regTetttttg unferffetif, daß er sich bei dem SA.-Verbok in Wirklichkeit nur um eine Scheinmatz- 'i a h m e handle. Amtlich wird hierzu erklärt, daß man sich gegen eine derartige Lin- Mischung in innerdeutsche Dinge verwahre. Ls sei zu überlegen, ob nicht gegen den Berliner Korrespondenten des „Echo de Paris" wegen seiner abwegigen Behauptungen irgendwelche Mahnahmen ergriffen werden mühten.
19 Landeswahlvorschläge in Preußen.
Berlin, 14. April. (VDZ.) Unter dem Vorsitz des Landeswahlleiters tagte der Preußische Landeswahlausschuß zur Feststellung der Landes- Wahlvorschläge für die preußische Landtagswahl. Insgesamt waren 20 Londeswahlvorschläge eingegangen, von denen nur einer zurückgewiesen wurde, weil er den gesetzlichen Erfordernissen nicht entsprach, nämlich der Vorschlag einer Deutschen Steuerzahler-Schutzpartei. 19 Landeswahlvorschläge wurden amtlich zugelassen, und zwar in folgender Reihenfolge: Sozialdemokratische Partei Deutschlands, Deutschnationale Volkspartei, Preußische Zentrumspartei, Kommunistische Partei Deutschlands, Deutsche Volkspartei, Rationale Front Deutscher Stände (Wirtschasts- partei, Landvolk und „Junge Rechte"), Deutsche Staatspartei, Rationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, Deutsch-Hannoversche Partei, Christ- lich-Dozialer Volksdienst, Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands, dann ein Wahlvorschlag mit der Bezeichnung: „Höchstgehalt der Beamten 5000 Mark, für die Arbeitslosen und bis jetzt ab- gewiesenen Kriegsbeschädigten", weiter ein Wahlvorschlag: Radikale Partei (Bewegung für gesetzliche Geburtenregelung und Wohlstand, früher Radikale Deutsche Staatspartei), Rationale Minderheiten in Deutschland, Partei der Erwerbslosen „Für Arbeit und Brot", Deutsche Einheitspartei für wghre Volkswirtschaft (Idealistische Bewegung Deutschlands), Deutsche Volksgemeinschaft (Dölkisch-Revrlutionäre Wirtschaftsbewegung), Rationale Opposition der Vereinigten Reichsbankgläubiger und Markgeschädigten, Menschheitspartei.
Hugenbergs Wahlaufruf für Preußen.
Berlin, 14. April. (TU.) Der deutschnationale Parteiführer Dr. Hugenberg erläßt zur -Preußenwahl einen Ausruf, in dem es heißt: Preußen, den alten Hohenzollernstaat, jetzt das letzte Bollwerk des 9. Rovember, gilt es dem System zu entreißen. Durch die unerhörte Schiebung mit der Geschäftsordnung des Landtages wähnt die schwarz-rote Koalition ihre zusammenbrechende Herrschaft aufrechtzuerhalten — entgegen dem Willen des Volkes, dessen Urteil sie voraussieht. Wir wollen Sauberkeit und Sparsamkeit der Verwaltung durch Ausschaltung des Parteibonzentums, Sicherung des Privateigentums in Stadt und Land gegen sozialistische Mißwirtschaft, Schuh der Familie, der deutschen Kultur und der christlichen Kirche vor der Zersetzung durch Kulturbolschewismus und Gottlosenhehe. Beseitigung des St raßen terrors und der öffentlichen Unsicherheit durch eine wirkliche Staats- Autorität, Wiederherstellung der Unabhängigkeit ver Justiz. Wiederherstellung der durch das Rot- verordnungswesen zerstörten Selbstverwaltung.
Wirtschaftspolitische und kulturelle Gegensätze trennen uns vom Rationalsozialismus. Der Austragung solcher Gegensätze gehen wir nicht aus dem Wege. Aber wir stehen einer gemeinsamen Machtübernahme in dem eroberten Preußen nicht entgegen.
