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Zrettag, lb. vezember 1952
182. Jahrgang
Nr. 2<)6 Kvübaussabe
Ostsiedlung der beste Grenzschutz
AnpapensWirWastsprogrammwirdsestgehalien
Zweck ist es unerläßlich, den vom ausgehenden Druck auf die Preise
unter Sound besten
Erzeugnisse, werden.
Zu diesem Weltmarkt
ebenso wie es für eine allmähliche Besserung der immer noch gespannten Finanzlage des Reiches keine bessere Garantie gibt, als das berechtigte Vertrauen, das dem derzeitigen Reichsfinanzminister aus allen Kreisen des In- und Auslandes cntgegen- aebracht wird. In kurzen Siifoen kann man die Finanzlage folgendermaßen charakterisieren:
1. Wir werden im laufenden Etatjahr im Reich ohne neue Steuern und ohne weitere Kürzungen der Personolaus- gaben durchkommen, was immerhin einen erheblichen Fortschritt gegenüber den beiden letzten Krisenjahren bedeutet.
2. Das Reich hilft Ländern und Gemeinden, deren finanzielle Verhältnisse zum Teil sehr schwierig liegen, durch organisatorische und finanzielle Maßnahmen.
weitern, wie ich schon des Näheren ausgeführt habe.
Traditionsgemäß beswht zwischen dem Sol. daten und der landwirtschaftlichen Bevölkerung ein ganz besonderes Verhältnis. Sie werden es deshalb verstehen, wenn ich auch als Reichskanz- ler bemüht bleibe, den Nöten der Land- Wirtschaft soweit als möglich abzuhelfen. Nach wie vor besteht ein Mißverhältnis zwischen den überhöhten Produktions.osten der Landwirt-
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Chefredakteur
Dr. Fnedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil (Ernft Mimischem und iür den zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich m Gienen
Mit der Frage der Arbeitsbeschaffung hängt die Siedlung eng zusammen. Gerade als Wehrminister muß ich auf die Besiedlung unserer O st mark den größten Wert legen. Denn letzten Endes sind es doch immer d i e Menschen auf eigener Scholle gewesen, die einen festen Grenzwall gegen das Vordringen fremden Volkstums abgaben. Um in der Siedlungsfrage zukünftig schneller vorwärts zu kommen. ist innerhalb des Reichskabinetts dem Reichskanzler und seiner Vertretung, dem Reichskommissar für die Arbeitsbeschaffung, ein besonderer Einfluß aus das Siedlungswesen eingeräumt. Für das Jahr 1933 sind zunächst 50 Millionen für die Siedlung im Haushaltsplan bereit gestellt worden, und weitere 50 Millionen werden unter Mitwirkung der Reichsbank finanziert. 3n den Landbezirken Ostpreußen, Grenz- mark, Pommern und Mecklenburg wird der Siedlung etwa 1 300 000 Morgen Land zugeführt wer- den. Das ist gewiß eine erfreuliche Zahl; aber man darf nicht die Augen davor verschließen, daß jeder Siedlung, der alten wie der neuen, durch die Entwicklung der deutschen Agrarwirtschaft insbesondere durch den Tiefstand der Preise der Deredelungsprodukte ernste Gefahren drohen.
Der tiefere Grund für die Rot Deutschlands und der Welt liegt darin, daß zuviele Menschen d i e Verbindung mit dem Boden verloren haben, in Großstädten zusommcn- geballt leben und immer mehr von jeder Wirl- schaftsoeränderung stärker betroffen werden als der Mann auf eigener Scholle. Ls wird der Arbeit einer Generation bedürfen, die Fehler dieser Entwicklung auszugleichen Aber gerade deshalb muh schon heute die Wirtschaftspolitik über die augenblicklichen Rotmahnahmen hinaus die Grundlagen für eine solche Entwicklung
Produk t i onsgüter und auf ihre Verbesserung abgestellt werden, und die Vergebung der Arbeiten an Unternehmer ist der Ausführung eigener Regie vorzuziehen. Außerdem wird sichergestellt werden, daß die bereitgeffeUten Geldmittel ausschließlich für die Finanzierung dieser Arbeiten verwandt werden. Entscheidend wichtig ist es, daß für diese Finanzierung eine Lösung gesunden wurde, die jede Jnflationoollkommen ausschlie h t. Dafür bietet die Mitarbeit des Reichsbankpräsidenten Luther, den man wohl als Gralshüter der Währung bezeichnen darf, die sicherste Garantie,
den nächsten Monaten völlig zu beseitigen. Ich werde aber alle meine Kräfte ein seh en , um die Not im Rahmen des wirtschaftlich Möglichen zu mildern und namentlich unbillige Härten zu beseitigen. Ich hoffe dabei auf die Mithilfe und die Opferbereitschaft aller, die vor der schlimmsten Not bewahrt geblieben sind.
