Ausgabe 
12.9.1932 Frühausgabe
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

Nachdruck verboten

Ohne Gewähr

148G85

143381

136939

80584 134603

122219

144061

161377

137230

2 Prämien au ,e 3000, 2 ®e-

193835

218138

251335

255050

326181

346742

205780

233306

264662 311895 333182

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113942 175140

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320203

109760 146210

193249 215746 232464 250905

271895 305918

324504 361943

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114534 186967

207128 238118 282390 320752

110202 143150 186473 222556

250329 293461

315476 355350

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224003

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292307

303093 321503 340668 371885

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207461

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244112

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224184

259236 275499 294643

304918

324226 341246 373599

171537

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253684

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210294

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242728

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282281

319514

344607

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257260

305230

332859

346917

l 16291

146720 174522

199451

226486

259636

275587

295735 308105 324538 344141

376877

72195

62394

200328

272639

374723

174031 197094

245162

256502

288236

336110

380490

160110

180130

201768

229284

270150

285980

297895

308962

325284

348755

211040

225835

250761

261941

239705

322930

361435

72771 103772 133867 185970 214411

249095 288521

314923 353558

121191 146551

201984

221349 232654

253762 278472

313252 330834 373592

160892 210461 225546 249259 261859 288330 321332 359250

134621

106985

159520 214467 288077 382973

Gewinuauszug

5. Rian« 39. Preutzisch^Lüddeutsche (265. Preutz.) Staats-Lotterie.

12 ®<totrrne ru 5000 HL 201895 207944 362620

1 4 ®ttoinn« |u 3000 W. 116809 208755 243652

44 Sttoinn« >u 2000 22.

165389 181656 186254

236222 244583 258621 353443 353980 359691

In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen

Im Gewmnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 100 Schlußprämien zu je 8000, 2 Ge­winne zu je 75000, 2 zu je 60000, 6 zu je 10000, 44 zu je 5000, 64 zu je 3000, 168 zu je 2000, 338 zu je 1000, 574 zu je 500, 1790 zu je 400 M.

337170 337502 ------ ---- -

182 ®etotnn« »u 500 M. 390 13044 ----

25762 30219 30965 32180 33543 38486 44236 47031 48792 57044 58869 67510 69754 72995 82607 89609

91727 101840 104088 117152 119579 124728 137692 " -

161495 186696 209350 242633 270680 289922 300614 313376 332268 355712

tu 1000 ®. 1154 20652 28908 31477 33312 33953 34959 41508 43511 45349 45577 49810 51570 53662 64077 65157 66251 67513 68187 72738 78407 85012 90668 96492 100788 102942 N2257

359663 ----- ------

500 W. 6322 16646 17834

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion Dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

An die Ruhestörer der Rächt zum 8. September!

Die Einwohnerschaft vom Schisfenberger Weg, Bergstraße, Ludwigsplah, Kaiserallee. Gutenberg- strahe. Nahrungsberg und weiterer Umgebung stellt an Sie die dringendste Bitte bei etwa folgenden Serenaden sich etwas mehr an das Musikalische zu halten. Wir haben gewiß nichts dagegen, wenn Sie Ihre zukünftige Schwieger­mama ansingen, oder sich in der Pfeiferei als besondere Künstler betätigen, aber dann nur, bitte bei geschlossenen Türen und Fenstern und nicht im Garten oder auf öffentlicher Strahe.

Wenn Sie aber durchaus fingen müssen, dann meine verehrten Herren, einen besseren Rhythmus und vor allem dürfen Sie daspiano nicht mit dem höchsten Grad desFortissimo" verwechseln. Ich wüßte kein Lied, das immer forhffimo gc-. ungen werden muß, selbst das derSchwieger­mama" nicht. Sollten Sie aber an Stimmwechsel leiden, der doch im allgemeinen nur bei Knaben eintritt, bann tun Sie besser, die Singerei ein­zustellen. Bedenken Sie die schweren Folgen wenn Ihre so verheißungsvollen Stimmen m die Bruche gingen. Sie tun damit gleichzeitig cm gute« Werk an den unglücklichen Anwohnern.

