Montag, |2. September 1952
Nr.214 Keühausgabe
182. Jahrgang
Annahme von anjetoen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
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Theftedakteur-
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen.
Erscheint täglich,außer Ä Ä
Sonntags und Feiertags. .
-Gießener Anzeiger
von einzelnen Nummern
MM General-Anzeiger für Oberhefsen
richten: Anzeiger Siehea. v ’
vnick an» Verlag: vrShl'fth« llnwerxiüts-vach- an» Stthtömdcrei B. rangt In Sietzen. Sctjrtftlettung an» S-schästrft-IIe: SchuNtratze 7.
Llm den Empfang der Parteiführer bei Hindenburg
erobern."
der Reichsregierung muh auf das
gung
Schärfste
Sieg
aus-
geführt wurde, die ihm eigen ist, und das in Sadowa und Sedan gesiegt hatte, und das in dem bewaffneten Frieden bestand, um Milliarden in die Bewaffnung und alle wehrfähigen Kräfte in die Kasernen zu stecken, dieses System ist mit der Marneschlacht zu- sarnrnengebrochen. und Frankreich hat ein Recht, die anderen nicht wieder aufrüsten zu
u n - nicht
und ein Vortrag von Dr. Mehrmann, Berlin, zum Thema „Rhein, Mosel und Saar im
bekanntgegeben: Entgegen anders lautenden Gerüchten, die zur Zeit umlaufen, teilt Reichswehrmini st er von Schleicher mit, dah er n i ch t
Täter tonnte kurz danach festgenommen werden. Der Mörder hat weiter ein Geständnis abgelegt, auch den Arzt Dr. Boes in Halle erschossen zu haben. Der Täter gibt zur Halleschen Mordtat den gleichen Grund an, der ihn auch zu dem Mord an dem Duisburger Goldschmied veranlaßt habe, nämlich die Vermutung, dah auch Dr. Boes zu seiner Frau Beziehungen unterhalten habe. 3n beiden Fäl-
zurückgewiesen werden. Der
Tatbestand ist folgender: Auf Wunsch mehrerer Mitglieder des Reichstagspräsidiums hatte der Herr Reichspräsident sich bereiterklärt, am Tage nach der Regierungserklärung Vertreter der Reichstagsfraktionen, die gemeinsam eine arbeitsfähige parlamentarische Mehrheit bilden zu können glauben, zu einer Aussprache zu empfangen. Die
Nationalsozialistische Bedenken.
Berlin, 10. Sept. (CAB.) Zu dem in Aussicht genommenen Empfang der Parteiführer beim Reichspräsidenten schreibt der Angriff: Die RSDAP. wird sich gewisse Sicherungen verschaffen, ehe sie ihre Vertreter am Dienstag zum Herrn Reichspräsidenten entsendet. Es wird nämlich trotz eines regierungsseitigen Dementis zu dem geplanten Empfang versichert, daß der Gedanke dazu von Reichskanzler v. Papen selber stammt Er verfolgt dabei, wie versichert wird, die Absicht, nachdem er am Montag die Regierungserklärung abgegeben hat, die Vertreter der beim Reichspräsidenten anwesenden Parteien in dessen Gegenwart zu fragen, -uizz usq ui atzsmunu urutzi goq *qui| fiaaaq aij qo zelheiten bekannte Regierungsprogramm anju« nehmen und zu decken. Wird diese Frage verneint, dann soll der Reichspräsident den Reichstag sofort auflösen.
Die RSDAP. wird den Besuch beim Reichspräsidenten nur dann für aussichtsreich halten, wenn eine Gewähr dafür gegeben wird, daß das Manöver, das man am 13. August mit ihr versuchte, s i ch nicht wiederholt. Sich zur Entlastung des Herrn v. Papen vor vollendete Tatsachen stellen zu lassen, dazu hat die RSDAP. keine Lust.
Die Rationalsozialistisch« Korrespondenz schreibt: Welche Entscheidungen der Reichspräsident auch treffen möge, die RSDAP. habe in den letzten Tagen keinen Zweifel darüber gelassen, daß sie jedenfalls entschlossen sei, mit dem Volke und für das Volk zu kämpfen. Dieser Kampf werde von der nationalsozialistischen Bewegung mit einer Leidenschaft, Erbitterung und Zähigkeit geführt werden, die nur derjenige aufbringen könne, auf dessen Seite nicht nur das Volt, sondern a u ch das geschriebene und ungeschriebene Recht der Ration sei.
entgegen, weil sie sich von ihr eine sehr nützliche Aufklärung des deutschen Volkes verspricht und weil sie keine Möglichkeit ungenutzt lassen möchte, auch im Reichstag eine Mehrheit für ihr Programm zu finden.
