Nr. (55 Zweites Blatt
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Dienstag, 5. Juli (952
Die Rettung der deutschen Australienflieger
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Unten: Die letzte Aufnahme vor dem Start zum Oftafienflug. Bertram im Pilotensitz feines Flugzeugs, neben ihm rechts: Bordmonteur Klaußmcmn.
Berliner Blätter bringen ausführliche Darstellungen über die Rettung der seit dem 17. Mai verschollenen deutschen Australienflieger Bertram "nd Klausmann. Danach sind die Flieger nach einer sechs Wochen langen Irrwanderung durch die Wildnis bei Kap Dernier, 250 Meilen westlich von Port Darwin, von zwei australischen Buschnegern durch Zufall am 26. Juni aufgefunden worden. Einer der Eingeborenen alarmierte ein von der australischen Regierung nach den Fliegern ausgesandtes Suchkommando, das dann die Absendung eines Motorbootes mit Lebensmitteln, Kleidung
X Ländungstelle • Ort der AuHindung
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Karte der Nordwestecke von Australien.
Chefpilot Bertram und fein Monteur Klauhmann.
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und Medikamenten veranlaßte. Die beiden Flieger waren bei ihrer Auffindung derart erschöpft, daß sie nur noch „Brot, Bro t!“ ausrufen konnten und dann zusammenbrachen. Ihre Kleider waren bei der Wanderung durch den Busch in Fetzen gerissen und nach und nach verlorengegangen. Ihre letzten Wasser- und Eß- Vorräte waren bereits seit Wochen erschöpft. Die ganz« Zeit hindurch waren sie in einem Umkreis von etwa 18 Kilometern um ihr Flugzeug herumgeirrt. Wie Klausmann später erzählte, waren beide seit dem 2 2. Juni bewe
gungsunfähig. Sie hatten sich hinter einen Steinhaufen niedergelegt, um den Tod zu erwarten. Di« Flieger waren nach der Ueber- fliegung der Timorsee wegen Denzinman- gels zur Landung gezwungen worden. Drei Tage lang suchten sie zunächst nach einer menschlichen Ansiedlung. Dann standen sie plötzlich wieder vor ihrem Flugzeug und konnten hier wieder etwas Nahrung zu sich nehmen. Sie montierten dann einen Schwimmer ab und fuhren auf das Wasser hinaus. Rach fünftägiger Irrfahrt auf dem Wasser erblickten sie in unmittelbarer Rähe einen Dampfer. Alle Rufe und Signale blieben vergeblich. In einer Entfernung von knapp einem Kilometer fuhr der Dampfer an ihnen vorüber. Das Doot wurde schließlich an Land getrieben, und die Flieger nahmen mechanisch ihre Wanderung wieder auf. Rach mehrtägiger Wanderung ohne Rahrung und ohne Wasser erlebten sie eine neue Enttäuschung. Ein Heller Feuerschein ließ sie die Rähe einer menschlichen Ansiedlung vermuten, sie waren aber durch ein Duschfeuer genarrt worden. Trotz aller Entbehrungen ermunterten sie sich gegenseitig und nahmen den Marsch wieder auf, bis sie schließlich hinter einem Steinhaufen niedersanken. „Wi r fühlten und sahen nichts mehr I“, so erklärte Klausmann, „sogar unser Geruchssinn versagte den Dienst und unsere Augen gaukelten allerlei Trugbilder vor". Als die beiden Flieger die letzte Hoffnung aufgegeben hatten, erschienen nach sechswöchigem Umherirren die Retter in Gestalt der beiden Duschneger.
Bertram seht seinen Flug fort
Wie aus durchaus zuverlässiger Quelle weiter mitgeteilt wird, sind Verhandlungen im Gange, die ermöglichen sollen, daß Der tr am seinen
21 u ft r a licnflug fortsetzen kann, und zwar mit der Iunkersmaschine „Atlantis", die bis auf den einen Schwimmer nicht weiter beschädigt ist.
Adolf Hitler nimmt in München den Vorbeimarsch der SA. und SS. ab.
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AST.: Sausest im Lahn-Sünsberg-Sau.
Oie Ergebnisse.
