Ausgabe 
11.10.1932 Erstes Blatt
 
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Aus -er Provinzialhaupisiaöt

Das Arbeiisbeschaffungsprogramm der Landgemeinden.

den nächsten Tagen eine gemeinsame Kan­didatenliste aufzustellen.

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Die Strafkammer des Berliner Landgerichtes 1 potpre Eröffnung des Hauptverfahrens gegen den ehemaligen Polizeivizepräsidenten Dr. W e i st und den früheren Kommandeur der Berliner Schuh- Polizei Oberst Heymannsberg, gegen die die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Richtbefolgung der Anordnungen des Militärbefehlshabers, Ge- neral v. Rundstedt, erhoben hatte, abgelehnt.

Der neue polnische Zolltarif, der seit ^rahr und Tag angekündigt worden war, ist Der» vffentlicht. Durch die Zollsätze des neuen Tarifs wird auch der letzte Rest der kümmerlichen deut­schen Einfuhr nach Polen völlig abgedros- seit werden. Da Polen mit Deutschland kein Handelsvertrag bindet, dürften Verhandlungen atoitoen beiden Ländern wiederum zu einem Zwischenabkommen führen.

G i e ß e n. den 11. Oktober 1932.

Lehrgänge für Zugendertüchiigung.

Demnächst werden die ersten regelmäßigen Lehrgänge des Reichskuratoriums für Iugend- ertuchtigung beginnen. In dreiwöchigen Kur­sen sollen zunächst Hilfslehrer für den Gelände­sport herangebildet werden. Hierzu können von °uen ^rbänden, die sich zur Mitarbeit bereit- erktart haben, Teilnehmer vorgeschlagen werden. -L^e Kosten der Lehrkurse auf den Geländesport- schulen tragt das Reichskuratorium. Unterkunft und Verpflegung sind für die Teilnehmer frei. Ebenso wird die Kleidung und Ausrüstung den Lehrgangsteilnehmern vom Reichskuratorium ge- stellt. Jede parteipolitische Betätigung in den Lehrgängen ist verboten.

Mit den Landesregierungen hat eine Despre- chuna über die Aufgaben des Reichskuratoriums für Iugendertuchtiguna stattgefunden und die Zu- stimmung sämtlicher Landesregierungen ergeben.

ub«km»t«ium, das nicht die gesamte Arbeit zentral leiten kann, wird zwölf Zweig- stellen im Reichsgebiet einrichten, welche die Aufgabe haben, sowohl mit den Landesregie­rungen und Landesbehörden wie mit den Unter- gliederungen der Verbände enge Fühlung au h -V?.K'ern den Unterricht an dL Gelandesportschulen ihres Gebietes überwachen.

Goethe lebt...!

Noch kein Geständnis in der Mordsache Wagner.

WER. Frankfurt a. KL, 10. OIL Der Kriminalpolizei ist es bisher noch nicht gelungen, den des Mordes an dem Brotkutscher Wagner dringend verdächtigen Josef Förster zu einem Geständnis zu bewegen. Die Situation liegt jetzt so, daß Förster mit 90 Prozent Wahr­scheinlichkeit als Täter in Frage m verteidigt sich aber mit solchem Ge­schick, dah ihm die schwere Tat endgültig noch nicht nachzuweisen ist. Tatsache ist, daß Förster einem Zeugen gegenüber kurz vor der Tat die Aeuherung machte, daß er einen Filialleiter aus Offenbach berauben wolle. Wenn dieser Coup fehlschlage, habe er eine andere Sache im Auge bei dereine ganze Tasche voll Geld" zu erbeuten sei. Diese Aeuherung spricht stark ku r di e T ä t e r sch af t r st e r s. Förster hatte übrigen auch noch einen Raub im Stadtwald geplant und dafür bereits einen Komplizen gefunden, der es aber zuletzt vorzog die Finger von der Sache zu lassen, so dah dreserRaubüberfall unterblieb. Bei! einem Friseur wollte sich Förster einen Spitzbart ankleben lassen, wobei er angab, dah er in Safe«, Varietes usw. auftrete. Dringend not­wendig ist, dah die zur Tat benutzte Pistole ge- 1

