Nr. 80 Zweites Blatt
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Mittwoch, 6 Apri' 1952
Aus Natur und Technik.
Der sterbende Schienenstoß.
Don Franz Neumann
(Nachdruck verboten!)
Wenn wir auf der Eisenbahn fahren, so hören wir ein taktmäßiges Geräusch, das vom Liebergang der Näder von einer Schiene auf die andere über den Schienenstoß herrührt. Diese Schienenstöße sind ein Schmerzenskind der Eisenbahn, denn an ihnen werden die Schienen durch das Fahren am stärksten beschädigt, und auch die Fahrzeuge werden durch die von ihnen herrührenden Erschütterungen nicht besser. Aber Zwischenräume zwischen den einzelnen Schienen schienen doch ein notwendiges Liebel zu sein, denn man muhte den Schienen Gelegenheit geben, sich im Winter zusammenzuziehen und sich im Sommer auszudehnen. Die Wärme dehnt ja bekanntlich die Körper aus, und wenn dies auch nicht die Lirsache dafür ist, dah die Tage im Sommer länger sind als im Winter, so macht doch die Zusammenziehung der Schienen im Winter so viel aus, dah Schienenlücken von weit mehr als einen Zentimeter entstehen, über die die Näder gewissermaßen hinweghüpfen müssen.
Je schneller nun unsere Züge fahren, desto häufiger müssen die Räder in einer bestimmten Zeit über diese Zwischenräume laufen, desto unangenehmer wird also das Fahren durch die Erschütterungen und i^as Geräusch, das durch- sie verursacht wird- Man ist deshalb dazu übergegangen, die Schienen immer länger zu machen. Während man früher 7 Meter lange Schienen hatte und in der 12-Meter-Schiene schon eine Höchstleistung sah, war man vor dem Kriege bei der 15-Meter-Schiene angelangt. Rach dem Kriege ist man dann zur 30 Meter langen Schiene übergegangen, die seit 1928 bei der Deutschen Reichs- bahn sür alle Hauptgleise vorgeschrieben ist. Aber auch dabei wird man nicht Halt machen. Schon versucht die Reichsbahn die 60 Meter lange Schiene, von der sie schon 42 Kilometer Gleislänge hat, ja, in Tunneln, wo die Wärmeunterschiede geringer sind, ist man sogar auf 120 Meter lange Schienen übergegangen, indem man vier 30 - Meter - Schienen miteinander verschweihte. Während bei der 7 Meter langen Schiene noch 142 Stöße auf einen Kilometer kamen, sind es bei der 30-Meter-Schiene nur noch 33, bei der 60-Meter-Schiene nur noch 17 und bei der 120-Meter-Schiene sogar nur noch 8 bis 9.
Wie ist diese Verlängerung der Schienen nun möglich, ohne dah sie sich im Sommer infolge ihrer Verlängerung verwerfen und ohne dah im Winter zu grohe Lücken zwischen den einzelnen Schienen entstehen? Run, man kann eine Schiene, die man um 1 Grad erwärmt, dadurch an einer entsprechenden Verlängerung verhindern, dah man sie in der Längsrichtung mit einem Druck von 24 Kilogramm, vervielfacht mit der Zahl der Quadratzentimeter ihres Querschnitts, zusammendrückt und man kann sie ebenso an der Zusammenziehung verhindern, wenn man sie mit derselben Kraft in die Länge zieht. Diese Beanspruchung halten die Schienen bei den durch unser Klima bedingten Temperaturschwankungen aus. Straßen- bahnen sind deshalb schon lange dazu übergegangen, alle Schienen zusammenzuschweihen, also überhaupt keine Schienenstöhe mehr zu machen. Dabei liegen die Verhältnisse aber insofern günstiger als bei Vollbahnen, als die Schienen durch ihre Einbettung im Sommer nicht so heiß werden, wie die der Sonnenstrahlung in ihrer ganzen Höhe ausgesetzten Vollbahnschienen. Dann aber können die Straßenbahnschienen, wenn sie im Sommer heih werden, nicht infolge des Längsdrucks seitlich ousknicken. weil sie ja in der ganzen Länge in das Pflaster eingespannt sind, während man doch befürchten muh. dah bei Dollbahnen solche Verwerfungen bei groher Hitze eintrcten können. Immerhin treten auch jetzt schon bei den 30-Meter-Schienen ganz beträchtliche Zug- und Druckspannungen auf, weil man die Schienenlücken im Winter nicht allzu groß werden lassen kann, und es scheint, wie Regierungsbaumeister a. D- I- W a t t m a n n im Berliner Bezirksverein Deutscher Ingenieure vor einiger Zeit ausführte, nur eine Frage der Zeit zu sein, dah man Mittel und Wege finden wird, auch bei den Vollbahnen alle Schienen anein- anderzuschweihen. also die Schienenstöhe voll
kommen zu vermeiden. Die Folge wird ein sehr viel ruhigeres Fahren und eine beträchtliche Schonung der Fahrzeuge und der Schienen sein. Das Tacktack. das man jetzt beim Fahren hört und spürt, wird dann vollkommen verfchwinden und man wird sanft und fast geräuschlos über die Gleise dahingleiten.
