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auf die Erholung der englischen Wirt­schaft seit Aufgabe des Goldstandards hin. Ame­rika und Frankreich haben 70 v. H. des gesamten Goldoorrates der Well in den Händen. Diese Gold­anhäufung sei die Ursache des Rückganges aller Warenpreise. Die übrigen Rationen der Welt müßten sich mit dem Rest des Goldvorrates begnügen, wobei nur etwa zwei Golddol- lar auf den Kopf der Bevölkerung kämen. Unter diesen Nationen befänden sich hoch-

Magdcburg, 5. Mai. (TU.) Als Auftakt zur Reichs-Stahlhelm-Führertagung fand am Mittwoch­abend ein Fackelzug, verbunden mit großem Zapfen­streich aus dem Domplatz statt. Am Himmel- sahrtstag begann nach einem Fcstgottesdienst im Dom die eigentliche Tagung mit dem Führerappell in der überfüllten Stadthalle. Als erster hielt der 1. Bundesführer Franz S cldt e eine Rede unter dem LeitwortUnser eigener We g". Deutsch­land lebe in einer Zeit, die nicht zur Ruhe kommen könne, weil über das LandSklavcnketten gespannt seien, die das freie Wachstuin und die freie Bewegung hinderten. Der Stahlhelm sei von keiner Partei abhängig. Er sei vollkommen frei und unabhängig in seinen Handlungen, in seinem Ge­baren und in seiner Organisation. Wenn der Stahl­helm zur Reichspräsidententrage Stellung genom­men habe, so habe er das für nötig gehalten, weil es trotz selbstlosester Arbeit nicht gelungen sei, die Nationale Opposition zu einen. Durch Wahlen werde Deutschland nie gesund. Die Ge­sinnung mache es, der Mut, die Tapferkeit, die sclbstgcwolltc freiwillige Disziplin. Der Stahl­helm sei nicht parteipolitisch. Wenn der Stahlhelm politisch denke, dann denke er staatspolitisch. Der eigene Weg des Stahlhelms, der sich vom Weg der Parteien und der Interessenverbände gewaltig unterscheide, liege klar. Deutsches Kulturgut, dcut-

Berlin, 6. Mai. (TU.) Der ehemalige Kron­prinz Friedrich Wilhelm, der am Freitag seinen 50. Geburtstag feiert, hotte eine Un­terredung mit dem Berliner Vertreter der Asso- ciated-Preß, Louis P. Lochner, in der er einen Appell an das amerikanische Volk richtet und es um Verständnis dafür bat, worum cs jetzt in Deutschland gehe, das durch wirtschaftliche Sorgen und demütigende Beschränkungen seiner Hoheitrcchle zur Verzweiflung getrieben werde. Wenn er aus Anlaß seines 50. Geburtstages gebeten werde, der amerikanischen Oefsentlichkeit etwas zu sagen, so könne er nicht vorbei an dem grauenhaften Elend in Deutschland, an der ständig wach­senden Verzweiflung, nicht vorbei an den Erscheinungen der fortschreitenden Zer- störungf der mit unerbittlicher Folgerichtigkeit Tag für Tag große und kleine, in langen Jahren mühevoller und zäher Arbeit geschaffene Wirtschofts- Organismen zum Opfer fielen. Man sage in Deutsch­land: Not lehrt beten. Gewiß! Aber Not, wenn sie ein gewisses Maß überschreite, wenn sie so groß werde, daß cs als sinnlos erscheine, noch zu kämpfen, mache die Menschen, denen der Glaube an eine sittliche Weltordnung abhanden gekommen sei, schlechter. Solche Not bringe Verzweiflung und Verzweiflung kenne keine Hem mun = gen. So rufe er mit ganzer Leidenschaft denen, die ihn hören wollten, zu: Was ist aus unserem deut­schen Volk gemacht worden, das mit einer Kraft und Hingabe ohnegleichen länger als vier Jahre einer Welt von Feinden standgehalten habe!