Dresden 10. Okt. (TU.) Vor der Verei­nigung der sächsischen Landgemeinden sprach Land­rat a.'S). Dr. Gereke (Pressel) über das Ar- veitsbeschaffungsprogramm der Landgemeinden. Dr. Gereke wies Zunächst aus die finanzielle Rot- lage der Gemeinden hin, die bereits zu offenen Kassenzusammenbrüchen geführt habe. Verschie- Dene Gemeinden feien schon dazu übergegangen, den Erwerbslosen aus Mangel an jeglichen Bar­mitteln Bonds zu geben, also Rotgeld, damit sie sich doch etwas kaufen könnten. Angesichts die­ser Zu stände habe der Landgemeindetag ein Ar- beltsbeschaffungsprogramm ausgearbeitet. Auch die Reichsregierung habe sich der Rotwendig- keit mcht verschlossen, etwas Durchgreifendes zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu unternehmen. Unzweifelhaft dienten die EteuergutsHeine zur Auflockerung eingefrorener Kredite. Sie seien außerdem von Wert für die Danken und gewisse Industriekreise. Für das Land und die Erwerbs­losen in den Gemeinden seien jedoch neimenS» teerte Vorteile daraus nicht zu erhoffen. Der Fehler sei, daß man nicht die Hauptfrage, nämlich die de s Absatzes, gelöst habe. Es wäre besser, toerm man die 700 Millionen haupt­sächlich z u direkten Aufträgen der öf­fentlichen Hand Derwenden würde, um alle die volkswirtschaftlich wichtigen Arbeiten in Angriff zu nehmen, die in den letzten Jahren liegen geblieben oder unterbrochen sind. Es feien dos vorwiegend Arbeiten, bei denen im Gegensatz ' zur rationalisierten Industrie ein hoher«" Sentsatz von Arbeitskräften beschäftigt :

Das Portug-esische Auhenministerium dementiert formell die Rachricht, dah Portugal beab­sichtige, die Insel Timor den Japanern ab­zutreten.

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Die belgischen Gemeindewahlen geigen rfn ganzen einen eindeutigen Sieg der i sche n Partei. Sie konnte 52 ab­solute Mehrheiten neu erobern. In den ehemali­gen deutschen Gebieten Eupen und Mal- medh gaben die Wähler nahezu ausschlietzlich den Parteien ihre Stimme, die sich eine neue -Tragung zum Ziele gesetzt haben. Der Gemeinderat der Stadt Eupen wird aus acht Mandataren der deutschen Gemeinschafts- liste, drei Sozia isten, zwei belgischen Katholiken und einem Mrttelstandsabgeordneten bestehen

imDa:£rUn9 £5. Goethefilms am Sonntag ^U5' Aahnhofstraße wurde für die anfr verstünde, beider wurde der ober nicht das Interesse entgcgen- gebracht das man hatte erwarten dürfen.

in Wesen des wahren Kulturfilmes, daß

geschehen wiedergcgeben wird mieren^ o^f?Ä^^^sammenhänge in ihm subli- ber Film aus seinem Zweck heraus .atuf0Yt,outen selbständigen Kunstwerk w'rd. Man darf mit Recht behaupten, daß dieser Film den Voraussetzungen enti'oracb nnh m3n ouch im Ablauf

nung des einen oder anderen - eine Lücke b-steh, so darf das kein Grund sein für ein abfälliges Ur- teU, denn selten wohl hatte ein Regisseur (hier der Bearbeitung des Filme« ver- antrn^rIl4c Reichskunstwart Dr. Redslob) so viel Erleben und Geschehen auf eine knappe Formel brtn9J gerade hier. In weiser Beschrän- kung mußte sich hier, der Meister zeigen.

