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wieder gearbeitet wird. Zwischen Streikagita- toren und Polizeibcamten kam es zu Zusammen- stöhen. Als Polizeibeamte in der Sickingstrabe versuchten, mehrere Zettelantleber festzunehmen, ergriffen diese die Flucht und gaben auf die Beamten mehrere Schüsse ab, die jedoch fehl­gingen. Es gelang den Tätern zu entkommen. Zusammenbruch der kommunistischen

Streikbewegung im Ruhrgebiet.

Essen, 5. Jan. (TU.) Im Bezirk des Essener Polizeipräsidiums ist die Nacht zum Dienstag überall ruhig verlaufen. Nach einer Mitteilung des Polizei­präsidenten von Recklinghausen haben es die Kommunisten für ratsam gehalten, ihre nur von einem verschwindend kleinen Teil der Belegschaft des Ruhrbergbaues befolgte Streikparole am Dienstag früh durch Boten abzublasen. Wohl wurden noch einzelne Polizeibeamte angegriffen, doch blieb die Polizei Herr der Lage. Am Dienstag früh wurde eine Höllenmaschine gefunden, deren Inhalt noch untersucht wird. Im ganzen rheinisch­westfälischen Industriegebiet wird nur noch auf der ZecheDiergardt" gestreikt. Hier sind von 637 Mann Belegschaft 137 nicht zur Arbeit erschienen. Im Be­zirk des Polizeipräsidiums Oberhausen ist von der ganzen kommunistischen Unternehmung über­haupt nichts mehr zu spüren. Nach den aus dem ganzen Bezirk vorliegenden Meldungen kann somit von einem völligen Zusammenbruch der kommunistischen Bewegung gesprochen werden. Nach dem völligen Scheitern ihrer Streikhetze bemühen sich die Kommunisten nach Kräften auf andere Weise zu demonstrieren und herauszufordern. Verschiedene junge Leute, die Kränze mit sich führten, bildeten einen Zug um eine Begräb­nisfeier v o rz u u s ch e n. Die mit großen roten Schleifen umwundenen Kränze und die Art des Aufmarsches verrieten jedoch deutlich die wahre Absicht dieses Kundgeberzuges, so daß die Polizei den Zug auflöste. Infolge des Widerstandes, den sie dabei fand, wurden 19 junge Burschen festgenom­men.

ten, die aus dem Zusammenhang mit der alten Verwaltung gerissen werde.

Der Reichsverkehrsminister betonte, daß die heu­tige finanzielle Lage dazu zwinge, sich nicht mit vorläufigen Zwischenlösungen aufzuhalten, sondern unverzüglich die endgültige Organisa­tion s f o r m der Reichswasserstraßenverwaltung

zu schaffen. Es sei für eine geordnete Verwaltung unumgänglich, daß das Reich die Verfügung über das Personal erhalte. Zur Klärung der grundsätz­lichen Frage wird der Reichsverkehrsminister dem- nächst die zuständigen Länderminister zu einer persönlichen Aussprache bitten.

Das Zentrum und die politische Zukunft.

Oie Voraussetzung für eine Koalition mit der NSDAP.

Ausblick

auf die Frühjahrswahlen.

Keine Partei vo ausjjchilich die absolute Mehrheit.

Mainz, 5. Jan. ($11.) 3mMainzer Jour­nal", dem Mainzer Zentrumsblatt, veröffentlicht der Vorsitzende der hessischen Zentrumspartei, Rechtsanwalt Dr. B o ck i u s, M. d. R., einen Ar­tikel3m 3ahre 1932 hinter Brüning". Cs heißt darin:Soweit es an uns liegt in Deutsch­land, müssen wir geschlossen auftreten. Das heißt aber nichts anderes, als daß das ganze deutsche Volk sichtbar und offen hinter den verantwortlichen Staatsmann, den Kanzler und Außenminister Brüning zu treten hat. Das ist das Gebot der Schicksals­stunde Deutschlands im Anfang des 3ahres 1932. Deshalb ergäbe sich für uns in Hessen daraus auch die Konsequenz, daß wir von jeder Partei, die mit uns in eine Regierung treten will, verlangen müssen, daß in Deutsch­land nur eine Außenpolitik gilt, die Außenpolitik der Reichsregierung Brüning, die im Reichsrat unterstützt werden muß.

