder Milcherzeugnisse abgeben, bedürfen sie keiner besonderen Erlaubnis nach dem Milchgeseh. Dasselbe gilt, wenn diese Lebensmittel in Kantinen, Milchhäuschen oder sonst zum Genuß an Ort und Stelle abgegeben werden.
Die vorstehende Bestimmung findet Anwendung auf Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe, die sclbstgewonnene Lebensmittel der bezeichneten Art außerhalb der Betriebsstätte unmittelbar an Verbraucher abgeben, es sei denn, daß diese Erzeugnisse in der Gemeinde des De° triebssitzes des Erzeugers abgegeben werden und 40 Liter täglich im einzelnen nicht übersteigen.
Der Antrag auf Erteilung der Erlaubnis ist von Unternehmern und Betriebsinhabern, deren Hauptniederlassung sich in Städten befinden, bei der Bürgermeisterei, im übrigen bei dem Kreisamt zu stellen. Vordrucke hierfür werden von den vorgenannten JulassungSbehörden abgegeben.
Da dem Antrag verschiedene Bescheinigungen, wie Gesundheits- und Leumundszeugnisse und gegebenenfalls Bescheinigungen über die erforderliche Sachkunde beizuschließen sind, deren Ausstellung durch die hierfür zuständigen Stellen gewisse Zeit erfordert, empfiehlt es sich, die Antragsvordrucke alsbald zu beschaffen, um die zur Einreichung der Anträge bis zum 1. April 1932 gestellte Frist einhalten zu können.
Unternehmer und Betriebsinhaber, deren Anträge auf Erteilung der Erlaubnis zum 1. April 1932 bei der Zulasfungsöehörde nicht vorliegen, machen sich im Falle der weiteren Ausübung des Handels strafbar.
Gießener Wochenmarktprcise.
Gießen, 17. März. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter von 90 Pfennig das Pfund an, Süßrahmbutter 130 Landbutter 120, Matte 25 bis 30, Wirsing 10 bis 15, Weiß, kraut 10 bis 12, Rotkraut 10 bis 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 30, Unter-Kohlrabi 5 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 100 bis 150, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 18 bis 20, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln 4, Aepfel 8 bis 15, B.rnen 10 bis 12, Dörrobst 25 bis 30, Honig 40 bis 50, Rüsse 35 bis 40, Suppenhühner 70 bis 80. junge Hähne 80 bis 90; Käse 5 bis 10 Pf. das <Dtüd, Tauben 60 bis 70, Eier 8, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 25 bis 35, Endivien 15 bis 30, Ober-Kohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 40; Radieschen das Bündel 15 bis 20 Pfennig; Kartoffeln 3 bis 3,50 Mark der Zentner Weißkraut 6 bis 6,50, Wirsing 15 bis 18, Rotkraut 8 bis 10 Mark.
D i« Zeichenausstellwngder Stu- dienanstalt verdient besondere Beachtung. Die Ausstellung ist nicht allein int Hinblick auf die ausgestellten Zeichnungen interessant, sondern vielmehr in bezug auf die Methodik, die diesem Zeichenunterricht zugrunde liegt. Aus den Zeichnungen mit dem Bleistift und mit dem Buntstift ist in jedem Falle klar ersichtlich, daß
Gtarkbier in München.
Von Helene Schede.
Unbehelligt ruhen im Leihhaus die im Fasching versetzten Betten der Münchner, wie lang ist es her, daß ein trüber Aschermittwoch schwarze Kreuze auf die Stirn malte, die Wahlen die Gemüter aufwühlte und die Menschen mit leeren Beuteln „bärengrantig" durch den kummervollen Alltag stapften?
