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nt. 32 Zweiter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Dderhessen)Montag, 8.5ebruar (932

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Fußball der Giehener Mannschaften.

Der Spielbetrieb de« gestrigen Sonntag- war nicht alkzu umfangreich Da- Spiel der Liga bes DfB. gegen die Borussen von Fulda, daß mit dem erwarteten Sieg der Borussen von 5:0 Toren endete, sand viel Interesse. Die Zuschauer wur­den Zeuge eine- spannenden Kampfes Da- Spiel der Ligareserven M DIB und der Spielvereini- gung 1900 fiel aus Die 3. Mannschaft de- VfB. trat gegen die 1. Mann'chast von Flensungen an und gewann mit 7:1. Die 1. Jugend hatte die 1. Jugend vorn Sportklub Wehlat-Biebergirmes au Gast und spielte unentschieden 1:1. Die Hand- ballrnannschast de- BsB. konnte gegen die 1. de- Turnvereins Durlhard-selden ein Unentschieden von 4:4 halten

Da- FaschingS-Scherzspiel aus dem Sportplatz an der LicbigShöhe wurde von den ..Ameri­kanern" mit 4:2 gewonnen Die kleineren Chinesen hatten das Bachsehen. Die Mannschaften der Spielvereinigung waren spielfrei.

Fußball in Hessen-Hannover.

Borussia Fulda und Göllingen 05 Gruppenmeisler.

Die Spiele der Sonderklasse in Hessen-Hannover brachten fast durchweg die erwarteten Ergebnisse. In der Sübflruppc sicherte sich Borussia Fulda durch einen .'»lO-Sieg über den DfB. Gießen die Meisterschaft endgültig. Die Borussen liegen mit 4 Punkten Borsprung klar in Front und sind nicht mehr einzutzolen. An zweiter Stelle folgt Germania Marburg mit 22:12 Punkten vor dem SC 03 Kassel mit 20:10 Punkten. Germania Marburg schlug Germania Fulda unverdient mit 2t0. Kur- dessen Marburg unterlag gegen die Kasseler Kur- Hessen mit 2:3 und Horas schlug Ockershousen 5:2.

Auch in der Nordgruppe ist Göttingen 05, das im Lokalkampfe die Göttinger Sp. Vg. 3:1 schlug, mit 30:2 Punkten die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen. Weit zurück folgen Spielverein Kassel mit 24:12 und Sport Kassel mit 21:9 Punk­ten Sport schlug Spielvcrein mit 6:3 unerwartet hoch.

Süddeutsche Endspiele.

Eintracht und Spielvereinigung in Führung.

Mit dem gestrigen Spieltag gab es bei den Kämpfen um die süddeutsche Meisterschaft die erste Klärung. In der Abteilung Bordwett liegt die favorisierte Frankfurter Eintracht allein an der Spitze, während in der Abteilung Südost die Spielvercinigung führt, ebenfalls mit Punktvor­sprung die Führung innehat.

In der Abteilung Bord west müßte eS aller­dings schon mancherlei Ileberraschungen geben, wenn die Franksurter Eintracht ihrer Spitzenstel­lung verlustig gehen sollte. Diesmal hatte der Frankfurter Meister den HessenmeistSr Wormatia WormS au Gast, der mit 4:2 an die Ileberlegcn- heit der Platzherren glauben mußte. Etwas eigen­artig verlief beft Spiel in Waldhof zwischen Waldhof und FSB. Frankfurt. Obwohl die Frank­surter die technisch bessere Mannschaft stellten, wurden sie mit 4:0 geschlagen. Mainz 05 er­kämpfte sich gegen den BfL. Beckarau einen ver­dienten 4 :2-Sieg. FK. Pirmasens verlor in Saar­brücken gegen den FB. Saarbrücken mit 6:4.

