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bund zu verbleiben, einem vom Gesamtausschuß bestimmten Untersuchungsausschuß überwiesen. Am Montag wurden die geschäftlichen Beratun- gen beendet. Als nächster Tagungsort wurde einstimmig Dortmund bestimmt. Zum Schluß der Tagung hielt Professor Männer. Wein, heim, forschender des Vereins für Auslands­deutschtum, einen Vortrag überDas deutsche Lied im Ausland", der lebhaften Anklang fand.

Die Verhaftung des Frankfurter Bankiers Imhäuser.

WSA. Frankfurt a. M., 5. April. Zu der Verhaftung des Inhabers der in Liquidation be­findlichen Bankfirma Imhäuser & Co.. Dr. Wal- ter Imhäuser, wegen Verdachts Der» botener Devisengeschäfte wird noch be- kannt. daß diese Devisengeschäfte hauptsächlich mit einem Kölner Kaufmann getätigt wur­den, der inzwischen flüchtig gegangen sein soll. Vach den bisherigen Ermittlungen handelt es sich um Geschäfte im Werte von einer halben Million. Imhäuser kaufte in der Schweiz deutsche Wertpapiere zu niedrigem Kurse auf und verkaufte sie in Deutschland zu höherem Kurse, wobei er gegen die Devisen- gesehgebung verstieß. Es wird angenommen, daß die weiteren Ermittlungen noch weit umfang­reichere derartige Geschäfte aufdecken werden.

Oberheffen.

Von einem Wildschwein belagert.

Die ganze Rächt auf einem Baume zugebrachl.

Büdingen, 5. April. (WSR.) Ein gefährliches Abenteuer erlebte dieser Tage ein junger Mann, der abends von hier nach feinem Heimatdorf zu- rückkebren wollte. Im Walde begegnete er einem anscheinend a n g e s ch o s s e n e n Wild­schwein, das in wütendem Galopp auf den jungen Mann zukam. Laut um Hilfe rufend ergriff dieser die Flucht, verfolgt von dem gefährlichen Tier. Im letzten Augenblick gelang es dem jungen Mann noch, einen Baum zu erklimmen. Die Hoff­nung, daß das Tier nun von der Verfolgung ab- lassen würde, erwies sich aber trügerisch. Die ganze Nacht wußte der Mann auf dem Baume ausharren, bis am andern Morgen Waldarbeiter die Hilferufe hörten und den gefährlichen Belagerer vertreiben konnten. In erschöpftem Zustand wurde der junge Mann vom Baume heruntergeholt und in seine Wohnung gebracht.

Landkreis Gießen.

X Wieseck, 5. April. Unser Evangelisch- Kirchlicher Frauenverein beging am Sonntag sein zehnjähriges Bestehen. Zur Ausschmückung einer Feierstunde durch Sang und Klang am Vachmittag hatte sich Frau Minna Volzel mit einer Kindergruppe viel Mühe gegeben. An der Gestalt der Maria Madgalena veranschaulichte der Ortsgeistliche die Gabe, von der ein Frauenverein lebt und den Auftrag, in dem er steht. Für den Vorstand des Verbandes hatte die Vorsitzende, Frau Heräus, Offenbach, ein Glückwunschschreiben ge­schickt, das verlesen wurde. Dom Kreisverband sprach Frau K r e u d e r, Gießen. Die Vamen der verstorbenen sieben Mitglieder wurden unter Glockengeläute verlesen: zur Beschaffung einer zu den gestifteten weihen Antependien passenden Kanzelbekleidung wurde gern gegeben. Den Schlußabend im Vereinssaal verschönten mit mu­sikalischen Darbietungen Erna Oßwald (Kla­vier), Elli V o h m, Else P a u s ch. Gertrud und Waltraud Völzel, der Frauenchor unter Leitung vdn Philipp Groß. Pfarrer S a t t - l e r gab einen geschichtlichen Rückblick und ver­trauensvollen Ausblick und zeigte eine' Licht- bilderrcihe überGustav-Adols-Arbeit in Hessen". Bei Kaffee und Kuchen gab es noch eine Ver­losung. Beschlossen wurde die Beschickung der

Vachdruck verboten!

20. Fortsetzung.

Wenn löstet Sctueti werben

Roman von J. Schneider-Foerstl.