Wir stehen vor Wahlen in Preußen und vor der Reichspräfidentenwahl

ebenfalls in diesem Schicksalsjahr. Niemand kennt den Ausgang dieser Wahlen. Soviel jedoch er­scheint als sicher: 3n den nächsten 3ahren wird keine Partei die absolute Mehrheit erhalten. Dies haben die Hessenwahlen gezeigt. Es wird im übrigen Deutschen Reich genau so sein, weil der katholische Dolksteil dem Zentrum die Treue hält, wenn auch alle Parteien rechts von ihm zerschlagen werden sollten. Nach allenWahlenwird dasZentrummit- regieren müssen. Mit dem Zentrum kann man jedoch nur verantwortlich regieren und auch wohl auf weite Sicht hinaus nicht ohne Brü­ning, dem gegenwärtigen Exponenten des Zen­trums. Auch die Nationalsozialisten, die danach nicht dazu kommen werden, auf Grund von Wahlen in Deutschland allein zu regieren, müssen sich eventuell einmal entscheiden, vom Re­gieren sich dauernd fernzuhalten oder völ­lig verantwortlich zu arbeiten, also umju< lernen, wie es vor ihnen schon so viele andere Parteien tun mußten. Vielleicht könnten sie in der Zukunft einmal als eine Zusammenfassung einer Rechten in einer Verantwortung eine ge­schichtliche Bedeutung im aufbauenden Sinne er­halten, die sie bis jetzt nicht haben. Das wäre allerdings eine Zeit, wo SS. und SA. neben den gesetzlichen Machtmitteln des Staates aufgehört hätten zu bestehen."

Die Reichswasserstraßenverwaltung.

Verhandlungen mit den Ländern.

B e r l i n, 5. Ian. (WTB ) Die L ä n d e r k o n f e- r e n z über die Reichswasserstraßenverwaltung wurde von Reisverkehrsminister Treoiranus mit einer Rede eingeleitet, in der er nochmals auf die Erwägungen hinwies, die die Reichsregierung veranlaßt haben, den Staatsvertrag von 1921 zum 1. April d. I. zu kündigen und die Entscheidung der Frage, ob rcichseigene Wasser st raßen- behörden geschaffen werden sollen, im positiven Sinne zu treffen. Die Reichsregierung bitte die Länderregierungen, sich nun auch auf den Boden dieser Tatsache zu stellen und sei durchaus bereit, die Durchführung ihres Beschlusses in engster Füh- lungnahme und Abwägung aller praktischen An- regungen zu verfolgen. Insbesondere werde diese Zusammenarbeit bei der Grenzziehung zwi- schen der Wasserstraßenverwaltung des Reiches und der'Länderwasserwirtschaft notwendig und nützlich fein. Die Reichsregierung habe Vorschläge gemacht, in denen sie keine Verfassungsänderung erblicke. Tatsächlich erfolge der Einsatz der beträcht­lichen Reichsmittel nur in geringem Maße für Ver­kehrszwecke, im wesentlichen für d i e allge­meine Durchführung geordneter Vor- flut. Der Minister warnte vor dem gelegentlich aufgetauchten Gedanken einer Parallelorga- n i f a t i o n der Länder zur Wahrung ihrer Sonder- interessen an den Reichswasserftraßen.

Namens der Wasserstraßenländer erklärte der preußische Staatssekretär Krüger, es sei zu be­fürchten, daß durch die geplante Neuregelung im Gesamthaushalt von Reich und Ländern keine Ersparnisse, sondern Mehraufwen­dungen entständen. Mit Ausnahme der Hanse­städte hätten alle Länder gegen die Pläne des Reichsverkehrsministers das Bedenken, daß sie eine organische Reichsoerwaltungs- reform gefährdeten, weil sie wieder eine Sonderoerwaltung schaffen wolk-

Erste Todesopfer des Hochwassers.

Die überschwemmte Fluhbadeanstalt von Niederwiesa im Zschopautal bei Ehemnitz.

