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Lagesorbimng: l.Zabresbericht.

2 Zabresvoranschb' z'BeittagsietAK.

4. Anträge unb Her anitaltungen, >5. Wahl bet Sie»- nungsvmser.

Nr. 6( Zweites Blatt

Tietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Sderheffen)

Samstag, 1?. März 1952

. L1.^

Hindenburg.

Don Erich Marcks

Der berühmte Geschichtslehrer der Berliner Universität, der gefeierte Biograph Bismarck« und Kaiser Wilhelm« I., der Meister de« historischen Essay«. veröffentlicht in den .Süddeutschen Monatsheften" einen Aufsatz über Hinden­burg und seine erste Präsidentschaft, dem wir die folgenden Sätze entnehmen.

Im Jahre 1925 stellte sein Volk den 78jährigen Hindenburg an die Spitze de« Reiches. Er gehorchte von neuem. Dem histo­rischen Blicke prägte sich damals die tiefe Verwandtschaft Hinden­burgs mit Kaiser Wilhelm I. ein der beiden hohen Soldaten aus preußisch-konservativer Welt, die beide, der Prinz und König weit früher, der General als Dreis, in eine veränderte politisch« Epoche mitwirkend und leitend hinübertreten muhten und es in ernstem innerlichem Ringen taten, ohne ihr Wesen und ihren innersten Glauben auszugeben, beide der Pflicht und ihrem Lande getreu, in der Selbstüberwindung zuerst, in der belebenden Sorttoirtung ihres eigensten historischen Wirten- so­dann. Wilhelm I. als unwegdenkbarer Mitarbeiter. Mitgestalter eines neuen Deutschlands, US eine ungebrochene historische Macht, die sich einfügte, getragen vom eigenen Kampfe und Siege und von der Schwungkraft der preuhischen Krone, der Feldmarschall. ihm hundertfach ähnlich an Ursprung und Form der Persönlichkeit, von ihm geschieden durch den Abgrund der Riederlage. Gr wurde Reichspräsident in bitterster Zeit, außen die Machtlosigkeit gegen den unverringerten Hah der Feinde, innen an Stelle de« Herr­scher- der Präsident der parlamentarischen Republik, ohne die Verfügung über den Staat Preußen, Machtlosigkeit hier und dort und noch kein Aufflammen einer befreienden Sonne.

Gr wurde, als Staatsoberhaupt der jungen Verfassung, zum zurückhaltenden Regulator des Spielers ihrer Gewalten. Die wachsende Lebensgefahr seines Volkes schuf ihm die neue Pflicht. Da« Kabinett Vrüning begann und steigerte seine Arbeit, und Hindenburg deckte sie. Was da an immer erhöhtem, an immer schärferem, immer allmächtigerem chirurgisch-schneidendem Eingriffe de« Staate«, alle« Leben aufwühlend und umgestaltend auf Deutsch­land einstürmte, diese Anwendung der äußersten Mit­tel, diese- Gefühl der Berechtigung und der Verpflichtung de« Dtaat«mannes zu äußerster Anspannung jeder noch eben ertrag­baren Möglichkeit, so grausam diese Spannung auch sein müßte, im Kampf gegen den nationalen Tod: das paßt zu Hindenburg- politischen Bekenntnissen in seinem Buche von 1919.