Als besondere Winterhilfe wird von der Regierung folgendes veranlaßt werden: sie wird vor allem die Frischfleischverbilligung verstärken und, wie im Vorjahre, über die Hilfsmaßnahmen der Kohlenerzeuger und der Reichsbahn hinaus eine weitere Verbilligung der Hausbrandkohle für die notleidende Bevölkerung auf Reichskosten vornehmen. Ferner wird sie den kreis der Empfänger auch auf die alleinstehen
der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, insbesondere der Vieh- und Milchwirtschaft, des Gartenbaus und der Forstwirtschaft, möglichst schnell und wirksam entgegenzutreten. Die Reichsregierung wird beim Ausbau dieses Schuhes die von den vorhergehenden Regierungen eingeleiteten Maßnahmen fortsehen und ausbauen. Sobald hier die handelspolitischen Schwierigkeiten sortfallen und wesentliche Erleichterungen eintreten, wird die Reichsregierung von ihrer Zollautonomie im Interesse der Landwirtschaft in dem erforderlichen Ausmaß Gebrauch machen Außerdem wird sie der übermäßigen Einfuhr einzelner waren aus dem handelspolitisch jeweils geeigneten weg entgegenwirken.
Ihr ganz besonderes Augenmerk wird die Reichsregierung auf die Beseitigung der Vermischung von Staat undPrivat- wirtschaft richten. Es geht nicht an, daß große Unternehmungen alle Vorteile der Privat» Wirtschaft genießen wollen, alle Nachteile aber, vor allen Dingen also das Risiko auf den Staat abwälzen. Für die Betriebe, die in irgendeiner Form mit Staatsgeldern arbeiten, dürfen in Zukunft nur die Grundsätze für Staatsbetriebe Geltung haben. Wit bescm-
zialrentnern, Kleinrentnern Kriegsopfern herrscht. Auch beim
Willen wird es uns nicht gelingen, diese Not in
[cfjaft und den Preven der landwirtschaftlichen Hier muß ein Ausgleich geschaffen
schaffen und sesthallen. Das bedeutet in erster Linie die st ärkere Ausnutzung des dünn bevölkerten Ostens im Sinne der inneren Kolonisation Friedrichs des Großen. 3n zweiter Linie erfordert e*9 ein Auflockern der Großstädte und ein Sehhaftmachen eines möglichst großen Teiles auch der städtischen Arbeiterschast im Sinne südwestdeutscher Bevölkerungsstruktur
Es liegt auf der Hand, daß alle diese Probleme aufs engste mit der Frage unserer gesamten Wirtschaftsführung verbunden sind Für den Ches einer 'Regierung wird es nicht immer ganz leicht fein, aus dem Wirrwarr der verschiedenen Ansichten eine Lösung zu finden, die nach Möglichkeit allen Berufsständen gerecht wird. Ich habe dazu das Mittel angewandt, den Herrn Reichs wirt- schafts- und Reichsernährungsmini- st er— die Herren mögen mir diese Indiskretion verzeihen —, die beide ganz hervorragende Sachkenner und Verfechter ihrer Ansichten sind, In ein Konklave z u schließen, um die richtige Mittellinie zu finden Aus der Tatsache, daß die beiden Herren heute friedlich und arbeitsfreudig im Kabinett zusammen sitzen, können Sie den Erfolg dieses Verfahrens sehen Ich bin ketzerisch genug einzugestehen, daß ich weder ein Anhänger des Kapitalismus noch des Sozialismus bin, daß für mich Begriffe spie Privat- oder Planwirtschaft alle Schrecken verloren haben; ganz einfach, weil es diese Begriffe in absoluter Reinheit im Wirtschaftsleben gar nicht mehr gibt, auch gar nicht mehr geben kann Und deshalb nehme ich den Standpunkt ein, man solle in der Wirtschaft das tun, was im gegebenen Moment vernünftig i st und aller Wahrscheinlichkeit nach zum besten Resultat für Volk und Land führt, und sich nicht wegen eines Dogmas die Köpfe einschlagen.
