Einzelbild herunterladen

UW Ms AN-

*Ss-S

>« «Ml.

"uarschE im,, V°ren.?L«r°s ^umbolbt in S dn ÄWit"Ä^

1

'OH

dem Gefühl der quemlichkeit schf sich noch die wde über die $chö- Form, den flotten : echter Kubier menkleider, Wes* Jacken,Pullovers, ich preiswert ist Mg , durch dl« Fabrik . Hjtuftgarl;^

in

K.G.. Schulstr.4 lf Marktstr.4-8 eipel, Markt 18

»gen

5132V

Sie bi«' unter Kinde" fentt"

Ur. 85 Erster VM

182. Jahrgang

Samstag, 9. April 1932

Lrs chernt täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle lHonat$:Be$ugsprei$:

Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

8ernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Siehe«.

Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686.

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühl'sche Uitiverfilälr-Vuch- und Zteindruckerei B. Lange in Sieben. Schristleilung und Sefchästrstelle: Schnlsttahe 7.

Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum' Nachmittag vorher.

Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mi« Breite örtlich 8, misfflärts 10 Reichspsennig; für Re. klameanzeigen von 70 mi« Breite 35 Reichspsennig, Platzoorschrist 20"/, mehr.

Chefredakteur:

Dr. Friedr. Wilh. Lang«. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen.

Der letzte Appell zum zweiten Wahlgang

Dr.

Mr spricht in Rheinland-Westfalen.

Hochvcr-

SA. und

SS. oder für landesverräterisches Beginnen innerhalb der Bewegung wirklich von der preußi­schen Staatsregierung erbracht, dann würde die preußische Regierung gesetzwidrig han­deln, wenn sie eine solche Organisation nicht zur Auflösung brächte. Da aber dieser Be­weis nicht vorliegc und auch angesichts des legalen Vorgehens der RSDAP. nicht d er­liegen könne, könne auch von einem Verbot der Organisation der RSDAP. tder SA. der SS. oder einer sonstigen Untergliederung) nicht die Rede sein.

Oer Reichskanzler spricht im Osten.

teilnehmen läßt an den Röten, in denen sich der Staat befindet, daß man keinen Schleier über die Wirklichkeit deckt, daß man ein Volk nicht in ein Märchenland führt. Wenn ich hier im Osten Gelegenheit habe, über diese Dinge zu sprechen, so möchte ich auf den Ernst der Lage, in dem sich das deutsche Volk befindet, aufmerksam machen und darauf Hinweisen, daß das deutsche Volk a n einem Abgrundentlang geführt wurde. Wenn der Weg verantwortlicher Politik weiter- fegangen wird, wenn das deutsche Volk die see- ische Kraft besitzt, in den nächsten drei bis vier Monaten auf diesem Wege weiter auszuharren, dann allerdings fühle ich mich in meinem Ge­wissen berechtigt, zu sagen, daß dann dem deut­schen Volk in seiner Außenpolitik ein voller Erfolg beschieden sein wird. Die Wahl Hindenburgs trägt nicht nur die Entscheidung der Politik für wenige Jahre in sich, sondern sie ist die Entschei­dung für eine ganze Generation, weil in den nächsten Monaten endgültige Beratungen und Entscheidungen über die Reparationspolitik und über die Abrüstungsfrage durch internationale Verhandlungen herbeigeführt werden.

Oeutschnationale Antwort an Westarp

Berlin, 8. April. (TU.) Die deutschnationale Pressestelle veröffentlicht auf den Appell Westarps an die deutschnationalen Wähler eine Antwort, in der es u. a. heißt: Wenn Graf Westarp in einer Wahlversammlung behauptet, Hugenberg habe die Abstimmung für den zweiten Wahlgang freigegeben, so entspricht das nicht den Tatsachen, da die Deutschnotionale Volks- Partei ausdrücklich ihre bisherige Gegner­schaft gegen den vom Zentrum und der Sozial­demokratie auf den Schild gehobenen Präsident­schaftskandidaten aufrechterhalten hat.

nicht in diesem Maße der Fall sei. Er könne nur sagen, daß hinter O st preußen uni) Danzig eine Millionenbewegung stehe. Hitler be­schäftigte sich weiter mit den ihm stark beschränkten Propagandamöglichkeiten. Man wage es nicht, io . erklärte er, ihm den Rundfunk zur Verfügung zu stellen, weil man befürchte, daß dann das ganze von den Regierungsparteien ausgebaute Lügengebäude schon nach einer Stunde Zusammenstürzen würde. Die Versammlung endete mit dem Gesang de» Deutschlandliedes.