Urheber-Rechtsschutz: Verlag D. Meister, Werdau.

Was soll es sein?" gab sie kühl zurück.Also zu Weihnachten willst Du um mich anhalten?"

Ja, Kind!"

Im Mai will ich Hochzeit haben! Ich habe mir das immer gewünscht!"

Wie du willst!" sagte er gütig.Meine Mit­tagspause ist um!" Mit diesen Worten hob er den Kopf, lächelte, als sie ihn wieder an ihre Brust zurückdrückte und mit begehrenden Lippen auf Mund und Augen küßte.Wann kommst du wieder? Ich meine für immer, mein Liebes!"

Ich weiß es nicht!"

Nächsten Sonntag?" forschte er.

Sie glaubte eine leise Unsicherheit in seiner Stimme zu hören. Die Gedanken kreuzten sich blitzschnell in ihrem Gehirn.Sonntag nicht!" lehnte sie ab.Da machen wir eine große Auto­tour ins Gebirge und kommen nicht vor Diens­tag oder Mittwoch zurück."

Er nickte und half ihr das Kleid, welches sie etwas zerknüllt hatte, wieder zurechtglätten.Also, dann uruh ich eben wieder weitcrsehen. mein Kind! Komm gut nach Hause und empfiehl mich deiner Mutter! Sage ihr, bitte, daß alles hier in bester Ordnung ist, und sie beruhigt hleiben kann, so lange sie Lust hat!"

Ich werde es bestellen!" Dann seine Hande zögernd zwischen die ihren nehmend, rang sie sich die Frage ab:Wo bist du am Sonntag?

..Wahrscheinlich auf Egloffstein. mein Liebes, vorausgesetzt, daß das Wetter gut ist!

Allein?" , v w<

Ganz allein! Warum fragst du

Ich dachte nur!" Sie bückte sich nach einer Wucherblume und begann oberflächlich eruszu- zählen.Ein wenig!" sagte sie geringschätzig.Also auf Wiedersehen, Dieter!"

Sie ist nicht wie sonst, dachte er, als er sie noch einmal in die Arme nahm und ihr leises Widerstreben fühlte. Es würde gut sein, wenn sie wieder für immer auf Recklinhausen weilte, und er stets in ihrer Vähe sein konnte. Ehe er nach dem Gutshof einbog, sah er noch einmal nach ihr zurück. Aber er konnte ihr weißes Kleid nicht mehr entdecken. Vielleicht war sie eine Strecke flußab gegangen. Eine eigenartige Beklemmung ließ ihn das Blut etwas langsamer durch die Adern rinnen.

Weihnachten war nicht mehr allzu weit Acht Wochen noch, dann war sie vor aller Welt ferne Braut. Im Mai folgte dann die Hochzeit. Er würde das Kapital, das ihm seine Mutter hinter- lassen hatte, auf Recklinhausen anlegen. So kam

25. Hauptversammlung des Verbandes in Darm­stadt am 17. April.

CO Klein-Linden, 5. Avril. Unter starker Beteiligung der Einwohnerschaft sand am Sonn- tag im Saale der .Deutschen Eiche" ein De- meindeabend der evangelischen Kir­chengemeinde statt. Die beiden evangelischen Iugendvereinigungen hatten ein schönes Pro­gramm zusammengestellt und sorgfältig vor­bereitet. Pfarrer Bremmer begrüßte die zahl- reichen Teilnehmer und stellte den Zweck und die Ziele eines solchen Gemeindeabends dar. Musi­kalische Darbietungen einer Hauskapelle unter­hielten zunächst die Zuhörer, der Singekreis der Iugendvereinigung (Leitung L. Bogel) brachte einige alte geistliche und Volkslieder zum Vortrag. Die Musikkapelle und die jugendlichen Sänger fan­den für ihre Darbietungen lebhafte Anerkennung. Den Höhepunkt des Abends bildete die Auffüh­rung eines Theaterstückes, eines Spiele- von deut­scher Treue, das die Mitwirkenden vortrefflich Wiedergaben. Die altertümlichen Kostüme, die von den Mitwirkenden selbst hergestellt waren, gaben der Aufführung das besondere Gepräge. Pfarrer Bremmer dankte zum Schluß allen, die sich um die Ausgestaltung des Abends verdient gemacht hatten.