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derer Freude habe ich lestgestcllt, öaß der Vorsitzende des Reichsverbands der Deutschen Industrie Dr. K r ll p p v. Bohlen u n d H a l b a h die gleichen Gedanlengänge zum Ausdruck bringt, wemi er u. a. sagt. „Der Reichsverband hat wiederholt in eingehender Form gegen d i e Fortführung der Subventionen, gegen jede Sozialisierung der Verluste Stellung genommen, und ich möchte diese Stellungnahmo hier mit aller Entschiedenheit unterstreichen." Und weiter sagt er: „Ein jeder, der für das von ihm geleitete Werk in der Notzeit u m st a a t l i ch a Subventionen ei ti gekommen ist, sollte der Erste sein, der sich in seinen Ansprüchen an das Werk freiwillig und aus eigener Ueberzeu- gung weitestgehend bescheidet, aber auch ein jeder, der ein Werk leitet, das mit V e r l u st e n arbeitet, sollte sich in seinen Ansprüchen aus feste Bezüge die größte Zurückhaltung auserlegen." Das sind goldene Worte, deren Beachtung das beabsichtigte Vorgehen der Reichsregierung ganz wesentlich erleichtern würde.
Alle diese Maßnahmen, Arbeitsbeschaffung, Siedlung, Ankurbelung der Wirtschaft müssen aber erfolglos verpuffen, wenn das vertrauen auf stabile Verhältnisse utfb der Glaube an eine bessere Zukunft fehlen Wie ist dieses vertrauen und dieser Glaube» zu schaffen? Rur durch freudige Mitarbeit aller Vevölkerungsschichten und die m ö g l i ch st weitgehende Ausschaltung von Reibungen und abfich ' lichen Störungen Ls ist etwas viel verlangt, in dieser schweren Krifenzeit freudige — ich unterstreiche das Wort freudige — Mitarbeit zu verlangen, und doch weiß ich, daß beim deutschen Volke auch dies möglich ist, wenn bei allen notwendigen Anordnungen der soziale Gesichtspunkt berücksichtigt wird.
Oer „soziale General".
„Also ein sozialer General", höre ich ma idjctt meiner Zuhörer mit zweifelndem oder sogar spöttischem Achselzucken sagen. Ja, meine Damen und Herren, es hat in der Tat nichts sozialeres gegeben, als d i e Armee der allgemeinen Wehrpflicht, in der Arm und Reich, Offizier und Mann in Reih und Glied zusammen-- standen und in den Wundertaten des Weltkriegs eine Kameradschaft und ein Zusammengehörigkeitsgefühl bewiesen haben, wie es die Geschichte nicht seinesgleichen kennt. Ich betrachte es daher im Sinne der Neudecker Botschaft des Herrn Reichspräsidenten, der erst kürzlich wieder bei einer Unterredung mit den Führern der christlichen Gewerkschaften seine Volksverbundenheit zum Ausdruck gebracht hat, als eine meiner Hauptaufgaben, den Joviale n Gesichtspunkt bei allen Regierungs- maßnohmen zur Geltung zu bringen. Auf dem Gebiet des sozialen Rechts ist eine gewisse Entspannung schon dadurch eingetreten, daß die Verordnung zur Vermehrung und Erhaltung der Arbeitsgelegenheit, die starke Eingriffe in den Tarifvertrag geuiaa>t hatte, ohne die in sie gesetzten Erwartungen auf dem Gebiet des Arbeitsmarktes zu erfüllen, aufgehoben wurde. Die schwierige Lage unserer Wirtschaft und die weitverbreitete Kurzarbeit hat die Arbeitseinkommen tief herabgedrückt. Eine weitere allgemeine Senkung ist weder sozial erträglich, noch wirtschaftlich zweckmäßig. .
