Aus der Pwvinzialhauptstabt.
® i e ß e n. ben 15.3uni 1932.
Wenn jemand eine 2Reifc tut...
Meine Jungen kamen vor einigen Togen und verkündeten mit Siegermiene. „3n ein paar Wochen bekommen wir Ferien. Wir gehen doch wieder an ök vee? Ohne meine bejahende Antwort, die Ne für selbstverständlich hielten, abzuwarten marschierten sie ab.
F"ien? Urlaub? Aufenthalt an der See? Bor W. ihnachten oder vor Geburtstagen pflegen meine Sohne die Tage zu zahlen. Bei den Ferien scheint es nicht so zu jein, scheinbar haben sie es nicht notig. Aber ich. Ich mochte auch einmal ausspannen Ich zahle also ...
Aber wie wäre cs, wenn wir einmal einen Neinen Uebcrschlag machten, was die Sache tosten soll? Im vorigen Jahr? Ja, aber Heuer? Ich rechne, rechn, rufe meine Frau zu Hilfe. „Die Ausgabe geht nicht auf.' seufzend (cjge ich Bleistift und Papier weg. Wir wollen die suche noch einmal beschlafen.
Am andern Tage, bei hellstem Sonnenschein, sieht sich s schon wesentlich anderes an. Aber für die See "icht's nicht. Das haben wir nun festgestellt. Gibt's denn sonst keine Gelegenheit, sich zu erholen? Natürlich, wir haben Thüringen, wir Hoden den Taunus, den Vogelsberg, das Sauerland. Ueberoll über- all ist es schon. Und schon stehe ich am Äücher- schrank. Im linken Fach, etwas abseits, stehen die Neiseführer. liegen die Sonderkarten schön geordnet. Ich überfliege die Namen auf den Rücken, Ziehe mir hier und da ein Büchlein hervor. Wie war's damit? Der dicke Badeker von der Schweiz leuchtet in seinem roten Gewand. Ich nehme ihn zur Hand, blättere darin. Erinnerungen steigen auf. Ich höre die Glocken der Viehherden, sehe die blau- grünen Seen, die weißen Schneegipfel ... Ach ja, e» wäre zu schön! Aber mit der ganzen Familie einige Wochen? Nein! Der Bädeker kommt an seinen Platz. — Endlich haben wir uns für den Harz entschieden.
Nun kommen die Tage der Vorbereitung, die Tage der Erwartung, kommt der Ausblick auf die Sommerreise. Es ist, als ob wir auf einem hohen Turme stünden und schauten hinaus in eine weite Landschaft Ganz drüben, hinter den blauen Bergen, wissen wir ein Plätzchen, am plätschernden Vach, gan, heimelig und lauschig. Da werden wir ein paar Wochen des Jahres ;ubringen, Erholung und Erquickung suchen und Sorgen und Arbeit vergessen. Dann mag der Herbst kommen ...
Ich hole dos Kursbuch, das Buch mit den vielen Zahlen. Aus den trockenen Zohlen und schwarzen Strichen weht doch ein geheimnisvoller Hauch Sommerreise!
Wir vergleichen und studieren die verschiedenen Züge, versuchen statt v-Zügc beschleunigte zu nehmen, und siehe! es geht. Da hoben wir Anschluß, do geht es wieder nicht. Fangen wir also von vorne an! Vielleicht geht da ein Auto? Auch darüber gibt uns das Kursbuch Aufschluß. Wir stellen fest, daß wir gerade noch Aufenthalt haben, um in W einen guten Freund zu besuchen. Dann geht's wieder weiter, die letzte Viertelstunde zu Fuß, dann sind mir an Ort und Stelle. Dor zwölf Jahren waren wir schon einmal da. Was wird sich verändert haben? Die Landschaft sicher nicht. Vielleicht die Menschen?
So ziehen tausend Hoffnungen, tausend Erwortun- gen durch unser Herz, wie gaukelnde Schmetterlinge umflattern sie uns, erhellen uns aber den Tag und die Arbeit. Leicht beschwingt gehen wir unfern Ge- schäften nach Auch nachts kommen Reifeerinnerun- gen In unsere Träume. Wir versäumen keinen Zug, ärgern uns nicht über unangenehme Nachbarn. Noch ist olles rosig überdeckt mit dem Schleier der Vorfreude. M.