Ein Anwohner.

wissen, daß nur der Mißbrauch von Kaffee und Tee die Ursache der Störungen sein kann. Unter diesen ungünstigen Bedingungen bewirke der Kaffee nicht Leistungshebung, sondern Heber- mübung und Arbeite schwäche.

Man habe wegen dieser zahlreichen Beschwer- den. die alle auf das Koffein als wirksame Sub­stanz hinbeuten, vielfach ärztlicherseits den Kaffee­genuß überhaupt verboten. Zweifellos medizi­nische Bedeutung hätten daher die Bemühungen, dem Kaffee das Koffein zu entziehen was der Technik einwandfrei gelungen fei. Sie liefere einen Kaffee, dem das Koffein bis auf geringe Spuren entzogen ist und, was besonders wichtig, der bei dem Berfahren keine Einbuße an Ge­schmacks- und Geruchswerten erleide.

Es fei ohne jeden Zweifel, daß durch die Be­seitigung des Koffeins der Kaffee, m üblicher Welse genossen, keinerlei nachteilige Wirkung wie Herzklopfen oder Schlafstörungen auSube. Auch die Gchimlcistung werde durch die Be­seitigung des Koffeins aus dem Kaffee nicht beeinträchtigt. - Geh.Rat Rubner schließt ferne Ausführungen folgendermaßen:Die ^rage des Kaffees ift also praktisch vollkommen gelost, da man mit der Entfernung des Koffeins^ der viel­fach störenden Substanz, jede ernstere Belästigung ausschlieht."

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210864

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265267

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--f68 ©etninne >u 500 TL 6322 16Ö4Ö i /öd^ 19836 90896 24963 25351 26289 27381 27553 28422 30863 34657 34760 37535 37796 46289 51112 39935 60953

Strafkammer Gießen.

Gießen, 9. Sept. Arn 30. März d. I. sand in Friedberg eine öffentliche nationalsozialistische Der- sarnrnlung statt. Bei dem Abmarsch wurden die Teil- nehmer von der Polizei nach Waffen durchsucht. Bei einem Angeklagten wurde ein Schlagring vorgesun­den. Das Amtsgericht hielt seine Angabe, er habe nicht gewußt, daß dieser in dem lange nicht getrage­nen Rock gesteckt habe, für unglaubhaft und ver­urteilte ihn zu 3 Monaten Gefängnis. (Unberechtig- tes Führen einer Waffe außerhalb der Wohnung und bewaffnetes Erscheinen mit anderen äU politi­schen Zwecken an öffentlichen Orten.) Die heutige Berufungsverhandlung wurde zwecks Vornahme weiterer Ermittlungen vertagt.

Ein anderer Angeklagter war im Besitz eines als sog. Totschläger heraerichteten Stuck Kabels betros- fen worden. Seine Angabe, er habe es kurz vorher gefunden, war den ganzen Umständen nach glaub­haft Das Amtsgericht hatte deshalb lediglich wegen unberechtigten Führens einer Waffe (§1 der ge­nannten Verordnung) auf eine Gefängnisstrafe er­kannt. Mit Rücksicht auf besondere Milderungs- gründe schien der Strafkammer eine Geldstrafe von 150 Mark angemessen.

Ein auswärtiger Autoschlosser und -Händler hatte im Jahre 1928 einen Wagen von der betr. Fabrik unter Eigentumsvorbehalt gekauft und ihn zwei Jahre später weiterverkaust. Weil er nicht den ge­samten Kaufpreis an die Fabrik abgeliefert habe, war er wegen Unterschlagung zu 360 Mark Geld­strafe verurteilt worden. Die Strafkammer sprach 1 ihn heute frei. Er habe mindestens sich für bered)- tiqt halten können, das Auto zu den in der Zwi- schenzeit erheblich herabgesetzten Fabrikpreis ver- kaufen zu tonnen; insoweit habe er aber die Fabrik bezahlt gehabt.

dezirlsschöffengericht Gießen.

den Anfang.

Talen für Dienstag, 13. September.

1830: die Dichterin Marie v. Ebner-Gschcnbach auf Schloß Zdislavih in Währen geboren. 1877: der Forschungsreisende Wilhelm Filchner in München geboren.

