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2lm Montag, 22. Februar, findet eine

8 Forttestung

Nachdruck verboten

Kirche und Schule.

Dorftirchentagung in Beucrn.

zu Hans-Achim erhebend, fragte sie, ob er heute im Kolleg gewesen sei? Statt seiner antwortete Eva:

3 wo, er hat es geschwänzt."

Alle drei lachten. Der Einkauf in der Ricolaischen Buchhandlung war schnell gemacht.

Bummeln wir noch ein bißchen", schlug Rose vor, als sie auf die Straße traten. Der Vorschlag wurde angenommen.

In der Leipziger Straße blieb Rose vor den Auslagen eines der großen Pelzgeschäfte stehen.

Papa hat mir heute früh Geld geschenkt", sagte sie, Eva ansehend.Was meinst du, ob ich mir dafür einen neuen Pelzmantel kaufe?"

Jetzt?" fragte Eva gedehnt.Der Winter ist doch gleich zu Ende."

»Man trägt doch auch im Frühjahr Pelz."

Evas Blick ging musternd über sie hin.

Dein Dreitschwanz-Mantel ist doch noch sehr schön. Ich fände es sehr verschwenderisch, wenn du dir noch einen zweiten kaufen würdest."

Rose lächelte, berührte Evas Hand mit-leichtem Druck und sagte, während ihr Blick auf Hans- Achims Gesicht ruhte:

Ach, es gibt ja nichts Schöneres, als ver­schwenden zu können. Finden Sie das nicht auch, Herr Töünies?"

Ich habe leider gar keine Erfahrung darin, meine Gnädigste. Aber es mag schon so sein, wie Sie sagen."

Also, Evchen, was meinst du?" fragte sie noch einmal.

Eva antwortete mit einem Achselzucken Sie standen vor dem Geschäft Goldmann Söhne, Pelz- moden. Evas Blick traf auf das Firmenschild richtete sich danach fragend auf Hans-Achim. Er verstand ihre stumme Frage und machte Rose darauf aufmerksam, daß die Firma Salbach aaiu in der Rähe sei. a

Ich möchte gerade hier etwas ansehen. Ob ich gleich kaufe, weiß ich noch nicht."

Gott, wie peinlich mußte es Helene Schadow sein, wenn er mit Rose erschien, die sie am Ende bedienen mußte!

Einen Moment dachte Hans°A him daran, sich zu verabschieden, aber da befahl Rose bereits

Sie werden mir bei der Auswahl helfen, wer­den mir sagen, was mich kleidet."

Es gab kein Zurück für ihn. Sie betraten den Laden.

Herrgott, nahm diese Quälerei denn gar kein Ende! Hans-Achim fragte es sich, von Anaeduld gepeinigt.

Wohl ein Dutzend Mäntel hatte Helene vor- geführt. Daß sie diesen ihm unsäglich verhaßten Mannequinberuf ausübte, erfüllte ihn mit Zorn und Scham. Hätte er eine Ahnung davon aebabt er wäre um nichts in der Welt in diesen Laden hmerngegangen.

Der Umbau und Anbau der arten Gtadtpost.

Herr Architekt Ricolaus bittet uns um die Veröffentlichung der nachstehenden Zuschrift:

In der Berichterstattung über die letzte Stadt- ratssitzung Gießener Anzeiger vom 30./I. be­haupten Sie, ich sei derWegbereiter" für das in der alten Stadtpost geplante Geschäftsunter­nehmen. Eine Beweisführung dieser Behauptung ersparen Sie sich. Dafür aber lassen Sie um so metjr der Phantasie des uneingeweihten Lesers Spielraum hinsichtlich desVerbrechens", das Sie mir an die Rockschöße zu hängen versuchen. Zur Abwehr und Klarstellung erkläre ich daher, daß ich mit dem geplanten Geschaftsunternehmen auch nicht das Geringste zu tun habe.

