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artensttaßc 2 fUes bäude>, Zimmer 16 "rstcher: Saufmana Vertreter: Saufmanu

artenstraßc 2 <Altes bäube), Zimmer T ihlvocheher: RechtL« nberger; Ltellveck.: atb Blumig.

ntlctt, Sranlen' und v. untcrgebrachln ie keinen Wahlraum ff aussuchen können, hlbeyr! (ber 19.) fif- nb roirb in ben in- zegen Abgabe emkS mnehmeu-DaWn- mchRagener-, Stell« Hermann füllet. (Äbsiimmung) sinbet .MrzM2 unnntcr-

18 Uhr statt. Zur n nur amtlich herze- die alle zugelasteneu ItenunbausschlieM nsgabe lammen, ver« c Stimmabgabe ge­dost der Wohlbettch- z, das er in den aus aulgedrmkten kleinen ch Unterstreichen oder Weise kenntlich macht, i leine Stimme geben Stimmzettel enthalten d m das der -timm- .beten Anwärter em- er keinem der Large- stimme geben M

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Ur. 58 Zweiter Blatt

Giehener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Gderhessen) Mittwoch, 9. März 1952

Aus Der Provinzioldauptstadr

Gießen, den 9. Mär- 1932.

Zusammenschluß der Entomologen von Gießen und Wehlar.

Die Beschäftigung mit Insekten, vor allem mit Käfern und Schmetterlingen, galt früher in weiten Streifen nur als eine Liebhaberei-, heute aber sehen wir in den Insekten einerseits die großen Ge­fährder der Cebensmittcleneuflung, die besonders der Land- und Forstwirtschaft Katastrophen bereiten, anderseits wichtige Bestandteile der heimatlichen Natur, die unseres Schutzes gegen die fortschreitende Mechanisierung und damit Verkümmerung ihres Lebensraumes bedürfen. Die Aufgaben derEnto­mologie* das ist der Fachausdruck fürInsekten­kunde* bestehen also nicht zuletzt in einem Werte- bewahren nach zwei Seiten hin: hier treibt sie Naturschutz, dort Pflanzen- und Lorratsschutz. Diese Wissenschaft umfaßt ein weites Reich: kennt man doch heute bereits etwa 750000 verschiedene In­sektenarten auf der Erde, mehrere Zehntausende allein in Deutschland! Es laßt sich also vorstellen, wie vieles hier noch zu erforschen bleibt. Darum ist jeder willkommen, der als Sammler, Züchter oder Beobachter einen Baustein zu dem großen Ge bäube beiträgt. Die Entomologie hat diesen Stab von Liebhabern nötiger, als irgendein anderer Wissenschaftszweig.

In Gießen hat die wissenschaftliche Insektenkunde eine Heimstätte gefunden, als 1926 im Rahmen des Forstinstituts der Landesuniversität dieAbteilung für Forstzoologie und Schädlingsbekämpsung* er­richtet wurde. Im Mai 1929 tagte hier unter dem Vorsitz von Professor Dr. D i n g l e r, dem Leiter der genannten Abteilung, die 3. Wanderversamm- lung Deutscher (Entomologen, der zahlenmäßig größte Entomologenkongreß, der bis dahin auf deutschem Boden stattgefunden hotte. Und seit etwa drei Jahren haben sich die Gießener Entomologen zu monatlichenEntomologenobenden* (Vorträgen und Demonstrationen aus der wissenschaftlichen In- ektenkunde) und neuerdings mit den Wetzlarer In- eftenfreunben zu einer zwanglosen Vereinigung zu ommengeschlossen, bie sich ebenfalls an einem Abend m Monat meist in Gießen, doch einmal im Vierteljahr in Wetzlar trifft, um eammlungs- material vorzuzeigen, zu tauschen, über Erfahrungen in der Insektenzucht zu berichten usw.

Wer in Gießen, Wetzlar und anderen Orten des Gebietes zu den genannten Veranstaltungen ein- geladen zu sein wünscht, ist gebeten, seine Anschrift ber Zoologischen Abteilung des Forstinstituts, Gie­ßen, Braugasse 7, mitzuteilen. Irgendwelche Bei­träge werben nicht erhoben.

