Wirtschaft
Drei
cnmartl Berlin — Jranffut! a. M.
um
Veich»dankbi»konl
6 Pro;. — Lombardsah 7 Pro;.
Etillftan- der Arbeiislosenzahl
B6131 87910 83940 102301 104658 116127
18 79443 84855 86771 98099
60296 79069 109701 113137 115748 138301
26609 27992 38967 68927 60663 61994 62469 63215
65605 76169 77600 98006 98284
32 ftortleRung
JiadjDrud oerooten
Ohne Gewähr
24. Ziehungs'lag
294019
276283
144197
117623 157535 192336
242683 289969
349966
149211
216820
261228
277971
323329
367068
121996 168373
197223 270132
293821 371341
164851
226986
266239
288661
342229
367798
130520 167594 197194 226668 238610 268772 306897 336640
356138 367831 390420
173983
231098
266319
203448
362009
388866
148693
185624
197610
273201
300386
379224
107047 130639
155064 183524 199218 248167
289121 318233
336935 363419
180632 246317
266838 295529
365829 397093
103233 138646
165303 220261
230576 244274 287589
325080 338501
356957 378441
396759
180957 250357 267783 295785 361346
13321
116730 156692
188009 226077
286347 113943
390972 22235
141709 212692 266160 271824
366379
16701
73317 105366
121106 146395
176477 191820 216604 266905 308707 321600 349499
376293
107733 160585
171776 222690 231782 264829 294078 331342 340252 363781
381923
123113 153467 172637 224417 237105 267826 304134 335364 341448
300601 385771
141827 167955
197490 272705 297764
371603
131338 160254 198613 229972 239029 278188 311347
337578 356402 368372 391092
107168 131764 166337 186020 199619 255784
291539 318628 345047 374600
106275 140870
167031
220451 231774
262428 292946 325681
338737 357862
379730
113131 143343 174129 191785 203269 266382 304523 318687 347492 374695
Nachdruck verboten
7. März 1932
75867 77i
106443
121613
147401
176638
191832
222154
282211
310328
324236
351924
393441
123711
149114 182597
196402
223769 264670
310765 334373 362557
393579
haben! Ein merkwürdiger Glückwunsch, gnädige Frau! Dieser Dank sollte sich von selbst verstehen: aber es ist leider nicht immer so."
Seine Augen hatten plötzlich einen sehr ernsten Ausdruck.
Er dachte an den Dries, den er von Rose erhalten hatte. Darin klagte sie, daß sie krank im Sanatorium liege, daß sie ständig große Schmerzen habe, und daß die Aerzte meinten, sie müsse noch mehrere Wochen liegen. Sie jammerte, daß sie so sterbensunglücklich sei und daß es besser gewesen, sie wäre nicht geboren.
Dem Briefe lag ein Schreiben des Oberarztes bei, in dem der Arzt auSeinandersehte, er halte es für seine Pflicht, die Angehörigen der Patientin von dem hoffnungslosen Zustand der Kranken zu unterrichten. Wan könnte höchstens noch mit einem Ccben von drei Monaten rechnen...
Gewinnauszug
5. tUafie 28. Preußifch-Läddeulsche (264. Treufe.) Staat»-Lotterie
Kurt Laube hatte die Münchrneyersche Dilla gekauft. Ottilie Tönnies hatte das vermittelt und auch das noch zustande gebracht, daß er eine große Summe in die Münchrneyersche Dank ein- legte.
Aun war Laube Teilhaber der Dank, und diese war wieder fest fundiert.
Münchmeyer ging in die Grohbeerenstraße. um Ottilie zu besuchen. Die kleine Vier-Zimmer- Wohnung. die Ottilie für ihn in feinem Hause eingerichtet hatte, war ja recht behaglich — aber seine Einsamkeit fühlte er auch in i&r.
Seit Hans-Ach im wieder bei der Mutter wohnte, wärest die Abende unerträglich.
Er muhte wieder einmal au ihr.
Hans-Ach im war nicht dayeim.
Sr war gleich nach Schluß der Dank in die Freisingerstroße gegangen, wo Eva ihn zum Abendessen erwartete
Da konnte Münchmeyer wieder einmal seiner alten Freundin sein Herz ausschütten. Unb vor allen Singen mußte er ihr danken für alle-, waS sie für ibn getan hatte.
