Ausgabe 
15.6.1932 Frühausgabe
 
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Dr.

von unserem

Di«

von Weizsäcker

mefrzinftchen Standpunkt aus behandelte, sprach Prose'sor M« zger - Marburg über die ju- risti'che Seit«. Den Vorträgen folgt« eine an-

gen Tagen beendet sein. Anschließend wird vom Stadtbauamt eine Erneuerung der Fahrbahn vorge- nommen, bei der dieser Teil der Sonnenstraße, der bekanntlich sehr stark befahren wird, endlich auch eine glatte Fahrbahndecke bekommen soll. Diese Ver­besserung wird zweifellos in weiten Dürgerkreisen begrüßt werden.

120 Kilometer Schne1l;ugS- aesckwindigkeit pro (stunde..

WSV. Mainz. 14. Juni. Aus der Strecke Mainz Mannheim und zurück wurde die­ser Tag« zur Erprobung neuer Loko- m o t i v e n ein Eonderzug gefahren, der die De - schwindigkeit von 120 stk m erreicht«. Die normale Geschwindigkeit der Schnellzüge be­trägt im Höchstfälle 90 km.

Wisset schafiliche Tagung in Bad-Nauheim.

geregt« Aussprache.

Kommunistische Gewalttaten nach Hitler-Kundgebungen

WSA. Mainz. 14. 3uni. Die gestrige Hitler- Kundgebung fand ihren Ausklang in einem Fackel­zug, der sich in später Abendstunde bur3> Der« schiedene Straßen der Stadt bewegte. Das gab den Kommunisten Veranlassung, Gegenot' monstrationen zu versuchen. Als die Spitze des Fackelzuges die Kaiserstraße erreichte, ver- suchten die Kommunisten. denZug zus pr en - gen. Es kam dabei öfters zu Zusammenstößen zwischen den Nationalsozialisten und den Kommu- niften, die stets von der Polizei mit dem Gummi- knüppel wieder au sein anderge trieben wurden. Em

Aus Einladung des Ehes« des Gießener Polizei- omtes. Polizeidirektor Dr. Kayser, fand ge­stern mittag im Polizeiamt eine Besprechung mit einer Anzahl Herren aus der Gießener Durger- fchcrst statt, die der Organisation des zi­vilen Luftschuhes für die Stadt Die­sten galt. Aach einer Verfügung des hessischen Innenministers ist, wie in zahlreichen anderen deutschen Städten, auch für die Stadt Gießen ein Luf tschuhbeirat zu bilden.

Polizeidirektor Dr. Kayser leitete die Be­sprechung mit einer Ucbersicht über die Ge- dankengänge. di« zu dieser Organisation führten, ein Anschließend entwickelte Polizeimaior Hof - mann in einem längeren Vortrage die verschie­densten Möglichkeiten für die Tätigkeit des Luft- schuhderats Es handelt sich dabei um v o r b e u - gend« Sicherheitsmaßnahmen zum Schutze des Lebens der Zivil bep ol­ler ung für ben Fall eines feindlichen Flieaer- Vorstoßes bei etwa.gen rriegerischen Verwicklun- gen. Ein« akut« Gefahr nach freier Dichtung hin besteht ja gegenwärtig nicht aber angesichts der Entwicklung der Zliegerwaffe und der durch daS Diktat von Versailles unserem Daterlande zwangsweise auferlegten völligen Abrüstung aus diesem Gebiete erscheint eS dringend geboten, wenigstens alles das zu tun. um der Zivilbevöl­kerung soweit wie möglich Schutz gegen feind­liche Fliegerwirkung zu gewährleisten. 11 ebn - genS sind gleiche Sicherheitsmaßnahmen nicht nur in vielen anderen deutschen S'.ädten vorbeugend bereits getroffen worden, sondern auch im Aus­land« hat man auf diesem Gebiete schon seit langer Zeit umfassende Vorkehrungen für die Sicherheit der Zivilbevölkerung geschaffen

Ais Ergebnis der Desprechung wurde em Luftschutzbeirot für unkte Stadt ein- gefetzt, dem zwölf Herren angeboren.und befen Vorfitz der jeweilige Pvlizeidirektor fuhren wird. 3n dem Ausschuß wirken Vertreter der öllent- Heben Betriebe, der Industrie, der Aerzte'chaft. der einschlägigen Wissenschaft der toben ©am- tätskolonnen und der Technischen Aoth.lfe mit.

