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schäft sich tokber erholen. Nach dem 13. März werde man nicht über das national- sozialistische Programm, sondern über das Programm und die Unter­lassungen der derzeitigen Macht­haber zu Gericht sitzen. Die NSDAP, habe ein Recht darauf. Ankläger und Rich­ter zu sein, weil sie schon seit wahren Front gegen die Mißwirtschaft des herrschenden Systems gemacht habe. Die Entscheidung liege nicht im Ausgang der Wahl, sondern darin, ob cs gelingen werde, das Gift des Internationalis­mus. der Demokratie und des Pazifismus aus Deutschland auszurotten. Das Programm der Nationalsozialisten bestehe darin, das deutsche Volk und dcunit das Deutsche Reich groß, stark und frei zu machen und die zer­störende Parteiherrschaft zu überwinden. Nach der Wahl, gleichgültig, wie sie aus- gehe, werde der Kampf um Deutschlands Freiheit mit aller Schärfe fortgesetzt werden.

Berliner Polizeibeamte wegen Hochverraisverdachis festgenommen.

Berlin, 10. März. (511.) Der Polizei­präsident teilt mit:Wegen des dringenden Verdachtes, sich des Verbrechens des Hochver­rates (§ 81 Absatz 2 Strafgesetzbuch und ff.) schuldig gemacht zu haben, wurden am gestrigen Tage der Polizeileutnant KurtLange, der Polizeiwachtmeistcr Hans Schulz-Brie­sen und die Buchhalterin Gertrud Müller f e st g e n o m m e n. Die Angeschuldigten sind überführt, sich Pläne der Polizeiunterkünste, der polizeilichen Waffen- und Munitionslager beschafft und an maßgebende Stel­len in der NSDAP, weiter geleitet zu haben. Eine noch nicht ermittelte Persönlich­keit, die der Gauleitung Berlin der NSDAP, ongehört, hat die betreffenden zu ihrem Vorgehen veranlaßt. Die polizeilichen Ermittelungen werden fortgesetzt."

Zu dem vom Berliner Polizeipräsidium be­kanntgegebenen Hochverratsverfahren gegen Schutzpolizeioffiziere und Beamte teilt das G a u- Presseamt der NSDAP, mit. die beschul- schuldigten Polizeileutnant Kurt Lange, Polizei- vberwachtmeister Hans Schulz-Driesen und Fräu­lein Gertrud Müller seien bei der Berliner Gauleitun- der NSDAP, vollkom­men unbekannt. Niemand der maßgebenden Persönlichkeiten des Gaues habe je mit ihnen in Verbindung gestanden. Die im Lause des heutigen Vormittags in der Hedemannstratze vor­genommene Haussuchung sei ganz ergeb­nislos verlaufen. In der Mitteilung heißt es weiter, daß die NSDAP, die lediglich zum Zwecke der Wahlbeeinflussung unternommenen Versuche, sie mit angeblichen Hochverratsplä­nen. wie die neuerdings der NSDAP, vom Berliner Polizeipräsidium im Zusammenhang mit der Verhaftung von nicht der NSDAP, ange­hörenden Polizeibeamten unterstellt werden, auf das entschiedenste zurückweist. Die NSDAP, steht auf dem Boden der Le­galität und wird die Macht im Staate auf legalem Wege erringen. Wer gegen diese strikte Anordnung verstößt, stellt sich außerhalb ihrer Reihen. Im Hinblick auf diese völlig einwandfreie Haltung der NSDAP, können un­bewiesene Behauptungen und Gerüchte, die das Gegenteil wahr haben möchten, nur als bewußte Wahlmanöver zur Beunruhigung der Oeffentlichkeit gewertet werden.

Das Attentat auf Twardowski.

H it Stern im polnischen Auftrag gehandelt?