** Veränderungen bei der Kasse- lerReichswehr. Mit Wirkung vom 1 Oktober 1932 treten im Standort Kassel wichtige Perso- nalveränderungen ein. Die militärische Stelle des Infanterieführers V. bisher in Stuttgart wird in den Standort Kassel verlegt. Mit dem gleichen Zeitpunkt wird für den bisherigen Infanterie - führerV, Generalmajor Muff, der am 1 .Okto­ber aus dem Heeresdienst scheidet, Oberst Geher bisher Kommandeur des 17. Infanterie- Regiments, den Dienst des Infanterieführers V in Kassel aufnehmen. Hauptmann Fleisch­hauer, bisher Führer der 9. Iägerkompanie und Oberleutnant Petermann, bisher bei der 13. Minenwerfer-Kompanie, werden zur Infanterie­schule nach Dresden verseht. Hauptmann von Scheele, bisher Führer der Lehrkompanie. wird »um Adjutanten deS Infanterieführers V in Raf­fel ernannt. . t _

D ic Herb st Übung beginnt. Born Wehrkreiskommando V wird mitgeteilt: Die erste Drigadeübung der 5. Dipision findet am mor­gigen Dienstag, 13. September, unter Leitung bes Infanterie-Führers V, Generalmaior Muff, im Raume GroßenehrichHolzthalebenHup- stedtSchlotheim statt. Zuschauern wird empfoh­len sich an diesem Tage ab 7 Uhr morgens auf der Höhe Herrenrode, dicht ostwärts Toba oder auf dem Schalken-Berg, 2 Kilometer sud- ostwestlich Toba, einzusinden. Anfahrt von Kraft­fahrzeugen erfolgt zweckmäßig über Sonders- hausenSchernberg-Himmelsberg o^r über

Langensalza bzw. Mühlhausen-Schlotheim

Rockcnsußra-Hotzsutzra. Die Straße ^beleben-. Toba Großbrüchter Holzthaleben Keula Hüpstedt ist an diesem Tage für den zivilen Kraftwagenverkehr ab 5.30 Mr morgens ge­sperrt. Auf der Straße EbelebenHolzsußra UrbachMenterodaKeula ist das Parken von Kraftfahrzeugen außerhalb der Ortschaften nicht

" D°m Botanischen Garten. In den letzten Tagen dürfte vielen Besuchern des ©ar­ten« dieWasserblüte" auf gefallen fein, die sich an fast allen Teilen des Teiches bemerkbar macht. Sie ist auf ungewöhnlich starke Entwick lung eines flagellatenähnlichen Organismus zu­rückzuführen (Chromophyton), dessen mikro­skopisch kleine Zellen außerordentlich dicht auf der Oberfläche des Wassers schwimmen oder auf ihr ruhen und durch eine eigenartige ^t Der Lichtreflerivn die als ..Goldglanz des Was ers bezeichnete Erscheinung Hervorrufen

2* Rimmer entbehre die strebende Stadt der veredelnden Künste. Diese wohlgemeinten Worte haben auch in der heutigen Zeit ihren Sinn und ihre Bedeutung nicht ver­loren. So mancher wird sich fragen, was es mit| den veredelnden Künsten für ihn und feinen grauen Alltag auf sich habe und inwieweit man in den Besitz dieser Genüsse gelangt. Die Ant­wort finden Sie in unseren Einladungen zum Abonnement. Auch wird die Kasienabteilung und jedes Theatermitglied unverbindlich und gern Auskunft erteilen. Schließen auch Sie sich dem großen Stamm der Abonnenten an. Anmeldungen schriftlich oder ab 25. September täglich von 10 bis 13 Uhr an der Tageskasse.

**Sie Gartenbauausstellung, die bet Gießener Obst- und Gartenbauverein aus Anlaß seines 20jährigen 'Bestehens in der Turn­halle am Oswaldsgarten veranstaltete, und am Samstag eröffnete, hatte nicht nur am Samstag, sondern insbesondere am Sonntag einen starken Besuch aufzuweisen. Auf vielseitigen Wunsch bleibt die Ausstellung, die in ihrer gälte des Gebotenen tatsächlich sehenswert ist, n«h bis heute, Montag abend, geöffnet. Asien Garten­freunden sei der Besuch dieser nicht nur sehr interessanten, sondern auch schonen und geschmack- vosi arrangierten Ausstellung bestens empfohlen

"Spenden im Dekanat Gießen für die äußere Mission. In den Pfarreien des Dekanats Gießen gingen im verslosienen Iahte

38?1763O«tolnne 1000 TL 5068 52988 62026 68480

- 78393 . .79612 .79879 ^9948 ?8|8J1 ,91084

Kaffee und Koffein.