* Watzenborn - Steinberg, 5. April. Der Turnverein .G u t H e i I Watzenborn-Stein­berg (ADT.) hielt am Samstag seine außer­ordentliche Generalversammlung ab. Die Ver­sammlung galt in der Hauptsache der Vorberei­tung der aus Anlaß des 25jährigen Bestehens dem Berein vom Gau Wetterau übertragenen Teran- staltungen. Da- Gaufest und die Gaufahrt 1932 sind dem Verein übertragen worden. Beide Gau- veranstaltungen wurden aus Sparsamkeitsgründen zusammengelegt und sollen am 10. Juli stattfinden. 3n der Versammlung wurden die einzelnen Fest­ausschüsse gewählt. Der Wohnungsausschuß dürfte mit der Unterbringung von 300 Turnern und Tur­nerinnen eine schwere Aufgabe vor sich haben, man rechnet allerdings damit, daß sich die Be­völkerung auch diesmal bereitfinden wird, den Verein bei dieser Arbeit zu unterstützen. Für den seitherigen Schriftführer Th. Jung wurde im weiteren Verlaufe der Versammlung Karl Har­nisch gewählt. Dem ausscheidenden Schriftführer wurde für seine verdienstvolle Arbeit gedankt. Mit einem Appell an die Versammlung, auch weiter­hin treu zur Sache und zum Verein zu stehen, fand die Versammlung ihr Ende.

s. U t p h e, 5. April. Der älteste männ­liche Einwohner unseres Dorfes, der Land­wirt und Drechsler Georg Friedrich B e l h e r, konnte seinen 91. Geburtstag begehen. Er hat sich bis in sein hohes Greisenalter erstaun­liche Gesundheit und Frische bewahrt, obwohl er schon von schweren Schicksalsschlägen betroffen wurde und mehrere erwachsene Cnkellinder ins Grab sinken sah. Er ist auch in der weiteren Umgebung bekannt geworden, als in der Vach» kricgszeit die Spinnräder wieder zu Ehren kamen und man sie ihm zur Instandsetzung brachte: gibt es doch nicht mehr viele Drechsler, die da­von noch etwas verstehen. Eine unserer ältesten Einwohnerinnen, die Landwirtswitwe Sophie Bornmann, feierte vor einigen Tagen ihren 8 5. Geburtstag.

Kreis Schotten.

# Glashütten, 5. April. Unter großer Beteiligung wurde am Samstag der Polizeidie­ner i. D. Heinrich Ott, der im 8 5. Le­bensjahr verstarb, zu Grabe getragen. Im Juli des vergangenen Jahres war es ihm noch vergönnt, das Jubiläum seiner 50jährigen Amtstätigkeit begehen zu können. Pfarrer H a n st e i n, Oberlais, schilderte in seiner Grab­rede den Toten als Menschen, wie als den Be­amten. Sine stattliche Anzahl Kränze wurden nie­dergelegt. Der GesangvereinSängerlust-Ein- tracht" verschönte die Trauerfeier mit zwei Grab­chören.

Wirtschaft.

9/99 Milliarden Sparkaffeneinlagen Ende Februar.

Berlin, 5. April. Ende Februar beliefen sich die Sparkasseneinlagen bei den deutschen Sparkasien auf 9 988,73 Millionen RM., gegenüber 9 887,28 Millionen RM. Ende Januar. Der Berichts­monat weist mithin eine Zunahme um 1 0 1,4 5 ^Millionen RM. auf gegenüber einer Zunahme um 161,41 Millionen RM. im Januar. Im einzelnen betrugen die Einzahlungen 598,90 (Januar 834,4q) Millionen RM., davon aus Aufwertung 52,86 (54,66) Millionen RM. und aus Zinsgutschriften 108,65 (672,98) Millionen RM. Die Depositen., Giro, und Kontokorrenteinlagen betrugen am Ende des Berichtsmonats 1271,20 (1233,25) Millionen RM.

Gefchästsstille in Berlin.

Dilanzfälschungrn im Kreuger-Kon-em sestgcstellt.

