Nr. 158 Krühaussabe
182. Jahrgang
Zreitag, 8. Juli 1952
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General-Anzeiger für Oberhessen
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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen.
Oie politischen Gegensätze unüberbrückt.
Oie deutsche Delegation hält ein Ergebnis der Konferenz im weiten Nahmen einer politischen und finanziellen Gesamtbereinigung nicht mehr für möglich.
Eine Rachtsihung bis zum frühen Morgen.
Lausanne, 8. Juli. (IBIB. Funkspruch.) Gestern fanden Besprechungen zwischen dem Reichskanzler, dem Reichsauhen- Minister und der englischen Delegation sowie zwischen Sir John Simon, Neville Chamberlain und h e r r i o t stall, die bis 3 Uhr morgens dauerten. Sie werden heute vormittag fortgesetzt. Bon h e r r i o t wurde die Lage mit „es geht gut" bezeichnet. Es bestehen ober zwischen Deutschland und Frankreich noch e r - hebliche Meinungsverschiedenheiten über die politische Formel.
Die Bemühungen, zu einer Verständigung zu gelangen, wurden bis in die heutigen Morgenstunden fortgesetzt. Spät abends wurden der Reichskanzler von Papen und Reichsauszenminister Neurath noch in das englische Hauptquartier gebeten, wo sie um 23.30 Uhr eintrasen. Der Besuch dauerte bis 1.15 Uhr nachts. Die Besprechungen. wurden lediglich mit Neville Chamberlain geführt. Bei ihrer Rückkehr bezeichneten die deutschen Delegierten den Inhalt der Besprechungen als „neue Formeln, neue versuche." Um 1.30 Uhr begann eine Besprechung d-r französischen Delegierten mit Sir John Simon und Neville Chamberlain, die bis gegen 3 Uhr dauerte.
Zum Ausgangspuuki zurück.
Lausanne, 7. Juli. (TU.) Hebet den Stand der Lausanner Besprechungen wurde am Donnerstagabend von deutscher Seite folgende Beurteilung der Lage gegeben:
In der heutigen Unterredung zwischen dem Reichskanzler und herriol ist noch einmal versucht worden, eine Grundlage für eine großzügige Regelung aller auf der Konferenz Deutschland interessierenden Fragen zu finden, hierbei ist von deutscher Seite grundsätzlich auf die Erklärung des Präsidenten der Konferenz Macdonald in seiner Eröffnungsrede hingewiesen worden, daß die Lausanner Konferenz „zu einem großen ausschlaggebenden Ergebnis und zumAbschluhderKriegs- rechnung führen muß, um den Völkern die Hoffnung auf einen Aufstieg zu geben". Auch der Baseler Sachverständigenbericht fordert ausdrücklnh als die unerläßliche Voraussetzung des wirtschaftlichen Wiederaufstiegs die Regelung der großen ungeklärten politischen Fragen. Diese Auffassung der Gesamtlage ist bei den Vertretern Frankreichs auf keinerlei Verständnis gestoßen. Die Franzosen haben es abge lehnt, auf eine derartige Betrachtungsweise der Probleme einzugehen.
Trotz des bisherigen schroffen Gegensatzes I n allen politischen Voraussetzungen, die die natürliche Grundbedingung einer allgemeinen Verständigung sind, vertritt man auf deutscher Seite die Auffassung, daß bisher noch nicht alle Wege verbaut sind. Immerhin wird mit der Möglichkeit gerechnet, daß die Durchsetzung der politischen Fragen auch weiterhin aufdie hartnäckige Ablehnung der französischen Regierung stoßen wird, so daß damit die deutsche Regierung gezwungen sein würde, a u f d e n Ausgangspunkt der Lausanner Konferenz. die endgültige Regelung der Tributzahlungen, zurückzugehen, so, wie sie in der Eröffnungsrede des Reichskanzlers programmatisch dargelegt wurde. Auf deutscher Seite wird die Auffassung vertreten, daß man im Falle einer endgültigen Ablehnung der politischen Fragen durch die französische Regierung auf den ursprünglichen Plan zurückkommen müsse, nachdem die Tribut- frage endgültig mit dem 1. Juli 1 93 2, dem Ablauf des Hoover-Moratoriums, als erledigt anzusehen sei und daher für Deutschland lediglich die Frage der Rückzahlung der währenddieses h o o v e r j a h r e sge- stundeten Beträge bestehe.