Mit einem Schlag ist trotz Politik und Geldknappheit die Stadt aus ihrer trüben Versunkenheit erwacht. Von Anschlagmauem und Plakatsäulen, von allen Bierstüberln und Bräus lächeln zwischen dunkel Tannengewindcn und flatternden blau-weißen Wimpeln trinkfeste Heilige. Sie, die längst den Erdenstaub abgcftrcift haben, preisen noch immer den schweren, 18prozentigen Rektar als Himmelsgabe unb Tröster in allen Röten des Leibes und der Seele, der alles, was sich im Um» kreis der Frauentürme befindet, auf Stunden wenigstens, in blaue Wolken der Vergessenheit hinaushebt. St. Benno, der gütige Stadtpatron, bringt mit einer Schar tanzender, musizierender Putten das Bennobier. (Sin blauer Schimmelreiter stürmt mit Animator voran. Wie siegreich klingen die Ramen, die in alle vier Winde yin- ausposaunt werden: Triumphator. Liebfrauenbier, und wie die Glücksspender alle heißen. Weithin leuchtet, auch im republikanischen Bayern, die Krone des Königlichen Hofbräuhauses mit dem aufrechten, unanfechtbaren H.
Unö dann — der Salvator, der heute noch, wie vor Jahrhunderten, auf dem Rockherbcrg gewalzt wird, dort, wo einst die Paulancrmönche in geheimnisreichen Kellern den neuen Zaubertrank brauten! Das alles neu machende Erlöserbier hat nichts an Zugkraft eingebüßt, seitdem der Kurfürst Ferdinand Maria im Jahre des Heils 1651 am RamensLag des Heiligen Franz von Paula zum erstenmal den Humpen leerte. Die Wirkung muß überwältigend gewesen sein. Jeden- falls hat der Kurfürst mit der weißen Allongeperücke bis auf den heutigen Tag den Krug nicht losgelassen, indes der Dräuhausvater. der ihm den dunklen Trank kredenzt, glückselig lächelt. Das farbenfrohe Plakat hängt überall, wo Salvator verzapft wird. Der Ausschank in der Stadt ist
von den Schülerinnen nur das verlangt wurde, was dem kindlichen Begriffsvermögen entspricht. Es wird gewissermaßen nichts gefordert, was das zeichnerische Können der Schülerin übersteigt, aber auch nichts, was der geistigen Entwicklung des Kindes vorgreist, vor allem aber wird nichts an die Schülerinnen herangebracht, was Sache der Erwachsenen ist. Diesem Zeichenunterricht liegt der klare Wille zugrunde, organisch auszubauen aus öen eigenen Kräften des Kindes, diese Kräste in ihrer fortschreitenden Entwicklung zu pflegen und zu fördern und so eine geschmackliche Bildung anzustreben, die nicht angelerntes Können, sondern wahres Eigentum des Kindes ist. Der Leiter des Zeichenunterrichts. Oberreallehrer Schäfer, fordert auch in den höheren Klassen nichts, was die Kräste der Schülerinnen
aber jiur eine Kostprobe, die Vorbereitung für das Salvatorsest, das alljährlich auf dem Rock- Herberg gefeiert wird.
Zwar fährt kein Herrscher mehr mit prunkhaf- tem Gefolge sechsspännig durch Ehrenpforten und Wache haltende Miliz nach dem Kloster der Paulaner. Der Kanonendonner ist verstummt. Dafür ist ganz München auf den Deinen. Unabsehbare Menschenmengen drängen sich zum valvatorkcller hinauf. Autos, Elektrische, Wagen aller Art sind überfüllt. Man geht oder läuft zu Fuß, keuchend, dampfend, wie nasses Holz. Jede Sekunde ist kostbar. Das Volksfest hat begonnen, zapft wird! Und wie schnell hat man den Auftakt versäumt! Auf dem Plateau wehen zum Empfang die Fahnen. Im Keltergarten sitzen, die früher „rausganga“ sind. Aus voller Kehle bläst der Rordost. Cs friert. Aber wen ficht das an? Mit Aermeln und Halstüchern hat man von Bänken und Tischen den hohen Schneebelag heruntergefegt, und sobald ein Gast sich leise schwankend erhebt, wird sein Sitz von zehn Plahprätendenten bestürmt. In den festlich geschmückten Hallen ist ein unaufhaltsames Branden und Wogen, ein ohrenbetäubendes Durcheinander von Stimmen, Lachen und Gesang. An den Schankstellen entbrennt der Kampf um die Maß ober die Drei- Quartel. Menschen ballen sich zu unentwirrbaren Knäueln. Ordnungsmänner suchen mit unsichtbaren Besen die Durchgänge frei zu fegen. „Hier kann niemand stehen bleiben!" „Und umfall'n kannst a not!