In der Abteilung Süd ost überraschte die Höhe de« Fürther Sieges. Daß sich München 1860 von der Sp. Bg. Fürth mit 7:1 niederlantern lassen würde, hatte niemand erwartet. In Karls­ruhe gab es dagegen das beinahe traditionell gewordene plnentschieden des badischen Meisters. Die-mal lautete das Resultat zwischen dem Karls­ruher FB. und dein 1. FC.Bürnberg 2:2. Sehr flut hielt sich der FD. Rastatt, der dem spiel­starken FC. Pforzheim ein sehr beachtenswerte- Unentschieden abtrotzte. Das Treffen der beiden Mannschaften verlief torlos. Bayern München

hatte den BfB. Stuttgart zu Gatt und kicherte sich mit einem 5 2»Sieg den Anschluß an die Tabellenspitze.

Aach der Adler-Plakette den HindenburgpreiS.

Jleue Auszeichnung Groeahoif».

Der vom Reichspräsidenten für das Jahr 1931 gestiftete Preis zur Forderung des Segelfluge», bc sichend aus einem silbernen Pokal und einer Zu satzprämie, ist vom Preisgericht Günther G r o c n hoff in Frankfurt a M. für seine verschiedenen hervorragenden Segclfliige des Fahre» 1931, insbe­sondere für seinen bekannten Gcwitterflug von 27 "> Kilometern von München nach Kaaden (Tschecho­slowakei) im Ma, 1931 und für seine ausgezeich­neten Leistungen während des Rhon-Segelslugwett bewerbe- 1931 zuerkannt worden. Bekanntlich ist (Broenboffe B sflug von der Wanerluppe

nach Meitzendorf bei Magdeburg al» internatwna- ler Streckenrekord (220,70 Kilometer) und als deut­scher Höhenrekord (2050 Meter über Startstelle) anerkannt worden.

ZriedelOeuber gewinnt denGlalomlauf

Bei den internationalen ZID-Bennen in Eor- ftna d Ampezzo gab eS am Freitug einen schönen deutschen Srsolg. Der Berchtesgadener Friedel Deuber konnte den S l a l o m l a u s. der in 2500 Meter gestartet wurde und ein Gefälle von über 700 Meter hatte, in 1:26.1 qrw nnen. 2ll6 nächste kamen der Salzburger Meister Hauser und der Schweizer Otto Furrer ein.

Der aus dem Slalom- und Absahrtsiaus be­stehende Kombination-laus der FIS- Rcnnen wurde von dem Schweizer O. Furrer gewonnen. Bester Deutscher war Martin B e u - n e r - Partenkirchen, der aus dem 8. Platz endete.

III. Winter-Olympiade.

Bei den Olympischen Winterspielen in Lake Placid gab e- als Folge deS Massenstart- im Eisschnelläufen ernste Differenzen. Die benach­teiligten Skandinavier legten Proteste ein und die Rennleitung schritt zur Disqualifikation eini­ger Läufer, die gegen die Bestimmungen verstoßen hatten. Da nun die Kanadier die Zurückziehung ihrer Meldungen ankündigten, entschloß man sich, die Dorläuse über 10 000 Meter zu wiederholen. Den ersten gewann wiederum Hurd-Kanada' in der olympischen Rekordzeit von 17:56.2 und im zweiten siegte der Amerikaner Iassee in 18:05,4.

Im olympischen EiShockeyturnier spielte Deutschland gegen den Favoriten Kanada und wurde 4:1 (2:0. 2:0, 0:1) geschlagen. Den Ehrentresser erzielte zwei Minuten vor dem Ab- psiss Iänecke. Die Mannschaft war noch stark er­müdet vom Schaukampf gegen den Lake-Placid- Club am Abend vorher und lief nicht zu ihrer Höchstform auf. In den Schaukämpsen waren die Kanadier von einer Studentenmannschast 2:0 und die Deutschen von Lake Placid 5:0 besiegt worden.

Kurze Gportnottzen.

B e ft t a f t wurde der deutsche Kunstlaufmeister Majer-Labergo, der auf Anraten seines Betreuers Biedermeyer (München) bei den Europameister­schaften in Pari- nicht angetreten war, mit vier Wochen Sperre, während Biedermeyer auf Le­benszeit als Kampfrichter disqualifiziert wurde.

Ausscheidungskämpfe für die deutsche Olympia-Mannschas t im modernen Fünfkampf werden Ende Mai und Ende Iuni in Berlin stattfinden.