Das Schweißen der Schienen ist übrigen- ein bezeichnendes Beispiel dafür, dah auch die Anschauungen in der Technik veränderlich sind. Wer vor wenig mehr als einem Menschenalter die Verwendung so langer Schienen oder gar das Zusammenschweihen aller Schienen zu einer durchgehenden Schiene sür möglich erklärt hätte, der wäre wohl nicht ganz ernst genommen worden. Freilich handelt es sich bei der Möglichkeit, so
grohe Schienenlängen zu verwenden, weniger um eine Veränderung der Anschauungen als vielmehr darum, dah der Schienenstahl erheblich besser geworden ist und dadurch zusätzliche Längs- beanspruchunaen aushält, die früher zu Schienen- brüchen geführt hätten. Die mit der Verlängerung der Schienen eintretenden Erfolge sind also den Technikern nicht in den Schoß gefallen, vielmehr ist jeder Zentimeter erhöhter Einzel- schienenlänge in zäher Arbeit errungen worden. Lind wenn Sie nun. verehrter Leser, wieder im D-Zug fahren, dann achten Sic doch einmal darauf. wieviel weniger Stöhe Sic spüren als früher, und denken Sie daran, wieviele Köpfe durch Jahrzehnte hindurch daran gearbeitet haben. Ihnen diese kleine Annehmlichkeit zu verschaffen!
Zeder sein eigener Funkansager!
praktische Winke für den Radio-Bastler.
Don Max Fischer.
Dor
deutlich an.
kleinen Funkhebelschaltern fast durchweg Händen sind.
Sprache nicht sehr laut, aber sehr Man kann die Lautstärke jedoch außerordentlich steigern, wenn man einen Kopsfernhörer in die Schallplattenbuchsen stöpselt, die sich heutzutage an jedem besseren Röhrenempfänger befinden: Dann hört man die Sprache sogar einwandfrei im Lautsprecher.
Noch weniger bekannt ist es, daß man nicht nur den Kopffernhörer, sondern auch den Lautsprecher als Geber benutzen kann, wenn man ihn an die Schallplattenbuchsen des Empfängers anschließt. Man kann dann die hineingesprochenen Worte laut und deutlich in einem zweiten Laut- sprecher hören, der in der üblichen Weise an den Lautsprecherbuchsen des Empfängers liegt: man kann sogar auf diese Weise mehrere angeschlossene Lautsprecher betreiben.
spricht, wenn auch nicht sehr laut. Cs gibt aber einen sehr einsachcn Kniss, durch den man auch bei einpoliger Abschaltung das Mitsprcchen des Lautsprechers verhindern kann, indem man nämlich den abgeschalteten Lautsprecher mit demselben Schalter, mit dem man den einen Draht unterbricht, kurzschließt lDild3). Man braucht dazu einen Schalter mit zwei Kontakten, wie sie an den
(Nachdruck verboten!)
Es ist viel zu wenig bekannt, dah ein Fernhörer nicht nur ein Empfänger für Sprache und Musik ist, sondern daß man damit auch senden kann, wenn man hineinspricht. Hat man z. D. in seiner Wohnung mehrere durch eine Doppelleitung verbundene Kopfsernhörer-Steckdosen, so kann man sich mit Kopfscrnhörern von eipem Zimmer ins andere unterhalten. Freilich kommt dabei die
Bild 3. Bild 2.
