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Aristide Briand gestorben.

Oie letzten Stunden.

Pari», 7.2Häry (1DIB.) »rifübe Brianb isl heule um 13.30 Uhr französischer Zeil in seiner Wohnung in bet Avenue Kleber gestorben.

Brianb war am 28. Jebruar von seinem Landsitz Löcherei nach pari» zurückgekehrt und Halle dort seine seil mehreren Zähren nichl mehr benutzte Woh­nung bezogen. Seine Herzte hallen seine Rückkehr nach Pari» oeriangl. obwohl Brianb selbst sich ihr zunächst widersehle. Die Aerzte fohlen die Rückkehr nach pari» al» eine (Etappe vor der Un­terbringung in einem Krankenhau» in» Auge. Gleich bei seiner Ankunft in pari» mutzte stch Brianb ; u Bett begeben Vie Wohnung bürste von Jremben nicht betreten werben. Bi» Donners­tag hat man, obwohl bet Schwachezuslanb Brianb# zu lebhaften Besorgnissen Anlatz gab, nicht an einen so raschen löblichen Ausgang gedacht. Ge­stern nachmittag oerschlimmerle sich bet Zu- stanb be» Kranken unb seine Schwäche nahm so zu, dotz keinerlei Hoffnung mehr bestaub.

Der Arzt, ber Brianb bchanbelte und bei seinem lode anwesenb wat, vr. Lmery, hat erklärt, batz Brianb an einer Lungen- unb Gehirn- geschwuIst (Oebem) gestorben ist Ich bin, fo erklärte vr (Emmerich, heule um 10 Uhr zu Brianb gegangen, um lhm feine tägliche Einspritzung zu machen. Brianb saß in einem L e h n st u h l in feinem Zimmer unb schien niebergeschlage- ner zu sein al» gewöhnlich. (Er befanb sich i n einer A r t von Dämmerzustand. Um 12 Uhr telephonierte Brianb noch mit einem Jreunbe. Kurz noch 13 Uhr hat er ohne Leiben sein Leben ausgehaucht.

Wenige Wochen vor Vollendung feines 70. Le­bensjahres er war am 28. März 1862 in St. Na- Zaire geboren ist Brianb in Paris dem Leiden erlegen, das ihn bereits im vergangenen Jahre wie­derholt aufs Krankenlager geworfen hatte. Als er im vorigen Sommer in Berlin weilte, -hatte er sich non einem ersten schweren Anfall seines Herzleidens noch kaum erholt, und wer den alten Fechter zuvor auf der Kammertribüne oder in der Völkerbunds- Versammlung mit der ganzen Lebhaftigkeit seines gallischen Temperaments als Redner gehört hotte, erkannte den stillen und gebeugten Greis kaum wieder

E l s m a l hatte er die Bürde des M i n i st c r - Präsidenten getragen, 25m a! ein M i. nifterportefeuille verwaltet, seit er im März 1906, in den Togen des Kampfes um die Trennung von Staat und Kirche, von Sarrien zum erstenmal als Unterrichtsminister in ein Kabinett be­rufen worden war. 1909 war er als Nachfolger ClLmenceaus Ministerpräsident geworden. In der Folge amtierte er unter Poincare, Biviani und nach dem Kriege unter Leygues, Painleve und anderen. Bei Kriegsausbruch war er Iustizminister, vom 29. Oktober 1915 bis 7. Mörz 1917 selbst M i. nisterpräsident. Damals betrieb er die Salo­niki Expedition gegen den Willen Eiemenceaus. Auf der Ko nferenz von Tannes, wo er zum erstenmal nach dem Krieg international in den Dor- bergrunb trat und von Poincarö gestürzt wurde, zog er sich drei Jahre lang vom politischen Leben zurück auf sein Mustergut T ocherel in der Normandie, das er bis zu seinem Tobe zärtlich liebte. Denn seine Tierliebhaberei und der Angel­sport waren die einzigen Vergnügungen, die sich der alternde Junggeselle gönnte, und aus denen er, neben geistreichen Unterhaltungen, immer von neuem die Kraft für seine Arbeit Zog Mit schwin- benber Gesundheit trat sein politischer Einfluß in

den Hintergrund. Sein mißlungener Kampf um b i c Präsidentschaft im Vorjahre war sein letztes markantes hervortreten.

Staatsbegräbnis für Briand.

larOicu und Laval int Ltcrbeziniincr.