Wichtig für die Landtagswahl.
Die Bürgermeisterei veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil eine Bekanntmachung über die Land- lagswahl am nächsten Sonntag, 19. Juni. Alle Wahlberechtigten feien auf diese wichtige Bekanntmachung. aus der die G i n t e i l u n g der W o h I - bezirke, die Wahlräume, die Ab st im- m u n g S z e i t, die Namen der Wahlvorsteher und deren Stellvertreter usw. ersichtlich sind, hingewiesen.
Die Ausstellung von Wahlscheinen kann bei dem Wahlamt (Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Ar. 13- nur bis einfchl. Samstag, 18. 3 u n i, 17 Uhr, beantragt werden. Die Ausstellung ist nur möglich, wenn ein Wahlberechtigter am Wahltage aus zwingenden Gründen von Gießen abwesend ist und in einem anderen hessischen Orte wählen will.
Adolf Hitler in Gießen und auf dem Hoherodskopf.
Wie die Aationalsozialistische Deutsche Arbei- lerpartei unS mitteilt, muß die für heute abend angcsehte Bcrsammlung mit Dr. Goebbels auSfallen.
Am Freitag, 17. Juni, 20.30 Uhr spricht in der Dolkshalle der Führer der Nationalsozialistischen Bewegung Adolf Hitler, tim eine sichere Abwicklung der Veranstaltung au gewährleisten, wird die Dolkshalle bereits um 15 tihr geöffnet. Eine Kapelle mit 60 Mann der ehemaligen SA.- Kapelle der Standarte 116 konzertiert vor Beginn der Versammlung. Der Vorverkauf der Karlen beginnt heute und wird Freitag mittag um 12 tihr geschloffen. Vorverkauf-steile: Seltersweg, Astoria-Lichtspiele.
Am SamStag, 18. Juni, treffen alle National- lozialisten Oberheftens mit ihrem Führer Adolf Hitler und Hauptmann Göring M d. N. auf
Mnchcn feiert feinen benftoen Mballmeisier.
Die „Bayern"-Mannschaft, die in Nürnberg die diesjährige Deutsche Fußball-Meisterschaft gewann, wurde nach ihrer Rückkehr im feierlichen Zug durch ihre Heimatstadt München geleitet.
Das Volksschulwesen in Sind! unb Kreis Gießen.
Oie Volksschule im Spiegel der Statistik.
In der Stadt Gießen werden im laufenden Schuljahr (Stichtag 10. Mai) in 69 Klassen (gegenüber der gleichen Anzahl im Vorjahr) im ganzen 3399 Kinder (3213), und zwar 1726 Knaben (1629) und 1673 Mädchen (15M), unterrichtet. Dem Glau bensbefenntnis nach entfallen auf Evangelische 2919 (2747), Katholiken 331 (324), Israeliten 51 (60), Freireligiöse 40 (34), sonstige Weltanschauung 58 (50) Kinder.
Die Volksschule verfügt über 67)4 Lehrerstellen, von denen auf Lehrer 5114 Stellen, auf Lehrerinnen 16)4 Stellen entfallen. Tatsächlich besteht aber der Lehrkörper aus 70 Personen (68), davon find 63 Lehrer, die voll beschäftigt sind. 6 Lehrkräfte, die nur % und einer Lehrkraft, welche nur zur Hälfte beschäftigt sind, außerdem verfügt die Schule noch über 5 technische Lehrkräfte für Handarbeit-, lurn- und Schwimmunterricht usw. Dem religiösen Bekenntnis nach amtieren 59 evangelische, 9 katholische Lehrer und 2 Lehrkräfte mosaischen Glaubens.
In den drei Schulgebäuden sind die Schüler in den vorhandenen 69 Klassen in solgender Ordnung verteilt: 52 Klassen mit Knaben, 8 Klassen mit Mäd- chen und 9 Klassen mit Knaben und Mädchen zu- fammen. Die Durchschnittsbesetzung der Klassen beträgt 49 (46) Kinder.