Ottilie führte ihn in ihr Wohnzimmer, in dessen geöffnete Fenster der Duft des Spätsommer- abend- floh.
46 »roinn. n 2000 <nt. 15802 31545 35858 40955 77988 81443 83396 83668 138164 139661 169740 172661 187184 196500 214187 236212 239362 260122 265456 271683 338339 345908 383005
90 Ottoinn« 1000 93. 7967 27173 45001 65153
3n der heutigen Nachmlttagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen
dücher,
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)l Millionte uni) 2 b? ltaattrech,. “fe M-H-M Erläuterung bei de« Einfluß der
6 »«fctnee |u 10000 O. 111792 287020
8 ueemne *u 6000 M. 15614 46791
382804
12 <He>1nne >■ 3000 ®L 37229 129857
241139 322960 355022
,Frankfurter (tVctrciDcbvr.e.
Frankfurt a. M., 9. März. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 256: Roggen 225 bis 227,50, Sommergerste für Drauzwecke 192,50 bis 200;
bröckelten die Kurse zwar langsam,aber sicher ab. Die Kulisse Avg sich san vollkommen vom Geschäft zurück, so daß die Umfahtätigkeit auf ein Minimum beschränkt war. ZG.-Farben lagen zunächst 1 Proz, dann weiterhin bis 0,5 Prozent niedriger Dagegen erhielt sich auch heute weiter Rachfrage für Lcheid-eanstalt. die etwa 1.5 Prozent höher notierten Deutsche Srdöl und We- tallgesellschaft blieben behauptet. Für Liektro- werte ergaben sich anfänglich überwiegend 1- bis l.bprozentige Tcrlufte. Am Montanmarkt konnten sich die erzielten 0,5- bis Iprozentigen Gewinne ziemlich behaupten. Kaliwerte zogen um etwa 1 bis 1.5 Proz. an. Dagegen schwächten sich Dank» und Kunstseidewerte etwa um 0.5 Proz ab Zellstoff- und Echiffahrtspapiere hatten unveränderte Kurse.
beschichte der von 1848 bi« Wert 19 Marl 5 Ullstein, Berlin, lmt'n schlicht mit
Leiten seine um« Sein zurückführende ssantesten deutschen )• Ohne eine Auren der Revolution i unserer staatlichen lb darf dieses Ruch »chgelehrten bleiben, -ines jeden, der für r Gegenwart eine ie lebendig und ses« ; Valentin- ist da« sie aus Grund eines. eUcranatttiate zwar Wiedergabe für wert Ile dieser einzelnen rtes GesamtgMäldt :en der Entwicklung tmlitgenbe jtoeitc von den Anfängen , bellen matlant vhMnung nähll- ibe bet Mfsbelv:' ) des badischen 2uf« Dazwischen liegt die ter versuch der Aren Rewegung §:rr die führenden Per- irzenberg, Rrandcn- olle Portraits. $ai ne wertvolle Riblio- d Zeittafeln, dann! zur weiteren Mr- nteressanteste Epoche e.
.q' Paris oder Kalling, Oldenburg 80 Ak. (7.) - D« icibe im OSklthieg. tscheidung neigte sich ugunsten der Sieger, iig dies giMsch n öyzen greif der wen heraus, die Ul® isgang des Änegd uns mit ungenugen Iboottrieg. die «J ttie mit unzu an Zeppelinangrisse J ' Mn VA.
das 6t>nM »
Hafer, inländischer 160 bis 167.50; Weizenmehl, südd. Spezial 0, mit AuStaulchware 38.25 bis 39,45; Sondermahlung 36,50 bist 37,70; Roggenmehl 29,75 bist 31; Weizenmehl, niederrh. mit Austauschweizen 38.25 bist M.20; Sondermahlung 36.50 bist 37,45. Roagenrnehl 29.75 bis 31; Weizenkleie 9,60 bist 9,75. Roggenkleie 10L0. Tendenz: stetig, Futtermittel fest.
lyranfhirtcr Lchlachtvichmarkt.
Wegen des Ofterfeftest wird der auf Montag, 28. Marz, fallende Hauptmarkt am Frankfurter Schlachtviehmarkt am Diensttckg, 29. März, abge- halten.