Der schwarz-roten Koalition, diesem Krebsschaden unseres politischen, wirtschaftlichen uizd kulturellen Lebens, .gilt der eigentliche unerbittliche Kampf.
Rur eine starke Deutschnationale Volkspartei, die nach durchgeführter innerer Erneuerung und Verjüngung als erprobte Garde des nationalen Kcunpfes ihren Willen und ihre Erfahrung in einer Rechtsregierung durchsetzen kann, bietet die Gewähr, daß nach der LIeberwindunq der Revolution der endgültige organische Wiederausbau unseres staatlichen und völkischen Lebens ohne neue gefährliche Experimente erfolgen kann.
Freispruch in dem Stahlhelm- Beleidigungsprozeß des preußischen
Ministerpräsidenten bestätigt.
Leipzig, 14. April. (MTB.) In dem Beleidigungsprozeß gegen den Bundeskanzler des Stahlhelms, Major a. D. Wagner und den verantwortlichen Schriftleiter der Bundeszeitung des Stahlhelms, Kl ei na u, hat das Reichsgericht den am 21. Rovember v. I. ergajige» nen Freispruch des Landgerichts l Berlin rechtskräftig bestätigt.
Es handelt sich um einen am 5. April v. I. in der Zeitschrift „Der Stahlhelm" unter der Lleberschrift „Um der Freiheit willen löst den Landtag auf" erschienenen Artikel, wegen dessen Inhalt der preußische Mini st erpräsidentStraf- antrag gestellt und vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte erwirkt hatte, daß beide Angeklagte wegen gemeinschaftlicher Beleidigung durch die Presse, und zwar Wagner zu 800 und Kleinau zu 400 Mk. Geldstrafe verurteilt worden sind. Zwar ist auch vom Reichsgericht besonders die Stelle, „die preußische Staatsregierung wird stet- in ihrem Hasse gegen jede stolze Regung der Ration Volk und Reich zu entmachten suchen", als eine strafbare Mißachtung und ein verletzender Angriff aus die preußische Staatsregierung gekennzeichnet worden. Doch habe die Strafkammer den beiden Angeklagten den Schutz des § 193 des Strafgesetzbuches zugebilligt, weil sie persönliche Interessen zu vertreten gehabt und nicht leichtfertig ihre Behauptungen aufgestellt hätten: außerdem habe den Angeklagten auch jede Absicht der Beleidigung gefehlt.
Beginn der Tribui- befprechungen in Genf.
Genf, 14. April. (TU.) Die Besprechungen über die Tributfrage sollen gleich Anfang der nächsten Woche während der Anwesenheit des Reichskanzlers mit vertraulichen Unterredungen rnitTardieuund Macdonald aufgenommen werden. In englischen Kreisen legt man Wert aus eine möglichst eingehende Vorbereitung der Lausanner Konferenz
preffestimmen aus der Provinz.
Zur Auflösung der SA. und SS. schreibt die „Kölnische Volkszeitung" (Zentrum) u. a.: Mit dem heute ausgesprochenen Verbot ist zwar der äußere Rahmen der privaten Dürger- kriegsarmee vernichtet worden, aber die Quelle, aus der sie bisher ihre Rahrung gezogen habe, sprudele unentwegt weiter. Die 30S 000 bis 400 000 jungen Leute, die bisher in den Sturmabteilungen festgehalten wurden, bleiben auch in Zukunft beschäftigungslos auf der Straße. Deshalb muß die Auflösung der SA. und SS. ihre Ergänzung finden durch eine Wirtschaftspolitik, die das große Heer der Arbeitslosen nach und nach verringert. Auf jeden Fall darf es aber nur eine Entscheidung geben: Der Staat muß sich unter allen Umftänben behaupten, und wer sich an der Autorität des Staates vergreift, hat keinen Anspruch auf Schonung.