Und noch mehr war es die politische Form, in der diese Gesetzgebung vollzogen wurde: die Suspension des Reichstages, der Parteien, die Souveränität des Reichskabinetts, die Diktatur der Rotverordnungen selbst. Die Wahlen von 1930 gaben keine Möglichkeit einheitlicher parlamentarischer Regierung, nicht ein­mal einheitlicher Oppositionen. Schon das machte den Reichspräsidenten zur entscheidenden Macht. Und die Unge­heuerlichkeit der Rotlage, der Zwang. Entscheidende- zu tun, wirkte ebenso. E r mußte regieren, über das Regelmäßige weit ßinaufcgreifcnb; er ermöglichte es seinen Mitfistern. Er nahm sie aus den Politikern überwiegend der Mitte und der gemäßigten Rechten, er blieb seiner natürlichen Richtung ge­treu. die preußisch-deutsche Vergangenheit setzte sich in diesem Kabinett noch einmal durch, trotz der überwiegenden Stärke der radikalen Flügelparteien: er und die Seinen blieben in der Mitte, über den Gruppen auf eigener Bahn, auf selbständigen Wegen: und er bestimmte die Form und das Ziel seiner Re­gierung ganz aus dem.Artikel 48 heraus, ganz von oben her. Rur dadurch war sie möglich, und das war ihr verfassungs- geschichtlicher Grund und Standort. Sie ruhte auf der Autorität: der Autorität Hindenburg-. Parlamentarisches Partei­regiment in Deutschland war seit 1918 immer von neuem gescheitert, es ertrank in Unfruchtbarkeit. Deutschland bedurfte der Leitung von einer Stelle her: fein Reichspräsident nahm sie in die Hand. Darin war er ganz Persönlichkeit. Der Soldat hatte es leichter, über den Parteien zu stehen als die Politiker, vollend« die Parteipolitiker lelbst. Er lehnte sich an die Verfassung, aber er dehnte deren Möglichkeiten aus, er blieb legal, aber er erhöhte über den Geist dieser Verfassung, wie sie war, die Rot­wendigkeit verantwortlich-persönlicher Zusammenfassung. Für diese Rettung setzte er, still und selbstverständlich, die Unbegrenztheit seines persönlichen Ansehens ein.

Seine Einwirkung auf den Gesamtinhalt der Innenpolitik habe ich nicht zu bestimmen gewagt, nur ihre Verwandtschaft mit seinen älteren Grundsätzen Seine Einwirkung auf die Einzelbewegung der Politik, ihrer Kämpfe und Stöße, wage ich ebensowenig zu bestimmen. Die Vermutung spricht dafür, daß sie weit größer war. als die öffentliche Meinung annehmen mag; man ahnt in Krisen und Entschlüssen den Griff dieser ruhigen festen Hand, diese« Sinnes für das Einfache und Gesunde, vor allem

dieser Persönlichkeit voll Willens. Man weiß aus dem Weltkriege, wie der schweigsame Riese in Stunden höchster Gefahr die Entscheidung gegeben hat, einfach durch die Wucht seines schweigenden Beharrens, wie er so die weltgeschichtliche Rettertat von Tannenberg geleistet hat. Die Größe der Fragen hat er zweifellos erkannt; den M u t zum Wagnis besaß der Präsident wie einst der Feldherr; er packte das sachlich Rot- wendige an; Persönliches erstrebte er nicht und fürchtete er nicht. Temperament und Charakter: die gab er, und niemand konnte sie ersehen. Und hier eben schuf er Reue-, in dieser Diktatur des Reichspräsidenten; hier füllte er die Lücke von Weimar: der Gewählte des Volkes, derHüter der Verfassung", die er lebensnotwendig weiterbildete. Diese Herstel­lung einer leitenden Autoritär im zerfallenen Gebäude des neuen Reiches war feinem Wesen tief verwandt, eben weil er der Sohn des alten Preußens war.

Er hob sich über Parteien, Reichstagswahlen und Formen hinaus: hier wurde er im Handeln zum Rachfolger sogar auch Bismarcks selbst, sicher wiederum Wilhelms I Er stützte sich auf die Uebcrlicferung seines Staates, auf die Kräfte und Instinkte, die dieser in sich trug. Er ist noch in seinem Buche von 1919 den Richtpreußen gegenüber der stolze Altpreuße. 3m tiefsten Kerne blieb er das natürlich; aber fern eigenes Bewußtsein und das