Eine Erklärung General von Schleichers.
B e r l i n, 10. Sept. (Funkspruch.) Amtlich wird
Der Wunsch nach Verschiebung.
Berlin, 10. Sept. (211.) Die zwischen Vertretern der Rationalsozialisten, des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei am Samstag gepflogenen Verhandlungen dehnten sich mit Unterbrechungen bis in die späten Abendstunden hin. Gegenstand der Verhandlungen waren d i e auf nationalsozialistischer Seite bestehenden Befürchtungen, daß der Empfang der Parteiführer beim Reichspräsidenten zur sofortige n*2I uflofung d e sR eichs- t a g c s ausgenuht werden könne, wie dies im „Völkischen Beobachter" zum Ausdruck gekommen war. Man will den Reichspräsidenten bitten, daß der Empfang bei ihm erst später stattfinden möge. Außerdem wird geplant, die Aussprache über die Regierungserklärung doch schon am Dienstag beginnen zu lassen. Den Empfang beim Reichspräsidenten möchte man dann möglichst erst nach Schluß der Aussprache im Reichstag vor den Abstimmungen statt- finden lassen.
©er Reichspräsident bereit.
Berlin, 10. Sept. (TU.) Amtlich wird mit- gefeilt: Reichstagspräsidcnt Göring Haffe beantragt, daß eine Unterredung zwischen dem Herrn Reichspräsidenten und den Vertretern derNationalsozialistischenDeul- fchen Arbeiterpartei, des Zentrums und der Bayrischen Volkspartei stafffinden möge, hiermit Haffe sich der Herr Reichspräsident einverstanden erklärt und die Unterredung auf Dienstag anberaumt, heute hat Herr Göring gebeten, dah die Unterredung schon am Montag stafffinden möge. Auch hierzu hat der Herr Reichspräsident sein Einverständnis erklärt. Run wurden die vom Reichspräsidenten zur politischen Aussprache gebetenen drei Fraktionen noch am Samstag vorstellig, die für Dienstag anberaumte Besprechung erst nach der Aussprache im Reichstage, aber vor der Abstimmung stafffinden zu lassen.
©ie Reichsregierung zum Empfang der Parteivertreter.
Berlin, 11. Sept. (TU.) Amtlich wird mit- getcilf: 3n einigen Zeitungen wird die Möglichkeit unterstellt, dah die Reichsregierung in unaufrichtiger Meise „die zum Ziele einer Verständigung gesuchte Aussprache beim Herrn Reichspräsidenten dazu benutzen wollte, um den Reichs- t a g nachher (d. h. nach der Regierungserklärung) sofort aufzulösen, ohne ihiy die Gelegenheit zu einer Stellungnahme zu geben". Diese bisherigen Gepflogenheiten widersprechende verdächtt-
©er Stahlhelm zur politischen Lage.
Berlin, 11. Sept. Der B u n d e s v o r st a n d
Aus aller Welt.
Aufklärung des halleschen Arzfmordes — durch eine Bluttat in Duisburg.
angetastet werden dürsten.
Die eriten Zwischenrufe erfolgten, als der Abgeordnete von Meux den Namen Briands
Kriegsreden auf dem Mme-Schlachtfeld
Herriot und Paul Boncour über Frankreichs ^unveräußerliche Rechte".
Reichsregierung Haffe diesen Wunsch bereifwilligsf befürwortet. Der Zeitpunkt dieser Aussprache war von den Parteien, die beim Herrn Reichspräsidenten vorstellig geworden waren, s e l b st gewählt worden. Lr ist der Reichsregierung völlig gleichgültig. Heber seine Zweckmähigkeit sind nachher bei den obengenannten Parteien selbst Zweisel ausgefauchf, die zu mehrfachen neuen Bitten führten, die dem Herrn Reichspräsidenten zum Teil sogar durch die bereitwillige Vermittlung des Herrn Reichskanzlers oorgefragen wurden. Der Herr Reichspräsident hat sich cluch sogleich mit einer Vorverlegung des Empfanges auf einen Termin, der der Regierungserklärung vorausgehen konnte, einverstanden erklärt.