Bei den Olympischen Winterspie­len in Lake Placid holte sich Amerika im 1500.

Meter-Laufen die dritte Goldmedaille durch einen Sieg von Iohn Shea in 227,7 Minuten vor Hurd unb Logan (Kanada).

Deutsche Mei st er im Hallentennis wurden: ßanbm Paris (Herren), Hilde Krahwinkel Esten (Damen-Einzel), Hilde Krahwinkel Dr. Des- sart (Gemischtes Doppel), Hilde Krahwinkel Aenne Pcitz (Damcn-DoppeU, Dr DessaN-Hamburg vest- berg Schweden (Herren-Doppel).

BobDeutschland I" mit Kilian am Steuer, stellte im Training auf der olympischen Bobbahn in Lake Plac,d mit 1:51,3 Mm. für die 2350 Meter lange Strecke einen neuen Bahn­rekord auf.

Der Hochspringer GeorgeSpitz (USA ) stcllte bei einem Hallensportfest in Neuyork mit I 2,<>2 Meter einen neuen Hallen-Weltrckord im Hochsprung auf.

Dberbeffen.

Gemeinderaissihung in Lich.

D Cid), 6. Febr. Zu Beginn der jüngsten. G c - meinderatssitzung gab der Vorsitzende be­kannt, daß durch den Minister für Kultus und Bil dungswesen die Teilung der S ch u l st e l l e n in Rormalftellen für das Schuljahr 1932 nach dem Stande vom 10. Mai 1931 in der Weise erfolgt ist, daß aus 48 Schüler eine Aormalstelle entfällt. Die Schuler^ahl der Volksschule Lich habe an dem genannten Stichtag 339 betragen. Daraus ergäben sich 7 Normalstellen und 1 Mehrstelle. Lich habe 8 Lehrerstellen. Für diese Mehrstelle sei im neuen Schuljahr ein Betrag von 1500 Mark (im Vorjahre 1000 Mark) von der Stadt Lich an die Staatstaste zu zahlen, andemialls die Stelle auf- gehoben werde Der Gemeinderat beschloß einstim­mig, .zur Erhaltung dieser Stelle den Betrag von 1500 Mark zu bewilligen.

Die Maulwürfe haben in den trockenen Wie- sengründen der Gemarkung Lich derart überhand genommen, daß größere Schäden an den Wiesen entstanden sind. Auch die Wühlmaus macht sich unangenehm bemerkbar. Der Gemeinderat stimmte einem Antrag zu, für jeden abgclieferten Maulwurf eine Fangprämie von 20 Pfg. und fürjebe Wühl­maus eine solche von 50 Pf. aus der Stadtkasse zu gewahren.

Seither wurde für die Benutzung de» städtischen Leichenwagens bei Ueberlanb- führten von hier wohnhaften Personen eine Be­nutzungsgebühr von 25 Pf. pro km und von aus­wärts wohnenden Personen eine solche von 50 Pf. pro km erhoben. Auf Antrag beschloß der Gemeinde­rat, ab 1. Januar d. I. im ersteren Falle keine Gebühr mehr zu erheben und im letzteren Falle die Gebühr auf 10 Pf. pro km zu ermäßigen

Landkreis Gictzen.

g. Klein-Linden, 6. Fobr. Der Gesang­vereinHarmonie" hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. Der 2. Dorsihende W. Germer III. gedachte zunächst des verstorbenen Mitgliedes Philipp I u n g und erstattete sodann den Bericht über da- abgelaufene Geschäftsjahr. Der Verein hat iin Iahre 1931 eine rege Tätig­keit entfaltet. Unter der Leitung des Dirigenten Lehrer Knoche (Klein-Rechtenbach) beteiligte sich der Verein mit gutem Erfolg am WertungS- singen des Gaues Gießen-Stadt und -Land. Die Gesangsstunden waren im allgemeinen gut be­sucht. Die Rechnungsablage gab zu keinerlei Be­anstandungen Anlaß. Dem gesamten Vorstand wurde Entlastung erteilt und ihm durch die Wie­derwahl das 'Vertrauen zum Ausdruck gebracht. August Weller trat neu in den Vorstand cm. Die Versammlung faßte außerdem den Beschluß, dcn Beitrag herabzusetzen. Tie anwesenden Ehren­mitglieder (bisher beitragsfrei) haben sich bereit erklärt, zur Stärkung der Dereinsfinanzen eben­falls Beitrag zu entrichten.