Berlin, 6. April. (WTB. Funkspruch.) Die Bilanzfälschungenim Kreuger-Kon- zern hinterließen an der Börse einen ziemlich starken Eindruck, obwohl bereits gestern mit Ueberraschungen in dieser Angelegenheit gerech­net wurde. Zwar wird der Berliner Platz kaum in stärkerem Maße direkt in Mitleidenschaft gezogen werden, aber die Tatsache, daß ein Weltwirtschaftsführer wie Kreuger zu solchen Mitteln gegriffen hat, um zum Ziele zu kommen, muh naturgemäß die Stimmung stark beeinflussen. Während der Vor­mittagsstunden rechnete man auch mit größeren Kursrückgängen, zumal die gestrige Veuyorker Börse ausgesprochen flau lag und das an sich schon darniederliegende Kursniveau eine neue Senkung um 1 bis 5 Dollar erfahren hatte. Zu Beginn des Verkehrs zeigte sich aber deutlich, daß sich die Vorgänge infolge der Geschäfts­stille kaum auswirken können, jedenfalls er­gaben sich keine größeren Verluste. Lediglich Svenska, die aber jetzt außerhalb der Allgemein­tendenz stehen, gingen um etwa 3,50 Mark zu­rück. Die Spekulation neigte aus rein markt- technischen Gründen eher zu Deckungen und klei­nen Rückkäufen, da einerseits die Wiederaufnahme der amtlichen Kursfeststellung unmittelbar be- vorsteht, und man sich anderseits mit den Maß­nahmen des Vörsenvorstandes bezüglich der Re­gelung der Wiedereröffnung recht zufrieden zeigt. Insbesondere begrüßt man, daß Exekutionen auch weiter verboten sind und daß Kompensations­kurse, die ohne tatsächliche Umsätze sestgestellt werden, nicht erlaubt sein werden. Eine weitere Anregung war darin gegeben, daß die befürch­tete Rotverordnung über den Effek­tenhandel mit dem Auslande nun doch nichtergehen soll und damit der Börse ein wesentlicher Teil des Geschäftes, nämlich die Tauschoperationen mit dem Auslande, erhalten bleiben wird. Hebet den üblichen Rahmen von 1 Prozent waren Barmer Bankverein um 3 Pro­zent, Chade um 2 Mark, I.-G.-Chernie-Basel um 2 Prozent gedrückt. Im Verlaufe bröckelten die Kurse leicht ab. Vur Gelsenkirchen holten ihren Anfangsverlust von etwa 1 Prozent wie­der auf. Auch Farben zeigten nach schwächerer Eröffnung etwas freundlichere Veranlagung. Zell­stoff Waldhof gaben heute um insgesamt etwa 2 Prozent nach. Der Pfandbriefmarkt zeigte durchweg schwächeres Aussehen. Deutsche An­leihen und Reichsschuldbuchforderungen gaben gleichzeitig nach. Geld weiter erleichtert, Tages­geld war 6,25 Prozent und darüber.

Frankfurt schwach und sehr still.

Frankfurt a. M., 6. April. (WTB. Draht - meldung.) Tendenz: schwach. Die heutige Börse eröffnete in überwiegend schwacher Tendenz. Die Unsicherheit der innerpolitischen Lage hemmt