Turner, Oberstufe.
Zwölfkampf: 1. Wilhelm Ferber, Waldgirmes, 207; 2. Wolter Dierau, Lollar, 200; 2. Wilhelm Speier, Odenhausen, 198; 3. Heinrich Römer, Wieseck, 195: 4. Wilhelm Schmitt, Waldgirmes, 194; 4. Heinrich Weller, Ahbach, 184; 5. Ernst Deibel, Lollar, 182; 5. Waldemar Grote, Lollar, 182; 6. Wilhelm Karber, Odenhausen, 180; 7. Otto Dender, Rodheim, 178; 8. Hermann Röhl, Wieseck, 175; 9. Ludwig Olemoh, Londorf, 162 Punkte; 10. Otto Agel, Ahbach; 11. Adolf Hildebrand, Wieseck.
Reunkampf: 1. Wilhelm Ferber, Waldgirmes, 157; 2. Walter Dierau, Lollar, Albert Drescher, Lollar, je 151; 3. Heinrich Römer, Wieseck, 149; 4. Wilhelm Schmitt, Waldgirmes, 147; 5. Wilhelm Speier, Odenhausen, 142; 6. Wilhelm Karber, Odenhausen, 140; 7. Heinrich Weller, Ahbach, 137; 8. Emst Deibel, Lollar, 135; 9. Otto Dender, Rodheim, 133; 10. Ludwig Hettche, Lollar, 131; 11. Waldemar Grote, Lollar, Hermann Röhl, Wieseck, je 129; 12. Ludwig Olemoh, Lon
dorf, 125; 13. Adolf Hildebrand, Wieseck, 121 Punkte; 14. Otto Agel, Ahbach; 15. Georg "Bernhardt, Waldgirmes.
Volkstümlicher Vierkampf: 1. und Ehrensieg Otto Dietz, Lollar, und Helmut Großhaus, Lollar, je 75; 2. Emil Winter, Launsbach, 73; 3. Otto Schardt, Hausen, 71; 4. Reinhard Schieferstein, Launsbach, 67; 5. Hans Pfaff. Kesselbach, 65: 6. Wilhelm Hofmann I., Alten- Duseck, 64; 7. Wilhelm Bepler, Kinzenbach, 63; 8. Willi Diehl, Lollar, Heinrich Rühl, Beuern, je 62; 9. Ernst Hasselbach, Londorf, Emil Decker, Ruttershausen, Hugo Winter, Launsbach, je 59; 10. Wilhelm Hofmann II., Alten-Duseck, Phil. Launspach, Reiskirchen, je 58; 11. Wilhelm Frank, Lollar, 57; 12. Heinrich Veite, Ahbach, 56; 13. Karl Klein, Dollar, 55; 14. Friedrich Dalser, Reiskirchen, August Decker, Wieseck, je 54,
Turner, Mittelstufe.
Zwölfkampf: 1. Karl Heitz, Wieseck, 216; 2. Willy Lepper, Waldgirmes, 193; 3. Wilhelm Schmitt.Waldgirmes, 188; 4. Fritz Geier, Ahbach,
Elisabeth
erobert sich das Glück
Vornan von Margaret Ankelmann
Copyright by M. Feuchtwanger, Halle.
Siebzehntes Kapitel.
Elisabeth war eine andere geworden. Rieck- würdig still Pflegte sie dazusitzen, alle Fröhlichkeit schien verloren zu sein.
Frau Schelmer fragte immer wieder besorgt, ob ihr etwas fehle. Elisabeth beruhigte die alte Dame. Sie sei ganz gesund, brauche nur sehr viel Ruhe.
Irgend etwas mußte in Dresden vorgegangen sein das wußte Frau Schelmer. Aber die erfuhr nicht, .was eigentlich los war.
Auch Eckertsburg rückte nicht mit der Sprache heraus.
Die ersten Tage war er noch öfters gekommen; jetzt weilte er wieder auf seinem Stammgut, wollte sich um die Emtearbeiten kümmern. Auch darüber konnte sich Frau Schelmer nicht genug wundem, daß Lothar auf einmal den eifrigen Landwirt herausbiß. Sogar das Gut bei Leipzig wollte er verkaufen, sich nur noch der heimatlichen Scholle toibmen.