Als Auftakt zu bem neuen Zusammenschluß wirb dieEntomologenvereinigung Gießen-Wetzlor* ge­meinsam mit ber ,^)berhessischen Gesellschaft für Na- tur- und Heilkunde' am Donnerstag, 10. Marz, 20.15 Uhr, im Hörsaol des Forstinstituts, Brau­gasse 7, einen Vortragsabenb veranstalten. Es wer­ben sprechen: Herr Dr. F. Klein (Gießen) über Beiträge zur Biologie ber Staubwanze", unb Prof. M. D i n g l e r (Gießen) überBrutpflege bei ben Insekten*. Gäste finb willkommen. (Siehe gestrige Anzeige.)

Oeffentliche Mieterversammlung.

Am Freitagabend fand imPostkeller" eine öffentliche Mieterversammlung statt. Der sitzende des Mieter-Dereins, Oberreallehrer H c - bermehl. wies zunächst auf das 25jährige be­lieben des Mieteroereins hin, dessen Bestehen ge­kennzeichnet sei durch den ständigen Kamps um die Mieterschutzgesetzgebung. Die Mieterschutzgesetze müßten erhalten bleiben, bas Mietrecht müsse eine gesetzliche Verankerung erfahren. Die Arbeit des Äieteroereins trage sozialen Charakter. Der Vor­sitzende gedachte sodann des verstorbenen Mitglie­des Telegraphen-Oberinspektor Waas.

Hierauf hielt Kalkulator Prümer einen Vor­trag über bas ThemaDie Notlage unb Gefahren durch bie 4. Notverordnung für die Altbau-, Neu- bau- unb Gewerderaum-Mieter, sowie für bie Be­zieher von Mietbeihilfen". Der «ebner behandelte

Alfred Bock.

Als wir am letzten Sonntagabend, beim Ord­nen von Photographien, auch fein Bild, mit den

seit langem vertrauten Schriftzügen darunter, in Händen hielten, wußten wir nicht, daß er eine Stunde zuvor für immer eingefchlafen war, still und leicht, baff Ohr noch erfüllt vom Klang der Musik, der sein ganze« Leben hindurch lerne leidenschaftliche Liebe gegolten hat, und bie ihn bis in seine letzten Stunben hinein freundlich be­gleitet hat. , , . . _ . .

Unb wenige Tage vorher, bei einem Besuch auf der Redaktion, haben wir ein langes, ernstes und heiteres, viele Gegenstände berührendes Ge­spräch mit Alfred Bock gehabt. Wir sprachen von Deutschland, von der Rot unserer trüben Gegenwart, und sein Blick war voll Sorge in die nächste Zukunft unseres Dolles gerichtet ...

Wir sprachen auch von seiner Arbeit, feinen Gedanken und Plänen. Er war in Frankfurt gewesen, hatte im Rundfunk gelesen und er- zählte uns voll herzlicher Freude unb Besrte- biaung von ben mancherlei Stimmen des Dankes unb Grußes, welche ihn als Echo auf fern in den Archer hinaus getragenes Wort inzwischen er­reicht hatten ... Die ihm geschrieben haben, ahnten so wenig wie wir daß ihr Dank dem Dichter eine letzte Freude bereiten sollte.

Wenn diese Zeilen, mit denen wir in stiller Trauer Abschied nehmen von Alfred Bock, erst heute erscheinen, so wissen wir, daß es tm Sinne des Entschlafenen geschieht.

Mit Alfred Bock verliert die Stadt Gießen einen ihrer besten und getreuesten Sohne, die Landesuniversität einen verdienten Ehrendoktor, das hessische Volk aber ben Mann, bem eff durch die Verleihung des Georg-Büchner-Preises feine dankbare Anerkennung für ein großes unb reiches Dichterisches Lebenswerk abgeplattet hat: ein Werk, welches fest und unveräußerlich im Boden, m Geist unb Lebensraum ber hessischen Heimat Der- touret ist. Mr-d D°<- ift =Mc»eJ=": Hessen mit ßanb und Leuten recht eigentlich tn bie deutsche Literatur eingeführt und sich damit in Die Reihe ber Diebig unb Karrillon. ber Zahn unb Stegemann unb mancher anderen gestellt hat deren Werk von ihrer heimatlichen Landschaft nicht zu lösen ist.

an Hand eines umfangreichen Zahlenmaterials das Thema, sprach von ben grundlegenden Henberungen des Reichsmietengefestcs auf Grund der letzten Notverordnung, umriß die Auswirkungen der für das Jahr 1933 unter gewißen Voraussetzungen vorgesehenen Aushebung aller Schulgesetze, befaßte sich kritisch mit der Bewertung des Hausbesitzes vor und nach dem Kriege und mit der Form ber Ab- (Ölung der eonbergebäubefieucr. Zum Schluß ging ber Redner auf die durch die Notverordnung und ihre verschiedenen Bestimmungen sich ergebenden Folgen für die Mieterschaft ein unb forderte zum Zusammenschluß und zu energischer Mitarbeit im eigenen Interesse auf.