Pari», 7. März. (WTB.) Aristide Brianb ist in einem* Zimmer seiner Pariser Wohnung vorläufig aufgebahrt worden. Als erster ver­neigte sich Ministerpräsident T a r b i c u vor der sterblichen Hülle seine» Vorgängers. ®r führte die Hand des Toten an seine Lippen, eine Geste, die nach ihm auch Laval, Malvv, Grumbach und Hennessy vollziehen. Die Trauerfeier in der Kammer findet morgen 15 Uhr statt. Außer dem Kammerpräsidenten wird Minister­präsident Tardieu reden, ber nicht, wie ange­kündigt, heute abend nach Gens fahren wird. Der M i n i ft e r r o t, der, wie angekündigt, heute nachmittag unter bem Vorsitz Doumer « zu- fammentrat, beschloß im Einvernehmen mit den Angehörigen des Verstorbenen, 'Brianb burch ein Staatsbegräbnis zu ehren. Die Bei- sehungsfeierlichkeiten werden am SamStag- nachmittag stattfinden. Die Leiche wird am 10. März in das Außenministerium übergeführt und in einer Totenkapelle aufge- bahrt werden. Dort kann das Publikum dem Toten die letzte Ehre erweisen. Am Tage der Bei­setzung selbst wird man die Leiche im Garten des Außenministeriums vor dem Eingangsgitter des Quai d'Orsays aufbahren. Der Ministerprä­sident wird in Anwesenheit des Diplomati­schen Korps dieTrauerrede halten. Dann wird der Trauerzug den Sarg zur provisorischen Gruft auf den Friedhof in Passy geleiten. Dort soll die Leiche beiaeseht werden, bis die Ueberführung nach Eocherel erfolgt, wo Brianb nach seinem Willen beerdigt wird.

Oos Beileid ber Reichsregiei-ung.

Paris, 7. März. (WTB.) Der deutsche Geschäfts- träger Botschaftsrat Dr. Forster hat dem Gene­ralsekretär am Quai d'Orsay Berthelot das Bei- leid der Reichsregierung zum Ableben Briands zum Ausdruck gebracht Der Reichskanzler hat an den französischen Ministerpräsidenten Tardieu das folgende Beileidstelegramm gesandt: Mit tiefer Erschütterung empfange ich soeben die Trauernach- richt vom Ableben Aristide Briands und beeile mich, im Namen der deutschen Regierung der französischen Regierung aufrichtigstes Beileid zu dem schweren Verlust auszusprcchen, der bas ganze französische Volt betroffen Hal. Neben ber persönlichen hoch- schatzung, die ich für den großen Staatsmann emp­finde, betrauere ich mit ber deutschen Regierung in ihm den Mann, dessen Streben es war, die Ver­ständigung zwischen unseren beiden Völkern zu för­dern und der Idee des Friedens in der Welt zu bienen.

Pressestimmen zum Tode Irlands

Paris, 7. März. (WTB.) 3n einem Rach- ruf auf Brianb betont der .,Temp s". es sei ntchl Brianb» Fehler gewesen, wenn feine Po­litik nicht alle Ergebnisse zeitigte, die man mit Recht von ihr erwarten könnte, unb wenn die friedliche Entwickelung zunächst nicht so sich auswirkte, um die Durchführung des großen Gedankens einer europäischen Union, wie Brianb sie vor zwei Jahren vor­schlug. zu ermöglichen. Mit dem Tode Briands gehe eine ganze Periode der Rachkriegszeit zu Ende, aber die Politik, der er seine Seele gab. bleibe, weil sie die Politik Frankreichs sei. ..Petit Parisien' schreibt: Man wird auf den Grabstein die Ehrung Chamberlains fetzen können:Brianb war der Größte der Franzosen und der Größte der Europäer".

war als die Verschleierung des bisher von uns vergeblich geforderten Ost »Locarno.

Diese Politik Briands ist konterkarriert worden, einmal von Deutschland aus mit bem Plan ber Zollunion; unb bann aus innerpolitischen Grün- den von der französischen Rechten her und durch die Ungeduld unb ben Ehrgeiz seiner Schüler, eines Laval, eines Tardieu. Dabei hat die deutsche Zollunionspolitik zweifellos beigetragen, die Position Briands zu untergraben. Als dann im Sommer vorigen Jahres der internationale Zu­sammenbruch kam, in dem nicht nur die deuljche Zollunionspolitik, sondern auch die aggressive franzö­sische Währungspolitik zusammenstürzten, erschlugen ihre Trümmer auch Briand, ihn, den wenigstens an ber Währungspolitik Frankreichs keine Schuld traf. Das ist, geschichtlich gesehen, tragisch. Briand hat sich davon politisch nicht wieder erholt. Den Versuch, innenpolitisch neues Terrain zu gewinnen, beendete ber Tod.

