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Die Fischereiberechtigung in dem Bache Allna, und zwar von der Aufnahme der Ohe bei Hermershausen abwärts bis zu ihrem Eintritt in die Gemarkung Nieder­weimar kommt am Freitag, dem 13. d. TU., nachmittags 2 Uhr, in der Gastwirtschaft Zur Linde" in Niederwalgern zur öffent­lich meistbietenden Verpachtung, wozu Pachtliebhaber eingeladen werden.

Schweinsberg, am 6. Mai 1932. (3668D Freiherr Schenck zu Schweinsbergsche

Renterei.

paar Worte mit der Mutter zu wechseln, die sie liebevoll umsorgte. Dann aber ging sie gleich zur Ruhe. Wohlig dehnte sie sich in dem kühlen, weihen Bett.

3dj bin so müde!" ,,

Das war alles, was sie sagte, als die Mutter sie küßte und ihr noch einmal über den blonden Kopf fuhr. Da ging die Mutter.

Aenne aber schlief noch lange nicht ein. Ihre Augen hasteten an der alten Linde, die ihre ver­schneiten Aeste wie mächtige Anne bis ans Haus herüberreckte. , ,

Rudolf Ansbrück, ich liebe dich! Und es ist Sünde! 3ch werde dich lieben bis in meine letzte Stunde." r,,

Sie dachte es. Und dachte an den schonen. hoch- gewachsenen Mann, der sie so heiß geküßt^ und zu ihr gesagt hattenIch hole dich, Aenne.

Es würde nicht sein, und es konnte niemals sein. Aber ihre Liebe zu ihm blieb bestehen. Stein starres Gesetz konnte daran etwas ändern

Aenne legte das schmale, blasse Gesicht zur Seite Drüben hörte sie die Mutter mit Marga sprechen. Vielleicht würde Mütterchen entschuldi­gen und gütlich zureden. And alles um sie, um Aenne, die einmal vergessen hatte, daß sie nur ein armes kleines Mädel war und nicht m die Sonne, nicht in das reiche, vornehme Heim Rudolf Ansbrücks gehörte.

Aenne hörte die halblauten Stimmen noch ein Weilchen, sah aber immer nur Dr. Ansbrück und schlief ein. __

Drüben im kleinen, behaglichen Wohnzimmer sagte Margen

Cs war ja zu erwarten, daß der Klemen sich einmal irgend etwas nähern mußte. Daß sie gleich das erstemal so mit gebrochenen Flügeln heun- kehrt, habe ich nicht gedacht. Ich werde aber morgen, wenn ich unsere Arbeiten abliefere, un­auffällig im Salon der Madame Endiee fragen, wo man Aenne gestern abend eigentlich hmge- schidt hat. Denn damit hängt die ganze Ange­legenheit zusammen."

Gewiß, Marga, das kann nichts schaden, wenn wir das wenigstens wissen."

Willst du nicht schlafen, Mutter? Ich mochte unbedingt noch ein Weilchen arbeiten. Meine Augen sind Gott sei Dank noch sehr gut, wahrend du die deinen doch mehr schonen solltest."

Die Mutter trat zu ihrer Aeltesten und strich ihr über das dunkle, etwas harte, glatt zuruck- getämmte Haar. __ .

Bist ein gutes Mädel, Marga: ich weiß ja. Willst du wirklich noch aufbleiben? Die Ruhe würde dir auch gut tun. Dann aber wenigstens nicht allzulange." (

Bestimmt nicht, Mama. Ich habe nur eine Zeichnung ausgedacht und die möchte ich Madame Endiee sehr gern noch morgen früh mitnehmen. Also dann gute Rächt, Mütterchen!"

TM

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fei ui ap. enm -Britt jetzt schneller aus. Sie sollten in< nicht noch einmal warten. _ ^^reckhaft durchzuckte es sie plötzlich, cic hatte _ irohgemut die Zeilen geschrieben, die der Rote -u« ihre Angehörigen wciterbesorgt. Was sollte sic jetzt sagen? Sie hatte von einer hohen Wohnung geschrieben. Sie würden sich nun doch gereut haben darüber, und Marga brauchte wirk- so notwendig einen neuen, warmen Mantel. WRun brachte sie nichts mit nach Hause. Mutter i fah Schwester brauchten ihr nun nicht zu glauben, was sie ihnen erzählte. Marga würde es ihr vielleicht gar auf den Kopf zusagen, daß sie nur eine freie Rächt hätte haben wollen und daß man Jie verachten müsse.