Gefühl der Ration zu ihm hatte inzwischen die Einseitigkeit feine« Preußentums überwunden. Gr ist der Inbegriff des Gan­ze n geworden. Geschichtliche Kräfte stellt er dar, in dieser schlichten Persönlichkeit aus der Vergangenheit über Wandel und Anerken­nung der Gegenwart einer Zukunft zugelenkt; Kräfte unpersön­licher Art; überpersönlich ist ja schließlich seine Erscheinung selbst. Er ist wie der Roland, den Lederer gestaltet hat, von granitener Monumentalität; alles Kleine gleitet von ihm ab; er sucht nicht sich selber, und seine Sachlichkeit ist die eigentliche Grund­lage seiner seelischen Macht. Gr ist in jedem Augenblick er selbst und eben in feiner Urtümlichkeit über diese« unverlierbar Persön­liche erhaben: er steigert sich zum Allgemeinen in der Einfachheit seines Ausdruckes, dem Klange der dumpfen tiefen Stimme, den Formen des schlichtgewaltigen Kopses; der Sohn dieser nord­deutschen, dieser deutschen Erde, der Gutsherr von Reudeck, der Gast der bayerischen Berge und 3agben, der Landedelmann wie einstmals Bismarck, fein Landsmann, allen verständlich und über alle hinweggehoben inS Weite und Große.

Er trägt seine Mission durch sein lange« Leben, durch die Kette der Zeiten hin: der alte Kaiser, das drängt sich immer von neuem auf, grüßt in ihm, in persönlich verstärkter Mitwirkung, hinüber in eine neue Epoche. Auch Hindenburg ist der geborene Herrscher. Deutschland erhielt wieder eine Regierung, eine

Sechs Stunden Wahlnacht.

Ein Querschnitt durch die Nacht vom Sonntag zum Montag.

Don Hellmut H. Hellmut.

Um 5.59 Uhr huschen noch dieletztenRach- eüglcr durch die Tür. 3m Moment, in dem der Zeiger der elektrischen Uhr »auf die volle Stunde springt, erhebt sich in jenem dunklen Bier- lokal, das ein amtliches Pappschild für heute in ein Wahllokal verwandelt hat, der Wahlvorsteher und sagt feierlich:Ich erkläre hiermit die Wahl­handlung für geschloffen!" Der Wahlvorsteher, sein Stellvertreter und die sechs Beisitzer richten den großen Tisch für die Durchführung der wich­tigsten Aktion, derentwillen sie alle einen Dor- fruhlingssonntag von morgens bis abends in die­ser Stube verbracht haben: der Stimmzäh­lung.

Richt ein einziges Stück Papier Darf jetzt auf diesem Tisch liegen, vor allem nicht etwa un­benutzte Stimmzettel, damit es keine versehent­lichen, oder wie böse Zungen behaupten könnten, absichtliche Vermischung von abgegebenen und vorrätigen Stimmzetteln geben kann. Auf die leere Platte wird langsam und sorgfältig der In­halt der geöffneten Wahlurnen geschüttet. In buntem Durcheinander quellen die Kuverts her­aus. Das Gremium nimmt Platz und dann gebt es los. Ein Beisitzer öffnet Umschlag um Um­schlag. liest laut vor, ob Hindenburg, Hitler,- sterberg. Thälmann oder Winter auf dem bei­liegenden Stimmzettel angekreuzt ist. Zwei Schriftführer machen in je einer Liste nach jedem Ausruf getrennt für sich einen Strich. Die Zahl der Umschläge, die sich auf dem Tisch schichten, ist groß, und nur langsam kommt man vorwärts.

3m gleichen Augenblick wachsen in ganz Deutschland die Striche in den Listen der Schriftführer lawinenartig zu Willionenzif- f c r n an. In ganz Deutschland sortiert man in diesem Augenblick die gezählten Stimmzettel in fünf verschiedene Häufchen für jeden Kandidaten ein. Zwei- ober dreiviertel Stunden später stehen in ganz Deutschland in 14 0 0 0 W ahllvka- len, nachdem man Probe und Gegenprobe ge­macht hat. die Wahlleiter auf und erklären, mehr ober minder förmlich, bas Ergebnis ber Wahl. Ein vorbereitetes Formular wirb ausgefüllt, die Stimmzettel versiegelt, die Wahlurne für einige Zeit in die Ecke gestellt, und bann sind Schrift­

führer und Vorsteher, Beisitzer und Stellvertreter wieder Privatmenschen. Die Maschine wird still» aelegt. allein das Ergebnis, da- sie geliefert hab, läuft im höchsten Tempo weiter. Per Telephon geht es an den Landrat ober ben Magistrat, wo man die Ergebnisse ber vielen Wahllokale seines Bezirkes sammelt und zusammenaddiert. Eine halbe ober eine ganze Stunde später sind die Gr» gebniSziffern, die in den Wahllokalen nach Dutzen­den ober höchstens nach Hunberten lauteten, schon zu stattlichen Zehntausenden angewachsen. Aus ber nächsten Station, der überall im ganzen Lanb durch den elektrischen Draht die Zahlenkolonnen zueilen, bei den Kreiswahlämtern, die jeder der 35 deutschen Wahlkreise besitzt, sind es schon Hunderttausende, manchmal gar Millionen geworden.