Am Anfänge aller Dinge im Leben des großen waren das Elternhaus und das für ihn hochbedeutsame bürgerliche Frankfurt, der ernste lustige lebhafte Mutter, die Frau hLrrf, Tf)r'ftc5 ^n9 man im Geiste

""Hause am Frankfurter Großen Hirschgraben. Der Film brachte wunderschöne Bil- bem ocn Frankfurt, er führte Dann aber balö naus über t>ie Mauern dieser Stadt, nach

Goethe erlebte man bas Äunder ?auruJ]^Um Straßburger Münster. Man wtte mnn^^^Etzlar und sah ihn neben Char­lotte, man bereitete ihn an den Hof des Herzogs August nach Weimar und sah ihn in der höfischen Umgebung. Neben der Darstellung ber äußeren knappe Aufzeichnung von Goethes geistigem Schaffen einher, Ünd während

kehrs. und Derschönerungsoerein, Stadthaus, Berg­straße 20, Zimmer Nr. 14, und bei dem Verkehrs- bureau, Seltersweg 89, erhältlich. Interessenten mögen die heutige Anzeige beachten.

** E i n Fünfundsiebzigjähriger. Der Lokomotivführer i. R. Jakob Rau, Weserstraße 7 wohnhaft, vollendet morgen in voller Gesundheit fein 75. Lebensjahr

** Jubiläums - Geflügelschau des Geflügel- und D o g e l z u ch t v e r e i n s Gießen unbUmgenb 189 7. Wan schreibt uns: Rachdem der Meldeschluß für die Jubilä­ums-Geflügelschau in greifbare Räche gerückt ist, kann man schon heute einen lleberblick über die Schau gewinnen. Es sind bis jetzt eine größere Anzahl Rassen gemeldet, so daß die Ausstellung durch die große Derschiedencheit dieser Rassen ein farbenprächtiges Bild abgeben wird. Auch Lieb­haber und Freunde von Ziergeflügel werden beim Besuch der Ausstellung auf ihre Kosten kommen.

Der Verein Hundesport Gießen und Umgegend veranstallete am Sonntag im Hofe des Cafe Leib eine Hundeschau, die von den Mitgliedern des Vereins und anderen Hunde- I besitzern gut beschickt war. Insgesamt waren 40 Tiere der verschiedensten Rassen vertreten. Das vvrgesührte Material konnte im Durch­schnitt als sehr gut bezeichnet werden. Mit der Bewertung der Tiere war dcr unter den Hunde- züchtern gut bekannte Kartellrichter E. P r ö s - l e r, Frankfurt a.M., betraut. Die Werbeschau verfolgte in der Hauptsache den Zweck, die Hunde- befttzer auf besondere Vorzüge, oder auch auf Mängel ihrer Tiere aufmerksam zu machen und Anregungen zu geben für Ausstellungen, mit Denen der e.ne oder andere Hund beschickt werden konnte. Die Ausstellung gab einen interessanten Ueoerblid über die Mannigfaltigkeit der Hunde­rassen in ihren reinen Formen. Rachstehend leien einige Hunderassen genannt, die auf dieser interessanten Schau zu sehen waren: Teckeb -öojer, Dobermann, Barsois, Bernhardiner, Rott- i Wecker, Neufundländer, Airdale-Terriers, Schot- ckrsche Terriers, Foxterriers, drahthaarige Fox- terriers, Zwergschnauzer. Riesen schnauzer, ein Pekmg-Palast-Hund, Pinscher und selbstverständ- l^h auch der deutsche Schäferhund in einigen Ikonen Exemplaren. Die Veranstaltung fand viel Aufmerksamkeit.

V^HC. Gießen. Die Oktoberwanderung des VHC. Gießen war leider durch die schlechte Witterung stark beeinträchtigt, denn Gott Plu- vii^ spendete den Wanderern mit kurzen Unter- brechungen auf der gesamten Strecke seinen feuch- ten Segen. Trotz zweifelhafter Prognose und tiefem Barometerstand hatten sich doch 45 wetter- fefte Männlein und Weiblein am T esfpunkt ein- gefunden, um die Krofdorfer Straße entlang zu wandern und den Wettenberg zu ersteigen. Rach­dem man sich von der höchsten Erhebung, der sog. Rapoleonsnase, an dem entzückenden Rundblick erfreut hatte, ging es weiter durch das liebliche Gleibachtal, diesmal unter strömendem Regen, hinauf zum Forsthaus Waldhaus, das die durch­näßten Wanderer gastlich aufnahm. Des an­dauernden Regens müde, beschlossen die Führer, die Wanderung erheblich zu kürzen, und so führte der Weitermarsch die Schmelzer Straße entlang Ijinab in das Ealzbödetal, das bei der anmutig gelegenen Schmelz durchquert wurde, um über einen mäßigen Höhenrücken nach dem Endziel Fronhausen zu gelangen, wo auch die Schlußrast entsprechend gekürzt wurde.