Rationalsozialistischer Protest gegen den Vorwurf des Landesverrats.

München. 8. April. lCRB ) Im ..Völkischen Beobachter" veröffentlicht Reichstagsabgeordneter Rechtsanwalt Dr. Frank II. einen Artikel, in dem erklärt wird, den Höhepunkt des Versol- gungsseldzugs gegen die RSDAP. bilde die Be­hauptung. daß Hitler und seine Bewegung Landesverrat begingen. Wäre der De- weis, heißt es weiter in dem Artikel, für d i a Illegalität der RSDAP. für ernstlich« Dürgcrkriegsvorbereitungen innerhalb der Or-

verwachsen und keinMann ohne Ar und Halm", wie der eiserne Kanzler von seinem Nachfolger spottete.

Die Parallele Bismarck-Hindenburg ist in diesen Tagen oft gezogen, und wirklich führt eine klare und gerade Linie vom einen zum andern. Ein gemeinsamer tiefer Grundton bestimmt ihr Leben: urwüchsig stehen sie beide fest auf deutscher Erde, 'Natürlichkeit im Sichgeben, Einfachheit und Klar­heit im Denken, persönlicher Mut und eine Uner­schrockenheit, die keine Rücksicht auf Popularität kennt, eine liefe Religiosität und daraus entspringend ein starkes Bewußtsein der alleinigen Verantwortung vor Gott und dem eignen Gewissen. Was Bismarck an genialischer Intuition, die den großen Staats­mann ausmacht, voraus hatte, gleicht Hindenburg aus durch die innere Harmonie einer souveränen Persönlichkeit, die ihn an die ehrwürdige Gestalt des Alten Kaisers heranrückt. Und gerade diese Harmonie macht den Marschall-Präsidenten in Krieg und Frie­den zu dem unerschütterlichen Felsen im wogenden Hin und Her. War Bismarck der -cdjöpfcr, wird er der Erhalter des Reichs, dem es gelingt, die in der Bismarck Aera noch roeitauf klaffenden Gegensätze der Konfessionen, Stämme, Stände und Klassen wie nur einmal zuvor zu überbrücken und im Bekenntnis zu feinem Staatsideal, dem b e - dingungslofen Dienst an Nation und Volk zusammenzuführen. Nirgends ist dies deut­licher geworden als am 13. März. So ist Hindenburg die harte Klammer d e r Volkseinheit | geworden, die wir heute, wo wir uns im nationalen

Stettin, 8.April. (WTB.) Reichskanzler Brüning sprach heute abend in den Messehallen

ganisation der RSDAP., für ratsvorbereitungen innerhalb der

Ein Goldatenbekenntnis für Hindenburg.

Berlin. 7. April. General der 3nfantena von Eisenhardt-Rothe. einer der eng­sten Mitarbeiter des Feldmarschalls von Hinden­burg während des Weltkrieges, tritt mit sol- gendem Bekenntnis für die Wiederwahl deS Reichspräsidenten ein:

Die Reichspräsidentenwahl hat ganz besonders in den Reihen der Mitglieder des alten Heeres viele in einen schweren Konflikt gebracht: Ihr Herz, ihre Dankbarkeit, ihre treue Bewunderung gehört dem Feldmarschall', dasselbe Herz blutet, wenn die Zugehörigkeit zu einer Partei, der Glaube an die aus Parteizeitungen. auS Der- sammlungsreden oder aus eigener ilcbcrlegung gewonnene Ucbcrjcugung es verbietet, Hin­denburg, dem von Vr ganzen Welt bewunderten Heros des Weli.*eges, dem echten deutschen Mann, der schon so oft und grade, wenn bie Rot am größten war, selbstlos und aufopferungs­bereit in die Bresche gesprungen ist, jetzt wei­ter Gefolgschaft zu leisten.

