Einzelbild herunterladen

Nr. 58 Erst« Blatt

(82. Jahrgang

Mittwoch, 9. März 1932

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

Ünn! wnö Verla-: vrShlfche vUtversitLlr-vich- iiö Steiiöniderd R. tauge tu SietzeR. 5chnflleit««g hwö Keschästrfteve: 5ch«lRra^e 7.

Der Reichskanzler im Wahlkampf

Hindenburg spricht

Hand aus ihr M

und fo werde ich

gibt es nur e i n wahrhaft nationales JicL

Düsterberg spricht in Frankfurt

H o e s ch bei.

v.

enl

»ider

ndersbg

ihe«

von zwei Generationen geht, da brauchen wir innen und außenpolitisch einen Mann als Oberhaupt, der nicht parteigebunden ist, sondern der das deutsche Volk als Ganzes sieht. Reichspräsident von Hindenburg hat dem deutschen Bolte viel mehr Ansehen und Autorität wieder oerschasft als die meisten ahnen tonnen. Weil er siegen muß im Interesse der Arbeiter, der Erwerbslosen, im Inter­esse unserer Lreditwirtschuft, aller Schichten der Be­völkerung, im Interesse von Ordnung und Buhe und des Kampfes um die nationale Freiheit und Gleich­berechtigung, darum wird er auch siegen. Der Kanzler, der bei seinem Erscheinen stürmisch be­grüßt wurde, sand am Schluß und während seiner Bede den lebhaften Beifall der vieltausendköpfigen Menge.

würde und zu schützen, sein. Jür

So habe ich es bis seht gehalten auch weiter handeln. Die deutsche zu wahren und gegen Angriffe stets meine vornehmste Ausgabe

Parteiengruppe. Nur (Bott, dein Vaterlande und meinem Gewissen will ich verantwortlich sein.

Ehre wird mich Zu-

Behauptung des Stahshelmführers Stephani, die NSDAP, sei r o m h 8 r t g. könne man nur lächeln. Wenn der Innenminister nach den Zielen der Nationalsozialisten frage, so möge er sich an die Wähler HitlerS wenden, um deren Antwort au hören Nach deut 13- März werde man in der Bendlerstraße wissen, waS die Nationalsozia­listen zu tun gedächten

Berlin, 9. März. (OB.) Die vereinigten Hindenburg-Ausschüsse haben den Reichspräsi­denten o. Hindenburg gebeten, sich zu einer Schallplattenaufnahme zur Verfügung zu stellen. 3n Erweiterung seiner Annahmeerklärung vom 15. Februar hat Reichspräsident v. Hindenburg aus­geführt:

Alte Soldatenpflicht verlangt von mir in un­serer schweren Zeit, aus meinem Po st en zu verharren, um das Vaterland vor Er­schütterungen zu bewahren. Nur au f der Grundlage voll st er Unparteilich­keit und Unabhängigkeit habe ich die Kandidatur übernommen. Ich habe es abge­lehnt, irgendwelche Bindungen nach der einen ober nach der anderen Seite einzugehen. Ich will wie bisher auch im Falle meiner Wiederwahl der Treuhänder des ganzen deutschen Volkes sein und nicht der Beauftragte einer Partei oder

wäre es nicht besser für das Geschick Deutsch­lands gewesen, wenn der greife König Wil­helm noch einige Jahre länger gelebt hätte und Deutschland hätte regieren können, oder wenn Bismarck trotz mancher Gegensätzlich­keiten noch ein Jahrzehnt länger deutscher Reichskanzler gewesen wäre, vieles kann man

Aicht als Beauftragter einer Partei, sondern als Treuhänder des ganzen deutschen Volkes will der Reichspräsident auch weiter in vollster Unabhängigkeit dem einen nationalen Ziel dienen: Zusammenschluß des Volkes im Gingen um die Erhaltung der Nation.

