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Schriftsteller als Werkbeitrag venenr.

Das Reichsgericht hebt das Urteil gegen den Schriftsteller Karl Strecker auf.

Auf die Revision des Schriftstellers Karl Strecker, der unter aufsehenerregenden Umstanden im vergangenen 3ahr das von rhm tn Klein- Machnow bei Zehlendorf mietweise bewohnte Landhaus ,m Brand steckte. hat das Reichsgericht das gegen ihn vor dem Schwur-

Aussichten fürMittwoch: Noch unbestän­dig und kühl mit Regenschauern, dann wechselnd be­wölkt mit vorübergehender Aufheiterung.

Aussichten für Donnerstag: Anfänglich leichte Besserung, später Anzeichen für erneute Wet­terverschlechterung.

Lufttemperaturen am 11. April: mittags 9,3 Grad Celsius, abends 5,4 Grad: am 12. April: morgens 3,1 Grad. Maximum 10,2 Grad, Minimum 2,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. April: abends 8,2 Grad, am 12. April: morgens 6,0 Grad Celsius. Niederschläge 3,5 mm. Sonnenschein» dauer 1H Stunde.

t Ou muuiu^u UUUH ispielhaus: er W ürste auch bei unHto

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Opelwagen sind erprobt und bewährt! 1 2 L I T E R 4 Z Y L I N D E R VON R M 1890 AN / AB WERK

Wie das .Memeler Dampfboot" meldet, besinn det sich der am Samstag verhaftete Schul- rat Meyer noch immer tm GefängniSvon Dajohren, wo er nach den für die 3nsassen dieses Gefängnisses geltenden Vorschriften behandelt wird. So darf er beispielsweise nicht Messer und Gabelbenutzen. Auf der Liste der Dolkspartei, auf der Schulrat Meyer an dritter stelle kandidiert, bleibt er auch nach seiner? Verhaftung. Die Vertreter der Partei erhielten die Genehmigung, ihn heute zu b e s u ch e n, damit er die Kandidatenliste unterzeichnen könne.

Aus aller Welt.

Oie Sttarek.Kundeli.

3m Sklarek-Prozeß wurde die Zeugenvernehmung über die Zuwendungen fortgesetzt. Dbermagiftrats» rat Clementz traf im Ostseebad Misdroy Leo Sklarek und den Angeklagten Gäbel, auch kam Hoffmann hin. In einem Lass habe man Stadtrat Gäbel mit Leo Sklarek getroffen. Gäbel habe so­fort mehrere Lagen Kognaks bestellt und sich sehr freigiebig gezeigt, ebenso Leo Sklarek. Den Damen sei sofort Konfekt an den Ne­bentisch geschickt worden und Leo Sklarek

Wettervoraussage.

Dos Zusammentreffen verschieden temperierter Lustmassen auf dem Festlande hat im Laufe des gestrigen Nachmittags zu Niederschlägen geführt, die in den Abendstunden sogar von Gewitterstörungen begleitet waren. Don dem nordischen Storungs­system haben sich zwei Tiefdruckkerne abge|pa(ten, von denen der eine heute morgen über Norddeutsch- lond tag. Seine Rückseite ist bereits bis in unseren Bezirk in Erscheinung getreten, d. h. kühle Luft hat Temperaturrückgang und Schauertätigkeit veranlaßt. Auch im Laufe des morgigen Tages wird die Halt­luft noch unbeständiges und kühles Wetter mit Schauern bringen, das jedoch durch einsetzenden Ba­rometeranstieg zur Beruhigung kommt. Das neue Tief über dem Nordatlantik läßt allerdings eine Besserung von längerer Dauer nicht Zustandekommen^