Demgegenüber erklärt die „Kölnische Zei- f u n g" (Volkspartei), daß sie keinen Anlaß habe, etwas von den Zweifeln und Bedenken, die sie bereits gegen ein Verbot ausgesprochen habe, zurückzunehmen. Alle derartigen Versuche seien ihrer Meinung nach wenig wirksam, weil alles, was das Tageslicht scheuen müsse, stets gefährlichere Formen annehme. Man hätte überlegen sollen, ob nicht die Mitglieder der aufgelösten SA. dem Arbeitsdienst z u g e f ü h r t werden könnten.
• 3m „Völkischen Beobachter" betont der Hauptschriftleiter Alfred Rosenberg, daß zehn Jahre lang die SA. der Garant für die Wiederherstellung der Sicherheit war, denn ohne sie hätten sich die Deutschen überhaupt nicht mehr zu Versammlungen zusammenfinden können, ohne Gewalt befürchten zu müssen. Es heißt dann weiter: Wir stellen fest: Von hohen marxistischen Beamtenstellen aus wurde öffentlich mit Gewaltanwendung durch Eiserne Front, Reichsbanner usw. gedroht, auch Bei legaler Machtergreifung durch Hitler. Trotzdem sind Reichsbanner und Eiserne Front nicht aufgelöst worden. Wir fragen das deutsche Volk, wie es über die Begründung der Auflösung der SA. denkt, wenn darin zu lesen ist, diese Auflösung sei „streng überparteilich" und „nach allen Seiten gleiches Maß angewendet". Die nationalsozialistische Leidenschaft zu Deutschland. zu seinem Volk und seiner Zukunft wird
durch dies alles nicht erschüttert werden. Den Kampfwillen kann man uns nicht ausbrennen. Der 13. April steht vor der deutschen Ration als warnendes Fanal. Oktoberstimmung ist über Deutschland) das deutsche Volk hat es am 24. Llpril noch einmal in der Hand, einen Rovember abzuwehren.
Die „Münchener Reuesten Rachrichten" schreiben u. a.: Wenn die Reichsregierung den Gedanken des alleinigen Rechts des Staates zum Schuhe der Ordnung und Gesetze konsequent zu Ende denke, so könne sie an den Kampftruppen des Reichsbanners unter keinen Hmftänben Vorbeigehen. Entweder man stütze sich auf das alleinige Vorrecht des Staates zur Haltung von Organisationen, die dem Kampf und der Ordnung dienen, dann müsse man alle Privatheere verbieten oder man stütze sich lediglich auf die illegalen Absichten der Rationalsozialisten. Dann solle man es offen sagen.
Der „Bayerische Kurier", das Organ der Bayerischen Volkspartei, bemerkt unter der Lleberschrift „Selbstbehauptung des Staates" u. a.: Die Auflösung der SA. ist eine Selbstverständlichkeit, und verwunderlich daran ist nur, daß sie erst jetzt erfolgt. Jedes Staatswesen, das nicht einfachen Selbstmord begehen will, muh, wie immer es auch im einzelnen gestaltet ist, an dem Grundsatz festhalten, daß d i e o r ga- nisierte Macht im Staate nur in den Händen des Staates selbst liegen kann. Die bayerischen, hessischen und preußischen Enthüllungen haben jedem, der sehen will, gezeigt, wohin die Dinge treiben, wenn der Staat der Entwicklung frei ihren Lauf läßt.
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Der „Fränkische Kurier" sagt: „Wenn der Staat die Vereinigungsfreiheit für die hündische Form nicht gelten lassen wolle und in der Verbindung von disziplinärer Einordnung, körperlicher Schulung und politischer Gesinnungsgemeinschaft eine Gefahr erblicke, dann müsse er konsequent sein und, vom Reichsbanner angefangen, alles verbieten, was in Deutschland an wertvollem und wertlosem bün- dischem Gut in der Politik stehe. So gibt sich das Verbot als eine einseitige, parteipolitisch zu deutende Maßnahme drei Tage nach der Hindenburgwahl und zehn Tage vor der Preußen- und Dayernwahl.
und betont, daß die gleichzeitige Anwesenheit von S t i m s o n, Macdonald, Brüning, Tardieu und G r a n d i eingehende Aussprachen und damit eine weitgehende Vorbereitung der endgültigen Entschlüsse der Lausanner Konferenz möglich machen. Jedoch wird in diesen Besprechungen auch die Donaufrage und der weitere Verlauf der Abrüstungskonferenz eine maßgebende Rolle spielen.
Deutscher Antrag auf der Abrüstungskonferenz.
G e n f, 14. April. (WTB.) Botschafter N a d o l n y unterbreitete der Abrüstungskonferenz den Antrag, daß Artikel I des Konventionsentwurfs eine g e - neuere Formulierung im Sinne einer stärkeren Betonung des Abrüstungsgedankens erhalle. Aufgabe der Abrüstungskonferenz fei nach deutscher Auffassung nichtdieBegrenzung,sondern die Herabsetzung der Rü st ungen. Der deutsche Antrag wird vom Präsidium der Konferenz an den Hauptausschuß zur Behandlung weiter- gegeben werden.
Annahme des Forstetats im Finanzausschuß.
Darmstadt, 14. April. (WHP.) Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags beriet den Forstetat zu Ende. Finanzminister Kimber- ge r und Landforstmeister Dr. Hesse gaben Antworten auf zahlreiche Anfragen. Von der Forstverwaltung werde in der Verbesserung der Verkaufsbedingungen und in der Durchführung kaufmännischer Methoden nichts unversucht gelassen. Der Domänenergänzungsstock, der gespeist werde zumeist aus den Verkäufen von baureifem Gelände, sei zur Zeit auf 450 000 Mark gestiegen. Die hessische Försterschule, deren Abbau der Sparkommissar nicht verlangt habe, sei geblieben, weil die Forstanwärter aus Anhalt, Oldenburg und Lippe ebenfalls in Hessen ausgebildet würden und die Betriebskosten außerordentlich gering seien. Hinsichtlich des nationalsozialistischen Antrages auf Pachtstundung für ein Jahr erklärte Dr. Hesse, daß die Einnahmerückstände bei diesem Kapitel i. I. 1930 2 449 000 Mk. betrügen und der Rückstand 1931 voraussichtlich noch größer sein werde. Es sei-daher unmöglich, eine generelle Stundung zu gewähren. Die Pachtpreise für Hofgüter und parzelliertes Gelände würden zu einem Einheitspreis berechnet. Die Regiejagden in Hessen umfaßten nur 25 Prozent im Gegensatz zu anderen Ländern, wo sie 50 bis 60 Prozent ausmachten. Die Rationalsozialisten haben ihren Pachtstundungsantrag jetzt so abgeändert. daß die Pachtstundung erst aus Antrag hin eintritt und nur, wenn der Schuldner die Vermögenssubstan^ angreifen müßte.
Bei den Abstimmungen enthielt sich der ganze Ausschuß bei dem Landvolkantrag, der die Be - försterungsbeiträge für Gemeinden und private Waldbesiher um die Hälfte für 1931 herabzusetzen wünscht, der Stimme. Angenommen wurde der Zentrumsantrag, den Gemeinden mit Eigenschülwaldungen und Riederfchlagbeständen weitgehendst entgegen* zukommen, der abgeänderte nationalsozialistische Antrag zur Pacht st undung, der Zen- trumsantrag, die Forst- und Wasserbauämter zu ermächtigen, im Falle unverschuldeter Rot D o- maniatgefälle aus Antrag der Schuldner gegen Entrichtung der üblichen Zinsen bis 1. 6. 1932 zu stunden, die kommun!skischen Anträge, die Beträge für Holzanbau von 300 000 auf 500 000 Mark und für Wegebau von 116 000 auf 300 000 Mark zu erhöhen, der Zentrumsantrag. der den Fonds für Wegebau in dem ehemals besetzten Gebiet in Anspruch nehmen will und schließlich das gesamte Kapitel, das mit 7 222 232 Mark in Einnahmen und 6 445 273 Mark in Ausgaben abschließt. Hierfür stimmten fünf Abgeordnete (Sozialdemokraten und Zentrum), zwei Kommunisten dagegen: die fünf Rationalsozialisten enthielten sich der Stimme.
Ausdehnung des freiwilligen Arbeitsdienstes im Rheinland.
Urbar machungs- und Entwässerungsarbeitcn.
Altenkirchen, 15. April. (ERB.) Im Kreis- Haus zu Altenkirchen fand eine Besprechung des Oberpräsidenten der Rheinprovinz, der Regierungspräsidenten, der Landräte und der Leiter der rheinischen Arbeitsämter statt, die sich in der Hauptsache mit der Arbeitsbeschaffung für öte Erwerbslosen befaßte. Die Beratungen drehten sich insbesondere um die Ausgestaltung des freiwilligen Arbeitsdienstes- — Oberpräsident Dr. Fuchs wies darauf hin, daß auf dem Gebiete der 11 r - barmachung minderwertigen Waldes und der Entwässerung der Wiesen und Felder für viele Hunderttausende Arbeit zu beschaffen fei. Durch die Ausführung dieser Arbeiten könne es ermöglicht werden, daß ein großer Teil der Bevölkerung, der bereits jetzt Land bearbeite, in der Hauptsache aber in de« Industrie beschäftigt sei, sich auf landwirt- fchaftlichem Boden selbst ernähre. Mindestens 7.5 Millionen Hektar Acker und 2.5 Millionen Hektar Wiesen in der Rheinprovinz erbrächten nur geringen Ertrag, da sie nicht entwässert seien. — Die Aussprache über dieses Thema ergab die Auffassung, daß umgehend mit der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung wegen der Durchführung dieser Arbeiten nach dem Grundsatz des freiwilligen Arbeitsdienstes verhandelt werden soll.
Aus aller Welt.
Zum 100. Geburtstag Wilhelm Buschs.
Die aus Anlaß des 100. Geburtstages Wilhelm Buschs von der Wilhelm.Busch-Gesell- schäft veranstaltete Erinnerungsfeier wurde am Donnerstag mit einer Gedenkrede an der Ruhestätte Buschs auf dem Dorffriedhof in Mechtshausen (Hannover) eingeleitet. Eine wohl tausendköpfige Menge von Freunden des großen Humoristen hatte sich eingefunden. Reich, Staat und Provinz hotten Vertreter entsandt. Als Beauftragter Kaiser Wilhelms II. war Generalmajor z. D. von Dammes erschienen. Ferner sah man Vertreter der Busch-Verleger Broun und Schneider und Bossermonn in München. Die Niedersächsische Dichtergemeinde repräsentierten Professor Sohnrey u. o. Vom Vorstand der Buschgemeinde war mit den Reffen des Toten den Brüdern N ö 1 d e cf c , der Ehrenvorsitzende Landeshauptmann Hogemonn anwesend. Im Auftrage der preußischen Staotsregie- rung sprach Regierungspräsident Höhnen (Hildes- heim). Der Redner stellte die Frage: „Was war er uns?" und sagte, sie beantwortend: Das Größte, was Busch uns gegeben hat, ist der Aufbau feines Lebens. Wir wandern alle in der Unruhe unserer Tage, dem Augenblick mit feiner Mühe und Klage versollend. Er schreitet dem inneren Gesetz seines Lebens folgend aufwärts, sich mehr und mehr lösend von der Well des Scheins und den Bindungen des Tages, bis er der Weise wird, der den bitteren Kern des Lebens wohl erkennt und es doch freudig bejaht, der Weise, in dem alle hohen Züge deutsches Wesens zu einer wunderbaren ob geklärten reifen Persönlichkeit zusammenfließen. In diesem Leben ist dem deutschen Volke ein großer Schatz gegeben, der noch längst nicht gehoben ist.