Außerdem verfügt unsere Volksschule für schwach begabte Kinder über eine Hilfsklasse, die von 28. (37) Schülern, 22 (28) Knaben und 6 (9) Mädchen besucht wird. In 2 Klassen mit erweitertem Lehrziel (sog. Förderklassen) werden 61 Kinder unter- richtet.
Die gesamte Schülerzahl verteilt sich nach Jahr- gangen (es wird das erstemal in der statistischen
Zusammenstellung ein Nachweis gegeben) wie folgt: 555 (505) erstes Schuljahr, 497 zweites Schuljahr, 483 drittes Schuljahr, 497 viertes Schuljahr 389 fünftes Schuljahr, 346 sechstes Schuljahr, 395 siebentes Schuljahr, 209 achtes Schuljahr, 14 unu 7 neuntes und zehntes Schuljahr. Die beiden letzteren Jahr- gange bilden eine kombinierte Klasse mit erweiterten Lehrzielen.
Das Gießener Pädagogium, das als Privotschule dem Stadtschulamt unterstellt ist, wird im ganzen von 80 Schülern, 66 Knaben und 14 Mädchen besucht.
9769 Volksschülcr im kreise Gießen.
Die Gesamtzahl der Volksschulen im Kreise Gießen beträgt im Schuljahr 1932 (Stichtag 10. Mai) 9769 (gegen 9099 im Vorjahr, darunter sind 4948 (4675) Knaben und 4811 (4454) Mädchen. Dem Bekenntnis nach entfallen 9493 auf Evangelische, 100 auf römische Katholiken, 71 auf Israeliten. 11 auf Freireligiöse und 94 auf andere christliche Welt- anschauungen.
Die Zahl der Schulen im Kreise beträgt wie im Vorjahr 78, die der Klassen 194 (189). Als Lehr- stellen sind im Kreise vorgesehen 171 */« Stellen für Lehrer unb 15'/« für Lehrerinnen Der Lehrkörper besteht jedoch aus 194 (189) Personen, welche ausschließlich dem evangelischen Bekenntnis angehören
Infolge der Zunahme der Schülerzahl, gegenüber dem Vorjahr, mußten die Lehrkräfte um 5 für den Kreis vermehrt werden. In der Gesamtzahl des Lehrpersonals sind die nicht voll beschäftigten Hilfslehrer einbegriffen.
dem Hoherobskopf zu einer Sonnenwend- feier zusammen. Näheres im heutigen Anzeigenteil.
Das Kollektivabkommen in der Metallindustrie.
Das Kollektivabkommen für die Metallindustrie im Lahngau und Oberhessen ist nach Kündigung durch den Arbeitgeberverband mit einigen Abänderungen erneuert worden. Die Sicherungen betreffen wie uns mitgeteilt wird, hauptsächlich den Akkord-lieber- verdienst und die Bezahlung des Urlaubs.
Volkswirtschaftlich besonders wichtig ist die Auf- nähme einer Bestimmung, die cs erleichtert, zum Zwecke der Arbeitsbeschaffung und der Anpassung der Akkorde auch unrentable Auftrage hereinzunehmen Bekanntlich ging seither manche Beschäftigungsmöglichkeit Derlei en, da die Starrheit der tariflichen Bestimmungen' von der Norm abweichende Vereinbarungen unmöglich machte.
Pornotizcn.
— Togeskalender für Mittwoch. Anthroposophische Arbeitsgruppe Gießen: 20.15 Uhr, Universität, Horsaal 45, Vortrag über „Was ist An- throposophie?". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. „Bomben auf Monte Carlo".
** Drjngenb verbesserungsbedürftig! Grünflächen, Anlagen, Vorgärten usw. inmitten der Stadt sind nicht nur von hoher hygienischer Bedeutung, sondern sie sind auch Schmuck- stücke im Bilde der Stadt. Der kleine Vorgarten an
ber Stadtpost wirb diesen Erfordernissen nicht gerecht. Diese kleine Grasfläche, die sehr schön aussehen könnte, ist völlig ohne jede Pflege: Steine, Butterbrotpapiere, Zigarettenschachteln, von den Bäumen gebrochene Aeste, Schokoladepackungen und sonstige Abfälle „zieren" die Fläche. Das Gras ist schütter und dürr. Mit Umgraben, mit Grasneueinsaat und mit einigen BlumLn könnte viel zum Bessern getan werden. Im Zusammenwirken der Eigentümerin mit den für bas Stadtbild verantwortlichen Stellen sollte sich ein Weg finden und eine Verbesserung durchführen lassen, die ohne allzu große Kosten zu er- reichen wäre.