Die Annahme ist irrig, dah die Reichsregierung durch vorzeitige Reichsfagsauflösung eine politische Aussprache im Reichstag zu verhindern wünscht. Die Reichsregierung sieht vielmehr einer solchen Debatte mit großem Interesse
Versailler Diktat".
Den Höhepunkt der Tagung brachte die große deutsche Kundgebung am Deutschen | E ck. Um 14 Uhr marschierten aus verschiedenen Rich- 1 tungen große Kolonnen sämtlicher Koblenzer und benachbarter Vereine mit ihren Hunderten Fahnen und Wimpeln zum Deutschen Eck, wo sie Aufstellung nahmen, so daß bei Beginn der Kundgebung ins- gesamt etwa 20 — 25000 Menschen versammelt waren. Die Kundgebung wurde durch einen Musikoortrag „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre", der von der R e i ch s w e h r k a p e 11 e des 1. Bataillons I n f.-R e g t s. 1 5 in Gießen vorgetragen wurde, eingeleitet. Senatspräsident A n - Öres, der erste Vorsitzende des Bundes der Saar- oereine, erklärte, das Saargebiet werde dem Reich wiedergegeben werden durch die Einigkeit und Treue des Saarvolkes, das sich zur Volksabstimmung rüste, die 1935 ein Ende machen werde mit dem Spuk der aufgezwungenen Fremdherrschaft. 3m Anschluß an die Festansprache von Pfarrer Wehrden (Saar) verlas Verwaltungsdirektor Theoder Vogel eine Entschließung, in der es heißt: Die Fremdherrschaft, die dem Volk an der Saar aufge- zwungen wurde, verletzt das Selbstbestim- mungsrecht der Völker. Das Volk an der Saar hat eindeutig und einmütig fortgesetzt die Rückkehr des Saargebietes unter d i e deutscheherrschaft gefordert. Es hat 13 Jahre vergeblich auf die Berücksichtigung seines klar zutage liegenden Willens gewartet und rüstet sich nunmehr zu der im Versailler Vertrag vorgesehenen Volks-
Große Saarlimdgebmig am Deutschen Eck
Der Bund der Saarvereine tagt in Koblenz.
konnte seiner Rache keinen Abbruch tun. Becker hat sich im Gefängnis zwar gut geführt und war aus diesem Grunde jetzt begnadigt worden. Er begab sich unverzüglich nach Duisburg, wo er sofort die Adresse seines Rebenbuhlers ausfindig machte. Rach einem kurzen Wortwechsel in der Wohnung des Goldschmiedes zog Becker eine Mauserpistole aus der Tasche und schoß Buchholz durch mehrere Schüfser ni ed er. Der Mann war auf der Stelle tot. Der
Koblenz, 11. Sept. (TU.) Aus Anlaß der 12. Tagung des Bundes der Saarvereine und der großen deutschen Kundgebung für das abgetretene Saar- und Pfalzgebiet am Deutschen Eck hatte die Stadt Koblenz am Sonntag außerordentlich reichen Flaggenschmuck angelegt. Mit einer Mitglieder- und Der- treterversammlung in der festlich geschmückten Festhalle leitete der Bund der Saar- vereine am Sonntag seine Iahrestagung ein. Rach den Begrüßungsansprachen gab der Leiter der Geschäftsstelle Saarverein-Dcrlin, Derbandsdirek- tor Theodor Vogel, einen Rückblick auf die Tätigkeit der Organisation im vergangenen Iahre.
An die Arbeitstagung schloß sich ebenfalls in der Städtischen Festhalle eine große öffentliche Versammlung an, an der nahezu 3000 Vertreter der einzelnen Gruppen des Bundes der Saarvereine teilnahmen. Der Oberpräsident der Rheinprovinz, Dr. Fuchs, sagte Dank und Anerkennung für die unverbrüchliche Treue, die die Saarländer dem Reich bewahrt haben. Das Kapitel über das Saargebiet ist eines der unseligsten und unglücklichsten in dem Versailler Machtspruch. Man hat ein urdeutschesGe- bie t vom Mutterlande losgerissen, damit es 15 Jahre lang überlegen soll, ob es zu seinem Vaterlande zurückkehren oder eine Regierungsform beibehalten will, die g ä n z l i ch u n m ö g l i ch ist, oder ob es sogar zu einem fremden Lande gezwungen wird. Das nlles ist so demütigend und empörend, daß es jedem wahrhaft deutschen Manne die Schamröte ins Gesicht treiben muß. Heute noch wäre es Zeit, dieses traurige Kapitel aus der Welt zu schaffen. Leider bleibt aber nur die Entscheidung durch den Stimmzettel, und wie diese Entscheidung ausfallen wird, darüber kann kein Zweifel sein. Wenn diese Stunde kommt, dann werden wir aber dafür sorgen, daß auf diese Entscheidung von keiner Seite und von keiner Richtung ein Zwang ausgeübt wird.