+ Leihgestern. 6. Febr Nachdem kürzlich *tud. phil. C 11 von hier in unserem I u qe nd- verein einen interessanten Vortrag über da» Deutschtum im Ausland gehalten, besonders über den übcr ee-.saren Ländern, sprach letzt c.ind phil. Berghös e r aus Stockpeim in ses'elnder Weife über da- Laargeviet AI» Teilnehmer einer Weih» nachtssahn von etwa 120 Studenten, bie an die lande- für die Kinder Weihnachtsfreube. für die Alten ein S.ück Heimat bringen wollten, machte der Redner ausführliche Angaben über seine Er­lebnisse und Eindrücke Der Vortrag wurde mit großem Interesse ausgenommen.

o Leihgestern, 6. Febr. Dieser Tage sand ; hier ein Vortragsabend durch die Landwirt ictzaftsamtsauhenstelle Butzbach statt. Landwirtschaft»- cstesfor Dr. Schmitt berichtete über die Ergeb­nisse eigener dienstlicher Anbauverfuche von Ge­treide- Hackfrüchten und Kleearten im Sinne einer Sortenvereinheitlichung, wie sie den Boden- und Klimaverhaltnissen unserer Gegend entspricht An­schließend gab Landwirtschastsrat Dr Dien |t un- terTagesfragen aus den bäuerlichen Betrieben" eine gedrängte Uebersicht über Maßnahmen zur Senkung der Produktionskosten bei der Vichhal tung, Ackerbestellung, Futterkonservierung und beim Wiesenbau. Mit großem Interesse wurde hierauf der Film von der vorjährigen Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts Gcfellschast aufgenom- men, der erstklassiges Tiermaterial und hervor­ragende Leistungen im Reiten und Fahren zeigte. Rach einer anregenden Aussprache dankte Iung bauer Karl Faber im Rainen der Versammlung.

Watzenborn-Steinberg, 6 Febr. Der hiesige Verein der Geslügelsreunde hielt seine erste Lokalschau ab. Die Art-- Stellung war mit Groß- und Zwerggeflügel. Tauben und Kaninchen beschickt, da der Verein vor kurzem auch die Kaninchenzucht in sein Pro­gramm ausgenommen hat. Als Preisrichter fun­gierten Herr Ortheim, Echzell, für Geflügel, und Herr Gerhard, Kirchgöns, für Kanin­chen. Für die Ausstellung waren sehr schöne Eh­renpreise geftiftet. Folgende Züchter wurden aus­gezeichnet (soweit hinter dem Barnen deS Züch­ter- keine Zahl angegeben ist. erhielten die Aus­steller je Linen Ehrenpreis): Geslügel: 6 Cummer. WyandotteS weiß (2); B. Ruhl: Reichshühner schwarz, weiß: H. Gommer: Rhodeländer (2); W. Teurer. Rheinländer schwarz (2): K. Buß: Dominikaner, W. Schwind t: Italiener rebhf. (2), W. Hof: Italiener rebh.: K. Dern. Italiener silberf.: O. W e i ß : Italiener gelb; L. Schmi11: Italie­ner gestreift (2); K. Weist: Italiener gestreift: L. Dern: Italiener schwarz; O. Dama-ky: Italiener schwarz; O. Seipp: Brakes gvld. G. 3 u n g : Hamburger Silberlack; W. S ch w i n d t: Darneselder; K. Pitz: Leghorn. Zwerge: R. Andermann: Wtzandottes schwarz (2); O Dem: Sebright Bantam gold; K. B u st: Deutsche Zwerge goldf. Tauben H. Schmandt: Engi. Zwerg-Kröpfer, K. Weist: Brieftaube blau mit Binde Kanin­chen E Burger: Weihe Riesen (2); H. Werner: Ehinchilla Groß.

