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15.7.1932 Erstes Blatt
 
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Nr. 164 Zweiter Blatt

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderyessen)

Zreitag, (5. Zuli 1932

Artilleristenlag in Hattenrod

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lichen aber auch ein klassisches Vorbild, wenn zigjährige zur Aufrechterhaltung chrer körperlichen

Zusammenstöße in Darmstadt

Darmstadt, 14. Juli. (25621.) Nachdem be­reits am Mittwochabend die Polizei wiederholt eingesetzt werden muhte, um streitende Gruppen von Nationalsozialisten und Kommu­nisten auseinander zu bringen, kam es heute abend nach dem Propagandamarsch der National- sozialisten zu neuen Zusammen st öhen. Der Propagandamarsch selbst verlief vollkommen ruhig, als aber dann der Spielmannszug der S 21. nach der Turnhalle am 25oogsplah marschierte, wurde er am Schlachthausplatz von Kommunisten mit Steinen beworfen. Das Lieberfallkommando begleitete dann die Na­tionalsozialisten bis nach der Turnhalle. Dis dahin wurde niemand verletzt. 2lm späten 2lbend versuchten dann die K o m m u n i st e n in das nationalsozialistische Derkehrslokal Handelshof am Dismarckdenkmal einzudringen. Ein gerade nach Hause gehender Polizist hielt die Menge mit der Schuhwaffe solange zurück, bis das

treten und Sondervorführungen der einzelnen zirksvereine werden den Abend füllen.

Am Sonntag beginnen schon sehr frühzeitig dem Festplatz die Wettkämpfe der Geräteturner

Ort zum Festplatz und dort die Begrüßungsfeier statt. Die Bezirksriege wird an den Geräten

Dr. Barany-Budapest, Europas bester Freistilschwimmer, schlug auf der Reise nach Los Angeles in Lleveland den Amerikaner House in einem 100-Pard-Crawlschwimmen in der ausge­zeichneten Zeit von 53,6 Sekunden ganz überlegen.

Lieberfallkommando erschien. Der D e a m t e wurde durch Schläge auf den Kopf ver­letzt. Das Lieberfallkommando griff dann ener­gisch durch, verhaftete einige Personen und stellte die Ruhe bald wieder her. Die in dem Lokal sitzenden Nationalsozialisten konnten dann unter polizeilichem Schutz den Heimweg antreten. Auch in der Dessunger Straße kam es zu Zusammenstößen. Hier holte ein SA.-Mann seine Pfeife aus der Tasche. Seine Gegner vermuteten wahrscheinlich, daß er eine 25affe hervorholen wollte und drangen auf ihn und seine Begleiter ein. Beide flüchteten in ein Haus und verteidigten sich gegen die angreifende Menge. Hierbei wurde eine Frau durch einen Schlag mit einem Schulterriemen am Kopfe schwer verletzt und muhte nach dem Krankenhaus geschafft werden. Auch am 25eihen Turm, auf dem Marktplatz und in der Altstadt muhte im Laufe der späten Abendstunden das Lieberfall­kommando mehrfach eingesetzt werden.

3m Anschluß an diese politischen Zusammen­stöße wurde eine Musikkapelle der Darm­städter Turngemeinde von 184 6, die einem Mitglied ein Ständchen gebracht hatte, in der Altstadt von Kommunisten ange­griffen und beschossen. Dabei wurde der Kaufmann Ernst Ludwig N u e h l durch mehrere Schüsse so schwer verletzt, daß er in das Krankenhaus geschafft und sofort operiert werden muhte.

Unterschlagungen einesGteuererheberS

ll. G r ü n b e r g , 15. Juli. Bei der Steuer- Untererhebe st elle in Atzenhain, die von dem dortigen Bürgermeister Erb verwaltet wird, wurden umfangreiche Unterschlagungen festgestellt. Die Revision ergab bisher einen Fehl­betrag von e t ro c? s über 5000 Mark. Die Unterschlagungen, die dem Bürgermeister zur Last gelegt werden, erstreckten sich hauptsächlich auf Ein­nahmen aus Staatsgütern (Holzgelder usw.), ferner aus Landessteuern, Kirchensteuern und Brandyer- sicherungsbeiträgen. Ob die Unterschlagungen ckoch größer sind man spricht teilweise von 8000 Mark, zum Teil wird sogar eine Fehlbetraasumme von 20 000 Mark genannt muß erst die Untersuchung ergeben. Die Veruntreuung entstand dadurch, daß der Kassenverwalter die Beiträge vereinnahmte, sie aber mit großer Verspätung an die vorgesetzten Behörden ablieferte und die G.lder mittlerweile für sich verwandte, wodurch dann schließlich das große Kassenmanko entstand. Bei der Staatsanwaltschaft ist Anzeige erstattet worden.

