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Nr. 190 Erstes Blaff
182. Jahrgang
Montag, 15. August 1952
Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gies'ener Familienblätter Herrn at im Bild - Die Scholle
Monat, vezugrprelr: T7ft 4 Beilagen RM. 1.95 O'hne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 A uch bei Nichterscheinen »Dn einzelnen Nummern ir(folge höherer Gewalt.
Kernsprechanschlüsse MtierSammelnummer 2251. Tlnschrist für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben.
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GiehenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Druck und Verlag: vrühl'sche Univer^iütr-Vuch' und SleindruSerei 8. Lange in Sieben. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7.
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Chefredakteur:
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange/ für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen.
Das Kabinett Popen vor der Aufbauarbeit.
Informationen der Berliner presse über die nächsten plane des Reichskabinetts.
Berlin, 15. Aug. (67123.) Offenbar anknüpfend au die Ausführungen des Reichsinne nmini- st'ers anläßlich der Verfassungsfeier und bie Aeußerung des Reichspräsidenten 0. Hindenburg über die Ririwendigkeit beschleunigter Lrledi- gung der zur Behebung der Arbeitslosigkeit ci^orderlichen Maßnahmen ergehen sich die Mon- litgsblätfer in Vermutungen über die Einzelheiten des kommenden Regierungsprogramms.
Vie „2U 0 n f a g <t p 0 ff“ berichtet, dah bereits heute eine Reihe oon RIinislerbesprechungen und fiabinettsfifjungen beginnen solle.
Der „2H onfagmorgen“ glaubt in der Lage Zu sein, Einzelheiten über das Kabinettsprogramm mitteilen zu können. Er will erfahren haben, dah dieses Programm, m,il dem die Regierung am 30. August vor den Reichstag treten wolle, im wesentlichen vier punkte umfassen werde: In einer Gesetzesvortage über die Rcichsreform solle »eben Vereinheitlichung des Ve rwal- lungsapparates zwischen Reich und prcu- fj e n die Frage der Wahlreform enthalten sein. Ebenso werde der Gedanke einer E r st e n Kammer verankert fein. Dann werde der Reichstag Stellung zu nehmen habett zu den Gesehen über die Arbeitsbien st pflicht, über eine neue Finanzreform und endlich über Vorschläge zur Wirtschaftsreform, Siedlung und Arbeitsbeschaffung. Die Reichsregierung werde, wie der „TUontagiuorgcn“ weiter vermutet, jeden dieser Programmpunkte mit der Vertrauensfrage verbinden.
Der „Montag“ glaubt diese Konjekturen durch TTIiffei,ungen ergänzen zu können über Schwierigkeiten, die sich in der Finanzierungs- fragc der Arbeitsbeschaffung ergeben
Hitlers Standpunkt.
teilte halbamtliche Mitteilung.
Berlin, 15. Aug. (OB. Funkspruch.) Zu den Vorgängen, die fich in den Unterredungen desi Reichspräsidenten und örs Reichskanzlers mit Hitler am Samstag abgespielt haben, erfahren wir von unterrichteter Seite, es sei bedauert worden, bah die Reitionalsozialistische Partei sich nicht zur Verfügung (teilte, obwohl sie von der Reichsregierung genug Entgegenkommen erfahren habe. Herr Hitler habe nicht nur die Führung der Reichsregierung, sondern auch die gesamte Staatsgewalt für sich in Anspruch nehmen wollen. Dcir Reichspräsident habe ihm daraufhin erklärt, dah er nicht gewillt und in der Lage sei, die Staatsgewalt einer bestimmten Partei zu überlassen. Ls sei sch»m vor der Unterredung erklärt worden, dah der Reichspräsident die Linie einer autoritären Regierung, unabhängig von jeder Partei, ft r i M e innefjal- t e n werde. Dah die ftationalfojiaßjfen sich nicht darauf eingelassen haben, fei auheeordentlich bedauerlich wie wir weiter von unteirichteter Seife erfahren, hat Hitler wörtlich etflärt, er werde die Stellung für f i ch in Anspruch nehmen, die Mussolini nach dem Marsch auf Rom genommen habe.
Vas Gerücht, als fei die Reichsvegierung nicht bereif, den Reichstag einjuberufen, geht, wie von unterrichteter Seife erklärt wird, auf eine wihverffändliche Darstellung der Unterredung des Reichskanzlers mit den Zentrumsfühnern 3 0 0 s und Bolz zurück. Es wird uns ausdrücklich erklärt, dah die Regierung selb st verständlich vor den Reichstag treten wird.
