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Große Lrsolge der Hessischen Landwirlschast auf -er OLG.-Ausstellung in Mannheim.
Gutsbesitzer G r a n z o w - Severin,. ein Schwager von Dr. Goebbels, ist der Kandidat der Nationalsozialisten für den Ministerpräsidenten-Posten von Mecklenburg-Schwerin.
erklärt, den Schaden zu decken. Die Angelegenbeschäftigt zur Zeit die Landeskriminalpolizei.
Lanvtrcis Gretzen
Klein-Linden, 10. Juni. Am kommenden
merkwürdigen Käuze, die mitten in der Nacht auf dem Damm, in Trupps geordnet, lange Reden schwingen...
Ein Klubhaus am Havelsee.
Eine hohe Mauer schließt das Gelände von der Außenwelt ab. Nur das Versprechen strenger Diskretion kann das Tor öffnen: „Keine Namen nei> nenl"
Hinter der Mauer befinden sich weite Rasenplätze, und versteckt zwischen Büschen Bungalows, in denen man das Wochenende verbringen kann. Hier kann man Golf spielen, reiten, Politik machen — und ”or allen Dingen angeln. Es wird in diesen'Tagen überall in Deutschland von Politik gesprochen. Wes- alb also nicht auf den arünen Rasenplätzen, 30 Kilometer von der Reichshauptstadt entfernt, beim Wochenende?
Der große Bankdirektor und der Präsident der i mdwirtschaftlichen Organisation, der Reichstags- , 'geordnete und der berühmte Rennfahrer — sie lle verbringen hier das Wochenende mit Politik.
Aber unten am Fluß sitzen eine Anzahl Herren, ’.e sich offenbar vor der politischen Debatte hierher : rettet haben. Schweigend verharren sie auf ihren ' lätzen und — angeln. Man blickt genau hin ■ nd entdeckt zwei Herren, die zur Zeit in der Politik ■ ne ausschlaggebende Rolle spielen. Seit Stunden I ;en sie dort, ohne Rock, die Zigarre im Munde, > ib den Angelstock vor sich. Aus ihren Arbeits- mmern sind sie für wenige Stunden herauskommen, um hier auszuruhen
Aber nur keine politischen Debatten — das ist fenbar die Devise der Herren in diesen Erholungs- inden am Havelsee.
tionalökonom. Und gegenüber sitzt ein sehr ruhiger, sehr nachdenklicher Herr, die Arme verschränkt, Prof. W a r m b o l d, der Reichswirtschaftsminister. Dieser Kreis, zu dem noch einige Professoren der Technischen Hochschule gehören, spricht über die aktuellen Wirtschaftsfragen. Offenbar eine sehr langsame, sehr
Das neue hessische Naturschutzgesetz
Was der Jäger davon wissen muß.
lebet kommt, wenn er das Bedürfnis hat, abseits von alltäglicher Hast in Ruhe und Besinnlichkeit Klarheit zu gewinnen über die großen Fragen. Berlin ist nur wenige Kilometer weit, und doch weltenfern. Der Lärm dringt kaum noch herüber ...
In der Halle sitzt Geheimrat Planck, der Vorsitzende der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft neben Prof. Junckers. Daneben ein führender deutscher Na-
Wirtschaftsfragen. Offenbar eine sehr langsame, sehr abgewogene Unterhaltung mit langen Pausen ...
Noch ein anderer Kreis hat sich gebildet, wo es anscheinend etwas lebhafter zugeht. Ein paar Studenten sind dabei, ein deutscher Dichter, Professoren und ein temperamentvoller Fünfziger, der General von Schleicher, der jetzige Reichswehrminister.