G o-s l a r, 5. 3an. (TU.) Das Hochwasser des Krumbaches hat viele Brücken fortge­schwemmt. Der Schaden an den Grundstücken ist noch nicht zu übersehen. Der reißende Dach

brachte Holz, Tannen mit Wurzeln und Zweigen au Tal. Der Dahnverkehr nach Goslar ist, da die Schuhmauer des Bahnkörpers bedroht wird, sehr erschwert. Ein Mühlenbesitzer er-

Deutschland in Zahlen.

Interessante Ergebnisse der Statistik.

Von Or. Erwin Krug.

Glück und Leid ist Mafsenware. Die persön­lichsten Dinge, die Erlebnisse, von denen jeder glaubt, daß nur er sie hat, wiederholen sich tausendfach. Sie können zusammengezählt und zu Statistiken vereinigt werden. Aus den dürren Zahlenkolonnen kann man dann ablesen, wie das Leben des Volkes, das ja aus den Millionen Lebensschicksalen einzelner Menschen besteht, im letzten 3ahr oder im letzten halben 3ahrhundert verlaufen ist. Einen solchen Einblick in das Leben des deutschen Volkes erhält man, wenn man das Statistische 3ahrbuch für das Deutsche Reich durchblättert, das nun zum fünfzigsten Mal er­scheint. 65 Millionen Menschen sind im 3ahre 1930 von der Statistik erfaßt worden, etwa 350 000 mehr als im vorangegangenen 3ahr, denn um diese Ziffer ist die deutsche Bevölkerung im Laufe eines 3ahres gestiegen. Von der Wiege bis zum Grabe begleiten wir nun diese 65 Mil­lionen Menschen durch ihr Leben, das selbst dort zum Massenschicksal wird, wo ein seltenes Ereig­nis vortzefallen zu sein scheint. Nur einmal sind im 3ahre 1929 Vierlinge geboren worden, nämlich vier Mädchen. Doch in jedem 3ahr wer­den Vierlinge geboren, und die Zahlen Weichen nicht sehr voneinander ab. 3m 3ahre 1929 wur­den in 126 Fällen Drillinge geboren, achtund­dreißigmal drei Knaben, vierunddreißigmal zwei Knaben und ein Mädchen, fünfundzwanzigmal ein Knabe und zwei Mädchen und neunund­zwanzigmal drei Mädchen. Mit großer Regel­mäßigkeit kehren diese Drillingsgeburten in un­gefähr der gleichen Zahl 3ahr für 3ahr in Deutschland wieder. Dieselbe Vaterfreude, die­selben Sorgen um die plötzlich allzu sehr ver­größerte Familie wiederholen sich.

Ob jemand früh oder spät heiratet, scheint sein individuelles Schicksal zu sein. Aber auch dieser Schein trügt, denn das Heiratsalter richtet sich danach, ob jemand eine Familie ernähren kann, und ob dieser Zeitpunkt früh oder spät eintritt, hängt weniger vom Einzelnen als von der Gesamtentwicklung ab. Durchschnittlich ist das Heiratsalter heraufgerückt. Dor zwanzig Jahren heiratete der junge Mann zwischen dem 24. und dem 32. 3ahr, am häufigsten aber mit siebenund­zwanzig 3ahren. 3m 3ahre 1929 heirateten die meisten jungen Männer zwischen dem fünsund- zwanzigsten und dem fünfunddreißigsten, ganz

besonders häufig aber im einunddreihigsten 3ahr. Demgegenüber will es nichts besagen, daß von tausend jungen Männern von neunzehn 3ahren vor dem Krieg nur einer und jetzt drei zum Standesamt gegangen sind. Das hängt weniger mit wirtschaftlichen Erwägungen als damit zu­sammen, daß man sich heute schneller vom Eltern­haus löst. Bei den jungen Mädchen hat die Hei­ratslust zu allen Zeiten zum gleichen Termin begonnen, nämlich zum ersten möglichen Termin. Schon mit sechzehn 3ahren mußten damals wie heute anderthalb pro Mille von ihnen unter die Haube gebracht werden. Aber die eigentliche Heiratszeit lag für das junge Mädchen früher zwischen dem einundzwanzigsten und dem dreißig­sten 3ahr, unter Bevorzugung des vierundzwan- zigsten 3ahres. Heute hat sich das Heiratsalter um ein 3ahr erhöht, es endet aber trotzdem bei dem dreißigsten 3ahr. Deshalb soll man nicht verzweifeln, denn noch immer finden drei Prozent der ledigen Frauen zwischen dem vier­zigsten und dem fünfzigsten 3ahr einen Mann. Daß sich jemand spät verheiratet, ist also selten, aber doch kein Zufall, sondern eine regelmäßig wieder kehrende Tatsache. 5 62 000 Ehen wur­den im 3ahre 1930 geschlossen, 28 000 weniger als im vorangegangenen 3ahr.