Es fei nicht wahr, und läng st als falsch bewiesen, was man von einer deutschen Schuld am Ausbruch des Weltkrieges zu behaupten wage. Wie stehe es heute mit der These der Notwendigkeit eines Kampfes für die Freiheit der kleinen Nationen, mit der die USA. in den Krieg gegen Deutsch­land eingetreten seien? ilnb wie stehe es mit den 14 Punkten Wilsons, auf deren Er­füllung Deutschland auch heute noch ein Necht habe? Sie wurden in Paris preisgegeben. Wie sehen sich heute die L a n s i n g - N o t e n an,

WHP. Darmstadt, 4. Mai. Der Finanzaus­schuß des Landtages setzte heute die Etatberatung bei Kapitel 22 «Ober re chnungskammer) fort, das mit 216 000 Mark Einnahmen und 347 000 Mark Ausgaben (bei den Personalausga- ben minus 96 000 Mark) abschließt. Don national» sozialistischer Seite wurde angefragt, ob aus Er­sparnisgründen nicht eine Z u s a m m e n l e gu n g der hessischen Oberrechnungskammer mit ande­ren süddeutschen Ländern möglich sei. Die nationalsozialistische Fraktion selbst halte die hessische Einrichtung für gut und schließe sich der andersartigen Auffassung des Reichssparkommis­sars nicht an. Non Regierungsseite wurde der Meinung Ausdruck gegeben, daß eine Zusammen­legung verschiedener Rechnungshöfe Erspar­nisse nicht bringen würde, wahrscheinlich würden Baden und auch Württemberg, die hes­sische Einrichtung der Oberrechnungskammer in ihrem Bereich einführen. Die Regierung legte dem Ausschuß eine Statistik vor, wonach Hessen im Verhältnis zu seiner Gröhe die wenigsten Revisionsbeamten angestellt habe. Der Ausschuß schloß sich der seit Jahren getroffenen Feststellung an, daß die Unabhängigkeit der Oberrechnungskammer gegen­über dem Ministerium aufrechterhalten

entwickelte Länder wie z.B. Deutschland und Eng­land. Die ungeheure Goldanhäufpng in Amerika und Frankreich verringere naturgemäß die Kaufkraft der übrigen Nationen. Infolge des niedrigen Preisstandes habe sich die ursprüngliche Schuldensumme der Schuldnerländer verdoppelt. Es sei daher unmöglich, daß die europäischen Nationen jemals ihre Kriegs­schulden an Amerika bezahlen könnten.

sche Freiheit, deutscher Lebensraum, deutsche Nah­rungsfreiheit sei nur zu erhalten oder neu zu errei­chen, wenn auch im deutschen Volk das zur Selbst­verständlichkeit werde, was das schweizer Volk zum Ideal der ganzen Nation erhoben habe: Die Bereit­schaft aller zur Landesverteidigung. Das Schicksal gab Deutschland die schwere Lage der Mitte, die offenen Flanken und als Schutz und Wall nur die Eigenschaften seines Soldatentums. Wir wollen nicht angreifen, wir wollen nur sichern das, was uns gehört. 'Aber wir müssen wieder haben, was man uns freventlich genommen hat. Weil die anderen es nicht sehen, was Deutschland fehlt, wenn seine Frontsoldaten in seiner Führung fehlen, darum haben wir die Berechtigung, unseren Weg zu gehen und aus der höchsten Notwendigkeit und Verant­wortung als eines der stärksten deutschen Lebens­elemente das deutsche Frontsoldatentum in den Frei­heitskampf für Deutschland mit einzusetzen.

Der Bundeskanzler Major Wagner sprach über Der Stahlhelm im Kampf um den Staat". Jung- stahlhelm-Reichsführer und -Landesführer v o n Mo­ro z o m i c z richtete einenWeckruf an die deutsche Jugend" zum Dienst am Vaterland in schwerster Not. Als letzter Redner sprach der zweite Bundes­führer Oberstleutnant D ii st e r b e r g überDie ewige Soldatenaufgabe des Stahlhelms".

durch die der deutsche Kaiser zwischen sein Volk und die damals ebenso verlockende wie verlogene Aussicht auf einen guten Frieden gestellt wor­den fei? Was sei es mit dem Diktat von Versailles, das - aufgebaut auf der Lüge von der deutschen Kriegsschuld Deutschland ungeheuerliche Demütigungen auf- zwang und untragbar Lasten auferlegte?" Ahnt ihr freien stolzen Amerikaner, was es heißt, ein großes stolzes Volk auf der Grund­lage einer Lüge unter Sonderrecht zu stel­len? 3ft es noch nötig, darzulegen, was es allein bedeutet, einem Volk, das in Jahrhunderte alter Geschichte geworden ist, dessen Grenzen überdies nach allen Seiten offen sind, das Recht auf die Selbstbestimmung sei­ner Rüstung zu nehmen?