Reisepässe rechtzeitig beantragen'

Das Polizeiamt Gießen teilt mit: Mit Aückficht auf die bald einsehende Aeisezcit ist eS vorteilhaft, di« Aeisepässe rechtzeitig, späte st ens 5 Wochentage vor Antritt der Aeif«. bei d e m z u st ä n d i g en P o 1 i - zeib^zirk z u beantragen, damit sie nach dieser Zeit auf dem Polizeiamt, Zimmer Ur 40 (Paßstelle) in Empfang genommen tocröen fon- nen. Aur in ganz dringend gelagerten Fällen

(schwere Erkrankung. Todesfall) kann die Aus­stellung eines Passes in kürzerer Zeit Dor genom­men werden.

W r weifen ferner darauf hin, daß deutsche 'fe, deren Geltungsdauer bereits abge­laufen ist. nicht mehr verlängert wer­den, können. Di« Verlängerung eines Paffes kann nur vor Ablauf auf dem Polize.amt (Paß­stelle) erfolgen. Bereits auf die Dauer von fünf 3obren ausgestellte'fe werden mit Ablauf ungültig, eine Verlängerung ist nicht mehr mög­lich Die Paßbilder müssen aus neuester Zeit fein, die Gleichheit der dargestellten Perlon mit dem Paßinhab r zweifelt rci erkennen lassen und dürfen einen Stempel oder Telle eines solchen nicht tragen. Bei Beantragung muß die betret-- sende Person, auf die der Paß lauten foll, selbst erscheinen, auch die Abholung des Paßes muß vom 3nhab«r auf dem Polizeiamt (Paßstelle) er­folgen. Da ein« eigenhändige Unterschrift zu lei­

den Durfte.

Sylvester Matuska, der größte Verbrecher des Jahrhunderts, wie ihn der Berliner Kriminairat Gcnnat nannte, war der erste in jener Reihe von Kapitaloerbrechcm, die durch ihre Untaten säst ein Howes Jahr hindurch ganz Oesterreich in Atem

D. Berichterstatter.

tilgung ist, weiß auch bei Jüterbog jeglichen Verdacht von sich abzulenlen. Durch die am Tat­ort gefundene Rümmer einer nationalsozialistischen Zeitung mit Den Worten: -Attentat. Revolution, cieg |eilten rechtsradikale Kreise verdächtigt wer­den. Die damals hervorgcrusene Empörung gegen die- Rechtsparteien ist noch allen in Erinnerung. Über auch bei Jüterbog gibt es noch keine Toten. Matuska aber will tote, will namenlose» Elend sehen 21m 13. September 1931 fliegt der Schnellzug WienBudapest bei Bia-Torba- g i) in die Lust, zwei Schlafwagen, drei Personen- wagen samt Tender und Lokomotive sausen oom Viadukt in einen Abgrund. Unter ihren Trümmern 30g man 22 Tote. 107 Schwerverletzte und zahlreiche Leichtverletzte hervor. 21m Tatort sand man einen Zettel mit kornmu-

Sylvester Matuska aus der Anklagebank.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.

Wien, 13. Juni 1932.

Arn 13. September 1931 Mittag wurde ganz Mitteleuropa durch die Hiobsbotschaft alarmiert: Eisenbahnattentat bei Bia-Torba» gy! 22 Tote, 107 SchwerverletzteI" Jetzt, säst an dem Tage neun Monate später, wird sich der Ur­heber dieses furchtbaren Verbrechen», der auch die aufsehenerregenden Anschläge von Jüterbog und 21 n z b a ch auf dem Gewissen hat, der unga­rische Kaufmann Sylvester Matuska, vor den Wiener Schossen zu verantworten haben. Hier in Oesterreich, wo er nur zwei mißglückte Anschläge aus den D-Zug WienPassau bei Anzbach im Winter 1931 versucht hat, wird Matuska nur des Verbrechens der öffentlichen Ge­walttätigkeit unter besonders gesährlichen Verhältnissen angeklagt. Im Lause der Verhand­lung wird aber auch die Geschichte der mörderischen Anschläge in Deutschland und Ungarn zur Sprache kommen, so daß dieser Prozeß einer der inter­essantesten der modernen Kriminalgeschichte wer-

Aus Der ProtMtutofbaupfftotH

Gießen, den 15. 3uni 1932.

politische Kraftwagenti aneporte wieder verboten.