Als die Herren um Mitternacht aufbrechen und durch die stillen Straßen gehen, mögen die Vorübergehenden den Kopf geschüttelt haben über die
die hessischen Erzeugnisse des Gemüsebaues im Rahmen einer besonderen Sammelausstellung zu zeigen. Durch ihre Versuchsgüter, wie auch ein- zelne Gemüsebauern, insbesondere Genossenschaften, hat sie sich an dem Preiswettbewerb beteiligt. In der Hauptsache waren Gurken, Tomaten, Salat, Kohlrabi, Bohnen und nicht zuletzt der Spargel vertreten, die nicht nur hochqualifizierte Erzeug- nisse darstellten, sondern sich auch als erstklassige handelsmäßige Ware ansprechen ließen. Vier Staatspreise, drei weitere Ehrenpreise, zwanzig 1. und vier 2. Preise, sowie der 1. Preis für die Gesamtleistung sind der Erfolg für die hessische Sammelausstellung.
Erfolgreich war für Hessen auch der Preiswettbewerb in der Gruppe Weinbau, und hier insbesondere der Wettbewerb in der Dauerwarenprüfung. Die für die zum Preiswettbewerb angemeldeten Weine verliehenen Auszeichnungen bestehen in zwei Siegerpreisen, drei silbernen Preismünzen, fünfzehn großen bronzenen Preismünzen, siebzehn kleinen bronzenen Preismünzen und zwölf Anerkennungen
Die starke Beschickung der Ausstellung durch hes- sische Tabakbauer hat ebenfalls gute Erfolge zu ver- zeichnen. Sämtliche zum Preiswettbewerb angemel- beten Tvbakproben konnten prämiiert werden. Auf Hessen entfielen zwei Staatsehrenpreise, zehn Ehrenpreise, zehn 1., zweiunddreißig 2., zehn 3. Preise und fünf Anerkennungen.
hervorragende Leistungen in der Milchwirtschaft.
Auch in diesem Jahr war die Wanderausstellung in der Gruppe Milchwirtschaft sowohl von hessischen Landwirten, die ihre Milch als Markenmilch- in den Verkehr bringen, als auch von Molkereien beschickt. In dem Preiswettbewerb für Roh- milch entfallen auf hessische Landwirte ein Siegerpreis, fünfzehn 1. und fünf 2. Preise. Hessische Molkereien erzielten im Milchwettbewerb zehn 1., zwei 2. Preise und einen 3. Preis. Auch in dieser Klasse befindet sich ein Siegerpreis.
An dem Preiswettbewerb für Butter haben hessische Molkereien mit der von ihnen hergestellten hessischen Markenbutter mit Erfolg teilgenommen. Es konnten hier erzielt werden drei 1., zwölf 2. Preise und fünf Anerkennungen.
Sehr gut ist der Erfolg der hessischen Molkereien und Käsereien im Preiswettbewerb für Käse. Hier konnten fünf Siegerpreise und zwölf 1. Preise für hessischen Käse vergeben werden. Dazu kommen noch eine Reihe 2. und weiterer Preise, sowie Anerken- nungen.
Die Preiszuerkennungen zeigen, daß die hessische Landwirtschaft trotz der schwierigen Lage bestrebt ist, soweit es in ihren Kräften steht, das Beste zu leisten.
Sie sind auch ein Beweis für den Erfolg der in Hessen durchgeführten Förderungsmaßnahmen aus dem Gebiete der Landwirtschaft So war die Ausstellung für die hessische Landwirtschaft ein voller Erfolg.
Wie die Landwirtschaftskammer für Hessen mitteilt, liegen nunmehr die endgültigen Ergebnisse des Preiswettbewerbs in den einzelnen Gruppen auf der Wanderausstel- lung der Deutschen L a n d w i rt sch a f t s - Gesellschaft in Mannheim vor. Aus dieser Zusammenstellung sind große Erfolge der hessischen Landwirtschaft auf der Ausstellung ersichtlich.
Der für Hessen günstig gelegene Ausstellungsort trug dazu bei, daß Hessen in diesem Jahre in den verschiedensten Zweigen der Landwirtschaft die Ausstellung beschickte Nach einer längeren Reihe von Jahren wurde erstmals wieder die Ausstellung der DLG. mit Pferden beschickt
Die Erfolge, die den hessischen Pferdezüchtern zuteil wurden, beweisen, daß die hessische Pferdezucht trotz der Einwirkungen des Krieges wieder zu hoher Stufe gelangt ist.