Unbegründeter Optimismus.
Die Gegensätze unübcrbrückt.
Lausanne, 7. Juli. (TU.) In einer zweistündigen Unterredung zwischen dem Reichskanzler und Macdonald, an der Freiherr von Neurath teilnahm, hat der Reichskanzler am Nachmittag eingehend eine Darlegung seiner heutigen Besprechungen mit herriot gegeben. Don maßgebender deutscher Seite wird nach wie vor die Lage als sehr ernst bezeichnet. Es sei gegenwärtig nur noch schwer möglich, den Faden wieder aufzunehmen, da in den von Deutschland verlangten politischen Voraussetzungen einer endgültigen Regelung der Tri
butfrage die Gegensätze zwischen der deutschen und französischen Auffassung bisher nicht überbrückt werden konnten. Aus diesem Grunde sei auch eine Einigung in der endgültigen Festsetzung der Höchstsumme der deutschen Abschlußzahlung nicht möglich.
Mitteilungen, die von maßgebender französischer und englischer Seite gegeben werden, stehen in schroffem Gegensatz zu den von deutscher Seite gemachten Mitteilungen. Es wird behauptet, daß man der deutschen Auffassung weitgehend entgegengekommen sei und die Gegensätze in der Auffassung außerordentlich gering seien. So daß eine Einigung durchaus als möglich angesehen werden könne. Das Entgegenkommen soll sich angeblich sowohl auf die deutschen Abschlußzahlungen, als auch auf die politischen Forderungen beziehen. Diese Mitteilungen sind jedoch künstlicher Stimmungsoptimismus, zu dem nach deutscher Auffassung kein sachlicher Grund gegeben ist.
Hernot droht mit der Rückkehr zum Houngplan.
Lausanne, 7. Juli. (TLI.) Herriot erklärte am Donnerstagabend der französischen Presse, daß in den Verhandlungen mit der deutschen Abordnung für die Abschlußzahlung keineswegs astronomische Ziffern gefordert worden seien, jedoch müsse Frankreich auf seinen Vorteil bestehen und seine politische älnabhängigkeit bewahren. Sollte die Lausanner Konferenz ergebnislos verlaufen, so würde man automatisch auf den Voung - plan wieder zurückgreifen müssen. Die französische Regierung lehne ferner kate
gorisch alle politischen Forderungen a b. die von deutscher Seite mit der Regelung der Tributfrage in Verbindung gebracht werden.
Sir Walter Layton appelliert an Herriot
London, 8. Juli. (WTD. Funkspruch.) In einer Meldung aus Lausanne sagt Sir Walter L a y t o n , eine Regelung der Reparationsfrage scheine unmittelbar bevorzustehen. Die einzige Frage sei, ob sie ihren hohen Wert dadurch verlieren werde, daß sie wie eine unentschiedene Schlacht erscheine, oder ob Herriot sich der großen Gelegenheit gewachsen zeige und der Welt den vollen Wert der Regelung sichere. Die Gläubiger sollten Deutschland sagen, daß sie, ohne auf das Für und Wider des Teiles 8 des Versailler Vertrages einzustehen, bereit seien, dieses Kapitel als für immer abgeschlossen anzusehen.
Ministerbesprechung in Berlin.
Berlin, 7. Juli. (TU.) Am Donnerstagnachmittag hat in Berlin eine Ministerbesprechung stattgesunden, in der die in Berlin weilenden Reichsminister nach mehreren eingehenden Telephon g e s p r ä ch e n mit dem Reichskanzler in Lausanne, zu der durch die hartnäckige Ablehnung der politischen Voraussetzungen zur wirt- ; schriftlichen Wiederaufrichtung Europas seitens Frankreich geschaffenen Lage Stellung nahmen. Der in Lausanne vertretene Standpunkt der deutschen Abordnung, daß man im Falle der endgültigen Weigerung Frankreichs, die politischen Voraussetzungen anzuerkennen, auf den Ausgangspunkt der Konferenz zurückgeworfen und daß damit eine völlig neue Lage entstanden sei, • dürfte somit auch der Standpunkt des ge- j samten Reichskabinetts sein.