* Dienstjubiläum beim Arbeitsamt. Morgen kann b'r Dureauvorsteher des Arbeitsamtes Gießen. Ober nspektor Karl Müller, auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste bes öffentlichen ArbeitS-Nachweises zurückblicken. Am 16. Juni 1907 übernahm ber Jubilar, getragen von dem Vertrauen der städtischen Behörden, die Gcschäftssührung des Arbeitsnachweises seiner Vaterstadt. Es war ihm beschieden. die Dermitt- lungstätigkeit dieser Stellen vorbildlich aus bescheidenen Anfängen heraus in beachtliche Höhe zu entwickeln. Oberinspektor Müller hat, ge- stützt auf reiche Lebenserfahrung, wiederholt Anregungen zur Ausgestaltung der Arbeitsvermittlung gegeben, die sich als sehr wirksam erwiesen und den anderen öffentlichen Arbeitsnachweisen als Vorbild dienten. Als Arbeitsnachweisbeamter hat er die Jahre wirtschaftlicher Hochkonjunktur miterlebt, aber auch alle die Schwierigkeiten, die der Krieg und die Wirtschaftskrise mit sich brachten. In all den Jahren hat der Jubilar sein 1
Bestes im Arbeitsnachweis und Arbeitsamt getan. Möge eS ihm beschieden fein, noch viel« Jahre für das Allgemeinwohl wirken zu können.
•* Sechziger se irr der 187271932er. Am vorigen Sonntag sanden sich hie im Jahre 1872 geborenen Manner unb Frauen im Gottesdienst ber dasür fcjtlidj geschmückten Stadlkirche zusammen um als sechziger gemeintem kirchlich zu feiern. Wohltuend unb erbebenb ist dieser (eil Jahren geübte Brauch der altcrsoereinlaungen. 50. 60, 70 und mehr Jahre sind die Marksteine Psarrer Becker sprach m der Predigt, auf die 60er Feier immer wieder besonders eingehend, über rechtes Denken, Gedenken und Danken aus wirklich frohem Herzen und reiner Seele, nicht nur für Gutes, sondern auch für Bedruckendes und Schweres Die Ausführungen bes Geistlichen fesselten Herz und Gemüt der Zuhörer über die Stunde hinaus in bleibender dankbarer Erkenntnis Der Gesangverein „Liederkranz- sang nach einem Vorspiel de» Organisten Simon „Die Himmel rühmen be» Ewigen Ehre" mit Orgelbegleitung. Der gesamt« Gottesdienst war eine wirklich hohe Feier. So können die Altersoereinigungen, vom rechten Geist« ?/tragen, segensreich wirken: die Gemeinschaft um- aßt alle ohne Unterschied von Beruf. Stand, Religion, Politik usw, unb baß gleicher Sinn in unserem Volke Gemeingut werben möchte, ist sicher ber Wunsch vieler.
•• VHE. Gießen Nach einem der anmutigsten Teile des nordöstlichen Taunus veranstaltete am Sonntag der VHE Gießen mit über 50 Teilnehmern seine Iuniwanderung. Nachdem vom Bahnhof Nauheim die liebliche Badestadt durchs schritten war, ging es unter Vermeidung der verkehrsreichen Landstraße auf schattigen Pfaden durch den schönen Nauheimer Hcchwald nach dem ForstbauS Winterstein. Die Sonne meinte es recht gut. als wollte sie daS Versäumnis der letzten kalten Wochen nachholen. Nach einer angemesse- nen Frühstückspause führte der Marsch an der Kaisergrube vorüber, wo auch dem benachbarten LimeSturm ein Besuch abgestattet wurde, zunächst durch Wald, später über blumenreiche Wiesen durch das stifte Dörschen FriedrichSthal und von hier auf aussichtsreicher Höhenstraße nach EranS- berg. einem der reizvollsten Taunusorte, daS. in langgestrecktem Talkessel liegend, mit seiner schonen Kirche und dem aus mächtigem Felsen sich erhebendem Schlosse von der Höhe herab einen überaus malerischen Anblick gewährt. Nach der Mittagsrast ging es weiter durch das idyllische tiStal, wiederum auf schattigen Waldwegen, nach Ziegenberg, dessen hochragendes Schloß die Wanderer schon von weitem sichteten. Zwei hier bereitstehende PostautoS nahmen die gesamte Wanderschar auf, um sie in schneller Fahrt zum Endziel Ostheim zu bringen.