Was sollte das heißen? Es sah aus, als ob Lothar Leipzig ganz den Rücken kehren wollte. Sogar seine große Gemäldesammlung ließ er sich nach Schloß Eckertsburg schicken.
Es war ein Glück, daß die Wintersaison begann. Da würde Elisabeth wenigstens wieder auf andere Gedanken kommen. Sie hatte allerhand Gastspielverpslichtungen übernommen und_ nicht viel Zeit, ihren trüben Gedanken nachzuhängen.
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Der Rovernber hatte sich unfreundlich ange- lassen. Stürmisch war es draußen und naßkalt. Hm so gemütlicher war es in dem behaglichen Zimmer, in hem die drei um den Teetisch saßen.
Elisabeth hatte schon ein großes, anstrengendes Gastspiel hinter sich und war glücklich, für einige Tage zu Hause zu fein.
Sie war froh und zufrieden, wie schon lange nicht. Die Rähe des geliebten Mannes belebte sie. Sie kostete das Wenige aus, was das Schicksal ihr gab, war dankbar, wenn er nur da war.
"Behaglich summte der Teekessel, das Aroma des würzigen Trankes schwebte durch das Zimmer.
Eckertsburg erzählte wieder einmal von Iapan, anschaulich und lebhaft. Frau Schelmer mußte ihn immer wieder ansehen; er kam ihr heute so verändert vor. So jung und so aufgeräumt. Er konnte sogar herzhaft lachen!
Plötzlich fing sie einen Blick auf, den Lothar zu Elisabeth hinüberschickte. Iäh durchfuhr es sie, als sie diesen Blick sah.
Dann sah sie zu Elisabeth hinüber. Oh, sie konnte verstehen, daß der Mann diese Frau liebte. Wunderschön war Elisabeth und so jung-, daß kein Mensch ihr ihre fünfunddreißig Iahre angesehen hätte. Ihr Teint war blütenT^n s:' hatte ihm nichts arrh-^--
Sie trug einen fliederfarbenen Hausanzug, der sie vorzüglich kleidete. Ihre Augen waren froh und heiter wie selten in den letzten Monaten.
Plötzlich wurde die Ruhe gestört. Das Mädchen kam herein und meldete "Besuch. Elisabeth sah die Karte nicht an. Es würden wieder Herren sein wegen irgendeiner Wohltätigkeitsgeschichte. Sie ging hinüber in das Empfangszimmer. Dort stand Hubert Heilmann.
„Elisabeth!"
„Was fällt Ihnen ein, Herr Landgerichtsrat, mir hierher zu folgen?"
„Meine Liebe zu dir, Elisabeth, die mich nicht mhen läßt. Ich konnte nicht anders, ich mußte kommen."
„Haben Sie nicht so viel Pietät, Herr Landgerichtsrat, um das, was einmal war, nicht zu zerstören? Müssen Sie auch noch die Erinnemng vernichten, die Erinnerung daran, daß ich Sie einmal geliebt habe?"
„Elisabeth, ich danke dir für dieses Wort. Du hast mich einmal geliebt, und du hast inzwischen keinen anderen Mann gefunden, gehörst keinem anderen an. Vielleicht, daß es doch noch einmal ein Glück für uns geben kann, Elisabeth? Döse Menschen haben uns auseinandergerissen, mich in eine verhaßte Che gezwungen.
Aber noch ist es nicht zu spät. Ich befreie mich von den Fesseln, ich mache mich frei für dich, Elisabeth. Wir beide gehören zusammen, >ir werden glücklich werden...“
„Cs tut mir leid, Herr Landgerichtsrat, Ihnen diesen Traum zerstören zu müssen. Ich fühle nichts mehr für Sie, meine Liebe au Ihnen ist tot — seit vielen, vielen Jahren schon. Und sie ist nicht erwacht, auch dann nicht, als ich Sie wiedergesehen habe. Sie haben Pflichten, Ihrer Frau und Ihren Kindern gegenüber; Sie dürfen nicht wieder herzlos handeln und roh! Cs ist zwecklos, wenn Sie meinetwegen Ihre Zeit weiter vergeuden.