Im Anschluß an den im Familienblatt vom 22. August erschienenen AufsatzDer Siegeszug des Kaffees" von Dr. Georg Kuhn bittet uns die Kaffee-Handels-Aktiengesettschaft Bremen um Abdruck der folgenden Ausführungen des be­kannten, kürzlich verstorbenen Ernährungs-Wis­senschaftlers Geh. Rat Professor Dr. Rubner, die einer kurz vor feinem Tode in einer be- deutenden medizinischen Fachzeitschrift erschiene­nen Arbeit über den Kaffee entnommen sind.

Geh.Rat Rubnet geht davon aus, daß durch das stetige Wachsen des Kaffeekonsums der Ver­brauch an alkoholischen Getränken abgenommen hat, ein Umstand, der im Interesse der BolkS- hngiene als Borteil anzusehen sei. Daneben habe der Kaffee aber in der Diät selbst größere Um­wälzungen hervorgerufen, als man sich gewöhn­lich klarmacht; man denke nur an die Umgestal­tung deS Frühstücks, das noch vor etwa 100 Jahren zumeist aus Suppen verschiedener Art bestand. Dem Kakao schrieb man von Anfang an gewissen Nährwert zu, aber auch Kaffee und Tee seien nicht als einfache Abkochungen anzusehen, sondern durch den Zusatz von Zucker und Milch zu Getränken mit Nährwert geworden.

Als Kaffee in gewöhnlichem Sinne würde der Wasserauszug aus der gerösteten Bohne ange­sehen und nur die hierin enthaltenen, schmecken­den und riechenden Bestandteile bedingen den Wert, den wir dem Kaffee zumessen. Mit dem Koffeingehalt habe diese Wertmessung nichts zu tun. da gerade die schlechtesten Sorten, z. B. gewisse afrikanische Kaffees, besonders hohen Koffeingehalt besitzen. Der angenehme Geschmack und Geruch und das Wohlbehagen, das ein guter Kaffee erzeugt, hätte zu seiner Verbreitung als Dolksgetränk beigetragen. Doch schon früh hätte man aber auch erkannt, daß ihm bei reich­lichem Genuß recht unangenehme Eigenschaften innewohnen. Als wirksames Prinzip erkannte man das Koffein mit seinen Wirkungen auf die Puls- beschleunigung, Dlutverteilung, Erhöhung des Blutdrucks und Erregung vor allem des Groß­hirns. Dazu kamen die vielfachen Beobachtungen über Schlafstörungen, Herzklopfen und Schädi» gung der Herzleistung, über Muskelzittern, Harn­drang usw. Nach Untersuchungen, in denen man die Zeit bestimmte, wie lange das Koffein im Körper blieb, mußte man das Koffein als phar­makologisch stark wirkenden Stoff betrachten. Das Koffein sei in der Dohne an Kalium und an Ehlorogensäure gebunden, einem Gerbstoff, Der völlig unschädlich sei. ,

Von Schaden sei demnach der Kaffeegenuß von vornherein allen Individuen die an Reizbarkeit und schlechtem Schlaf littem Ttei gefunden Men­schen hingen die störenden Wirkungen desKaffees, abgesehen von den individuellen Unterschieden, in erster Linie vom Koffemgehalt ab^ von der Häufigkeit des Genusses, von der Menge und Konzentration des Kaffees, von

in leeren oder vollen Magen und schließlich von gteichättigem Genuß von Alkohol und Sch a - . mittels Viele Menschen litten an großer Auf­geregtheit und Schlaflosigkeit und leisem Schlaf I mit nachfolgendem Ermüdungsgefühl, ohne zu

Gießen, den 12.September 1932.

Oie Hasel reist ...