168 »ttomnt iu 600 QK. 357 1736
3n der heutigen Dormil tagszitbung wurden Gewinne übet 400 M. gezogen
4 »«elnnt gu 10000 «. 192484 231297
10 i» 5000 «L 81437 187976 234672 353858 367441
18 »»Inne i« 3000 OT. 23200 39974 69380 100593 119943 122134 129836 136551 315141
48 »<®inne n 2000 W. 9563 12476 24387 32106 68706 69096 70822 101206 107570 114414 114948 122124 168380 173253 182190 211428 229240 241664 255957 270238 270394 283108 340940 381522
110 1000 <nt 5461 27229 29413 29990
33266 39131 41739 60177 64006 78369 80506 81126
160561
187516
223323
279546
311191
______ ______ ______ ______ 389189
164 »teinne m 600 TL 643 2984 4642 -----
24092 31342 37488 44204 47544 59571 72327 73277
■Berlin, 8. Marz. (WLD.) Rach dem Bericht der Leichsanstalt für die Zeit vom 16. bist 29. Ze- bruar ist die Aufwärtsbewcgung der Arbeitslosenzahl in der zweiten Februarhälfte zum Stillstand gekommen. Ende Februar waren bei den Arbeitsämtern rund 6 12 8 OOO Arbeitslose gemeldet, annähernd ebensoviel wie Mitte Februar.
3n der Belastung der Arbeitslosenversicherung ist ein Rückgang um etwa 30 000, in der Krisenfürsorge eine Erhöhung um rund 31 000 Hauptunterstützungsempsänger eingetreten. In beiden llnterstützungseinrichtungen zusammen wurden Ende Februar rund 3 526 000 Hauptunterstützungsempfänger gezählt, wovon rund 1 852 000 auf die Arbeitslosenversicherung und rund 1 674 000 auf die Krisenfürsorge entfielen. Bon den Arbeitsämtern anerkannte Wohl- fahrtserwerbSlofe wurden rund 1 833 000 gezählt.
2n den einzelnen Bezirken war die Bewegung der Arbeitslosenzahl verschieden. Während die Landesarbeitsämter Ostpreußen, Schlesien. Westfalen, Rheinland, Eüdwestdeutschland, Bayern, Hessen, Sachsen und Riedersachsen noch eine Zunahme meldeten, trat in den Bezirken Rord- mark, Pommern, Brandenburg und Mitteldeutschland ein Rückgang ein.
Die Lage
in den einzelnen Wifischastsgruppen.
Die einzelnen Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt lassen erkennen, daß eine saisonmäßige Belebung noch vielfach durch Witterungsein. Hüffe gehemmt war. Verhältnismäßig starke Abrufe an Düngemitteln führten zu einer Besserung des Beschäftigungsgrades in den meisten Bezirken des Kalibergbaues und bei mehreren Betrieben der chemischen Industrie. Die Frühjahrssaison sand ihren Ausdruck hauptsächlich in der Beschäftigung der Spinnstoffindustrie und des Bekleidungsgewerbes. Im Baugewerbe, in den Baustoffindustrien, ferner
Inny' öqj Jll, :lin l932, nlflf ftl’ SÄE mulmig" tbenci^ ■leitete r, vie
W ben E r-y
Jetzt mußte die Frage nach dem Ergehen kom- men. — Rein, sie blieb aus. Gott sei Dank! Ottilie Tönnies war taktvoll. 2lber ihr Blick ruhte einmal, während sie sprach, aus dem großen, austgeblaßten Fleck, der sich von der dunkelroten Dandtapete abhob. War es Zufall — oder suchte ihr Blick das Gemälde, das dort noch bis vor kurzem gehangen hatte?
llnb dann kam das Allerpeinlichste!
So taktvoll Ottilie war, über die Angelegenheit, die Rose und Hans-Achim betraf, konnte sie aus purem Taktgefühl nicht schweigen.
Dorsichtig, tastend — ohne jegliche Schärfe sprach sie über diese, wie über ein Alnglüd. für das niemand verantwortlich gemacht werden kann.
Der Kommerzienrat atmete erleichtert auf, als Hans-Achim in das Zimmer trat.
,Ra, Papa, was sagst du zu all dem Segen, der sich über Schadows ergossen hat?" fragte Hans-Achim. Wünchmeycr zog die Achseln hoch, sah fragend von einem zum anderen.
.Ich weiß von nichts.
Ach, die Mutter hatte noch nichts davon gesagt. Hans-Achim berichtete.