Schwindel mit Sauaufträflcn.
WSN. Marburg, 14. Juni. Wie viele ander« Menschen, war auch ein 33jähriger Architekt infolge de- Darniederliegens der Bauwirtschaft in finanzielle Sorgen geraten. Nachdem alle Stellende Werbungen ergebnislos verliefen, ließ et sich nacheinander in ® i c ß c n , Siegen, Schmallenberg und Marburg als sebständiger Architekt nieder. Als auch in diesen Orten sein Geschäft nicht in Schwung kam, verzog er schließlich nach Biedenkopf, wo es ihm auch nicht besser erging. 3n seiner Not suchte er sich und feine Familie durch großzügige Schwindeleien zu retten, ör entnahm aus Tclephonr-erzeichnissen die Anschriften Hunderter von 'Saufirmen aus Mittel-, West- und Düddeuts-chland, und ließ sich ebensoviele Postkarten etwa des Inhalts drucken, daß er in der Nähe des Standortes der betreffenden Firma umfangreiche Bauarbeiten zu vergeben habe Auftragsgemäß (gewöhnlich wurde ein vielversprechender adliger Name angegeben) forderte er die Firma zur Angebotsabgabe auf. Abgabe der Unterlagen erfolge gegen Einsendung von 6.50 bi« 10 Mark, j« uach Größe des Projektes. Daß die meisten Firmen, die ja heute alle schwer zu kämpfen haben, die zum Erhalt ber Unterlagen nötigen Summen an den Architekten einsandten, ist nicht verwunderlich. Aus den Postkarten wurde ja auch durch An- gabe von Bankkonto, verschiedene Buchstaben- beAcicbnungcn und Telephonanruf, der in Wirklichkeit gar nicht vorhanden war, der Eindruck erweckt, als ob es sich bei dem Architekten um ein größeres technisches Büro handele. In einigen Sailen sandte dieser auch fingierte Unterlagen an bie Firmen ab. meistenteils hörten fic jedoch nichts mehr von der ganzen Angelegenheit, nachdem sie das angesorderte Geld für die angeblichen Unterlagen überwiesen hatten. Nach in Fachblättern der Baubranche ergangenen Warnungen konnte der „geschäftstüchtige" Architekt anfangs Februar d. I. feiner Schwindeleien, burch die er sich mehrere Monate über Wasser gehalten, überführt und festgenommen borden. Vor dem hiesigen Schöffengericht gab er gestern seine Verfehlungen zu, wobei er seine Notlage vorschühte. Insgesamt sind dem Gericht etwa 160 Firmen bekannt geworden, welche auf bie geschilderte Art von dem Architekten geschädigt worden sind, der übrigens noch bi« zu feiner Verhaftung in einem Opelwagen herumfuhr. Das Gericht schätzt jedoch die Zahl der geschädigten Daugeschäste, aus 4 00 bis 5 00 da es annimmt, daß sich viele Firmen nicht gemeldet haben. Die Nachforschungen nach dem Vorleben des Schwindlers haben ergeben, daß dieser toegen ähnlicher Betrügereien in früheren Jahren schon öfters im Gefängnis gesessen hat. Das Urteil lautete auf ein Jahr sechs Monate Gefängnis.
Wei*1 ein eimipai CLUB geraucht hat, mag alle anderen Marken probieren - er wird doch zu CLUB zurückkehren, denn die CLUB-Mischung kann weder durch Reklame noch durch „Zugaben“ ersetzt werden.