Oie SA. beurlaubt.
Berlin, 15.2Iug. (TU.) Wie der „Montag" berichtet, hat Adolf Hitler noch vor seiner Abreise aus Berlin nach einer Führerbesprechung die S A. auf acht Tage beurlaubt.
Urteile der Berliner presse.
Berlin, 14. Aug. (TU.) Das Scheitern der Verhandlungen des Reichskanzlers und des Reichspräsidenten mit Adolf Hitler über die Beteiligung der NSDAP, an der Reichsregierung wird von den Berliner Blättern eingehend gewürdigt.
Oie Rechte.
Die „Deutsche Zeitung" lammt zu dem Schluß, daß sich die Regierung Papen zwestellos darüber klar sei, daß sie im Reichstag keine Mehrheit finden würde. Mit einer Reichstagsauflösung allein sei die Lage nicht zu verbessern. Wie die Dinge auch liefen, die Lage sei jetzt einblütig dahin geklärt, daß die Zeit des Parlamentarismus endgültig vorüber sei.
Der „Lokal-Anzeiger" bemerkt, es sei durch das Scheitern der Verhandlungen zwischen Reichspräsident und Reichskabinett auf der einen, Adolf Hitler auf der anderen Seite eine gewisse
hätten, da die R e i ch s b a n k die notwendigen Kredite zu geben sich geweigert habe und ein anderer weg der Geldbeschaffung so gut wie ausgeschlossen sei. Das Blatt will wissen, dah Verhandlungen zur Behebung dieser Schwierigkeiten zu Beginn dieser Woche zwischen der Reichsregierung und der Reichsbank ausgenommen werden sollen. Das wirfschaftsprogramm sehe u. a. eine organisatorische Umgestaltung der Erwerbs- lofenfürforge, eine Ankurbelung der Wirtschaft durch Erteilung von Aufträgen und eine Lockerung der Tarifpolifik vor.
Verordnung zur Sicherung der Herbstdüngung.
Berlin, 13. Aug. (WTB.) Der Herr Reichspräsident hat heute eine Verordnung zur Sicherung der Herbstdüngung unterzeichnet, wonach der Reichsminister der Finanzen ermächtigt wird, für Forderungen aus Düngemittellieferungen an landwirtschaftliche Betriebe für die Herbstdüngung des laufenden Düngemitteljahres Bürgschaft bis zur höhe von 14,2 Millionen Mark zu übernehmen. Auf Grund dieser Verordnung hat der Reichsminister der Finanzen den Düngemittel- syndikaten gegenüber eine Bürgschaft in höhe von 14,2 Millionen Mark in gleicher Weise wie es An- fang dieses Jahres für die Frühjahrsdüngung geschehen ist, übernommen. Die Bedingungen — Vor- wegübernahme eines Ausfalles von 10 v. h. seitens der letzten Verteilungsstelle, Begrenzung der Garantie auf 25 v. h. des Umsatzes der einzelnen Verteilungsstellen, Uebernahrne einer Teilgarantie durch die Düngernittelsyndikate — sind die gleichen, wie bei der Frühjahrsdüngung. Ein Pfandrecht an den Früchten der Ernte kommt aus dem Grunde nicht in Betracht, weil die Ernte herkömmlich aus den Erträgen der vorhergehenden Ernte abgedeckt wird.
deutschen Geschichte. Das Blatt hofft, daß der Parlamentarismus in keiner Form wieder auflebt, und bringt darüber hinaus den Bedenken des Reichspräsidenten gegen die Uebertragung der absoluten Staatsführung an eine Partei Verständnis entgegen, deren glühender Idealismus der stärkste und für Deutschland wichtigste Faktor der nationalen Bewegung sei, deren überaus rasche Entwicklung und Jugend aber noch nicht die hundertprozentige Gewähr für die volle Staatsführung zu bieten vermöge.
Sie ..Kreuz-Zeitung" bedauert es lebhaft, dah der nationalsozialistische Führer durch sein Verhalten gegenüber dem Angebot des Reichs- Präsidenten den Versuch zerstört habe, der Reichsregierung durch eine besonders innige Verbindung mit den Kräften der nationalsozialistischen Partei eine überaus wertvolle Stützung zu geben.
Auch die »Deutsche Tageszeitung" bedauert, dah der Versuch der Heranziehung der nationalsozialistischen Kräfte zur Teilnahme an der Verantwortung einstweilen nicht zum Ziel geführt habe.
