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gemeinschaft' vorgesehen. Außerdem spricht gleichen Tage in der Reichsgcdächtnisfeicr Präsident der Goethe-Gesellschaft, Professor Petersen.
Die Goethe-Gedächtniswoche wird unter
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Schirmherrschaft des Reichspräsidenten v. H i n - denburg vom Reichsministerium des 3nnctn, vom thüringischen DolksbildungSministerium, von der thüringischen Landeshauptstadt Weimar und von der Goethe-Gesellschaft gemeinsam veranstaltet. Naturgemäß ist die Beteiligung aus den Kreisen der Goethe-Gesellschaft besonders stark. Die für die Gesellschaft vorgesehenen Plätze sind, soweit es sich um den 22. März als den Haupttag handelt, bereits um das Doppelte überzeichnet.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Kunst und Wissenschaft.
Goethe und da, heutige Schrifttum.
Die Goethe-Gcdächtnis-Woche in Weimar vom 20. bis 28. März wird auch dem heutigen deutschen Schrifttum Gelegenheit geben, sich zu Goethe zu bekennen. Am 21-März wird in der Weimar-Halle Thomas Mann sprechen, während am Ostersonntagvormittag an gleicher Stätte Gerhart Hauptmann das Wort ergreifen wird. Doraussichtlich wird auch Walter v. M o l o alS Redner gewonnen werden Eine Ansprache von ihm ist für die am Abend des 22. März lGoetheS Todestag) in der Weimar- Halle angesetzte „Stunde der deutschen Bolks-
Der Arbeitgeber hat von der Einbehaltung des in Frage kommenden Teilbetrags bei Arbeitnehmern abzusehen, deren 2ir= beitslohn einschließlich des Wertes der Sach- und Naturalbezüge bei der nächsten auf die Fälligkeit folgenden Lohnzahlung
nicht übersteigt.
In diesem Falle hat der Arbeitnehmer den Teilbetrag an die obenbezeichnete Kasse zu entrichten, sofern er nicht nach dem Gesetz von der Entrichtung der Bürgersteuer befreit ist.
Es wird ausdrücklich darauf hingewie- fen, daß der Arbeitgeber für die Einbehaltung und Abführung der Lürgerlteuer feiner Arbeitnehmer haftet, kommt er seiner Verpflichtung nicht nach, so wird die Steuer von ihm durch Haftungsbescheid angefordert und nötigenfalls im Verwaltungszwangsoerfahren beigelrieben.
Gießen, den 6. Januar 1932.
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Bekanntmachung.
vetr.: Bürgersteuer der Lohn- und Ge-I Haltsempfänger usw.
Die auf der Steuerkarte angeforderte Bürgersteuer der Lohn, und Gehaltsemp. fänger usw. ist an den auf Seite 4 der Steuerkarte angeführten Fälligkeitsterminen, beginnend am 10. Januar 1932, zu entrichten. Die einzelnen Steuerraten sind von dem Arbeitgeber vom Arbeitseinkom- men bei der nächsten auf die Fälligkeit, erstmals also bei der auf den 10. Januar 1932 folgenden Lohn, oder Gehaltszahlung einzubehalten und binnen einer Woche an die Stadtkasse abzuführen. Einer Bezeich- nung der einzelnen steuerpflichtigen Arbeitnehmer bedarf es hierbei nicht. Die cinbebaltenen Beträge sind in dem für die Lohnsteuer zu führenden Lohnkonto gesondert auszuschreiben. Kommt der Arbeitgeber seiner Verpflichtung nicht innerhalb der bezeichneten Frist nach, so hat er dies bis zum Ablauf der Frist auf Zimmer 29 des Stadthauses, Bergstraße, anzuzeigen. Unterläßt er diese Anzeige innerhalb der vorgeschriebenen Frist, so hat er eine Steuerzuwiderhandlung begangen, für die in § 413, Abs. 1 RAO. eine Ordnungsstrafe bis zu 10 000 RM. anaedroht ist. Hat der Pflichtige, als er die Abführung und die Anzeige unterlassen hat, mit dem Vorsatz gehandelt, Steuereinnahmen zu verkürzen, so kann er wegen des schweren Deliktes der Steuerhinterziehung nach § 396 RAO.
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Was ist Appetit?
