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kannt, u. a. deshalb, weil sic durch das Äus- hängen des Transparents und der Fahne gereizt worden waren, obwohl sic sich hätten ' sagen müssen, daß in politischen Kämpfen derartige und ähnliche Aufreizungen gang und gäbe und nicht tragisch zu nehmen feien. Auch wegen Dieb­stahls der Fahne war Anklage erhoben, der An­geklagte aber frei gesprochen worden, weil er die Fahne bald nach dem Herunterholen einem Rationalsozialisten zurückgegeben hatte. Ein an­derer Reichsbanner mann, der mit dem Gummi­knüppel dreinschlug und deshalb außer wegen Körperverletzung wegen Waffenrnihbrauchs ange­klagt war, wurde wegen dieses Vergehens eben­falls freigesprochen, weil er die Waffe nicht trug, nicht mit sich führte, sondern nur einem andern abgenommen hatte. Dagegen wurde der Aatio- nalsozialist wegen Vergehen- gegen Paragraph 1 des Gesetzes gegen den Wasfenmiftbrauch vom 28. März 1931 zu zwei Wochen Gefängnis

-Preis öcnMcömsMd ~ von 1013 macht!

ohne sein Wissen den Betrag abgeändert habe, und daß er bei Einreichung der Rechnung hier­von nichts gewußt habe. Auf Grund der Be­weisaufnahme kam das Gericht zu der Lleberzeu- aung, daß der Angeklagte in Kenntnis der Fäl­schung die Rechnung in der Absicht weitergegeben hat, sich einen Dermögensvvrteil zu verschaffen. Er wurde zu einem Monat Gefängnis verurteilt.

Amtsgericht Gießen.

Namentlich in belebten Straßenteilen, in denen Verkehrsgefährdungen häufiger sind, müssen die Kraftfahrer, aber auch die Radfahrer darauf be­dacht sein, daß sie beim Cinbiegen in eine Straße die von ihnen in Aussicht genommene Fahrt­richtung im Intevesse der anderen Wegebenutzer und der Aufsichtsbeamten vorher genügend kennt­lich machen, mag auch in vielen Fällen eine An­zeige nicht erfolgen und zunächst nur eine Der- tvarnung stattfinden. Gin Autofahrer berief sich darauf, fein mechanischer Fahrtrichtungsanzeiger habe zufällig nicht funktioniert, wurde aber damit nicht gehört, weil es feine Pflicht war, sich vor jeder Fahrt zu vergewissern, ob er sich aus diesen verlassen könne. Er erhielt die übliche Geldstrafe.

Zu zwei Monaten Gefängnis wurde ein vor­bestrafter Taglöhner verurteilt, weil er zum Rachteile der Mitglieder seiner Partei von ihm

sem Einbruch Geld, auf das er es in erster Linie abgesehen hatte, nicht vorfand, so entschloß sich der Dieb, noch in der gleichen Dacht bei einem Hausgenossen einen Einbruch zu begehen. Er druckte dos Fachwerk einer Lchmwand ein. ge­langte durch diese Oeffmmg in eine Kammer und entwendete dort drei Haecnfelle, feiner Bekannt­schaft stahl er einen silbernen Ring, den er ihr aber später wieder zurückgab. Da der Angeklagte we­gen Diebstahls noch nicht vorbestraft ist, wurde er unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Gesamtstrafe von vier Monaten drei Wochen Gefängnis verurteilt.

Ein Land- und Gastwirt, der mehrere Zahre Vertreter einer Handwerkerkrankenkasse seine« Wohnorte- war, hatte sich wegen schwerer Ur­kundenfälschung zu verantworten. Einem kauf­männischen Angestellten der Krankenkasse, der mo­natlich die Verrechnungen bei ihm vornahm, über­gab er bei dieser Gelegenheit eine auf den Betrag von 20,50 Mk. lautende, quittierte Rechnung über Anschaffung einer Drille zwecks Rückvergütung des von der Krankenkasse zu tragenden Anteils. Später stellte sich heraus, daß der ursprünglich

ders die Böden. Darum: mit LOBA In den Früh­ling! Nehmt Loba-Beize, dos altbewährte wasserechte Farbbohnerwachs. 2856V

«ftw ft er provinzialhauptstaftt

Dießen, den 15. April 1932.

Das Wertvollste des Wanderns.

Von Paul Leonhardt.

Einen Reichsopfer' und Wcrbetog für Zu.

Berufsberatung.