meister von Hattenrod, ferner Kamerad Bender III. von Lich als Vorsitzender der Bezirks­gruppe des Artillerie-Bundes, Kamerad Schweit­zer als Vorsitzender des Vereins ehemaliger 25er in Darmstadt. Kamerad A l b a ch (Hattenrod) dankte dem Bundespräsidenten für sein Erscheinen, ebenso dem Gründer der Bezirksgruppe Lich, Kammerrat C l e m m (Winnerod), dem an diesem Festtage die Ehrennadel des Regimentsvereins verliehen wurde, dem Ehrenvorsitzenden des Darmstädter Vereins, Hauptmann a. D. B i ck e l, der seit Jahren das Bun­desblattDie hessische Artillerie" herausgibt, schließ­lich allen Kameraden für ihre Anwesenheit.

Der Ortsgruppe Hattenrod wurde dankbare An­erkennung für die geleistete Arbeit zuteil, denn die Kameraden von Hattenrod hatten bewiesen, daß der alte Soldatengeist noch in ihnen lebt.

Als ein besonders erfreuliches Zeichen wurde die starke Beteiligung der Jugend vermerkt.

Der große Gewinn der Wiedersehensfeier war, daß alle Teilnehmer das Bewußtsein der Zusammen­gehörigkeit mit nach Hause nehmen konnten und die Bestätigung dafür, daß der Geist der Kameradschaft in der alten Generation noch lebt und von der Jugend als Erbe übernommen worden ist.

Elastizität noch einmal das Spielfeld betreten. Unter ihnen sind die meisten frühere Fußballspieler und es steht zu erwarten, daß, wenn man schon keine sportlichen Höchstleistungen mehr zu sehen bekommen wird, doch manches Kabinettstückchen gezeigt werden sollte, an denen auch die Jüngeren vielleicht noch lernen können. Um so mehr find die Alten Herren ja auf Geschicklichkeit angewiesen, als sie ja mit den Körperkräften zweifellos nicht mehr so wirtschaften können wie irgendein Ligaspieler in der Vollkraft seiner Jugend.

Die beiden Mannschaften treten in folgender Auf­stellung an:

V f B.: Kreiling: Janz, Kapeller: Erb, Happ, Nagel: Grein, Albold, Overbeck, Möller, Kleinke.

Schiedsrichter: Dörr (Wieseck), Kunze (Dau- bringen), Speckhardt (Heuchelheim): Spurt (Butz­bach), Busch (Nieder-Weisel), Presber (Stockheim): Schäfer (Gießen), Enders (Gießen), Klier (Nieder­girmes), Grote (Lollar), Henkel (Wetzlar). Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

Arbeiter-Turn- und Sportbund.

Bezirks-Turn- und Sportfest in Grotzen-Linden.

Am Samstag und Sonntag findet in Großen- Linden das diesjährige Bezirks-Turn- und Sportfest des 3. Bezirks statt. Es werden sich etwa 600 Wettkämpfer beteiligen. Bereits am Samstagnachmittag beginnen die leichtathletischen Mehrkämpfe. Gegen Abend findet dann auf dem Sportplatz an der Turnhalle das Entschei­dungsspiel um die Fe st mei st erschaft zwischen Naunheim I und Wieseck I statt. Beide Mannschaften werden in stärkster Aufstellung an­treten. Naunheim sollte das Spiel für sich ent­scheiden. Anschließend findet ein Umzug durch den

* Ha t t e n r o d , 14. Juli. Der Artillerie- Bund in Hessen hatte zu einer Wieder- sehensfeier in Hattenrod eingeladen. Aus nah und fern kamen die ehemaligen Artilleristen etwa 3000 an der Zahl und fanden gastliche Auf- nähme. Die Kameraden kamen in ansehnlicher Stärke von Darmstadt, Gießen, Büdingen, Offenbach und Mainz im Auto und im Pferdewagen, aus den näheren Ortschaften kamen sie zu Roß und zu Wagen an. Hattenrod wurde zum Heerlager. Die Organi­sation klappte ausgezeichnet. Pünktlichkeit und Ord- nung beherrschten das Fest. Prächtiges Sommer­wetter sicherte den guten Verlauf.