*»d""

ersehen, nur eins wächst, je länger das Ceben dauert, die große Erfahrung in der Beurteilung von Menschen und Persönlichkeiten. Das kann keiner wie der jetzige Reichspräsident, der die Geschichte von über sechs Jahrzehnten bewußt erlebt hat. 3d) habe noch keine politische Persönlichkeit irgendwo kennengelernt, die so in der Lage war, wie der Herr Reichspräsident, eine poli­tische Situation in klassischem Deutsch in we­niger als fünf Sähen wiederzugeben.

Wo die Krise in her Welt vielleicht auf ihrem Höhepunkt ist, mo es außenpolitisch um Entjchci düngen von größter Tragweite für die Geschicke

ein S)au$ getonuxtn t freudig und hm-

hm bewußt, daß bie feinem Hause voll- ür ihn waren. Sic gkeit - von seinem n die Stirn, alj tr Ile.

folgt)

Annahme »an Anzeigen für die Tagesnummer ms zum Nachmittag vorher.

Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 ram 'Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig: für Ne- hlameanjeigcn von 70 mm 'Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20*, mehr.

Chefredakteur:

Dr. Friede. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton Dr.h.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filler, sämtlich in Gießen.

sarnmenschluh des Volkes In seinem Exi­stenzkamps, volle Hingabe jedes einzelnen in dem harten Ringen um die Erhaltung der Nation. Dazu verhelfe uns (Bott!

Donnerstag Aundsunkansprache des Herrn Reichspräsidenten.

Berlin, 8. März. (OB. Funkfpruch.) Nach den bisherigen Dispositionen dürfte es sich bestätigen, daß der Herr Reichspräsident am Don­nerstag um 19.30 Uhr im Rundfunk spricht.

Briands letzte Tage.

Tic Aufbahrung int Traucrhausc.

Paris, 8 März. (TU.) Wie jetzt erst auS dem Freundeskreise Briands bekannt wird, waren sich die Aerzte während der letzten Woche der Hoff­nungslosigkeit des Falles klar bewußt und rechneten täglich mit dem Tode des Ministers. ES bestand jedoch strenge Norschrift, nichts über den Ernst deS Gesundheitszustandes in die Oessentlichkeit bringen zu lassen, da Briand bis zum letzten Tage persönlich die Zeitungen laS und nicht auf diesem Wege erfahren sollte, wie schlimm cS um ihn stand. Nur so erklärt es sich also, daß sein Hinscheiden für die Öffentlichkeit völlig überraschend kam.

Ergänzend wird berichtet, daß Driand bei seiner Ankunft in Paris am Abend des 20. Fe­bruar die Treppe seiner im zweiten Stock ge­legenen Wohnung allein hcrausgcgangen fei. 3n den letzten Tagen habe der Kranke unter dem Rauchverbot gelitten. Am Montagvor- mittag sei daS Bewußtsein geschwunden und nur für kürzere Zeit zurückgekehrt.

Die Leiche Briands ist heute abend in den Sarg gelegt und aujgebaljrt worden hierbei waren anwesend die Schwester Briands mit ihren beiden Kindern, die ehemaligen Mitarbeiter Briands, sowie leine Bediensteten in Eocherel und in Paris. Der eiserne Sarg trägt eine silberne Platte mit der In schrist: Aristide Briand, geboren am M. März 1892, gestorben am 7. März 1932. Im Trauerhaus herrscht ie-t heute irüh em endloses Kommen und Gehen. Unübersehbare Mengen von Würdenträgern, Staats­männern, Militärs, hohen Bcrwaltungsbeamtcn, Delegationen aller möglichen Berbände uiro. statten ihre Beileidsbesuche ab. Die aus aller Well ein­gehenden Becleidstelegrammi. sind unübersehbar. Nach der nationalen Trauerscier am Samstag findet die provisorische Beisetzung Brionds auf einem Pariser Friedhof statt. Die endgültige Beisetzung, die mit einer religiösen Feier verbunden sein wird, erfolgt in Cocherel. Ehe die sterbliche,. Beste Briands das Außenministerium verlasse», werden sie von dem Kardinalerzbischos von Paris eingesegnet werden.