Strafkammer Gießen.

Gießen, 7. Okt. In ber Silvesternacht zogen mehrere junge Leute durch die Straßen von orte.dberg und riefen .Prosit Reujahr, Heil Hitler. Als ein junger Mann einer entgegen­kommenden Gruppe diesen mit .Heil Moskau" anttDortete, stürzten sich die anderen auf jenen unb schlugen ihn mit vereinten Kräften, wobei einer sich einer Stahlrute bediente. Der Ver- letzte war längere Zeit arbeitsunfähig. Einer ber Toter konnte ermittelt werden. Dieser wurde we- gen gemeinschaftlicher Körperverletzung durch das Amtsgericht Friedberg zu zwei Monaten Gefa-ngnis verurteilt. Aus seine Berufung wurde letzt die Sache nochmals verhandelt. Der Angeklagte leugnete wiederum, doch wurde er v?n Zeugen mit aller Bestimmtheit als einer ber Tater erkannt. Das Gericht verwarf kosten- JalHg die Berufung und sah nur mit Rück­sicht darauf, daß er damals unter dem Einfluß des erheblich genossenen Alkohols gehandelt hatte von einer Erhöhung ber Strafe ab.

©in schlechtes Geschäft machte ein Arbeiter mit der von ihm gegen ein Urteil bes Amtsgerichts Ortenberg erfolgten Berufung, durch bat er wegen hinterlistigen Aebersalls zu einer Geldstrafe von 15 M k. verurteilt worden war Der An­geklagte der bestritt, mit der Sache etwas zu tun zu haben, wollte freigesprochen sein. Die ein­gehende Beweisaufnahme lieh aber nicht den ae- nngftcn 3tDeifcI an der Schuld des Angeklagten offen, ©eine Berufung wurde toftenfällig verwor-

Auf d,c Berufung Staatsanwaltschaft.

das Urteil wegen der zu milden Strafe an­gefochten hatte, wurde das erstinstanzliche Urteil auf geboten unb ber Angeklagte wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Wochen Gefäng­nis verurteilt. u

Vezilksschöffeilgmcht Gießen.

® t e h c n, 5. Okt. Im Mai dieses IahreS war es bei einem Tanzvergnügen zu einer Schlägerei gekommen in deren Verlauf eine Reihe von Per- sonen verletzt wurden. In der heutigen Sitzung beä Gerichts hatten sich wegen dieser Schlägerei

Jrn0f ?cute zu verantworten. Sie waren bi& Tanzlokal verlassende Teilnehmer auf der Straße überfallen und körperlich verletzt vorher im Lokal hatten zwischen ihnen und verschiedenen Besuchern des Sam» auf' der Straße Ä- Reibereien ftattgefun- a^en^hrnB?» 2° q1 J^r-2 'N Tätlichkeiten auszu- tref o x^ten- Lediglich durch das Dazwischen- v>urde hier eine tätliche Aus- » bernueben. Es konnte auch fest- gestellt werden, daß von verschiedenen Anae- Semerfu^°nrenil» 6 » ,26cnM lch°n i>to6cnbe . tUTn t ausgestoßen worden waren, die ^^/dater auch eingetretene Schlägerei ge?ab,t haben konnten. Auf @runb ber b's zum Abend hinzo^ erachtete das Gericht sieben Angeklagte für üba- Sf/A ^ach flogen sie ®efängni?-

" on^n Wochen bis sechs b^clt bns füglich eines Angeklagten

h-.r *1"? strafbare Handlung nicht

für nachgewiesen unb sprach den Angeklagten frei.

Aus aller Welt.