In den beiden Abteilungen Kalt- und Warmblut wurden insgesamt drei Ehrenpreise, drei 1. Preise, ein 3. und ein 4. Preis, sowie zwei Anerkennungen erzielt. Hinzu kommen noch die zahlreichen hervor- ragenden Preiszuerkennungen, die in den Eignungsprüfungen, im Fahren und Leistungswettbewerb von hessischen Pferdezüchtern erreicht wurden.
Der Landesverband der Fleckviehzuchtoereine für Hessen brachte in diesem Jahr eine Auswahl hessischen Fleckviehs auf die Ausstellung der DLG.
Gegen starke Konkurrenz konnten für die einzelnen Tiere schöne Erfolge erzielt werden.
Als Ergebnis der Prämiierungen sind festzustellen ein Ehrenpreis, zwei 1., vier 2., und vier 3. Preise, sowie drei Anerkennungen; ferner wurden im Leistungswettbewerb zwei 1 und ein 3. Preis und in den Familien- und Sammlungsklassen drei weitere 2. Preise erzielt.
Auch die hessische Schweinezucht war vertreten, und zwar durch die Zucht von Oekonomie- rat Hoffmann, Hof-Güll, die sich ebenfalls gegen stärkste Konkurrenz mit Erfolg durchsetzen konnte
3n dem Preiswettbewerb für Ziegen steht Hessen an der Spitze, wie die zahlreichen besten
Preise beweisen
Auf Hessen entfielen der Siegerpreis des Reichs- ernährungsministeriums, der einer hessischen Ziege als der besten Ziege der älteren Zuchtgebiete gegeben wurde, ferner noch sieben. 1., fünf 2., ein 3. und zwei 4. Preise, sowie fünf Anerkennungen und außerdem fünf Ehrenpreise. Die Sammlung des Landesverbandes der Ziegenzuchtverbände erhielt den 1. Preis. In der Klaffe „Leistungsziege" erhielten hessische Ziegen einen Ehrenpreis, einen 1., drei 2., drei 3 und einen 4. Preis, sowie drei Anerkennungen
Außer auf dem Gebiete der Tierzucht war die hessische Landwirtschaft noch in ihren Spezialzweigen, wie Gemüsebau, Tabakbau, Weinbau und vor allem auch durch die milchwirtschaftliche Ausstellung vertreten.
Die Landwirtschaftskammer hatte es übernommen.
sonntag findet hier ein Sängertag der unter ■’eitung von Chormeister Konrad N i c o l a i in '3roßen-Buseck stehenden Gesangvereine statt. Neun Vereine aus Alten-Buseck, Großen Buseck, Grün- '>erg, Klein-Linden, Reiskirchen, Rödgen, Ruttershausen und Treis a. d. Lumda mit über 500 Sän- jern werden daran teilnehmen. Um 13.30 Uhr beginnt der Sängertag mit einem Massenchorsingen m der Kirche, wobei die Chöre „Nur die Hoffnung sestgehalten" von Surläuly und „Gott grüße dich, du schöner Wald" von Jsemann oorgetragen werden Anschließend versammeln sich die Sanger im Gasthaus „Zur Deutschen Eiche" zum Einzelsingen. Jeder Verein wird programmäßig zwei Chöre zum Vortrag bringen.