Die Reichsregierung bekeimt sich zur Sozialversicherung. Sie wird alles tun, um die Dersicherungsträger leistungsfähig zu erhallen. Dem Zwang zur Einfachheit und Sparsamkeit wird sich auch die Sozialversicheruna nicht entz ehen. Die Organisation der Arbeitslosenhilfe, wie sie jetzt ist, kann nicht befriedigen. Die Reichsregierung will die Spannungen, die hier bestehen, beseitigen, d i e Beitragszohler z u ihrem Recht kommen lassen und die vertrauensvolle Zusammenarbeit aller beteiligten Körperschasten herbeiführen.
Berlin, 15. Dez. (WTB.) Reichskanzler v. Schleicher hielt heute abend, 19 Uhr, im Rundfunk seine angekündigte Rede, die von sämtlichen Sendern des Reiches übernommen wurde. Der Kanzler führte u. a. folgendes aus:
Meine Damen und Herren, geftatten Sie mir zunächst einige perjönliche Bemerkungen. Der General i |3 m a n n hat als Alterspräsident im Reichstage, also in einem Augenblick, in dem er nur seiner eigenen Disziplin, seinem eigenen Gewissen unterstand, Bemerkungen über den Herrn Reichspräsidenten gemacht, die auf da s schärfste z u r ü d g e m i e f e n werden müssen. Wenn auch die historische Persönlichkeit des Herrn Reichspräsidenten weit über derartigen Angriffen steht, so bleibt es doch tief bedauerlich, daß ein angesehener General des Weltkrieges mit diesen Angriffen nicht nur gegen das Staatsoberhaupt, sondern auch gegen den alten Kameraden und seinen großen Führer im Weltkriege Stellung genommen hat. Dies hier zum Ausdruck zu bringen, ist mir Pflicht und Bedürfnis, sowohl als Reichskanzler wie als Soldat.
Ich habe gegen die Annahme des Kanzleramtes die allerfchwersten Bedenken gehabt. Einmal, weil ich nicht der Nachfolger meines Freundes P a p e n , dieses Ritters ohne Furcht und Tadel, sein wollte, dessen vom reinsten Wollen und hoher Vaterlandsliebe getragenes Wirken erst eine spätere Zeit voll anerkennen wird, vor allen Dingen_aber, weil der Wehrminister nach Militärdiktatur riecht und weil die Gefahr nicht von der Hand zu weisen ist, daß durch eine Verbindung dieser beiden Aemter die Wehrmacht zu stark in die Politik gezogen werden könnte.
Rur die Ueberlegung, daß eine solche Maßnahme den Ernst der Situation so scharf kennzeichnen und auf gewisse Unruhestifter so abkühlend wirken würde, daß dadurch der tatsächliche Einsatz der Wehrmacht verhindert werden kann, hat mich zur Zurückstellung meiner Bedenken Her an laßt. Ich möchte deshalb heute an alle Volksgenossen die Bitte richten, in mir nicht nur den Soldaten, sondern den überparteilichen Sachwalter der Interessen aller Be- volkerungsschichten für eine hoffentlich nur kurze Roheit zu sehen, der nicht gekommen ist, das Schwert zu bringen, sondern den Frieden.
„Arbeit schassen" der einzige Programmpunkt.
Zunächst werde ich schon zufrieden fein, wenn die Volksvertretung der Regierung ohne Hineinreden und die hinlänglich bekannten parlamentarischen Methoden Gelegenheit gibt, ihr Programm durchzuführen. Dieses Programm besteht aus einem einzigen Punkt: ^Arbeit ,ch ass en!" Alle Maßnahmen, bie die Reichsregierung in den nächsten Monaten durchführen wird, werden mehr oder weniger diesem einen Ziele dienen. In unserem Volke lebt etn Schaffensdrang, der durch keine Enttäuschung umzubringen ist, und in allen Bevöikerungsschichten kämpft man mit demselben Mut und derselben verbissenen Zähigkeit wie im Kriege heute gegen die schweren wirtschaftlichen Nöte unserer Zeit. Das ist hoch bewundernswert. Und gerade deshalb muß es oberstes Gesetz unserer Staatsführung sein, diesen Kampf zu unterstützen und einer Verzweiflung und Katastrophenstimmung vorzubeugen. Tas aber ist nur zu erreichen, wenn man bei der Arbeitsbeschaffung neben den wirtschaftlichen auch psychologische Gesichtspunkte zur Geltung kommen läßt. Sicher ist z. B. der Gesichtspunkt richtig, daß die Arbeitslosigkeit auf die Dauer nur durch d i e Wiederbelebung der Wirtschaft bekämpft werden kann. Aber Menschen, die der Verzweiflung nahe sind, kann man mit Auseinandersetzungen darüber nicht trösten, daß nach den Gesehen wirtschaftlicher Vernunft aus jedes wirtschaftliche Tief ein Hoch zu folgen pflegt. Sie wollen alsbaldige tatsächliche Hilfe sehen. Deshalb muß man rechtzeitig Dämme einbauen, damit die Fluten nicht über uns hinweggegangen sind, bevor die wirtschaftliche Erholung sichtbar wird, auch wenn diese Dämme nicyt hundertprozentig den stre igsten Gesetzen der wirtschaftlichen VernunU entsprechen.