Amtlich wird entgegen umlaufenden Gerüchten darauf hingewiefen, daß das Tragen von Parteiuniformen nach wie vor d er­bot e n Die Polizeibehörden sind angewiesen, mit aller Strenge aus die Einhaltung de» Ver­bots zu achten.

Für den Lastkraftwagentransport zu politischen Zwecken, der verboten ist, waren für die Zeit de» Wahlkampfe» gewisse Lockerungen zuaelassen worden. Das hat zu schweren Miß- brauchen geführt. U. a. wurden in Reichenbach im Odenwald von den Nationalsozialisten zur Ver-

S A. - M a n n erhielt einen Magenstoß, so daß er bewußtlos zusammenbrach und in das Krankenhaus gebracht werden muhte. Erst in später Abendstunde war die Ruhe wieder her- O^WSR. WormS, 14. Iuni. Der Polizei bericht meldet zu der am Sonntag hier stattgesundenen Hitler-Kundgebung-. Sehr starker polizeilicher Schutz wurde seit den Vormittagsstunden auf den Zufahrtsstraßen, in der Stadt und um das Sta­dion aufgeboten. Um 19 Uhr kam eS in der Main» zer Straße zu schweren Ausschreitungen. Obwohl die Straße polizeilich beseht war, wurden von der Stadt abfahrende Lastkraftwagen einer Gruppe nationalsozialistischer Versammlungsteilnehmer auS dem Hinteichalt aus Häusern und aus Verstecken in den angrenzenden Gärten beschossen und m i t Steinen beworfen. Als die Wageninsassen auSgestiegen waren, drohte eine Schlägerei aller­größten Umfanges: es fielen wieder Schüsse. Den anwesenden Polizeibeamten gelang es. die Schlägerei nur dadurch zu verhindern, daß sie ebenfalls einige Schüsse abgaben. Sofort her­beigerufene Polizeiverstärkung schaffte rasch Ord­nung und zerstreute die außergewöhnlich großen Ansammlungen au- diesem Stadtteil. Festgenom­men wurden zwei Personen wegen Widerstandes und Werfens mit Steinen.

Einbrecher auf Tour.

WSW Frankfurt a. M., 14. 3unL In den letzten Tagen sind wieder viele Einbrüche bei der Polizei zur Anzeige gelangt. Es handelt sich haup sächlich um Wohnung seinbrüche. 3n der Kelsterbacher Straße konnten die Diebe Kleidungsstücke. Bargeld. Schmuckfachen und sämt­liche im Hause befindlichen Fahrräder mitnehmen. 3n einem Hause im Rordend erbeuteten sie Schmucksachen im Werte von über 2500 Mark, außerdem 500 Mark in Goldstücken. Einem Kas­sierer einer Kranken- und Lebensversicherung wurde aus der Küche eine Kassette gestohlen, die etwa 400 Mark enthielt. Die leere Kassette wurde in einem in der Rahe befindlichen Garten ge­funden. Außerdem sind zahlreiche Büro- unä Schaukästeneinbrüche und auch ein Einbruch In ein Zigarrengeschäft in der Friedberger Landstraße, wo für mehrere hundert Mark Zigarren und Zi­garetten gestohlen wurden, verübt worden.

Sühne für Bia-Torbagy.

Oer Massenmörder im ÄiedermannSgewand Sisenbahnalteniate am lausenden Band.

WSA. Bad-Rauheim, 14. Ium.

Hessische Vereinigung für geriet- lichePsychologteundPfychiatn« hielt im hiesigen Kerckhofs-Institut unter Leitung von Geh. Iustizrat M i t t« r m a i« r - Gießen eine Tagung ab. die von etwa 50 Juristen und Aerzten besucht war. 3m Mittelpunkt der Verhandlungen standen zwei Referate über P'ychoanalyse und individuelle Psychologie. Während Professor --- .Heidelberg das Thema vom punft aus behandelte, sprach

der Täter signalisiert war ...