CD Lollar, 10. Juni. Vor Eintritt in die Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung erinnerte der Bürgermeister daran, daß das Gemeinderatsmitglied Landwirt Ludw. H o f m a n n V. dem Gemeinderat bereits seit 25 Jahren un< unterbrochen angehöre. Der Bürgermeister würdigte die langjährige Tätigkeit des Jubilars im Dienste der Gemeinde, der er stets ein treuer Mitarbeiter und Berater gewesen sei. Er sprach dem Jubilar unter Ueberreichung eines Blumenkorbes die Anerkennung und den Dank der Gemeinde aus. Gemeinderat Hofmann dankte für die Ehrung und versprach, auch fernerhin in gleicher Weise mit- zuarbeiten, solange er dem Gemeinderat angehöre. Sodann trat man in die Erledigung der Tagesordnung ein. Die Pächter der Gemeindejagd haben um Ermäßigungder Pacht nachgesucht, die darufhin für das Pachtjahr 1932 auf 650 Mark festgesetzt wurde (facher jährlich 800 Mark). Das Wassergeld für Badeeinrichtun- gen wurde von 8 Mark auf 4 Mark jährlich ermäßigt. Die „Hasst a"- Jugendgruppe Lollar plant die Errichtung eines Jugend- Heims und hat um Ueberlaffung eines Platzes an der Schur nachgesucht. Die Abgabe eines Platzes an dieser Stelle wurde mit 7 gegen 4 Stimmen a b - gelehnt. Ein Wirtschaftskonzessionsgesuch des Wilhelm Fuller, der die Verkaufsstelle im Wohl- fahrtsgebäude der Buderusschen Eisenwerke übernimmt, wurde befürwortet.
f Treis a. d. L., 10. Juni. Als der 20jährige Landwirt Heinrich Zecher heute gegen 19 Uhr mit feinem Pferdefuhrwerk, auf dem er und sein zwölfjähriger Bruder sahen, noch vor Dem heranbrausenben Abendzug das D a h n - geleise überqueren wollte, wurde der
Hinterwagen von dem Zug erfaßt und eine Strecke mitgeschleift. Die beiden Personen und das Pferd blieben glücklicherweise unverletzt und kamen mit dem Schrecken davon. — Hier sind eben zwei neue Wohnhäuser und eine Scheune im Dau. — Durch den anhaltenden starken Regen liegt in unserer Gemarkung auch auf vielen Aeckern das Korn um zum Leidwesen der Landwirte.
* Climbach, 10. Juni. In einer Bürger- oersammlung, die vor kurzem in unserer Gemeinde abgehalten wurde, gedachte man besonders der Verdienste des Lehrers Schöne, der nunmehr seit 13 Jahren an unserer Schule amtiert und dabei dem vielseitigen Arbeitsplan einer einklassigen Schule in jeder Weise gerecht wurde. Mit seinem Amtsantritt hat der früher so unangenehm empfundene häufige Lehrerwechsel feinen Abschluß gefunden, und man wünscht, daß der beliebte und allgemein hochgeachtete Lehrer noch lange in unserer Gemeinde wirken möchte. Lehrer Schone versieht seit drei Jahren den Drganiftenbienft und gehört feit dreizehn Jahren dem Kirchenaesangoerei'n an. — Die Schülerzahl der hiesigen Schule hält sich, nachdem der Schülerausfall der Kriegsjahre überwunden ist, auf normaler Höhe.
Reiskirchen, 10. Juni. Durch die Anlage des Sportplatzes unweit des früheren Schieß- ftanbes des hiesigen Kriegervereins sah dieser sich gezwungen, denBaueinerneuenSchieß-
a n l a g e durchzuführen. Auf einem vom Kreis Gießen gepachteten und für diesen Zweck günstigen, aus- gebeuteten Steinbruchgrundstück haben Mitglieder des Kriegervereins und der „Hassia"-Jugendgruppe kostenlos in mühevoller Arbeit einen mustergültigen und allen Vorschriften entsprechenden Klein- kaliberschießstand fertiggestellt. Nachdem die Erdarbeiten, die im Ausheben eines 4 Meter breiten und 1,50 Meter tiefen (Brabens bestanden, schon einige Zeit fertig sind, ist nunmehr auch der Beton- unterftanb mit ber Zugvorrichtung für brei Scheiben fertig. Der Bau einer stabilen Halle unb eines verschließbaren Holzhauses ist in Angriff genommen. Der Stanb ist polizeilich aogenommen. An einem ber nächsten Sonntage finbet das Eröffnungs- und Preisschießen statt, zu dem eine Anzahl wertvoller Preise gestiftet ist.