Vielleicht gibt es unter diesen Männern nicht viele, die den Feldmarschall so gut kennen und zu beurteilen vermögen wie ich, der in vier Jahren des Weltkrieges sein Mitarbeiter fein durfte und so oft bewundernd feststellen konnte, wie dieser Charakter von Granit allen, die dienstlich oder auch außerdienstlich mit ihm zusammenkamen, in schwerer Lage, in ent­scheidenden Fragen eiserne Sicherheit deS Handelns, fest es Vertrauen in das Gelingen zu verleihen wußte? Fast alles, was damals an ganz Großem und Küh­nem gewagt wurde, von Tannenberg an bis

Ausbruch befinden, weniger denn je entbehren kön­nen. Ohne ihn würde unser Volk, in leidenschaft­lichem Parteienkampf sich zerfleischend, von innerem Hader hoffnungslos zerrissen, ein Spielball seiner äußeren Feinde werden, die in Oft und West heute schon darauf lauern, über ein durch Bürgerkrieg ge­schwächtes Deutschland herzufallen.

Das Jahr 1932 soll die Entscheidung darüber brin­gen, ob es uns gelingen wird, das Trugwerk von Versailles zu erschüttern. Allererste Voraus­setzung dafür ist, wenn dem Auslande deutlich ge­macht wird, daß eine starke Reichsgewalt, die ohne sich auf irgendwelche Experimente einzut lassen, alle aufbauwilligen Kräfte des Volkes zu­sammenfaßt, die Führung des Staates fest in dec Hand hält und in der Lage ist, vom nationalen Selbstbehauptungswillen getragen, den Kampf gegen Versailles, der mit der Befreiung des Rheinlandcs begonnen, mit BrüningsNein" in der Iributfrogä fortgesetzt wurde, zu einem guten Ende zu führen« Dem Feldmarschall Hindenburg als dem Träger der starten Reichsgewalt, die allein dem nationalen AufbruH Blaß und Ziel geben kann, morgen seine Stimme geben und damit auch vor dem Auslands am Zuftandetommen einer überwältigenden Kund­gebung des deutschen Volkes für eine oen den Par« leien unabhängige nationale Staatsführung mi^ui wirken, das i ft wahrer Dienst an der 9? a * tion und wohlverstandene Pflich» gegenüber Staat und Volk, dessen Große und Freiheit wir alle wollen.

Dussel t>orL8. April., miJ AdM_Hi.tler traf Mit seiner Begleitung am tfreuag_ um 17.55 Uhr aus Mannheim kommend, im Sonderflug­zeug auf dem hiesigen Flugplatz ein. Hitler und feine Begleiter fuhren dann in Kraftwagen nach Oberkassel, wo in der Radrennbahn eine Kundgebung stattfand, die von rund 25 000 Per fönen besucht war. Die Rede Hitlers bewegte sich etwa in den gleichen Gedankengängen wie seine Ausführungen am Donnerstag in Frankfurt a. M., Darmstadt und Ludwigshafen. Er wies darauf hip, daß es nicht nötig gewesen wäre, durch Deutschlands Gaue zu fahren und Reden zu halten, wenn ihm die gleichen Propagandamittel zur Ver fügung Leslellt worden wären, die seine Gegner be­säßen. Hitler wandte sich dann noch gegenüber ihn verbreitete Wahllügen und schloß mit dem Aufruf zur Pflichterfüllung, damit der Tag eines freien Deutschland kommen könne. Unter lebhaften Beifallskundgebungen und dem Gesang des Deutsch landliebes verließ Hitler den Versammlungsort und begab sich nach Essen, wo er ebenfalls eine Rede hielt.

Am Freitagabend sprach Adolf Hitler in M ü n - ft c r. Insgesamt waren etwa 14000 Personen an­wesend. In seinen Ausführungen wiederholte Hitler feine bereits in den einzelnen Reden der letzten Woche zum Ausdruck gebrachten Gedankengänge. Gegenüber den Behauptungen, der Bürger­krieg fei unvermeidlich, wenn die NSDAP, ans Ruder komme, betonte Hitler: Die Macht bekomme feine Bewegung doch und wenn sie an der Macht sei, dann werde sich zeigen, wie blitzschnell dieser Bürgerkrieg sein Ende finde. Die letzten Angriffe, er beabsichtige bei einem Angriff Polens d i e Grenzgebiete preiszugeben, wies Hitler mit Nachdruck zurück und betonte, die Be­wohner im Grenzlande wüßten genau, was Hei - m a t bedeute, während das in anderen Landesteilen