Moskau. 10. März. (MTV.) Laut Mitteilung der Ualersuchungsbehörden hat. wie die Telegraphen­agentur der Sowjetunion meldet, der wegen des Anschlags auf Botschaftsrat von Twardowski ver­haftete Student Stern ausgesagt, er habe das Attentat unter Mitwirkung eines gewissen Sergej Scrgewitsch Wassiljew im Auftrage einiger polnischer Staatsbürger verübt. Wassiljew wurde verhaftet. Auf Grund der Aussagen Sterns sei endgültig festgestellt worden, daß die Tat nicht Twardowski, sondern dem deutschen Botschafter von Dirksen galt. Der Anschlag sei ausgeführt worden, um die Be­ziehungen zwischen Moskau und Ver- (in zu Hören und die internationalen Beziehun­gen der Sowjetunion zu verschlechtern. Stern habe mit Hilfe Wassiljews die Zeit festgestellt, in der Dirk­sen die Botschaft zu verlosten pflegte, um ihn. nicht von Twardowski, zu erschießen. Weiter gab Stern nach der russischen amtlichen Mitteilung Erklärungen über seine Beziehungen zu polnischen Kreisen ab, die im Interesse der Untersuchung jedoch jetzt nicht veröffentlicht werden können. Die OGPU. teilt mit, daß die Akten nunmehr der obersten Staatsanwalt­schaft zur Erhebung der Klage wegen Vorbereitung zum Mord und Konterrevolution übergeben werden.

Tolischus Mitglied des Memeldirektoriums.

Starte Brüskierung der deutschen Landtagsmehrheit.

Memel. 10. März. (WTD.) Eine hiesige na­tional-litauische Zeitung meldet heute: Der Prä­sident des Direktoriums, Simmat. hat gestern den Landesrat Tolischus zum Mitglied des Direktoriums des Memelgebietes er­nannt. Diese Ernennung bedeutet eine vollkom­mene Brüskierung der Mehrheits­parteien. deren Vertreter noch gestern und heute mit Simmat über die Bildung des Direk­toriums verhandelten. Dabei verschwieg Sim­mat ihnen die von ihm bereits gestern vorge­nommene Ernennung des Londesrats Tolischus zum Mitglied des Direktoriums. Auch der Gouverneur hat öcm Präsidenten des Land­tage- bei den heutigen und gestrigen Besprechun­gen über die Ernennung von Tolischus nichts verlauten lassen.

Die Führer der Mehrheitsparteien haben h ute nachmittag dem Präsidenten Simmat. als er bei ihnen zu weiteren Verhandlungen erschien, er­klärt. daß sie mit ihm nicht verhandeln könnten, weil sie sich vorerst mit der neugeschaffe- ncn Lage beschäftigen mühten.

Der Schanghai-Konflikt vor dem Sölfetbimb.

Ein Sonderausschuß erhält weitgehende Vollmachten. Bericht an die Völkerbundsversammlung bis zum 1. Mai.

Genf, 10. März. (TU.) Da- Präsidium der Völkerbundsversammlung hat am Donnerstag einen Entschließungsentwurf angenommen, der den Abschluß der Beratungen der Versammlung und die Grundlage für die weitere Behandlung des Fcrnostkonfliktes durch den Völkerbund festlegt. Die Entschließung betont den verpflichtenden Cha­rakter der Grundsätze des Dölkcrbundsvertrages und betont, daß alle Mitgliedsstaaten verpflichtet sind, keinerlei Lage oder Ab­kommen anzuerkennen, das im Gegensatz zu ben Bestimmungen des Völkerbundsvertrages steht. Weiter wird darauf hingewiesen, daß die Rege­lung des japanisch-chinesischen Streitfalles nie­mals mit Waffengewalt gesucht werden kann.

Die praktische Bedeutung der Entschließung liegt in der Einsetzung eines Sonder­ausschusses von 19 Mitgliedern, der aus dem Präsidenten der Vollversammlung, den 12 Mit­gliedern des Völkerbundsrates und sechs von der Völkerbundsversammlung zu wählenden Vertre­tern bestehen soll. Diesem Sonderausschuß wer­den weitgehende Vollmachten einge­räumt. Er soll einen Bericht über die Einstel­lung der Feindseligkeiten und über den Abschluß eines endgültigen Abkommens erstatten, die Durchführung der bisherigen Ratsentscheidungen zum japanisch-chinesischen Streitfall überwachen, ein allgemeines Abkommen zur Regelung des Streitfalles ousarbeiten und. wenn notwendig, ein Rechtsgutachten des internationalen Gerichts­hofes im Haag einfordern. Der Sonderausschuß wird ermächtigt, alle notwendigen Maßnahmen der Vottversammlung vorzuschlagen. Er muh spä­testens bis zum 1. Mai 1932 der Vollversamm­lung einen ersten Bericht über die Gesanitlage erstatten. Die Völkerbundsversammlung tagt wei­ter. Der Präsident wird ermächtigt, die Vollver­

sammlung. wenn erforderlich, von neuem wieder zusammentreten zu lassen.