3n einer Entschließung wurde die grundsätz­liche Stellungnahme der Versammlung zu ben Bestimmungen bet jüngsten Rotverordnung, so­weit sie die Mieter betreffen, gufammengefaf)t. Die Entschließung hat folgenden Wortlaut ..Die Gießener Mieterschaft erbebt schärfsten Protest gegen bie in der vierten Notverordnung mit so­fortiger Wirkung ausgesprochene teilweise Aus­hebung der Mieterschutzgeletze unb besonders ge­gen die völlige Außerkraftsetzung derselben zum 1. April 1933. BiS zu diesem Zeitpunkt ist eS un­möglich, wie Dorbebingt, ein umfassendes so­ziales Wohn- unb Miet recht im Bürgerlichen Gesetzbuch zu verankern. Die Gießener Mieter­schaft protestiert weiter entschieben gegen bas ungerechtfertigte Herabfetzen der Hauszinssteuer. Das Gewähren erheblicher Steuemachlässe für ben Hausbesitz im Gegensatz zu ber unzureichen- ben Mietsenkung für bie Mieterschaft kann durch nichts gerechtfertigt werden. Durch ben gestaf­felten Abbau ber Conbcrfteuer wirb ben Städten die Möglichkeit genommen, weiterhin Minder­bemittelte unb Arbeitslose durch Wietbeihilfen auS biefer Steuer zu unterstützen. Ferner werden besonders ben hessischen Städten die Mittel ent­zogen, ben Zinsendienst für bie im Wohnungsbau angelegten Anleihen zu leisten. Gin Ersatz ber Sondersteuer. bie Weber Mieter noch Vermieter befonbers belastet, ist unmöglich, weil für die Mieten keine fortlaufende Senkung, wie bei der Sondersteuer. vorgesehen wurde. Auch würde die Ersatzsteuer neben der jetzigen Miete eine neue Belastung, bis zu 40 Prozent ber heutigen Miete fteigenb, erfordern. Gin solcher Ausgleich ist un­denkbar. Der Ausfall muß die Städte wegen der steigenden Belastung für Wohlfahrtsfürsorge unb Anleihezinsendienst wirtschaftlich ruinieren unb baburch unvorstellbares Llnheil ber Bevölkerung bringen. Die Gießener Mieterschaft erwartet von der Regierung bie Aenberung ber 4. Rotverord- nung. um diese Katastrophe zu verhüten, unb sie fordert mit dem Bund deutscher Mietervereine (Sih Dresden): 1. Weitere Senkung ber Mieten. Beseitigung aller Sonderzufchläge zur Miete: 2. Mieterschutz für alle Wohn- und Gewerbe­räume in einem sozialen Mietrecht: 3. gerechte Erfassung der Installationsgewinne des 2111- hausbesiyes in ber HauszinSsteuer: 4 Verwen- bung ber HauszinSsteuer für bie Arbeitsbeschaf­fung zur Förderung einer gefunden Wohnungs­wirtschaft."

Taten für Mittwoch, 9. März

1850: der Generaloberst Iosias v- Heeringen in Kassel geboren. 1888: Kaiser Wilhelm 1. in Berlin gestorben 1918: ber Dramatiker Frank Webekind in München gestorben.

Die Maul - und Klauenseuche in Oberhefsen. Wie im neuesten Amtsverkün- digungsblatt bekanntgegeben wird, ist in Leih­gestern bie Maul- unb Klauenseuche amtlich festgestellt worben: Sperrgebiet ist das Gehöft von Kaspar LangsborsV., Deobachtungsgebiet die Gemarkung Leihgestern. Rachbem in Burkhardsfelden bie Maul- unb Klauen­seuche in einem weiteren Gehöst ausgebrochen ist. wurde ber ganze Ort zum Sperrgebiet unb bie Gemarkung Burkharbsselben zum Beobachtungs­gebiet erklärt. - Weiterhin ist bie Seuche in Gambach unb in 21 i eb er-WöII ft ab t (Kr. Friedberg) ausgebrochen. In Eberstadt (Kr. Gießen) ist bie Seuche erloschen.