vor mehr als 10 000 Personen Der Kanzler führte u. a. aus: Ich halte mich für verpflichtet, hier im Osten auf ein paar Dinge ergänzend einzugehen, weil ich angesichts der ungeheuren Verhetzung der Massen glaube, es dem Herrn Reichspräsidenten besonders schuldig zu sein, ihn gegen eine Reihe von Vorwürfen zu verteidigen. Einer der Haupt- angriffe gegen den Herrn Reichspräsidenten ist die Behauptung, daß der Herr Reichspräsident sich zu einer Parteikandidatur einer b c ft i m m ten Richtung gemacht habe und damit seinem historischen Namen etwas vergeben habe. Schon vor Weihnachten haben die ersten Fühlungnahmen statt­gefunden zu einer parlamentarischen Verlängerung der Amtszeit des Herrn Reichspräsidenten. Ich Hobe keinen besonderen Wert daraus gelegt, mich an die- en Verhandlungen zu beteiligen, und verschiedene Herren gebeten, so zu verhandeln, als ob ich bereits nicht mehr Reichskanzler gewesen sei. Es hat sich gezeigt, daß die Herren sich nicht über einen gemeinsamen Präsidentschaftskandi­daten einigen konnten, daß sie sich nicht über ein Kabinett einig wurden, daß sie sich nicht über ein Programm einigen konnten, daß sie sich überhaupt über nichts einigen konnten als über eine Tatsache, das gegenwärtige Kabinett zu stürzen, wozu ihnen aber die Macht fehlte. In den vergangenen zwei Jahren, als diese Regierung gebildet wurde und sie den Auftrag von dem Herrn Reichspräsidenten bekam, da mußte sich die gegenwärtige Reichsregierung dar­auf einftcllch, daß sie ein langes, schweres und höchst unpopuläres Amt durchzu­führen habe. Was heute die Welt erschüttern läßt in einem wirtschaftlichen Chaos, in einer Krise ohnegleichen, das ist eben nichts anderes als die geschichtlich sich immer wiederholende Tatsache, daß ein Krieg wirtschaftlich nie ungestraft geführt werden kann.

Lines haben wir erreicht kroß aller Röte, daß die Landwirtschaft nicht so weit zusammen- gebrochen ist, wie in den meisten übrigen Län­dern. Wir sind das einzige Land, dem es ge­lungen ist, die Preise für Brotgetreide auf das Zweifache des Weltmarktpreises zu bringen. Dir haben die Genossenschaften gerettet. Dir haben die wirtschaftlichen Unternehmungen des Mittel­standes gerettet. Dir haben die Großbanken sa­niert, obwohl wir Monat für Monat überlegen muhten, wie wir das notwendigste Geld zu- fammenraffen konnten, um die Umschuldung durchzuführen und um sechs Millionen Erwerbs­lose über den schwersten alter Winter hinwegzu­bringen. Es ist uns gelungen, unsere öffentliche Dirtschaft und den Etat durchzuhalten und die Währung in Deutschland stabil zu halten.

Es wäre bequemer gewesen, Wege zu beschreiten, mit denen die Rationalsozialisten hausieren gehen. Dann hätten wir uns populär gemacht, aber dann wäre das Chaos gekommen. Wenn wir jetzt wiederum das deutsche Volk aufrufen, sich in der Mehrheit hinter dem Generalfeldmarschall zu scha­ren, so deshalb, weil wir diese Politik durch- holten müssen, die allein zur Freiheit, zur Be­freiung von den Reparationslasten, zur Gleich­berechtigung Deutschlands in der Welt führt. Man muh den Mut haben, dem Volke die Wahrheit zu sagen, keine Illusionen vor­zumachen und nicht das zu tun, was in der Agi­tation jeden Tag geschieht: Allen Ständen immer neue Versprechungen zu machen. Wenn ein Volk seiner Machtmittel beraubt ist, wie das deutsche Volk, dann gibt es zum Ausstieg nur einen Weg: daß man das Volk miterleben läßt, m i t -