Ich werfe gerade diese Fragen auf, weil sie mitten hinein in die brennende deutsche Schmach, weil sie in das entsetzliche deutsche Elend hinein- grcifen. Dies Diktat von Versailles, unter dem die ganze Welt leidet und der Geist, aus dem es entstanden, ist letzten Endes schuld an allem äl n h e i l. Gewiß, Ihr Amerikaner habt es nicht unterschrieben, aber Ihr habt es ermög­licht, und Ihr duldet immer noch den dadurch geschaffenen unmöglichen Zustand. Es be­darf heute wohl keiner Begründung mehr, daß nur mit dem Ende der Reparationen, mit dem AufhöreneinerBeschränkung der deutschen Hoheitsrechte unserem arbeitswilligen, leistungsfähigen und stolzen Volk endlich die ihm innewohnende Schöpsungs- krast und der Sinn für eine friedliche Gestaltung des Lebens der Volker wiedergegeben wird.

Nur durch Wiederher st ellungeiner vernünftigen Ordnung in dieser Welt könne auch den amerikanischen Nöten begegnet werden. Der Kronprinz verwies zum Schluß auf Friedrich den Großen, der in der Stunde der großen Entscheidung des amerikanischen Vol­kes mit genialem Weitblick erkannte, was damals K für Amerika und die Welt das Richtige war.

werden müsse. Das Kapitel wurde gegen die Kom­munisten angenommen.

Die Kapitel 23 (Derwaltungsgerichts- Hof) mit 4000 Mark Einnahmen und 15000 Mark Ausgaben, 24 (Staatsarchiv) mit 200 Mark Einnahmen und 39 000 Mark Ausgaben, sowie 26 (Postgebühren) mit 12000 Mark Aus­gaben wurden in der vorgesehenen Form ge­nehmigt.

Kapitel 27 (Innenministerium) schließt mit 7000 Mark Einnahmen und 356 000 Mark Ausgaben ab. Von nationalsozialistischer Seite wurde eine Aenderung gemäß dem Re- giftraturbienft bei den Reichsbehör­den vorgeschlagen. Von der Regierung wurde zugesagt, die Vereinfachungsvorschläge zu prü­fen. Mit sieben Stimmen «bei Stimmenthaltung der Nationalsozialisten wurde der volkspartei- liche Antrag abgelehnt, die Stelle des Ministerialdirektors auf den In­haber zu stellen und den Staatsratsposten als ordentliche Stelle aufzuführen. Bekanntlich sind in Hessen alle Dtaatsräte auf den Inhaber gesetzt. Der kommunistische Antrag, die Aufwandsentschädigung des In­nenministers zu streichen, wurde mit den Stimmen der Sozialdemokraten und des

Zentrums gegen die Kommunisten bei Stimm­enthaltung der Nationalsozialisten abgelehnt und das Kapitel selbst mit dem gleichen Stim­menverhältnis genehmigt, ebenso Kapitel28 (Stellvertretungs- und Aushilfsposten) mit 53 000 Mark Ausgaben.

Dr.desl antwortet ans den Offenen Brief derpolizetbeamten

Darmstadt, 5. Mai. (WSN.) Der national­sozialistische Abgeordnete Dr. Best hat unter dem 4. Mai auf den bekannten Offenen Brief des Landesverbandes der Polizeibeamten Hessens e. B. vom 25. April 1932 geantwortet. In dem Offenen Brief heißt es u. a.:Sie haben in Ihrem Schreiben vom 25. April 1932 Aeußerungen, die ich nach einer Zeitungsnachricht in meiner Land­tagsrede vom 19. April 1932 gemacht haben soll, zitiert und an mich die Frage gerichtet, ob ich bereit fei, diese Aeußerungen außerhalb des Landtags zu wiederholen. Ich stelle zunächst fest, daß Ihr Zitat nicht dem ge­nauen Wortlaut meiner Landtags­rede entspricht und empfehle Ihnen, von diesem Wortlaut in dem Stenogramm des Land­tagsamts Kenntnis zu nehmen. Zu dem aus dem amtlichen Stenogramm ersichtlichen Wortlaut meiner Landtagsredc stehe i ch in vollem Umfang. Die Auslegung meiner Ausführun­gen muß ich jedem überlassen, der davon Kennt­nis nimmt.