jede Unternehmungslust. Es fehlten auch heute wieder Kaufaufträge des Publikums. Infolge der flauen gestrigen Veuyorker Börse, sowie der schwachen Haltung der deutschen Werte an den Auslandsbörsen nahm die Spekulation in Verbin­dung mit verschiedenen Verkaufsorders Abgaben vor, die tei der Enge deS Marktes einen merk­lichen Druck auf die Kurse ausübten. Ge­gen die Abendbörse lagen alle Marktgebiete et­was schwächer. Verhältnismäßig widerstandssähig lagen Schissahrts- und Montanwerke. Letztere ga­ben vereinzelt etwa 0,50 Prozent nach. IG. ver­loren etwa 1,25 Prozent und IG -Chemie Basel weitere 2 Prozent. Scheideanstalt blieben nach wie vor gut gehalten. Am Glektrvmarkt betrugen die Kursrückgänge durchweg 1 Prozent. Kunstseide- und Kaliaktien gaben ebenfalls um 1 Proz. nach. Am Dankenmarkt lagen sowohl Reichsbank, als auch private Bankaktien überwiegend 1 Prozent nichtiger. Hypothekenbankwerte blieben unverän­dert. Von Auslandsaktien verloren Svenska auf die Dilanzfälschungen irnKreuger- konzern 3,50 Prozent zirka, Chade gingen um 1 Mk. zurück. An den Vebenmürkten ruhte daS Geschält vollkommen. Am Rentenmarkt war das Geschäft schleppend. Altbesitz und Reichsschuld- buchforderungen verloren je 0,50 Prozent. Reichs­bahnvorzugsaktien blieben knapp gehalten. Ledig­lich die Werte der Preußischen LandeSpsandbrief- anftalt konnten sich gut behaupten. Liquidations­pfandbriefe waren unverändert. Don Industrie­obligationen waren Stahlverein offeriert, Far- ben-Bvnds lagen 0,50 Prozent nichtiger. Aus­lands reuten blieben ohne Umsatz. Im Verlaufe war das Geschäft sehr ruhig, doch blieben die Kurse gut behauptet. IG. zogen etwa 0,25 Pro­zent an. Am Geldmarkt war die Lage sehr leicht, Tagesgeld wurde um 0,50 auf 5,25 Prozent ermäßigt.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 6. April. Es wurden no­tiert: Weizen 262,50 bis 265 Mk., Roggen 225. Sommergerste (für Brauzwecke) 190 bis 200, Hafer (inländischer) 162,50 bis 170 Mk. pro Tonne: Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Austausehweizen) 39,25 bis 40,25. (Sonder- rnahlung) 37,50 bis 38,50, (niederrheinischeS, mit Austauschweizen) 39,25 bis 40, (Sondermahlung) 37,50 bis 38,25, Roggenmehl 29,25 bis 30,50, Weizenkleie 10,50, Roggenkleie 11 Mk. pro Dop­pelzentner. Tendenz: Stetig.

Deal

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5 April

6. April

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Geld

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Heljingsoe» .

7,293

7,387

7,283

7,297

Wien. . .

49,95

50,05

49,95

50,05

Prag . . .

12,465

12,485

12,465

12,485

Budapest . .

56,94

67,06

56,94

57,06

Sofia . . .

3,057

3,063

3.057

3,063

Holland . .

170,28

170,62

170,43

170,77

C810 . . . .

83,12

83,28

83,12

83.28

Kopenhagen.

87,11

87,29

87,11

87.29

Stockholm

85,31

85,49

85,11

85.29

London. . .

15,85

15,89

15,87

15,91

Buenos Aires

1,068

1,072

1,068

1,072

Neunork

4,209

4,217

4,209

4,217

Brüffei. .

58,84

58,96

58,84

58,96

Italien. . .

21,72

21,76

21,72

21,76

Paris . . .

16,57

16,61

16,60

16,64

Schweiz . .

81,67

81,83

81,74

81.90

Spanien . .

31,92

31,98

31,92

31.98

Danzig . .

82,47

82,63

82,44

82.58

Japan . .

1,399

1,401

1,389

1.391

Rio de Jan..

0,256

0,258

0,256

0,258

Jugoslawien.

7,413

7,427

7,413

7,427

diilaboo . .

14,39

14,41

14,39

14,41

Taten für Mittwoch, 6. April.

1520: der Maler Raffael Santi in Rom gestorben; 1834: der Dichter Emanuel Geibel in Lübeck ge­storben.

er doch wenigstens nicht mit leeren Händen und brauchte nicht darüber zu erröten, daß er eine der Recklinhausenschen Töchter um ihres Erbes wegen zur Frau begehrt hatte.

Ganz in Zukunftsträume versunken, ging er mit dem Iunglnecht nach dem Walde hinüber, um die Fichtenschonungen zu besichtigen.

An seiner Seite aber schritt ungesehen das Verhängnis, das schon in der nächsten Stunde über ihn hereinbrechen sollte.

Suse stand vor Malnows Türe und hatte die Hand bereits auf den Drücker gelegt.Es ist häßlich! Es ist niederträchtig! Ganz unerhört gemein ist das, was ich tun will!" beschuldigte sie sich selbst. Aber das Verlangen, Gewißheit zu bekommen, überwog alle edleren Gefühle in ihr.

Sie hatte Dieter nach dem Walde gehen und in die Richtung nach den Pflanzungen hin ver­schwinden sehen. Da kam er vor dem Abend nicht zurück. Es blieb also genügend Zeit. Sie brauchte nicht zu fürchten, von ihm überrascht zu werden.