In 35 Zentren de« Reiche« tonaentriert sich in irgendeinem amtlichen Gebäude jetzt die Arbeit des lückenlosen SammelnS unb Aufabbierens ber einzelnen Teilergebnisse. Das ist gar nicht so leicht, wie man sich das vorstellt. Denn nicht zu. jeder ländlichen Gemeinde reicht ber Telephon­draht, unb vielfach müssen Radfahrer oder gar Pferdewagen die Resultate erst zum nächsten Tele­phon befördern. Die Ziffern die aus ben Städten und Kreisen einlaufen, sind darum oft noch un­vollständig unb müssen ftänbig berichtigt werben.

Um 10 Uhr abends hat die Welle ber Ziffern das letzte Sammelbecken erreicht: das Durcau des Reichswahlleiters im Statistischen Reichsamt am Berliner Kurfürstendamm. Eine ganze Zimmerflucht entlang sitzen in jedem Raum erprobte Beamte am Telephon und stehen in Ver­bindung mit Kollegen in den 35 Kreiswahlleitun­gen. Die dort zusammengeftrömten Ziffern flie­gen über den Draht nach Berlin. Schnell nach­einander kommen die Resultate aus Den einzel­nen Wahlkreisen ein. Der Reichswahlleiter per- sonlich seyt sie auf Den großen Sammelbogen, Der gegen Mitternacht nur noch wenige weiße Stel­len aufweist. Einige Kreise, besonders ländliche, hinken infolge der Uebermittlungsschwierigkeiten immer etwas nach.

Reben dem Reichswahlleiter stehen zwei hohe Beamte der Presseabteilung der Reichsregierung. Einer von den beiden legt Den Telephonhörer nie aus ber Hand. Er steht durch eine direkte Lei­tung mit dem Auswärtigen Amt in Der- b'.nbung.

Auch im Auswärtigen Amt ist um diese Zeit allerhand los. vor allem in jenem Gebäudetrakt.

in dem die Presseabteilung derReichs- regierung untergebracht ist, die die Infor­mationsquelle der Presse der ganzen Welt bar» stellt. 50, 60, vielleicht auch 100 Journalisten, Vertreter aller möglichen Zeitungen von Nürn­berg bi- Reuyork. von ultralinks bis ultrarechtS, scharen sich aufgeregt um bas Zimmer, in bem abwechselnd einer von drei Telephonisten am Hörer sitzt, ber die Verbindung mit bem Posten des Bureaus bes Wahlleiters aufrecht erhält. In dieses Zimmer wirb niemanb hineingelassen. Alle Viertelstunde nur öffnet sich die Tür, unb bann werben hektographierte Handzettel verteilt, auf denen die letzten beim Reichswahlleiter vorliegen­den Zahlen verzeichnet stehen. Die ersten Zettel sind kaum in die Hände der Wartenden gelangt, setzt ein Wettlauf zu ben wenigen vorhanbenen Telephonapparaten ein. Den Die Journalisten mit ben längsten Beinen ober mit Den besten Verab» reDüngen mit anberen Kollegen, Die rechtzeitig Die strategisch wichtigen Telephonzellen beseht ha­ben, gewinnen, lieber eine Telephonleitung zur Redaktion ein paar Minuten früher verfügen zu können, als ber Kollege, ist ungeheuer wichtig. Denn fortlaufend speien die Rotationsmaschinen in Berlin unb in Reuyork, in Paris wie in Lon­don Millionen von Exemplaren aus, unb bic Zei­tung, die bie letzten Resultate hat, und sie vor allen Dingen früher hat als die Konkurrenz, macht bas beste Geschäft. Einige von ben Wartenben in ben Zimmern ber Presseabteilung Der Reichs» regierung finD auch Vertreter ber .Drabag". je­ner Rachrichtengesellschaft, die den Rachrichten- bienst für alle deutschen Rundfunksen­der versieht. Er hat eine besondere Leitung für sich, die direkt ins Funkhaus geht.