Wer heiratet, braucht eine Wohnung. Zwei­einviertel Millionen neue Wohnungen wurden von 19191930 in Deutschland gebaut, davon etwa 700 000 Wohnungen in den Großstädten mit mehr als hunderttausend Einwohnern, in Berlin allein hundertfünfzigtausend, und fünf- hundertsünfundsiebzigtausend Wohnungen in den Gemeinden unter zweitausend Einwohnern. 3n den Mittelstädten hat man weit weniger Neu­bauten errichtet. 3nsgesamt gibt es in Deutsch­land über sechzehn Millionen Alt- und Neubau­wohnungen. 3m 3ahre 1930 wurden dreihundert- zehntausend Wohnungen gebaut, aber es wurde schon gesagt, daß fünshunoertzweiundsechzig- tausend Ehen geschlossen wurden.

Die wirtschaftlichen Angaben der amtlichen deutschen Statistik sind in dieser Zeit überhaupt nicht geeignet, viel Freude zu erregen. Dennoch muß man sie studieren, und man wird dabei manches entdecken, was man vorher nicht wußte. Daß von den 15 500 Konkursverfahren des 3ahres 1930 allein siebentausend auf das Handelsgewerbe, und davon wieder fünstausend- fünfhundert auf den Einzelhandel entfielen, daß außerdem die Vergleichsverfahren in einem 3ahr um mehr als zweitausend auf weit über sieben­tausend gestiegen sind, ist lehrreich genug. Be­merkenswert ist auch die Tatsache, daß im 3ahre

1930 trotz Lohnabbau dreihundertfünfundvierzig Streiks stattfanden, gegen vierhunderteinund­dreißig im 3ahre 1929 und gegen siebenhundert­neunundfünfzig im 3ahre 1927, denen sogar ein­tausendsechshundertvierzehn Streiks im 3ahre 1924 gegenüberstanden. Das Heer der Erwerbs­losen drückt auf die Streikstimmung.

Alles, was vorgeht, wird in Ziffern erfaßt, ob es sich nun darum handelt, wieviel Aecker mit Weizen oder Roggen bebaut werden, ob der Bestand an Pferden, Rindern, Schweinen oder Schafen festgestellt wird, oder ob man er­mittelt, welche Werte die Fischer aus dem Meere ziehen. Gerade das ist übrigens sehr inter­essant. Unter den 2 362 000 D oppelzent- nern Fischen, die im Nordseegebiet gefangen wurden, gab es im 3ahre 1930 etwa vierzehn» tausendsünshundert Haifische. Nicht weniger als zweihundertfünfundachtzig Doppelzentner Hum­mer wurden aus der Nordsee geholt, und dazu noch einhunderteinundvierzigtausend Doppelzent­ner Krabben. Die amtliche Statistik verkündet, daß unter anderen Seetieren auch Delphine in der Nordsee und sogar in der Ostsee gefangen worden sein sollen. Das letzte Wort haben in dieser Beziehung wohl die Naturwissenschaftler zu sprechen.

Daß die Wirtschaftskrise die geistige Arbeit nicht lahmgelegt hat, beweist die Tatsache, daß im 3ahre 1930 über 22 000 Neuerschei­nungen im Buchh andel zu verzeichnen ge­wesen sind Der Durchschnittspreis eines Buches war 6,25 Mark. Weit billiger sind freilich die dreitausendzweihundertfünfzig Neuerscheinungen der schönen Literatur, deren Durchschnittspreis dein modern gewordenen Serienpreis genau ent­spricht: er ist nämlich 2,85 Mark. Am teuersten sind Kunstbücher mit einem Durchschnittspreis von 32,80 Mark.