* Lich, 10. Juni. Einen schonen Erfolg konnte die Maschinenfabrik Georg Schiefer st ein auf der diesjährigen DLG.-Ausstellung in Mann, heim mit ihrem Patent- Düngerstreuer .Schief er st ein" erzielen. Diese durch drei DRP.- und Auslands-Patente geschützte Maschine wurde auf Grund der im Frühjahr d. I. voraus- gegangenen eingehenden Ausprobierung als.Reu und Beachtenswert" anerkannt und außerdem als einzige Landmaschine auch mit der „Bronzenen Preismünze" ausgezeichnet.
_L Muschenheim, 9. Juni. Hier ereignete sich gestern abend bei einem Wohnungsumzug ein
Das hessische Naturschutzgesetz vom 14. Oktober 1931 ist am 11. Mai 1932 erstmalig durch Ausführungsbestimmungen, veröffentlicht im Hessischen Regierungsblatt Nr. 9/1932 vom 27. Mai 1932, ergänzt worden. Die Bekanntmachung dieser Schutzbestimmungen enthält Vorschriften, die der Jäger unbedingt kennen muß, wenn er sich nicht der Gefahr von Verstößen gegen das Gesetz aussetzen will.
Das ganze Jahr hindurch geschützt sind sämtliche in Europa einheimischen wildlebenden Vogelarten. Ausgenommen davon sind folgende jagdbaren Tiere: Auer-, Birk-, Trut-, Haselwild, Fasanen, Wildenten, Wildgänse, Wald- und Sumpf- schnepsen, Brachvögel, Rebhühner, Stare, Amseln, Reiher, Habichte und Sperber. Bussarde dürfen in der Zeit vom 1. September bis 14. April, Wildtauben vom 16. Juli bis 14. April erlegt werden. (Es find also sämtliche nicht genannten Raubvogelarten das ganze Jahr hindurch geschützt. Ebenso genießt die Wachtel vollkommen den Schutz des Gesetzes.)
Ferner dürfen folgende nichtjagdbaren Vogelarten das ganze Jahr hindurch erlegt werden: Wasserhühner, Taucher, Säger, Raben-, Nebel- und Saatkrähen, Elstern, Eichelhäher, Haus- und Feldsperlinge.
Hinsichtlich der Erlegungsarten sind folgende Verbote erlassen:
1. Verboten ist die Verwendung von Pfahleisen, wie sie auf Bäumen, Pfählen, Erdhaufen u. ä. angebracht werden können.
2. Habichtskörbe müssen den Vogel unversehrt fangen ober sofort töten.
3. Verboten ist während bes ganzen Jahres bie Anwenbung bes Schrotschusses auf Rot- unb Dam-
Oberbeffen.
Veruntreuungen eines Kaffenangestellten in Lich.
* Lich, 11. Juni. Seit vorgestern ist ber als An- ! stellter bei der Stadt beschäftigte 25jährige Stadt- ssengehilse Fritz Jung von hier spurlos 1 ' rschwunden. Eine von dem Stadtrechner fort vorgenommene Ueberprüfung bes Kassen- ft a n b e s ergab keinen Anlaß zu Bean- ' mbungen. Im Laufe bes gestrigen Tages stellte I h jedoch heraus, daß Jung, der unter der alleigen Verantwortung des Stadtrechners Kafsenge- 1 )äfte auf Grund einer kreisamtlichen Vollmacht > ,rnahm, in verschiedenen Fällen Zahlungen - i geringerem Betrag verbuchte, als । r eingenommen und quittiert hatte, ’ie Veruntreuungen sind nach den bisherigen Fest- .'(lungen verhältnismäßig geringen Umfanges; bis i ? 6 t ro u r b e n rund 200Mark als verun- 'reut f e ft g e ft e 111. In welchem Umfange sich : re Unterschleife schließlich endgültig ergeben werden, i nrd sich erst allmählich Herausstellen. Man nimmt * der an, daß es sich nicht um einen allzu hohen betrag handeln wird. Da der Stadtrechner für die Handlungen des ungetreuen Angestellten der Stadt gegenüber verantwortlich ist, dürfte die Stadt 'einerles finanziellen Nachteil erleiden, lebrigens hat sich die Familie des Geflüchteten be
21 u t o u n f a (l. Der Anhängewagen eines Möbeltransportautos aus Butzbach löste sich infolge Kettenbruchs von dem Hauptwagen los und fauste in scharfem Tempo den Kirchberg hin- a b. Dabei riß der Wagen an einem Hause eine ötfe ab und drückte ein Tor ein. Zum Glück tarnen Personen bei dem Unfall nicht zu Schaden.