Bereits im Oktober v. I. bin ich in meiner beruf» Iidjen Eigenschaft als Architekt durch Herrn W i n n, der bekanntlich der Eigentümer des alten Stadtpost- grundstückes ist, mit der Planung des Um- und Anbaues der alten Stadlpost beauftragt worden. Aber erst Ende Dezember, bei Abschluß des Miet­vertrages, erfuhr ich die Mieter und den Charakter ihres geplanten Geschäftsunternehmens. Vorher habe ich zu den Mietern, oder deren Vertretern keinerlei Beziehungen gehabt. Ebensowenig hat je­mals Herr Winn eine Verwendung der alten Stadipoft zu dem nunmehr bestimmten Zwecke zu erkennen gegeben. Die Planung erfolgte auf Grund Des mir von Herrn Winn gegebenen Programms. Die für die Genehmigung nachgefuchte Befreiung von gesetzlichen Bestimmungen ist nicht etwa durch das geplante Unternehmen bedingt, sondern war schon ein Bestandteil des im Oktober eingereichten Baugesuches. In meiner Eigenschaft als Stadtrats. Mitglied bin ich mit der ganzen Angelegenheit über­haupt nicht befaßt worden, weil solches auf Grund der Städteordnung unzulässig ist.

Es besteht hiernach nicht der 'geringste Zweifel, daß meine ganze Tätigkeit ausschließlich diejenige des Architekten ist, der pflichtgemäß den von ihm übernommenen Bauauftrag erfüllt und auf Grund feines mit dem Auftraggeber abgeschlossenen Ver-

ein ' . der Zweigverein Alsfeld des Eoange- lifafe Bundes imDeutschen Haus" einen stark besuchten Gemeindeabend. Pfarrer Lic. Hofmann-Lewe sprach über das ThemaVom Kampf zwischen Glauben und Unglauben im heu- tigen Rußland". Der Vortragende, der in Rußland geboren ist und viele Jahre dort verlebt hat, schil­derte das unsägliche Leid, das durch die Sowjet­herrschaft über die Christen Rußlands hereinge- brochen fei. Die Lage der Christenheit imLande der Gottlosen" sei heute geradezu trostlos, wie der Redner an vielen Beispielen zeigte. Triosonaten von Telemann und Händel, von der Alsfelder Kammermusik - Vereinigung (Frau E. Moeller, Violine, die Herren E. O. Hofmann, Flöte, M. Bähringer, Cello und E. Völsing, Klavier) fein- sühlig und klangschön vorgetragen, gaben der Ver­anstaltung einen würdigen Rahmen.

Leben noch nicht krank gewesen."

Er reckte sich unwillkürlich straffer auf. In seinen Hellen Augen stand ein Lächeln. Eva stellte tm sssslen fest, daß dies Lächeln wunderschön sei.

Ich wünsche Ihnen, daß das immer so bleibt", sagte sie, und impulsiv, wie sie war, streckte sie ihm ihre Hand hin, die er mit festem Druck er­griff.Ich hoffe, Sie werden nicht zu lange war­ten brauchen, Herr Schadow. Es sind nur noch zwei Patientinnen da."

Ich hab's nicht sehr eilig, gnädiges Fräulein."

Er drückte noch einmal ihre Hand.

In dem Augenblick wurde Rose Münchmeher m>n dem Stubenmädchen eingelassen. Mit raschem Blick hatte sie das Bild erfaßt, das sich ihr bot. Em mokantes Lächeln huschte um ihren Mund.

Evas Gesicht errötete bis zu dem blonden Haar­ansatz. Rose umarmte sie lächelnd, hauchte einen Kuß auf ihre Wange und fragte dann:

Was meinst du zu einem kleinen Vormittags- bummel durch die Stadt, Evchen?"

Eva überlegte. So viel Arbeit wartete auf sie. oic betraten das Wohnzimmer, in dem die Mutter war. Rose begrüßte sie, küßte ihr die Hand.

Gnädige Frau, ich möchte Eva für ein paar Stunden entführen. Darf ich?"

Warum nicht!"

Und was wird aus meiner Arbeit. Mama?" Ottilie lächelte.

Die wartet, bis du wiederkommst. Geh nur für em paar Stunden hinaus; das Wetter ist so herrlich."

Langsam bummelten Rose und Eva durch die Straßen. Rose hatte sich ein Skicomplet gekauft.