Der Festtag begann mit einem Gottesdienst am Gesallenen-Gedenkstein vor der Kirche,

an der sich wegen des beschränkten Raumes nur die Abordnungen der Vereine beteiligen konnten. In der Kirche hielt Pfarrer Nies eine eindrucksvolle An­sprache zu Ehren der Gefallenen und richtete ernste Worte vaterländischen Sinnes an die stattliche Ge­meinde der Zuhörer und insbesondere an die Ju­gend. Der Gottesdienst war eine ernste, schöne Feier­stunde. Anschließend wurden am Gefallenendenkmal Kränze niedergelegt von dem Präsidenten des Ar­tillerie-Bundes in Hessen, Generalleutnant von K l e i n s ch m i t, Kamerad A l b a ch (Hattenrod) für die Ortsgruppe, Kamerad Postinspektor Schweit­zer (Darmstadt) für den Verein ehemaliger 25er (Großh. Artilleriekorps), Kam. Harms (Frank­furt) für das Res.-Feldart.-Regt. 56 u. a. m.

Inzwischen waren immer mehr Festteilnehmer an­gekommen. In zwei großen Zelten und verschiedenen Holzhütten wurde den Kameraden ein einfaches Mit­tagsmahl verabreicht. Am frühen Nachmittag wurde dann der Feftzug aufgestellt.

Der Festzug gestattete sich zu einer eindrucks­vollen vaterländischen Kundgebung.

Die Spitze des Zuges hatte bereits alle Straßen des Dorfes passiert, als die letzten eben den Festplatz ver­ließen. Dank der ausgezeichneten Organisation klappte es aber vorzüglich. Voraus dem Zuge fuhr ein Geschütz, eine geschickt hergestellte Attrappe; der Ge­schützwagen war von Artilleristen in Paradeuniform besetzt. Dann folgte der Wagen der hl. Barbara, der Schutzgöttin der Artillerie. Hierauf folgte der lange Zug der Kameraden, die mit Fahnen, Standarten und Musik gekommen waren. Den Ordnungsdienst versahen die jungen Männer des Dorfes, von denen jeder in schneidiger Uniform und gut beritten er­schien. Der Festzug bewegte sich auf einen Wiesen­plan, in der Richtung Lich gelegen. Dort führte Ka­merad A l b a ch , der Vorsitzende der Ortsgruppe Hattenrod, das Geschütz zuerst im Parademarsch im Trab vor, weiter zeigte er das Geschütz in zwei tadellosen Bewegungen und verschiedener Gangart. Mit dem Ab protzen endete die Ucbung. Der Bundes­präsident sprach den Beteiligten für die stramm und exakt durchgefuhrte Uebung uneingeschränkte Aner­kennung aus.

Nach dem Einrücken in die Quartiere entwickelte sich auf dem Festplatze lebhaftes Treiben. Batterie- weise fanden Öd) die Kameraden zusammen. Nach, einer netneh Pause begrüßte die Tochter des Orts­gruppenvorsitzenden Kameraden Alb ach I. mit einem schönen Prolog die Kameraden. Sodann sprach Kamerad A l b a ch herzliche Worte der Begrüßung und des unverbrüchlichen Treuegelöbnisses für Volk und Vaterland. Im Anschluß daran fang der Gesang­verein Hattenrod das LiedMein Vaterland".

Die Festansprache hielt der Bundespräsident. Sc. Exzellen; Generalleutnant von Kleinschmidt.

Die Gruppe Lich und der Artillerieverein Hatten­rod, so führte er u. a. aus, erwerbe sich durch diese Feier das große Verdienst, den alten Artilleristen einmal öffentlich Gelegenheit zu geben zur Pflege der Kameradschaft und zur Wacherhallung der Er­innerung an die ehemalige hessische Artillerie. Man müsse sich in der Gegenwart darüber klar sein, daß mit den bewiesenen Soldatentugenden der Treue, der Unterordnung, der Hingabe an übernommene Pflichten, der Sorge des einen für den anderen das feste Fundament geschaffen werden müsse für den Wiederaufbau unseres Vaterlandes. Alle national denkenden Menschen, die Heranwach­sende Jugend und die Mithilfe der Frauen müßten dafür eingesetzt werden.