SaSinnL1 zwischen den genannten fünf

Regierungen vom 8. Mai 1924 in Paris abge­schlossenen Memelkonvention bezieht

2?ae1chrift führen die vier Regie- ^s^ni die Absetzung des Präsidenten des M«neldirektoriums B 0 t t ch7r . die E^nu^ neuenDire^ toriums sowie die Auflösung des Me- mV # m' Diese Taten, so wird be-

tPJ* Meinungsverschiedenheiten Hins ich t- h4> der Frage dar, ob sie in Aeberein- der Memelkonven- tion angefugten Statut des Mernel- LnMeinungSverschiedenhei- ^u^ch , Intervention des Völker- bundsrats noch durch Verhandlungen zwischen den genormten fünf MLHten beigelegt werden konn- S1-eingangs genannten Mächte, daß der Gerichtshof sich zu sechs Fragen aussprechen soll, die von den vier Mach, ten mit Bezug auf die oben angeführten Vor­gänge formuliert worden sind.

Die Walther-Rathenau-Gesellschaft hat den Wal- ther-Rathenau-Preis für 1931 in Gestalt der Me­daille den Herren Dr. M e l ch i o r (Hamburg) und Harry Graf Keßler (Berlin) zuerkannt. Der Geldpreis wurde in diesem Jahre nicht verliehen, sondern wegen der Notlage der Zeit a n m e hrere 6 ch r i f t ft e 11 e r als Werkbeitrag verteilt.

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Aus der provinzialhauptsiadt.

Gießen, den 12. April 1932.

Eßbare Schulweisheit.

Der Brauch, die Buchstaben des Alphabets in Form von kleinen Kuchen herzustetten und diese den Kindern vor Beginn des ersten Lernens zu geben, war bereits bei den alten Griechen und Römern üblich- So sollten die Kinder daS Alpha­bet gewissermaßen spielend und essend erlernen. Auch von manchen Heiligen aus den ersten Jahr­hunderten der Christenheit wird in der Volks- Phantasie behauptet, daß sie das Alphabet durch Buchstaben in Kuchenform erlernt hätten. Be­sonders vom Heiligen Eolumbanus, einem Missio­nar bei den Germanen, der im 6. und 7. Jahr­hundert lebte, wird behauptet, daß er die erste Schulweisheit sozusagen in sich gegessen hätte. Auch bei den Juden sind mindestens feit dem 11. Jahrhundert unserer Zeitrechnung Buchsta­ben in Kuchenform bekannt, die den Kindern vor dem ersten Lernen zum Verspeisen gegeben wurden. 3n der mittelalterlichen Zeit war in Deutschland der Brauch häufig anzutreffen, den Kindern, die zum ersten Lernen angehalten wer­den sollten, Schultafeln aus Lebkuchen zu schenken, auf denen das ABC mit Honig aufgemalt war. Kuchen in der Form von Buchstaben erhalten die Kinder in den Zeiten des ersten Schulganges noch heute in vielen Gegenden.

Roch häufiger ist der Brauch, die Buchstaben des Alphabets ganz klein zu hacken, und sie so den Buben und Mädchen vor dem ersten Schul- gang in den Brei oder in die Suppe zu tun. Besonders in Süddeutschland sind derartige Bräuche noch sehr häufig. Wiederum in anderen Gegenden legt man schon den Kindern in der Wiege das Alphabet unter das Kopfkissen. Da­durch sollen die Kinder gleich von vornherein sehr lerneifrig werden. Dieser Brauch scheint weiter südlich entstanden zu fein. Heute ist er auf Sardinien und Sizilien noch allgemein üblich, läßt sich aber auch in Mitteleuropa bis hinauf nach Schweden und Norwegen noch Nach­weisen. Rach dem Volksglauben in Spanien und Portugal sind die Kinder lernbegierig und geistig empfänglich zu machen, wenn sie ein ganz klein­gehacktes Alphabet aus Papier verschlucken. Dieser'Brauch, der zeitweise auch in Schottland und Irland anzutreffen war, hat sich weiter noch in Südamerika gehalten. 3n Riederdeutschland wird das Alphabet oft in Abzähltexten wieder­gegeben, die die Kinder auswendig lernen müssen.