Sechs Monate später rüttelte der Jüterbo­ger Anschlag die Welt auf. Matuska, der, wie der Wiener Polizei-Vizepräsident Dr. Brandl vor einigen Wochen in einem Vortrag in der Inter­nationalen kriminalistischen Gesellschaft darlegte, ein wahrer TI e i ft e r der Spurenver-

ftärfung ihrer Anhängerschaft mittels eines Last- krastwagen» Parteimitglieder aus Bensheim und Zwingenberg herangeschafft, die schwer bewaffnet

"DasDorfahrtrechtderKraftposten ist wie das Postamt Gießen uns mitteilt, neuerdings wieder durch das Oberlandesgericht Jena als Re­visionsinstanz bestätigt worden. Zur Begründung wird angeführt: Rach §19 des Postgesetzes vorn 28. Oktober 1871 muß jedes Fuhrwerk den Posten auf das übliche Signal ausweichen. Der Begriff Fuhrwerk- erstreckt sich selbstverständlich auf Kraft- wagen, unterAusweichen- fällt auch das Frei- machen des Weges bei einer Kreuzung. Der anye- zogene Paragraph ist mit dem Poftgesetz noch gul- ttg- ob die Aufrechterhaltung des Dorfahrlrechts der Postwagen unter den heutigen Derkehrsoerhaltnissen noch berechtigt ist, Hal das Gericht nicht zu prüfen. Die Entscheidung ist für die Kraftwagenfuhrer und für alle Fuhrwerksbesitzer von besonderer Wich- tigkeit, denn Unkenntnis des Gesetzes schützt nicht vor Strafe.

Sitzung des P r o v t n z i a l a u s ( ch u (- s e s. Am nächsten Samstag. 18. Juni, 8.30 Uhr bc- I ginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungs- gebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhejsen statt mit folgender Tagesordnung: L Klage des Bezirks- fürsorgeverbandes Detmold-Stadt gegen den Bezirks- fürsorgeverband des Kreises Friedberg auf Erftal- I tung von Derpflegungskosten für Willi Keeb aus Detmold. 2. Klage der Maria Theresia Breu tn Bad-Nauheim gegen den Beschluß des Kreisamts Friedberg oom 11. Mai 1932 wegen Verjagung der Erlaubnis zum Betriebe einer Gaftwirtichaft im Hauie Waldstrahe 20 in Bad-Nauheim 3. Klage der Luise Schild in Münster gegen den Beschluß des Kreisamts Friedberg oom 11. Mai 1932 wegen Ver­jagung der Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirt- schäft in Münster.

Sonderzüge nach der f) 111 c r > -8 e r f a m m I u ng. Um die von auswärts kommenden Besucher ber 5)itler-®erlammlung am nächsten Freitag- abend int) er Dolkshalle wieder heimbefärdern zu kön­nen, ist der Verkehr von 5 Sonderzügen ab Bahnhof Gießen vorgesehen. Die Sonderzüge werden wie folgt gefahren: Gießen ab 0.16 Uhr über Londorf nach (Brünberg und von dort über Reis- kirchen nach Gießen zurück: Gießen ab 0.23 Uhr nach Friedberg-, Gießen ab 0.10 Uhr nach Limburg. Gießen ab 0.07 Uhr nach Hun­gen- Gießen ab 0.08 Uhr nach Marburg.

Wasserleitungsverbefserung und Straßenherstellung. Zur Zeit laßt das Städtische Wasierwerk in der Sonnenstraße z.vi'chen Schulstraße und Kreuzplatz zur Verbesserung der Wasserleitungsanlage eine nette Rohrleitung ver­legen. Diese Arbeiten werden voraussichtlich in eint-