Sie drückte die Klinke nieder und erschrak. Er hatte versperrt. Auf dem gleichen Flur schlief auch noch Settermann. Dessen Schlüssel steckte. Vielleicht paßte er. Sie atmete auf, als ihre Ver­mutung sich als richtig erwies.

Wieder wie das erstemal, als sie zu ihm ge­kommen war, empfand sie die Aermlichkeit der Wohnung beschämend. Sie hatte ganz darauf ver­gessen, für etwas Bequemlichkeit zu sorgen. Wenn sie zurückkam, würde sie das sofort nachholen. Jetzt wollte sie nichts, als einen Blick auf seinen Schreibtisch werfen. Wenn Dieter schuldlos ist, werde ich alles durch zehn- und zwanzigfache Liebe gutzumachen suchen, beschwichtigte sie ihr mahnendes Gewissen.

Die mit grünem Filz bezogene Platte war fast leer. Ein paar Zeitungen! Das Ausgabebuch! Ein Band Lessing, dazwischen das Bild einer vorneh­men, distinguierten Same mit einem stillen, gütigen Augenpaar. Sas mochte seine Mutter sein, ilnb daneben ein eingefangener Brief. Ihre Finger zitterten, als sie den Bogen aufnahm.

Mein kleiner Liebling!

Wie ich mich freue, daß Du nun wieder wohl­auf bist, mein Dorli! Hast Du den Ball, den ich für Dich abschicken lieft, erhalten? Ich habe mir Sorge gemacht, daft der grofte Spaziergang vergangenen Sonntag doch zu weit für Deine kleinen Füßchen war. Wenn ich diesmal komme wahrscheinlich am Samstag wollen wir an den Starnberger See. Du und ich ganz allein, mein Kleines. Damit Du das tote Mütterchen grüßen kannst, wollen wir zuerst ihr Grab besuchen und dann uns ein wenig im Tierpark umsehen. Das hast Du Dir doch das letztemal gewünscht, mein Liebling.

Zu Weihnachten hole ich mir eine siebe, blonde Frau! Die wird Dir barm das tote

Mütterchen ersehen, mein Kind. Vielleicht erlaubt sie, daß ich Dich hierherbtinge und dann können wir immer beisammen fein.

Hier brachen die Zeilen ab. Dieter hatte wahr­scheinlich den Dries nicht fertigschreiben können und die Absendung also verschieben müssen. Vor Suses Augen flimmerte es ganze Wolkenberge, die allmählich das kleine Zimmer füllten, daß sie haltsuchend gegen den Aufsatz des Schreib­tisches taumelte.

Also doch! Belogen hatte er fiel Hinter- gangen! Geschworen, daft sie das Einzige sei, das er liebe! Und schrieb an fein Kind, dessen Mutter er wahrscheinlich geheiratet hätte, wenn diese nicht zufällig gestorben wäre, ilnb sie war die Vachsolaerin dieser anderen. Die Vachfolgerin! Sie siel in Den Stuhl am Schreibtisch, wühlte das Gesicht in die Arme und weinte aus Schmerz, Zorn, Ekel und einer wilden Verzweiflung her­aus. Das Kind schlieftlich konnte die Kleine ja nichts dafür, daß sie am Leben war. Aber er! So niederträchtig verlogen zu fein, sich vor sie hinzustellen und zu behaupten, es habe sonst niemand Rechte an ihn, als sie allein! Das war mehr, als sie ertragen konnte.

Die Tränen rannen ihr noch immer über die Wangen. So ein Feigling war er! Vicht einmal den Mut des Bekennens und einer ehrlichen Deichte seiner Vergangenheit zu finden!

Sie hatte eigentlich genug jetzt und wußte, woran sie war, und was sie hatte wissen wollen. Trotzdem suchten ihre Finger nochmal über die Platte hin nach den wenigen Driesen, die darauf verstreut lagen.

Ein Lichtbild kam ihr in die Hand. Ein Kinder­gesichtchen, ganz von blondem Gelock umrahmt, sah ihr entgegen. Wie ähnlich die Kleine ihm war. Wenn sie noch einen Zweifel getragen hätte, nun wäre er restlos geschwunden. Auf der Rück­seite stand mit ungeübter Handschrift:Dein Dorli!"