Q
Laut-
Bild I.
sprecher
Funkempfdnger
VSprechschoher
Erde
5
Da es mir nun zu langweilig war, den über dem Rundfunkempfänger hängenden Laut- I sprecher zum Besprechen der übrigen Lautsprecher in der Wohnung — es sind im ganzen 13 —, immer umzustöpseln und die Antenne abzulegen, wie dies beim Anschluß einer Sprechmaschine oder irgendeiner anderen Dcsprechungsvorrichtung, sei es ein Mikrophon, ein Kopffernhörer oder ein Lau- sprecher, notwendig ist, hmbe ich mir die ganze Sache auf einfache Weise umschaltbar gemacht. Man kann durch Umlegen eines einzigen Sprech' schaltcrs den Lautsprecher 3 über dem Gmpsänger von der Lautsprecherleitung ablegen und ihn auf den Schallplattenanschluß schalten. Zugleich schaltet man die Antenne ab, und zwar ist es dabei gleichgültig, welche seiner Antennen man gerade benutzt. Dazu ist es nur nötig, den Antennenschalter Z, mit dem man die Antennen wechselt, vom Empfänger aus gesehen hinter den Sprechschalter zu legen. Spricht man also nach Herunterklappen des Sprechschalterhebelchens in den Lautsprecher 3 über dem Empfänger, so geben die übrigen Lautsprecher 1, 2 usw. die Sprache genau so wieder, wie wenn sie vom Rundfunksender käme. Man braucht also zum Besprechen seiner Lautsprecher durchaus kein Mikrophon.
Natürlich wird man, wenn man mehrere Lautsprecher in der Wohnung hat, wie dies ja jetzt vielfach und in steigendem Maße der Fall ist, nicht immer alle mitlaufen lassen. Man wird vielmehr an jedem einen Ausschalter und möglichst auch einen Lautstärkenregler (Bild 2) anbringen. Der Schalter muß eigentlich doppelpolig sein, das heißt, er muß beide Zuleitungen zum Lautsprecher unterbrechen, da der einpolig abgeschaltete Lautsprecher doch noch immer etwas mit
Als Lautstärkenregler benutzt man am besten einen Drehwiderstand von 200 000 Ohm, und zwar so, dah er als reiner regelbarer Widerstand in einer der beiden Drahtleitungen liegt. Spannungsteiler und ähnlich geschaltete Widerstände zwischen beiden Drähten kann man dagegen nicht benutzen, weil man damit nicht nur den einen Lautsprecher beeinflußt, dessen Lautstärke man regeln will, sondern alle andern mit. Solche Vorschaltwiderstände sind namentlich auch dann zweckmäßig, wenn man mehrere Lautsprecher verschiedener Herkunft benutzt. Dabei ergeben sich durch die Verschiedenheit ihrer Widerstände fortgesetzt Schwierigkeiten, die sich in Anfragen an den Brieftastenonkel der Rundfunkzeitschriften lebhaft widerspiegeln. Schaltet man aber je einen Widerstand vor, so kann man diese Widerstände leicht so einregeln, dah alle Lautsprecher, mögen sie auch innerhalb der üblichen Grenzen noch so verschieden fein, gut und alle gleich laut sprechen. Ich habe diese richtige Antwort noch nirgends gelesen, sie ist daher wohl von Interesse für olle Funkgäste. Die üblichen Ratschläge, man solle die Lautsprecher, statt sie an beide Zweige der durchgehenden Leitung anzulegen, reihen, also hintereinander schalten, haben allerlei Nachteile und führen selten zum Ziel. Das einzig Wahre ist die Nebeneinanderschaltung mit einem Vorschaltwiderstand vor jedem Lautsprecher, der samt dem Schalter (Bild 2 oder 3) an den Stellen X eingeschaltet wird. Bei dem Lautsprecher, den man besprechen will, muh er an der Stelle X beim Sprechschalter liegen und darf nicht etwa bei Y liegen, denn sonst läge er auch beim Besprechen vor dem Lautsprecher, was eine Schwächung der
Technische Rundschau.
Lon Or. Hellmut Thomasius.
Das Anwachsen des Flugverkehrs hat zu einer kräftigen Belebung der erfinderischen Tätigkeit auf dem Gebiete des Flugwesens geführt. Alles und jedes, was mit diesem Gebiete zusammenhängt, ist gegenwärtig Gegenstand eifriger Bemühungen. Viel Neues wird erdacht, von dem durchaus nicht der größte Teil das Flugzeug selbst betrisft. Bei diesem scheint die Entwicklung zu einem gewissen Stillstand gekommen zu sein. Desto mannigfaltiger ist das, was sich auf die mit dem Flugverkehr in Verbindung stehenden Verhältnissen bezieht. Die Flugzeuge befördern auch Post. Es würde zu viel Aufenthalt machen und vielfach unwirtschaftlich sein, wollten sie jedesmal landen, so oft Post ausgenommen oder abgegeben werden soll. Deshalb warf man die Post häufig ab. Es wurden jedoch auch mannigfache Einrichtungen gebaut, die den Austausch der abzugebenden und mitzunehmenden Post während des Fluges erleichtern sollten.