Reichsschulwoche für alkoholfreie Jugenderziehung.

3" der Zeit vom 24. bis 29. Oktober soll eine Reichvschulwocbe für alkoholfreie Jugenderziehung in ^^"'Schoneberg stattfinden. Während dieser Schul- woche sollen die Kinder in Schulen aller Art in allen Landesteilen des Deutschen Reiches ebenfalls über die Schaden des Alkoholismus aufgeklärt wer- , Anführung in die praktische Schularbeit m-I -?er diesjährigen Hauptversammlung der Reichsarbcitsgemeinschaft für alkoholfreie Jugend- erziehung am 10. Oktober, 15 Uhr, in Berlin-Schöne- "7, ?u,[r6eria"1 bcs «»Kaufes Borträge ftatt pin<L alkoholfrei» Jugenderziehung, verbunden mit einer Lehrmittelschau.

Gronaus Flugzeug im Schlepplau.

Nach einer Meldung berAssociated Preß" wird "^aragola" mit Gronau und ie nt^ffPnaCä erV°rüUrfLd)tji(f) ^ute in Rangoon eintreffea. DieEaragola" hat bas Flugzeug von ©ronaus ins Schlepptau genommen * Salzsäure statt 2Dein getrunken. Zwei Personen getötet

®übiCr.id) motr5) kamen auf traurige ®cife zwei junge Männer im Alter von 20 unb 22 i umsLebe n. Die beiden wollten vor dem "v Keller Wein trinken. Im Dunkeln nahmen s-e a n st a 11 d e r W e i n f l a s ch e lasche und tranken davon. Obwahl sie sofort den fürchterlichen Irrtum bemerk- un'n^V9,^0" dU spät- Sie liefen, nachdem sie zunächst Wasser getrunken hatten, zum nahegelegenen Krankenhaus. Einer von ihnen brach auf dem Wege bereits t o t zusammen, während der andere kurze Zeit nachher im Krankenhaus starb.

Chlkagoer vankpräsidenl entführt.

A^.dung aus Chikago ist der Präsident der Secunly-Bank und der Second Security-Bank, Norman Collins, von Verbrechern entführt worden die unter Todesdrohungen ein LösegeId au* hio° °^0 D °s 1 verlangen. Ursprünglich war auch die Frau des Bankiers geraubt worden Sie wurde aber wieder freigelasien mit der Aufforde- run9, das Lösegeld zu beschaffen.

Sechsjähriger Junge erschießt feinen Onkel.

<?2Ör f?Cinxt8- lSchlcsien) ereignete sich - b^lassigkeit ein schweres Unglück dem ein Glasschleifermeister zum Opfer fiel. 'Sein miZ öcm Enkelsohn auf Besuch. Sh*,. a?ClflC ^un9C spielte mit dem Groß- ,fc,au4 'n Mfcii Taschen herum.

m W ein geladener 22*b. vlvc r (I). den der Kleine an sich nehmen bAlte. Der Großvater entlud die Waffe, ver­gaß aber dabei auch die Patrone aus dem Lauf an ?unge legte auf den Onkel

^^»vb und mit einem Herzscbuß Äen ®Clr0,,cnc Quf 6cr Slcllc tot W-

man mi. prunkvollen höfischen Kreis der Aufführung desGotz von Berlichingen" beiwohnte, freute man M an der urwüchsigen Kraft, die ber Dichter dem Ritter mit der eisernen Hand in den Mund legt mit ben Worten:Komme mir keiner zu nahe, ber nicht ein ungarischer Stier ist". Szenen von uner= porter Lebendigkeit aus ..Faust", ernste Bilder aus '^2?^enie.Szenen aus ber Aufführung von

r5 ''Wallensteins Lager" (damals 9 unter Goethes Intendanz zum ersten Male aufaeführt) und noch manches andere gaben einen Ueberblicf in grölen Umriffen über das Schaffen des Dichters und sk?v Wirken in Weimar. Nachdem noch'kurz die Italienische Reise gestreift worben war, klang ber Film m einem großartigen faustischen Monolog und in den stolzen Worten, die Goethe vor seinem Tode fachen hat:Es kann die Spur von meinen mcht m Aeonen untergeben!" aus. Als toajlufrbilb sah man eine Totenmaske des greifen aUA^üflc ^in?r menschlichen und 6?llt.igenGroße zu lesen waren, ein Bild, das den einzig möglichen Schluß für diesen Film darstellte. Tiefbefriedigt und der Leitung des Lichtspielhauses dankbar, verließ man das Haus. 1

. Eichener en Marktpreise.