Von feinen Schülern hat niemand das diplo­matische Genie Briands. Weder die Jdeenfülle, noch die Beredsamkeit, die großen Verführungskünfte Briands stehen ihnen zur Verfügung. Sie alle können noch nicht so sprechen, daß sie international gehört werden. Von ihnen allen ist zu fürchten, daß sie sich ähnlich wie Poincarä in Sackgassen ver- rennen. So gefährlich Briand für Deutschland war denn natürlich hat auch er niemals an Gleich­berechtigung für Deutschland gedacht, wollte auch er nicht vom Versailler Vertrag herunter; er wollte nur die durch diesen Vertrag begründete Herrschaft Frankreichs mit leiserer Hand ausüben als Poincare ober jetzt seine Nachfolger so gefähr­lich also Briand war, wir werben den austunfis»

reichen Diplomaten noch vermissen, es wird wieder hart auf hart gehen Aber auch wir brauchen noch Zeit, ehe wir mit Widerstandspolitik siegen können.

Uns in Deutschland hat ein Brianb gefehlt Aber er wäre ja nicht denkbar in Deutsch­land. Ein solcher Fall ist vielleicht überhaupt nur in Frankreich möglich, in diesem Frankreich, das nicht nur. als es feudal und monarchisch war. sondern auch in seiner republikanischen Zeit immer wieder seine politische Aristokratie neu geschöpft hat. Briand - und wievicle außer ihm noch stammte aus kleinsten Verhältnissen. Sein Vater warGastwirt" in Saint Ra-aire, der kleinen bretonischen Stadt; ein gefälliger Gastwirt. Briand selbst wurde als junger An­walt wegen seines Lebenswandels aus dem An­waltsstand ausgeschlossen. Er ist dann den Weg des Redakteurs gegangen, des Arbeiter-Redak­teurs. über den Arbeiterdeputierten, den Sozia­listen, durch die oerie der politisch schillernden Fraktionen der Kammer hindurch bis zur Höhe bes parteilosen Staatsmannes, der mit Links und Rechts konnte. Der Rordfranzose sicherlich mit germanischem Einschlag ber Rormone mit cant, schließlich der Pariser, ber Schriftsteller, der Redner, ber Diplomat und alles das a u s Passion. Er war der Repräsentant der politischen Welt Frankreichs, einer Welt, die Leistungen mißt, die weiß, was politische Klasse ist, unb bic nicht nach ben Examina unb den Titeln, nicht nach bem Parteibuch unb ben Be­währungsfristen als Bonze fragt. Einer Welt, ber das deutsche politische Leben noch lange nicht gewachsen ifu

Randnoten.

3m Wahlkampf um bic Reichsprasidentschatt spielt bic Behauptung eine große Rolle. Feld inarschall v. H i n d c n b u r g sei zu alt, um noch länger an der Spitze des Reichs zu bleiben Ein paar geschichtliche Erinnerungen sollten ge­nügen, diese Behauptung zu entkräften. Kaiser Wilhelm I., Bismarck und Moltke. Goethe. Kant unb Carlyle. Edison unb Graf Zeppelin sind nur ein paar Manner aus der großen Reihe derer, die noch im achten Jahrzehnt ihres LebenS auf der Höhe ihrer körperlichen unb geistigen Frische standen. Und daß ber Feldmarschall o.$in ben bürg babei keine Ausnahme macht. daS beweisen zahlreiche AuSfprüchc. die Hindenburg gerade in den letzten Wochen zu denen tat, die dienstliche Anliegen an ihn hatten oder bic ihn besuchten

Als Hindenburg sich zur Annahme der Kandi­datur entschlossen hatte, wurden ihm mehrere von hohen Beamten und Ministern versahte Auf­rufe vorgelegt. von denen er einen als seinen eigenen unterschreiben sollte. Deralte Herr" versenkte sie alle schmunzelnd in seinen Papier­korb, setzte sich hin und schrieb mit seiner großen, klaren Schrift jene bekannten wenigen Zeilen nieder, die in ihrer Klarheit und Wucht unüber­trefflich sind, unb bic seine Persönlichkeit unb seine Kraft fiar widerspiegeln Einem Politiker, ber ihm bic Gründe für die Haltung der Partei zu erklären versuchte, entgegegnete Hindenburg: .3 ch höre immer nur Partei, aber nicht Vaterland" Bei dem Gespräch mit einer vor wenigen Tagen empfangenen Abord­nung fiel daS Wort, man solle es dochunter­lassen. die Lüge zum politischen Al­liierten zu machen". 3n demselben Gespräch sagte er:Es wird heute viel von Opfern ge­redet. 'Die Leute verwechseln dabei ihre Ps licht mit Opfer!" Kann man von einem Mann, der solche Worte prägt, wirklich ernst­haft behaupten, er wäre ..zu alt"?