Zugleich flog ein Zettel aus dem Kuvert:

Sehr geehrter Herr Malnow!

Machen Die sich keine Sorge mehr um das Kind. Das Dorli ist seit heute morgen fieberfrei Sie hat große Sehnsucht nach Ihnen und es wird ihre höchste Freude sein, wenn Sie den Sonntag wieder mit ihr verbringen. Die arme Tote wird es Ihnen gewiß danken und es Ihnen mit ihrem Segen vergelten, was Sie an ihrem Kinde tun. Es ist ja das gleiche Blut, das in Ihnen beiden fließt.

In vorzüglicher Wertschätzung Schwester Gertraud."

Das gleiche Dlut, das in Ihnen beiden flieftl --Suses Füße wurden schwer wie Dlei. Sie weinte nicht mehr. Aber es war ein tiefer Schmerz, der ihr die Kehle zusammenpreftte.

Er hat mich belogen! Er hätte mir davon sagen

müssen. Es war niederträchtig und gemein, dieses Geständnis bis nach der Hochzeit zu verschieben. Wenn er ehrlich gewesen wäre, vielleicht hätte sie sogar verziehen! Ganz sicher hätte sie vergeben, auch wenn es noch so schwer gewesen wäre. Aber so---

Durch die nur leicht angelernten Fenster spielte die Vachmittagssonne und ließ flimmernde Kreise auf dem weiften Dretterboden tanzen. Run begriff sie auch, warum er so spartanisch zu leben ge­zwungen war. Er mußte für das Kind sorgen. Aus diese Weise verbot sich von selbst jeder Luxus und das Sehnen nach eigener Bequemlichkeit. Eigentlich geschah es ihm recht!

Als sie draußen im Hofe das Rattern eines Motors hörte, schrak sie auf. Sie mußte sich erst besinnen, daß sie dem Chauffeur Auftrag gegeben hatte, um drei Uhr den Wagen bereit zu halten. Und dann hörte sie eine Stimme, die ihr das Blut durch den Körper jagte.

Malnow war, um sie noch einmal zu sehen, aus dem Walde zurückgekommen. Wie jetzt entrinnen? Sie horte seinen Schritt übet das gestampfte Pflaster gehen und sich dem Hause nähern.

Gerechter Gott, bewahre mich vor der Schande, daß er mich hier sindet, bat sie verzweifelt. Alles, nur baß baß durste ihr nicht werden. Da ächzten auch schon die Dielen im Flur unter seinen schweren Stiefeln.

Suse schnellte mit letzter Geistesgegenwart vom Stuhl auf, flüchtete in fein Schlafzimmer und drückte gerade die Klinke herab, als Dieter die Türe zum Wohnzimmer öffnete.

Er glaubte sich mit Gewißheit entsinnen zu können, daß er versperrt hatte, aber es mußte wohl ein Irrtum sein. Set Schlüssel steckte. An seinen Schreibtisch tretend, überraschte ihn die Unordnung, die auf demselben herrschte. Mög­licherweise, daß et das heute mittag selbst ver­schuldet hatte. Et war so kopflos gewesen und hatte solche Eile gehabt, zu Suse zu kommen.

Malnow hatte keine Ahnung, daß Suse un Zimmer nebenan gegen die Wand gelehnt stand und ein Gesicht zeigte, das keinen Tropfen Blutes mehr trug. Ihr Blut schlug in Wirbeln: Was tue ich, wenn er kommt?--

Da ging draußen die Türe wieder in den Angeln. Ein Schlüssel wurde gedtehlGefangen!" dachte sie und fühlte es trotzdem als eine Erlösung, daß alles so gnäbig Dorübergegangen war. Ihr Gehirn begann ungesäumt nach einem Ausweg zu suchen, der es ihr ermöglichte, von hier wegzu­kommen. Sie spähte nach dem Fenster. Es wat vergittert und eine Flucht also unmöglich.

Die beiden anderen in seinem Wohnzimmer waten ohne Eisenstäbe, aber sie gingen bireft nach dem Hose. Es war unmöglich, ohne gesehen zu werden, ins Freie zu kommen.Mein Gott, was tun? Es klang wie ein Gebet, das sie angsterfüllt zum Himmel schickte.

(Fortsetzung folgt.)