Aber noch weit darüber hinaus hat das Alpha­bet im Volksglauben mancherlei Bedeutung. AIS Zettel unter den Kopf gelegt, soll es nach altem Volksglauben gegen Gicht und Ausschlag Helsen. Auch mit einigen Bräuchen am Andreas- abend ist das Alphabet verbunden. Dieses wird an eine Tür oder an eine Tafel gemalt und je nachdem, auf welchen Buchstaben ein junges Mädchen mit verbundenen Augen greift, soll der Vorname des Zukünftigen beginnen. Als Kenn­zeichnung des Anfangs und des Endes ist das Alphabet weiter sehr oft an Glocken und Münzen, auf altchristlichen Monumenten, auf Leichen­steinen, Särgen, auf alten Tonlampen und auf Bildwerken in den Katakomben Roms angebracht.

Borrrotizcn.

Tageskalender für Dienstag. Stadt- theatc-r:Liebelei", vorherDer verwandelte Ko- möbinnt", 19.45 bis gegen 22.30 Uhr. T. D.: im Augustiner", Monatsvcrsammlung. 1. Reichs­kurzschriftgesellschaft: 19 Uhr, Pestalozzischule, Nord­anlage, Beginn des Anfänger-Lehrgangs. Bap- tiften-gemeinde: 20.15 Uhr Gartenstraße 13, Vortrag überFlucht aus Sodom . Lichtspielhaus, Bahn- hofftraße:Mädchen in Uniform".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 19.45 Ahr, als 26. Q3o Jt.liung im DienstagabonnementLiebelei" von Arthur Schnitzler, 3nszenierung Karl Hey- sers. VorherDer verwandelte Komödiant", ein Spiel aus dem deutschen Rokoko von Stefan Zweig. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Mor­gen, Mittwoch, 13. April,Romeo und 3ulia", Trauerspiel von William Shakespeare unter der Spielleitung des 3ntendanten Dr. Rolf Prasch. Eine neuartige Drehbühneninszenierung. Die Titelrollen spielen Beatrice Doering und Rai­mund Schelcher. Beginn: 19 Ahr, Ende: 22 Ahr. 26. Vorstellung im Mittwochabonnement.

Kirchenmusikalische Beran st altung. Am Sonntag, 17. April, 20 Uhr, findet in der Jo- hanneskirche ein Kirchenkonzert statt dessen Erlös zu Gunsten des Evangelischen Schwesternhauses be- stimmt ist. Die Veranstaltung bringt wie man uns schreibt in reicher Folge Werke von Bach, Schütz Mendelssohn, Hummel u. a. als Sologesänge, Duette und Kantaten zu Gehör. Sämtliche Mitwir- lende gehören der Gesangsschule von Frau Dr Meyer an, von der auch die ganze Veranstaltung geleitet wird. Herr Organist Habicht hat außer Solovorträgen auf der Orgel auch die Begleitung der Gesänge übernommen. Da Kirchenkonzerte dieser Art wenig zu hören sind, sei auf das Konzert be- sonders hingewicsen, schon mit Rücksicht auf den guten Zweck. Näheres ist aus der heutigen Anzeige zu ersehen.

Der BundHaus und Schule hat für das Sommerhalbjahr wieder eine Reihe von Deranstaltungen vorgesehen, die so schreibt man uns seinen Mitgliedern und Freunden mancherlei Schönes und Interessantes bieten werden. Als erster Abend ist Freitag, 15. April, vorgesehen. Reichsbahnamtmann Dörr wird über Luther in Obcrhessen" erzählen. Man beachte die morgig« Anzeige. __________________

habe sich vor allen Dingen bemüht, daß eine Sta­pel l meister in aus dem Admirals-Palast in Berlin, die ebenfalls im Lokal war, die dortige Kapelle dirigierte und dafür drei Flaschen Sekt ausgesetzt. Zu einer dramatischen Episode kam es dann, als der Vorsitzende plötzlich an den Angeklagten Gäbel die Frage richtete:Wollen Sie jetzt den Bisammantel zugeben? Der Mantel ist ja beschlagnahmt worden und es würde vielleicht für Sie sehr unangenehm sein, wenn die Emp­fängerin hier als Zeugin erscheinen müßte." Gäbel gab hierauf den Empfang des Man» tels zu. Er habe den Pelz durch Vermittlung von Max Sklarek für 400 Mark gekauft.Ich hab '' 400 Mark auch an Mar Sklarek bezahlt." Der angeklagte Lehmann erklärt, daß er die 400 Mark

