Ausgabe 
7.10.1932 Erstes Blatt
 
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Aus Der Provinzialhauptstadl

die

fand

Beamienrätewahlen bei her Deutschen Reichsbahn.

Cosmo machte das dümmste Gesicht von der Welt. Der Teufel soll mich holen, aber ich weiß nicht, wie sie das gemacht haben kann!"

Den ganzen Tag lief Cosmo mit wirrem Kopf umher, und schließlich kam er zur Erkenntnis:Das Hundeoieh muß etwas zu bedeuten haben! Aber was nur, zum Teufel!"

Die RSDAP hat einen eigenen Reichswirt- schaftsrat gebildet, der als oberstes Organ für alle wirtschaftlichen Fragen allgemeine Grund­linien der gesamten Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik festzulegen hat. Zum Vorsitzenden wurde Gottfried Feder, zum 2. Vorsitzenden Walther Funk ernannt.

Was bringen Sie?" fragt der Leiter der Ge­heimabteilung.

Die Erhöhung wird mit der gespannten politische» Lage begründet. Ein Teil ber Summe soll zum Ausbau der Marinefliegerei Verwen­dung finden.

*

Der Presseattache der französischen Botschaft in Berlin, Professor Hesnard, der namenllich in der Zeit der Briand-Stresemannschen Zusammenarbeit als Dolmetscher eine Rolle gespielt hat, verläßt sei- nen Posten, um das Rektorat der Universität Grenoble zu übernehmen.

Ein künstliches Hundeauge!" Und Cosmo greift in die Westentasche und legt den kleinen Gegenft auf den Tisch.

Die Nachricht, die Reichsregierung plane den Ab- bau von etwa 20 deutschen Konsulaten, trifft, wie amtlich erklärt wird, nicht zu. Ein der­artiger Abbau ist nicht beabsichtigt. Wenn über­haupt die Einziehung von einzelnen Konsulaten in Frage kommt, so wird deren Zahl auch nicht entfernt an 20 heranreichen.

Ministerialdirigent Brandenburg von dem Veichsverkehrsministerium wird heute von 18-30 bis 19 Uhr im Rundfunk einen Vortrag halten über das ThemaWas bedeutet der deutsche Gleichbercchtigungsanspruch auf dem Gebiete der Luftfahr t".

Aus aller Welt.

Autounglück in Danzig. vier Schwerverletzte.

Dieser Tage machten Ingenieure des Trohl» Werkes in Danzig mit einem reparierten pol­nischen Kraftwagen eine Probefahrt durch das Seebad Heubuüe. In der Seebadsstraße geriet das Auto ins Schleudern, überschlug sich zweimal und blieb auf dem Bürgersteig liegen. Die vier Insassen wurden sehr schwer ver» le tz t. 3toei von ihnen Schweben in Lebensgefahr. Um vorübergehender Arbeiter wurde von dem stürzenden Auto erfaßt und erlitt einen Ober­armbruch.

Ein deutscher Chauffeur in Südtirol verurteilt.

Der Ravensburger Chauffeur Karl Steuber, der im August dieses wahres mit seinem Autobus aus Ravensburg bei Mals im Lintfchgau ver- u n glückte, wurde in Bozen wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung zu 3 Jahren 15 Tagen Zuchthaus verurteilt. Ais das Urteil aus dem italienischen ins deutsche übersetzt wurde, brach Steuber ohnmächtig zusammen. Das Unglück hatte fünf Personen das Leben g e k o st e t, 12 waren mehr oder minder schwer verletzt worden.

Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft ist ... einzige Behörde bzw. Verwaltung im Deutschen Reiche,^ in deren ganzem Detriebsbereiche Be­amtenräte gewählt werden. Die Deamtenver-

tretungen anderer Behörden führen die Bezeich­nung: Deamtenausschüsse. Die Deutsche Reichs­bahn-Gesellschaft bezeichnet in dem Deamten- imteerlaß (DRE) vom 22. Dezember 1924 ihre Deamtenvertretung ausdrücklich als Deamtenräte, und die Ausführungsbestimmungen bis zum 31 3uli 1932 haben nichts daran geändert. Es gibt drei Arten von Deamtenräten: den Haupt - b e a m t e n r a t bei der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft in Berlin, die Bezirksbeamtenräte im Gebiet jeder Reichsbahndirektion und die Ortsbeamten­

Wieder fuhr ein hellgrüner Packard-Wagen mit lederbrauner Rückwand der Grenze zu. Wer sollte ihn lenken, als Sibilla Iouhoux? Wer sollte neben ihr sitzen als ein King Charles, ein sehr wertvoller Hund, der auf den Namen Bibi hört?

Es nähert sich das Dorf. Die Grenzbarriere kommt in Sicht. Da bremst die Iouhoux rasch den Wagen ab, denn sonst käme es zu einem Zusammenstoß Es stellt sich nämlich ein Motorrad quer über den Weg.

Der Fahrer grüßt.Guten Tag, Fräulein Iou- houx! Wohin fahren Sie?"

Sie, Herr Kommissar? Ich mache einen kleinen Ausflug."

-Dann würde ich Sie um eine Liebenswürdigkeit ersuchen: könnten Sie nicht gleich umkehren? Es wäre mir lieber. Sie sind ohnehin schon am Ziele angelangt", meint Cosmo.

Aber mit Vergnügen!" lacht Sibilla zurück.

Bibi beginnt zu winseln. Und, ehe sie verhindern können, ist er vom Wagen gesprungen und läuft der Grenze zu.

Bibi! ... Bibi! ..." ruft die Dame.

Dieses verdammte Bibi!" schreit Cosmo, springt wieder auf sein Motorrad und jagt dem Hunde nach Ur hatte ihn wohl in wenigen Augenblicken erreicht, wenn Bibi nicht den Weg über die Wiesen einge- schlagen hätte. Fluchend springt Cosmo vom Rad und nimmt die Verfolgung über die Wiesen auf. Er ist knapp hinter dem Hunde her. doch bevor er ihn erreichen konnte, dürfte das Tier schon über der ^ren^e sein, und dann ist die Verfolgung unmöglich.

Du entkommst mir nicht!" brüllt Cosmo, zieht den X° .Det und schießt. Er fehlt, der Hund macht einen 8l«2rJ9cSf Se'tensprung und entwischt über die

Cosmo einen schillernden hÄn ^llt. Er bückt sich und

nack^ Än s betrachtet ihn verwundert dreht ihn ? u ,/n und steckt ihn behutsam in die

- äuruckkehrt, findet er den Packard und mnfe'ÄS n,<V Aeder. Als der Schuß dröhnte, war der Wagen mit schnellstem Tempo zurückgerast.

Gießen, den 7.Oktober 1932.

Der heitere Morgen.

Die erste Morgenstunde ist entscheidend für die Laune des ganzen Tages. Wie schön ist es, wenn der Fruhstuckstisch reizend gedeckt ist. Ein paar Blumen geben ihm Frische und Leben, der Kaffee ist heiß und stark, die Butter kalt und die Brötchen recht knusprig. Und gegenüber sitzt ein liebes, gepflegtes Frauchen. Der Mann, der es so gut zu Hause hat, kann mit vollem Recht gute Laune mit in den Tag hinaus nehmen.

Leider ist die Wirklichkeit rauher. Immer noch gibt es Menschen, die keine Zett zum Frühstücken haben. Diese notwendige Angelegenheit wird im Stehen erledigt, man verbrennt sich vor lauter Eile die Zunge, oder man schimpft darüber, daß der Kaffee wieder einmal eiskalt ist, und geht verärgert aus dem Haus.

Zwischen Deutschland und der Südafri­kanischen Union ist ein freundschaftliches Einvernehmen zustande gekommen, auf Grund dessen der deutsch-südafrikanische Handelsvertrag so abgeändert worden ist, daß er Südafrika die Möglichkeit gibt, anderen Teilen des Britischen Weltreiches entsprechend den Ottawaer Abma­chungen Vorzugsbehandlung zu gewäh- ren, ohne daß entsprechende Zugeständnisse an Deutschland gemacht werden müssen.