Die „D A Z" schreibt, die Szene, die sich Samstag im Hause Wilhelmstr. 77, in den Räumen des Fürsten Bismarck, abgespielt habe, zeige Hindenburg wieder als den Mann, der mit den Verven von Tannenberg an die ihm gestellten Ausgaben herantrete und nur die größten, die rein vaterländischen Gesichtspunkte gelten lasse. Hitler sei von den verschiedensten Seiten davor gewarnt worden, sich dieser öffentlichen Abfuhr auszusetzen Er habe nicht auf diese Warnungen gehört und unbedingt auf seiner Berufung zum Reichskanzler beftan- den. Was der Reichspräsident und Reichskanzler v. Papen Herrn Hitler angeboten hätten, sei nicht wenig gewesen und könne keinesfalls als ein , faules Kompromih“ bezeichnet werden.
Oas Zentrum.
Die „Germania" schreibt, der Empfang Hitlers am Samstag habe das eine Gute gehabt, er habe in der offiziellsten Form, die es im Staatsleben gebe, dem Führer der nationalsozialistischen Bewegung zum Bewuhtsein gebracht, dah die Ration mehr sei als die Vationalsozialistische Partei, und dah die Verantwortung, die der Reichspräsident vor seinem Gewissen und vor dem deutschen Volk trage, noch schwerer wiege, als die parteipolitischen Sorgen einer noch so grohen Bewegung. Hitler habe am Samstag die Möglichkeit gehabt, seiner propagandistischen Leistung den ersten Versuch einer positiven Leistung hinzuzufügen. Ob ihm die Zukunft dazu noch einmal Gelegenheit geben werde, stehe dahin. Das Zentrum habe in den letzten Tagen seine Forderungen auf zwei Punkte hin konzentriert, auf eine Klarstellung der politischen Verantwortlichkeiten und auf eine unbedingte Innehaltung der Verfassung. Diese For- derungen seien so grundsätzlicher Art, dah sie auch von dem Ausgang der Verhandlungen vom Samstag und ihrer Geltung in keiner Weise berührt würden.
Oie Staatspariei.
Die „Dvssische Zeitung" meint, man brauche das Scheitern der Verhandlungen nicht zu bedauern, denn die Eingliederung der Ratio- nalfozialisten in den Rahmen deS Kabinetts von
Spannung cingetrcten. In den Kreisen der Reichsregierung werde scharf betont, daß sich diese allen Eventualitäten voll gewachsen fühle, und man lasse durchblicken, daß im Notfall der militärische Ausnahmezustand verhängt werden würde.
Die „Berliner Börsenzeitung" bezeichnet den 13. August 1932 als einen schwarzen Taa in der Papen hätte keine wirkliche Lösung geschaffen. Die Initiative gehe jetzt auf die Parteien über.
Oie SpO.
Der „Vorwärts" fordert unter Hinweis auf Preuhen, dah das Unrecht, das wegen des verunglückten Experiments an der republikanischen Bevölkerung verübt worden sei, wieder gutgemacht werde.
Was das Ausland sagt.
Englische Kommentare.
London, 14. Aug. (WTB.) Die gesamte Presse bringt in großer Aufmachung die Unterredung Hitlers mit Hindenburg. Vor allem hervorgehoben wird des Reichspräsidenten Bemerkung, daß er cs weder mit seinem Gewissen noch mit seiner Pflicht dem Vaterlande gegenüber vereinbaren könne, Hitler die Macht auszuliefern.
Der Berliner Korrespondent oes „O b f e r * ver" erklärt u. a.: Ganz Deutschland, sofern es nicht durch persönliche, politische und crireme Ansichten übermäßig erregt ist, sieht auf Reichspräsident v. Hindenburg heute als auf einen Mann, der in großartiger Weise ganz den Vorstellungen von seiner Präsidentschaftspflicht lebt.
„"Z i in e s" nimmt das Ergebnis als etwas Unabwendbares hin. Der Reichspräsident, meint das Blatt, hätte gefühlt, dah die Auslieferung der Kontrolle über das Schicksal Deutschlands an eine Partei, die nur etwas mehr als ein Drittel der Ration vertritt und von der für die Rechte und Interessen der übrigen Volksteile nur wenig Verständnis erwartet werden könne, mit der Verantwortlichkeit eines unparteiischen Staatsoberhauptes nicht zu vereinbaren sei. An die Gefahr eines Aufstandes glaubt „Times" nicht, da ihrer Ansicht nach die Regierung anscheinend die Lage beherrsche und überdies anzunehmen sei, dah Hitlers Aussichten und die Zukunft seiner Partei nicht durch einen so verzweifelten Schlag aufs Spiel gesetzt werden dürfen.