Untergang eines großen sranzvUchen tl- Bootes. Das Ll-Dooi „promeihee^ bei Cherbourg auf einer Probefahrt gesunken.- 66 Mann der Besatzung vermißt.
Cherbourg, 7. Juli. (WTB.) Das Marine- ministerium gibt bekannt, daß das französische U.-Boot „P r o m e t h e e" das heute bei Cherbourg eine Versuchsfahrt über Wasser unternahm, plötzlich sieben Meilen nördlich vom Cap Levi gesunken iffT Das Meer ist dort etwa 50 Meter lief. Die Marinepräsektur von Cher- burg hat sofort alle Rettungsmillel eingesetzt. Auch die Marineflieger nehmen an den Rettungsarbeiten teil. Diese Arbeiten werden sehr erschwert infolge der harten Strömungen, die in dieser Gegend zu verzeichnen sind.
Gerettet sind bisher ein Marineleutnant, ein Hornist zur See, drei Deckofsiziere und zwei Matrosen, die sämtlich im Augenblick des Unfalls ins Meer fielen. Es fehlen 6 6 Mitglieder der Besatzung.
Ueber das Ungliück verlauten folgende Einzelheiten. Auf der heutigen Probefahrt sollten gewisse konstruktionseinzelheiten besser geregelt werden. Aus diesem Grunde befanden sich auch außer der Besatzung eine Anzahl Ingenieure und Arsenalarbeiter an Bord. Die Leute, die gerettet wurden, befanden sich im Augenblick des Unglückes auf der Kommandobrücke. Fischerboote eilten sofort an die Unfallstelle und
konnten diejenigen Mitglieder der Besatzung retten, die ins Wasser gefallen waren. Gerettet wurde auch der U.-Bootkommandant. Dieser war durch das Unglück sehr hart mitgenommen, so daß er dem Kriegsmarineminister in Paris keine genauen Angaben über den Hergang der Katastrophe machen konnte.
Das U.-Boot hatte, wie „Matin" berichtet, eine Raumverdrängung von 1550 Tonnen über Wasser und 2000 Tonnen unter Wasser. Es war 90 Meter lang, neun Meter breit. Als Antrieb hatte es zwei Diefel-Suizer-Motoren von je 500 PS. und zwei Dynamos von 2000 PS. Seine Geschwindigkeit betrug über Wasser 18, unter Wasser 8 Knoten. Die Bestückung bestand aus zwölf Torpedorohren, Kaliber 550, zwei Geschützen und einem Maschinengewehr. Die, vorschriftsmäßige Besatzung des U-Bootes umfaßt 65 Mann. Das U.-Boot war so gebaut, daß es Kreuzerfahrten bis z u 30 Tagen Länge durchführen konnte.
Flugzeuge versuchten den genauen Cageorf des gesunkenen U.-Bootes festzustellen. Man hat nur geringe Hoffnung auf Rettung der 66 vermißten.
getragen von strenger Sachlichkeit und größter Verantwortlichkeit, Maßnahmen zum Wohle des hessischen Volkes und unseres geliebten Vaterlandes zu treffen.
Der Namensaufruf ergibt, daß alle Abgeordneten anwesend sind.
Nach der Aufforderung zur Wahl des Landtagspräsidenten verlesen die Kommu- n i st e n eine längere Erklärung, in der sie an die Sozialdemokraten und das Zentrum eine Reihe von politischen Forderungen — Nichtdurchführung der letzten Notverordnungen, Freilassung der politischen Gefangenen usw. — stellen, um einem Präsidium ohne Nationalsozialisten zu- ftimmen zu können.