Trauerfeier für Briand.

r.ndicuo Nachruf

in der französischen Maimiicr.

Paris, 8. März. (WTB.) 3n Kammer und Senat wurden heute zu Beginn der Sitzungen Trauerkundgebungen für Briand veranstaltet. 2m Senat hicii Senatspräfident Sebtun einen Nachruf. 2n der Kammer hielt Kammerpräsident Bouisson einen Nachruf, in dem er vor allem die politifche Laufbahn des Derstorbenen schil­derte. Er bezeichnete den Tod Briands als einen Verlust für das französische Parlament, für Frankreich und für Europa. Nach dem Kammer­präsidenten erklärte

Ministerpräsident Tardieu,

daß er am SamStag vor den diplomatischen Ver­tretern deS Auslands und vor dem Volke von Paris bei dem nationalen Leichenbegängnis. daS die Negierung Briand zu bereiten beschlossen habe, in seiner Eigenfchast als Ministerpräsident und auf Grund der dreißigjährigen Freundschaft, die ihn mit dem Verstorbenen verband, ein Bild von dessen Persönlichkeit und Wirken entwersen werde. Heute könne er nur an die Lücke denken, die Briand hinterlasse. Tardieu nannte Briand einen der größten Parlamentarier der französischen Geschichte. Aus dem Gebiete der inneren und auswärtigen Politik hat Briand als Regierungsmitglied und als Regierungschef ständig feinen Glauben an die Tugenden der freien Aussprache und Der reislich überlegten Abkommen bewahrt. Die großen Ver­handlungen. an Denen er während eines Vierlel- jahrhunderls so aktiv beteiligt war, konnten nicht mit Leidenschaft und Voreingenommenheit gelöst werden. Briand hat stets versucht, nur dieVer­nunft und das humane Verstehen dabei walten zu lassen. Dadurch war er und wird er bleiben ein Beispiel für Die, Die Die Nation zur Leitung und Kontrolle ihrer Geschicke sich frei gewählt hat. Möge Briands Ideal unseren not­wendigen Kämpfen als beschwichtigendes Element, das den Frieden bringt, Die­nen. Die Trauer deS französischen Parlaments, an der die gesamte Welt teilnimmt, wird so für einen jeden von uns Anlaß zwn Nachdenken und für unseren berühmten Kollegen die Anerken­nung sein, die er sich im Dienste Frankreichs und der Republik gewünscht hätte. Der Trauer- feier in der Kammer wohnte d a S diplo­matische Korps, darunter auch Botschafter

verinnerlichten lebendigen Christentum der Tat, zu den ewig gültigen sittlichen Grundsätzen der Pflicht, ber Selbstlosigkeit, der Einfachheit, des Fleißes, der selbstverständlichen Hingabe an die vom Leben gestellten Ausgaben wird Die Voraus­setzung zur gemeinsamen Liebe zum deutschen Da- terlanD und somit zur deutschen Einigkeit schassen.

Ich bin mir aller Widerwärtigkeiten meines Auf­trages bewußt und mit meiner Kandidatur in die Bresche gesprungen. Es ist für mich keine Zähl- son d e r n eine Heberzeugungskanoida- tur. Die Zahl meiner Gegner und Feinde hat mich nie abgehalten, meine Ueberzeuguag zu vertreten und für sie 3u streiten. (Es gehl um DcufidjIanD, das endlich eine feste und entschlossene Führung braucht, wenn es nicht zugrunde gehen soll."

Hitler in Stuttgart.