seiner Freude an Grauen und Sensation fröhnen zu lönqen. Denn erwiesenermaßen hatte, Matuska bei seinen Anschlägen nicht den gering ft cn materiellen Vorteil, lediglich sein Trieb und eineinnere Stimme waren Komponenten seiner Handlungsweise. Wenn man einerseits härt, daß dieser Mann durch seine Untatendie Arbeitenden dieser Welt erlösen wollte und andererseits erfährt, daß der Der- brecher ein ausschweifendes Sexualleben führte, knapp vor jedem Mordanschlag die widerlichsten Orgien feierte, um gleich darauf durch Spreng- stoftanschläge seinen wirren, weltanschaulichen Wünschen Geltung zu verschaffen, so erscheint cs fast, als ob ein Geisteskranker die furchtbaren Der- brechen verübt hätte. Dennoch Haden die Sachoer- ständigen Matuska für g c t ft i g normal erklärt, wenn sie bei ihm auch einen stark hcrostratisch- sadistischen Zug, fcftfteUcn konnten. Das Raffine­ment, mit dem der Verbrecher zu Werke ging, war geradezu grandios. Er machte aus (einen Untaten ein Studium. In jahrelanger Arbeit wurde jede einzelne Möglichkeit erwogen. Er knüpfte Be­kanntschaften an, um sich über die Wirkung von Sprengstoff zu informieren, er lauft um teures Geld einen Steinbruch, nur um sich unauffällig Ekrasit beschaffen zu können. Nach dem Anz­bach er Anschlag, bei dem glücklicherweise noch keine Todesopfer zu beklagen waren, wird in ganz Europa nach dem Täter gefahndet. Zur sel­ben Zeit sitzt ein angesehener Kaufmann, Sylvester Matuska, in feiner gut bürgerlich eingerichteten

I Wohnung beim Kaffee und lieft feiner Frau em­pört aus der Zeitung von dem Verbrechen vor. Derselbe Matuska, der mit peinlichster Sorgfalt noch vor einigen Stunden in einem Wiener Hotel die bei dem Attentat getragenen Kleider und "den entstellenden Gcsichtsoerband verbrannte, mit dem

nistischen Schlagworten. Nun verdächtigte ganz Europa die .Kommunisten der furdubarenBluttat, aber schon am 7. Oktober ist der schwerverdächtige Matuska bei der Wiener Polizei in Haft Nach langem Leugnen bricht der Mann zusammen, und al» seine Gattin belastende Angaben mau^i, legt er ein Geständnis ab. Der Zettel von Bia-Tordagy, eine phantastische Geschichte über das Jüterboger Attentat, das angeblich durch einen 'Berliner Ge­heimklub, wo man mit Blut unterschreiben mußte, verübt wurde, bestärken die Oefscnilichkeit in der Annahme, daß Matuska Kommunist (ei. Matuska wurde ein Politikum der Wiener und Budapester Blätter. Ein Wiener Linksblatt wurde verdach- tigt, mit dem Verbrechen in Zu(aminenhang zu stehen, als Antwort wurden Bilder von Matuska bei einem Horty-Bankett veröffentlicht, die Wiener ungarische Gesandtschaft (ah sich genötigt, zu inter­venieren und in ganz Wien gab es nur ein ein­ziges Thema: Matuska. Es stellte sich jedoch bald heraus, daß der Mann ohne jeglichen Auftrag allein feine Taten begangen hatte.

In der Hast selbst verhält sich der Attentäter ganz absonderlich. Matuska, der sich schon während der Verhöre (ehr kindlich und religio» gegeben hatte, betet viel, arbeitet an religiösen Zeichnungen, von denen feine Familie leben (oll, und macht die tollsten technischen Projekte. Daneben lieft er eifrig Biographien berühmter Männer und macht Rand­bemerkungen, wie etwa Napoleon die Schlacht bei Waterloo doch hätte gewinnen können und der­gleichen mehr. Außerdem hat Matuska zwei ganz absurde Tonfilmproiekte ausgearbeitet, die, wie verlautet, sogar im Prozeß zur Verlesung kommen sollen. Man hört, daß es dem Mann beinahe noch einmal gelungen wäre, durch eine neue, ganz un­glaubliche Geschichte, die er nach Widerruf feiner Geständnisse dem Untersuchungsrichter auftischte, jeglichen Verdacht zu entkräften. Die Polizei war 14 Tage bemüht, feine (ehr präzifen Angaben zu I überprüfen, und nur der genauen Arbeit der Ber­liner Kriminalisten ist es zu verdanken, daß dieser letzte Fluchtversuch aus den Maschen des Gesetzes verhindert wurde. Die Behörden bezeichnen das Verhalten dieses interessanten Mannes als mei­sterhafte Simulation.