^r-^rrln c JPgtS&amcr Platz angekommen, als plötzlich Hans-Achrm vor ihnen stand

Rose, sichtlich erfreut, erzählte von ihrem Ein- kauf und'forderte:

^,"2etzt müssen Sie mit uns in die Leipziger Straße kommen. Ich will sehen, was man dort noch erstehen kann.

Er behauptete, in die Ricolaische Buchhandlung zu müssen.

Da kommen wir mit, Herr Tönnies"

Sehr liebenswürdig, gnädiges Fräulein aber ich. muß Sie schon bitten, davon abzusehen, ment" ^"^rnehmen verspricht nicht viel Amüse-

Sie lächelte zu ihm auf.

v"?a* glauben Sie etwa, unsere Unternehmungen sind aufregend? Ich bin entschlossen, mit Ihnen zu gehen.

e4maJ.te gegen sie eine knappe Verbeugung

»Wie Sie wünschen, meine Gnädigste"

ÄrqUrCrteU Fahrdamm, dabei schob Hans-Achim seine Hand unter Roses Arm Das S«d ihr em angenehm prickelndes Gefühl sie preßte den Arm fester cm ihren Körper. Den Blick

Die Wintersonne legte einen hellen, wärmenden Schein über die alte, grämliche Straße.

Rose Münchmeher, in einen weiten Mantel aus weißem Flauschstoff gehüllt, trat auf ihren Bal-, Eon. Sie winkte den Damen Tönnies einen Mor- gengruß zu, der von Ottilie mit freundlichem Lächeln erwidert wurde. Eva winkte nur flüchtig yinid.

Ihr Interesse wurde durch das Anfahren eines eleganten Autos in Anspruch genommen. Rose, mit emem raschen Blick nach dem Auto hin, tele­graphierte zu dem Tönniesschen Ballon herüber: Papas neuer Rürburg."

Der neue Wagen war bereits Friedrich Scha- oow anvertraut. Er hielt vor dem Hause. Der Portier des Münchmeherschen Hauses trat zu ihm. Er sei viel zu früh gekommen. Eine Stunde müßte er wenigstens noch warten.

Schadow schritt auf das Tönniessche Haus zu. Sem Blich traf wie zufällig den geheimrätlichen Balkon. Die Finger seiner Rechten an denMühen- rand legend, grüßte er die Damen. Ottilie flüsterte Eva zu:

ftctj'd2 Em die braune Chaufseuruniform

Medrich Schadow war groß, schlank und von straffer Haltung. Sein Gesicht mit der schmalen gebogenen Rase hatte seine Züge, frische Farben und einen Ausdruck von Offenheit

Lina Knorpe war eben damit beschäftigt, das Pflaster zu fegen. Friedrich Schadow sagte im Vorubergehen etwas zu ihr, worüber sie hell auflachte. J

Eva fühlte, daß ihr alles Blut zu Kopf stieg. Sie sah von den beiden fort zu Rose hin, die ihr zurief, daß sie in zehn Minuten bei ihr sein wurde.

Sie und Ottilie kehrten in das Zimmer zurüd. Es gah allerhand zu tun. Anderntags war Wasch- tag. Lina würde bald kommen, um beim Vorrich­ten zu helfen.

Die Wohnungsklingel schrillte durchs Haus Eva, die vermutete, daß Rose bereits da sei lief tzn, mn zu offnen. Friedrich Schadow stand vor ihr Er bat, den Herrn Geheimrat sprechen au dürfen. 0

»Papa hält eben noch Sprechstunde. Ditte, wenn Sie hier warten wollen?" Sie öffnete die Tür zum Wartezimmer. Ehe es Friedrich Schadow betrat fragte sie:Sie sind doch nicht etwa krank?"

Don Geld und Lebe

Vornan von Grete von Gaß.

Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle

träges zu erfüllen hat. In den Rahmen dieser De^ tragspflicht fallen auch alle meine Bemühungen, die auf die Erwirkung der nachgesuchten Befreiung von gesetzlichen Bestimmungen abgestellt sind. Wer­den hierbei die Interessen des Nachbarn in vor­liegendem Falle Ihres Herrn Lange in Mit­leidenschaft gezogen, dann ist das kein Grund, meine Pflicht und Schuldigkeit in der Wahrnehmung der Interessen meines Auftraggebers meniaer zu tun, wenn ich mich nicht der Pflichtvernachlässigung oder Pflichtversäumnis schuldig machen will.