Japan zu Verhandlungen bereit.

Schanghai, 10. März. (WTB.) Eine Note, die den chinesischen Behörden heute durch den japani­schen Gesandten überreicht wurde, besagt, daß die japanischen Zivil- und Militärbehörden bereit seien, mit den chinesischen Behörden Verhand­lungen gemäß der in der Völkcrbundsversamm- lung vom 4. d. M. gefaßten Resolution anzuknüpfen.

Der Oberbefehlshaber der japanischen Streitkräfte in Schanghai, General Schirokowa, gewährte dem Sonderberichterstatter desPetit Parisien" eine Unterredung, in der er darauf hinwies, daß der chinesisch-japanische Krieg als endgültig be­endet betrachtet werden müsse und daß nun­mehr die Diplomaten das Wort hätten. An der ganzen Front herrsche Ruhe und nur ab und zu käme es zu kleineren Plänkeleien, wenn sich die Patrouillen der einen oder anderen Parteien zu weit vorwagtcn. Die Stellungen der beiden Par­teien seien an einzelnen Stellen mehrere Kilometer voneinander entfernt, wäh­rend sie an anderen Stellen so dicht aneinander- lägen, daß sich die Soldaten mit Steinen be­werfen könnten. Schirokowa lobte die vorzügliche Haltung der 19. chinesischen Armee, die er als die beste Armee ganz Chinas bezeichnet. Die Berteidi- gungslinien," die die chinesischen Truppen gebaut hätten, entsprächen den modernsten Anforderungen. Der japanische Oberbefehlshaber erklärte sodann, daß er nicht an einen neuen chinesischen Angriff glaube; um so mehr glaube er aber an einen bal­digen Ausbruch eines neuen Bürger­krieges, dem die japanischen Truppen als taten­lose Beobachter gegenüberstehen würden.

Besondere Ehrung Briands.

Paris. 10. März. (WTB.) Driands Leiche ist heute früh vom Sterbehaus in der Avenue Kleber nach dem Außenministerium über- geführt und im Uhrens aal aufgebahrt worden. Ministerpräsident T a r d i e u und meh­rere andere Minister der Regierung waren bei der Heberfuhrung zugegen. In allen Straßen, die der Zug passierte, wurde der Sarg von der Menge gegrüßt. Die ehemaligen Mitarbeiter Driands am Quai d'Orsay übernahmen die Totenwache; sie werden von einer Dele­gation ehemaliger Frontkämpfer abgelöst werden. Ab heute nachmittag ist das Publikum zum Uhrensaal zugelassen.

Der Senat hat heute nachmittag auf Vor­schlag des Senators Bienvenu-Martin und zahl­reicher anderer Senatoren mit 261 Stimmen gegen eine folgenden Gesetzentwurf angenom­men : Aristide Briand hat sich um das Vaterland wohlverdient gemacht. In Durchführung dieses Gesetzes wird eine Tafel mit einer entsprechenden Inschrift in den Schulen und Rathäusern ange­bracht werden. Der Vorsitzende des Senatsaus­schusses für Auswärtige Angelegenheiten, Se- | nator D^renger, hatte diesen Antrag sehr warm befürwortet, und auch der Innenminister hatte sich im Namen der Regierung für den Antrag ausgesprochen.

pariser Verdächtigungen.

Die deutsche Industrie und China.

Berlin, 10. März. (WTB.) Zu derMatin"- Meldung vom 10. d.M. über eine angebliche Anleihe deutscher Industriewerke an China er- fahren wir aus Kreisen der maßgeblichen deut­schen Industrie folgendes: ,

Schon seit Wochen ist die ^Weltöffentlichkeit durch eine Reutermeldung darüber unterrichtet, daß zwischen der chinesisschen Nationalregierung und einem deutschen Großunternehmen ein Vor­vertrag über die Errichtung eines Hoch­ofen-, Stahl- und Walzwerkes im Werte von etwa 20 Millionen Gold- d o l l a r abgeschlossen worden ist.