Oie NGOAP. in Preußen.

Ein Aufsatz Kubes über die nationalsozialistischen Absichten.

München, 5. Mai (TU. Funkspruch.) In der Nationalsozialistischen Korrespondenz" wird un­ter der UeberschriftDas Zentrum in der Zwickmühle ein Artikel des nationalsozia­listischen Führers in Preußen, Kube, veröffent­licht. Cs heißt darin u. a., die Nationalsozialisten verzichteten auf ihren Anspruch, im Reich und in Preußen die Macht und die volle Verantwor­tung zu übernehmen, nicht. Aber erst wenn die Birne reif sei, würden sie handeln, Die Nationalsozialisten warteten auf die Stunde, die ihnen die reife Frucht ihres Kampfes in den Schoß fallen lassen müsse. 3m Preußischen Land­tag würden sie die kleine Gruppe der Deut- schenVolkspartei ritterlicher behandeln, als man die nationalsozialistische Landtagsgruppe be­handelt habe. Sie würden es nicht dulden, daß man die sieben deutschvvlksparteilichen Abgeord­neten zu Herrn Hugenberg zwinge, der so gern ernten mochte, was Hitler gesät habe. Der deutschnationalen Preußenfraktion stünden die Nationalsozialisten mit kühler Sachlich, feit gegenüber. In ihr Fahrwasser lasse man sich nicht zwingen. Der Artikel schließt: Unsere Vorbereitungen für die fachliche Arbeit wie für den-weiteren Kampf um den Staat sind getroffen.

Beleidigungsklage Hillers gegen Minister Treviranus.

München, 4. Mai. (TU.) Das Parteibureau der NSDAP, teilt mit: Der Reichsvcrkehrsminister Treviranus hat anläßlich einer Rede behauptet, daß die nationalfozialiftifche Führung für die Auflösung der S 21. außerordentlich dankbar fei und auch dankbar sein müsse für die Beseitigung einer Unruhegefahr in ihren eigenen Reihe n". Diese Behauptung eines aktiven Ministers stellt eine außerordentlich schwerwiegende Herabwürdigung des Füh­rers der NSDAP, dar, dem damit der Vor - wurf des Gefinnungsverrots an treuen Kampfkameraden gemocht \oirb. Adolf Hitler hat daher seinen Rechtsbeistand, Dr. Hans Frank II., beauftragt, gegen Treviranus Strafantrag und Beleidigungsklage einzureichen und erwartet, daß Treviranus selbstverständlich von sich aus auf die derzeitigen Regierungsparteien im Reichstag im Sinne der umgehenden Immuni­tätsaufhebung für Durchführung der Klage einwirken wird.

Das österreichische Kabinett Buresch zurückgetreten.

Wien, 6. Mai. (WTB. Funkspruch.) In einem Minislerral beschloß die Regierung ihre Demission. Bundeskanzler Buresch erstattete dem Bundespräsi­denten Niklas darüber Bericht. Der Bundespräsident wird das Kabinett mit der vorläufigen Fortführung der Geschäfte betrauen und mit den Parteiführern in Besprechungen über die Bildung der neuen Re­gierung eintreten. Der Derfassungsausschuß, der um 11 Uhr über die bekannten Auflösungs- a n t r ä g e beschließen sollte, wird verschoben, da es nicht üblich ist, daß Ausschüsse während einer Regierungskrise lagen. Der Christlich-soziale Parkeivorstand hatte sich in einer kurzen Sitzung für die Demission der Regierung ausgesprochen.

Aus aller Welt.

Macdonalds

zweite Augenoperation glücklich verlaufen.

Arn Donnerstag wurde Macdonaldarnrech- t en Auge wegen Grünen Stars ope­riert. Eine ärztliche Mitteilung besagt, daß die Operation erfolgreich verlaufen ist. (Eröffnung der Bibliothek des Deutschen Museums.