Jetzt liegt eine neue Lösung dieses Problems vor, die sich bei den Erprobungen vorzüglich bewährt hat. Bei ihr gibt es keine festen Gestelle und ähnliches, von denen die gebündelte Post im Darüberfliegen gewissermahen geangelt wird, ^hid) keine Netze, in die man hineinzielen muh Für die Einrichtung war der Gedanke maßgebend, daß sie ebenso beweglich sein müsse wie das Flugzeug selbst. Beide müssen imstande sein, sich auf längere Strecken mit gleicher Geschwindigkeit dahinzubewegen. Die neue Vorrichtung besteht aus einem Dreirad, das oben mit einer Abschiehvor- richtung, mit einem Katapult ausgestattet ist. Vom Katapult, das weit nach den Seiten hin äusladet, ragen zwei eiserne Masten senkrecht hoch empor. Oben zwischen den Spitzen der fast zwanzig Meter hohen Stäbe ist ein Draht ausgespannt, der gewissermaßen als Abzug für das Katapult bient. Dom Flugzeug hängt eine Stange herab. Der Ab
zug ist derart leicht eingestellt, daß er schon bei leiser Berührung in Tätigkeit tritt. Wird er also durch die vom Flugzeug nach unten herabhängende Stange berührt, so löst er das Katapult aus. Sofort gibt dieses dem Dreirad einen Stoß nach vorwärts. Damit ist der Anfangswiderstand für die Fortbewegung überwunden. Das einmal in Bewegung gesetzte Fahrzeug läuft nun von selbst weiter und wird auch durch die vom Flugzeug herabhängende Stange nach vorwärts gedrückt. Beide bewegen sich mit gleicher Geschwindigkeit dahin. Sobald die Verbindung zwischen Dreirad und Flugzeug he^gestellt ist, beginnt auf diesem sofort vollkommen selbsttätig eine Winde zu arbeiten. Sie läßt einen Haken herab, der den Post- sack erfaßt. Dieser liegt derart auf dem Dreirad, dah der Haken nicht sehlgreifen kann. In dem Augenblick, wo der Haken durch den Postsack belastet ist, wird die Winde, und zwar wiederum selbsttätig, umgestellt. Sie arbeitet jetzt in entgegengesetzter Richtung und zieht den Postsack empor. Andere Einrichtungen sorgen dafür, dah bei der gleichzeitigen Fahrt von Dreirad und Flugzeug auch Post aus der Plattform des Rades niedergelegt werden kann. Ist dieser Austausch vollzogen, so wird der Druck der Stange gegen die beiden aufrecht stehenden Masten aufgehoben. Das Dreirad läuft auf der Erde aus, während das Flugzeug weiterfliegt.
In ganz besonders eigenartiger Weise hat man den neuesten Fortschritt der drahtlosen Technik das Fernsehen, in den Dienst des Flugverkehrs gestellt. 5>ie Wetterberichte wurden den Fliegern schon seit längerer Zeit drahtlos übermittelt. Jetzt hat man den Versuch durchgeführt, ihnen die ganze Wetterkarte zugänglich zu machen, also eine Karte des zu durchfliegenden Gebietes, in der die Kurven gleichen Barometerstandes eingezcichnct sind und die ferner alle nottoenbigen Angaben über die Windstärke, die Windrichtung, die Temperaturen und über die Bewölkung enthält. Der für diese Zwecke gebaute Fernseher arbeitet nach der bekannten Art wie andere Fernseher auch. Sein
Empfänger ist jedoch derart eingerichtet, dah er nicht viel Platz wcgnimmt. und dah er trotzdem ein gutes und übersichtliches Bild der Wetterkarte gibt. Dieses Bild erscheint in einem Glas- fenster, das sich vor den Augen des Fliegers befindet. Bei den Versuchen wurde die Einrichtung so getroffen, dah die Wetterkarte nicht ständig übertragen wird. Sie erscheint nur. wenn der Flieger sie zu sehen wünscht. Zu diesem Zweck muß er ein drahtloses Signal geben, worauf in der nächsten Sendestation der Fernseher zu arbeiten beginnt. Die Handhabung dieses Dienstes ist so gedacht, daß an den Flugstrecken Funkstellen eingerichtet werden. Ihnen werden ständig Wetternachrichten übermittelt. Sie tragen sie in die Karten ein und machen diese zum Gebrauch fertig. Kommt das Signal, so wird jeweils die neueste Karte in den Fernseher gegeben und übertragen.