Lassen Sie uns in Frieden auseinandergehen, uns gegenseitig ein gutes Andenken bewahren!"
„Das kann nicht dein Ernst fein, Elisabeth. Ich glaube dir nicht, daß deine Liebe für mich gestorben ist. Aus dir spricht nichts anderes als die beleidigte Frau, die es nicht verzeihen will, daß ich mich einst von ihr gewandt hatte."
„Sie irren, Hubert Heilmann. Meine Liebe zu Ihnen ist tot, war gestorben von dem Augenblick an, da ich erkennen mußte, sie einem Unwürdigen geschenkt zu haben. Richts mehr ist davon übriggeblieben. Wir haben uns nichts mehr zu sagen. Es ist besser für uns beide, wenn wir diese Unterredung beenden, wenn wir uns nie mehr Wiedersehen."
„Du weisest mir also die Tür, Elisabeth? Du schickst mich fort?"
„Muß ich das nicht, wenn Sie nicht selbst so viel Takt besitzen, ein^ufefjen, daß Ihre Anwesenheit mir peinlich ist?'
Hubert Heilmann stand da und starrte auf die Frau, die er jetzt mehr liebte als je. Er sah sie vor sich in ihrer blühenden Schönheit, die einst ihm gehört hatte, die er hatte küssen dürfen in ""-ehrender Leidenschaft. Und er wußte, daß
auch sie der tiefsten Leidenschaft fähig war, daß unter der kalten Oberfläche ein heißes Herz pulsierte. Eine jähe Verzweiflung erfaßte den Mann, eine Raserei, die ihm den Verstand raubte. Er wußte nicht mehr, was er sagte.
„Gut, ich gehe. Aber erst noch ein Wort. Wenn du mich auch heute noch zurückweist, ich werde dich doch noch zu gewinnen wissen. Im allgemeinen pflegt man ja beim Theater nicht so abweisend zu sein, und ich denke, auch du wirst keine Ausnahme machen...“
„Herr
Eine empörte Männerstimme fiel dem Landgerichtsrat ins Wort; Eckertsburg stand plötzlich da, wie aus dem Doden gewachsen. Er schlang seine Arme um die zusammengesunkene Frau, zog sie an sich, streichelte beruhigend ihre Wangen. Dann wandte er sich zu Heilmann.
„Herr Landgerichtsrat, ich habe den größten Teil Ihrer Unterredung mit Fräulein Pfilipp gehört. Ich weih, daß Sie kein schlechter Mensch sind, sondern nur ein haltloser, daß Verzweiflung Ihnen Ihre letzten Worte diktiert hat. Meine Braut und ich wollen Ihnen deshalb verzeihen. Wir wollen Sie und Ihre Familie nicht unglücklich machen. Ieht darf ich Sie aber bitten, uns zu verlassen. Und daß Sie sich meiner zukünftigen Frau auf keine Weise mehr nähern werden, darauf brauche ich Sie wohl nicht mehr aufmerksam zu machen."
Heilmann warf noch einen scheuen "Blick auf Elisabeth Pfilipp, verbeugte sich stumm und verließ das Zimmer.
Elisabeth saß wie betäubt in dem Sessel, in den Eckertsburg sie hatte gleiten lassen. Sie fuhr sich mit den Händen an die Stirn. Ein Schwindel der Glückseligkeit hatte sie erfaßt. Kam endlich das Glück doch noch zu ihr?
Scheu hob sie den Kopf. Eckertsburg stand mitten im Zimmer, den glühenden Blick auf Elisabeth gerichtet. Dann breitete er beide Arme aus.
„Elisabeth!"
„Lothar — Lothar..."
Eckertsburg hielt die zitternde Frau in feinen Armen, preßte ihren Kopf fest an den seinen in einem berauschenden Wonnegefühl. Sie gehörte ihm, nur ihm, nichts mehr konnte sie trennen.