“ gibt ein standfester „Spiaß" zur Antwort, der eben die durstigen Lippen an die erste Maß setzt. Kellnerinnen mit zehn, zwölf Krügen in den Fäusten erzwingen sich einen Weg. „Haringsweiber", Brezel- und Radiverkäuferinn^n treten in ihre Spur. Allerhand „Schmankerl" werden aufgetragen. Am Spieß drehen sich rosige Ferkel. Ucbcr rotglühenden Kohlenaugen färben sich die Brathendel, kupferbraun, und über heißem Rost hängen die allbeliebten Steckerl- fische. Hunderte. Tausende von Menschen, Geheimräte und Chauffeure, Kaminfegermeisterwitwen und Professorengattinnen sitzen hier und trinken in freudiger Eintracht. Freunde und Gegner fassen sich unter und in nie erlahmender Begeisterung tönt das Lied von der Geinuatlichkeit, die in „Minka" niemals ausstirbt.
übersteigen könnte, sondern weist die Schülerinnen in die Grenzen, die ihnen nach Talent und Veranlagung gezogen sind, so daß das. was als fertige Arbeit vorliegt, niemals Kitsch fein kann, sondern ein Stück der Zeichnenden felbft, ein Stück Ausdruck einer Person, eine Form der Volkskunst zugleich, die in jeder Hinsicht zu begrüßen ist. Die Fülle der Zeichnungen, die im Zeichensaal der Studienanstalt noch bis zum Samstag (14 bis 18 Ufor) und zum Sonntag (10 bis 18 Uhr) ausgestellt ist, läßt die Methodik des Unterrichts erkennen, gibt gleichzeitig Aufschluß über den Entwicklungsgang der Schülerinnen. um schließlich in den Zeichnungen der oberen Klassen ersichtlich werden zu lassen, was das Ziel und die Absicht dieser Form des Zeichenunterrichts in seiner letzten Konsequenz ist.
Clementi und Mozart.
Wer hätte nicht in der Klavierstunde beim Ucbcn einer Sonate von Clementi gestöhnt! Dieser einst so berühmte Klavierspieler und Komponist, der 1832 auf seinem Landsitz zu Evesham bei London starb, lebt nur noch fort durch die geschickten Werke, die er für den Klavierunterricht geschaffen hat. Aber seinerzeit besaß er einen Ruhm, der ihn sogar als Pianist zum Rebenbuhler Mozarts machte. Muzio Clementi, 1752 in Rom geboren, war der Sohn eines Goldarbeiters und zeigte so früh seine musikalische Begabung, daß er schon mit neun Jahren Organist wurde und mit 14 Jahren durch seine musikalischen Kenntnisse und seine Kompositionen in Rom Aufsehen erregte. Ein Engländer, der sich für den Wunderknaben interessierte, nahm ihn mit nach seiner Heimat und gab ihm eine vorzügliche Ausbildung. Sein Ruf als Klavierspieler wurde so groß, daß er mit 19 Jahren seine erste Tournee unternahm. Er kam damals auch nach Wien und wurde hier von Kaiser Joseph II. aufgefordert, bei Hose zu spielen und einen Wettkampf mit Mozart zu bestehen. Der Kaiser hatte mit der Gattin des russischen Großfürsten Paul, die damals in Wien weilte, gewettet, Mozart werde Clementi übertreffen, und er gewann die Wette. Clementi erzählt über diesen Wettstreit, er habe im kaiserlichen Musikfaal einen elegant gekleideten Herrn gefunden, den er zunächst für einen Kammerherrn hielt. „Allein, kaum hatten wir eine Unterhaltung angeknüpst, als diese sofort auf musikalische Gegenstände überging und ich nun Wozart erkannte." Wie Mozart seinem Vater am 16. Januar 1782 berichtet, lieh der Kaiser zunächst Clementi spielen, und dieser trug eine von ihm komponierte Sonate vor. Diese muh auf Mozart einen starken Eindruck gemacht haben, denn er hat sie wahrscheinlich in dem genialen Allegro der Ouvertüre zur „Zauberflöte" viel später verwendet. Dann spielte Mozart allerlei Variationen und zeigte sich dem Italiener überlegen. Als Joseph den Komponisten Dittersdorf um sein Urteil anging, erklärte dieser: „In Clementis Spiel herrscht bloß Kunst, in Mozarts aber Kunst und Geschmack." Clementi war von dem Spiel Mozarts entzückt und sagte: „Ich hatte bis dahin niemanden so geist- und anmutsvoll vortragen gehört." Er erkannte, daß er noch manches zu lernen hätte, und verbesserte sein Spiel. Rach großen
Krühjahrspferdemarkt in Gießen.