Darauf folgte der Vortrag von Dr. Dr.-Ing. Hermann Röchling, Völklingen, über die politische und wirtschaftliche Lage des Saargebiets
Paris, 11. Sept. (TU.) Das kleine Städtchen Meaux, in dem und in dessen Rähe der 18. Jahrestag der Marneschlacht besonders feierlich am Sonntag begangen wurde, prangte im Schmuck von Fahnen und Guirlan- den in den französischen und amerikanischen Farben. Der Besuch des Präsidenten der Republik und der französischen Minister sowie der 'Vertreter der Vereinigten Staaten hatte die ganze Bevölkerung vom frühen Morgen an auf die Deine gebracht. Ilm 10 Uhr läuteten alle Glocken ÄU Gedenkgottesdiensten. In der Kathedrale zelebrierte der Bischof von Meaux die Festmesse. An dem Festessen unter dem Vorsitz des Kriegsministers nahmen alle amtlichen Persönlichkeiten und Ehrengäste mit Ausnahme des Präsidenten der französischen Republik und Herriots teil. Letztere hatten sich direkt zum Marne-Schlacht-Denkmal begeben.
Bei dem Essen sprach zuerst der Senator und frühere Bürgermeister von Meaux, L u g o l. Unter brausendem Beifall erklärte er u. a.: .erinnern wir uns immer wieder an 1 870 bis 71 und vergessen wir oei unseren Verhandlungen mit Deutschland niemals die schweren Dedin- aungen.bie unSim Frankfur ter Frieden auf erlegt wurden und die wir b l s z u m letzten Iota habenerfüllen müssen."
Kriegsminister paul Boncour feierte den Sieg an der Marne als die Zertrümmerung eines ganzen politischen Systems. Dieses System, das von Deutschland mit der Methode durch-
Frankreichs begreifen, wenn es von gewissen gefährlichen Kundgebungen hört. Diese Besorgnis läßt Frankreich genug Ab- geklärtheit, um einen Aufruf zur Wieder- aussöhnung sogar an diejenigen zu richten, die Frankreich so schwer bekämpft haben. Frankreich wünscht, daß man deren Ernst begreift, -und daß man sich darüber so frei ausspricht, wie er, Her- riot, es soeben auseinandergesetzt habe. Der Aufbau des Friedens würde ohne derartigen Gedankenaustausch unmöglich (ein.
fprach. Von allen Seiten ertönten Hu-Ruse und Staatspräsident Lebrun, ebenso wie Herriot, zeigten sich sichtlich verärgert über diese unprograinmaßige Trübung der Feier. Gendarmerie griss ein. Rach der feierlichen Uebcrgabe des Denkmals durch den ame- rikanijchen Botschafter Edge nahm als letzter^Red- ner Ministerpräsident Herriot das Wort, -seine Andeutung auf „gewisse gefährliche Kundgebungen und ein Hinweis Herriots auf die angeblich verletzte Neutralität Belgiens wurden von den Anwesenden mit brausendem Beifall ausgenommen.
Herriots Rede.