Der Wind geht über die Stoppeln, der Laub« wald &eigt bald das bunte Farbenspiel der wel­kenden Blätter. Und dennoch ist auch des Som­mers Ende so schön! Gerade der September gilt vielfach als unser schönster Monat. Die Brom» I beeren färben sich dunkel, die Ebere'chen sind rot, der Hirschholunder brennt, die Hasel reift Don jeher hat der Haselstrauch zum deutschen Volk in besonderer Beziehung gestanden; denn nicht weniger clls 360 deutsche Ortsbezeichnungen erinnern an ihn.

Sein asihochdeutscher Name Hasala gehört den frühesten Zeiten an, wo man Mal- und Ge­richts stättenHasloch" nannte, weil sie mit Hasel­stäben abgemartt waren. Die Kultur der Hasel­nuß stammt auS Dorderasien. Die Haselnuß diente als Wildling den Manschen der Steinzeit als Nahrungsmittel; ihre zerbrochenen Schalen hat man im Wegwurf der Pfahlbauten der jüngeren Stein- und Bronzezeit gefunden. Durch die Rö­mer wurden die edleren pontischen Haselnüsse nach den germanischen Ländern gebracht. Mit den pontischen Haselnußarten wurden gleichzeitig durch die Römer auch die Walnuß und die Ka­stanie aus Kleinasien nach Italien und weiter­hin nach Deutschland gebracht Die Frucht der Nußbäume war im Mittelalter von größerer wirtsthaftlicher Bedeutung als heutzutage, wegen des Nußöls, das vielfach auch als Drennöl ver­braucht wurde.

Daß die Haselnuß in Deutschland schon in der Urzeit ihre Stätte hatte, wird durch die bedeut­same Rolle bezeugt, die sie im deutschen Aber­glauben von jeher gespielt. Dom Haselstrauch wird die dem ältesten deutschen Heidentum an­gehörige Wünschelrute geschnitten, ein einjähriger gabliger Zweig von zwei bis vier Fuß Länge. In manchen Gegenden ist es Sitte, daß beim Hochzeitsschmaus Mädchen und junge Burschen sich mit Haselnüssen werfen. Findet sich darunter eine mit doppeltem Kern, so wird auS den beiden ein Paar. Die hübsche Sitte desViel- liebchen-Essens" mit Nuß- und Mandelkernen ist heute noch ein gern geübter Brauch. Und wenn der Lockruf auch nicht gleich einen Ver­lobungsring kostet, so bildet zum mindesten em Kuß natürlich in Ehren! den Abschluß oder

(Sieben, 9. Sept. Sine Frau hat gegen einen Richter ehrenrührige Behauptungen aufgeftellt. Zur Rechenschaft gezogen, gab sie zu Krer Ver­teidigung an, daß sie das so gehört habe. Außer­dem hat sie in einer Eingabe an den Richter diesen zu einer Amtshandlung zugunsten ihres Mannes zu nötigen versucht mit der Drohung, sie werde sonst seine angeblichen Verfehlungen dem Landtag mitteilcn. Wegen Beleidigung und Beamtennötigung erhielt sie heute eine G e s a m t ge f ä n g n i s st r a f e von einem Monat. Ihr Mann wurde frcigelbro- chen da ihm eine Teilnahme an den Verfehlun­gen seiner Frau nicht nachgewiesen w^den konntL ^Wegen gewerbsmäßigen Wilderns wurde ein vielfach wegen Eigensirmsvergehens und auch wegen Wilderns vorbestrafter Ange­klagter zu einem 2 ahr Gefängnis ver- urteilt Er gab zu, mit einem Flobertgewehr auf dnen Hasen geschossen xu haben; gev^rbsmahig habe er aber nicht gehandelt, er habe es nur daraus abgelegt gehabt, wieder ins GefangmS »u kommen, weil er über daS Betragen feiner Braut verzweifelt gewesen sen 2si>getehen da- von daß die Braut in einem Brief dem Gericht mitae teilt hatte, der Angeklagte habe sie zu be- einftussen gesucht, stand auch das vorsichtige De- Äunen des Angeklagten beim Wildern unb fein Steugnen bei der Festnahme mit feiner Schutz- bebaut hing in Widerspruch.