Wer ben letzten Runbfunk-Dortrag von QUfrcb Dock gehört hat, bem wirb ber an anberen Stellen auch jederzeit nachzulesende kurze, autobiographische Abriß des Dichters noch in Erinnerung fein, unb man wirb empsunben ha­ben ober beim Lesen spüren, worauf es ihm ankam: ohne bie unwesentlichen unb äußerlichen Daten bes Lebenslaufes die Wesenskräfte zu beschwören, die seinen Weg bestimmt, seine Per­sönlichkeit geformt und feinem Werk Gesetz unb Richtung gegeben haben: die Tradition einer feit mehr als 150 Jahren in Gießen anfäffigen Familie, die alte unb ge pflegte Kultur bes elter­lichen Patrizierhauses, dessen über Generationen hin wirkender unb spürbarer Atmosphäre sich wohl kaum jemand hat entziehen können, der es einmal betrat.

Dieser überkommenen unb früh nach selbstän­diger Formung drängenden geistigen Haltung verbanden sich tiefe Liebe und Begabung für bie Musik als beglückende Ergänzung metaphysische Schwesterkunst seiner Dichtung. ..Mein Vater war Klavierkünstler von bedeutender Meisterschaft. Daß bas Musikalische mir im Geblüt liegt, ver­danke ich ihm." Zu den schönsten unter vielen reichen Erinnerungen an Alfred Dock geboren bie festlichen Abendstunden in kleinem Kreise, wo er phantasierend an seinem Flügel saß: un­vergeßlich noch immer der überirdische Klang ber Appassionata

Unb bann stehl über bem Alfreb-Bock-Duch wie ein Motto sein Wort: ..Tausend Glocken sollen es in unsere Herzen läuten: die Heimat fei unter Halt unb Hort. Heiliger Gebauten Gleichklang wecke Gefühl fürs Daterland. daß nach trostloser Dunkelheit unseres Dolkstums bewölkter Weg- ftern wieder zu neuer Leuchte gelange. So fdjrieb er. der auf weiten Reifen nach Italien, nach Griechenland, nach Frankreich. anS Goldene Horn die große 2SeIt in ihrer Weite und Fülle und Schönheit gesehen unb erlebt halle, he Entehrend immer wieder mit tieferer Liebe ins Land seinerBätet. So gilt und hat von ieher für feine Dichtung das Wort gegolten, in dem sich der Sinn feines Lobenswertes begründet und fammelt: Alle echte Kunst ist bodenstänb:g. Soll sie der Dolksgesamcheit bienen, muh Weltgefuhl in ihr lebendig fein

Unb jenes Metaphvfifche auch, die Ahnung der geheimsten Ge'ehe unb ber ewigen Wunder der Welt die Alfred Bock immer wieder (toicDiete

©.jt.-lport

(SpielDereinigung 1900 Gießen.

1900 bewies auch im letzten Lerbandsspiel zu Hause, daß sich die erste Elf zur Zeit in ausgc zeichneter Form befindet. An diesen Bombensieg über Frohnhausen, das sich seither immer an ber Spitze ber Tabelle hielt, Hai wohl niemand gedacht Die komplett antretenden Blauweißen befanden sich in bester Spiellaune. Der Sieg der Gießener war nie gefährdet Schon gleich mit Beginn setzten sich die Einheimischen in des Gegners Halste fest. Der Ball wanderte tn flacher Kombination von Mann zu Mann. Trotzdem sich fortgesetzt glänzende Chan ccn für die Hiesigen boten, wurde der Torreigen erst in ber 17. Minute eröffnet. Bis zum Wechsel er­höhte 1900 bann auf 3:0, ließ aber zahlreiche beste Gelegenheiten au». Frohnhausen würbe nur selten gefährlich, da 19<)Us Schlußlcute die meisten An­griffe schon an der Miltellinie wehrten. Der dritte Treffer resultierte aus einem Foulelsmetcr.