Auch Adolf Hitler ist ber Auffassung, baß Hindenburg zu alt sei. Er hat im Berliner Sportpalast u. a. folgendes erklärt:Alter Mann, Du bist unS zu verchrungswürdig, als daß wir es dulden könnten, daß sich hinter Dich diejenigen stellen, die wir vernichten wollen. So leid es uns tut. Du mußt zur Seite treten, denn die anbern wollen den Kampf und wir wollen ihn auch." Hitler tut also so. als ob für die anderen Hindenburg nur eine Sache fei, die sie als Schirm und Schutz vor sich hinstellen, nicht aber ein selbständiger Mann, der weiß, was er tut. und der bic Verantwortung für das zu tragen bereit ist. was ihm die Pflicht zu tun auserlegt. Hitler aber schreibt an diesenalten Mann" einen offenen Brief, und fordert von Hindenburg, daß er selbst bei jenen für eine ritterliche Kampfesweisc sorge, auf die Hinden­burg keine Einwirkungsmöglichkeit besitzt. Beides widerspricht sich. Hitler würde an Hindenburg keinen Brief schreiben, wenn er wirklich der Meinung wäre, daß der alte Herr keine eigencMeinung und 3nitiativc mehr habe. Daß er ihm einen solchen offenen Brief schreibt, beweist, daß auch Hitler genau weiß, daß Hinden­burg selbständig denkt und handelt, und nicht nur immer unterschreibt, was bic anderen ihm vorlegen. Wenn man ritterlich kämpfen will, dann muß man anerkennen, daß das Alter keine Rolle spielt, bann muß man bie Persönlichkeit teerten unb b c Kraft, bie von einem Manne ausgeht.

Die Entscheibung über die Präsidentenwahl hat sich in den letzten Wochen politisch so stark in den Vordergrund geschoben, daß sie alles andere beherrscht Wir haben darüber ganz ver­gessen, daß ja bis um die 3ahrcswende herum als eigentliche Krastprobe auch von der natio­nalen O.Position herdiepreuhischenLand- tagswahlen in Aussicht genommen waren, bie spätestens am 20. Mai stattfinden müssen. Deutschnationale und Rationalsozialisten wollten hier zum großen Stoß ansehen, der das System Braun über ben Haufen werfen und die Wei­marer Koalition zum Zusammenbrechen bringen sollte. Der Erfolg war ihnen von vornherein gewiß, denn die Regierungsmehrheit, mit der das Kabinett Braun arbeitet - - ober man muh wohl eher sagen, sich am Ruder hält beträgt ganze sechs Stimmen. Die Verschiebung aber, die innerhalb ber Wählcrschichten inzwischen eingetreten ist. muß unter allen Umständen auch eine Umgruppierung der Fraktionen bringen; bei Den Regierungsparteien vornehmlich auf Kosten der Staatspartei unb ber Sozialdemokraten. Das Kabinett Braun wird allo nach den Wahlen eine Mehrheit im Landtag nicht mehr haben.

Trotzdem glaubt cs nicht daran, daß es ab­treten muh. sondern klammert sich an die Hoff­nung. daß ebenso wie in Hamburg, Sachfen unb geffen bic Bildung einer anderen Blcbrbeit ni<$t möglich sein wird, daß also das Kabinett als geschästsführende Regierung noch 3ahr unb Tag am Ruder bleiben kann. 3c stärker bic Mißerfolge ber Re- gierungspartcien bei den Wahlen find desto geringer ist natürlich bie Aussicht auf eine solche Verl.'genhcitslösung. Gerade deshalb aber ist den Sozialdemokraten bie starke Aktivität, wie sie die Rationalsozialisten bei der Präsidentenwahi entfalten, sehr willkommen, bie Opposition toirb babur$ nicht nur finanziell geschwächt, fonben, au<h. wenn Hitler nicht gewählt wird, psycholo­gisch. Die preußische Regierung beobachtet allo mit einiger Freude die Entwicklung dcS Wahl- lampfes.