des Stahlhelms, der am 10. und 11. Septem- zu der im Versailler Vertrag vorgesehenen Volks- | ber in Magdeburg versammelt war, gibt zur Poli- a b ft i m m u n g. Dann wird sich kein Zweifel mehr tischen Lage folgende Verlautbarung bekannt. über seinen Willen hervorwagen können. Die Brüder „Der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, be- und Schwestern im Reich schauen mit Bewunderung grüßt, dah der Reichspräsident den Willen auf den Kampf für Volkstum und Freiheit, der an des Volkes erkennend, die Führung des ber Saar geführt wird, und schwören den Volks- (Staates von Partei- und Sonder- genossen: Treue um Treue! Jubelnd stimmte in ter essen freigemacht hat. Wir ver- bie Menge in das Hoch auf das deutsche Vaterland langen eine nationale Staatsführ u n g. ein, und weihevoll erklangen über den deutschen I die sich auf sich selbst stellt und nur eine (Rhein hinweg die ernsten Klänge des Niederländi- I Verantwortung dem ga nz e n V o lk e (eben Dankgebets, mit dem die eindrucks- und weihe- gegenüber kennt. 14 Iahre haben bewiesen, volle Kundgebung ihren Abschluß sand. daß diese Arbeit nicht durch Wahlen zu erreichen
1 > ist. Darum Schluß mit dem überlebten
Parlamentarismus. Wir verlangen von dieser Regierung, dah sie vorwärts marschiert. Handeln tut not. Richt Reden und Fragen. So wird sie das Vertrauen des ganzen Volkes
Eine furchtbare Rache verübte der 35jäh- rige Kaufmann Heinrich Becker aus Halle (Saale) an dem Goldschmied Heinz Buchholz aus Duisburg, von dem er vermutete, daß dieser mit seiner Frau ein Liebes- lasfen. I Verhältnis unterhalten hatte. Buchholz hatte
Nach dem Festessen begaben sich die Mitglieder ( am 16. August 1927 seine Ehefrau aus Eiserfucht der Regierung nach Vareddes, wo das riesige auf der Etrahe in Halle wegen dieses T^ryatt- amerikanische Erinnerungsdenkmal nisses erschossen. Auch die langiahrnge Kerker- eingeweiht wurde. Zu beiden Seiten der etwa haft, die er für diese Tat verbüßen wußte, sieben Kilometer langen Landstraße bildete eine 1 or™ruA h,n
nach Tausenden zählende Menschenmenge Spalier.
Obwohl der Bürgermeister von Meaux in seiner Rede besonders bemerkt hatte, daß die Enthüllung des Denkmals nicht einer jener lärmenden Kundgebungen gleichen solle, wie man sie anderswo (gemeint ist Deutschland) gewöhnt sei, strotzte das weite Feld um das Denkmal in Kriegs- schmuck. Soldaten mit aufaepflanjtem Bajonett, der große Generalstab und Angehörige von Krieger- vereinen bildeten den äußeren Rahmen dieser Feier- lichkeit bei der keiner der Redner versäumte, auf Öen angeblichen UeberfaU auf Frankreich, die Verletzung der belgischen Neutralität und den Frankreichs hinzuweisen, der ihm nunmehr widerrufliche Rechte einräume, die
Herriot erinnerte in warmen Worten an die amerikanisch-französische Waffenbrüderschuft im Krieg. Es sei jetzt Pflicht, eine un Feuer der Schlachten geschmiedete Freundschaft , , nicht gefährden zu lassen. Frankreich hab«: 1ich
bereit ist, zu einer Verfälschung des Ge- ftetg bemüht, feine Freunde zu verstehen: deshalb dankens einer unabhängigen präsidial- höbe es aber auch das Recht, seinerseits G e - regierung durch ein tatsächlich oon Öen Par- rechtigkeit für ein Frankreich zu ver- teien gebildetes Kabinett die Hand zu bieten. Lr langen, dessen Prüfungen die Wett zu sehr: ver- betonfe, daß er es als eine Untreue gegen- gossen habe und^das durch
übet dem Herrn Reichspräsidenten an- y» beschuldige Frankreich, daß es kriegerisch sehen wurde, wenn er irgend etwas tun wurde, was fimü (ei ^)o könnte man besser als gerade den Bestand des jetzigen Kabinetts gefährden könne. gter in meQUt an j>ic grausamen Wunden und
Schäden erinnern, die nur dem Scheine nach wieder gut gemacht worden feien, die Schäden jener törichten Barbarei, die man Krieg nenne? Der Friede sei im Herzen eines jeden Franzosen als tiefste Leidenschaft verank^t. Wir werden uns hüten, durch unvorsichtige Kundgebungen jene Machtinstinkte zu wecken, die man nicht mehr zügeln kann, wenn man sie sich einmal hat entfesseln lassen.
Wir stehen hier an den heute ruhigen und Hellen Ufern der Marne, die noch gestern in Blut sietaucht waren. Denken wir daran! Was wäre aus uns geworden, ohne die geniale Iwprovisierung eines Generals, der eine anscheinend besiegte Ar- mee übernahm und sie durch eine Willensanstrengung zu einem entscheidenden Mittel des Sieges umwandelte? Und obwohl Frankreich überall Hilfe und Unterstützung gefunden Ijat, hat die Unglück- liche französische Zivilbevölkerung vier Iahre lang das Martyrium der Verbannung oder der Invasion kennengelernt. Verständige und unabhängig denkende Leute müssen also die Besorgnis