Uebcr die Tätigkeit der Berufsbepatungs- ft ekle beim Arbeitsamt Gießen im Ver­laufe des Monats März wird folgendes berichtet:

Im Berichtsmonat nahmen 339 Ratsuchende (213 männliche, 126 weibliche) die Berufsberatung in Anspruch. Sie kamen aus Volks-, Handelsschulen und höheren Lehranstalten: auch 20 ältere, längst schulentlassene, waren darunter. Die Knaben äußer- ten 51 die Mädchen 13 verschiedene Berufswünsche. DieUnentschlossenen" waren verhältnismäßig wie­der in überwiegender Mehrzahl. Don den Knaben wurden in angegebener Reihenfolge die Berufe des Kaufmanns, Schuhmachers und Bäckers am meisten begehrt, von den Mädchen ebenfalls die kaufmänni. schen Berufe, dann die der Hausgehilfin und Schnei, derin.

Die Abiturienten bevorzugen natürlicherweise sehr stark akademische Berufe. Infolge der erschwerten Zulassungsbedingungen für die Studienrotslaufbahn und der geringen Aufnahmefähigkeit der Volksfchul und Gewerbelehrerausbildungsinstitute werden Leh­rerberufe augenblicklich kaum noch gewünscht. Dafür ist vor allem das Theologiestudium mehr in den Vordergrund der Berufswahl gerückt, während die anderen akademischen Berufe sich etwa gleichmäßig im Zugang der abgedränqten Lehrberufsanwärter teilen. Wer aus finanzieren Gründen nicht ftu- vieren kann, wählt mit Vorliebe Reichswehr-, Polizei­oder andere Beamtenberufe, selten kaufmännische, handwerkliche oder landwirrfchaftliche. Zu letzteren wird sich gewöhnlich erst schweren Herzens entschie- den, wenn man lange genug vergebens auf Unter» kommen in Versorgungsberufen gewartet hat.

Eine Anzahl von Berufsanwärtern (-innen) muß­ten von der endgültigen Berufsentfcheidung einer ärztlichen oder Berufseignungsuntersuchung unter­zogen werden.

Neuängemeldci wurden 39 (36 für Knaben, 3 für Mädchen) offene Lehrstellen und in solche vermittelt

Waue und Ortsgruppen am 16. und 17. April °urch. Wir benutzen diese Gelegenheit, unseren Lesern in den nachfolgenden Zeilen die Be­deutung des Iugendwanderns und des Iu- gendherbergswerkes für unser Volksleben vor Augen zu führen und an sie die Bitte zu richten, sich an dem Opfer für dos Jugend- Herbergswerk noch besten Kräften zu betet- l'gen. D. Red.

Die Jugend wandert. Einzeln, zu dreien und vieren, in kleinen Gruppen, in größeren Scharen, Knaben und Mädchen, ziehen sie hinaus aus den «tädten, aus den Schulen aus den Geschäften, hin- °us in die Wälder und Felder, ans Meer und in

<L®cr0c- suchen Licht und Luft.

Mancher Vater, manche Mutter, mancher Erzieher schaut ihnen noch mit bangen Augen nach. Diele wissen noch nicht, wie sie sich dazu stellen sollen. Sie verstehen wohl, daß die frische Luft die Lunge stärkt daß die Sonnenstrahlen heilend wirken, daß das Wandern den Körper stählt: ja, sie wollen eine ge­sunde Jugend. Aber sie wissen noch nicht, wie die Seele ihrer Kinder sich dabei entwickelt.

Wie steht es, wenn der Einfluß des Elternhauses fehlt? Wenn die Geschlossenheit und Regelmäßigkeit mangelt? Werden das nicht einmal schweifende un- ruhige, zerfahrene ©elfter? Wie lernen sie sich be­herrschen, bezähmen? Wie lernen sie gehorchen in der Freiheit des Waldes? Wie wirkt dos Zusammen­sein mit Kameraden, die man nicht kennt? So tauchen die Fragen auf.

Sind diese Fragen verständlich? Haben sie Berechti- gung? Ja, sie sind es; sie haben Berechtigung für solche Menschen, die nia-t selbst wandern, die noch keine Wandergruppe hinausgeführt haben in Gottes herrliche Natur.

Auch die Wandernden find Menschen mit all ihren Schwachen und Fehlern. Auch die wandernde Jugend ist wie alle Jugend: oft toll und übermütig, schwan- lend und sehnend, böse und gut. Das wird nicht anders, wenn der freie Himmel sich über ihnen wölbt.

Und doch schaue genauer hin! Deffne den Blick! Sei vorurteilsfrei! Es gibt da draußen keine Ge­meinheiten, wie sie der Enge und dem Lebenskampf der Städte, der Masse Mensch eigen sind. Es gibt da draußen keine Handlungen, die aus Sklavenseelen geboren wurden.