Diese Meldung wird heute vom »Matin" aus­genommen, um aus diesem Vorvertrag Ver­dächtigungen und Vorwürfe gegen Deutschland abzuleiten, die in jeder Bezie­hung abwegig sind. Unter dem Druck seiner auswärtigen Verpflichtungen ist Deutschland und mit ihm die deutsche Industrie gezwungen, alles zu tun, um seine Ausfuhr zu fördern. Trotz seiner außerordentlich einge­schränkten Kapital- und Kreditbasis muß Deutsch­land den Versuch machen, auch solche Projekte zu finanzieren. Davon, daß etwa Deutschland 23 Millionen Golddollar der chinesischen Nat o- nalregierung leiht, kann keine Rede sein. Es ist charakteristisch für die Verwirrung, die bei einigen franzt fischen Presseorganen herrscht, daß man uns auf der einenSeite vorwirft unseren politischen Verpflichtungen nicht n a ch- zukommen, auf der anderen Seite aber leben Versuch, unsere Ausfuhr zu stei­gern und damit unsere Zahlungsbilanz zu ver­bessern, zu verhindern sucht.

Aus oder Wett.

Ein zweiter Stratospharenflug in Augsburg.

Ein Redaktionsmitglied derNeuen Augsbur­ger Zeitung", das persönlich bei der Enthüllung der Düsten Piccards und Kipfers in der Aula der Brüsseler Universität zugegen war, berichtet seinem Blatt, daß die neue Gondel, die für den zweiten Stratophärenflug bestimmt ist, be­reits in Lüttich hergestellt wird und bis Ende Mai dieses Jahres nach Augsburg kommen soll. Professor Piccard bestätigte, daß der zweite Stratosphärenslug wiederum von Augs­burg seinen Ausgang nehmen wird. Es seien Vorkehrungen getroffen, die den Start unab­hängig von der Witterung machen. Die Ventilleine, die beim ersten Start eine so ver­hängnisvolle Rolle spielte, wird nach der neuen Anordnung sofort durch ein Barometer senkrecht in die Gondel geführt, so daß ein Verfangen mit anderen Seilen nicht mehr möglich ist. Die neue Gondel wird in Gröhe und Gewicht der ersten gleichen, nur werden keine Instrumente mehr außen an der Gondel angebracht. Ferner wird auf die schwarze Färbung einer Seite der Gondel verzichtet. Piccard und Kipfer werden

selbst nicht an dem zweiten Flug teilnehmen, dagegen sein Schüler C o s y n s.

Lawinenunglück im Allgau.

Bei der Abfahrt vom Wertacher Horn nach Wertach (Allgäu) wurde der 21jährige Me­chaniker Schildmeher aus Kempten, der zusam­men mit einem Kameraden einige Tage auf der Skihütte am. Wertacher Horn verbracht hatte, von einer Lawine verschüttet. Trotz­dem eine sofort herbeigerufene Gendarmerie- Patrouille alsbald die Rettungsarbeiten auf- ncchm, konnte bis zum Eintritt der Nacht von dem Verunglückten keine Spur gefunden werden. Auch eine in der Frühe ausgesandte Rettungserpedition in Stärke von 30 Mann suchte ergebnislos nach dem Verunglückten.

Drei Todesopfer eines Verkehrsunglücks in Bochum.

In Bochum an der Ecke Wiemel- und Luxem­burger Straße wollte ein Lastkraftwagen, der mit Heizkörpern voll beladen war, einen ande­ren Lastkraftwagen Überholen. Hierbei geriet er ins schleudern und stürzte um. Die drei Per­sonen, die auf dem Wagen saßen, kamen unter den Wagen zu liegen. Ein« wurde tot- gedrückt, di« beiden anderen mußten mit schwe­ren Verlegungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden, wo sie kurze Zeit darauf ihren Ver­legungen erlagen.

Zwei Schiffer Im Rhein ertrunken.