Auch noch bem Seitenwechsel waren bie Gießener ständig feldbeherrschend. Bald hieß es 4:0 für den Gastgeber. Einige schwache Minuten der Einheimi scheu ergaben den Ehrentrcfser für die Gaste aus einem Fernschuß, der überdies haltbar war. Durch Verwandeln eines weiteren Foulclfmeters und zwei weitere schöne Erfolge dokumentierte 1900 aber auch weiterhin seine überlegene Spielweise.- Die Blauweißen boten wieder ein vorzügliches Spiel, während der Gegner auf dem großen Spielfelbe ganz den Kontakt verlor. Frohnhausen versuchte mangelndes Können durch hartes und oft unerlaub­tes Spiel zu ersetzen sand aber dafür beim Schieds­richter Schneider (Marbach) keine Gegenliebe. End­resultat 7:1 für 1900.

Die Ligareserve erzielte gegen Den Tabellenersten Hermannsteins 1 Elf ein Unentschieden 1:1 (0:0). 1900, nicht in stärkster Aufstellung, war in der Ge samtleistung besser als die Gegner.

Die Lehrmannschaft errang in einem überlegen durchgesührten Spiel einen sicheren 4:1 (1:1) Sieg gegen Großen-Busecks 1. Elf. Das Spiel an sich konnte nicht erwärmen, da es beiderseits Entglei­sungen gab, die besser unterblieben wären.

Die 5. Mannschaft konnte Großen-Busecks 2. Els sicher mit 5:1 (3:0) Toren abfertigen. 1900 stellte auch hier die bestere Einheit. Der Sieg war des­halb verdient.

BfB.-Gießen.

Sportverein Wetzlar (Liga) DfD. Gießen (Liga) 3:2 (2:1).

Die Ligamannschaft des DsB. trug am Sonn­tag ein Prwatspiel gegen einen alten Gegner aus. Aus Wetzlarer Boden hatten bie Gießener noch nie leichtes Spiel gehabt, unb so überrascht bad knappe Ergebnis für Wetzlar nicht allzusehr. Die DfB.er zeigten keine überzeugende Leistung, jedoch hätte bie Mannschaft bei einigermaßen befferem Durchhalten unbebingt einen Sieg her­ausholen müssen Falls nicht einige Reueinstel- lungcn ober glücklichere llmftellungen in der Mannschaft getroffen werben, wirb mit einer Formverbefserung bet Grün-Weißen nicht zu rechnen sein.

Wöhrenb ber ersten 20 Minuten zeigten bie Gießener ein schöne« Kombinationsspiel. Unter ber Führung von Seipel, ber sich gut anließ, kamen bie Grün-Weißen immer toieber vor bas Wetzlarer Tor. In ber 10. Minute konnte Mat­tern eine Flanke von Lehrmunb zum Führungs­treffer verwanbeln. Die forschen Wetzlarer ließen aber nicht nach unb stellten bald ben Ausgleich her Bei beiderseitsmäßigen Leistungen unb stets reichlich hohem Spiel kam Wetzlar kurz vor Halbzeit durch einen Strafstoß, ben ein DfB.er in bas eigene Tor lenkte, zum Führungstreffer. Rach ber Pause waren bie DfB.er immer leicht im Vorteil Ein Hanbelfmeter, von Mattern ge­treten, brachte ben Ausgleich. Dem Spielverlauf nach wäre dieses Ergebnis gerecht gewesen, bie Wetzlarer legten jeboch gegen Schluß noch einmal

mächtig los. und tatsächlich gelang ihnen kurz vor dem Schlußpfiff ber Siegestreffer

Iugcndfpiete.

Die 2 Iugendmannschaft konnte gegen Klein- Linden 1. ihre derzeit gute Form beweisen, in­dem sie mit 3:0 Sieger blieb. Die Gäste waren körperlich überlegen, ber Sturm vergaß jedoch da« Schießen. Die VfB.er arbeiteten gut zu­sammen Die 1. Schüler mußten sich von ben 1. Schülern WieseckS mit 0:5 Toren schlagen lasten.

BeremSwaldlaufmeisterschast her Gpielvereinigung 1900.