Der eben beschriebenen Art des Flugdienstes kommt vielleicht eine Neuerung zugute, die in der Absicht ausgearbeitet wurde, die Herstellung von Wetterkarten möglichst zu beschleunigen. Auf der Wetterkarte finden wir kleine Kreise, die entweder hell bleiben ober teilweise schwarz ausgefüllt sind. Durch diese Art der Darstellung wird der Grad der Bewölkung gekennzeichnet. Wir finden des weiteren Pfeile, die die Windrichtung anzeigen, und an denen sich kleine Striche befinden. Aus diesen Strichen läßt sich die Windstärke erkennen. Noch mancherlei anderes ist in die Wetterkarte einzutragen. Aber was es auch fei, für alles gibt es ein Zeichen. Nimmt man sämtliche Zeichen zusammen, so kommt man mit einer bestimmten Anzahl aus. Dazu kommen noch die Zahlen für die Temperaturen und die Höhe des Barometerstandes. — Um alles dieses möglichst schnell in die Wetterkarten eintragen zu können, wurde eine eigene Schreibmaschine gebaut. Sie enthält anstelle der Buchstaben die eben erwähnten Zeichen. Die Wetterkarte muh sich aber nicht nur schnell schreiben, sie muh sich ebenso leicht und schnell übertragen lassen. Auch das ist gelungen. Bei den durchgeführten Versuchen hätte
Sprache zur Folge hätte. Liegt er aber bet X. Io wird er beim Besprechen ganz von selbst aus der Verbindung des zu besprechenden Lautsprechers ausgemerzt, ohne daß es dazu eines besonderen Kontaktes am Sprechschalter bedarf.
Wer das macht, wird viel Freude und vor allen Dingen viel Späh an seiner Anlage haben. ES ist ergötzlich, wenn z B. Gäste angeblich vom Sender Königswusterhausen aus begrüßt werden: .Wir unterbrechen unser Nachmittagslonzert und begrüßen Herrn und Frau Lehmann. Wir wünschen ihnen einen angenehmen Verlaus des Besuches bei Herrn Fischer!" Manche staunen geradezu Bauklötzer, woher der Sender Königs- wustcrhausen weiß, wo sie gerade sind. Im übrigen sage ich oft auf diese Weise an. z. B. wenn ich die Sender wechsele, welcher jetzt kommt usw. Das allein schon macht die Besprechiingsanlage bezahlt, da sic außer dem Umschalter — Kostenpunkt noch nicht ein deutscher Reichstaler — nur die kleine Bastelarbeit erfordert. Diese kleine Arbeit lohnt sich aber!
Der Photo-Amateur.
Erfahrungen und Winte.
Zimmerbeleuchtung bei Blitzlicht- aufnabmen brennen lassen! Das große Aergernis bei vielen Blihlichtbildem sind die erschrockenen Gesichter, entweder mit geschlossenen oder mit weit ausgerissenen Augen. Eins ist so häßlich und störend wie das andere. Es spaßig zu sinden, ist nur ein Notbehelf. Der Fehler wird leicht vermieden, wenn man die normale Zimmer- beleuchtung ganz ober teilweise brennen läßt. Der Blitz wird dann nicht so krampfhast erwartet, noch erschreckt sein Ausbliyen. Doch ist die Anordnung so zu treffen, daß das Zimmerlicht in den offenen Apparat nicht von vorn hineinsällt. Durch Abdecken mit einer Pappe kann das geschehen.
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Um Doppelbelichtungen auszu- schließen, hat sich ein denkbar einfaches Mittel probat bewährt. Jede gefüllte Kassette wird oben mit einem Streifen Klebpapier (Briefmarkenpapier) verschlossen, der erst zerrissen wird, wenn wir zur Aufnahme die Kassette öffnen. Der Photographierende weiß dann viel sicherer als bei Numerierung seiner Kassetten, welche Platten belichtet sind und welche nicht. Gegen das Vergessen des Weiterdrehens bei Fi Impacks und Rollsilmen gibt cs allerdings kaum ein anderes Mittel, als sich streng anzugewöhnen, sofort nach jedem Knipsen weiterzudrchen. Wenn das in Fleisch und Blut übergegangen ist, kommen Fehler, die ja sehr ärgerlich und enttäuschend sind, nicht mehr vor.