Nach alledem ist es bei einer unbefangenen, vor­urteilsfreien Beurteilung einfach unmöglich, meine hier entfaltete Berufstätigkeit zu einer Förderung des in der alten Stadtpoft geplanten Geschäftsunter­nehmens umzubiegen und daraus einen Gegensatz zu konstruieren zu den Interessen berjeniger mittel- ständischer Kreise, deren Vertrauen ich meine Wahl in den Stadtrat mit verdanke.

Ich nehme an, Sie wissen ganz genau, daß meine Stellung in der ganzen Angelegenheit nur beruf­licher Natur ist. Eine objektive Besprechung mußte diese Tatsache gebührend respektieren. Das haben Sie mit Ihrem Vorstoß gegen mich nicht getan. Und warum nicht? Seien Sie, bitte, offen und ehr­lich! Doch nur, well es für Sie in erster Linie um viel näherliegende Interessen, um die Interessen Ihres Herrn Lange geht, die darin bestehen, den Anbau der alten Stadtpoft überhaupt zu verhin­dern. Das Recht zur Verfolgung dieser Interessen bestreite ich Ihnen nicht. Daß Sie sich aber hierbei einer mißbräuchlichen Auswertung meiner beruf­lichen Tätigkeit bedienen, die geeignet ist, mich in jeder Hinsicht zu schädigen, dagegen mich zur Wehr zu setzen, ist nicht nur mein gutes Recht, sondern meine heiligste Pflicht. In dem Vorwurf, ich sei der Wegbereiter für das in der alten Stadtpost geplante Unternehmen erblicke ich diese mißbräuch­liche Auswertung meiner Berufstätigkeit. Diesen Vorwurf empfinde ich als eine unbegründete, bös­willige, verleumderische Unterstellung, die ich hier- mit gebührend zurückweise.

Mit vorzüglicher Hochachtung!

Ph. Nicolaus."

Anmerk ng der Nedak.wn:

Lvhalerweise geben wir der Zuschrift des Herrn Ricolaus Raum, obwohl sie zum Teil von falschen Voraussetzungen ausgeht und abwegige Behauptungen aufstellt. Dem schroffen Ton der Entgegnung, für den wir bei der sachlich schwa­chen Position des Verfassers Verständnis haben, wollen wir nicht folgen. Herr Ricolaus ver­kennt den Kernpunkt unserer ablehnenden Stel­lungnahme. Als bauleitender Architekt gehört er unseres Erachtens zu dem engsten Kreis von Männern, die dem Cinheitspreis^schäft zum schweren Schaden des selbständigen Mittelstandes den Weg in unsere Stadt bereiten. Wir hätten erwartet, daß Herr Ricolaus den naheliegen­den Konflikt zwischen seinem Beruf als Architekt und seiner Stellung als Führer der Wirtschaft­lichen Vereinigung im Stadtrat vermieden und sich in dem Augenblick von dem Bauvorhaben zurückgezogen hätte, in dem ihm bekannt wurde, wem seine Mitarbeit zugute kommen sollte. Daß Herr Ricolaus in seiner Eigenschaft als Stadtratsmitglied mit dieser Angelegenheit be­faßt worden sei, haben wir niemals gesagt. Seine Behauptung, daß die Interessen unseres Ver­legers Herrn Lange unsere Stellungnahme ge­gen dieses Projekt bestimmt hätten, wird schon allein dadurch widerlegt, daß das Bauvorhaben schon seit Monaten der Redaktion bekannt war, sie aber er st in dem Augenblick dazu Stellung nahm, in dem zutage trat, daß von diesem Projekt öffentliche Interessen be­rührt wurden. Die volle Meinungsfreiheit der Redaktion ist von jeher und bei jeder Gelegen­heit sichergestellt. Rur der Gesichtsvunkt des öffentlichen Interesses ist auch in dieser Frage für die Haltung unseres Blattes allein maßgebend gewesen.

Rose ließ ihr Lorgnon sinken, sah zu Hans- Achim auf und fragte:

Was meinen Sie, welchen ich wählen soll?" Er zuckte mit den Achseln.

»Ich kann Ihnen wirklich nicht raten", sagte er gequält.

»Wenn Sie nicht wer denn?" fragte sie leise, aber doch so, daß es Helene hörte.

In diesem Augenblick haßte er Rose.

Ihr Blick kehrte langsam zu Helene Schadow zurück, die. in einen Chinchillamantel gehüllt, in etwa zehn Schritt Entfernung von ihr abwartend dastand. Unbeweglich, das feine, todblasse Gesicht ein wenig gehoben, die großen, tiefblauen Augen rns älnbestimmte gerichtet.

Eine Atmosphäre von Qual war um sie, die H^ns-Achim deutlich spürte und unter der er tt. Er konnte sie nicht länger ertragen und ver­lieh, während Rose mit dem Verkäufer sprach, ohne Gruß den Laden. Rose und Eva folgten ihm bald.

Sie sind großartig, kneifen einfach aus!" schalt Rose lächelnd. iC9a 1

Er entschuldigte sich.

Also ich habe den Chinchilla gefu.. »astet jtoar viel mehr, als ich augenblicklich Ich muß Papa das Fehlende abknöpfen."

Rose lächelte. Sie dachte: Eva ist neidisch, älnd so ganz frei von Reid war Eva auch wirklich nicht.

Sie dachte an Flinsberg und wie sie dort in ihrem bescheidenen Kostüm neben Rose bestehen sollte. Eine Skiausrüstung besaß sie. Aber erst­klassig war die auch nicht. Sie sah zu Hans-Achim auf, der schweigsam neben ihnen herging.

Achim, das eine oder andere werden wir uns auch noch für die Reise anschaffen müssen."

Er antwortete nicht war so vergraben in seinen Groll auf Rose. Die schob ganz unbefangen ihre Hand unter seinen Arm, sah zu ihm auf und sagte in vorwurfsvollem Ton:

Sie haben mir noch nicht einmal zu meinem Einkauf gratuliert.

Tut man das? Das ahnte ich nicht", gab er frostig zurück.

Ja, für gewöhnlich."

Sie blieb Plötzlich stehen, streckte Eva die Hand hin.

»Derzeih, Evchen, daß ich mich hier von dir verabschiede. Da ich in der Rähe der Dank bin, will ich gleich zu Papa, um mir mein Geld zu holen."

So in Hast erfolgte ihr Abschied, daß Eva und Hans-Achim sich betroffen ansahen, als sie fort war.

«Du hast sie gekränkt, Achim wer weih, waS da nun drauf folgt?"

Er zuckte mit den Achseln und sagte gleichmütig: Was es auch sein mag, ich nehme es auf mich."

(Fortsetzung folgt.)

Landkreis Gießen.

* Klein-Linden, 3. Febr. In der Mit- gliederversammlung des Turnvereins wurde beschlossen, den Beitrag der Erwerbs- losen herabzusetzen, und zwar bei Tur­nern auf 25 Pf. und bei Zöglingen auf 15 Pf. im Monat. Für Schüler beträgt der Beitrag 10 Pf. pro Monat. Die Versammlung beschloß ferner daß sich erwerbslose Mitglieder in stärkerem Maße als bisher an der Instandsetzung des neuen Sportplatzes beteiligen sollen.

V Watzenborn-Steinberg, 3. Febr. Im Saale derKrone" zu Steinberg hielt der hiesige Kriegerverein seine Generalversammlung mit anschließendem Familienabend.ab. Präsident Schäfer begrüßte die Teilnehmer mit herz­lichen Worten, überbrachte einem Mitgliede Glückwünsche zum 80. Geburtstage mit einem Dilde des früheren Großherzogs von Hessen, fünf Mitgliedern überreichte er das Hassia-Abzeichen für 50jährige Mitgliedschaft bei derHassia". Die nachfolgende Tagesordnung (Rechenschafts­bericht, Dechnungsablage) sand rasche Erledigung. Den nun folgenden geselligen Teil des Abends füllten die Mitglieder des hiesigen Kirchen- gesangvereins aus, die die Darstellungen vom vergangenen Sonntage noch einmal zur Wiedergabe brachten. Auch diesmal hinterliehen sie tiefen Eindruck. Bei guten Musikvorträgen verlebte man einige Stunden echter Karnerad- ' schoftlichkeit.