Nach längerer Debatte, in der die Sozialdemokraten und das Zentium jegliche Bedingungen a b - lehnen, erklärt
Abg. Beutel (Komm.), daß seine Partei nunmehr bedingungslos einem aus Sozialdemokraten und Zentrum gewählten Präsidium zustimmen werde.
Abg. Hofmann (Zentr.) erklärt, das Zentrum halte an der bisherigen parlamentarischen Hebung fest, daß die größte Partei den Präsidenten stelle.
vorgeschlageu werden von den Nationalsozialisten der Abg. Dr. Werner, von den Sozialdemokraten
Heule Wahl des Wischen Slaalspräsidenlen
Professor Werner auch zum Präsidenten des neuen Landtags gewählt.
Oie konstituierende Sitzung.
Darmstadt, 7. Juli. (WHP.) Der neugewählte VI hessische Landtag trat heute zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Schon um acht Uhr umlagerten zahlreiche Interessenten Las Land- taqsqebäu'de, doch erst nach 11 Uhr wurden die Tore geöffnet Bei Beginn der Sitzung um 12 Uhr waren die Galerien dicht besetzt. Langsam finden sich die Abgeordneten ein, alle in Zwilkleidung.
Auf der M i n i st e r b a n k sitzt nur Fmanz- minifter Kirnberger, Staatspräsident 21 de - lung und Innenminister Leuschner haben ihre Abgeordnetenplätze eingenommen.
Alterspräsident Winter (3 ) eröffnet die Sitzung und betont den tiefen Emst der Stunde, in der der VI. hessische Landtag Zusammen- trete Wie ein Alpdruck laste auf dem hessischen und auf dem deutschen Volke d i e W , r t s ch a f t s n o t unserer Zeit, Leben und Existenz ,edes einzelnen Volksgenossen wie des Staates und des Reiches seien aufs schwerste bedroht. Mit der übergroßen Not wachse auch für alle diejenigen die berufen find im Parlament durch gesetzliche Maßnahmen der Not zu steuern und nach Wegen eines Ausgleiches zu suchen, die Verantwortung .ns Ungemessene. Möge es dem neuen Landtag gelingen, durch seine Arbeit,
der Abg. Delp. Zum Landtagspräsidenten wird mit 45 Stimmen der Abgeordnete Dr. Werner (Nat- so;.) gewählt. Auf den Abgeordneten Delp entfielen 25 Stimmen.
Präsident Dr. Werner übernimmt nun den Vorsitz. Er verspricht, sein Amt unparteiisch auszuführen und die Ordnung mit allen Mitteln der Geschäftsordnung aufrechtzuerhalten.
Gegen die Äommuniften wird die Geschäftsordnung des vorhergehenden Landtags vorläufig übernommen. Dann' folgt die Wahl der beiden stellvertretenden Präsidenten. Borge« schlagen werden von den Nationalsozialisten der Abgeordnete Klo st ermann und von den Sozialdemokraten der Abgeordnete Delp, während das Zentrum den Abgeordneten W e ck I e r nominiert hat. Der Abgeordnete We ck l e r erhielt 61 Stimmen und wurde damit zum er st en stellvertretenden Präsidenien gewählt. Die Abgeordneten Klostermann und Delp erhalten je 35 Stimmen, so daß Stichwahl zwischen diesen beiden erfolgen muß, die wiederum Stimmengleichheit ergibt. Das vom Präsidenten Werner gezogene Los bestimmt dann den Abgeordneten Klo st ermann (Natsoz.) zum zweiten Vizepräsidenten.
Staatspräsident Adelung
erklärt nunmehr: Auf Grund des Art. 37 der Verfassung des Volksstaates Hessen vom 12. Dezember 1919 habe ich dem verflossenen Landtag die Aemter des Gesamtministeriums zur Verfügung ge st eilt und erklärt, das Gesamtministerium werde entsprechend Artikel 38 der Verfassung die Staats- geschäfte so lange fortführen, bis der Landtag den Staatspräsidenten neu gewählt und die von ihm berufenen Mitglieder des Gesamtministeriums bestätigt habe. Der verflossene Landtag hat die Wahl des Staatspräsidenten nicht vorgenommen. Eine geschäfts- sührende Regierung ist aber in einem demokratischen Staatswesen auf die Dauer nicht wünschenswert. Es sollte erstrebt werden, daß alsbald ein« trag fähige Mehrheit im Parlament die Regierungsverantwortung übernimmt.