Es ist daher begreiflich, daß man mit größter Spannung dem Prozeßbeginn am 15. Juni ent­gegensieht. Das Beweismaterial des Staatsanwal­tes soll große Ueberraschungen bringen. So wird unter anderem ein Pariser Zeuge geführt, der aussagen soll, daß Matuska im Jahre 1926 ben französischen Staalseisenbahnen ein geradezu geniales Patent zur Verhü­tung von (Eifenbahnunfällen zum Kauf anbot. Es kam später doch nicht zu diesem Ge­schäftsabschluß. Man könnte daraus ableiten, daß der Verbrecher durch feine Untaten die Welt auf die Notwendigkeit seiner Erfindungen aufmerksam machen wollte. Sylvester Matuska, der Pontofsel- machersohn und Spekulant aus Kroatien, dieser sittlich derart entartete Mensch, diese sonderbare Mischung von Herostrat und Satyros dieses kindlich-naive Verbrechergenie wird tn Oesterreich nach den Buchstaben des Gesetzes milde bestraft werden. In Ungarn aber wartet man aus den 22fachen Massenmörder mit dem Gedanken: Sühne für Dia-Torbagy!"

ft«n ist.

M nderjährig« bedürfen zur Ausstellung eine« waren Bei "der Durchsuchung auf Waffen wurden I Pa'ses der Einwilligung .^ ScfetzUchen Dertre- zwei Pistolen, darunter eine Kaliber 08, gefunden. I tert. (Vaters, oder gerichtlich bestellten Bor- Zahlrciche andere Waffen wurden auf dem Platz munds.) Per'onen we^he noch keine 6 Tonale gefunden auf Dem die Teilnehmer an der Fahrt fr« gemeldet find muffen eine Unbedenklich- gelagert hatten, so z. B. Dolchmesser, Gummi- keitstoche.nigung ihres letzten Aufenthaltsortes knüppel, Latten, zugeschnittene Holzknüttel und an- bei der Antragstellung vorlegen, dcrc Schlagwerkzeuge. Der Minister des Innern Sollt Wendfeier auf der Herchenhamer hat deshalb Anweisung gegeben, daß bas Iran » I portDcrbot für Lastkraftwagen rolc-l' VOkie.

der In vollem. Umfang mit der bisherigen Di« 3 u g« nb des Vogelsberger - Strenge gehandhabt wird. hen-ElubS (V H E.) begeht am SamStag.

tfrleidlferunaen öer (3runbfteuer 18. Iuni, auf der Herchenhainer Höhe

k. cz x rx I baS althergebrachte Fest der Sonnwendfeier.

unö Oonoergebäuoesseuer. Aach Ankunft des letzten Abendzuges in Hart-

Aus Grund de» Artikels 3 Ads. 4 des hessischen mannshain wird etwa um 21.30 Uhr ein mäch- Ausfuhrungsgeletzes zum Fmanzausgleichsgcjetz tigeS ©onntDenbfeuet auflobern du bem mit ®e- unb bes Artikel» 12 des hessischen Soribergebaube- nehmtgung des jorftamto Grebenhain Holz in steuergesetzes hat der Hess. Finanzminister für da» dem nahen Walde gesammelt worden ist. »'.ne Rechnungsjahr 1932 und folgende bestimmt: Feuerred« des Obmanns der VHG-3ugeich wird ep ^U9l ytllt,uluv .......... .......

1. Zwingt die gegenwärtige Wirtschaftslage zur dem Feuer vorausgehen: das Lied ..Flamme @r mar auch der erste in dieser eerie, der

Vermietung von Gebäuden oder Ge» empor!", gesungen von Buben und Mädels, wtro üU9 cjncm gUt bürgerlichen Milieu stammt, ein bäubetellen zu einem geringeren Be - die lodernden Flammen begle-.ten.Leucyicnoer Verbrecher in Biedermannsgewand, trag als dem, der der gesetzlichen Miete ent- Schein! liebe wir singenden Paar« schworen am ßicfcr braoc Familienvater war zugleich ein Der- spricht, (o sind auf Antrag die hierauf entfallende Flammenaltar«, Deutsche zu fein!' Dann hat Die brc(2er allergrößten Stils, der sich ein Eisen- auch aus Rechtsgründen etwa bereits herab- Iugend daS Wort mit Spiel und Tanz, mit t)üf)ndllcntat bis zu 800 Reichsmark kosten liefe, gesetzte staatliche Sonbergebäubefteuer unb ber Zupfgeige und Fiedel, mit unb bas nur, um, wie er selbst angibt,