Unter großer Beteiligung der Landbevölkerung fand gestern auf dem Platz an der Rodheimer Straße der Gießener Zrühjahrspferde- markt statt. Aufgetrieben waren 285 Pferde und 31 Fohlen. Der Geschäftsgang war angesichts der großen Geldknappheit in der Landwirtschaft sehr ruhig. Cs wurden nicht allzu viele Tiere umge- fetzt, trotzdem wurden aber in den Preisen wenig Konzessionen gemacht. Leichte Pferde kosteten bis zu 400 Mk., für mittlere mußten je nach Qualität 650 bis 800 Mk. angelegt werden, während für schwere Pferde bis zu 1200 Mk. gefordert wurden.
Mit dem Pferdemarkt war wieder eine Prämiierung verbunden, zu der diesmal außerordentlich viele Pferde gemeldet waren. Als Geldpreise standen nahezu 2000 Mk. zur Verfügung. Man sah auch diesmal wieder sehr gutes Pferdematerial, das den Preisrichtern die Entscheidung schwer machte.
Das Ergebnis der Prämiierung.
1. Reitpferde: Medaillen erhielten: K. Pfannmüller (Dvrf-Gill), F. Schlüter (Gießen), H. Hoffmann (Bergermühle), R. Koch (Münzenberg), Bürgermeister Schmidt (Dorf- Gill) und Gutspächter Esau (Großen-Buseck); 1. Pr. Unioersitäts - Reitinstitut Gießen; 2. Pr. W. Eifer (Muschenheim); 3. Pr. C. Dietz (Griedel).
2. Wagen schlüge (paarweise): 2. Preis 21. Frensdorf (Gießen) und S. Michel (Gießen); 3. Pr.^J. Kaufmann (Nieder-Weisel).
3a. S'chwere Arbeitsschläge (paarweise): 2lnerkennung erhielt I. Kaufmann (Rieder- Weisel).
3b. Leichte Arbeitsschläge (paarweise): 1. Pr. I. Kaufmann (Rieder-Weisel); 2. Pr. 21. Frensdorf (Gießen).
4a. Schwere Arbeitsschläge (einzeln): 1. Pr. I. Kaufmann (Rieder-Weisel); 2. Pr. I. Kaufmann (Rieder-Weisel); 3. Pr. I. Katz (Hungen); 4. Pr. A Frensdorf (G^ßen).
4b. Leichte Arbeitsschläge (einzeln): 1. Pr. I. Kaufmann (Rieder-Weisel); 3. Pr. I. Katz (Hungen) und 21. Frensdorf (Gießen); Anerkentzung: S. Michel (Gießen).
5a. Schwere Arbeitsschläge, einzeln (Tiere, ic 6 Monate im Besitz der Landwirte sind): 1. Pr. S: Gebhard (Ziegenberg) und H. D re u t II. (Griedel); 2. Pr. R. Becker (Trais-Horloff), L. Häuser (Rieder-Weisel) und A. I. Bill (Rieder- Weisel); 3. Pr. I. Wild (Rockenberg), I. Krausgrill (Rieder-Weisel), W. Krieter (Kolnhausen) und H. Dreut II. (Griedel); Anerkennung erhielten: W. Ohly (Nieder-Weifel), Chr. Schmidt (Birklar), K r a u s g r i l l VIII. (Nieder-Weisel) und W. Wagner II. (Kirch-Göns).