Münchmeyer schüttelte mit dem Kopfe.
-Alle Wetter! Das ist ja geradezu märchen- h i! Ich dachte, fo etwas taucht bloß mal gelegentlich als Bericht in den Zeitungen auf. um gleich widerrufen zu werden. — Ich meine das mit den Millionen, nicht mit den Zwillingen. So etwas kommt ja noch zuweilen vor."
Er lächelte, nahm OttilieS Hand, die er respekt- voll an die Lippen führte.
.Meinen herzlichsten Glückwunsch, g abige Frau. Mir will scheinen, das Grohmutterglück ist verfrüht äu Ihnen gekommen."
Ottilie errötete.
„Glück kann nie zu früh kommen, Kommerzienrat.
.Ein Glas 'Wein mühten wir doch nun auf das Wohl der beiden Schadows trinken. Praktische Kerle sind es! Haben sich gleich die Betriebskosten für ihr ganzes Leben mitgebracht."
.Ein Junge ist's nur und ein Mädchen!' korrigierte Ottilie.
.Aha! Auch gut!" ,
Hans-Achim erfuhr nun jetzt erst, daß es sich um ein Pärchen handelte.
.Dars ich bitten, den jungen Eltern meinen Glückwunsch zu übermitteln!?“ sagte Münchmeyer und neigte sich noch einmal über Ottilies Hand.
..Wögen die Kinder einmal ihren Eltern von Herzen danken, daß sie ihnen das Leben geschenkt
Von Geld und Lebe
Vornan von (Srdc von Gaß.
Copyright by Martin Feuchtwanger, Hall«
„Gut, daß der ganze Segen nicht auf einmal über uns kommt", sagte Elli Taube au Eva, .sonst würde Kurt überschnappen. Die fünfzigtausend Mark, die er als Vorschuß erhalten hat, reichen schon aus, uns alle Gemütlichkeit zu zerstören. Unter Haus hat er bereits in ein Warenhaus verwandelt. Was er alleS gekauft — unglaublich ist es! And was er dadurch angestellt hat! Herrgott, ich bin schon ganz hin. Unferen Jungen hat Qr ein Fahrrad gekauft. Der ist damit gestürzt und hat sich das Schlüsselbein gebrochen — nun liegt der arme Junge da mit Fieber."
Eva erschrak.
.Aber wie konntest du das dulden?"
Elli zog die Achseln hoch.
.Verbiete dem doch das! Seit Jahr und Lag hat er wie angeleimt in feinem Stuhl gesessen und hat uns mit seinen Gebresten angejammert — nun auf einmal ist er gesund wie der Fisch im Wasser. Er kann den neuen Tag nicht erwarten — nicht erwarten, das Geld anzubringen, llnb nun kommt in den nächsten Tagen eine sehr große Summe zur Auszahlung. Dann wird es gar nicht mit ihm auszuhalten sein. Den Kindern verspricht er das Blaue vom Himmel, llnb was er ihnen schon alles gekauft hat! Ein Marionettentheater, ein Grammophon, einen Roller, ein Automobil. Mit all bi eien unnützen Sachen wird von früh bis svät ein ohrenbetäubender Spektakel vollführt. Deine Mutter verliert all ihre Mieter, wenn es so weitergeht. Sie selbst flüchtet aus ihrer Wohnung. Geht schon immer am Vormittag in die Hitzigstrahe."
Eva lächelte.
.Da ist sie eben auch sehr nötig. Der Kommerzienrat hat vor, seine Villa zu vermieten. Er will nur eine kleine Wohnung für sich behalten, und die hllft Mama einrichten."
.Du, die Villa wäre was für unS! Was meinst bu? — Kaufen sollten wir sie, ba Kurt doch nun einmal in Berlin bleiben will."
in der Bautifchlerei und in der Möbelherstellung machten jich die ersten schwachen Anzeichen einer lZruhjahrsbeiebung bemerkbar. In oerfchiedencn Arbeitsamtsbezirken ist die Zahl der arbeitslosen Metallarbeiter etwas zurückgegangen. Die Grunde sind auch hier überwiegend saison- mäßiger Natur. Die Hüttenindustrie und die verarbeitende Großindustrie in Westfalen, Rheinland und Oberfchlesien haben weitere Entlassungen vor- genommen. Auch im Kohlenbergbau wurde der Ab- bau der Belegschaften, wenn auch etwas langsamer, fortgesetzt. Im rheinisch-westfälischen Bezirk flieg die Zahl der arbeitsuchenden Bergarbeiter um rund 1500. Zum 15. März sind weitere rund 1500 Kündigungen ausgesprochen, und die Zahl der arbeitstäglichen Feierschichten belief sich auf mehr als 40 000. Etwas besser war die Lage im Braunkohlenbergbau infolge stärkerer Abrufe für Hausbrand- zwecke. Die meisten Verkehrsbetriebe, sowie der Markt der ungelernten Lohnarbeiter hatten unter der Witterung zu leiden.