~ünf Monate Gefängnis wegen Diebstahls im wiederholten Rück all erhiesi ein noch verhältnismäßig lunger Angeklagter

oinem Arzt aus dessen Auto eine Mappe mit SnftruTntcn 6trafmU6ernt>

Jnirito dafi der Arzt fein Eigentum wieder d* ÄS M di. be»

Angeklagten bei der Begehung der Tat.

Segelflieger Polizeihauptmann Lanö tödlich abgestürzt.

WSN. Da rmstadt, 11. Sept. Der bekannte hoffnungsvolle Segelflieger Posizeihauptmann Jans in Darmstadt wirkte heute tn feiner Ge- burtSstadt Lindenfels im Odenwald bei einem Werbeflugtag der dortigen Segelflieger- Ortsgruppe mit. Nachdem wegen des ft arten Windes der Schulungsbetrieb der 3ungfcglflie­get abgebrochen worden war, u n t c r n a h m Hauptmann Ians einen Segel f l u g. Nach einer Dauer von 27 Minuten brach Plötz­lich in einer Höhe von 150 Meter in ^v?r Rechts­kurve ein 5fügel der Maschine ab. Der Pilot stürzte lauf eine Felsengruppe und war sofort tot. Hauptmann IanS toar 39 Jahre alt. Er war früher Lehrer und em be­sonders befähigter Polizeioffizier. Auch als Sportsmann ist Hauptmann Ians, besonders im süddeutschen Handball, hervorgetreten. Bor zwei Iahren trat er zum Segelflug über und machte besonders bei den diesjährigen Rhon^egelflug- Wettbewerben von sich reden. Für seine vielver­sprechenden Leistungen wurde er mit der Palette der Stadt Darmstadt ausgezeichnet.

Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, unb zwar je einer auf tic Lose gleicher Nummer in den beibea Abteilungen I unb II

27. Ziehungstag 8. September 1932

In ber heutigen Dormittaasziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen

12 »ttolnne xe 10000 OB. 9515 31099 36571

243?0®c^ne3x? 5000OT.8 43948 137179 142145

87924B»JSm ??3000 TL 16367 28704 56985 71502 73879 77564 143301 170433 202819 205077 288317 30 60 ©«* m 2000 TL 8258 22047 47339 54156 61371 66370 71571 103372 110968 145999 160161 174574 190266 196902 218931 225705 237921

253301 293956 311703 313777 325841 335958

348439 349142 355438 356647 372500 375467

insgesamt 8355 Mark (1930 : 9849 Mark) an Gaben für die äußere Mission ein. Sie verteilen sich auf die einzelnen Gemeinden und Pfarreien wie folgt: Asiendorf (Lahn) 108 Mark, Men­dorf (Lumda) 1030, Alten-Duseck 101, Beuern 372, Gießen 2943, Grohen-Duseck und Oppenrod 167, Grotzen-Linden 228, Klein-Linden 372, Haufen- Garbenteich 79, Heuchelheim 76, Lollar-Kirchberg 575, Kirch-Göns 40, Pohl-Göns 44. Lang-Göns 670. Leihgestern 376, Reiskirchen-Burkhardsfelden 130, Rödgen.Annervd 342, Steinbach-Albach 222, TreiS (Lumda) 232, Watzenborn-Steinberg 194 und Wiefeck 44 Mark.. Auf den Kopf der evan- gelischen Bevölkerung betragen die Gaben 0.13 Mark, gegen 0,15 Mark in 1930. In der Gebe­freudigkeit an der Spitze steht die Pfarrei Alten­dorf (Lumda) mit 0,93 Mark durchschnittlich auf den Kops der Einwohnerschaft; am Schluß mar­schieren Heuchelheim und Wieseck. letzteres nur mit 1.3 Pfennig pro Kopf. In Dietzen entfallen auf den Kopf her evangelischen Bevölkerung 10,3 Pfennig an Gaben für die äußere Mission.