~5b. Leichte Arbeitsschläge, einzeln (Tiere, die 6 Monate im Besitz der Landwirte sind): 1. Pr. G. H. Bender (Dors-Gill); 2. Pr. O. W. Belten (Lang-Göns); 3. Pr. P. Hoffmann (Hof-Güll); 4. Pr. E i s-e r (Muschenheim); 5. Pr. Koch (Trais-Münzenberg); 6. Pr. K. B u r k (Trais- Münzenberg); 7. Pr. H. M ü l 1 e r XI. (Ober- Hörgern): 8. Pr. O. Walther (Trais-Münzen- berg); Anerkennungen erhielten: E. Walther (Langsdorf), E. Krug (Beltershain), E. Dietz (Griedel), und H. Fenchel (Griedel).
5c. schwere Arbeitsfchläge (paarweise): 1 Pr. H. Dreut II. (Griedel); 2. Pr. R. Becker (Trais-Horloff); 3. Pr. A. Hofmann (Langsdorf), I. K r a u s g r i l l VIII. (Nieder-Weisel) und W. Wagner (Kirch-Göns); Anerkennungen erhielten: Chr. W. H a u b (Nieder-Weisel) und a. Schmidt (Birklar).
5d. Leichte Arbeitsfchläge (paarweise): 1. Pr. Hoffmann (Hof-Güll); 2. Pr. H. Hoffmann (Bergermühle); 3. Pr. W. Eifer (Mu- schenheim); Änerkennungen erhielten: K. Pfannmüller (Dorf-Gill), O. Belten (Lang-Göns) und E. Strasheim (Griedel).
6a. Dreijährige Fohlen (Arbeitsschläge): 2. Pr. W. Chr. H a u b (Nieder-Weisel) und W. H a f f e r ^Nieder-Weisel); 3. Pr. P. Häuser II. (Nieder-Weisel), Ph. Schultheiß (Echzell) und I. Häuser I. (Nieder-Weisel).
6b. Dreijährige Fohlen (Wagenschläge): 1. Pr. R. Koch (Trais-Münzenberg); 2. Pr. O. Belten (Lang-Göns); 4. Pr. E. Schmidt I. (Fauerbach); 6. Pr. H. H o f m a n n (Bergermühle); Anerkennung erhielt: E. Dietz (Griedel).
7a. Zweijährige Fohlen (Arbeitsschläge): 2. Pr. 21. Hofmann (Langsdorf); 3. Pr. H. M. Sarnes (Dorf-Gill) und G. Rühl (Langsdorf); Anerkennungen erhielten W. Ohly (Holzheim) und Chr. Schmidt (Birklar).
7b. Zweijährige Fohlen (Wagenschläge): 1a-Pr. K. Luh (Lang-Göns); Ib-Pr. PH. Winter (Ostheim); 3. Pr. W. Sarnes (Dorf-Gill), K. Bopf II. (Lang-Göns) und A. Strasheim (Griedel); Anerkennungen erhielten H. Seipp (Trais-Münzenberg) und 21. H a u b (Nieder-Weisel).
8a. Zuchtstuten mit Saugfohlen (Arbeitsschläge): 3. Pr. W. Chr. H a u b (Nieder- Weise); 4. Pr. Chr. Schmidt (Birklar); 5. Pr. W. W a g n e r II. (Kirch-Göns) und A. H o f m a n n (Langsdorf).
8ä. Z u ch t st u t e n mit S a u g f o h l e n (Wagenschläge): 1. Pr. E. Strasheim (Griedel); 2. Pr. K. B o p f II. (Lang-Göns).