Oie Lage in Hessen und Heffen-Aassau.
Der Höhepunkt der Arbeitslosigkeit überschritten.
WSR. Frankfurt a. M., 8. März. Heber die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Rass au berichtet bas Lanbesarbeits- amt in Frankfurt a. M: 3m Bezirk bes 2 a n - besarbeitsarnts Hessen würbe bie höchste Arbeitsuchenbenziffer des diesjährigen Winters Mitte Februar erreicht. Am Schluß des Monats fiel bie Gesamtzahl ber Arbeitsuchenden bereits langsam, und zwar um 323 auf 350 643. Im Vorjahr betrug die 'Abnahme zu Ende Februar 2352 und der Bestand 311 685 Arbeitsuchende. Die Zahl der männlichen Arbeitsuchenden nahm im Lause der Berichtszeit noch weiter zu, sie stieg um 334 auf 294 288, während die weiblichen um 657 auf 56 355 zurückgingen. Die Besserung der Lage, wenn überhaupt bei der geringfügigen Abnahme von einer solchen gesprochen werden kann, er-
Berlin schwach.
Berlin, 9. März. (WLB. Funkspruch.) Da heute eine Reihe günstiger Momente aus der Wirtschast vorlag. sah sich bie Kulisse zu Deckungen veranlaßt. So wirkte bie Iprozentige Diskontsenkung ber Reichsbank nach, ferner würbe bie sensationelle Psunbsteigcrung ber letzten Lage, bie wahrscheinlich bald eine neue Diskontsenkung in Lonbon Aur Folge haben werbe, hinsichtlich ber Exportmöglichkeiten für bie deutsche Wirtschast günstig kommentiert. Außerdem fanden die für den ArbeitSmarkt gebesserten Aussichten Beachtung und nicht zuletzt regte die Festigkeit der deutschen Werte an ber gestrigen Reuyorker Börse an.
Im Zusammenhang mit bem Arbeitsbeschaffungsprogramm ber Reichsrc» g i e r u n g lagen Montanpapiere weiterhin fest, auch Reichsbankanteile waren etwa 2 Prozent höher, wobei immer wieder Divibenbehosfnungen mitsprachen. An den übrigen Märkten war das Geschäft sehr klein. KurSveränderungen von Belang waren nur ganz vereinzelt festzustellen So waren z. B. BMW. schwach veranlagt, zu De- ginn etwa 3 Prozent niedriger und im Verlaufe weitere 2 Prozent schwächer, doch dürfte dieser Kursverlust auf ein Angebot von 1000 Mk zu- tüdAufübren sein, für das sich kein Käufer fand. Rach den ersten Kursen ließ das Geschäst wieder nach. Ausfallend schwach lagen Farben, wobei man in Börsenkreisen von Abgaben für holländische und süddeutsche Rechnung sprach Hiervon ausgehend wurde es später allgemein schwächer, auch die anfangs bevorzugten Papiere (ReichS- banlanteile, Schiffahrtsaktien, Kaliwerte) büßten im Verlaufe ihre Gewinne wieder ein. Relativ gehalten waren Montanwerte, Schubert & Salzer konnten sich ebenfalls etwas bessern, während Julius Berger 2 Prozent gegen den Anfang verloren. Der Reichsbankausweis für bie erste Märzwoche brachte keine Lieberraschungen. Die Entlastung um rund 150 Millionen wurde als »iemlich, normal angesprochen. Die Schwäche des Aktienmarktes übertrug sich im Verlaufe auch auf die übrigen Werte In Gold- Pfandbriefen und Kommunalobligationen zeigte sich wieder Angebot, das nur zögernd Aufnahme fand Sine Ausnahme machten ReichSschuldbuch- forderungen.d e bis zu 1 Prozent gebessert waren. Auch Reich bahnvorzugSaktien und Farben-BondS fanden etwas Beachtung.