Das japanische Marineministerium hat dem Ka­binett einen Entwurf überreicht, in dem verlangt wird, dahderHaushaltfürdieMarine- ausgaben im Jahre 1933/34 von 200 auf 320 Millionen Jen erhöht werden soll.

Herrn morgens ganz von selbst besser. Merkt er, daß fie ihn wichtig genug nimmt, sich auch in der Frühe für ihn nett und lieb herzurichten und ihm das Leben angenehm zu machen, legt er seine Salopp­heiten ganz von selber ab, dazu ist er viel zu eitel. Manner fangen erst an, nachlässig zu werden, wenn die Frauen es ihnen vormachen. Das ist eine alte Wahrheit. Es ist doch so leicht, nett auszusehen, ein sauberes Kleid oder ein Hauspyjama in gepflegtem Zustand sind für jede Frau erschwinglich und es ist keine sehr viel größere Arbeit, den Kaffeetisch sorg- fällig zu decken. Um alles so zu richten, wie es [ein muß, braucht man genau eine Viertelstunde Zeit mehr als sonst. Sollte ein fröhlicher Morgen diese fünfzehn Minuten nicht wert fein?

Geld, das Arbeit schaffen könnte.

Don allen Seiten wird die Forderung nach energischer Bekämpfung der Arbeitslosigkeit er­hoben. Arbeitsbeschaffung ist wirklich Mc wich­tigste und dringendste Aufgabe, für die aUe ver­fügbaren Kräfte eingesetzt werden müssen. Die Aknon der Steueranrechnungsscheine ist eine der Maßnahmen, die zur wirtschaftlichen Belebung führen sollen. Auf die verschiedenste Weife wird versucht, die Geldmittel zu beschaffen, die un­entbehrlich sind, um die Belebung der Wirt­schaft zu finanzieren.

Zu gleicher Zeit aber liegen gewaltige Summen Geld brach, die, wenn sie in der Wirtschaft tätig wären, mehr als einer Million Arbeitslosen wieder Arbeit geben könnten. Rach zuverlässigen Berechnungen j't die Summe der Gelder, die gegenwärtig noch zurückgehaltcn oder gehamstert werden, auf über eine Milliarde Mark zu schätzen. Dieses Geld liegt verstreut in Kästen, Truhen und an anderen mehr oder weniger unsicheren Orten. Man sollte nicht glauben, daß die 'Be­sitzer in solchen Verstecken ihr Geld für sicher und gut aufgehoben halten. Statt es bei den berufenen Sparinstituten ein^uzahlen, halten manche Leute das Geld zurück, nicht beachtend oder nicht wissend, wie sehr sie dadurch sich selbst und die Gesamtheit schädigen.

Das Geld, das bei den Sparkassen eingezahlt ist, schafft als Kredit in der Wirtschaft Arbeit und Erwerb. Je mehr Geld eingezahlt wird,

Eine Warnung an politische Störenfriede.

Tie Regierung wird einen ruhigen Verlaus des Wahlkampfs ftcherstellen.

Berlin, 7. Oh. (I2L) Die Regierung verfolgt aufmerksam die in letzter Zeil sich häufenden ver­suche, den ruhigen verlauf der Wahlen durch Terrorisierung von Wahlversamm­lungen zu stören. Amtlich wird darauf aufmerk­sam gemacht, daß die Regierung nicht ge­willt sei, einen solchen Terror zu dulden und daß sie alle wahnahmen ergreifen werde, um einen ruhigen und ungestörten verlauf der Wahlen zu gewährleisten. Insbesondere wird darauf hingewiesen, daß die verschärfte Notverordnung zur Bekämpfung po­litischer Ausschreitungen, die für schwere Fälle bekanntlich auch die Todesstrafe oor- sieht, noch in Kraft sei und unnachsichtig angewendet werde.

Die Sozial- und Wirtschafts­politik der Neutschnationalen.