, , ® 1 e 6 e n, II. Okt. Es kosteten auf dem I heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 130 Pf. ^ndbutter 130, Kochbutter 100, Matte 25 6i830 Khthnq 6 bis 8, Weißkraut 4 bis 6*

ut 7 bis 8, Spinat 15, Römischkohl 8' ?5lbe Ruben 7 bis 8, rote Rüben 7 bis 8 ^nterkohlrabi 5 bis 6. Rosenkohl 20 bis 25 -Lomaten 15 bis 20. Meerrettich 30 bis '70 inwS l0. Schwarzwurzeln 30 bis 35,' Kartoffeln 3 (pro Zentner 2,50 bis 2,80 Mk.) Aurbis 5 bis 6, Aepfel 15 bis 30, Dirnen 10 Innin bis 35, Pfirsiche 30 bis 40

^onig 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 80 Suppenhühner 60 bis 80. Rüsse 35 Pf. pro Pfd-! Tauben 50 bis 60, Eier (ausl.) 10 bis 11

-) 12, Ääfe 5 bis 10, Blumenkohl 30 bis 60

8mbl #6narIatr;9Utfen 10 bis 20, Endivien 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, ^"'ch 8 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf. pro Stck. Radieschen 10 Pf- pro Bund: Weißkraut 2.50

W'rftng 4 bis 4.50, Rollraut 5, Aepfel 12 bis 25 Mk. pro Zentner.

BornotiHen.

^Mcsfalenber für Dienstag. Stadt- llihSfA9 22mU^' "F"'e Bahn dem Tüchtigen", arnrnhmn ..Augustiner", Monalsver-

üe"r=üftne9!Br7ut?,4,,Ple,l,aU3-Die

D i e Frauengruppe der Orts- 16 Ortober®;^6!?.^5 DDA. veranstaltet am gemütlichen' 'Tk.* Hpr, auf der Liebigshöhe einen roeXn^n h-!?01 9°^* reizende Singspiele h°u?ig7AnLk)°^ und Kuchen p.^deen. Z-lje

e

m**. ?^°EographischerWettbewerbDer hinrteM6 ÜI? ^rschönerungsoerein weist daraus hm, mb ber Einreichungstermin für den Pho­tographischen Wettbewerb bis zum 1 November wr. langert wird. Die Bedingungen für die Älliah^ am Wettbewerb sind in der Geschäftsstelle des Per-

fünften wird. Es handelt sich bekanntlich um ein Kaliber 6.35-

Devisenschiebers Zlucht nach Paris.

WSR. Frankfurt a. HL, 10.Okt. Dor der Großen Strafkammer sollte am Dienstag in einer feit April schwebenden Devisenaffäre verhandelt werden. Dor einiger Zeit hatte die Zollfahn­dungsstelle Rachricht bekommen, dah ein aus Luxemburg stammender Kaufmann Lindenbaum dem Mitinhaber Herbert Frank des Frankfurter Bankgeschäfts Michael Frank den Auftrag zum Ankauf von 500 000 Mark IG.»Farbenaktien ge­geben hatte, und daß diese Aktien ver­schoben worden seien. Herbert Frank kam in Tlntersuchungshast. Lindenbaum war nicht mehr aufzufinden. Rach einiger Zeit wurde Herbert Frank wieder aus der Haft entlasten. Gegen ihn und einen weiteren Angeklagten sollte Dienstag verhandelt werden. Wie jetzt bekannt wird, hat sich Herbert Frank durch die Flucht derDer- handlung entzogen. Er hat sich nach Pa. ris begeben, und von dort aus das Gericht von seinem plötzlichen Verschwinden in Kenntnis ae- seht.