Reichsminister Schlange, selber ein pommerscher Rittergutsbesitzer von altkonjeroativer Gesinnung, sich der dankbaren Aufgabe unterzogen hat, seinen ostelbischen Kollegen einmal deutlich zu sagen, was für die Landwirtschaft des deutschen Ostens in der kurzen Zeit der Notoerordnungspolitik geleistet wurde. Mit Recht hat er betont, daß das Siche­rungsverfahren, das den absoluten Verfall von 60 000 deutschen Landwirtschaftsbetrieben aufgehal­ten hat, einen der stärksten Eingriffe darstellt, die jemals zugunsten eines einzelnen Berufsstandes in irgendeiner modernen Volkswirtschaft durchgeführt worden ist. Und er hat weiter erklärt, daß ein Be­rufsstand nicht klug daran tut, sich wilder Agitation hinzugeben in einem Augenblick, in dem die Reichs- reg'.erung im Begriffe steht, 600 Millionen Reichs mark zur Entschuldung und Erntesicherung _in die ostdeutsche Landwirtschaft hineinzupumpen. Schlan- gcs Mahnung scheint aus fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Das Treuegelöbnis von Mitgliedern des vstdcutschen Hochadels für Hindenburg unter Füh­rung des Kammerherrn von Oldenburg-Ianuschau wird nicht allein bleiben. Und das ist gut fo. Denn die Landwirtschaft und nicht zuletzt der Bauernstand hat morgen etwas gutzumachen an dem feldmarschall, der wie niemand seit Bis­marcks Sturz trotz schwerster Notzeit des ganzen Volkes sich mit dem vollen Gewicht seiner Persön­lichkeit für das deutsche Landvolk emgesetzt hat und wie ein rechter Hausvater seine Sorgen mit ihm teilt, ist er dock selber, als Gutsherr von Neudeck, wie einst Bismarck, mit der Landwirtschaft innig

WahrerDiensianderAalion.

Das deutsche Volk tritt morgen zu einem Wahl­gang an, der im Grunde genommen, schon am 13. März entschieden worden ist, damals als über 18% Millionen sich für d i e Wiederwahl des R.e i ch s p r ä s i d e n t e n von Hinden­burg aussprachen. Trotzdem wäre es falsch, diesen zweiten Wahlgang, der durch die Aufrechterhaltung der Kandidaturen Hitler und Thälmann not­wendig geworden ist, in feiner politischen Bedeu­tung zu schmälern zu Gunsten der Landtagswahlen', die in wenigen Wochen in Preußen und anderen deutschen Ländern die' Reihe der Wahlhandlungen vorerst abjchließen werbep. Bei der Preußenwahl am 24. April gilt es den Kampf gegen eine parla­mentarische Koalition mit aller Entschiedenheit durch- zusechten, die nicht nur das größte deutsche Land ihrer unumschräntten und rücksichtslosen Parteiherr- schaft unterwarf, sondern auch oft genug störend und hemmend in die innerpolitische Entwicklung des Reiches eingegriffen hat, wenn sie von einer Neu­orientierung im Reich eine Schmälerung ihrer Macht in Preußen befürchten mußte. Bei der Präsidenten­wahl am 10. April geht es, bei Licht besehen, um sehr ähnliche Dinge. Das starte Votum, das im ersten Wahlgang mehr als achtzehn Millionen heut­iger Staatsbürger mit ihrer Stimmabgabe für den Feldmarschall von Hindenburg gegen jede Parteiherrschaft an her Spitze des Reiches abgaben, muß im zweiten Wahlgang sich ausweiten zu einem überwältigenden Bekenntnis des ganzen Volkes für den wahren Vater des Va­terlandes, ein im besten Sinne über -den Parteien stehendes Staatsoberhaupt, das wie ein sturm- gewohnter, in allen Fährnissen erprobter Kapitän mit fester, ruhiger Hand das Reichsjchifs durch die Brandung steuert. Wer erinnert sich von den kelte­ren unter uns in diesem Augenblick nicht der trotz der Satire tief erschütternden Karikatur in der MünchenerJugend^ aus dem verhängnisvollen Jahre 1890: Bismarck, der erfahrene Lotse, geht von Bord und der junge Kaiser ergreift selber das Steuerruder. Wohin uns derneue Kurs" in hals­brecherischer Zickzackfahrt schließlich geführt hat, wis­sen wir alle und spüren cs täglich am eigenen Leide. Der Wahlausgang des 13. März hat uns vor einer Wiederholung dieses tragischen Schicksals be­hütet. 2Iber am 10. April bleibt uns die Aufgabe, durch unsere Stimmabgabe für Hindenburg erneut zu bekräftigen, daß wir an dem Grundsatz eines unabhängigen, nicht durch Parteiprogramme, Wahlversprechungen und Massenwünsche gebundenen Reichsoberhauptes nie und nimmer rütteln lassen wollen.