In St. Goar sind ein Maschinist und ein Hei- xer eines holländischen Bootes aus Rotterdam im Rhein ertrunken. Die beiden Schiffer waren abends an Land gegangen, um Einkäufe zu besorgen. Bei der Rückkehr scheint der Maschinist ausaeglit- ten und ins Wasser gestürzt zu sein. Der Heizer, der ihn retten wollte, hatte bei seinen Ret­tungsversuchen keinen Erfolg und ist ebenfalls er­trunken.

Die Ehelragodie einer Filmdiva.

Am Dienstag hat sich in einem kleinen Hotel Budapests der 45jährige oberungarische Stuhl­richter Eduard S z e p e s s Y erschossen. Er war der erste Gatte der aus Ungarn stammenden viel genannten und kürzlich in Amerika verstor­benen Filmschauspielerin Lia de P u 11t), die Szepessy als löjähriges Mädchen heiratete. Nach fünfjähriger Ehe, der zwei Mädchen entsprossen, verließ ihn die Frau, ließ sich als Schau­spielerin ausbilden und machte dann belanntlich eine große Karriere beim Film. Dze- pessy widmete sich ganz der Erziehung der beiden Töchter, war aber seither gemütskrank und ergab sich dem Trünke, was nun zum Schluß der Tragödie führte. Den Kindern fällt ein größerer Grundbesitz zu.

Großer Schloßbrand.

Das auf der Höhe zwischen Schosdorf und Welkersdorf (Schlesien) liegende große Schloß Kessel-Schosdorf steht in Flammen. Der gewaltige Brand wurde gegen 1/25 L.hr bemerkt. Der Besitzer des Schlosses, Oberstleutna.'.t Capell, der im 70. Jahre steht, lag mit seinen Angehöri­gen im tiefen Schlaf. Gegen 5 Ufjr, als die Feuerwehr anrückte, stand bereits der ganze Mittelbau des Schlosses in Hellen Stammen. Zur Bekämpfung des Feuers muß­ten bis zu dem 200 Meter entfernten Kessel-Teich Schlauchleitungen gelegt werden, die aber bei der großen Kalte sofort einsroren. Erst gegen 1/.7 Uhr konnte auf das Mittelgebaude Wasser gegeben werden. Der gesamte Mittelbau ist völlig ausgebrannt. Das Mobiliar konnte zum größten Teil gerettet werden.

Durch Kohlenoxyd vergiftet.

Der 60jährige Invalide R o t h e r und seine 16jährige Adoptivtochter wurden in ihrer Woh­nung in Wüstegiersdorf (Schlesien) durch Kohlenoxyd vergiftet tot aufgefunden. Frau Rother hat eine schwere Vergiftung erlitten. Das LInglück ist auf vorzeitiges Schließen des Ofens zurückzusühren. Das 16jährige Mädchen war erst vorgestern von den Adoptiv­eltern angenommen worden.

Erleichterung der Ehescheidung in Spanien.

Die Kammer hat den Gesetzentwurf über die Ehe­scheidungen angenommen. Artikel 1 bestimmt, daß das Strafgericht jede Eh« lösen kann. Artikel 2 be­sagt, daß die Scheidung ausgesprochen werden kann, wenn beide Teile gemeinsam den An­trag stellen, oder wenn eine der beiden Teile sie aus bestimmten Ursachen verlangt. Als Schei­dungsgründe gelten u. a. Ehebruch und Doppelehe.

Aus der Provinzialhauptffadt.

Gießen, den 11.März 1932.

Unser neuer Roman.

In der heutigen Ausgabe des Gießener An- zeigers beginnen wir mit dem Abdruck eines neuen großen Romanwerkes der beliebten Schrift­stellerin I. Schneider-Foerstl, deren früher in unseren Spalten erschienene Romane wir nennen hier nurWenn Menschen ausein- andergehen",Helene Chlodwigs Schuld und Sühne",Lache Bajazzo" undMärtyrer der Liebe" sich allgemeiner Beliebtheit erfreuten. Das neue Werk, in dem wir alle charakteristischen, wiederum einen starken und einhelligen Publi- kumsersolg versprechenden Eigenschaften der ge­schätzten Autorin vereinigt finden, ist ein Fa­milien- und Liebesroman aus unserer Zeit:

Wenn Töchter Frauen werden" von 3 Schneider-Joerfil,

die hier ein den modernen Menschen und zumal die weibliche Leserschaft berührendes Thema mit bekannter Sicherheit zu eu.ent ergreifenden Le­bensbild gestaltet. Die drei Töchter der Guts- herrnwitwe von Recklinhausen reifen zu Frauen heran. Es wird höchst fesselnd, geschildert, wie sich die Wandlung vom Mädchen zur Frau im Liebeserlebnis der drei SchwestNn-Hollzieht.