MWkAenne ächzte'Ich konnte doch nichts anneh- ' c men Run doch nicht mehr!"

WWlSie schritt weiter, immer weiter, kam endlich WW das stille, vornehme Rillenviertel. Stand vor ^'"bem Hause, in dem sie wohnten. Oben öffnete ftit ein Fenster. Die Mutter. .

i WWsGott sei Dank. Kind, daß du endlich da bist.

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Gute Rocht, Marga!"

Sie küßten sich, und die Mutter ging. Vor­sichtig trat sie hinter den bunten Vettschirrn. Aber sie hörte tiefe, rasche Atemzüge. Einmal warf Aenne sich herum.

Ich liebe ihn doch. Ich kann doch nichts dafür, daß ich ihn liebe."

Wie ein Kinderweinen klang es, und die Mutter senkte tief den grauen Kopf. Faltete die Hände und trat zum Fenster.

Am tiefblauen Himmel leuchteten unzählige Sterne und mitten unter ihnen der Mond der einen hellen Hof um sich hatte und neue Kalte anzeigtc. , , ,

Lieber Gott, ich habe dich so oft gebeten, mir dieses Kind zu schützen. Run ist es doch gefom- men, was vielleicht einmal kommen mußte. Doch führe alles zum Guten, Gottvater. Laß sie an einer Enttäuschung nicht zugrunde gehen, meine kleine, sonnige Aenne."

Marga Ohlen arbeitete mit verbissener Wut. Ihre Gedanken weilten bei dem Geschehen der letzten Rächt, von dem sie keine Ahnung hatte und das sie doch nicht zur Ruhe kommen ließ.

Morgen würde sie ja alles Weitere erfahren. Wenn es doch schon wieder Tag wäre! Sie brachte die endlose Rächt am besten damit zu, daß sie unentwegt arbeitete. . _

Am andern Tag wußte Warga OhlSsti zu wem man Aenne geschickt hatte. Sie notierte sich sorg­fältig die Adresse und fuhr dann nach Hause.

Für Aenne aber reihte sich grau und traurig ein Tag an den andern. Einer wie der andere begann früh acht Uhr mit der bisher so lieb- gewordenen Arbeit, der das junge Mädchen letzt müde und traurig nachging. Sie erfüllte ih^ Pflicht wie sonst, doch lachte sie nie mehr fröhlich mit den anderen jungen Mädchen. Und Madame Endiee betrachtete sie heimlich voll Sorge. Sie hielt so viel von diesem jungen Machen

Aenne tat ihre Pflicht wie fönst. Sie ließ sich nicht die geringste Rachlässigkeit zuschulden kom­

men. Dennoch war sie anders wie sonst. Ganz, ganz anders, wie Madame Endiee erstaunt fest­stellte. t , ,.

2lenne wurde nach und nach wieder ruhiger. Es hatte keinen Zweck, einen Traum zur Wirk­lichkeit zwingen zu wollen. Träume blieben immer unwirklich, blieben Schemen, blieben etwas, an das man zurückdenken konnte.

Ein Traum! Ein Traum, daß Rudolf Ansbrück sie so heiß und innig geküßt! Ein Traum, daß sie für einen einzigen Abend seine Frau ge­wesen war! ,

Aenne hatte keine Ahnung, welchen Weg ihre Schwester Marga eines Tages gegangen war. Hätte sie es ahnen können, dann wäre es mit ihrer wühsam erkämpften Ruhe vorüber gewesen.

(Fortsetzung folgt.)

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Die Mutter! Und Marga! Sie würden fragen! Würden das und jenes von ihr wissen wollen. Iraend etwas würde sie ihnen ia auch zahlen müssen. Den größten Teil des gestrigen Gesche­hens Oder vielmehr, des Geschehens dieser Rächt. .. ml .Dann aber würde sie beharrlich schweigen! Sie würden nichts weiter erfahren

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Gießen. W!«D Dienstag, 10. Mai, 1924 Uhr:

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..Guten Abend, Mütterchen.