Ich habe deswegen dem Herrn Reichspräsidenten die Ernennung eines Reichskommissars für Arbeitsbeschaffung voraelchla- gcn. Seine Aufgabe wird es fein, jeder Arbeits- möglichkeit nachzuspüren, ein großzügiges Arbeitsprogramm aufzustellen und seine Durchführung zu überwachen, wöbe- er bureaukratischen und sonstigen Hemmungen gegenüber die Rolle des Schäferhundes übernehmen muß Fraglos ist eine solche Arbeitsbeschaffung volkswirtschaftlich betrachtet mit größeren Risiken behaftet als eine aus natürlichem Wege eintretende Arbeitsvermehrung. Lurusaufrvendungen scheiden daher auf dem Ar- beitsbcschaffungsp'-ogramm vollkommen aus.
Das Programm muß in erster Linie auf die Instandsetzung der vorhandenen
Oie Winterhilfe.
Ich weih sehr wohl, welche Not heute den Millionen von Arbeitslosen,
In diesem Sinne hält die Reichsregierung z u r Zeit folgende wirtschaftlichen Richt- linien für vernünftig, ^ras nicht ausschließt, daß nach Jahr und Tag die Situation andere Maßnahmen erfordert.
Unsere wirtschaft kann nur gedeihen, wenn wir nebeneinander sowohl die R u h u n g des heimischen Bodens wie auch die gewerbliche Tätigkeit für den Inland m a r k t und schließlich den Warenaustausch mit dem Ausland im zweckmäßigen Verhältnis zueinander pflegen, von dieser Grundeinstellung aus hat die frühere Regierung ihr bekanntes Wirtschaftsprogramm aufgebaut. Dieses Wirtschafts- Programm halt auch die gegenwärtige Regierung in feinen wesentlichen Teilen für eine geeignete Grundlage zur Lenkung der wirtschaftlichen Entwicklung.
Sie ist davon überzeugt, daß bieieä Programm dazu beigetragen hat, die wenn auch zunächst noch bescheidene Verbesserung unserer Wirtschaftslage herbeizuführen, wie sie sich in den Ziffern über die Belebung der gewerblichen Produktion, die Zunahme des Verkehrs und den relativen Rückgang der Arbeitslosigkeit kennzeichnet. Sie ist sich aber ebenso darüber klar, daß es noch einer größeren Zeitspanne als der bisher vergangenen bedarf, um öie vollen Auswirkungen jenes Programms festzustellen. Das gilt um so wehr, als große Teile dieses Programms, wie z. D. die Steuergutsche'.ne und die Deichäftigungsprämien, erst zu einem geringen Bruchteil oder noch gar nicht in Wirkung treten konnten. Auch die Durchführung der öffentlichen Arbeitsbeschaffung, jenes Programms von etwa 1 Milliarde Marl, hat zwar begonnen, doch kann ihre volle Auswirkung erst nach mehreren Monaten in Erscheinung treten. Darüber hinaus wird die Reichsregierung die öffentliche Arbeitsbeschaffung noch erheblich er»
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General-Anzeiger für Oberhessen
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Der Reichskanzler spricht im Rundfunk.
Schleichers große Programmrede vor dem Mikrophon. - Oie Grundlinien für die Arbeit des neuen Kabinetts.
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