So sind wir gewiß, daß auch dieser Schneider- Foerstl-Roman mit seiner von Leidenschaft erfüll­ten Handlung ein Haupttreffer werden wird, eine von Tag zu Tag mit Spannung erwartete Lektüre, die alle Leserinnen und Leser bis zur letzten -Zeile in Bann hält.

Redakteur Vetters f .

In der Donnerstagnacht ist der frühere Redak­teur der .Hberhefsischen Volkszeitung, Friedrich Detters, nach längerer Krankheit verstorben. Der Heimgegangene, der im 71. Lebensjahre stand, hat bis vor mehreren Jahren den lokalen Teil des sozialdemokratischen Parteiorgans in Gießen ge­leitet. Im ehrenamtlichen Dienst der Stadt Gießen stand er seit seiner Wahl in die Gießener Stadtver­ordnetenversammlung im Jahre 1911. Don da ab bis jetzt gehörte er ununterbrochen dem Stadtrat an. Auch als Mitglied des Rechtsausschusses, der Schul­deputation und der Theaterdeputation des Stadt­rates hat er sich durch rege Mitarbeit im Interesse unseres Gemeinwesens um die Stadt verdient ge­macht. Der Verewigte hat sich bei der Ausübung seines Mandats stets um eine sachliche Kampfesweise bemüht und genoß daher auch bei politisch Anders­denkenden persönliche Wertschätzung.

Schlechte Aussichten im Tierarztberuf.

Von her Hess. T i er ä r z t ek amm er wirb mitgeteilt:

Den gewaltigen Zubrang zum tierärzt­lichen Studium mögen folgende Zahlen illu­strieren: Im Jahre 1925 studierten in Deutsch­land 629 junge Leute Veterinärmedizin (darunter 3 Frauen), im Jahre 1931: 1780 (25 Frauen), darunter allein 525 im ersten Semester! Dies be­deutet eine Verdreifachung gegenüber? dein Stand von 1925. Heute schon kann eine überaus gtofre Zahl von Anwärtern keine Stellung fin-

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Wettervoraussage.

Die flache Störung über der Nordsee hat ihren Weg südwärts nach Holland und Belgien genom­men. Durch sie dürfte vorübergehend eine leichte Temperaturbeeinflussung erfolgen, aber dennoch wird Kaltluft vorwiegend die Temperaturen be­stimmen, so daß es immer noch zu Frost kommt. Eine wesentliche Aenderung des Witterungs­charakters findet nicht statt. In Begleitung der zeitweise stärker auftretenden Bewölkung kommt es zu vereinzelten Schneefällen.

Aussichten für Samstag: Nachts noch Frost, zeitweise bedeckt mit vereinzelten Schnee­fällen, aber auch Bewölkungsrückgang mit Auf­heiterung.

Lufttemperaturen. Am 10. März, mit­tags: 0.9 Grad Cels., abends: 1,9 Grad Cels. Am 11. März, morgens: 3,4 Grad Cels. Maximum: 0,4 Grad Cels., Minimum: 4,8 Grad Cels. Niederschläge: 0,1 Millimeter. Son­nenscheindauer: l1/* Stunde.

Amtliche Winlersporlnachrichten.

Vogelsberg, Hoherodskopf: Klar, mi­nus 11 Grad, 50 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut.

Rhön, Wasserkuppe: Klar, minus 13 Grad, 17 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut.

Schwarzwald, Feldberg: Heiter, minus 15 Grad, 90 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit gut

Alpen, Garmisch-Partenkirchen: Leich ter Schneesall, minus 5 Grad, 50 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut