Ausgabe 
4.7.1932 Erstes Blatt
 
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Dann überreichte Professor Farinelli bas Buch. Oberbürgermeister Dr. Landmann überreichte dem italienischen Gelehrten als äußeres Zeichen der Dankbarkeit der Stadt die Goethe-Medaille. Er machte davon Mitteilung, daß die Stadt be­schlossen habe, als weitere Anerkennung für die italienische Ehrung der Goethestadt eine Straße der Stadt zu Ehren des großen italienischen Dichters Dante zu benennen. Im Anschluß an die Feier im Römer fand dann im Städelschen Kunstinstitut die feierliche Eröffnung der Aus» st e l l u n gItalienische und deutsch-italienische Kunst der Goethe-Zeit" statt, die eine Fülle von Sehenswürdigkeiten in sich vereinigt.

Gründung der Deutsch-Britischen Gesellschaft in Wiesbaden.

Unter starker Anteilnahme deutscher und eng­lischer Freunde der Völkerbefriedungs^dee wurde eine deutsche Zweig st eile des Anglo German Clubs London gegründet, die den Namen Deutsch-Britische Gesellschaft (Anglo-Ger- man-Club), Sitz Wiesbaden, erhielt. Hum Präsi- deuten der Bereinigung, die der Vertiefung der kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwi- schen Deutschland und England dienen soll, tourte Botschafter a. D. Exzellenz Freiherr Lang­werth von Simmern gewählt. In das Prä- sidium wurden ferner noch gewählt die Oberbür- germeister K r ü ck e - Wiesbaden, Dr. Sa hm- Berlin, Adenauer - Köln und Dr. Schar- na g l - München, der Präsident des Senats der Freien Stadt Danzig, Dr. Zie-Hm, Beigeordneter Dr. Heß, Wiesbaden, Dr. Hamm, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages, von Brüning-Berlin und Geheimrat Dr. h. c. Ro­se! i u s - Bremen. Weiter wird das Präsidium noch aus maßgebenden Herren von den Universi­täten und Technischen Hochschulen, aus Literatur, Bibliothekswesen, Presse, Großindustrie und Lust- fahrtwesen durch Kooption ergänzt werden. Profes­sor Dr. Hecht-Göttingen überbrachte Grüße und Wünsche der Universität Göttingen und sprach den Wunsch aus nach engster fruchtbringender Zusam­menarbeiten zwischen der neuen Gründung und den deutschen Universitäten. Der britische General­konsul in Frankfurt a. M., V. H. C. B o s a n q u e t E s q gab der Hoffnung Ausdruck, daß der neue Klub sich als wirklicher Faktor erweisen werde, um die Angehörigen der beiden Länder im Geiste der Freundschaft und der Derständigung zusammenzu­führen.

Aus her provinzialhauptffaht.

Gießen, den 4. Juli 1932.

Zehibauen!

Im Baugewerbe hat die Allgemein-Verbindlich- keits-Crklärung (b. i. die Verpflichtung für alle also auch die Nichtorganisierten Firmen zur Zahlung der geltenden Tariflöhne) der neuen Bauarbeiter-Tarife durch das Reichsarbeitsmini­sterium die Voraussetzung geschaffen für eine endliche Stabilisierung der Baupreise. Mit der letzten nicht unerheblichen Senkung der Löhne sind diese aus einen Stand gebracht, der ungefähr noch zwei Dritteln der bis 1930 gültig gewesenen Höchstlöhne entspricht. Die von Reichs wegen mit der Reufestsetzung der Löhne in gemeinschaft­lichen Verhandlungen mit den zuständigen De- rufsvertretungen beauftragten Schlichter haben sich von der Notwendigkeit leiten lassen, durch möglichste Anpassung des Lohnniveaus an die gegenwärtigen wirtschaftlichen Zustände dem fast vollständig zum Stillstand gekommenen Dau- markt durch Ermöglichung niedrigerer Angebote einen neuen Anreiz zu geben.

Die Gültigkeit der neuen Löhne ist erstmals wieder für fast ein Jahr, nämlich bis zum 31. März 1933 festgelegt. Durch diese längere Befristung und die Verbindlichkeits-Erklärung wird dem nun seit 1929 andauernden Abgleiten der Baupreise ein Riegel vorgeschoben. Damit ist zugleich einer der Hauptgründe beseitigt, die bisher der Herausgabe neuer Bau- und Repa- raturaufträge hemmend im Wege standen. Das bisherige allmähliche Abbauen der Löhne in kleinen Beträgen und kurzen Zeitabschnitten hatte nämlich zur Folge, daß die Dauinteressenten warteten, bis diese Entwicklung nach unten zu einem Abschluß gelangt wäre, weil ihr Bau ja sonst schon in kurzer Zeit durch die fortgeschrittene Verbilligung entsprechend an Wert verloren hätte.

All diese Tieberlegungen sind nun nicht mehr am Platze. Der Lohnrückgang ist jetzt dem all­gemeinen Preis» und Konjunkturrückgang an- aepaßt, und die wesentlichsten Materialpreise haben einen Tiefstand, der beispiellos ist. Das bisherige gänzliche Fehlen von Arbeit hat über­dies einen so erbitterten Konkurrenzkampf um die verbliebenen Kleinigkeiten entfesselt, daß hier­durch ein weiteres Sinken der Preise verursacht wurde. Allo diese Umstände zusammen bewirken, daß zur Zeit Preise im Bauhandwerk Gültigkeit haben, deren außergewöhnlicher Tiefstand ohne Beispiel ist.

Ein weiteres Sinken ist nicht möglich, da die Löhne nunmehr festgelegt sind, die Material­preise schon durch die geringste Rachfrage steigende Tendenz zeigen und der Konjunkturtiefstand schon lange den lehtmöglichsten Grad erreicht hat, also nicht weiter unterschritten werden kann.

Wer die Vergebung notwendiger oder wün­schenswerter Arbeiten bisher aus irgendwelchen Gründen zurückgestellt hat, tut gut daran, an ihre Verwirklichung jetzt heranzugehen. So günstige Preise wie jetzt wird er in absehbarer Zeit nicht mehr wahrnehmen können.

BornoNzen.

Tageskalender f ü r Montag: Zelt­mission Oswaldsgarten, 16 Uhr, Bibelstunde, 20.15 Uhr religöfer Vortrag. Verein heitmattreuer Ober- fchlesier, 20.30 Uhr, Monatsversammlung imAn­dres", Sonnenstroße. FGF., 20.15 Uhr, Haupt­übung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße,Ein toller Einfall".

Lichtspielhaus, Bahnhof­straße, zeigt ab heute den neuen Lisa-Tonfilm- SchlagerEin toller Einfall". Es spielen so schreibt man uns mit: Willy Fritsch, der

Industrie-undHandelskammerJriedberg

Ausdruck, daß die Ueberwindung der Krise neben die Möglichkeit gegeben den unerläßlichen außerpolitischen Voraussetzungen, fernere Besteuerung rote Beseitigung der Reparationen und dadurch zuführen. Hierbei können F Behebung der allgemeinen Vertrauenskrise, eine dit- und Versicherungsunt« tatkräftige Führung der inneren Filialsteuer frei bleiben. Im

der Filialen durch- Filialen von Bank-, Kre- und Versicherungsunternehmungen von der Filialsteuer ft ei bleiben. Insbesondere wäre in Er- wägung zu ziehen, ob an Stelle des Gewerbe­

Wirtschaftspolitik zur Vorbedingung hat. Angesichts des bedrohlichen Ausmaßes der Arbeits­losigkeit muß mit allem Ernst und Nachdruck darauf

ertrags der Umsatz als Besteuerungsgrundlage treten kann.

hmgewiesen werden, daß diese Krise nur dann von innen heraus baldmöglichst überwunden werden kann, wenn eine Voraussetzung für eine rentable Arbeit der Unternehmungen geschaffen wird, die den Anreiz zur Neueinstellung von Arbeitskräften, ^c^^ongriffnahme dringend notwendiger Ersatz­beschaffungen und damit zur allgemeinen Wieder­belebung des Wirtschaftslebens schaffen werden. Die Mittel zur Wiederherstellung einer bescheidenen Rentabilität der Wirtschaft sind in der immer wie­der geforderten EntlastungderProduktion von unproduktiven "

et ^IC J[n u ft r i e - und Handelskammer Friedberg trat am Donnerstag im Stadthaus- faale zu Bad-Nauheim zu einer Vollversammlung zusammen Der Vorsitzende der Kammer, Herr Hirsch- yriebberg, gab seiner besonderen Genug- mung darüber Ausdruck, daß die Tagung in einem Weltbad wie Bad-Nauheim stattfinde. Für die Stadt Bad-Nauheim sprach Bürgermeister Dr. Ahl herz­liche Begrüßungsworte.

Der Syndikus der Kammer, Dr. Göbel- Fried- berg, erstattete den umfangreichen Tätigkeits­bericht der Geschäftsführung feit der letzten Vollversammlung. Er gab hierin einen Heber» blick über die gegenwärtig sehr gedrückte Wirtschafts- läge im Kammerbezirk und berichtete im einzelnen über die mannigfachen Schwierigkeiten im Export, hierbei auch über die Maßnahmen, die von der Kammer ergriffen worden sind, um den bezirks- eingesessenen Firmen in dieser Hinsicht so weit als möglich zu helfen. Es wurde die Tätigkeit der Kam- mer auf dem Gebiete der Steuern, des Verkehrs­wesens, Ausverkaufswesens, Zugabenregelung usw. eingehend erörtert und u. a. über die durch die Devisenbewirtschaftung bedingten Arbei­ten der Kammer, insbesondere die Auskunftsertei- lung und die Vorprüfung von Anträgen auf Er­teilung allgemeiner Devisengenehmigungen, berichtet.

In der Aussprache über die gegenwärtige SBlrtfcfjaftslag-e tarn die Auffassung zum

. , , ---------- ~-,.en und in der

durchgreifenden Senkung der U n - t o ft e n zu sehen.

Die Bestrebungen, in zunehmendem Maße den ordnungsmäßigen Handelswechsel an die Stelle der offenen Buchforderung zu setzen, ver- dienen nach Auffassung der Kammer eine starke Forderung weitester Kreise des Handels und der Industrie. Auf diese Weise dürfte die Reichsbank am ehesten in der Lage fein, den Bedürfnissen der Wirtschaft auf produktionsfördernde Kredite nachzu­kommen. Angesichts der schwierigen Lage weitester Kreise des mittelständlerisä>en Einzelhandels ist die Kammer der Auffassung, daß geeignete Maßnahmen insbesondere auf steuerlichem Gebiete, gefordert werden müssen.

Durch eine Aenderung der bestehenden reiche- und landesgesetzlichen Vorschriften muß den Gemeinden die Möglichkeit gegeben werden, eine wirk-

unverwüstliche Herzensbrecher, der schnodder- schnäuzige Max Adalbert, der ebenso humor­volle wie warmherzige Jacob Tiedtke, der urkomische Wilhelm Dendow, der originelle Paul Hörbiger, der lustige Harry Halm, die groteske Rose D a r s o n h. die immer schal­lende Heiterkeit bringende Adele S a n d r o ck alle haben das kostbare Gut ihres Humors in diesen Film gezaubert und die liebreizende Ellen Schwannecke, Dorothea Wieck und zehn Miller-Girls geben dem Herzen, was des Herzens ist. (Siehe Anzeige.)

Daten für Montag, 4. Juli.

1715: der Dichter Christian Fürchtegott Gellert in Hainichen in Sachsen geboren; 1776: Unabhängig- keitserkläruna Nordamerikas; 1807: der itaüeni- fche Nationalheld Giuseppe Garibaldi in Nizza ge­boren; 1888: der Dichter Theodor Storm in Hademarschen gestorben.

«

Preußisch - Süddeutsche Klassen- lotterie. Zu der am 13. und 14. Juli stattfin­denden Ziehung der 4. Klasse 39. (265.) der Preuß.» Südd. Lotterie hat die Erneuerung der Lose plan­mäßig spätestens bis zum 6. Juli, 18 Tlhr, bei Verlust des Anrechts in der zuständigen Lotterie- Einnahme zu geschehen. Die Beachtung dieser Frist wird in der gegenwärtigen Reisezeit dringend emp­fohlen.

** Ermittelte Unfugs ft ifter. Gelegen!- lief) des ersten Wahlganges zur Reichspräsidenten­wahl am 13. März wurde in der Frühe jenes Tages auf dem Turme der Stadtkirche eine rote Fahne entdeckt, die im Verlaufe der Nacht dort angebracht worden war und noch vor Beginn des Straßenver­kehrs von der Polizei entfernt wurde. Den Ermitte­lungen der Polizeibehörde ist es nunmehr gelungen, die Täter festzustellen. Es handelt sich dabei um drei unge Leute von hier, von denen einer flüchtig ge­gangen ist. Das Strafverfahren gegen die Hebeltäter wurde eingeleitet.

Strafkammer Gießen.

Gießen, 1. Juli. In einer Dorfwirtschaft In der Gegend von Büdingen war es am 1. März zwischen den früheren und jetzigen Gehilfen eines Schornsteinfegermeisters zu einer Auseinander- ehung gekommen. In deren Verlauf erhielt der heutige Angeklagte eine Ohrfeige. Als ihn dann ein Gegner noch mit dem Kratzeisen schlagen wollte, zog er sein Dolchmesser und versetzte diesem einen Stich in den Bauch. Die Straf­kammer bestätigte das auf drei Monate Ge­fängnis lautende Urteil des Amtsgerichts; sie nahm strafbare Tleberschreitung der Rot­wehr an.

Ebenfalls ohne Erfolg war die Berufung eines Arbeiters aus Büdingen. Auch die Straf­kammer hielt auf Grund der Beweisaufnahme für erwiesen, daß er am 4. Dezember 1931 auf der Treppe des von ihm und einem Kaufmann be­wohnten Hauses letzteren von hinten mit einem Gummischlauch auf den Kopf geschlagen habe. Auch die von dem Amtsgericht erkannte Strafe von einer Woche Gefängnis erschien angemessen.

Ein anderer Angeklagter fuhr am 26. Sep­tember 1931 mit feinem Motorrad von Ober- Rosbach nach Friedberg. Ihm entgegen kam ein Radfahrer, dessen Hund ständig auf der Straße herumlief. Obwohl noch andere Radfahrer und Fußgänger auf der Straße waren, fuhr der Motorradfahrer mit einer im Fragefall zu großen Geschwindigkeit weiter. Wie ein Zeuge es vermutet hatte, kam es auch: der Hund sprang dem Angeklagten in das Motorrad; er konnte nicht halten, mußte auf die linke (falsche) Seite biegen und stieß so mit einer entgegenkommenden Radfahrerin zusammen. Beide kamen zu Fall und wurden erheblich verletzt. Das Amtsgericht Friedberg hatte wegen fahrlässiger Körperver­letzung auf 40 Mark Geldstrafe erkannt. Das Urteil wurde bestätigt.

Schöffengericht Gießen.

* Gießen, 1. Juli. Eine bereits vorbestrafte Fabrikarbeiterin, die zur Zeit Strafe verbüßt, hatte sich wegen Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug zu verantworten. Sie hat in einem hiesigen Geschäft die Bescheinigung

einer anderen Frau vorgezeigt, wonach sie zum Bezug eines Pullovers im Werte von 8,50 Mk. berechtigt sei. Die Angeklagte war geständig und wurde zu einem Monat Gefängnis ver­urteilt. Sie erkannte dcrs Urteil sofort an.

Wogen des gleichen Delikts war ein junger Weißbinder aus der Umgegend angeklagt. Er hatte eine öffentliche Urkunde, und zwar eine Bürgschaftserklärung, gefälscht. Auch er war geständig. Unter Einbeziehung einer frühe­ren Strafe von 3 Wochen Gefängnis erhielt er eine Gesamtstrafe von 3 Monaten 10 Ta­gen Gefangnis. Cs wurde ihm bedingter Strafaufschub bewilligt unter Festsetzung einer Probezeit von 3 Jahren; außerdem wurde ihm eine Buße von 30 Mark auferlegt, die an die Staatskasse abzuführen ist.

Ein mehrfach wegen Sittlichkeitsdelikten vor­bestrafter Schlosser hat einem 11jährigen Mäd- <hen gegenüber auf offener Straße unsittliche Redensarten geführt. Das Gericht sah zwar nicht den Tatbestand des § 183 StGB. (Erregung öf­fentlichen Aergernisses) als erfüllt an, wohl aber den der Beleidigung des Mädchens, dessen Vater Strafantrag gestellt hatte. Strafe: 1 Monat Des ä n gnis. Die Strafe wurde anerkannt.

Zwei auswärtige Burschen haben aus einem Gebäude mittels Einbruchs mehrere Fahr­räder gestohlen. Während der eine den Diebstahl aussührte, stand der andereSchmiere". Beide sind rückfällige Diebe. Sie wurden beide unter Annahme mildernder Umstände z» der ge- setzlichen Mindeststrafe von je 1 Jahr Ge­fängnis verurteilt. Andernfalls hätte auf mindestens 2 Jahre Zuchthaus erkannt werden müssen. Außerdem wurden 6 Wochen Unter­suchungshaft auf die Strafe angerechnet.

Gustav-Adolf-Gehächinisfeier in Mainz.

WSR. Mainz, 3. Juli. Auf Einladung des Hessischen Hauptvereins der Gustav-Adolf-Stif- tung und des Evangelischen Bundes sind in Mainz die Vertreter der evangelischen Bevöl­kerung des Hessenlandes und der benachbarten Verbände zu einer großen Gustav-Adolf- Gedächtnisfeier zusammengetreten.

Am Samstagabend vereinigten sich im Festsaal der Liedertafel in Anwesenheit prominenter Ver­treter der weltlichen Behörden, der Kirchen­regierung und der kirchlichen Verbände viele Hun­dert Evangelische zu einer eindrucksvollen Feier. Rach den Begrüßungsworten von D. Dr. Fre i- h er r Hehl z u Herrnsheim und des Vize­präsidenten des Hessischen Landeskirchentages, D. Hermann- Darmstadt, sprach Professor Dr. Paul- Greifswald über., Gustav Adolf und D e u t s ch l a n d". Er schilderte die überragende Bedeutung Gustav Adolfs für die nationale deutsche Einigung. Der Prälat der Hessischen Landeskirche, Professor D. Dr. Dr. Diehl- Darmstadt, hielt sodann einen Vortrag über G u st av Adolf und die Kirchen". Er wies darauf hin, wie Gustav Adolf entgegen dem Aecht seiner Zeit volle Religionsfreiheit in dem ihm unterworfenen Gebiet einführte und durch seine Toleraruidee der religiöse Befreier Deutsch­lands und bahnbrechend für spatere Zeiten wurde.

Der Festsonntag begann mit Festgottesdiensten in sämtlichen evangelischen Kirchen von Mainz und feiner Umgebung. In Mainz predigten Bischof D. P 5 lschau - Riga und Kirchenpräsi­dent D. Voß- Kattowitz. Anschließend fand eine öffentliche Kundgebung auf dem Halleplatz statt, bei der der Superintendent von Rheinhessen, Oberkirchenrat Zentgraf, zur Einigkeit im Geiste Gustav Adolfs mahnte. Weit über 4000 Evangelische füllten den weiten Platz. Am Rach­mittag fand eine große Volksversammlung in der Mainzer Stadthalle statt. Die Versammlung stand unter der Leitung des Vorsitzenden des Hessi­schen Hauptvereins des Evangelischen Bundes, Pfarrer B e r ck »Roßdorf. Es grüßten Bundes- Präsident Ministerialdirektor D. Dr. Conze- Derlin, Landeskirchenrat D. Waih » Darmstadt, Dekan Hoffmann-Mainz. Danach sprachen Bischof D. Pölschau - Riga, Kirchenpräsident D. Voß» Kattowitz, sowie Bundespräsident D.

Sorn-CBetnn. Sie schilderten ein­drucksvoll die Rot der evangelischen Diaspora und die Aufgaben des deutschen Protestantismus im Geiste Gustav Adolfs. Das Schlußwort sprach Der aus Anlaß der Feier von der Gießener theologischen Fakultät zum Ehrendoktor der Theo­logie promovierte Pfarrer Wagner aus Bens­heim. Am Rachmittag und Abend fanden Auf­führungen des FestspielsGustav Adolf" von Devrient im Mainzer Stadttheater statt

Der Montag wird geschäftlichen Sitzungen der beiden Hauptvereine gewidmet sein. Rach einer gemeinsamen Rheinfahrt schließt die Tagung mit einer Versammlung, die besonders den Echul- fragen im Reich und in Hessen gewidmet sein wird.

Ein Fest aller Deutschen.

Zum 11. Deutschen Sängerbundesfcst in Frankfurt am Main.

Das vor vier Jahren in Wien abgehaltene große Sängerbundesfest, zu welchem 120 000 Sän­ger aus den deutschen Staaten und fast sämt­lichen deutschen Auhengebieten erschienen waren, ist wohl die größte Volksdeutsche und grohdeutsche Kundgebung der Rachkriegszeit gewesen. Allein 3000 deutsche Sänger sind damals aus Amerika gekommen. Daneben war das osteuropäische und südosteuropäische Deutschtum in gewaltigem Auf- niarsch vertreten. Run rüsten sich deutsch Sänger in aller Welt zumll.DeutschenSänger- b u n d e s f e st e , das in diesem Jahre vom 21. bt« 24. Juli in Frankfurt a. M., der alten Reichsstadt, stattfindet. DaS Goethejahr erhält durch diese mächtige Kundgebung deutscher Sän­ger zum deutschen Liede und zur deutschen Volks­art nach außen hin seinen festlichen Höhepunkt. Trotz der wirtschaftlichen Rot der Zeit haben sich auch in diesem Jahre nicht nur aus den deutschen Staaten, d. h. aus dem Reich, Oester­reich und Danzig, sondern auch aus zahlrei­chen Auhengebieten Abordnungen gemel­det, die insgesamt ein buntes Spiegelbild deS über die ganze Erde verteilten deutschen Volkes ergeben. Aus folgenden Auhengebieten sind vor­aussichtlich Abordnungen deutscher Sänger zu erwarten: Dänemark (Rordschleswig), Belgien (Eupen-MalmedH), Tschechoslowakei (Sudenten­deutsche), Polen (Kongrehpolen, Posen-Pom- merellen und Ostoberschlesien), Memelland, Lett­land, Estland, Ungarn, Südslawien, Rumänien (Banat, Siebenbürgen), Italien, Rordamerika. ehemalige deutsche Kolonien.

Im Veranstaltungsplan sind zur Hervorhebung des Volksdeutschen Gedankens an besonderen Kundgebungen vorgesehen: Volksdeutsche We ihestunde, Freitag, den 22. Juli. (Red­ner Rektor Brauner, stellvertretender Vorsitzen­der des Deutschen Sängerbundes, Dr. Sehfahrt, Brooklyn, als Ueberseedeutscher, Landrat Rau­mann, Posen, für die deutschen Volksgruppen in Europa, Deichsminister a. D. Dr. Gehler für das Volk der deutschen Staaten.) Musikalische Umrahmung, im Anschluh daran Uraufführung der KantateVon deutscher Rot". Volks­deutsche Kundgebung, Samstag, den 23. Juli, in der Paulskirche. (Redner Dr. Her­mann Ullmann, Teplitz-Schönau/Berlin, Abge­ordneter Dr. Roth, Siebenbürgen.) Musikalische Umrahmung.

Im Rahmen dieser Veranstaltung finden sich die auslanddeutschen gemeinsam mit den reichs­deutschen Sängern und Freunden des Volks­deutschen Gedankens im Zeichen der Volksdeutschen Idee zusammen. Auch der Festzug wird in diesem Jahre ganz besonders deutlich die enge Verbundenheit deS Auslanddeutschtums mit dem Innendeutschtum zeigen. Die auslanddeutschen Gruppen werden mit denjenigen inlanddeutschen Gebietsgruppen zusammenmarschieren, die i n d e r VDA. -Schutzarbeit die Betreuung dieser auslanddeutfchen Gebiete übernommen haben.

Rundfunkprogramm.

Samstag, 9.3u(L

7.05: Von Salzschlirf: Frühkonzert. Kapelle Bad Salzschlirf. 10.10 bis 10.45:Bilder aus der deutschen Theatergeschichte." Von Hans Aschaf­fenburg. 12.00: Konzert auf Schallplatten. 13.00: Konzert deS Rundfunk-Orchesters. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17.00: Rachmittagskon- jert des Rundfunk-Orchesters. 18.25:Vom italienischen Arbeitsrecht", Vortrag von Robert Fritsch. 18.50: Vortrag. 19.20: Hörbilder vom Abschiedssportfest der deutschen Okympia-Mann- schaft. 19.50: Don Königsberg: Ostpreußen. Wäl­der und Seen. 20.35: Von Berlin: Funkpotpourri. 22.00: Dienst am Kunden. Sketsch von P. Paul Althaus. 22.35 bis 24.00: Rachtkonzert des Rund­funk-Orchesters.

Wettervoraussage.

Das Hoch über Frankreich hat sich nach Deutsch« land ausgebreitet und entfaltet heiteres, sommer­liches Wetter. Unter feinem Einfluß dauert das schöne Wetter mit weiterer Erwärmung zunächst fort. Jedoch stellt die neue Atlantikstörung, welche im Raume zwischen den britischen Inseln und Is- land herrannaht, wieder eine Wetterteeinslussung in Aussicht. Vielleicht dürfte bereits am morgigen Spätnachmittag etwas Bewölkung auftreten, die am folgenden Tage weiter zunimmt, dabei schwü­les, zu Gewittern neigendes Wetter und Nieder- schlage bringen wird.

Vorhersage für Dienstag: Zunächst hei- ter, später von Westen her etwas Bewölkung auf- kommend, trocken, weitere Erwärmung.

Vorhersage für Mittwoch: Sehr warmes und mehr wolkiges Wetter mit Niederschlägen und gewitterigen Störungen.

Lufttemperaturen. Am 3. Juli: mittags 21,4 Grad, abends 14,1 Grad; am 4. Juli: morgens 14,9 Grad, Maximum 22,8 Grad, Minimum 8,4 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 12 Stunden. Erd­temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 3. Juli abends 23,8 Grad; am 4. Juli: morgens 16,3 Grad Celsius.

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