Denn das eine steht fest: Durch das Wandern wird die Seele freier. Schaut sie doch an, diese jungen Menschen, wie sie frisch und mutig ihre Stirnen der Welt bieten: wie ihre klaren Augen in die Ferne leuchten! Ein Sehnen, ein Verlangen liegt darin nach weiten Zielen, nach hohen Bergen. Aber es ist feine Unstetigkeit, keine Zerfahrenheit ihrer Gefühle. Es liegt Wille in diesem Freiheitsdrang. Denn Berge und ferne Täler lassen sich nur mit Willen erreichen. Nur mit Ueberwindungen, nur durch Leistungen. Schwächen müssen begraben werden. Und wo wird mehr Einfügung verlangt? Wo muß mehr Kameradschaft gepflegt, wo mehr Rücksicht auf andere genommen werden, als beim Wandern und in der Jugendherberge?

Zur Freiheit wird sich die Seele des jungen Men- schen entwickeln, wenn er ein rechter Wanderer ist. Und es wird eine Freiheit sein, die stark gvoß und rem ist, denn Demut wird zugleich in ihr sein. Nie wird der Mensch so demütig, wie wenn er der (Er­habenheit der Natur gegenübersteht! Wenn der Blick von einem Berggipfel ins unermeßliche Land schaut, wenn das unendliche Himmelsgewölbe sich über der Welt ausfpannt und Millionen von Sternen ihre Bahnen Ziehen, kann do der Mensch eitel werden? Wenn der Wanderer von einem Sturm überrascht wird, ein tobendes Gewitter ihn zwingt, eine schützende Herberge zu suchen, dann wird er klein.

Freiheit in Demut ist das Wesen einer Persönlich­keit. Dos Wandern kann sie erringen helfen.

Aprilmorgen.

Ich sah eine Wiese im Dämmer ruhen. Doch morgens tausendforblges Prangen! Die Sonne war in goldenen Schuhen über die zitternden Gräser gegangen. -

Ich sah einen Baum mit kahlen Zweigen jetzt plötzlich mit weißen Flammen bedeckt. Die Winde hotten in luftigem Reigen ihn aus den SBintcrträumen erweckt.

Es glänzte der Tau in silbernen Tropfen am dunklen Stamm der schlanken Föhren. Ich fühlte mein Herz vor Freude klopfen die Botschaft des jungen Frühlings zu hören.

Puck.

verurteilt, foeil « Vic Waffe. Von Gummiknüppel, außerhalb der Wohnung bei lich trug. Der Rach^ lveis, dah er damal- gemeinsam mit anderen zu politischen Zwecken mit dem Gummiknüppel be­waffnet. an öffentlichen Orten erschienen fei bic Mindeststrafe wäre in diesem Fall drei Mo­nate Gefängnis gewesen mißlang.

Schöffengericht Gießen.

* Diehen, 13. April. Der vor einigen Wochen m einen Lageraum einer hiesigen Firma und in r>en daran angrenzenden Hof raum einer anderen <yirma verübte nächtliche Einbruch, bei dem dem Dieb nur geringwertige Sachen in die Hände fie­len. fand heute sein gerichtliches Rachspiel. Als Täter wurde ein in unmittelbarer Rähc wohncn- ber junger Arbeiter ermittelt, der im wesentlichen

I eingenommene, Vzw anderweit oVzuVesernd- I Gelder allein für sich verbrauchte. Wit bex unterschlagenen Geldern cS handelte sich uu> 240 'm art hatte er nicht etwa eine Rot gelind dert. sondern sie verjubeu.

Wegen Betrugs zum Rachtell der Reichs- anftalt für Arlxntslosen Versicherung hatte sich wiederum eine Reihe von Angeklagten zu ver­antworten.ne wurden zu erheblichen Geld­strafen verurteilt. Rur besonderen Umständen ^ltcn sie» cs zu verdanken, dah sie noch einmal einer Gefängnisstrafe entgingen, denn aus nahe­liegenden Gründen sind derartige Betrügereien streng zu ahnden. Es handelte sich um ein be­wußtes Zusammenwirken von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, in einem Falle um Schwieger - noter und Schwiegersohn. Mm dem Arbeitnehmer Arbeitslosenunterstützung tu verschaffen bzw. zu erhalten, hatten die Arbeitgeber unrichtige, zue Abgabe an das Arbeitsamt bestimmte Bescheini­gungen ausgestellt, und die Arbeitnehmer hatten diele zu dem nämlichen Zwecke dem Arbeitsamt vorgelegt. Dielcs sucht nach Möglichkeit durch er­höhte Wachsamkeit und energische Abwehrmatz- nahmen diesen traurigen, aber in säst erschrecken­der Weise zunehmenden Zeiterscheinungen ent­gegenzutreten: cs hat auch Erfolge zu verzeich­nen: die Betrügereien wurden öfters noch vor Torschluß entdeckt. So blieben auch in einem her verhandelten Falle die betrügerischen Mani­pulationen im Dersuchsstadium stecken, und die Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung wurda vor einem Schaden von etwa 200 Mark bewahrt.