Berlin, 7. Oft. (TU.) Auf der Reichsführer­tagung der 2)eutfd)nationa1en Dolkspartei sprach Geheimrat Dr. Q u a a tz über das Thema:Die Wiederherstellung Deutschlands". Die erste Notver­ordnung, möge sie auch zwangsläufig gemeßen sein, sei ein Fehler gewesen. Auch die neuen Regelungen dürften nicht auf Lohndruck hinauslau- fe n. Es fei gerechtfertigt, daß der Arbeiter einen Teil der Arbeit für den Arbeitslosen opfere, das dürfe aber nicht dazu führen, daß der Lohn des Arbeiters unter das Existenzminimum gedrückt werde. Die durch die Steueranrechnungs­scheine erzielte Steuersenkung sei unbedingt zu begrüßen, da sie den Ertrag der Erzeugung ver­größere. Es fei eine Tat, daß man an die S chu l - benregelung herangehe. Die Schuldknechtschaft komme vom Auslande.

Die Bestrebungen, Deutschland durch Par­teien zu sanieren, seien gescheitert. Die Wei­marer Verfassung habe die Parteiherrschaft zum obersten Dogma des Staates gemacht, als Gegen­stück aber auch die Möglichkeit einer diktatori­schen Regierung des Reichspräsidenten einge­schaltet. Der kommende Weg sei klar. D i e Reichsregierung dürfe nicht mehr von den jeweiligen Parteien abhän­ge n. Es könne keine Rede davon sein, daß der Dualismus Reich-Preußen jemals wie­der in Erscheinung trete.

Zur Sozialpolitik führte Dr. Erich Schmidt aus, die Deutschnationalen forderten, daß die der

Gut gegessen, gut getrunken.

Vor dem Londoner Schnellrichter hatte sich ein Londoner Bürger. George Green, zu verant­worten, der in der Rächt von der Polizei auf­gegriffen worden war. Der Richter präsentierte ihm die Rechnung einer vergnügten Rächt und Herrn Green, der ohnehin einen Kater hatte, wurde nicht Wohler dabei. Er hatte doch weiter nichts getan, wenigstens, soweit er, Green sich erinnern konnte, als in seinem Klub sich ein re.chliches Rachtmahl zu leisten und dieses Mahl mit verschiedenen Getränken zu würzen. Dafür soll er nun, wie folgt, büßen: ein Monat Ge­fängnis wegen Mißhandlung eines Taxen­chauffeurs. sechs Monate Gefängnis wegen Miß­handlung c nes Pol'zeibeamten. den der Ehausfeur zu Hilfe gerufen hatte, ein Monat Gefängnis wegen Mißhandlung eines Passanten, der hilf­reich beigesprungen war. zwei Monate Gefängnis wegen mutw.ll gen Zerschlagens d"r Scheiben an der Taxe, ein Monat Gefängn s für Betrunken» he'.t. 14 Tage Gefängnis wegen Anwendung ge­meiner Ausdrücke und ein Monat Gefängnis wegen Beschädigung der Fenster in der Arrest- Selle. Wenn George Green das lange Register der Gefängnisstrafen abgesessen hat. wird er sich bestimmt von den physischen Folgen der durch­zechten Rächt erholt haben.

Sind Sie verrückt? Was soll ich damit?" Was Sie sollen? Es untersuchen."

Cosmo macht sich an die Arbeit, während er den Vorfall erzählt.Es ist aus Glas, muß aber irgendwo eine Feder ... Ha!" Die Messerspitze war in die Pu­pille eingedrungen und das Auge aufgesprungen. Es war hohl, und man fand darin einen kleinen Zettel, der in minutiöser Schrift die wichtigsten Mit­teilungen enthielt.Ich wußte, daß mit dem Hunde­vieh etwas los ist!" ruft Cosmo triumphierend.Der Hund war abgerichtet, über die Grenze zu laufen, wo er von feinem ehemaligen Herrn in Empfang genommen wurde. Dieser vertauschte das präparierte Auge mit einem andern, und der verlorene Hund murde wieder zurückgebracht. Die Spionage hat ihm ein Auge gekostet ..."