Eine frühere Angestellte der Sklareks bekundete, daß an den angeklagten Stadtrat Gäbel verschiedene Sendungen, u.a. Garderobe für seine Frau geschickt wurden, lieber die Bibliothek, die Gä­bel von den Sklareks erhalten und die 1600 Mark gekostet habe, wurden die Inhaber der Lieferfirma gehört. Eine andere frühere Angestellte der Skla» reks schilderte, daß Frau Schmitt, Frau Hoffmann, Frau Gäbel und die Frau des Stadtbankdirektors Schröder ihre Kleidereinkäufe bei den Sklareks tätigten und dabei verwöhnte Ansprüche zeigten, daß nicht die KDG.-Sachen genügten, sondern Kleider namhafter Kon­fektionsfirmen geholt werden mußten. Nach dem Preis hätten die Damen nie gefragt. Auch Frau Direktor Brokat und deren Tochter hätten das Ballkleid für den Presseball auf diese Weise bezogen. Ferner soll Etadtbankdirektor Schmitt auch einen Teppich von den Sklareks erhalten haben. Die Zeugin hatte auch Frau Hoff­man den Nutria-Pelz vorgelegt, der von Gerson ge­holt wurde, nachdem die anderen Pelze ihr nicht gefielen. Die Zeugin meinte, daß der Pelz b e i Gerson 3000 bis 4000 Mark gekostet habe. Hoffmann wurde er mit 800 Mark von den Sklareks in Rechnung gestellt.

Bei dieser Gelegenheit erklärte Leo Sklarek: 3n der Voruntersuchung habe ich Hoffmann be­wußt geschont. Jetzt kann ich sagen: Er hat den Pelz überhaupt nicht bezahl t." Hoff­mann legte demgegenüber eine Reihe von Quit­tungen vor und blieb dabei, daß er die 820 Mark, die man von ihm gefordert habe, bezahlt hätte.

Die Rückwanderung auf das Land.

Die Einsicht, daß in der Stadt hie ße- bensmöglichkeiten viel schwieriger sind als auf dem Lande, bringt allmählich in roei- tere Kreise. Schon liegen einige Zahlen über die Rückwanderung aus den Städten auf das flache Land vor. Aus Berlin flüchteten im Jahre 1931 rund 33 000 Einwohner oder 7,7 vorn Taufend, aus H a m b u r g rund 11 000, aus D u i s- burg-Hamborn 6000, aus Frankfurt a. M. und Gelsenkirchen je 5000. Don 50 deutschen Grc> ßstädten verlieren 39 insgesamt 109 000 Personen, in den übrigen ist nur ein geringer Zu­wachs von 7000 zu verzeichnen, so daß sich für die gesamten Großstädte ein Abgang von 102 000 Ein­wohner oder 5,2 v. T. ergibt, für die Mittel­städte mit 50 000 bis 100 000 Einwohnern von rund 6000 oder 1,7 v.T. Einwohnern.

Der Walkher-RathenauPreiv.