Gegenseitige Achtung und Wertschätzung auf Grund von Leistungen. Erfahrungen, wissen und können bilde neben Arbeitsfreudigkeit. Spar- und Opfersinn die Grundlagen der Ge­sundung.

Zu bekämpfen gelte es diejenigen, die im Klassenhaß und in der Verächtlichmachung der alten Soldaten­tugenden planvoll stolze Erinnerungen zu tilgen als Ziel ansehen, die zur Freundschaft mit den ehemali­gen Feindbundstaaten drängen, während die Sieger­staaten ihre Jugend durch und durch militärisch or­ganisieren. Es dürfe nie die erzwungene Auflösung der alten Armee, die Schmach einer zwölfjährigen Rheinlandbesetzung, die Verletzung deutscher Ho­heitsrechte am Rhein, die Lüge von der deutschen Kriegsschuld vergessen werden. Der Kampf gehe gegen die Wehrlauheit, gegen den Geist der Ent­mannung und gegen pazifistische Forderungen. Die Jugend müsse invaterländischemGeistezu gesunderMännlichkeit erzogen werden. Die Wehrmacht des Staates müsse für die Zu­kunft auch wieder dessen Stolz werden, und deshalb müsse jeder wehrhaft und wach bleiben im Geist und im Willen und in Treue zum alten Hessen- Wahlpruch:Gott, Ehre, Vaterland!"

Für jung und alt gelte immer der Gedanke: Das Vaterland über alles!"

Begeistert stimmte darauf die mehrtausendköpfige Menge das Deutschlandlied an.

Im weiteren Verlaufe der Veranstaltung wurden noch verschiedene Ansprachen gehalten, die den gleichen Geist atmeten, der aus der Rede des Bun- despräsidenten sprach. Es sprachen der Bürger­

Leichtathletik im Lahn-Oünsberg-Gau. Kampf um die Gaumeisterschaften.

(Sine gute Besetzung haben die am kommenden Sonntag in Odenhaufen (Lahn) stattfindenden Leichtathletik-Meisterschaften des Lahn-Düns- berg-Gaues erfahren. Lieber nachstehende Kon-, kurrenzen werden sich die Turner um den Titel eines Meisters streiten:

Männer: 100, 200, 400, 800, 1500, 3000 Meter, Hochsprung, Weitsprung, Stabhochsprung, Kugelstoßen, Steinstoßen, Speerwerfen, Diskus­werfen, 4X100-Meter-Staffel und 1500-Meter- Staffel (800, 400, 200, 100).

Jugend: 100 Meter, 1500 Meter, Weit- sprung, Hochsprung und Kugelstoßen.

Frauen: 100 Meter, Hochsprung, Weit­sprung und Ballweitwerfen.

Sämtliche Wettbewerbe dürften bei nicht hör» herzusagenden Siegern spannende Wettkämpfe bringen. Lediglich einige Konkurrenzen haben Fa­voriten am Start. So sollte Großhaus (Lol­lar) über 100 Meter schwer zu schlagen fein. Alle andern Laufstrecken sind als durchaus offen zu bezeichnen. Gute Leistungen sind im Hochsprung, der mit über 10 Teilnehmern ein schönes Melde­ergebnis aufweist, zu erwarten. Bei einiger­maßen guten Sprungverhältnissen wird unter Um- ständen die Höhe von 1,70 Meter erreicht werden. 3m 25eitsprung wird der Altmeister Schiefer- st e i n (Launsbach) es nicht leicht haben, seinen Titel gegen so gute Leute wie Gro ßhaus (Lol­lar) und S p e i e r (Odenhaufen), zu verteidigen. 3m Stabhochsprung sollte Bep le r (Kinzenbach) wieder die meisten Aussichten auf den Titel haben, während das Kugelstoßen wieder mit Winter (Launsbach) und Dietz (Collar), die beide für über 11 Meter gut sind, als offen zu bezeichnen ist. Steinstoßen, Speerwerfen und Diskuswerfen lassen verschiedenen Kämpfern die Ehancen auf den ersten Sieg. Die zwei Staffeln sind gut be­setzt. In den Frauenwettbewerben wird wohl in der Hauptsache Alma Becker (Lollar) die meisten Siege an sich zu bringen wissen. Bei den 3ugendkonkurrenzen dürften- b u s (Reiskirchen) und H. P s a f f (Kesselbach) die aussichtsreichsten Anwärter auf die ersten Plätze sein.