Der am Samstag zu eröffnenbe Bibliothekbau des Deutschen Museums würbe bereits von der Presse besichtigt. Im ersten Stock befindet sich der Ehren raum der Bibliothek. Die Zahl der getarnten Bücher beträgt heute 145 000 Bände und die der laufenden Zeitschriften 1200. Diese Werke werden noch ergänzt durch 48 000 Pläne und Zeitschriften, 13 000 Urkunden und Hand­schriften. über 1000 Portraits und über 500 000 Patentschriften in etwa 6000 Bänden. Alle diese Bestände wurden in den Räumen der neuen Bibliothek untergebracht. An den Ehrenraum schließt sich die P a t e n t s ch r i f t e n st e l l e an, die neben der deutschen Patentliteratur auch eine große Anzahl ausländischer Patentschriften

enthält. Der L e s e s a a I der Dücherschau enthöÜ Regale mit rund 1000 nach verschiedenen Grup­pen aufgcftclHen Büchern allgemein verständ­lichen Inhalts, die so aufgeschlagen sind, daß ohne die Benutzung eines Katalogs jeder Be­sucher sich schnell mit den gewünschten Büchern vertraut machen kann. Die Technisch-Naturwissen­schaftliche Handbibliothek bietet den Platz für 15 000 Bände und 1200 Zeitschriften. Zahl­reiche Arbeitsplätze stehen den Besuchern zur Ver­fügung. An die Handbibliothek schließt sich die Nachs chlage-Abteilung mit 3000 Bän­den an. Eine besonders wertvolle Abteilung ist weiter die Urkunden-, Handschriften- unb Portraitsammlung. Zu dieser Ab­teilung gehören die sieben Forscherzimmer, in denen sich mit Spezialarbeiten beschäftigte Gelehrte ihren Aufgaben widmen können.

Die frühereVaterland" nach 18 Jahren wieder in Deutschland.

Di ad) 18 Jahren traf der RiesendampferLevi a- t h a n" der United States Line (die frühere deutsche Vaterland" der Hapag) wieder in einem deutschen Hafen ein. Das mit 276.Meter Länge heute noch größte Schiff der Welt fiel bekanntlich auf Grund des Versailler Diktats an die ehemaligen Feindbund­mächte. Es war im April 1913 bei Blohm & Voß in Hamburg vom Stapel gela'.ifew.mnb hatte erst zwei Ausreisen hinter sich. Zum Empfang des Schif­fes hatten fid) auf derEolumdus-Kage" in Bre­merhaven eine große Menschenmenge eingefun­den. In der Nähe des Hoheweg-Leuchtturms an der Wesermündung begegneten sichLeviathan" und Europa". Es war ein eindrucksvolles Bild, wie die beiden Riesenschiffe die üblichen Flaggengrüße austauschten. Eine Besichtigung des früheren deut­schen Dampfers erinnert schmerzlich daran, welche Wunden der deutschen Vorkriegshandelsflotte durch bas Versailler Diktat geschlagen wurden, er­innert aber auch angesichts der ausfahrenden Europa" daran, welches Ausmaß dank der uner- schütterlichen^Zöhigkeit des Hanseatengeistes der A u f- b a u der deutschen Handelsflotte nach dem Weltkrieg wieder erreicht hat.

Arbeit für die deutsche TDerftinbuftrie.

In diesen Tagen erfolgte in Hamburg bei der Deutschen Werft" ber Stapellauf zweier neuen Großtankschiffe für die Deutsch-Amerikanische Pe­troleum-Gesellschaft (Stanbard-Dapolin). Es hanbelt sich um die ersten Schiffe einer ganzen Serie von sechs neuen Großtankern von je 17 800 Tonnen, die sich gegenwärtig für dieStanbarb bei beutschen Werften in Auftrag befinben. Diese Aufträge stellen in heutiger Zeit einen beispiel- gebenben Versuch zur Konjunkturbelebung bar. Denn außer berDeutschen Werft" unb beim BremerVulkan in Vegesack, liegen auch bei derGermania-Werst", Kiel, je zwei Schiffe von 17 800 Tonnen auf Stapel, so daß heute insgesamt drei bcutfd)c Großwerften in ihrem Neubau-Ressort voll für bic D. A. P. G. be­schäftigt werben. Wer die Verhältnisse im Schiff­bau kennt, weiß, was cs für bic Werftinbustrie bebeutet, durch schwere Zeiten, wie die äugens blicklichen, die gelernte Stamm-Arbeiterschaft hin- durchbringen zu können. Die neuen Aufträge geben schätzungsweise über 10 000 Menschen Ar­beit. Allein konnte der BremerVulkan" etwa 1000 Arbeiter jetzt neu einstellen. So ist auch nach dem Kriege die D. A. P. G. der größte Auftraggeber für Tankschiffe geblieben.