Stuttgart, 8. März. (Täl.) Am Dienstag­abend sprach Adolf Hitler in Der Stadthalle. Vor 13 3obren habe das jetzige System das alte Reich zerschlagen und Die Macht an sich ge­rissen. Das alte Reich fci geachtet, vielleicht ge­fürchtet gewesen, aber es habe eine relative Größe und eine relative Macht besessen. 13 Jahre seien eine lange Zeit für die Bewährungsfrist eines Systems. Das deutsche Volk hat 13 Jahre lang verglichen und geprüft und nun zieht eS die Folgerungen. SS kann keine gesunde Wirtschaft geben, wenn ein Volk keine Nation mehr fein will. Herr Groener. unser positives Pro­gramm ist unsere positive Bewe­gung. Heute sind wir die öffentlichen Ankläger geworden und fordern am 13. März dieses Sy­stem in Die Schranken des Gerichts. Ihr. Zentrum und Sozialdemokratie, ihr sollt uns nicht mehr um Die Zukunft bringen. Wir sink» entlchlofsen, Deutschland von Dem Parteiverbrechen sreizu- machen. Am 13. März möge jeder nach seinem Gewissen handeln. Er. Adolf Hitler, bettle nicht um Die Stimme Der Wähler. Diele Wahl fei nur ein Mittel zum Zweck Aus Den Leichen Der Par­teien solle sich DaS deutsche Dolk. erheben. Am 13. fei die Wahl und am 14. gehe der Kamps weiter.

Goebbelszurpräsidenienwahl

Berlin, 8. März. ($11.) Die Nationalsozia­listen veranstalteten am Dienstagabend im Zirkus Dusch und in den Tennishallen in Wilmersdorf Mastenkundgebungen, auf denen Der Berliner Gauleiter Dr. Goebbels zu dem Thema ..Schluß jetzt Hitler wird doch gewählt.'- sprach. Er erklärte u. a. Die Nationalsozialisten hätten Hitler als Kandidaten ausgestellt, weil man w ife. daß am 13. März die letzte Schlacht geschlagen werde. Aus die na­tionalen Parteien lege man keinen Wert, daS Dolk werde entscheiden über Die Berechtigung Der Sonderkandidatur lieber Die

tugrel,en

IMS»

Frankfurt a. M., 8. März. (LPD.) Der Kampfblock ..Schwarz-Weih-Rot" veranstaltete am Dienstagabend im Hippodrom eine Wahl­kundgebung, bet Der Düsterberg sprach. Er führte u. a. aus: 3n einer politischen Hochspan­nung von nie Dagetoefener Stärke stellt das Schicksal Deutschland vor eine innenpolitische Ent­scheidung. Die jcDen Deutschen zwingt, in sich Klarheit zu schassen unD Danach seine Entscheidung zu treffen. Die Fortsetzung des Krieges mit wirt­schaftlichen und finanziellen Mitteln, gefördert durch die kurzsichtige Innenpolitik des abgewirt­schafteten Marxismus, zerstörte unsere Finanz­wirtschaft, unsere Landwirtschaft und Industrie, Handwerk und Mittelstand, und heute sind sechs Millionen Arbeitslose das Ende einer Politik, Die uns im November 1918 ein Leben in Schön­heit, Freiheit und Würde versprach. Das unge­heuere Novemberverbrechen rächt sich bis auf den heutigen Tag. Diese trostlosen Zustände haben sich unter der siebenjährigen Präsidentschaft des Herrn General­feldmarschalls weiter entwickeln kön­nen, weil die Kräfte die politische Oberhand ge­wannen, die seine Wahl im Jahre 1925 auf das heftigste bekämpft haben. Dom Standpunkt deS amtierenden Reichskanzlers aus. aber auch vc> dem der politischen Nutznießer des heutigen Sy stems aus, war es an und für sich begreiflich, daß man in dem Herrn Reichspräsidenten die Auffassung zu erzeugen und zu stärken versuchte, sein weiteres Verbleiben im Amte, womöglich durch einen parlamentarischen Akt. sei das Beste für Deutschland.