Zahlen beweisen" man soll sie nicht als langweilig beiseiteschieben.

Als die Königin Aefreiete herrschte.

Zu T e l - e l - A m a r n a, der einstigenStadt der Sonne", die der ägyptischeKeherkönig" Echnaton geschaffen hat. etwa 300 Kilometer süd­lich von Kairo, werden jetzt Grabungen von der Aeghptischen Ausgrabungs - Gesellschaft vorge­nommen. Bekanntlich haben die deutschen Aus­grabungen vor dem Kriege die Bedeutung dieser Kultstätte erwiesen, und einige der größten Schätze der Berliner Sammlungen stammen von

trank in den Fluten, da die Drücke, auf der er mit mehreren Perfoiien stand, von dem Strom fortgerissen wurde. Die übrigen Personen konnten sich retten. Die Leiche wurde inzwischen .geborgen. Der L e e r b a ch bildet am Unterdorf bei Wildemann einen großen See. 3n Goslar selbst haben die Greiswerke schwer unter dem Hochwasser der Gose zu leiden. Das Mauerwerk der Fabrik muhte mit Sandsäcken geschützt werden. Teilweise sind die Dacksteinmauern unterspült. Das Gebäude der Greifwerke ist abgestützt worden.

3n Eilenburg überraschte das Hochwasser die Dewohner des Schützenhauses, die mit Käh­nen in Sicherheit gebracht werden muhten. Die Deutsche Zelluloidfabrik und die Kattunmanu­faktur mußten die ganze Delegschast wieder heim­schicken, weil wegen der Ueberschwemmung nicht gearbeitet werden kann. Die Feuerwehr legt einen Notdamm an, um die Hintere Stadt gegen das Wasser zu schützen, denn an einigen Stellen steht das Wasser schon bis an die Damm­krone, so daß jeden Augenblick mit einer Heber» flutung gerechnet werden muh. lleberflutet find auch die Dörfer Kollau und Kanih, sowie Teile des Dorfes Groitzsch. -Auch in dem höher ge­legenen Wedelwitz steht das Wasser bereits in den tiefer gelegenen Häusern. 3n Flöha und Erdmannsdorf in Sachsen sind Damm- brüche eingetreten. Zur Schließung der Durch­bruchsstellen wurde die Technische Nothilfe Chem­nitz eingesetzt.

Infolge der schnellen Schneeschmelze und der Regengüsse der letzten Tage führen die Flüsse im ganzen Kasseler Bezirk Hochwasser. Die We­ser ist verschiedentlich über die Ufer getreten und hat die Niederungen kilometerweit überschwemmt. Das ganze Bad Eilsen steht unter Wasser; der Kurpark gleicht einem See. Im ganzen Meißner- gebiet hat das durch die Schneeschmelze hervor­gerufene Hochwasser beträchtlichen Schaden angerich­tet. Im Dorfe Harmuthsachsen wurde ein Knabe von den hochgehenden Fluten fort- gerissen und ertra nt. Die schnelle Schnee- schmelze auf dem Westerwald und der warme Regen haben ein schnelles Steigen der Lahn und der Dill verursacht, die beide Hochwasser führen und an verschiedenen Stellen bereits aus den Ufern ge­treten find. Die beiden Wehre bei Limburg sind schon nahezu überflutet. Der starke Sturm, der gleichzeitig mit dem Regen einfetzte, hat in den Wäldern des Westerwaldes großen Schaden an­gerichtet.

Die Erhöhung der Umsatzsteuer.

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Die Phasenpauschalierung vorerst nur bei der Textilindustrie.

Berlin, 5. 3an. (DDZ.) Wie von unterrich­teter Stelle mitgeteilt wird, ist mit dem Erlaß einer Novelle zu den Durchführungsbestimmungen der Umsatzsteuer wegen der erhöhten Umsatzsteuer noch im Lause des 3anuar zu rechnen. Voraussichtlich werden in der gleichen Zeit auch die Durchführungsbestimmungen zur Aus­gleichssteuer erlassen werden, wobei es sich umdieumsahfteuerlicheErfafsungder Einfuhr handelt.