llnb die anderen, die sich die Zett nehmen zu früh­stücken, wie sehen sie aus, und wie benehmen sie sich? Man möchte sich den Anblick meist wirklich ersparen. Vrstruppelt und unrasiert, wie er dem Bette ent­steigt, erscheinter", er hat die Hemmung längst ver- loren, daß er sich in diesem Zustande nicht blicken läßt, er hat morgens schlechte Laune und will nichts sehen und hören. Meistens hat er dann auch noch einen chronischen Raucherkatarrh, den er mit kind- licher Unbefangenheit in die Welt bellt, der aber aud) nicht gerade zur Hebung der Morgenstimmung beiträgt. Und Frauchen? Viel besser ist es um sie oft auch nicht bestellt. Sie steht im letzten Moment auf. Schnell wird ein bißchen Katzenwäsche gemacht, die Haare mit einem Strich glatt gekämmt, von Frisur keine Spur, das Glanzlicht auf der Nase wird mit einem Tipf Puder bedeckt da man zu eilig ist, ihn zu verreiben, sitzt ernaseweis" obendrauf so erscheintsie". Wenn kein Mädchen da ist, das den Kaffeetisch deckt, werden die Tassen schnell flüchtig hingestellt, all die kleinen Lieben und Sorgfalten, die uns das Leben verschönern, fehlen.

Muß das alles wirklich fein? Alles ist Gewohnheit, Schlamperei ebenso wie Gepflegtheit. Hat man erst einmal, kurz entschlossen, mit dem Schlendrian Schluß gemacht, und läßt sich auf diesem Gebiet nichts mehr zu schulden kommen, wird die Laune des Ehe-

Oie Wiederherstellung der Ruhe in Sao Paulo.

Rio de Janeiro, 5. Okt. Der frühere Gouverneur von Sao Paulo Pedro Toledo ist auf Weisung der Bundesregierung der haf- t e t worden. Eine Kommission wird sich mit der Prüfung der Verantwortlichkeit der Führer der Aufständischen befassen. In Sao Paulo herrschen jetzt wieder normaleZu stände. Die Bun­desregierung hat die Zusicherung gegeben, daß fie g h te R achs ich t üben und sich jeder Handlung, die etwa als eine Erniedrigung für Sao Paulo ausgelegt werden könnte,' enthalten werde. Sie werde sich auf die unerläßli­chen Verwaltungsmaßnahmen und auf die Bestrafung der Hauptschuldigen beschränken, im übrigen aber sich für die W i e d e r h e r st e l - lung der Ruhe und des Vertrauens einsehen. Die Eisenbahnverbindung zwi­schen Rio de Janeiro und Sao Paulo wird mor­gen wieder ausgenommen werden.

Kleine politische Nachrichten.

Reichspräsident v.Hindenburg emp­fing den Präsidenten des Reichskuratvriums für Iugendertüchtigung, General der Infanterie a. D. Edwin v. Stülpnagel.

dahinterstecken? Egal. W°nigstens sitzt fie fest und fann nicht hinüber. Falls sie spazieren gehen sollte, muß sie beobachtet werden. Wer mit ihr spricht und ortsfremd ist, muß nachher ohne ihr Wissen ver- haftet und hierher gebracht werden. Ich werde selbst die Visitierung durchführen."

Cosmo war schon wieder draußen, sprang aufs Motorrad und jagte ins Dorf zurück. Im letzten Hause stieg er ab und verschwand. Die Dorfstraße lag verödet. " °

*

Einige Stunden später unternahm Sibilla Iou- tzoux einen Spaziergang durchs Dorf. Sie zeigte sich besorgt um das Schicksal des Hundes, kaufte eine verstaubte und ausgeblichene Ansichtskarte, die sie in die Hauptstadt sandte, untersuchte dann selbst das x,T4offc?bvQr' um sich die Zeit zu vertreiben - und kehrte wieder in ihr Zimmer zurück

es erwartet" sagte Cosmo zu Willard.