Wir in Der Bundesführung des Stahlhelms hät­ten Dem greifen Herrn Reichspräsidenten Diese wider­lichen Wochen gern erspart. Wir haben um Hin­denburg gerungen, um ihn wieder freizu- machen von all jenen Einflüßen, die ihm in feinem langen militärischen Leben fremd waren. Vergeblich! Die Reichspräsidenten wähl ist und bleibt ein p o litis cher Akt und ist fein militärischer Vorgang. Daß aber jene Streife jetzt den Gcneralfeldmar'chall zu Partei zwecken mißbrauchen und sich hinter seinen großen Warnen verstecken können, diese Kräfte, die den November 1918 verursachten, ist das Schmerzliche und Unbegreifliche. Als Hin­denburg 1925 in eine Machtstellung kam, wie sie Der Deutsche Kaiser nicht gehabt hat, da Hostien wir auf eine Wandlung. Nach kurzer Zeit mußten wir erleben, wie fein (Eintreten gegen Die Kriegsichuld- lüge verwässert und abgebrochen wurde.

Ich halte dieheuligeEtaatSfom so er­klärte der Redner weiter, die für die sprichwört­liche deutsche Uneinigkeit geradezu den politischen Nährboden bereitet, nicht für Der Weisheit letzten Schluß. In unserer lOOOjäbrigcn wechselvollcn Geschichte war es stets Der KaisergeDanke. Der Die deutschen Stämme nach schweren Brüder- kämpfen wieder zur Einigung führte. Bewußte Rückkehr der gesamten Nation zu Gott, zu einem

n 6tin ein Uta?

*

"** N.

"tuch.hr

* ÖM.

Düsseldorf 8. März. (WTB) Reichs­kanzler Dr. Brüning hielt vor überfülltem Hause eine Rede. Der Kanzler erklärte, daß die Opposition, wenn sie sich hinter den Feld- marschall gestellt hätte, sich ohne Schwierigkeit den Weg zur Macht selbst freigemacht hätte. Der Kanzler wies mit Entschiedenheit die (Dorwürfe zurück, daß seine Person das Hemmnis für eine parlamentarische Derlängc- < rung der Amtszeit des Reichspräsidenten gebildet habe: denn schon früher und jetzt im Januar und , Februar habe er dem Reichspräsidenten seine Demission angeboten, um die Bahn frei­zumachen. Der Reichspräsident habe abge­lehnt, weil er es mit dem DersassungSmäßigen seines Amtes nicht vereinbaren konnte, aus po­litische Bedingungen einzugehen.

Es hat sich gezeigt, fuhr Dr Brüning fort, daß Die Parteien Der Harzburger Front s i ch nicht einmal über Die Ministersessel eini­gen konnten wen sie die Regierung übernehmen würden. Es ist enbgültig erwiesen. Daß es keine geeinte Opposition Der Rechten gibt und daß alle beiben Parteien nicht in Der Lage finD, eine Mehrheit zu bilden: Einig in der Negation und in der Aaitation, uneinig in allem, was nach p o | i t i o e r Arbeit schmeckt. Sie sind sich nur einig in dem Schlagwort vom S y st e m , mit dem manchmal das System Brüning, manchmal Der 9. November, manchmal bie vergangenen 14 Jahre gemeint finD. Schamlos ist es, daß man den Feld m*a rfcha11 mit Den Vorgängen vom 9. November in 'Verbindung bringt, einen Mann, der, um das deutsche Volk nicht zu zerreißen, über Die Vorgänge vor und nach dem Kriege immer geschwiegen hat, der Die schwer­sten Vorwürfe auf sich genommen hat, aus einem Gefübl Der Treue für Vaterland und Volk. Der Kanzler wies darauf hin, daß man Hindenburg immer gerufen habe, wenn bie N o t am größten war. Dieser Mann, Dessen Name und Gestalt in der ganzen Welt Deutschland verkörpert, wird in einer Form kritisiert und beleidigt, die Die größte moralische Erniedrigung ist, die sich Das deut­sche Volk bisher selbst zugcmulet hat. Für den Reichspräsidenten ist Die Unterzeichnung Der Not­verordnung über Die Kürzung der Renten der Kriegsbeschädigten, Löhne, Gehälter und sozialen Renten einer der schwersten Entschlüsse in seinem ganzen Leben gewesen. Hüten sollten sich vor allem die Deutsch nationalen davor, ihm hieraus einen Vorwurf zu machen Hätte man 1927 etwas sparsamer gewirtschaftet, und wäre man langsamer oorgegangen, dann wäre der Rückschlag von heute auch gekommen, aber die Notmaßnahmen wären bei weitem nicht so hart geworden.