Bundestag des Reichsbundes der höheren Beamten.

Wie uns soeben mitgeteilt wird, hält derReichs» bund ber höheren Beamten" seinen diesjährigen Bundestag am 7. Mai in Eisenach ab. Am Vor­mittag findet eine öffentliche Sitzung statt, auf der Dr. Bohlen, Berlin, der Besoldungsreferent des Reichsbundes, auf Grund eines durch Fragebogen gewonnenen Materials überDie Lebenshaltung der höheren Beamten" sprechen wird. Dann berich­ten Oberstudienbirektor Dr. Bolle, Berlin, und Land­gerichtspräsident Dr. Ernst, Allenstein, überDie Not des akademischen Nachwuchses". Am Nach­mittage sind die Aussprachen und die internen Be­ratungen. Davon dürste der Punkt: Wahl des ersten Vorsitzenden besonderes Interesse beanspruchen, da dieser Posten seit Rücktritt des jetzigen Oberbürger­meisters von Dresden Dr. Külz nicht besetzt ge­wesen ist.

Schon wieder eine Falschmünzerwerkstatt ausgehoben.

Seit Anfang April tauchten in Stuttgart falsche Fünsmarkstücke in sehr großer Zahl auf. Der Täter wurde bei der Verbreitung von Falsch­stücken f e st g en o m m c n. Er ist bereits we­gen Münzverbrechens vorbestraft und hatte zur Zeit Strafunterbrechung zur Verrichtung von G a r t e n a e s ch ä s t e n bei seinen Eltern, die einen Gemüsehandel betrei­ben. Diese Zeit benutzte er dazu, um in dem Gar­tenhaus des Pachtgrundstückes wiederum Falschgeld herzustellen.

Drei Kinder vom Blitz getötet.

Ein Blitz schlug in das Kinderheim ber Ortschaft Polukno im Wilnagebiet ein. Drei Kinber, ein Knabe und zwei Mädchen, waren auf ber Stelle t o t.

Wettervoraussage.

In ber Rinne tiefen Druckes, die sich von Spanien über Frankreich, Deutschland und die Ostsee bis nach Estland hin erstreckt, gelangen verschiedenartige Luft- massen nad) dem Festlande. An ber Südseite eines Kernes über Dänemark wird eine Staffel milder Ozeanluft bis in unseren Bezirk vorgeschoben, ber aber wieder kühlere Luft nachfolgt. Die Wetterlage bleibt daher weiterhin etwas wechselhaft. Die vor­übergehende Aufheiterung wird wieder durck Auf­zug von Bewölkung unterbrochen, die teilweise Nie­derschläge und durch die verschieden temperierten Luftmassen auch Gewitterstörungen mit sich bringt. Auch die Temperaturen sind demzufolge gewissen Schwankungen unterworfen.

AussichtenfürSamstag: Teils wechselnd bewölkt, teils aufheiternd, nach vorübergehender Er­wärmung wieder kühler, vereinzelt etwas Nieder­schlag, zum Teil gewitterhatter Art.

Lufttemperaturen am 5. Mai: mittags 10,9 Grad Celsius, abends 5,5 Grad; am 6. Mai: morgens 2,3 Grad. Maximum 11 Grad, Minimum0,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Mai: abends 12,8 Grad , am 6. Mai: morgens 7,2 Grad Celsius. Niedersck)löge 0,2 mm. Sonnenscheindauer 6% Stunden.

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MreriagiW des Stahlhelm in Magdeburg.

Eine JUöc Seldtes über den eigenen Weg des Stahlhelm.

Der Kronprinz an die Adresse Amerikas.

Mehr Verständnis für die deutsche Not. - Amerikas Verantwortung für das Diktat von Versailles und seine unheilvollen Folgen für die Weltordnung.

Oie Etatsberatung im Finanzausschuß des Hessischen Landtages.