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Dienstag. 8. Hlärj 1952

182. Jahrgang

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Kein Zweifel, daß Briand einer der größten Staatsmänner Frankreichs gewesen ist. Die Ge- chchte wird ihm seinen Platz anweisen in der ^-rihe der großen Staatsmänner und Diplo- rieten, die mit Richelieu unb Mazarin anhebt, kitt Tayllcrand unb Thiers sortsährt unb kaum kit Brianb abgeschlossen sein dürste. 'Aber schon [tiefe Rebcneinanderstellung beweist, _ daß 3 eutschland keinen Anlaß hat, des Staats- n<nnes unb Ditzlomaten Brianb mit Dcsühlcn ie'onbcrcr Dankbarkeit zu gedenken. Briand war ttt feinem Wesen und in seiner Politik so fran- -v-'isch wie irgcnbmöglid), dabei auch in der 37etbobc sehr viel französischer, als die tete :vree eines Poincare. Briand hat sich bic für jnanlrcid) nach dem Abbruch des Ruhrkriegs 3«rtlos gewordenen Kriegspositionen unendlich teuer bezahlen lassen: die Ausnahme tschlands in ben Völkerbund mit dem Vertrag Locarno, welcher Frankreichs Westgren- bestätigte nnb einen freiwilligen Kriegs- 'erzicht Deutschlands in sich einschloh; das Rhein- 'Ub durch den Dawesplan bzw. den Soung p I an. Briands Absicht war es, sich -iies Tages auch die undurchführbar werdenden Reparationen abkaufen zu lassen. Sein Kon- iOt dazu war bic 3dee der ..Vereinigten Staa-

Europas", die in Wirklichkeit nichts anderes

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tatnbfe um tue erwartet. 3etzt kommt überraschend b e Todesbotschaft.

Wenn es auch richttg war, daß Briand am Jnbe seines Lebens vereinsamt war, daß ber Kreis seiner Freunde sich sehr verengt hatte -- waren doch viele zu Laval oder gar Tardieu ühergelaufen - so war Brianb doch noch im­mer eine Macht und wurde gefürchtet. Tar- b cu kann aufatmen. Sie alle, Dardieu, Laval jub Aerriot, welche seine alten Anhänger und lEX'nfalld seine Schüler waren, hatten 'btianb gegenüber einzweideutigesSpiel gespielt, schon bei ber Wahl zum Präsidenten bet Republik im 3uni vorigen 3ahres, als sie in ersten Wahlgang ber Rationalversammlung gen ihn stimmten. Trotzdem entschloß sich Tnanb, sein Portefeuille im Ministerium Laval beizubehalten, bis er endlich im Januar, als durch ben Tod Maginots eine Umbildung des ersten 3 ab inet 16 Laval notwendig wurde, von Laval herausgedrängt wurde.

Daß die Rechte, bic auf Poincare schwor, Bri- rxb haßte, versteht fid): obwohl es Poincarö lor, der in das von ihm im August 1926 gebit- belc Konzentrationskabinett Brianb als Auhcn- Tinifter übernahm, unb sich mit dessen Locarno- Pilitit einverstanden erklärte. Während des Mi- nHeriums Poincare-Briand ereignete sich der Üntritt Deutschlands in den Völkerbund, fand b< Unterredung Briands mit Stresemann in khoiry statt. Auch bei der Reubildung des Ka- ductts Poincare im Rovember 1928 blieb Bri­oni Außenminister. Diese Tatsachen, können als Deweis dasür dienen, daß gerade Poin- lar e die Außenpolitik Briands als richtig an­erkannt hat. Poincarä dürste eingesehen haben, bif) seine Politik, die zum Ruhrkampf 1923 führte, flikbeitert war, er dürfte wissen, was Frank­reich tatsächlich Briand schuldig ist: daß allein Brianb es aus der 3f olierung der 3ahre 1*123 24 herausmanövriert hat. Briands .Friedenspolitik" gab Frankreich in den Augen ber ganzen Welt bic Führung wieder. Erst bie ton Laval und Flandin betriebene interna- ton alc Währungspolitik hat Frankreich die von Brianb geworbenen Freundschaften wieder gc- tiubt

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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großer Franzose

.| Von Dr. Walther Schotte.

Als CRrianb Anfang 3anuar den .Qual d'Or- Jtt) ne^ließ, wo er seit April 1925 saft ohne ||llntcrbreyf)ung die Außenpolitik Frankreichs bc- jJtaut ha ste, rechneten seine Freunde mit seiner Rbolbtgcn*( Wiederkehr. Rr>ch vor wenigen Tagen

Die lÄachricht, daß er sich auf seinem Land- put in b^rr Rormandie gut erholt unb seine