Elisabeth war fein, ganz fein! Er bog sich zurück, sah in ihre Augen, aus denen ihm eine Welt von Liebe entgegenstrahlte. Wie töricht sie gewesen waren, die ganzen, langen Jahre über! Waren an dem Glück Dorübergegangen, das auf sie gewartet hatte.
Aber jetzt, jetzt war es da. Mit einem seligen Lachen beugte er sich herunter, zu Elisabeths Mund. Ihre Lippen fanden sich zum ersten, endlosen Kuh.
Dann saßen sie beisammen, in einen tiefen Sessel geschmiegt:
„Elisabeth, ich kann nicht mehr lange warten — du muht mein werden — wann werden wir heiraten?" ,
„Wann du willst, Liebster; ich gehöre dir, fett langem!"
„Oh, du! Und wenn ich nun sage: sofort?
„Dann füge ich mich deinem Wunsch, wie ich mich allen deinen Wünschen fügen werde."
„ Also keine Angst mehr?"
„Hab' ich doch nie gehabt..."
„Jetzt flunkerst du, Elisabeth", sagte er und drohte mit dem Finger.
„Komm her, ich will dir alles sagen", sagte sie und zog ihn näher zu sich heran.
„Angst? Angst hab' ich eigentlich nie vor dir gehabt. Es war nur — wie soll ich mich ausdrücken — ich fühlte die Macht, die von dir ausging. Ich war ihr vom ersten Augenblick an verfallen, liebte dich, ohne daß ich es wußte. Damals, als ich krank war und du mich küßtest — oh, ich hab' es wohl gefühlt —, da wußte ich auf einmal, dah ich dich liebte. Aber du warst so ruhig, so kalt, gingst an mir vorüber. Manchmal dachte ich, daß ich sterben müßte vor Kummer ..."
„Süße, du! Ia, ich war ein Tor, dah ich mir selbst mein Glück verschloß. Aber es war nichts als Angst. Die Angst, von der gefeierten Künstlerin einen Korb zu bekommen wie alle anderen. Ich haßte deinen Beruf, haßte die Menschen, die um dich waren dich feierten. Und ich glaubte nicht, dah du mich alten Mann lieben könntest. Aber du willst mich, ja?"
„Ach du, ob ich dich will..."
Eckertsburg drückte ihre beiden Hände vor seine brennenden Augen.
„Liebst du mich, Elisabeth?"
„Ja, Lothar, ich liebe dich. Du bist der einzige Mann, den ich wirklich geliebt habe und immer lieben werde."
„Und könntest du deiner Kunst entsagen, nur mir gehören?"
„Gs gibt nichts, was ich nicht freudigen Herzens für dich tun könnte. Ich will ja nichts anderes, als dir gehören, dich glücklich machen."
Wortlos kühle er sie, immer und immer wieder.
*
In vier Woch«n sollte die Hochzeit fein. Elisabeth war es gelungen, ihre vertraglichen Verpflichtungen auf gütlichem Wege zu lösen. Ein einziges, letztes Konzert wollte sie geben, um sich von ihren vielen Freunden zu verabschieden. Es wurde ein unerhörter Triumph für die Sängerin. Man wollte sie nicht vom Podium gehen lassen, die Menschen rasten vor Begeisterung. Das Podium war im Ru in einen Dlumenhain verwandelt.
Endlich konnte Elisabeth sich losmachen. Erschöpft kam sie in das Künstlerzimmer.
„Tut es dir nicht leid, Elisabeth, das alles auf geben zu müssen? Dich mit meiner Liebe zu begnügen, wo Tausende dir zu Füßen liegen?"
Eckertsburg fragte es, während er sie in feinen Armen hielt. Leise schüttelte sie den Kopf.
„Rein, Lothar. Es gibt nichts für mich auf der Welt als deine Liebe. Man hatte mich vergöttert, in der ganten Welt. Und ich war nicht einen Tag glücklich. Glücklich bin ich erst, seitdem ich weih, daß du mich liebst."
Drauhen tobte noch der Iubel der Menschen, die nach Elisabeth riefen. In dem engen, kleinen Zimmer aber standen ttoei Glückliche, die in einem langen Kuß die Welt vergaßen und die endliche Erfüllung ihres Lebens feierten
(Schluß.)