Es gehört zu den vielen Seltsamkeiten dieser alle Begriffe'verwirrenden Zeit/daß der eben geschil­derten wahrhaft konservativen Staatsauffassung sich gerade d i e deutsche Landwirtschaft und der deutsche Berufsstand bei der Wahl am 13. März versagt haben, von denen man ihrer Grundhaltung nach eine vorurteilsfreiere Würdigung der konservativen, auf Erhaltung und Sicherung gerichteten Ideen hätte erwarten sollen, die Hindenburg und das Ka­binett seines Vertrauens leiten. Nirgends hat. Hin­denburg, selber ein Sohn der Ostmark und Befreier Ostpreußens vom Rlifseneinfall, so schlecht abgeschnit­ten wie in den vorwiegend agrarijck)en Provinzen des deutschen Ostens. Nur in den beiden ostelbischen Wahlkreisen Schleswig-Holstein und Pommern wenn wir von dem dritten Wahlkreis Chemnitz ab= sehen gelang es Hitler, dem nationalsozialistischen Präsidentschastskandidaten, sich an die erste Stelle zu setzen. Und nicht anders lagen die Dinge in unserer engeren Heimat. Während Hessen-Darmstadt als Ganzes eine absolute Mehrheit für den Feld­marschall aufbrachte, erklärten sich die vorwiegend bäuerlichen Kreise des Vogelsbergs und des hinte­ren Odenwalds für Hitler. Beides schwer begreifliche Tatsachen, wenn man sich vor Augen hält, was un­ter der Präsidentschaft Hindenburgs dank seiner ganz persönlichen, immer wieder mahnenden, an­treibenden und stützenden Initiative fürdieRet - tung der Landwirtschaft und des deut­schen Ostens geschehen ist, und zwar in einer Zeit, in der auch alle anderen Volksgenossen in Stabt und Land, in Nord und Süd, West und Ost schwer unter der Wirtschaftskrisis leiden müssen und die ihnen durch die zoll- und handelspolitischen Maß­nahmen zugunsten der Landwirtschaft auferlegten Opfer nur mit Mühe.tragen können. Aber sie tra­gen sie gerne, von der Notwendigkeit überzeugt, daß die deutsche Landwirtschaft und insbesondere der deutsche Bauernstand in dieser, die Agrarwirtschaf­ten der ganzen Welt von Kanada bis Argentinien und von Rußland bis Rumänien und Ungarn be­sonders scharf anpackenden Krisis nicht unter die Räder kommen darf, wenn nicht die deutsche Wirt­schaft mit dem Binnenmarkt ihre sichere Grundlage einbüßen soll und bas beutsche Volk mit bem Ver­lust seiner Ernährungsgrundlage auf bic Wieder- geminnung feiner politischen Freiheit verzichten will.

Was aber vom deutschen Osten und der deutschen Landwirtschaft erwartet werden konnte, ist Aner­kennung dieser Opfer und warmherzige Unterstützung einer Politik, die seit der Berufung des Reichslandbundpräsidenten und deutschnationa­len Parteiführers Martin Schiele in das Kabi­nett Brüning auf besonderen Wunsch des Reichs­präsidenten von Hindenburg zur Rettung der Land­wirtschaft alles tut, was in dieser Notzeit überhaupt nur möglich ist. Es ist erfreulich, daß ein so alt­bewährter Kämpe des Bauernstandes wie der Ab­geordnete Dorsch-Wölfersheim mit einem Mut zur Wahrheit, der heute leider im politischen Kampfe keine Selbstverständlichkeit ist, feinen Berufsgenoffen in aller Offenheit vorhält, was für sie unter dem verruchten ^System" Hindenburg-BruniNg-schiele tatsächlich geschehen ist. Und wir begrüßen es ferner, daß der Reichskommifsar für die Osthilse,