t Treis a b. Lda. 6. Febr., Bei der zweiten Brenn- und B u tz h o l z v e r tt e i g e r u n g in den benachbarten Staat-wäldern kosteten je 2 Raummeter Buchenscheit 16 bis 19 Mark. Buchenknüppel 10 bi« 12. Eichenscheit 10 bi» 11. Elchenknüppel 7 bis 9, Buchenreiser je 5 Raum­meter 10 bis 11. Fichtenstangen 1. Klasse 1.70 bis , 1.90. 2. Klasse 1.20 bis 1.40, 3. Klafte 0,80 bi« , 1,00 Mark. Buhholz war wenig gefragt.

tor. Odenhausen. 6. Febr. Bachdem in unserer Gemeinde in den letzten Iahren ni<bl» gebaut wurde, seht in diesem Iahre eine ziem­lich rege Bautätigkeit ein. Außer zwei Anbauten an Wohnhäusern entstehen zwei Ein- t samilienhäuser. Milten im Dorf wird ein großes - Bauernhaus errichtet. Zu sämtlichen Gebäuden wird der graue Lungftein verwandt.

Gießener Giadttheaier.

Mflhclburg, Redner, Hirsch: Tic tolle Lola "

Die zweite Faschingspremitre des Stadttheaters in dieser Saison heißtDie tolle Lola", Schwank- opcretlc in drei Akten nach Gustav R a b c l b u r g von Arthur IRcbner, Musik von Hugo Hirsch. Wer ben Hauvlanteil am Libretto bestritten hat, ist schwer zu entscheiden; der Icjrt ist nach bewährten Rezepten gemixt, bie Handlung mit allen Requi­siten eines publikumssicheren, heiteren Schlagers ausgestattet. Den Dialog hat man, vor allem in ben beiben ersten Akten, mit Geschick musikalisch auf- gelockert und an seinen Höhepunkten in Gesang unb Tanz umgesetzt bie Derbinbung zwischen typischem Schwank unb leichter Operette ergab eine hier schon des öfteren erprobte Mischung.

Fräulein Lola (Eornero, die als litelbelbin bem Stück einen zugkräftigen Flamen gibt, ist spanische Tänzerin am Variets, beren siibliche Leibenschaft auf zwei gutsituierte bürgerliche Herren im Zu­schauerraum bes Wintergartens tiefen Einbruck ge­macht hat. Durch biete, übrigens ziemlich lockeren Beziehungen wirb in her Familie ber beiben Harm- losen Lebemänner auf bie in Schwänken übliche Weise Verwirrung, Verwechslung, Unfrieden unb Aufruhr gestiftet. Da beibc Männer ausgesprochene Waschlappen unb ihre sreunblichen Ehehälften von äußerst streitbarer Natur sinb, entfesselt bas Auf­tauchen ber hartnäckig verliebten spanischen Donna eine Reihe von humoristisch ausgemünzten Rata- strophen.

Von bei'onbers nachhaltiger Wirkung erweist sich ber Mittelakt mit ber Begegnung ber beiden Kava- liere im eleganten Heim ber Lola Cornero; ba bie Schwiegermütter, welche ber vorgeblichenGeschäfts­reise" nach Naumburg nicht getraut hat, bem unter­nehmungslustigen Schwiegersohn nachgefahren ist, Tann man sich leicht oorfteUen, baß ihr Eintreffen im Hause ber Lola bie phantastische Krönung eines mit großen Tlittefn in Szene gesetzten spanischen Tanzes bildet.

Schwiegervater und Schwiegersohn haben zwar, umsichtig und erfahren, einen guten Freund mit ber Wahrnehmung ihrerGeschäfte" in Naumburg betraut; ihr Pech, baß gcrabc ht ber einzigen Nacht ihrer Abwesenheit bas vorher bestimmte Hotel bis auf ben Grunb abbrennt. Natürlich wißen beibe von nichts, bie Schwiegermama lieft es ihnen aus

ber Zeitung vor, unb ba ber vorgeschobene gute Freunb etwas verspätet heimkehrt, bleibt ihnen nichts erspart an peinlichster Verlegenheit, wilbestcm Schwindel und weiblichem Triumph.