VfB.-Alte HerrenSchiedsrichter.

Lin Spiel der Senioren.

Am morgigen Samstag wird auf dem VfB.-Platz ein Fußballspiel zum Austrag gelangen, dos die Alten Herren des VfB. und die älteren Semester der Schiedsrichter einander gegenüberstehen sieht. Interessant ist dabei die Feststellung, daß diejenigen, die das Spiel bestreiten, alle elf jeweils zusarnrnen- aezählt über das Alter von 400 Jahren verfügen. Das bedeutet, daß sich die Spieler im Durchschnitt den 40er Jahren nahe befinden müssen. Es ist er­freulich und bewundernswert zugleich, den Jugend- lichtm aber au* ein klassisches Vorbild, wenn Vier-

Turnerinnen. Die Mehrkämpfe der Leichtathleten werden fortgeführt, die Einzelkämpfe und Wett­kämpfe der Fußballer gelangen zum Austrag. Nach der Mittagspause wird dann der Festzug die allge­meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Nach dem Eintreffen auf dem Festplatz wird in der Festrede auf das Wollen des Arbeiter-Sportgedonkens bin« gewiesen. Freiübungen, Gymnastik für Männer und Frauen, sowie Sondervorführungen der Vereine werden den weiteren Nachmittag ausfüllen und die Siegerehrung den Tag beschließen.

Kurze Gportnotizen.

Die deutsche Olympia-Expedion wird am Samstag, nachmittags 4 Uhr mitteleuropäischer Zeit, mit derEuropa" Neuyork erreichen.

Wirtschaft.

Berlin schwächer.

Berlin 15. Juli. (WTB. Funkspruch.) Auf Grund der nun schon seit Tagen anhaltenden Or- derlosigkeit und Anternehmungsunlust der Spe­kulation verkehrte auch die heutige Börse in stil­ler, aber überwiegend schwächerer Hal­tung. Die innen- und außenpolitische Unklarheit und die Befürchtungen hinsichtlich der Folgen der beabsichtigten Lombardgeldeinschrän­kungen hatten bei der Kundschaft eher weiter Realisationsneigung ausgelöst, fo daß über- wiegen d Kursrückgänge bis zu 1 Proz. eintraten. Als besonders schwach sind Salzdetfurth mit minus 3,5 Proz., Chade mit minus 2,50 Mk. und Deutsch-Atlanten mit minus 2,25 Proz. zu nennen. Auch Gelsenkirchen verloren trotz der Gerüchte um eine Reprivatisierung der Spezial­interessen des Konzerns 1,25 Proz. Julius Berger erschienen zunächst überhaupt mit Minus-Minus- Zeichen und wurden später mit 113, d. h. 0,5 Prvz. unter gestern festgesetzt. Eine l,5proz. Erhöhung der Dessauer Gas-Aklien wurde mit der heutigen Generalversammlung in Zusammenhang gebracht. Neben der Politik hatte die Börse genug Ge­sprächsstoff auf Grund der Llebernahme der Goldschmidt ° Rothschild & Co. durch die Reichskredit-AG. Festzustellen war, daß die Tatsache als solche ziemlich deprimierend wirkte, weil sie als Symptom für das gesamte Gewerbe angesehen wird. Der Außenhandel für Juni, der mit seinem Ausfuhrüber­schuß hon 79 Millionen nach 78 Millionen im Vormonat keine größeren Veränderungen auf­wies, war auch nicht dazu angetan, die Unter­nehmungslust der Spekulation zu heben.

Auch am Rentenmarkt überwog Angebot, so daß eine schwächere Tendenz vor­herrschte. Nur die Neubesitzanleihe konnte sich be­sonders stärker befestigen, da man sich nach der Meldung eines Mittagsblattes bereits mit den Vorarbeiten beschäftigte, die die Behandlung der Fragen der Neubesitzanleihe nach der Ratifizie­rung des Lausanner Vertrages einleiten sollen. Die Reichsschuldbuchforderungen waren dagegen bis zu 1 Prozent gedrückt, und auch Goldpfand­briefe wurden eher schwächer taxiert. Reichsbahn- Vorzugsaktien und Jndustrieobligationen lagen ziemlich gut behauptet.