25 3afjre Verband evangelisch, kirchlicher Zrauenvereine in Hessen. WSR. Darmstadt. 14. April. Die in Hes- sen bestehenden evangelisch-kirchlichen Frauenvereine haben sich vor einem Vier­teljahr-Hundert zu einem Verband zusammenge­schlossen. der sich in segensreicher Weise ent­wickelt hat. Aus den anfänglich 25 Vereinen find beute 215 mit 38 000 Mitgliedern geworden» Was der Verband im Krieg und im Frieden an sozialer Arbeit sowohl, als auch an Vertiefung evangelischen Frauentums geleistet hat. verdient weitgehende Würdigung. Die Feier des 25. Be­stehens des Verbandes, der ein Glied der zwei Millionen Mitglieder umfassenden Vereinigung Evangelischer Frauenverbände Deutschlands ist, soll in einfachstem Rahmen am kommenden Sonn­tag, 17. April, in Darmstadt stattfinden. Um 10 Ufjr ist FestgottcSdienst in der Stadtkirche < Festprediger Dekan Gußmann aus Kirchberg bei Lollar). Anschließend findet um 11.45 Uhr im Rummelbräu die Hauptversammlung statt. Um 15 Uhr ist im Saalbau Festversammlung mit Be­grüßung durch den Prälaten und Vortrag der Vorsitzenden der Vereinigung der evangelischen Fraucnverbände Deutschlands, Frau l). MaAa- lena von Tilling- Berlin überWas bat Luther uns Frauen von heute zu sagen?" Der Vorsitz des Verbandes ist erst kürzlich von der Fürstin zu Erbach-Schönberg an Frau Heraus- Offenbach übergegangen.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

Sprechstunden fanden 81 Beratungen, sowie in%er« mittlungen statt.

Bornotizcn.

Tageskalender für Freitag. Stadt- Aster. Vater sein bagegen sehr!". 20 bis 22.30 Uhr. Goethe-Bund: 20 Uhr, Neue Äula Wilhelm- ; Busch-Gedenkfeier. Bund Haus und Schule- ' 20 Uhr, Iohannessaal, Familienabend Bau- genossenschaft 1894: 20.15 Uhr,Postkeller", außer- ordentliche Mitgliederversammlung. Baptisten.

gemeinde: 20.15 Uhr, Gartenstraße 13, Vortrag über »Muß man üch bekehren?" Lichtspielhaus Bahn­hofstraße:Der Sieger". Astoria-Lichtspiele Sei- tersmeg;Fred Thomsons kühnster Ritt" undRi- Daten der Liebe".

Aus dem Stadttheaterbureau tvird uns geschrieben: Heute zum letzten Male als 25. Vorstellung im Freitagabonnement zu gewöhnlichen Preisen das englische Lustspiel QJater sein dagegen sehr!" von Edward

EhildS Earpenter. in der deutschen Bearbeitung von Sil Vara. Ein Stück, das das Gelächter der S<nizen Welt erregt hat. Die Aufführung steht unter der Regie Karl Heysers. Beginn 20 Uhr.

22-30 Uhr. Sonntag. 17. April, als Fvnndenvorstellung zu ermäßigten Preisen der größte Erfolg der Spielzeit. ZuckmayerS deutsches MärchenDer Hauptmann von Köpenick" in der 18 spannungsvoller Bilder umfassenden Regie des Intendanten Dr. Rolf Prasch. Diese Riesenauf- suhrung bei der das gesamte Personal unter Hinzuziehung zahlreicher Statisten mittoirft. zu ermäßigten Preisen sehen zu können, ist eine Ge­legenheit. die niemand vorübergehcn lassen sollte. Beginn 18 Uhr. Ende 22 Uhr. Die Titelrolle spielt Peter Fassott.