Eine hohe Strafe wegen Devisenvergehens.

WSN. Frankfurt a.M., 10.Okt. Ein hiesiger Meggermeister, der es unterließ, der Behörde eine Erbschaft, die er im Ausland machte, und die mehrere hunderttausend Franken betrug, anzuzeigen erhielt einen Strafbefehl über 65 000 Mark. '

Eisenbahndiebstahl und Totschlagsversuch.

,Mainz 10. Okt. (WSN.) Bor dem hiesigen Schwurgericht hatten sich heute der 30jährige Haus- diener D a s ch e aus Berlin, der 31jährige Schnei­dergeselle Paul W o l f r u m aus Alsenberg bei Hof m Bayern und der 23jährige Arbeiter Theodor Knauf aus Köln-Ehrenfeld wegen D i e b st a h l s und Totschlags Versuchs zu verantworten. Der Haupttater Wolfrum, der wegen feines Verhaltens vor Gericht während der Sitzung ab- geführt werden mußte, wurde in Abwesenheit zu 12 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehr- nerluft verurteilt. Der Staatsanwalt hatte eine Zuchthausstrafe von 7 Jahren beantragt. Knauf "hielt 1 Jahr und Dasche 6 Monate Gefängnis.

Die zum Teil erheblich vorbestraften Angeklagten hatten zur Nachtzeit in den Tagen des 16., 17. und n. April aus Guterwagen in Hochheim a. M. und .Mmnz Waren, Lebensmittel unb Getränke gestoh­len. Be, einem Rauboersuch am 23. April im Main- 3er Guterbahnhof wurden zwei der Täter, die sich als Bahnpolizisten in Zivil ausgaben, von Bahn- beamten aestellt. Als man ihre Verhaftung veran- lassen wollte, gab Wolfrum auf einen Rangiermei- fter sechs Schüsse ab, die den Beamten schwer ver­letzten. Darauf ergriffen die Täter die Flucht und konnten zunächst unerkannt entkommen. In der gleichen Nacht gelang es bann aber auf bem Ge- anbe des Güterbahnhofes Dafche festzunehmen, ber leine Mittäter oerriet, so daß sie in Mannheim bzw. Mosbach in Baden verhaftet werden konnten. In- folge des mißglückten Raubversuches vermochten die Angeklagten ihren Plan, in ber Nacht zum 25. ASril bie Stationskasse in Hochheim a. M. zu überfallen nicht auszuführen.

Berlin, 10. Okt. (WTB.) Zum A r b c i t s beschaffungsprogramm hat ber Reichs- Verkehrsminister erneut barauf hingewiesen, daß es sich bei ben Bauausführungen im Rahmen bes Arbeitsbeschaffungsprogramms um zusätz­liche Arbeiten handelt. Durch diese Arbeiten dürfen andere Bauausführunaen, z. B. solche der laufenden Unterhaltung, nicht berührt werden. Jns- »gensatz I besondere ist es zulässig, daß die Arbeiten des Be- Pro- I schaffungsprogramms zur Entlassung von Arbeitern werde. | auf anderen Baustellen führen.

Genau wie bei den Steuergutscheinen sollen die Gemeinden und Gemeindeverbände sowie Genos­senschaften öffentlich-rechtlecher Art auf einen Teil der Steuereingänge künftiger Jahre vorgreifen können, um damit pro­duktive Arbeiten zu finanzieren. Wie schon bis­her sollen dazu Anleihebeschlüfse gefaßt und die Anleihen bei den öffentlich-rechtlichen Kreditinsti­tuten verflüssigt werden. Für die zentrale Lösung dieses umfassenden Problems ist es notwendig, Anschluß an den bestehenden Geldverkehr und da­mit die zentrale Rotenbank, die Reich^bank zu finden. In welcher Form man das tut, ist eine Frage der technischen Zweckmäßigkeit. Rach dem Verlauf der bisherigen Verhandlungen kann man annehmen, daß grundsätzliche Widerstände gegen diese Seite der Angelegenheit kaum erhoben wer­den.

Die Durchführung des Arbeiis- befchaffungsprogramms.