Wie müde die junge Stimme klang! Aenne er» schrak vor der eigenen Stimme, und die Mutter ^Aenn/duÄchAtdrasch den verschneiten Garten der Villa, und dann öffnete sie die Haustur.

Der Hauswirt, ein freundlicher alter Herr, ging gerade zu seinem Skatabend und grüßte sie lä­chelnd Er hatte immer seine Freude an dem schönen, kleinen Mädel. Ein bißchen Sorge hatte er auch. Er dachte manchmal, daß es doch recht schade sei. daß sein treuer Ohlen so früh sterben und seine Familie so hilflos zurucklassen muhte, daß nun dieses auffallend schone Madelchen so in all die Gefahren der Großstadt hinaus mußte.

Aenne ging die Treppe hinauf Die Tür war weit geöffnet, und ein heller Lichtstrahl fiel zu ihr auf die Treppe und grüßte sie heimlich und vertraut. Und dann kam die Mutter ihr ent­gegen, schloß sie in die Arme. ...

Mädel Mädel, wir haben uns. doch so um dich geängstigt' Run komm aber schnell! Es gibt dein Leibgericht. Komm, ich helfe dir! Du ziehst dich 9* Ser 1®uft ihres Lieblingsgerichts mischte sich mit dem Duft gebratener Aepfel. Renne schritt über die Schwelle, umfaßte mit einem Blick das kleine, traute Heim.

Mütterchen, ach Mütterchen!

Die Reaktion kam. Laut weinend vergrub sie das Gesicht an der Schulter der Mutter

Da wußte Frau Ohlen, daß das Schicksal ir­gendwie grausam in das junge Leben ihres Kin­des eingegriffen. Und sie schwieg!

Die Mutter schwieg! Sie fragte Nicht ! Sie strich nur ganz leise und zärtlich über das feine Gold­haar von dem sie die Mütze genommen. Dann half 'sie der Tochter beim Auskleiden

Denke an nichts, Aenne. Denke, du hattest alles nur geträumt! Und geh nie mehr mit, wenn man dich lockt!" , .

Der Mutter Stimme, die gut und »erstehen0 diese Worte sprach. Aenne küßte die gütigen Hände. Rach einem Weilchen sagte sie.

Ich komme doch noch ein bißchen mit hinüber, Mütterchen."

Frau Ohlen nickte ihr §u

Das ist recht von dir, Kind. Du mußt unbe­dingt etwas essen. Komm nur, es ist schön warm.

Und dann saß Aenne mit an dem kleinen, runden Tisch vor dem Sofa und zwang sich, einige Bissey zu essen. , , . . , . ,,,

Marga sah sie finster an. sagte ledoch Nichts. Da die ältere Schwester sonst auch zuweilen |o mürrisch dasaß. fiel das heute nicht auf. Aber Aenne dachte, daß Marga irgend etwas un Schilde führte. Sie war aber so müde und zermürbt von all dem. was seit einem Tage auf sie eingestürmt war. daß sie ihre Gedanken nicht auch noch auf | Marga konzentrieren konnte. Sie zwang sich, ein

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Sie würde es für alle Zeiten für sich behalten, W daß der schöne große Mann ihre Dienste und - «ihre Liebe hoch bezahlt hatte!

Daß sie das Geld zuruckgewiesen. das Wußte 2 nur er. Und es war gut so. daß er es wußte, daß er Aenne Ohlen nicht mit andern Frauen f die er gewiß so und nicht anders einzuschatzen datke. nicht zu vergleichen brauchte.

S)Qa Leben würde weitergehen. Der Alltag, arau mkK eintönig, würde sie wieder umspinnen. . Nnd niemand würde wissen, daß Aenne O^en ffÄrnol Zn ^usNug..ins Glück gemacht! Für Sturze Zeit reich unA glücklich war.

Borb?^In ein Rickes zerronnen! Wie Träume ^ja stets in esii R cht?^rr'unen. Daß dieser Traum M em R chts M cntE)a[tcn hatte, das an- e nichts an sA^m Schicks«!, dennoch m ein

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