Pastor R ö l d e ck e -Lüthorst betonte, daß es in den ersten Jahren von Buschs Aufenthalt in Mechtshausen den Dorfbewohnern kaum bekannt geworden fei, wer in ihrer Mitte weilte. In der großen lauten Welt habe man gar nicht gewußt, wo Wilhelm Busch geblieben war, oder ob er überhaupt noch lebte. Erst, als fein 70. Geburtstag kam, habe ein Zeitungsmann den Weg in das weltferne Dors gefunden und über den Einsiedler in Mechtshausen berichtet. Röldecke erinnerte zum Schluß daran, was Busch am Ende
seines Lebens, des Manderns müde, geschrieben hat: „Run kommt die Rost, ich bin bereits atn Ziele. Ganz nahe hör ich schon die Lethe fiehem und sieh! am Ufer stehen ihrer viele, mich, der ich scheide, freundlich zu begrüßen."
Schweres Explosionsunglück in Amerika.
In Columbus (Ohio) ereignete sich in dem im Bau begriffenen neuen staatlichen Bureau - g e b ä u d e, das 6 Millionen Dollar kostet, eine schwere Explosion. Eine Wand wurde herausge'drückt. Man nimmt an, daß die Explosion auf die Entzündung der im Erdgeschoß avgesammelten ?l b w ässe r g o s e zurückzuführen ist. Die Feuerwehrleute befürchteten, daß wenig Hoffnung besteht, die u n t e r den Trümmern Begrabenen deren Zahl auf 30 geschätzt wird, zu retten. Bisher sind sechs Tote geborgen worden. Die Bergung der unter dem Schutt Begrabenen kann mehrere Tage beanspruchen, do das Gebäude sechs Fuß hoch mit Trümmern ungefüllt ist. Die Explosion erfolgte mit solcher Wucht, daß Mormorblöcke 200 Meter weit in den benachbarten Fluß geschleudert wurden.
Die Vulkanausbrüche in den Anden.
Die Tätigkeit der Vulkane in den Anden Hatz beinahe ganz aufgehört. Der Aschenregen hat ebenfalls nachgelassen und die Lust ist wieder klar. Man befürchtet eine Schädigung des Viehs durch die in der Asche enthaltenen Chemikalien. Anderseits wird aber gehofft, daß sich die dicke Ascheschicht als wertvolles Düngemittel für die Kulturen auswirkt. Durch die dicke Aschenschicht fallen Weinberge und Baumkulturen, wie tief verschneite Landschaften aus. Die Hausfrauen benutzen die Asche zum Putzen ihrer Kochtöpfe. Die Geologen schätzen, daß sich die ganze Asche, die während der Ausbrüche niedergegangen ist. auf mehrere Millionen Tonnen beläuft. Selbst in Patagonien und auf der Insel Juan Fernando siel dichter Aschenregen. Auch aus dem brasilianischen Staat Rio Grande do Sul wird eine Aschenschicht von 5 Zentimeter Höhe gemeldet. Der vielfach unterbrochene Eisenbahnverkehr konnte wieder ausgenommen werden, erleidet jedoch große Verspätungen. In vielen Orten hat während 60 Stunden ununterbrochen Licht gebrannt.
Vulkanausbruch im Kaspischen Meer.
Auf der Insel Swinoj, 30 Meilen von Baku ent- ernt, ist ein Vulkan in Tätigkeit getreten. Der in >er Nähe befindliche Dampfer „Jakob Sewin" hot ofort Rettungsmoßnohmen für die Einwohnerschaft getroffen. Es wurden 18 Personen mit starken Brandwunden an Bord genommen, fünf Personen sind in den Flammen umgekommen.
Schwere Arbeitslosenunruhen in Reuseeland.