" ZurDoranschlagsberatungimGie, ßener Kreistag, über die wir gestern berichte­ten. wird uns von Herrn Wilhelm Lemp Kreis» tagsmitglieb des Christlich-Sozialen Dolksdienstc^ heute mitgeteilt, daß der Antrag, für die Inner« Mission und die Krüppelfürsorge die vorjährige Bei­hilfe wieder zu bewilligen, nicht von dem Ärete» tagsabg. Schudt, sondern von ihm gestellt worden sei. Herr Lemp erklärt, er habe Viesen Antrag während der Kreistagssitzung schriftlich gefteflt, und der Antrag sei von den Abgeordneten Schudt, Schein^ Schmidt, Wagner, Don Eiff und Dr. Katz mit unten zeichnet worden.

ei Privattelegram mverkehr von Reisenden tm Zuge. Am den Reisenden bei den nur kurzen Aufenthaltszeiten in Eil« und SchneUzügen auf den AnterwegSbahnhöfen die Aufgabe von Telegrammen zu erleichtern, können in den Schnell- und Eilzügen gewöhnliche Privattelegramme in offener Sprache mit nicht mehr als 14 Worten nach Bestimmungsorten in Deutschland durch Vermittlung des Zugführer- ober Schaffners aufgegeben werden. Die An­nahme der Privattelegramme im Zuge erfolgt gegen Zahlung der tarifmäßigen Wortgebühr und einer Sondergebühr von 20 Pf. für daS Telegramm.

Der Hubertus, Verein weid­gerechter 3äger, Sih Gießen, hielt wie man uns berichtet vor einigen Tagen seine Aprilversammlung imHessischen Hof" ab. Diese nahm zunächst mit Freude davon Kenntnis, daß nunmehr auch der Hessische Oberforftcrbcrbano das Verbot jeglichen rauhen Schusses auf Schalen­wild bei der obersten Forstbehörde beantragt und damit den dahingehenden Bestrebungen des Hubertus willkommene Anterstützung geschenkt hat. Man beschloß sodann die Mitarbeit an dem zu gründendenRaturring", einer Vereinigung hessi­scher heimatliebender Vereine, die daS neue hes­sische Raturschutzgeseh und die Erkenntnis feinet Bedeutung fördern will. Die Heranzucht eine- guten Gebrauchshundes. des unentbehrlichen Ge­feiten des weidgerechten Jägers, soll wie immer durch eine Derbandsjugendprüfung gefördert werden. Der Schiehplan für das 3ahr 1932 wurde nach den Vorschlägen der Schießkommission genehmigt. Danach wird das jagdliche Schießen auf den Ständen des Vereins auch in diesem 3ahre wieder gepflegt werden. Wit Rücksicht auf die finanziellen Verhältnisse wird dabei auch die Kleinkaliberwaffe als Aebungswafse zuge- laffen fein. Auch fönst wurden Maßnahmen ge­troffen, die das Schießen in einer solchen Weife verbilligen sollen, daß auch jetzt noch seine Pflege möglich ist. Denn der saubere Schuß gebärt nun einmal zum weidgerechten Jagen, und auch hier macht nur Hebung den Meister. Es sprach dann über das Thema:FcühjahrSarbeiten des Hegers im Feld- und Waldrevier" der Vor­sitzende, August PaScoe, Dutenhofen, woran sich ein lebhafter Austausch von Erfahrungen anschloß. Schließlich wurde noch mitgeteilt, daß der eine der beiden Ahus, die im Vogelsberg wieder eingesetzt werden sotten, elngetroffen fei Cs handelt sich um ein Wännchen, einen Wild- fang aus Ostpreußen.

Vv gische Handelsschule. Das Schul­jahr 1931/32 der Vogtschen Handelsschule Gießen schloß am 19. März. Wehr als 180 Schüler und Schülerinnen besuchten so berichtet man unS den Tages -Dollunterricht in den beiden Anter- richtsanstalten. Dazu kommen noch Über 120 Son­derkursteilnehmer in Buchführung, Maschinen­schreiben und Stenographie. Die Fachausbildung wurde in allen Fächern immer mehr der kauf­männischen Praxis angepaßt. Reben dem neu ein* geführten Lehrgang für Maschinenschreiben wur­den Hebungen mit der elektrisch betriebenen Rechenmaschine durchgeführt. Während des Be­richtsjahres wurden mehrere Gießener Geschäfts­betriebe besichtigt, ebenso wurde im Sommer mit einer Schüler gruppe eine freiwillige Studienfahrt nach Hamburg und Cuxhaven unternommen.