Die am vergangenen Sonntag erstmalig durch geführten rtereinswoldlausmeisterschasten brachten schonen Sport. Es war erfreulich sestzusleUen, über welch großen Stamm guter Lang, und Mittel strcckler die 1900er zur Zeit verfugen Die Rund strecke durch den Philosophenwald erwies sich durch ihr wechselndes Terrain als sehr schwierig und ttickisch und war ber Anlaß zu lleberraschungen. In der Hauptklasse, in der die Beteiligten 1014 Kilo­meter zu durchlaufen hatten, wechselte die Füh rung zwischen Gerhardt und Schaaf, schließ lich konnte der Erstgenannte in der ausgezeichneten Zeit von 37:02 Minuten durchs Ziel gehen, cxbaaf, der etwas indisponiert war, brauchte 37:24 Min. Sehr flott lief auch Reitz. Zeit: 38:17,5 Min. An 4. Stelle kam Gust. Koch ein (40:59 Min s.

In der 5 . Kilometer - Klasse zeigte sich der Nachwuchs von der besten Seite: Wären famp e r, der schon beim Frankfurter Hallensport fest eine gute Figur gemacht hatte, ließ sich den Sieg nicht nehmen. Im Abstand von jeweils 4>> Meter folgten fiinte mann und M o o tz. Vierter wurde K u n e r t, Fünfter B e p p e r l i n g. In der Iugendklosfe A lief Baum st leger sein Rennen überlegen von Wittich I. nach Haufe. In ber Jugendklasse B endete Koch, Willi, ganz knapp vor Goß. Dritter wurde Jacob, Vierter Wit­tich II.

Tisch-Tennis ber Sp.-Dg. 1900.

1900 I Rot-weiß Friedberg I 12:4.

Die Spielvereinigungsleute konnten am Sonntag ihren Siegeszug fortsetzen unb den erstmals in Gie­ßen gastierenden Tischtennisklub Rot-Weiß Fried berg sicher schlagen. In den Einzelspielen non eis gewannen die Gießener zehn wurde her Sieg schon sichcrgestellt. Die Kampfe verliefen sehr span nend und standen spielerisch auf hoher Stufe. Nach stehend die Ergebnisse (Friedberg ist jeweils zuerst genannt):

Einzel: Rothschild Dietrich 21:13; 13:21. 18:21; 5:21. Meier Oft 20:22; 12:21; 21:19. 9:21. Thiry Jung 21:10; 21:17; 18:21; 21:15. Scharmann Günther 9:21; 10:21; 21:11; 15:21. Thisimann Gebhardt 28:20; 14:21; 21 16; 8:21; 19:21. Stumpfig Gros 21:17; 14:21; 13:21; 21:6; 23:25. Drehes, Th. - Gros 11:21; 15:21; 14:21. Drehes, Gottfr Topp 21:10; 18:21; 18:21; 8:21. Gundrum Meyerhofs 21:18; 21:8; 11 21; 20.22, 15:21. Sprengel Bepperling 16:21; 14:21; 14:21. GundrumAuer 20:22 ; 21:17; 21:15; 15:21; 13.21.

Doppel: Meier-Thiry Ost-Jung 21:23; 11:21; 15:21. Stumpfig Rothschild Dietrich-Gün­ther 17:21; 10:21; 14:21. Thylmann Scharmann Gebhardt Auer 21:12; 21:13; 23:21. Gottfr. Drehe«- Sprengel Gros-Meyerhoff 14:21; 17:21; 22:20; 21:5; 21 17. Theo Drehes Gundrum Topp- Bepperling 14:21; 21:16; 17:21; 21:11; 21:12.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Hot. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen

Jür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne jdgefügle» Rückporto wird feine GewShr übernommen.

Anzei^enaiflräge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten.

Gespräche mündeten schließlich in so ein Be­kenntnis!) im Innersten erregt unb betroffen gemacht haben. ..Die Worte William IameS': ..Die Welt unseres gegenwärtigen Bewußtseins ist nur eine von vielen ejifticrenben DewußtteinS- welten. Jene anberen Welten müssen Erfahrun­gen enthalten, bie auch für unter Leben von Be- beutung finb, biete Worte sind die Orgeltöne meines Glanbensregisters". 11 nb wenn ber Ro­man zur Vollenbung gereift wäre, an bem er bis zuletzt gearbeitet hat, unb ber nun ein Fragment geblieben ist wie manches anbere, was ihn noch bewegte. bann hätte sich hier viel­leicht ein in solchen Glaubenssätzen angebeutete« Weltgefühl noch entschiebener ausgeprägt alS je zuvor.