„Morning Post" schreibt u. a.: Reichspräsi- deut von Hindenburg habe durch seine feste Haltung weiter seine Entschlossenheit bekundet, das
lieber die Gegend von G a r m i s ch ging dieser Tage ein mit Hagelschlag vermischter schwerer Wolkenbruch nieder. Die Wassermassen waren so gewaltig, daß der Bahnhof Garmisch-Partenkirchen 25 bis 30 Zentimeter unter Wasser stand. Der Zugverkehr von Garmisch nach München ist unterbrochen. Durch das Unwetter wurde ein Einfahrtsignal weggerissen und die Telephonleitung unterbrochen. Erst wenn das Wasser abgelaufen ist, wird der angerichtete Schaden festzustellen fein. Die Partnach führt jetzt starkes Hochwasser. Der Ausberg ist völlig von den Hagelschloßen be- deckt. — Die Gleisanlagen auf dem Bahnhof Gar- misch-Part^nkirchen sind durch das Unwetter Derartig vermurt, daß die Abfertigung der Züge sich als unmöglich erwies, da die Weichen nicht mehr gestellt werden konnten. Der Zugverkehr konnte nur bis zu den Garmisch benachbarten Stationen durchgeführt werden. Für den Rest der Strecke wurden Autobusse eingesetzt. Ein Sonderzug mit Landespolizei, der von Garmisch angefordert wurde, ist dorthin abgegangen.
Die Materialschäden im Bahnhof Garmisch-Partenkirchen sind nach einer späteren Milteilung der Rcichsbahndirektion nach ununterbrochenen Auf - räumungsarbeiten, an denen sich auch 60 Mann Militär und Polizei beteiligten, inzwischen zum größten Teil behoben worden. Sowohl der Verkehr in der Fahrtrichtung München als auch der Durchgangsverkehr nach Innsbruck konnten wieder aufgenommen werden.
Gewitter über dem Schwarzwald.
In der Rächt von Samstag auf Sonntag gingen schwere Gewitter über dem Schwarzwald nieder, die auch grohen Brandschaden anrichteten. In Schönwalde schlug der D l i tz in das Anwesen des Landwirts D us s ne r und zündete. Das Anwesen brannte bis auf die Grund- mauern nieder. Zur gleichen Zeit wurde in Gem- melsbach ein großes landwirtschaftliches Anwesen durch Blitzschlag vollkommen eingeäschert. Der Sachschaden in beiden Fäl- len ist bedeutend.
Opfer des Rheins. - Sieben Tote.
Düsseldorf, 15. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der riesige Badebetrieb am gestrigen Sonntag hat nicht weniger als sieben Todes-
Gleichgewicht irn Wirbel des Partei- Haders zu bewahren. Seine Haltung zeige, daß er die Zügel noch immer so fest in den Händen hat wie je. Die Samstagbesprechung könne sich durchaus als Wendepunkt des Hitlerschcn Glückes erweisen. Hitler habe sich in ein fast hoffnungsloses Dilemma hincinmanöoeriercn lassen. Er habe seine Bewegung ständig auf den Gedan- ken der Rebellion trainiert, und doch könne er sich niemals entschließen, zu rebellieren. Im allzu großen Vertrauen auf einen Wahlsieg habe er seit Monaten erklärt, er würde die Macht nur durch legale Mittel ergreifen. Nunmehr, da die Wahlurne versagt habe, drohten die Kräfte, die er in Bewegung gesetzt habe, sich seinem Einfluß zu entziehen.
Im Gegensatz hierzu hält „Daily T e l e • arap h" einen Versuch der Nationalsozialisten, die Macht durch Gewalt zu erlangen, und zwar mit oder ohne Billigung ihres nominellen Führers, keineswegs für ausgeschlossen. Gegen die Nationalsozialisten könne die gegenwärtige Regierung nur unter direkter Verletzung der Verfassung fortbe- ftehen.
Der Korrespondent des „Daily Expreß" leitet seinen Stimmungsbericht mit der Frage ein, ob Feldmarschall von Hindenburg einen roei» teren Tannenbergsieg für sein Vaterland errungen habe.