' Vortrag fürKraftfahrer. Am Don­nerstagabend sprach im Katholischen VeveinS- haus der Beauftragte derContiTrental"-Gummi­werke (Hannover), Dr. Erenzien, über die Herstellung und Behandlung des Gummireifens. Der Redner gab nach einem kurzen Hinweis auf die Rotwendrgkeit und Möglichkeit, auch am Autoreifen zu sparen, einen Aeberblick über die Herstellung des Gummireifens. Man hörte von der Gewinnung des Gummis, von der Bear­beitung der Rcchstoffe (Gummi, Baumwolle), und schließlich hatte man Gelegenheit, die gesamte komplizierte Herstellung der Reifen selbst kennen­zulernen, wie sie in der neuzeitlich eingerichteten Fabrik vor sich geht. Interessant waren auch die Darlegungen über die Fortschritte im Reifenbau. Der zweite Teil deS Vortrages befaßte sich ein­gehend mit der Pflege der Bereifung. 3n Wort und Bild wurden alte Faktoren erläutert, die schädigend auf den Reifen einzuwirken imstande sind. Insbesondere lernte man die Zerstörungs­erscheinungen kennen, die bet zu geringem Luft­druck. bei Aeberlastung des Kraftwagens, bei falschem Radstand und bet schlechten Fährgewohn- heiten des Kraftzeugführers eintreten können. Der Vortrag fand seinen Abschluß mit einem Hinweis auf die gewaltigen Leistungssteigerungen im Reifenbau. Die Ausführungen wurden mit dankbarem Beifall aufgenommen.

Weitere Lokalnachrichten im 2. Blatt

©er Führer desRhein-Main-Gastwirie- verbandes gestorben.

WSN. Darmstadt, 11.April. Der Führer de» Rhein-Main-Gastwirteverbandes, Paul Tischler, ist in Darmstadt nach längerer Krankheit gewor­ben. Er war Vorstands- und Ehrenmitglied der Gastwirteinnung Darmstadt und Gründer des Kaffeehausbesitzer-Verbandes Hessen, dessen Präsident er bis zu seinem Ableben noch war.

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gericht Potsdam am 19. Oktober 1931 ergangene und wegen Brandstiftung und DerficherungSbetru- geS auf ein Jahr Zuchthaus lautende Ar­tet! aufgehoben und die Sache zur anderwei­tigen Behandlung uni) Entscheidung an die Dor- instanz zurückverwiesen.

Schwere» Grubenunglück bei Gladbeck.

Auf der Schochtanlage III/VI von Matthias Gün­nes in Brauck bei Gladbeck brach in einem Rutschen­betrieb auf einer längeren Strecke das Hangende zusammen. Ein an dieser Stelle beschäftigter Re- oierfteiger und vier Hauer wurden von den Ge­steinsmassen verschüttet. Nach stundenlangen Bemühungen gelang es, den Reviersteiger und drei Hauer als Leichen zu bergen. Ein vierter Hauer wurde ohne sichtbare Verletzungen aufgefunden und ins Krankenhaus gefchaftt. Er liegt aber zur Zeit noch in tiefem Schlaf.

Schwerer Anfall bei einer Jenerroefjrübung.

3n München ereignete sich bei einer Hebung der Abteilung 4 der Freiwilligen Feuerwehr, die jetzt ihre Frühjahrsübungen abhält, ein schwerer Unfall, bei dem zwei Feuerwehrmänner schwer und ein weiterer leicht verletzt wurde. Eine an der Rückseite eine- Schulhauses aus­gestellte 19 Meter hohe Schiebeleiter wurde plötzlich von dem Rückprall eines heftigen Wind­stoßes erfaßt und zu Fall gebracht. Der zu oberst stehende Feuerwehrmann erlitt eine Wir- belsäulenverletzung und komplizierte Anterschenkel- brüche, der in der Mitte stehende trug Beirchrüche davon, während der dritte Feuerwehrmann nur leicht verletzt wurde.