Die Musik von Huao Hirsch ist nicht übertrie­ben originell, ober recht schmissig, melodiös unb ein prägsam gesetzt. Die wichtigsten Tanz, unb Gesangs- schlager, von Kapellmeister Walter Moe hl ge­schickt unb witzig interpretiert, während ber Pause auch ins Foyer übertragen, werben sicher balb po­pulär werden. Die Aufführung unter Hubs Regie hatte Humor unb fprubclnbcs Tempo und bewies aufs neue, wie glücklich sich unser Ensemble auch mit musikalischen Aufgaben abzufinben weiß, bie man an sich kaum von ihm verlangen kann. Herr ulke hatte bie tänzerische Leitung unb führte acht Girls seiner Tanzgruppe in abwechslungsreicher Aufmachung vor. Unter ben Bühnenbilbern von Löffler ist bie geschmackvolle neue Dekoration bes zweiten Aktes mit bejonbercr Anerkennung hervor­zubeben. Herr Keim sorgte für ftimmungsvcklle Beleuchtungseffekte.

Es wurde auf ber ganzen Linie sehr hübsch ge- spielt. Hub selber in der Rolle bes Hugo Benbler, war stimmlich in bester Form unb holte auch bar- stellerisch aus ber ihm vorzüglich liegenben Partie mit beweglichem Witz alle Chancen einer handfesten Schwankfigur heraus. Sein Tvrerotanz im Mittel­akt war eine Sehenswürdigkeit.

Lola Cornero: Edith Berger; üe versprach uns, einmal spanisch zu kommen, erschien gesanglich we­sentlich verbessert und spielte bie tolle Rolle mit sichtlichem Vergnügen unb natürlichem Tempera­ment. Ihr AntriUslieb vom süßen Mannequin, bie Duette mit HubEinmal nur im Jahre",Du kleine Fee",Ich bleib dir treu" waren elegant unb rassig gespielt, gesungen und getanzt.

Auch bas Schwiegerelternpaar, Frau 3 ü n g fing unb Herr Volck, zeigten sich ihren teilweise boch etwas ungewohnten Aufgaben überraschend gut gewachsen unb langen unb fpiclten jhre heitere Partie in bester Stimmung herunter. Sehr luftig: Herr Michel als eifersüchtiger Graf Darakoff auf russisch; er scheint auch gesanglich über recht brauch­bare Mittel zu verfügen. In kleineren Ausgaben bewährten sich Bruck (Gernau), Frl. Sachse (Tilly) unb Geiger als aufgeregter Impresario Duriano.

Es gab viel Beifall, zum Teil auf offener Szene, unb zahlreiche Wiederholungen. hth.

Aneldoten vom Mummenschanz.

Don Heinz Stequweit.

Die Ursprünge des Karnevals werden sich Wohl niemals gaiu erforschen lassen; ohne Zweifel wa­ren sie kultischer QTatur; denn im Schatten der Pyramiden fanden schon Maskentänze statt, wenn irgendein Rarnfes oder Thutmosis balsamiert wer­den sollte. Das alte Rom hatte seine tollen Pfeifertage, und die Lazzaroni in den Gaffen Beapels feiern feit Olims Zeiten mit viel Ge­klapper unb Gesang ihr Piedigrottasest. wobei allerdings die aus dem Barnen schon herzuleiten, den religiösen Hintergründe zu berücksichtigen sind. Sehr groß ist die Anekdotensülle, der man in der Chronik des Karnevals begegnet, und wiederum sind es die Höfe, die uns hier vom blutigsten Schaudern bis zur köstlichsten Heiterkeit am meisten zu erzählen haben.