Dagegen dürfte noch geraume Zeit vergehen, eh« die von allen beteiligten Gewerbekreisen ge­wünschte und in der Reichsnotverordnung auch vorgesehene Phasenpauschalierung bei der Umsatzsteuer wirksam werden kann. Es schwer ben in dieser Angelegenheit vorerst Verhand­lungen zwischen dem Reichsfinanzministerium und der Textilindustrie. Man hat sich diesen einen für die Phasenpauschalierung in Frage kommenden Gewerbezweig ausgewählt, um erst einmal an ihm in der Praxis die Wirkung der Phasenpauschalierung beobachten zu kön­nen. Der früheste Termin für die Einfüh­rung der Phasnchauschalierung bei den Waren der Tertilindustrie werde aber dennoch nur der 1.April d. 3. sein können, da die Erörterungen außerordentlich kompliziert und zeitrau­bend seien.

dort, darunter auch die weltberühmte Büste der Königin Refretete, der Gattin des Ketzer­königs. Bei den neuesten Grabungen sind nun allerlei interessante Entdeckungen aus der Um­welt dieser Herrscherin gemacht worden, über die der Leiter der Arbeiten, 3. D. S. Pendel- burh imDaily Telegraph" berichtet. Zunächst wurde jener große Teil der Stadt freigelegt, der unter dem NamenNord-Vorstadt" bekannt ist. Dieser Stadtteil war gerade im Entstehen, als Amarna von dem Nachfolger Echnatons, dem bekannten Tutanchamon, nach dem Zusammen­bruch der von Echnaton geschaffenen religiösen Reformbewegung verlassen wurde. Große Ge­biete sind von dicken Mauern umgeben, aber vollständig unbebaut. 3n einem Fall zeigte sich, daß das Haus und die innere Ausschmückung zwar vollendet war, aber der Besitzer dort nie­mals gewohnt hatte. Vor der Hauspforte lag ein großer Türsturz, in den augenscheinlich Na­men und Titel des Eigentümers eingemeißelk werden sollten, aber zur großen Enttäuschung der Ausgräber war die 3nschrift nicht ange­bracht. Von den Romern, die dieses Gelände später als Friedhof benutzten, ist viel zerstört worden; es wurden jedoch aus dieser Epoche schöne Gläser und Keramiken gefunden. Außer­ordentlich mühsam war die Arbeit an einem schon früher ausgegrabenen Palast, von dessen Torweg die Wandmalereien herabgefallen sind und nun aus winzigen Stücken zusammengesetzt werden müssen. Der Saal, von dem der Pharao auf feine Hofbeamten herniederblickte und Ge­schenke verteilte, hatte zwei große Türen im Norden und Süden, an denen Bilder des Königs und der königlichen Familie angebracht waren. Westlich von der Nordmauer des Vorweges liegt ein großes Gebäude, das später errichtet wurde. Hier fand man zahlreiche Weinkrüge, deren Siegel den Namen der Königin Nefretete und einige die 3nschriftSchloß des Aton" trugen. Danach scheint es, daß die Königin an der Verehrung des Aton, der Sonnenscheibe, festhielt, als der Pharao Echnaton auf das Drängen der Priester- fchaft dem alten Glauben wieder Zugeständnisse machte; sie wurde daraufhin vom Hofe verbannt und zog sich nach dem Nordende der Stadt zu­rück, wo sie dasSchloß des Aton" als die letzte Zuflucht der Gottheit erbaute. Viele Einzel­funde wurden gemacht, darunter vier schwere, schön ziselierte Dronzeringe, zwei bronzene Zan­gen, zahlreiche schöne Skarabäen und Stücke eines Holzkastens, die mit kostbaren 3ntarsien in far­bigem Elfenbein belegt waren.

f 2n Metz ist dei Friedrich Schmidt Ie.i uni) her franjo| jungen. Schmidt, ! Reg deutscher! 8 in Metz geboren ir^nzöftschen J [ili r L Seine Anw je erläge wurde der hmt. die ihn dar stricht' festnahm.

2er Anhaltis gegen 1Z Stimmen ti a g der Deutschm an Die Äegierung- Schvierigkei ten-stoß sicht, eine bürgerlich durchsetzen können, den Äuischlag

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