(D H u n g e n, 10. Juni. Rektor Schaad unb ßabemeifter Stein würben von ber Evangelischen Kirchengemeinbevertretung zu Kirchenvor- st e h e r n gewählt. Sie treten an bie Stelle ber verstorbenen Mitglieder des Kirchenvorstandes Sattlermeister Köhler und Schuhmachermeister Göbel.
<£ Langd, 10. Juni. In unserem Dorfe macht sich feit einiger Zeit die Grippe unter den Kin- dem, aber auch unter Erwachsenen bemerkbar. In den Schulen fehlt etwa die Hälfte aller Schulkinder infolge Grippeerkrankung. Bis jetzt ist die Krankheit im allgemeinen gutartig verlaufen, nur in einigen Fällen ist es zu schwereren Krankheitserscheinungen gekommen.
Kreis Büdingen.
* B ü b i n g e n, 10. Juni. Das Bezirksmufik. f e st würbe für 1932 ber Orchestervereini- gung Bübingen übertragen. Es finbet am 16. unb 17. Juli statt. Bis jetzt haben zwölf auswärtige Vereine ihre Teilnahme zugesagt. An bem Kommers unb bem Festzug werben alle übrigen Bübinger Ver- eine teilnehmen unb mit bazu beitragen, ber Veranstaltung ein einbrucksvolles unb roürbiges Gepräge zu geben. Anschließenb an ben Festzug werben Einzelvorträge unb ein Massenkonzert von über 200 • Musikern zu Gehör gebracht.
rL Büdingen, ,10. Juni. Gestern abend sand hier im Gasthof „Zum Stern" eine B e r - sammln ng von Lehrern unb Lehrerinnen bes Kreises statt, in ber sich ber _ neuernannte Kreisfchulrat Dr. Weiganb einführte. Rach Eröffnung der Versammlung bewillkommnete ber Kreisobmann Lehrer Vier- h e l l e r - Dübelsheim ben neuen Leiter des Schulwesens im Kreise Bübingen, bem bie gesamte Lehrerschaft großes Vertrauen entgegen- bringt auf Grunb seiner Tätigkeit am Päbagoai- Irfjen Institut ber Technischen Hochschule -,u Darmstabt, wie auch im Pädagogischen Ausschuß bes Lanbes-Lehrervereins. Kreisschulrat Dr. W e i gjx n b bankte für bie herzliche Begrüßung unb wünschte, baß bie Linie bes gegenseitigen Vertrauens, bas seither in unserem Kreise zwischen Lehrerschaft unb Schulrat bestauben Hobe, nicht im geringsten gestört ober abgebrochen werbe. Sobann sprach er über bie Lage ber Schule unb bes Lehrerstanbes in ber geistigen unb kulturellen Krise ber Gegenwart unb bie Forberungen, bie sich für alle Lehrer baraus ergeben. Seine aufrüttelnben Ausführungen schloß er mit bem Appell, mit Freube gemeinsam ans Werk zu gehen, es sei nötiger denn je. Die Dankesworte bes Schulrats an bie freiwillig zugunsten ber stellenlosen Junglehrer aus bem Dienst geschiebenen älteren Kollegen erwiderte Lehrer i. R. H e u s o h n mit bem Gelöbnis, auch fernerhin voll unb ganz mit Schule unb Lehrer- staub verbuuben zu bleiben. In einftünbigem Vortrag behanbelte Lehrer Vierheller- Dübelsheim bas Thema „Die Dichtung, im be- sonberen bie Goethesche Dichtung, in ber Volksschule". Rektor Pebler-Bübingen unb Lehrer Ö st r e i ch - Derstabt bereicherten unb umrahmten bas Programm burch fein empfundene und wiedergegebene Musikstücke.