f a rb.-> y teich, 2. Febr. Am Samstag hielt esang^^reinViktoria" sein Slif- est ab. Der 1. Vorsitzende forderte in Begrüßungsansprache auf, die Sänger im f um die Erhaltung des deutschen Volks­liedes nach Kräfren zu unterstützen. Prolog, ge­sangliche und musikalische Darbietungen unter­hielten sodann die Gäste. Die zum Vortrag gebrachten Chöre (Leitungg: Carl Sommer, Watzenborn) legten Zeugnis von der intensiven Arbeit des Dirigenten und von dem Fleiß der Sänger ab. Zwei Theaterstücke gelangten zur Ausführung und fanden verdienten Beifall.

z Rödgen, 3. Febr. Der Assistent am Gieße­ner Museum, Herr S z c z e ch , hielt im hiesigen Leseverein einen Vortrag über das Thema: Einiges aus dem Alltag unserer vorgeschichtlichen Ahnen". Er ging dabei von den Höhlenbewohnern des Lumdatales aus und führte feine Zuhörer durch die einzelnen vorgeschichtlichen Zeitperioden bis in die La-Töne-Zeit.

gck. G r o ß e n - B u s e ck, 3. Febr. Im Saale des Gastwirts Brück feierte der Turnverein Gut Heil" sein 34. Stiftungsfest, das in rein turnerischem Stil gehalten war. Rach einem Prolog der Schülerriege und der Begrüßung durch den Vorsitzenden Größer legten Schüler, Turner und.Turnerinnen Zeugnis ab von fleißi­ger. hingehender Arbeit im vergangenen Jahr. Reichen Beifall fanden die lebenden Bilder vom deutschen Schicksal und deutschen Hoffen. Die zum erstenmal auflretenden Turnerinnen ernte!en mit Keulenschwingen und Freiübungen große An­erkennung. Mit Recht sprach der Vorsitzende den beiden Turnwarten Steph an und Hahn für ihre mühevolle Arbeit herzlichen Dank aus.

* Saubringen, 3. Febr. Unter der Leitung des 1. Vorsitzenden K. Schultheis hielt der GesangvereinSängerlust" seine Jah­res-Hauptversammlung ab. Der Jahresbericht des Vorsitzenden ließ erkennen, daß sich der Verein in jeder Hinsicht den Erfordernissen der Gegenwart anpaßte. Die Rechnungsablege ergab einen kleinen Überschuß. Dem Kassierer wurde Entlastung erteilt. Der bisherige Vorstand wurde mit wenigen Ausnahmen wiedergewählt. ES wurde beschlossen, den Beitrag um 20 Prozent zu ermäßigen. Der Verein wird sich an dem Wertungssingen 1932 beteiligen.

br. Rüddingshausen, 3. Febr. Unser Kriegerverein hielt seine 55. Generalver­sammlung unter der Leitung des Vorsitzenden, Förster Kalber lah, ab. Zunächst beschäftigte

man sich mit der Ausnahme neuer Mitglieder aus dem Schützenverein. Dazu wurde beschlossen, daß Mitglieder deS Schühenvereins, die ihm drei Jahre angehören, auf Antrag ohne Eintrittsgeld in den Kriegerverein ausgenommen werden: sie zahlen dann in jedem Verein die Hälfte des Bei­trags. Weiter wurde dem Kameraden Linke r daS Hassiazeichen für 40jährige Mitgliedschaft überreicht. Der Gesangverein Männerchor ver­schönte die Versammlung durch einige wohlgelun- gene Chöre.