Aber wenben wir vom Unvollenbeten und noch Ungcbrudten (wir benken auch an bie Tage­bücher, bie in ihrer Unmittelbarkeit unb persön­lichen Fülle später einmal bas Bilb vom Wesen unb Wirken bes Menschen unb des Künstlers bereichern und runden werden) den Blick zu­rück auf Alfred Bocks dichterisches Werk, wie es lich darbietet als dauerndes Vermächtnis: dann erhebt sich hinter der großen Schar derer, die um den Heimgegangenen trauern in seinem Haufe, in feiner Vaterstadt, in ganz Hessen, in Deutschland und über Deutschland hinaus unsichtbar und stumm, dennoch nah und lebendig der lange Zug bet Gestalten aus mehr als zwan­zig Büchern ... von derPflastermeisterin" bis zu denHausierern".

Seine Geschöpfe, seine schlichten und oft un­scheinbaren Helden und Heldinnen, die hessischen Bauern und Kleinbürger, wie sie im Buche stehen und im Leden stehen in den Dörfern im hohen Vogelsberg und in den lleinen Städten, auf den Landstraßen und auf den Aeckern, im Wirtshaus und auf der Hofreite, Iunge und Alte, Mann unb Weib unb Kinb. bie Pariser unb bie Oberwälber, bie Grete Fillunger unb die Grill unb bie Svechtsmarie. ber ßlfenbeiner unb bet Schllbköler. der Napoleon und der Ole- motz, der Flut^chüh und das Gewittermännchen, der Hannpeter unb bet Etolzenberger Kinder des Volks aTIefamt.

Kinder seines Dolles und seines Geistes. Ge­schöpfe aus feiner Hand und feinem Herzen, bereit unb berufen, für ihn zu zeugen unb seinen Da­

men zu tragen übers Grab hinaus. DaS ist ein großmächtigcr, langer Zug mit vielen Gestalten unb Gesichtern, wie sie baherkommen mit Kind unb Kegel, mit ihremBrast" unb ihrer ..Erwet'. mit ihrem Päckchen auf bem Buckel unb mit ihrem Schalk im Racken, mit ihremGebabbel' und ihrem ..Deschneubel", mit ihrem Glauben unb ihrem Aberglauben, mit ihren Liedern und ihren Redensarten, mit ihren Flüchen unb ihrem Gebet, mit ihren Tränen unb ihrem Gelächter.. Unb so bunt und mannigfaltig und verschieden­artig der Zug der Gestalten auf den ersten Blick erhbeinen mag zweierlei ist ihnen allen ge­meinsam: das Hessische ... zunächst, und das Menschliche ... im tiefsten Grunde.

Und noch ein Drittes: die gemeinsame Bestim­mung über allem Geschöpf au« Phantasie und Wirklichkeit: weiterzuleben, weiterzuwirken, da zu sein und lebendig zu bleiben als DermächtniS und wesenhafte Rachlommenschast dessen, der nun von unS gegangen ist.

Roch manchen der letzten Abende, die ihm be- schieden waren, hat er mit der Lektüre der Goetheschen Farbenlehre zugebracht; bei Goethe, in bem sich für Alfreb Bock allezeit bas un- toanbelbare unb wegweisenbe Gesetz feineff Le­bens verkörperte, finben sich auch, imDiwan", jene unvergänglichen Derfe, an bie wir benken müssen, wenn wir so bas Lebenffwerk deff Heim­gegangenen in seiner Destaltenfülle überblickt haben:

Unb solang du das nicht hast,

DieseS: 6tirb und werde?

Bist du nur ein trüber Gast

Auf der dunklen Erde."

Die tiefe und unverbrüchliche Weisheit dieser Berte mag allen, die Alfred Bock nahegestanden und ihn liebgewonnen haben, bie schmerzliche Stunbe des Abschieds ein wenig leichter und ein wenig tröstlich machen; es ist eine große Ge­meinde. die in diesen Tagen trauernd seiner ge­denkt als des immer h Ifffbereiten und gütigen Menschen, ber sich bis in sein Alter hinein ein kinbliches Herz bewahrte ... unb alS deS Dich­ters. bem ein reiches, gesegnetes Leben sich nun vollendet hat. hth.