' Born VereinWandervogel Höhenflug Dietzen". Arn Sarnstaga^nd trat der VereinWandervogel Höhenflug Gie­ßen" mit einem gut vorbereiteten Konzert- und Theaterabend im Saale desCafä Leib" an die Oeffentttchkeit. Der Verein, der jetzt auf ein dreizehnjähriges Bestehen zurücksehen kann, ist als Verein für Jugendpflege anerkannt und hat sich die Ausgabe gestellt, feine meist jugendlichen Mitglieder zur Freude an der Natur zu er­ziehen. Der derzeitige erste Vorsitzende, Georg , Mader, zeichnete in seiner Ansprache tn die­sem Sinn Zweck und Ziele des Vereins und hieß besonders den Vorsitzenden der Ortsgruppe Gie­ßen de« Vereins für Deutsche Jugendherbergen, Studienrat Dr. F l ö r k e (Gießen), willkommen. Nach einem beifällig ' auf genommenen Prolog wurde von der Dereinskapelle (Leitung Herr Barke) mit BeethovensDie Himmel rühmen deS Ewigen Ehre" die Spielfvlge eröffnet. Wettere Konzertstücke, zum Teil recht schwieriger Art, sanden ausgezeichnete Wiedergabe, so daß die Zuhörer mit dem Beifall nicht kargten und die Kapelle fich zu Zugaben entschließen mußte. Die Theaterstücke waren gut ausgewählt und ein­drucksvoll wiedergegeben. Der Verein kann mit Genugtuung auf den Abend zurückblicken.

* Einbruchsdieb st ahl in (Brünberg. In der Nacht zum Sonntag wurde bei dem Kauf­mann Ritter in Grünberg ein Einbruchsdiebstahl verübt den, wie der Polizeibericht meldet, die Lan- deskriminalpolizeistelle Gießen aufzuklaren bemüht ist Den Dieben fielen Tabak, Zigarren, Zigaretten, Aktenmappen, Brieftaschen. Hosenträger und ver­schiedene sonstige Bedarfsarsikel in die Hande. Wie die Ermittlungen bisher ergeben haben handelt es sich um iwei Täter, die ihre Beute mit dem Motor- rad fortschafften.

Absturz zweier Darmstädter Touristen.

40 Stunden im Gletscherschrunb.

WSN. Darmstadt, 10. Sept. Nach einer Meldung auS P o n tresina bestiegen am 3 September zwei junge Touristen aus Darm­stadt führerlos von der Tschierva-Hutte aus den Piz Roseg über den Eselsgrat. Sie wurden vom Hüttenwart im Abstieg gesichtet. Offenbar hatten sie die Absicht, nach der Koazhutte abzustei^n, wobei sie zu stark in die ihnen unbekannten Fel­sen gerieten und in einen Dchrund adsturzten. Dem einen gelang es, sich aus den Spalten her­auszuarbeiten und weitere etwa 400 Meter ab­zusteigen. Hier wurde er am ©onntagfrub von einer Touristengruppe vollkommen erschöpft auf- gefunden und nach der Koazhütte geführt. Sein Zustand gibt zu keinen Befürchtungen Anlaß. Sein Freund wurde erst am Montag durch eine Rettungskolonne in bewußtlosem Zustand auf» gefunden und konnte «aus dem Gletscherschrund, in dem er ungefähr 40 Stunden gelegen batte, befreit werden. Auch er war vollkommen erschöpft und halb erfroren und wieS starke Kopfwunden sowie Erfrierungsschäden an den Füßen aus. Außerdem wurde bei ihm eine Gehirnerschütte­rung festgestellt. Der Schwerverletzte wurde vom Restaurant Roseg aus nach dem Krankenhaus verbracht.

Rheinhessen.

WSN. Worms, 9. Sept. In der jüngsten Sitzung des Stadtrats stand u. a. die Neuwahl eines Beigeordneten auf der Tagesordnung. Dom Oberbürgermeister wurde vorgeschlagen, den seit­herigen Bürgermeister Schulte Wiederzuwahlen. Im Derlauf der Sitzung, in der Sozialdemokraten und Kommunisten heftig aneinander gerieten, mußte der kommunistische Stadtrat Haber- meh l für die drei nächsten Sitzungen auSgeschios- fen werden. Um ihn auS dem Sitzungssaal zu entfernen, wurde P olizei herbeigeholt. Mit 23 gegen 21 Stimmen gelangte ein Antrag des Christlichen Volksdtenstes zur Annahme, wo­nach die Zahl der besoldeten städtischen Beigeord­neten auf einen herabgesetzt wird. Das bedeutet die Nichtwiederwahl deS seitherigen Bür­germeisters Schulte und dessen Pensionierung.

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