+ Grünberg, 3. Febr. Am Sonntag hielt der hiesige Ortsgewerbeoerein im Hotel Hirsch" seine Hauptversammlung ab. Der Vor­sitzende, Schlossermeister Heinrich Schmidt II., er­stattete den Jahresbericht über die Tätigkeit des Vorstandes und des Bezirksverbandes. Die Rech­nungsablage, erstattet von Lehrer Wenzel, ergab einen kleinen Ueberschuß. Die drei ausscheidenden Vorstandsmitglieder, Schlossermeister Heinrich Schmidt IL Spenglermeister Jul. Von - Eiff und Lehrer Wenzel, wurden durch Zuruf wie­dergewählt. In der Aussprache wurde u. a. gefor­dert, daß bei dem? von oben verlangten Preisabbau auch die Handwerkskammer mit ihren Beiträgen sich zu einer Senkung verstehen solle. Die Gewerbe­vereine müßten bur4) ihre Vertreter in den Bezirks­verbänden und in er Handwerkskammer immer wieder diese Forderung stellen. Schuhmachermeister Albr. Großhaus berichtete über die jüngste Handwerkertagung in Gießen, die ein trübes Bild von der Lage des Handwerks gezeigt habe. Mehrere Spenglermeister, die im vorigen Jahre einen bil­ligen Emaille-Verkauf abhielten, wofür sie nach­träglich mit einer Steuer belegt wurden, prote­stieren scharf gegen diese Veranlagung, da sie zu dieser Maßnahme als Abwehr gegen die Konkur­renz eines sonst hier auftauchenden Wanderlagers gezwungen gewesen seien, und sie verlangten vom Vorstand, daß er Schritte gegen diese Steuer unter­nehme. Dieser Tage hielt die hiesige Ortsgruppe des Vereins für das Deutschtum im Auslande (VDA.) ihre Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Studienrat Se>ybo 1 d, erstattete den Jahresbericht. Die Mitgliederzahl beträgt 66. Die Rechnungsablage ergab, daß van den 355,34 Mark betragenden Einnahmen der größte Teil, nämlich 320 Mark, an den Landesverband abge­führt wurde. Auch die 213 Mitglieder zählende Schulergruppe an der Oberrealschule, die unter Leitung von Studienassessor Beck steht, konnte durch ihre Sammeltätigkeit in der Derbewoche und durch den Ertrag des Tiroler Volksabends etwa 355 Mark nach Darmstadt abliefern. Der Vorstand blieb in feiner seitherigen Besetzung bestehen. Bei der Holzversteigerung tm hiesigen Stadtwald wurden folgende Preise erzielt: Buchen- scheit 15 bis 16, Buchenknüppel 12 bis 13, Eichen­scheit 10 Mark je zwei Raummeter

II Bellersheim, 3. Febr. Dieser Tage hielt der Ob st - und Gartenbauverein im Gast­haus Angermüller seine Generalversammlung ab. Der erste Vorsitzende, Bürgermeisterei Müller, gab den Geschäftsbericht bekannt. Der Rechner, Baumwart Adolf Müller, erstattete den Kassen- bericht. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurde der seitherige Vorstand wiedergewählt. Anschließend hielt Dbftbauinfpettor Enkler (Gießen) einen Vortrag überObstbauliche Zeitfragen". Besonders berichtete er über den Obstabsatz und die Bekämp­fung der Zwetschenschildlaus.

Kreitz Friedberg.

i Butzbach, 3. Febr. Nach dem von der Ober­postdirektion Darmstadt festgestellten Ertrags- ergebnis der Kraftposten Butzbach Hochelheim und ButzbachZiegenberg war im ab­gelaufenen Vierteljahr, Oktober bis Dezember, auf beiden Linien ein Fehlbetrag zu verzeichnen, 1° daß die von den beteiligten Gemeinden garan­tierten Zufchußbeträge in voller Höhe in Anspruch genommen werden mußten.

Kreis -Ilsfeld.

w Alsfeld, 3. Febr. Am Montagabend ver- anftaltete der© ustav-Adolf-Frauen-Ver-

21m Montag, 22. Februar, findet eine inter­essante Dorfkirchentagung zu Beuern (Kreis Gießen) statt. 3m Gottesdienst Predigt Oberkirchenrat D. theol. Wagner, Gießen. Den Vortrag:Die althessische Kirche im Kampf mit den kirchenfeindlichen Strömungen ihrer Zeit ein Vor­bild für uns" hält Prälat Dr. D. Diehl Darmstadt, der beste Kenner der althcssischen Kirche. Der Redner, wie sein hochaktuelles Thema wird viele locken. Eingeladen sind die Kirchen­vorsteher und Kirchengemeindev:rtrcter, Lehrer und Bürgermeister, die kirchlich interessierten Männer der Gemeinden.