Wir sprechen gewöhnlich von Hunger, wenn wir ein starkes Bedürfnis nach Nahrung bezeichnen wollen, und von Appetit, wenn unsere Magennerven sich nur in jenem angenehmen Zustande der Spannung befinden, den wir meist vor den Mahlzeiten verspüren. Eine schärfere Definition will im Ap. oetit eine Bevorzugung bestimmter Speisen bei der Nahrungsaufnahme erblicken. Aber grundsätzlich las. sen sich Hunger und Appetit nicht scharf voneinander unterscheiden, wie Professor D. Katz in der Frankfurter Wochenschrift über die Fortschritte in Wissenschaft' und Technik „Die Umschau" hervorhebt. Es gibt Formen des Appetits, bei denen die Tricbftärke nicht geringer ist als beim Heißhunger; so wenn gewisse Genußmittel und Genußgifte von den daran Gewöhnten dringend verlangt werden. Immerhin kann der Hungertrieb als der weitere, sozusagen ewige Begriff gelten; er hat ja vor allen anderen Trieben den Vorrang, wenn man auch freilich seine volle Stärke beim Kulturmenschen nicht mehr erkennen kann. Im Tierversuch hat man festgestellt, daß z. B. der Furchttrieb bei manchen Tieren so ausgeprägt ist, daß Mäuse und Hühner dem Hungertod nahekommen, ehe sie diesen Trieb überroüv den. Hunger und Appetit sind nicht nur von dem Zustande des Organismus, sondern auch von der äußeren Umgebung abhängig. Das kann in einem überraschend großen Maße der Fall fein. So hat man festgestellt, daß ein Huhn von einem größeren Körnerhausen bis zu 60 v. H. mehr frißt als von einem kleineren, auf einer weichen Unterlage lic- -end sich reichlicher nährt als auf einer harten und
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eine Erklärung für di, merkwürdigen Wandlungen des Geschmackes, die sich bei Menschen finden, wie z B. die Sucht nach Obst nach Seekrankheiten, Abneigung gegen Süßigkeiten bei älteren Leuten usw. Durch das Fehlen gewisser Stoffe in der Nahrung, die der Körper gerade braucht, wird der Appetit nach Dingen wachgerufen, die diese Stoffe enthalten. Auf diese Weise lallen sich viele Eiaenbeiten des Appetits erklären. Unter normalen Ümftänbcn ist der Appetit des Menschen auf gewisse Mengen der drei Nährstoffe Eiweiß, Kohlehydrate und Fette pc richtet, und der Ehemismus unseres Körpers stellt nun den Appetit auf die Nahrungsmittel ein, die gerade diesen Bedarf decken.
Studentinnen wenig gefragt.
Ein Gelehrter der amerikanischen Columbia- Universität, Dr. Andersen, hat herausgefunden, daß die Heiratsaussichten der Studentinnen in den Bereinigten Staaten recht ungünstig sind. ..Cs ist eine bekannte Tatsache", sagte er, „daß etwa 80 Prozent aller Frauen in den Bereinigten Staaten heiraten. Aber unter den Studentinnen ist dieser Prozentsatz bedeutend niedriger und liegt zwischen 40 und 60 Prozent." Wie aus dem Heiratsmarkt so hat auch auf dem Arbeitsmarkt die gelehrte Frau keine besonderen Chancen. Eine Zusammenstellung der Gehälter, die 891 Frauen erhielten, die auf 225 amerikanischen Hochschulen studiert hatten, ergab, daß ihr Der- dienst zwischen 1000 und 1600 Dollar im Jahr lag, während andere Frauen als Angestellte oder in freien 'Berufen, die nicht studiert Haden, zwischen 1000 und 2500 Dollar verdienten. Die Studentinnen finden hauptsächlich in Bureaus Anstellungen und dringen nur in geringem Maße in die Berufe ein, die von altersher von den Männern besetzt werden.
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Gießen, den 5. Januar 1932.
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in Gesellschaft viel mehr zu sich nimmt als allein. Wie beim Appetit eine Vorliebe für gewisse Speisen sich bemerkbar macht, so ist manchen Menschen auch ein Abscheu gegen gewisse Gerichte eigen, der nur in Notzeiten überwunden wird. Ueberhaupt sinken mit wachsendem Hunger die Ansprüche, die an die Nahrung gestellt werden, und bei Hungerkatastrophen werden sogar völlig unverdauliche Dinge, wie Heber, Stroh und Erde verschlungen; ja der Mensch wird sogar zum Menschenfresser. Ueber die Frage, vodurch Tiere und Menschen zur Aufnahme der- enigen Nahrungsmittel bestimmt werden, durch die ie ihr Körpergewicht erhalten, sind verschiedene An- chauungen geäußert worden. Früher glaubte man, daß die Erfahrung dabei die größte Nolle spielt, indem das Tier allmählich herausbekommt, welche Speisen sein Befinden günstig und welche es ungünstig beeinflussen. Das Tier lernt dann mit der Zeit, die ihm schädlichen Dinge zu meiden und nur diejenigen auszuwählen, die ihm vorteilhaft sind. Aber Professor Katz vertritt eine andere Theorie, die neben dem „Probieren" bei der Nahrungssuche noch eine andere wichtige Eigenschaft des Organismus annimmt. Gewiß' übt das, was ein Tier frißt, auf sein späteres Verhalten der Nahrung gegenüber einen Einfluß, aber nicht so sehr auf dem Wege der Erfahrung als durch die ganz unmittelbare Umstimmung des Chemismus des Körpers. Auch das bei Tieren bisweilen beobachtete „Medi- ,linieren", d. h. die Auswahl von Stoffen, die sonst niemals ausgenommen werden, bei Erkrankungen, das Grasfressen bei Hunden erklärt sich aus einer solchen Aenderung des Chemismus, die durch die Krankheit hervorgerufen wird. Diese Theorie bietet
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