.'"® n X fe ff e11 e Ä Afrika". 3m Licht- Iplelhaus Bahnhofstraße wird am Sonntagvor- mittag wieder ein Kulturfilm aus Afrika gezeigt, ein'Parallelfilm zu jenem Bildstreifen, der vor

3^ besondere Aufmerksamkeit erregte: »Afrika spricht". Allerdings geht es m diesem neuen Film weniger um 3agb und um daS Er- I legen der Tiere, als vielmehr um eine 3agö mit I ber Kamera zu dem Zwecke, die Wildnis und ihre elementarsten Lebenserscheinungen im Bild fest­zuhalten und damit den Menschen der zivilisier» t?v Welt in bas Reich des Urnatürlichen zu fuhren. Eine amerikanische Expedition zog aus durchstreifte Rhodesiens und Portugiesisch-Ost^ afrikas glühende Steppen, ging den Spuren der ^chtigen Antilopen und Gazellenherden, den Waldbahnen des schweren Wildes und den Spuren der Löwen nach. Den Höhepunkt des Filmes stellt, neben der Wiedergabe eine- I Steppenbrandcs und der Flucht der Tierwelt I oor dem Feuer, ein Kampf zwischen einem Löwen I und einer Hyäne dar. Man hat es sich weiter zur Aufgabe gemacht, das Leben und die Ge­bräuche der Eingeborenen der bereisten Gebiete im Bild festzuhalten und so zugleich einem kultur- I historischen Znteresse zu dienen. Räheres ist auS der gestrigen Anzeige ersichtlich.

DHL. Morgen, Samstag, Ueberführung der I neuen Iunggehilfen in die Ortsgruppe. (Siehe heu­tige Anzeige.)

G D A. Morgen Samstag, Monatsversammlung I mit Vortrag überNotverordnung und ihre Tendenz I gegen die Ersatzkassen". (Siehe heutige Anzeige.)

*

"Militärpersonalie. LeutnantBoehncke von der 1. Kompanie I. Batts. Inf.-Regts. 15 in Gie- ßen wurde mit Wirkung vom 1. Mai ab zum Inf.- Regt. 17 versetzt.

** Zehn Jahre Mädchenbund der Lu» I k a s g e m e i n de. Am nächsten Sonntag feiert der I Mädchenbund der Lukasgemeinde, der aus der frühe. I ren Konfirmandenoereinigung der Lukasgemeinde I heroorgegangen ist, das Fest seines zehnjährigen Be- I stehens. Um 8 Uhr findet in der Iohanncskirche ein I Fcstgottesdienst statt, bei dem der neue Wimpel der I Vereinigung zum erstenmal gebraucht werden soll. I Auf 15 Uhr ist eine Nachfeier, die zugleich als Ge- meindetagung der Lukasgemeinde gedacht ist, ange- I setzt. Musikalische Darbietungen werden dabei mit I gemeinsamen Liedern, Singspielen und Volkstänzen I abwechseln. Zur Aufführung gelangt das Spiel I Evangelische Frauenrevolte" von Walter Flex. I Siehe heutige Anzeige.

Gchnellgenchi in Gießen.

Als Rachspiel politischer Ausschreitungen ge­legentlich der Reichspräsidentenwahl fand gestern vor dem Einzelrichter in Gießen, ein sogen. Schnellgericht gegen eine größere Anzahl Lollarer Einwohner, die dem Reichsbanner an- I gehörten, wegen Körperverletzung und anderer I Vergehen, sowie gegen einen Anhänger der Ra- I tionalsozialistischen Partei, wegen unbefugten | Waffcntragcns statt. Angehörige der letztgenann- I ten Partei hatten in Lollar nachts über die Haupt- I strafte in Höhe von vier bis fünf Meter ein Trans- I purent aufgehängt und in dessen Rähc an einen I Baum eine Hakenkreuzfahne angebracht. 3n aller I Frühe waren dann Reichsbannerleute erschienen, I von denen der eine die Fahne, der andere mittels I eines Mi st hakens das Transparent herunterholte. I Letzterer schlug mit der Stange des Misthakens einem Rationalsozialisten auf den Kops, daß er I zu Boden taumelte. Bei dieser Gelegenheit wurde ein Gummiknüppel sichtbar, den dieser in seiner Manteltasche trug. Der Reichsbannermann nahm I ihn kurzerhand an sich und versetzte damit mehre- I ren Rationalsozialisten Hiebe ins Gesicht, auf I Kopf und Rücken. Andere Reichsbannerleute teil­ten Faustschläge aus und traten mit ihren be­schuhten Füßen nach ihren Gegnern, die durch diese Fußtritte Verletzungen davontrugen. Zwei Angeklagte erhielten Gefängnisstrafen von drei und zwei Wochen, die anderen erhebliche Geldstrafen, zwei wurden wegen mangelnden Beweises freigesprochen. Den Verurteilten wurden mildernde älmstände zuer-