„Hitler findet seinen Meister", „Die Hindenburg- linie hält", so lauten die Schlagzeilen in der „M 0 r- n i n g - P 0 ft", deren Berliner Berichterstatter u. a. schreibt: Während Hitler zum Reichspräsidenten spricht als der Vertreter von 13% Millionen Wählern, kann dieser nicht nur mit seiner per- s 0 nlichen' und offiziellen Autorität antworten, sondern mit dem Gewicht 0 0 n 2 0 Tt i l- Honen Wählern. Hitler ist von der Flutwelle seiner eigenen Propaganda zu Forderungen getrieben worden, die ihm eine scharfe, wenn auch höflich abgefaßte Ablehnung einbrachten. Hitlers einzige Hoffnung, an die Macht zu gelangen, ist im Augenblick, zu einem Abkommen mit dem Zentrum zu kommen.
Oie Ansichten in Paris.
Paris, 14. Qlug. (WTB.) Einen historischen Tag nennt „Temp s" den 13. August, an dem Hitler selber die Tür zugeschlagen habe, durch die er auf regulärem Wege zur Beteiligung an der Regierung zu gelangen hoffen konnte. Dieses Ereignis sei von Bedeutung nicht nur für die innerpolitische Entwicklung Deutschlands, sondern sogar für die europäische Ordnung. Wenn Hitler an die Regierung gekommen wäre, sei es auch in Form einer einfachen Beteiligung an einem Präsidialkabinett, das dem Einfluß der Rationalsozialisten weitgehend hätte Rechnung tragen müssen, wäre dies innen-, wie außenpolitisch in jeder Hinsicht verhängnisvoll gewesen. Dem Wesen ihrer Vergangenheit entsprechend, in dec die absolute Doktrin und die
0 p f c r gefordert. Am Leuchtenberger Ort ertrank morgens ein junger Mann. Wenige Zeit später ereilte ein junges Mädchen das gleiche Los, das einen Schleppkahn besteigen wollte. Auch bei Möchenwerth fanden beim Baden ein Ibjähriger Iunge, ein Maler und ein anderer Mann den Tod in den Wellen. In der Rähe des Dappelwäldchens kenterte kurz vor dem Ausbruch eines Gewitters ein Paddelboot, in dem sich zwei Damen befanden. Ein Spaziergänger sprang den beiden Frauen nach und brachte sie auch ans Ufer. Als er dann versuchte, auch das Paddelboot zu bergen, ging er unter. Schließlich ertrank noch bei Kaiserswerth ein 27jähriger junger Mamr.
In der Gegend von Vettweiß (Rheinprovinz) richtete heftiger H a g e l s ch l a g auf den Feldern und in den Gärten bedeutenden Schaden an. Auch .in der Gegend von Drove—Kreuzau—Söller wurde der größte Teil der Obsternte vernichtet. In Kreuzau war der Hagelschlag so stark, daß die Fensterscheiben eines Treibhauses vollständig zertrümmert wurden. Die Fernsprechverbindungen mit den im Untoettergebiet liegenden Orten sind unterbrochen, so daß man sich von dem Umfang des Schadens noch kein genaues Bild machen kann. Durch das Unwetter wurde stellenweise der Verkehr behindert. Ein von Düren nach Euskirchen fahrender Zug mußte seine Fahrgeschwindigkeit erheblich verringern, da die Gleise auf weite Strecken überschwemmt waren. — Heber Düsseldorf ging ein heftiges, von einem wolkenbruckartigen Regen begleitetes Gewitter nieder, das ein Todesopfer erforderte. Auf einem Tennisplatz im Stadtteil Grafenberg wurde ein Wärter vom Blitz getroffen und getötet.
Unwetter über Ost-FrieSland.
Heber ganz Ost-Friesland gingen schwere Gewitter nieder, die großen Schaden anrichteten. In verschiedenen Ortschaften wurden insgesamt sieben Wirtschaftsgebäude und verschiedene Wohnhäuser vom Blitz getroffen und brannten bis auf die Grundmauern nieder. Dabei kamen zahlreiches Vieh und große Ernte- vorräte in den Flammen um. Auf den Feldern wurde vielfach das weidende Vieh vom Blitz getroffen und getötet. Eine große Anzahl Telephvnleitungen wurden zerstört.
Das Echo des schwarzeuGamstag.
Schwere Unwetter über Deutschland.
Hagelschlag, Hochwasser, Brandschaden. - Mehrere Todesopfer.
Wolkenbruch über Garmisch.