Am Geldmarkt paßten fich die Sähe dem neuen Reichsbankdiskont so ziemlich an. Für Lagesgelb nannte man einen Sah von 6,75 bis 8,75 Prozent, vereinzelt auch schon von 6,5 Prozent Der Privatbiskont stellte sich auf 6 Prozent Gelb, 5,9 Prozent Brief.
Frankfurt schwach.
Frankfurt a. M., 9. März. (WTB. Dcaht- mclbung.) Die heutige Börse eröffnete zunächst auf festere Kursmeldungen aus Reuyork in etwas befestigter Tende. z. Bei allerbin s au e or. entlieh kleinen Llmsutzen w ren besonders Reichsbank in Erwartung ber D:vibendenen.sä,e bung gefragt unb etwa 2,5 Proz. fester. Auch IG.-Farben und einige andere Marktgebiete verzeichneten gegen die Abenbbörse Kurserhöhungen von 1 bi« 1 5 Proz. Bereits kurz nach Beginn setzte fich wieder eine Schwächewelle durch, die ihren Ausgang erneut vom Farbenmarkt nahm, an dem das Angebot der beiden letzten Lage wieder in stärkerem Maße in Erscheinung trat. Auch die äl sicherheit bezüglich der Reich-prLsidentenwahl und die an- gekündigten großen Gi cLe.ireri.c gcrunge ; b.üd- ten auf die Stimmung, ebenso wie neue Abgaben am Rentenmarkt. Da das herauSkommende Material nur auf ermäßigter Basis Ausnahme fand,
Sva zog die Schultern hoch.
»Ja, ich weih nicht! Sprich doch mal mit Hans-Achim darüber. Oder noch besser, mit meiner Mutter; die wird dir raten!“
„3a, das will ich heute noch tun. Es wird ja höchste Zeit, uns eine Wohnung zu sichern. Mama will uns nur so lange im Hause behalten, bis Lene zurückkommt. Unb bas wirb am Ende bald sein. Heute war ein Dries von Lene angekommen. Sie schreibt, in Hollywood sähe es eben böse aus. Es gibt für die Komparserie keine Arbeit. Der amerikanische Film wird auf einmal vom euro- Päifchen Publikum abgelehnt. Außerdem haben sich die Bedingungen ber Film Herstellung so völlig Deränbcrt, unb es fällt Hollywoob schwer, sich umzustellen.
Ra, wie es auch ist, wir freuen unS, daß Lene Aurüdtommt. Unb Mama unb ich freuen unS, daß ber Milltonenfegen nicht Jo plötzlich über unS kommt. Lene hat nämlich burch ihren Anwalt erfahren, bah sich die Auszahlung der gesamten Erbschaft noch etwa ein Jahr hinziehen wirb — unb daS ist gut! Meinst bu nicht auch? Das viele Gelb, weißt bu, ich stelle es mir verheeren!» vor, wenn das alles auf einmal über einem käme. Was wir in den nächsten Tagen durch das ameri- kanifche Konsulat ausbezahlt erhalten, ist ja schon ein großes Vermögen. Ss reicht schon auS, sich eine Villa zu kaufen und ein Auto — und ich weiß nicht, was noch. Und großartig leben könnte man auch noch davon — bis anS Ende seiner Tage Ob .das großartig leben' immer schön sein wird — ich weih nicht!"
streckte sich nicht ateichmahig auf alle Arbcits- amUbejirtc und BerufSgruppen. Die Gruppen Landwirtschaft. Forstwirtschaft und Gärtnerei. Bergbau, Jnbuftric ber Steine unb Erden, Metallindustrie unb Lohnarbeit wechselnber Art hatten insgesamt noch eine Zunahme von rund 1200 männlichen Arbeitsuchenden zu verzeichnen, während auS Lederindustrie. Holz-, BekleibungS- unb Baugewerbe insgesamt runb 700 Männer abgingen. Die übrigen Gruppen ber männlichen Arbeitsuchenden wiesen im allgemeinen nur ac- ringc Veränderungen auf; daS'elbe war auch bei den mcifteif weiblichen BerulSgruppen festzustellen, deren Bestände sich nur in Lederindustrie unb Bekleidungsgewerbe elwaS stärker — zusammen um über 400 — verringerten. In den ArbettSamtSbezirken war bie Lage ebenso uneinheitlich. wie in den DerusSgruppen. Von den 18 Arbeitsämtern meldeten zwölf eine Zunahme von 0.2 bis 3.8 v. H.. sechs eine Abnahme von 0.4 biS 2.8 v H Unter den insgesamt 350 643 Arbeitsuchen den befanden sich 99 907 28.5 v. H.