9a. Zu chtstuten, erkennbar tragend (Arbeitsschläge): 1. Pr. K. Gebhard (Ziegenberg); 2. Pr. L. Hauser (Nieder-Weisel) und H. Dreut II. (Griedel); 3. Pr. I. Wild (Rockenberg), R. Becker (Trais-Horloff), I. H. Hildebrandt (Nieder-Weisel) und H. Dreut II. (Griedel); 4. Pr. I. Walbo11 (Steinbach), K. Riege l h u t h (Nieder-Weisel), Gg. P. Krausgrill (Nieder-Weisel) und F. Schmidt (Birklar); 5. Pr. I. 21. Bill (Nieder- Weisel) und I. Krausgrill VIII. (Nieder-Weisel).
9b. Zuchtstuten, erkennbar tragend (Wagenschläge): 1. Pr. K. Burk (Trais-Munzen- berg); 2. Pr. O. Walther (Trais-Münzenberg); 3 Pr. W. E i s e r (Muschenheim); 4. Pr. E. Walther (Langsdorf); 5. Pr. G. H. Bender (Dorf- Gill); Anerkennungen erhielten: C. Rühl (Eber- stadt), H. Seipp (Trais-Münzenberg); R. Schepp (Griedel), K. Bopf II. (Lang-Göns); E. Krug (Beltershain), G. Schmidt (Griedel), W. Wetz (Griedel) und M. Bender Wwe. (Gam- bach).
Schwere Ausschreitungen in Mörfelden.
Kommunisten besetzen das Natstau».
Scharfe Lchüffc gegen btc Polizei.
WSR. Mörfelden, 16. März. Die gespannten Verhältnisse in Mörfelden haben heute nach mittag^zu schweren Ausschreitungen ge führt. Seit einiger Zeit konnten staatliche Zuschüsse siir die Auszahlung der Wohlfahrtsunterstützung nicht gegeben werden, da sich der k o m m u n i ft i I ch e Bürgermeister Zwilling weigerte, die vom Kreisamt eingeführte Getränke ft en er durchzufuhren. Bürgermeister Zwilling verunglückte mit feinem Motorrad in der vergangenen Wache auf der Wahlagitationsreise und liegt im Krankenhaus Zu Friedberg. Der neugewählte k o in in u n i ft i s ch c Beigeordnete Bitsch, der seine Vertretung hätte übernehmen müssen, weigerte sich, im Gegensatz zu Zwilling, den Eid auf die B e r f a f f u n g zu leisten, so daß ihm entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen vom Kreisamt die Führung der Gemeindeschäfte untersagt werden mußte. 21 n seiner Stelle beauftragte das Kreisamt Groß-Gerau einen seiner Beamten mit der vorläufigen Ausübung der Bürgermeifterfunktion, um eine geregelte Berwaltung zu sichern und damit auch die Voraussetzung für die Unterstützung der not leidenden Bevölkerung zu schaffen.
Als heule mittag Regierungsrat Wolf vorn Kreisamt Groß-Gerau in Begleitung des bcaui tragten Beamten zur U e b e r n a h m e der B ärger in eist ereigeschäfte in Mörfelden eintraf, hatte sich eine mehr als tausendköpfige Menge vor dem Rathaus angesammelt und es widerrechtlich besetzt. Diese Leute sind offenbar von dem Beigeordneten Bitsch, der am Bormittag im Kreisamt Groß-Gerau vorgesprochen hatte, benachrichtigt worden. Bitsch hatte sich schon im Kreisamt auffällig benommen. Er, wie der kom munistische Landtagsabgeordnete H a m m a n n und der örtliche Kommunistenführer Graulich hatten vor der Ankunft der Beamten die Bevölkerung a u f g e w i e g e l t. So ist es erklärlich, daß die bei den Beauftragten des Kreisamts von der aufgehetzten Menge beschimpft,bedrohtunda u ch t ä t l i ch angegriffen wurden. Ebenso erging es den wenigen anwesenden Gendarmeriebeamten. Da es den Groß-Gerauer Kreisbeamten unmöglich war, in das Rathaus zu gelangen, wo übrigens auch die Telephonleitung durchschnitten worden war, mußten sie auf Umwegen weiteren polizeilichen Schutz anfordern. Von D a r m st a d t traf alsbald ein Kommando Schutzpolizei in Stärke von etwa 50 Mann ein. Bei dem Versuch, die Straße zu räumen, wurde die Polizei aus' der Menge, in der sich auch viele Frauen befanden, m i t Steinen beworfen und beschossen. Die Polizei mußte die Schüsse erwidern, vermied es aber, in die Menge zu schießen. Dank ihrer Be- sonnenheit ist so ein Blutvergießen vermieden worden. In kurzer Zeit gelang es bann, die Straße freizumachen und das verbarrikadierte Rathaus zu besetzen. Es wurden bisher zwei Verhaftungen vorgenommen. Die polizeilichen Ermittlungen werden vom Landeskriminalpolizeiamt weitergeführt.