Einer Hofintrige verdanken beispielsweife so­wohl D. F. E. A u b e r als auch Giuseppe Verdi den Stoff jener Opern, denen beide den gleichen Titel gaben.6in Maskenball!" Anders Li­bretto schrieb Eugene Scribe, Verdis Dichter war F. M. P i a v e. In beiden Werken lieht ein Herrschender die Frau seines besten Freundes, und beidemal stirbt der Verführer im Maskentrubel. Bei Verdi ersticht der Sekretär Renato den Gou. nerneur von Boston, bei Auber wird der Cchwe- denkönig Gustav Ul. von seinem Dafallen Anckar- ström unter gleichen Umständen erschosfem Beide Komponisten bedienten sich aber jenes absolut hi­storischen Skandals, der sich am 16. März 1792 im Schloß Drottningbolm bei Stockholm begab, wo der wüste Gustav Ul. von dem Gardeleuttrant Anckarström aus Eifersucht über den Hauken ge. knallt wurde. Auber konnte sich die freimütige Namensnennung feiner Opernfiguren leisten, nur Verdi muhte aus dem Schwedenkönig einen Gou­verneur von Boston machen, weil ihm der ba- malige Außenminister Italiens auS .politischen Gründen" die Erwähnung der nordischen Hof­kabale in keiner Form gestatten wollte.

Luftiger ist jene Anekdote, die am Hof von Ver­sailles spielt. Dort hatte der fünfzehnte Ludwig feiner Madame Pompadour zu Ehren ein Masken­fest gegeben, wo viel getanzt unb noch mehr ge­schmaust wurde. Alles sah verhüllt an der reichen Tafel. Freilich war dem König ausgefallen, daß ein toter Domino frischweg speiste und trank, dann plötzlich verschwand, um nach fünf Minuten wie­

derzukommen und die schier unglaublich happige Futterei von neuem zu beginnen. Dieses Spiel wiederholte sich zehnmal. Der Domino sättigte sich, ging fort, kam wieder, und trank abermals mit phantastischer Gier Die Lösung deS Mirakels war äußerst luftig: AIS Ludwig XV. dem Domino die MaSle von der Base riß. erkannte er einen Soldaten seiner Leibwache! Die schlecht besoldeten und darum ewig hungernden Muskoten hatten sich den Dominomantel wechselweise ausgeliehen, vom ersten bis zum letzten konnten sie so als mas- fierte Gäste an der KönigStafel nach Herzen-lust speisen!

Traurig endete jener Karneval, den die schöne Königin Isabelle, die Gattin Karls VI. von Frank­reich, im Frühjahr 1393 veranstaltete. Dort hat­ten sich einige Damen des Adels so originell maskiert, daß der beschwipste Herzog von Or- lcans in durchaus galanter Absicht chre Kostüme mit der Kerze näher beleuchten wollte. Aber der Herzog war schwach auf den Beinen, er stolperte, fiel, und im Bu standen die schreienden Damen in Flammen. Panik unb Feuersbrunst waren die Folgen, ber Branb forderte dreißig Opfer, von diesen starben mehr als zwanzig unter furchtbaren Qualen

Rräppelbacfen.

Werden untere Kräppel gebacken? Es scheint ja! Denn ganz allgemein spricht man so, nament­lich unsere Hausfrauen, die es doch am besten wissen müssen Auch das deutsche Wörterbuch von Hofsmann erklärt: ..Kräppel, eine Art Kuchen in Fett gebacken" Allein unterbaden versteht man doch etwas anderes Wan backt Brot. Wecke. Kuchen. Brezeln u. dgl-, trocken im heißen Backofen oder auf der eisernen Platte, dem Kuchenblech Wan brät mit etwas Fett im Bratofen Rind- und Kalbfleisch. Gänse. Enten ufto Man siedet dagegen Eier. Würstchen. Krebse, schwimmend in kochendem Wafter. Sollte man nicht auch von einem Sieben ber Kräppel sprechen? Dah hier siebendes Oel daS Medium ist. dort siebendes Wasser, bedingt boch keinen älnterschteb im Verfahren. Auch die Falsch­münzer sollten in der guten alten Zeit in Oel gcsctten, nicht gcbaden tt e ben. Zw schen baden unb bratest ist bet Sprachgebrauch erst recht un­sicher unb schwanken!) Wir braten einen Hahn, ber Südbeutsche spricht von einemBadhenbel' Unb unsere Hausfrauen braten bie Wurst, aber baden die Leber. O. D.