Schwere» Skiunglück in den Zillertaler Alpen.

Fünf reichsdeutsche Skifahrer sind in den Ziller- toter Aloen auf einer Fahrt über den Waxeck- und Mösele-Gletscher verunglückt. Der Student Hein- rich Lodze aus Dresden wurde tot geborgen. Das Schicksal der vier anderen Teilnehmer ist noch unbekannt.

Gekentert und ertrunken?

Nach Eltville sind der 18 Jahre alte Arbeiter Wilhelm und der 16jährige Arbeiter Rath von einer Fahrt, die sie mit einer Schaluppe rheinauf­wärts unternommen haben, nicht zurück­gekehrt. Es muß angenommen werden, daß den jungen Leuten ein Unglück zugestoßen ist. Die Möglichkeit besteht, daß bei dem heftigen Sturm das Boot kenterte und die beiden Insassen ertrunken sind.

Ein Toter, neun verletzte bei einem Autounfall.

8( n Ausgang der Stadt Weimar fuhr ein mit zehn Personen besetzter Sechssitzer gegen einen Baum und wurde zertrümmert. Der 26jährige .Kraftwagenführer Menge aus Wei- mar wurde getötet. Die anderen neun Personen die von einem Frühlingsfest kamen, wurden mit Ver­letzungen ins Krankenhaus gebracht.

Einbrecherbesuchen" den Leiter der Berliner Mordkommission.

3n die Wohnung des bekannten Berliner Kri- minalrateS Gennat, deS Leiters der Berliner Mordkommission, in Cbarlottenburg, sind Ein­brecher eingedrungen, Die die Abwesenheit des Kriminalrates und seiner Wirtschafterin benutz- ten, um die Wohnung zu durchsuchen. Rachdem sie alles durchwühlt und nichts ge­funden hatten, gingen sie in daS Zimmer der Wirtschafterin, wo sie 700 Qltarf Bargeld und einige Schmuckfachen fanden. Die Täter sind mit ihrer Deute unerkannt entkom­men.

Sprung vom Turm der Jtofre Dame.

3n P ar iS hat ein 25 3ahre alter in München geborener polnischer Student Selbstmord begangen, indem er sich von einem Turm der Rotre Dame-Kirche herunter­stürzte. Er soll sich zwar eifrig seinen Stu­dien gewidmet haben, aber all fein Geld in Pferderennwetten verloren und auS Verzweiflung darüber die Tat begangen haben.

Erdstöße und Vulkanausbrüche in Chile und Argentinien.

In Chile und Argentinien wurden Erd- bebenstöße verspürt, denen Eruptionen des Riesen- vulkans Tinguiririca und anderer kleinerer Vulkane in den Zentrallanden folgten. Die bei den Aus­brüchen ausgeworfene Asche, die vom Wind fort­getragen wurde, verdunkelte weithin den Himmel und senkte sich wie ein dichter Mantel über zahlreiche Gegenden nieder, so den Schrecken vermehrend, der infolge der Erdstöße unter der Be- Dotierung der Städte und Dörfer verbreitet worden war. Der Verkehr muhte unterbrochen werden, und in einzelnen Ortschaften war die Dunkelheit so stark, daß es den Leuten zeitweise nicht mög­lich war, ihren beruflichen Obliegenheiten nachzu- gehcn. Opfer der Naturkatastrophe sind bisher nicht gemeldet worden. Die von ihr berührten Gegenden erstrecken sich über einen Landstrich von schätzungs- weise 650 Kilometer Länge und 1000 Kilometer Breite.

Untergang eines französischen Segelschiffes.

Der DampferDeerpool" Hot vier Matrosen des französischen SegelschiffesRouzic" aufgenommen, das auf 45,58 Grad nördlicher Breite und 9,53 Grad westlicher Länge bei stürmischem Wetter unterge- gongen ist. Acht Rettungsboote, in denen sich 2 5 Mann befanden, werden vermißt. Die Rounc" war in Saint Malo nach Saint Pierre und Miquelon in See gegangen.