Für dasEittwickeln von Rollfi lm c n gibt es ein probates Mittel, das viele Schwierigkeiten behebt. Die Klippe ist meistens die, daß die sechs, zwöls ober mehr Aufnahmen nicht alle gleich richtig belichtet sind und deshalb verschiedene Cntwicklungsbauer benötigen. Den Film mitten im Entwicklungsprozeß zu zerschneiden, iso lange man noch nichts sieht, geht es ja nicht!), führt leicht zu Defchädigungen der Schicht. Wir sollten daher immer die ausgleichcnde Standentwicklung wählen. Statt der sonst üblichen Trommel, auf die der Film gespannt wird, sei folgender Weg empfohlen: der Photographierende besorgt sich ein langes, schmales Glas etwa der Art, wie es zum Konservieren von Reptilien in Spiritus für Schulzweckc dient. Er füllt es mit Entwickler, der achtmal dünner ist als normal und hängt den unten beschwerten Film so hinein, daß er sich nicht zusammcnrollen kann. Das ist nicht schwer, wenngleich es alles bei möglichst geringem Dun- kelkarnrnerlicht vorgenommen werden muß. Mit der nötigen Vorsicht (peinliches Bedecken bes Ent- wicklungsgefähes) kann er dann die Dunkelkammer verlassen und braucht erst nach einer Viertelstunde wieder zu sehen, wie weit die Entwicklung ist. Oft wird sie eine halbe Stunde ober noch länger dauern. Aber die etwaigen Lieber- oder Llntcr- belichtungen werden automatisch ausgeglichen, soweit es überhaupt möglich ist. Wässern und Fixieren kann im selben Gesäß erfolgen. Der stark verdünnte Entwickler darf kaum ausbewahrt und wieder verwandt werden. Aber es wurde ja nur sehr wenig gebraucht.
man das Verfahren der Dildtelegraphie wählen können. Aber das Abtelegraphieren im Dildsender benötigt immerhin einige Zeit. Deshalb wurde versucht, diese Zeit dadurch zu sparen, dah man am Empsangsort eine zweite Maschine gleichzeitig mit der ersten arbeiten ließ. Das läßt sich verhältnismäßig leicht einrichten. In beide Maschinen wurde ein Bogen eingespannt, auf dem die Landkarte bereits vorgedruckt war. Die Maschinen standen miteinander durch Drahtleitungen in Verbindung. Wurde auf der einen eine Taste niedergedrückt, so schlug die gleiche Taste auch auf der andern an. Beide Karten entstanden also gleichzeitig. Sie wurden in allen ihren Einzelheiten vollkommen gleichartig. Dieses Verfahren macht es möglich, zahlreichen Orten von einer einzigen Zentrale aus die Wetterkarte fix und fertig zu liefern. Das dauert, wie die Erprobungen zeigten, im Durchschnitt nur sieben Minuten. Es wird dadurch unnötig, dah in jedem Ort eine besondere Karte hergestellt werden oder dah man warten muh, bis die Karte mit der Post eintrifft, die dann vielleicht schon überholt ist. Auf dem Lande wird man bet dieser Art des Dienstes die Heber» tragung auf Drahtleitungen vorziehen. Für den Flugverkehr wird man die Karten auf die geschilderte Weise den an der Flugstrecke befindlichen Funkstellen übermitteln, die sie also alle zur gleichen Minute erhalten, wo sie in der Zentrale mit der Schreibmaschine niedergeschrieben werden. In dem Augenblick, in dem die Karte die Schreibmaschine der an der Flugstrecke gelegenen Funkstelle verläßt, kann sie sofort in den Fernseher gegeben werden. Don hier aus wird sie drahtlos auf das Flugzeug übertragen. Hm den übrigen Verkehr nicht zu stören, wird man dazu kurze Wellen benützen. Bei den Versuchen mit dem Fernseher im Flugzeug gelang die Hebermittlung der Wetterkarte auf kurzen Wellen vorzüglich. Sie biete* außerdem noch den Vorteil, daß derartige Wellen in reichlicher Menge zur Verfügung stehen, während an längeren Wellen Mangel herrscht.