Üblich. Ich habe ihr Zimmer untersucht wahrend sie weg war. nichts. Und nur fie kann den ChiffernschlÜssel haben, der uns ab-

AeJe® Weib muß mit dem 3HJ l^^uude sem. Fluchend stapfte der Kom- nufiar durch den Raum.

,ih®a M-MN auf her staubigen Landstraße

über die Grenze. Er trug einen Hund am Arm einen King Charles. Es war Bibi.

Ob mein schlimmer Hund! Und soviel gesorgt habe ich mich um ihn." 1 H

,'BaIb wäre ich zu spät gekommen", erzählte der MannEr war einem Reisenden zugelaufen, der ihn mitnehmen wollte, da er ihm so gut gefiel Er mar sehr ungehalten, als ich ihm den Hund weg. nahm." 11

Die Belohnung war hoch. Zehn Minuten später sprang der Motor des Packard an, und Sibilla Iou- houx, an ihrer Seite der kostbare King Charles fuhr in die Hauptstadt zurück, woher sie gekom­men war.

Diesmal ist ihr nichts gelungen!" murmelte triumphierend Cosmo und sauste mit einer Vier-Kilo- meter-Distanz hinterdrein. Er schien über diesen Teilerfolg sehr befriedigt.

Acht Tage später wurde Cosmo zum Leiter der Spionageabteilung gerufen.Wir sind ihr wieder auf den Leim gegangen. Sie haben drüben die Schlusielzeichen zu den Geheimziffern. Einen Tag spater, als Sibilla Iouhoux an der Grenze auf- gehalten wurde, fingen sie unsere Telegramme ab unö dechiffrierten fie. Was jagen Sie dazu, Cosmo?"

Spionage.

Don per Boll.

Der Telegraph klapperte am Schreibtisch. Es war eine verdammt lange Depesche. Willard riß sie ab und las. Dann rief er die Postenkommandanten:Es ist eben der Befehl gekommen daß auf allen Straßen genau Ausschau zu halten ist. Ein hellgrüner Packard- Wagen mit lederbrauner Rückwand ist unbedingt aufzuhalten und darf nicht über die Grenze. Es dürfte eine Frau chauffieren, und fie wird sich mit einem Paß, auf den Namen Sibilla Iouhoux lautend, ausmeifen. Ihr ist jede Auskunft zu verweigern und nur mitzuteilen, daß sie nicht über die Grenze dürfe Allo, ausgepaßt!"

Ungefähr eine Stunde später wurde an der Grenze, bie gleich neben dem kleinen Ort verläuft, ein hell-' grüner Packardwagen angehalten, der von einer Dome chauffiert wurde. Sie zeigte einen Pah vor, und der wies tatsächlich den Namen Sibilla Iouhoux auf. Als ihr der Grenzposten den Befehl mitteitte, zeigte sie anfangs flammende Empörung doch dann ging dies in Helles Lachen über. Neben ihr stand die Vorderpfoten auf den Volant gestellt, ein reizen- der King Charles, der leise winselte. Und ehe Grenz- soldat und Dame es verhindern konnten, war der kleine King Charles vom Wagen herabgesprungen und wie toll über die Landstraße entlang gelaufen. Schon war er über die Grenze und verschwand im jenseitigen Dorf.

«Bibi! ... Bibi! ..." schrie die Dame, doch alles war vergeblich.Wie komme ich letzt zu meinem Hund? Er hat ein Vermögen gekostet, und nun ist er über der Grenze!"

Wütend drehte sie den Wagen, fuhr in das Dorf öurück, bestellte das einzige bewohnbare Zimmer und verhandelte sofort mit einem Mann, der über die Grenze sollte, um Bibi zu suchen. Eine große Bank­note wanderte als Vorauszahlung in seine Hand IDann begab sich die Frau auf ihr Zimmer und blieb unsichtbar.