Oberheffen.
Großfeuep in Lindheim.
* L i n d h e i m , 16. März. In der vergangenen Nacht brach in unserem Dorfe Großfeuer aus, dem zwei Scheunen von Wilhelm Velten Witwe und das Wohnhaus des Arbeiters Ludwig Stegmann zum Opfer fielen. Das Feuer wurde gegen 23.20 Uhr bemerkt. Die freiwillige Feuerwehr erschien kurz darauf am Brandplatz, gleichzeitig wurden die Feuerwehren einiger umliegender Ortschaften alarmiert, die dann auch in kurzen Abständen eintrafen. Da in einer der Scheunen große Mengen Heu und Stroh lagerten, war es schwer, das Feuer zu befämpfen, da die Flammen in den trockenen Vorräten reichlich Nahrung fanden. So mußten sich die Feuerwehren darauf beschränken, eine Ausbreitung des Feuers zu ver hüten, sie konnten aber nicht verhindern, daß die
Triumphen kehrte er nach London zurück, wurde hier Mitinhaber einer Pianoforte-Fabrik, vervollkommnete den englischen Flügel und errang eine hochangesehene Stellung, so daß er als ebenso berühmter wie begüterter Mann starb.
Zeitschriften.
— Die Musikwelt feiert am 31. März den 200. Geburtstag Josef Haydns; die neueste Rümmer der Illustrierten Zeitung (I. I. Weber, Leipzig) widmet diesem großen Meister, an dessen Werken voll köstlicher Frische, Heiterkeit und Humor sich noch heute viele Tausende erfreuen, einen Erinnerungsbeitrag. Der Monat März brachte aber auch allen Musikfreun- den ein schmerzliches Erlebnis: den Tod eines großen Komponisten und Pianisten unserer Zeit. Eugen d'Alberts, dessen Porträt in der vorliegenden Rümmer wiedergegebcn ist. — Den wechselreichen Lebensweg des jetzigen Herrschers der Mandschurei, des einstigen Mandschukaisers, schildert Jean Jacques Rendalle in einem illustrierten 'Beitrag. — Rach Südfrankreich und Süd- Italien führen die Beiträge „Rimes" und „Reapo- litamsche Kirchenfeste". — Ein reiches Anschauungsmaterial — Modebilder und interessante aktuelle Aufnahmen von den jüngsten Geschehnissen im In- und Ausland — belebt die vielseitige Rümmer.
Lochschulnachnchten.
Professor D. Dr. Hermann Gunkel, der Alt- teftamentler der Universität Halle, ist kurz vorder Vollendung seines 70. Lebensjahres gestorben. Gunkel war geborener Hannoveraner, habilitierte sich 1888 in Göttingen, wurde Privat- dozent in Halle, 1894 Extraordinarius in (Berlin und 1907 als Rachfolger von Stade Ordinarius in Gießen. An der Universität Halle wirkte er von 1920 bis 1927. Mit Gunkels Tod erleidet die alttestamentliche Wissenschaft der evangelischen Theologie einen schweren Verlust. Von seinen zahlreichen Schriften nennen wir den in fünf Auflagen erschienenen „Kommentar zur Genesis' . „Schöpfung und Chaos in Urzeit und Endzeit" und „Die israelitische 2ilctaiur".