In Auckland, der 100 0Ö0 Einwohner zählenden zweitgrößten Stadt auf der Rordinfel Reuseelands, brachen große Arbeitslosenunruhen aus, wobei sämtliche Fensterscheiben in den Hauptgeschäftsstraßen zertrümmert wurden. Viele Läden wurden vollkommen ausgeplündert. Zunächst zog ein Trupp von Beamten durch die Straßen, um eine Kundgebung gegen die neue Lohn- und Gehaltskürzung in Höhe von 10 v. H. zu veranstalten. Rach und nach schlossen sich viele Arbeitslose an, sodaß der Zug auf mehrere tausend Personen anwuchs, als er die Hauptgeschäftsstraßen erreichte. Plötzlich begannen Arbeitslose die Sch aufenster ein- zu werf en. In kurzer Zeit war im Zentrum der Stadt kein Fenster mehr ganz. Darauf stürmte die Menge unter der Führung von Mädchen und Frauen mit lautem Geschrei die Geschäfte und plünderten sie. Viele Personen trugen Verletzungen davon. Mehrere Schutzleute wurden schwer mißhandelt. Die Erregung steigerte sich noch, als die Menge m e h x e r e Likörgeschäfte plünderte und viele Leute betrunken wurden. Rachdem die Polizei vollkommen in die Enge getrieben war, wurden sämtliche Matrosen eines im Hafen liegenden Uebungskreuzers an Land befohlen, um die Ordnung wiederherzustellen. Auch die F e u e r- wehr wurde zu diesem Zweck eingesetzt. Der Bürgermeister forderte die Bürger im Rundfunk auf, sich auf den Polizeistationen zu versammeln und eine Bürgerwehr zu bilden. Erst nach vier Stunden konnte die Ruhe wieder her- gestellt werden.
Die Sachverständigen im Dilderfälscherprozeh.
Im Wacker-Prozeh erfiärte der Restaurator bei den staatlichen Museen Ruhe mann als Sachverständiger, daß bei den Bildern deutlich zu erkennen sei. in welcher Reihenfolge sie gemalt wurden. Die späteren Bilder wiesen eine unverkennbar größere Aehnlichkeit mit echten van Goghs auf. An Hand eines Kataloges wird dann festgestellt. daß von den 16 im Gerichtssaal ausgestellten Bildern elf nach der übereinstimmen-' den Meinung der Sachverständigen falsch, während bei fünf Bildern die Ansichten geteilt sind. Rach Aussage des Kunsthändlers Stöbe- ran sind alle Bilder van Goghs aus der Pariser Zeit aus einer typisch französischen Leinwand gemalt, die ein besonders feines Gewebe habe und in Deutschland zu Malzwecken nicht verwandt werde. Dr. de W i l d t erklärt demgegenüber, daß van Gogh auch Handtücher und Tischdecken zu seinen Bildern benutzt habe.
(Ein Jlugboof ins Meer gestürzt.
In Soerabaja (Java) stürzte ein Dornier- Flugboot ins Meer und ging unter. Drei Unteroffiziere, die sich an Bord befanden, werden vermißt. Ein vierter Unteroffizier hat Verletzungen erlitten, denen er bald nach dem Absturz erlegen ist.
Wettervoraussage.
Durch die Störung über den britischen Inseln einerseits und durch Tiefdruck über dem Mittelländischen Meer anderseits hat sich eine Tiefdruckrinne gebildet. Ihr Einfluß wird sich bis in unser Gebiet ausdehnen, so daß mit dem Vorschub von Bewölkung die nächtliche Ausstrahlung gehemmt wird. Die Temperaturen werden infolgedessen nichk unter den Gefrierpunkt zu liegen kommen, wie es an den beiden letzten Tagen der Fall war. Mit dem Auftreten leichter Niederschläge muß ebenfalls gerechnet werden.
Aussichten für Samstag: Vorübergehend stärker wolkig, aber auch leicht aufheiternd, Tempera, turen mehr ausgeglichen und ebenfalls etwas milder, leichte Regenfälle.
Aussichten für So n n t a g : Temperaturen wenig verändert, neblig-wolkig mit Aufheiterung.
Lufttemperaturen am 14. April: mittags 6,2 Grad Celsius, abends —0,3' Grad Celsius; am 15. April: morgens — 1 Grad. Maximum 7,4 Grad, Minimum — 2,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. April: abends 7 Grad: am 15. April: morgens 3,2 Grad. — Sonnenscheindauer 4% Stunden. ,