Im Verlaufe bröckelten die Kurse bei geringsten Umsätzen uneinheitlich weiter um Bruchteile eines Prozentes ab. Die Schwäche der Julius-Berger- Aktien, die weit über das sonstige Maß hinaus­ging, war aus ein Angebot von zirka 30 Millionen zurückzulühren. das aus einer Verkaufsorder her­rührte. Am Geldmarkt machte sich am heu­tigen Medio natürlich eine Versteifung bemerk­bar, und der Tagesgeldsatz zog wieder auf 5,39 Prozent in der unteren Grenze an. Monatsgeld blieb zu 6 bis 8 Prozent nominell unverändert. In Erwartung einer Diskontsenkung war am Pri- hatdiskontmarkt in der letzten Zeit ziemlich viel horgekauft worden. Heute konnte man, nachdem nun diese Diskontsenkung doch noch nicht eingetre­ten ist, eher etwas Angebot feststeUen, das aber glatt ausgenommen wurde.

Frankfurt sehr still.

Frankfurt a. M., 15. Juli. (WTB. Drahtmel- dung.) Die heutige Börse zeigte bei Beginn infolge des Ordermangels seitens des Publikums ein Bild fast vollkommener Geschäftslosigkeit. Im Hinblick auf die unsichere inner- und außenpoli­tische Situation verhielt sich die Spekulation sehr ab­wartend, zumal auch aus der Wirtschaft anregende Momente fehlten. Die feste Veranlagung der konti­nentalen Börsen blieb unbeachtet, wogegen der matte Schluß der gestrigen Neuyorker Börse und die lieber- nähme des Privatbankhauses Goldschmidt-RothschUh & Co. durch die Reichskreditgesellschaft eher etwas verstimmte: besonders letzteres ist kennzeichnend für die schwierige Lage des Prioatbankiergewerbes. ver­schiedentlich kam kleines Angebot heraus, dem infolge der herrschenden Zurückhaltung keine Aufnahmenei- gung gegenüberstand, so daß die Tendenz überwie­gend etwas schwächer war. Die Rückgänge hiel­ten sich jedoch wegen der Enge des Marktes im Rahmen von 0,5 bis 1 v. H. Am Elektromarkt ver­loren Siemens 1 v. H., während AEG. leicht an- zogen und Lahmeyer mit plus 2 v. H. recht fest waren. Dagegen waren die Kurse an den übrigen Marktgebieten durchweg etwas abgeschwächt. Kali Salzdetfurth waren mit minus 2 v. H. stärker ge­fragt.

Am Rentenmarkt zeigte sich etwas Nachfrage für Neubesitz, die im Verlaufe etwa 0,5 v. H. anzogen. Altbesitz und Neichsschuldbuchforderungen konnten sich voll behaupten. Reichsbahnvorzugsaktien ge­wannen 0,25 v. H.

Im Verlaufe fanden Umsätze so gut wie nicht mehr statt, und die Kurse bröckelten verschiedentlich weiter leicht ab. Ebenso blieben auch die erhöhten Anleihe­kurse später nur knapp behauptet. Tagesgeld war zu 4 v. H. leicht.

Oie Bautätigkeit in Oberheffen.

Ober-Schmitten, 14. Juli. Die Bau­tätigkeit innerhalb unseres Dorfes hat in den letzten Tagen neuen Austrieb erhal­ten. Zwei Einfamilienhäuser, die vor­läufig nur im Rohbau fertiggestellt werden sol­len, werden demnächst in Angriff genommen. Ent­gegen den Gepflogenheiten früherer Jahre meidet man jetzt die verkehrsreiche Straße und wählt Bauplätze an der Ostseite des Dorfes amAlten" undHirzenhainer" Weg. Für den Quadratmeter Bauland werden hier viel geringere Beträge ge­fordert. Seit Frühjahr wurden bereits ein Wohn­haus. eine Scheune, eine Kegelbahn mit weitge­spannter Halle erbaut, zahlreiche An- und Um­bauten borgenommen. Das Dauhandwerk ist hier gut beschäftigt. Insgesamt wurden nach dem Kriege etwa 40 Familienwohnungen erbaut, an denen die beiden Fabrikbetriebe mit 40 Prozent, die private Hand mit 60 Prozent beteiligt find.

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