△ Bleichenbach, 10. Juni. Bei einer Dach- reparatur wurde ein Ziegel aus dem Jahre 18 31 gefunden. Er war noch so fest, daß er wieder eingefügt werden konnte.
Kreis Alsfeld.
ss. ©rebenau, 10. Juni. Durch den anhaltenden Regen ber letzten Tage ist auch in unserer Gegend viel Lagerfrucht entstanden. Die Kartoffeln find gut auf gegangen, die Sommer- frucht steht im allgemeinen sehr gut. Für eine reichliche Heuernte besteht gute Aussicht.. Mit dem Stecken ber Runkelrüben wirb jetzt begonnen. Die Heidelbeeren haben in unseren Wäldern voll geblüht, und so ist eine gute Heidelbeer- ernte zu erwarten. — Dieser Tage hielt der Spar- und Darlehnskassen-Verein seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Heinrich Spohr, leitete die Versammlung. Rechner Jakob Diehl verlas und erläuterte die Bilanz hes Jahres. Der Verein zählt zur Zeit 30 Mitglieder. Der Reingewinn betrug 53 Mark. Die Versammlung entlastete einstimmig den Vorstand.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
< Klein-Rechtenbach, 10. Juni. Gestern zwischen 23 und 24 Uhr ereignete sich auf der Pro- vinzialstraße Wetzlar—Butzbach unmittelbar vor dem hiesigen Schulgebäude ein Autounfa11. Ein Autofahrer aus Vilbel befand sich mit dem Per- sonenwagen VO 4870 auf der Heimfahrt, wobei -er vor dem Schulgebäude mit seinem Fahrzeug von der Fahrbahn abgeriet, zunächst einen Chausseebaum streifte und dann einen zweiten vollständig umfuhr. Das Fahrzeug wurde vollständig zer- tr üm mert und noch in der Nacht durch ein Last, auto abtransportiert, wobei Ortseinwohner Hilfe leisteten. Der Autofahrer kam mit Verletzungen an der linken Hand und Abschürfungen am Kopfe davon, und mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
wild. Verboten ist der Schrotschuß auf den Rehbock, solange das weibliche Wild Schonzeit hat, also vom 1. Juni bis 1. Oktober.
4. Verboten ist das Auslegen von Giftmitteln. Ausnahmen machen Giftgetreide und Phosphorlatwerge. Damit behandelte Köder, die zur Bekämpfung von Mäusen und Ratten Verwendung finden, müssen in die Erdlöcher so.verdeckt eingebracht werden, daß eine Schädigung anderer Tiere (Wildgeflügel u. ä.) nicht eintreten kann. Ergeben sich Unzuträglichkeiten so kann das Kreisamt das weitere Auslegen verbieten. Ebenso kann es auch weitere Ausnahmen von dem Verbot des Auslegens von Gift- Mitteln zulassen. (Für Jäger und Landwirte käme hier auch die Krähenbekämpfung in Frage.)
2Ius ft opfer, Präparatoren usw. müssen über alle van ihnen zu bearbeitenden Tiere, soweit sie durch Reichs- ober Landesgesetz geschützt sind, Listen führen, die Name, Wohnort und Wohnung des Einlieferers, Tag des Zu- und Abgangs enthalten.
Für Zuwiderhandlungen droht das Gesetz Geldstrafe bis zu 150 RM., bei Gewerbs- und Ge- wohnheitsmäßigkeit nicht unter 100 RM. bei Vorsätzlichkeit bis zu 1000 RM. an. Die Geldstrafen können in Haft umgewandelt werden. Ferner kann auf Einziehung der verbotswidrig erlangten Gegenstände (z. B. eines Rehbacks) sowie auf Einziehung Der benutzten Gegenstände (z. B. Gewehr) erkannt werden.
Es liegt im dringenden persönlichen Interesse jedes Jägers, sich mit dem Teil des Gesetzes bekannt zu machen, der ihn vor allem angeht. H.