In den Räumen Der .Drabag", die sonst vom Süden Berlins aus die neun deutschen Rund­funksender mit Nachrichten beliefert, ist es heute dunkel. Der Bedeutung des Tages wegen ist ber gesamte Stab für heute ins Funkhaus übersiedelt. Um den Umweg bet ilebertragung zu sparen unb die vom Auswärtigen Amt unb aus bem Reiche einlaufenden Melbungen in nächster Rähe bes Mikrophons verarbeiten zu können, hat man im Funkhaus in ber MafurenaUee für heute nacht eine Filiale errichtet.

Gin paar Zimmer sind vollgepfropft mit Leu­ten, Die ganz genau wie im amtlichen Bureau des Reichswahlleiters über riesige weiße Bogen gebeugt sind, die sie mit Zahlen vollfchrellvn, welche ihnen telephonisch von vier verschiedenen Stellen, darunter auch aus dem Auswärtigen

Amt, zugehen. Der Rundfunk begnügt sich nicht nur mit bem manchmal etwas schw^fällig unb langsam arbeitenden amtlichen Apparat. Gr will so schnell sein wie möglich, um Die Hörer mit deo spannunglösenden Verkündung de- End­ergebnisses so früh wie möglich in« Bett zu schicken.

Auch hier wachsen die Ziffern bald zu sechs- unb siebenstelligen Kolonnen an. Jede einlau­fende Einzelmeldung von größerer Bedeutung geht sofort in Den Ausnahmeraum für die Rachrichten- Durchsage, ber nur ein paar Türen entfernt liegt. Das ist Diesmal einfacher, als bei ber letzten Wahl, wo man zwischen Rachrichtenredaktion und Funkhaus immer ein Dutzend Radfahrer mit den letzten Meldungen unterwegs hatte. Um 1 Uhr häufen sich die Meldungen so. daß man eher sagen kann, Die Musik spiele in Den Pausen ber Rach­richte ndurchgabe, als baß die Wahlresultate in ben Pausen ber Musik burchgegeben werben. Don Viertelstunde zu Viertelstunde nähert man sich Dem Endergebnis. Die Spannung steigt auf Den Höhepunkt. Gegen 2 Uhr morgens pflegt, wie bei allen Wahlen, der tote Punkt einzutreten, näm­lich Dann, wenn die wichtigsten Einzelergebnisse burchgesagt finb, und die einlaufenben Zusätze nur noch geringe Korrekturen bringen können. Kurz daraus häll ganz Deutschland den Atem an: wenn Der Sprecher ans Mikrophon getreten ist unb übe» all« Sender Die inhaltsschweren Ziffern verkün­det: .Sie hören jetzt das vorläufige amtliche Er­gebnis ..

Der teure Hirsch.

$m junger Offizier der Potsdamer Garnison, der unter Friedrich dem Großen Diente, schoß eine« Tages in übermütiger Laune einen Hirsch im königlichen Forst. Dieser a.ukS strengste ver­botene Dildfrevel wurde entdeckt und ber Offizier crbieft eine empfindliche Strafe, indem er zur sofortigen Strafe vyn 100 Talern verurteilt wurde. -<? bewußte, baß alle gerichtlichen Strafen, Die über Offnere r/trßängt wurden, dem alten Fritz gemeldet teerten mußten, und seine Entlassung Mrchtete, wandte er sich mit einer Eingabe an den xontg, in der er um eine nachsichtige Beurteilung feiner leichtsinnigen Handlung bat. Er bekam Die Eingabe zurück, und zwar mit einem Der be- rußmten ^Marginalien des Königs Dieser hatte an Den Rand geschrieben: ..Hat nicht« zu sagen- Für diesen Preis kann Er Hirsche schießen, soviel Gr teilt.