Abg. Hoffmann (Z.) verliest eine Erklärung. . das Zentrum halte eine Regierung ohne Landtagsmehrheit auf die Dauer nicht für tragbar. Deswegen wäre auch eine rein national- sozialistische Regierung nicht möglich, da sie allein keine Mehrheit bilden könne und beim ersten Mißtrauensvotum in die Minderheit versetzt werde. Der Landtag möge beschließen: „Der Landtag erwartet, daß die größeren Fraktionen alsbald, spätestens nach der Reichstagswahl, dem Lande eine neue Regierung geben".
Gegen diese Entschließung stimmte eine Mehrheit aus Rationalsozialisten und Kommuni st en.
Abg. Lenz (Rats.) erklärt, die RSDAP. werde bereits in den nächsten Tagen die entsprechenden Schritte zur Regierungsbildung unternehmen.
Die Wahlen zu den Ausschüssen erfolgen gemäß den Vorschlägen des Aeltestenrates. der in einer Pause des Plenums zusammentritt.
Nach einstündiger Beratung des Aeltestenrates teilt Präsident Werner mit, der Aeltestenrat habe beschlossen, auf die Tagesordnung der Freitags- sihung als ersten Punkt zu fetzen
Wahl des Staatspräsidenten.
In der gleichen Sitzung werden noch beraten folgende Anträge der Nationalsozialisten: „Mißtrauensvotum gegen den Innenminister", „Aufhebung der Kürzung der sozialen Versicherungsrenten usw." Die Regierung wird ersucht, bei der Reichsregierung mit allem Nachdruck die Aufhebung der mit Notverordnung vorn 14. Juni 1932 erfolgten Kürzung der sozialen Versicherungsrenten (Invalidenrenten, Unfallrenten und Angestetttenrenten), Dersorgungsbezüge und der Leistungen der Arbeitslosenversicherung zu fordern. Die Kreisdirektoren und Oberbürgermeister als Leiter der Hessischen Bezirks- sürsorgeverbände sind anzuweisen, daß eine erneute Herabsetzung der jetzt bereits ganz unzulänglichen Richtsätze für die allgemeine und gehobene Fürsorge nicht mehr erfolgt. „Aufhebung des Verfassungsfeiertages" und ein kommunistischer Mißtrauensantrag gegen die Gesamtregierung.
Der 21elteftcnrat hat d i e Redezeit für die Fraktionen auf eine halbe Stunde, für die übrigen Gruppen auf 10 Minuten festgesetzt.
Abg. Keil (K.) protestiert gegen diese Beschränkung der Redezeit und dagegen, daß zahlreiche kommunistische Anträge nicht bereits auf die morgige Tagesordnung gesetzt worden sind.
Präsident Dr. Werner verweist darauf, daß die Anträge gemäß Geschäftsordnung behandelt werden und schließt die Sitzung um 15 Ühr.
Anschließend konstituieren sich die einzelnen Ausschüsse des Landtages.
Oie neue Lage.
Die Möglichkeit einer schnellen Lösung.
Darmstadt, 7. Juli. In politischen Kreisen hat der heutige Beschluß des Aeltestenrates, bereits am Freitag die nach der Dersastung vorgesehene Wahl des Staatspräsiden- t e n vvrzunehmen, starke Tleberraschung ausgelöst. Wenn man auch damit rechnete, daß nach den Reichstagswghlen die Frage der Regierungsbildung zwischen Zentrum und Rationalsozialisten in Hessen unbedingt einer Klärung unterzogen werden mühte, weil der gegenwärtige Zustand einer geschäftsführenden Regierung Wohl von keiner der Parteien, die in der Regierung