-Zuschlag zur staatlichen Grundsteuer nach dem Frohscin. Aach älebernachten im Dater-Benver- |ejncr Freude an Grauen und Sensation fröhnen Gesetz vorn 5. Dezember 1930 im Verhältnis des Heim kann am Sonntag in Herchenhain der Mietunterschiedsbetrags zur gesetzlichen Miete zu Gottesdienst besucht werden, wonach eine ermäßigen. Die Ermäßigungen sind zu gewähren kurz« Dedenkfeier an dem Ebrennial oom 1. de» Monats ab, für ben die geringere der gefallenen 03^5. er stattfindet. Der Miete zu entrichten ist. Anträge sind bi» zum Ab- Sonntagnachmittag ist bann ganz dem frohen lauf ber Einspruchsfrist gegen ben Steuerbefdjeib Spiel der Iugend auf den Matten der Herchen- für da» betreffende Rechnungsjahr bei dem Fi- Hainer Höhe gewidmet. Diereifere 3ugcnb . nanzamt zu (teilen. so von 20 bis 70 Iahren. muß an dem Tage I

2 Soweit Wohngrundstücke (z. B. Ein- mit Hilfe des mitgebrachten St mm s ch ei ns fatnilienhäufer, Dillen), die bisher eigenbenutzi in Herchenhain ihrer Wahlpflicht genügen, waren, ganz oder teilweise unverschuldet leerstehen, ^erienssudenten ül6 Erntehelfer, sind auf Antrag die auch aus Rechtsgrunden I o i etwa bereits herabgesetzte staatliche Sonderge- 3m Laufeder letzten 2ochresind bäudesteuer und der Z u s ch lag zur staatlichen der praktischen Landwirtschaft auf Grund der Grundsteuer nach dem Gesetz vorn 5. Dezember guten Erfahrungen immer ^hr dazu uöerge 1930 zu ermäßigen. Die Ermäßigung ist nach dem gangen, wahrend tor dreimonatigen go$f$ul Verhältnis zur Friedensmiete des leerstehenden ferien (Mitte 3uli bis Ende Oktober) Studenten Teils des Grundstückes zu der gesamten Friedens- für die versch.el>nsten ^eiten einzustel en. ^ miete au berechnen, und zwar für die Zeit vom Landwirtschaft hat gerade »n dieser Zeit einen 1 des^Monals ab, in dem die Räumung erfolgt besonders starken ^^"^kraften manmg-

ist Als .Leeren" bczw.Räumen" einer Woh- faltiger Art, to auf diese206116 gut Jw nunq gilt auch die Entfernung solcher Einrich- den kanm. Die Studierenden wiederum haben da tungsstucke, ohne deren Vorhandensein ein Be- durch Gelegenheit, andere legenden mit Land wohnen der Räume im üblichen Sinne nicht mehr und Leuten kennenzulernen und was ft^ große möglich ist (Beispiel: Küchen- und Schlafzimmer- Teile der Stadierenden besonders wichtig ist, cinnchtuna sind entfernt im übrigen sind die- I während der werten Geld zu verd^nen. Aach den bei in ber®geräumten" Wohnung9 zurückgeblieben), »orlicgenben ®^abrunflen ©erb^ bie Gegebenenfalls ist nach Lage bes Einzelsalles ab- den der Landwirtschaft für die Arbeiten auf dem xuftufen Mnkaä tclliina wie bei 1. Lande erklärlicherweise stark bevorzug^ so daß

3 3 Mrd eine große ^Wohnung in 2, 3, 4 usw. in den letzten Iahren mehr ordert wurden selbständige Wohnungen durch wesentliche Umbau- al« zur ^rsügung sta^m ^r dato ^lmmt arbeiten geteilt so ist ohne Rücksicht au die damit rechnen will geeignete Studierende der

wie b»l 1. platz 9, unter möglichst genauer Angabe der

Lustschuhdeirat Gießen. näheren Bedingungen.