Ein Motorrad fuhr vor, ein Mann stürzte ins Bureau. Es war der Kommissar der Spionageabtei- luna, Cosmo.Ist fie aufgehatten worden?" . -1£.a rj. antwortete Willard.Sie ist

tm Gasthof des Dorfes abgestiegen, da sich ihr kleiner Hund verlaufen hatte. Er ist zu ihrem Pech über die (Jrenje hinüber, wo er jetzt gesucht wird. Er soll |olgCab9" & ^kostet haben. Sie wartet den Er-

Cosmo nickte verständnislos.Was kann da wieder

Regierung gegebene sozialpolitische Vollmacht zu einer wirklichen Sanierung der So­zialversicherung angewendet werde mit oem Ziel der völligen Selbstverwaltung unter paritätischer Mitwirkung aller Kreise der Ver­sicherten und ihrer Arbeitgeber. Die DRVP. habe von der Regierung die Aufhebung der Para- graphen 1 bis 6 der Verordnung vom 5. Septem- er gefordert. Weiter forderte der Vortragende, daß der Reichskanzler seine Zusage einlöse, in dem bevorstehenden Winter die Unter st ühungs» und Rentensätze wieder zu erhöh en.

r ä te bei jeder größeren Dienststelle. Reuwah- len zu diesen verschiedenen Deamtenräten finden auf Grund des Wahlausschreibens des Haupt- beamtenrats in diesem Jahre am 9. und 10. Oktober statt. Wahlberechtigt ist jeder akttve Reichsbahnbeamte und die Deamtenanwärter. die in der Hauptsache Deamtendienst verrichten.

Zu den Beamtenratswahlen stellen die Organi- sattonen der Reichsbahnbeamten Listen auf mit einer Reibe der von ihnen vorgeschlagenen Kandidaten. Es konkurrieren die Listen folgen­der Organisationen: 1. Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands, 2. Gewerkschaft Deut­scher Lokomotivführer, 3. Zenttal-Gewerkschafts- bund Deutscher Reichsbahnbeamten und Anwär­ter e. D., 4. Gewerkschaft deutscher Eisenbahner, 5. Arbeitsgemeinschaft nationaler Reichsbahnbe­amten und Anwärter e. D. (ARRB.).

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Kürzung der Slaaisbeamtengehälier in der Tschechoslowakei.

Prag, 7. Ott. (TU.s Auf einer gemeinsamen Tagung der Regierungsparteien erklärte der Fi­nanzminister Dr. Tr a p l, daß er bis zum 1. No­vember unbedingt l.SMilliardenKronen (etwa 190 Millionen Mark- brauche, um die Zahlungen des Staates aufrechterhalten zu kön­nen. Da der Minister mit der Einsetzung einer Beamtenregierung und notfalls sogar mit der Auflösung des Parlaments drohte, ha­ben alle Mehrheitsparteien mit Ausnahme der tschechischen Rationaldemokraten einer Kür­zung der Gehälter derStaatsbeam- ten um 8 v. H. mit sofortiger Wirkung zu - gestimmt. Don der Gehaltskürzung, die nur vorübergehend sein soll, sind die Pensionen aus­geschlossen.

Oie Arbeiislosenunruhen in England.

London, 6. Oft (TU.) Die Arbeitslosen-Un- ruhen wegen der Kürzung der Unter» stühungssähe nehmen immer größeren Um­fang an. Am Mittwoch kam es an drei Orten zu schweren Zusammenstößen zwischen Ar­beitslosen und Polizei. Am bedrohlichsten war die Lage in Belfast, wo die Arbeitslosen die Internationale singend, durch die Straßen zogen, die Ladenfenster zertrümmerten und Geschäfte plünderten. Mehrere Hundertschaften Polizei wurden eingesetzt, die teilweise in Panzerwagen eintrafen und die Menge mit Gummiknüppeln auseinander trieben. Diele Personen, darunter zwei Schutzleute, wurden verletzt. In R o r t h Shields an der englischen Ostküste kam es zu einem Handgemenge zwischenArbeits- losen und Polizisten, bei dem ein Schuh­mann verletzt wurde. Auch hier wurden Geschäfte S plündert. In Liverpool dehnten sich die nruhen bis in den Sitzungssaal des Stadtrats aus, so daß die Galerie geräumt werden mußte.