in Arbeitslosenunterstützung lMitte Februar 101 052), 97 898 ■= 27.1 v. H in Krisenfürsorge (93 072). 103 668 - 29.6 v. H waren Wohlfahrts- erwerbslose.
Am Anleihemarkt blieben Altbesih unverändert. Schutzgebiete lagen geringfügig schwächer. Don AuSlandrenten gingen Mer kaner um 0,25 Proz. zurück, während Türken und Ungarn unverändert blieben Am Psandbriefmarkt lagen Eoldpfandbriese 0.25 bis 0,50 Proz. niedriger, dagegen LiguidationSpfandbriele gehalten. Don Schahanweisungen verloren Kölner Schätze 1 Prozent. Reichsschuldbuchsorderungen lagen Bruchteile eines Prozentes freundlicher.
„ES ist so behaglich bet Ihnen, gnädige Frau, bah man hier alle Sorgen vergibt.
„Haben Die denn noch immer Sorgen? Ich hoffte, daß die nun alle beseitigt wären!"
Sie sah ihn mit forschendem Blick an.
„Die materiellen, ja — durch Ihre verständige und gütige Hilfe, für die ich Ihnen so unendlich dankbar bin. Aber ba sind noch andere Sorgen, andere Röte. Zum Beispiel Die, wie ich mit meinem einsamen Leben fertig werden soll."
Sein Blick senkte sich in den ihren.
,Einsamkeit ist etwas ganz Furchtbares. Sie nimmt einem allen Lebensmut — man muh doch wenigstens einen Menschen haben, der au einem gehört, den man mit Liebe umgeben kann, für den man schafft."
Er sah mit flehendem Blick zu ihr hin.
In Ottilies Gesicht kam ein ablehnender Zug.
Er kannte ihn, der kam, so oft er es versuchte, sich ihr zu erklären.
„34) will Ihnen immer eine gute Freundin bleiben!" sagte sie.
Sv verstand, dah sie damit sagen wollte: Verlange nicht mehr von mir! Unb er schwieg, resignierte in diesem Augenblick. GS war ja schon so viel, daß sie ihm ihre Freundschaft schenkte.
Sie fragte ab lenkend nach Rose.
^Es geht ihr gar nicht gut.“
3m Herbst starb Rose. Zur Beerdigung waren Hans-Achim unb Münchmeyer in Die Schweiz gefahren.
Helene hatte Hollywoob verlassen und war mit Doktor Hahn nach Paris gereift.
Friedrich Schadow hatte sich in ber Rähe Berlin- ein Gut gekauft. Mama Tönnies unb HanS- Achim kamen häufig zu ihnen. HanS-Achim tarn jebeSmal in ber heimlichen Erwartung. Helene anzutreffen, benn Friebrich war fest davon überzeugt: wenn Helene Paris verläht, wirb sie direkt zu uns nach Rofeneck kommen, um bie Kinder zu sehen. Unb HanS-Achim glaubte ba$ auch.
-Die Kinber sind ihr boch bas Wichtigste!" behauptete Friebrich. So schmeichelhaft das für Eva toar. sie lächelte ungläubig bazu.
Auch Mama Schadow glaubte nicht recht daran. Sie ließ sich nicht dazu bewegen, nach Roseneck überzusiedeln, wie Friedrich und Eva es wünschten, Denn Helene hatte in ihrem letzten Briese an sie geschrieben:
»Gib Deine Wohnung nicht auf. Ich möchte, toenn ich heimkehre, unser altes Heim so vorfinden, wie ich es verlassen habe. Später taufen wir uns an. In der Rähe von Rosencck steht ein Besitz zum Verkauf. Vielleicht, daß ich ihn erwerbe. Aber erst will ich noch einmal in meinem alten 3immer wohnen." ihib nun hielt sie HeleneS Zimmer jeden Tag für ihr Eintreffen bereit.
(Schluß folgt)
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