3ede einzelne Phase der Nowerordnungen, Die in sich ein bewußtes System zur Sicherung unserer Außenpolitik darstellen, ist immer wieder überlegt worden, wenn wir diesen uns aufgezwungenen Kampf um Reparationen und Gleichstellung in der well überhaupt Durchhalten wollen, bann muh eine nationale Opposition in diesem Punkte für eine einheitliche Meinung des ganzen deutschen Volkes sorgen. Die Vorwürfe, die gegen den Herrn Reichs­präsidenten gerichtet werden, daß er nicht mit der Mehrheit regiert habe, sind vollkommen un­haltbar. Was an Dem Herrn Reichspräsidenten gelegen hat, ist geschehen, um der Rechten den weg in die Regierung frei zu machen.

IltiMH

10. Bin, 28.15 Uhr ul der üiiMnim KaromerorchWder hschule. g II (Sopran) M (Baß) ter |r.

jart und Job, StamH? g ikantate: neue Oberkeef eh. Bach.

0.80 RM. heiß. Chain* | r Abendkasse.

I^WWWWM

ö lr«w- 9nig,

(nWegtn fei;.

JMmet)er _ :

d-mi fommt

$au«. auf.

ie »er utte, nicht ausrvhen' U^W?lni 3fr 1 toltö besser sein ast

mcht, das

ß Mädchen.

VNd afiet gef

Wenn wir nicht am Abgrunde gestanden | hätten, wo ein einziger falscher Tritt die Er­holung des Deutschen Dolles für immer vereiteln I konnte, Dann wäre ich Dafür gewesen, Die Rechte doch ruhig einmal regieren zu lassen. Nach den . vorangegangenen Versprechungen würden die ent- I täuschten Massen keine zwei Monate hinter einer solchen Regierung bleiben, aber ich habe die Sorge, sie werden nicht in die alten 'Parteien zurückströmen, sondern gleich durchrutschen bis zur äußersten Linken.

Ist es nicht schändlich, wenn in Ostpreußen die Agitation von Mund zu Mund mit der Be­hauptung geführt wird: »Wenn Hindenburg ge­wählt wird, 4ft Ostpreußen für das Reich ver­loren". wenn behauptet wird, daß die Tochter Des Reichspräsidenten und feine Anverwandten antireligiösen Gemeinschaften angehören, wenn man erzählt, der Reichspräsident würde eine Not­verordnung machen, Damit Die Preuhenwahlen nicht stattfinden können, und hierdurch Die Der- fassung verletzen, obwohl der Termin längst fest gelegt ist und die Dahl unter allen Almständen spätestens am 8. Mai ftattfmDeL Ist es nicht empörend, daß von Dem Herrn Reichspräsidenten gesagt wird: Dieser alte Mann ist überhaupt nicht mehr in der Lage, seine Re- gierungsgeschäste zu fuhren. Wer wie ich das Glück gehabt hat, den Herrn Reichspräsidenten in den vergangenen zwei Jahren oftmals Dor- trag zu halten und mit ihm zu sprechen, der ist berechtigt, ein paar Worte voll innerster Em­pörung über diese Vorwürfe auszusprechen.

Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle

monatsBeiegsprets:

Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

5ernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Gießen.

Postscheckkonto.

$ranffun am Main 1168«.