Ausgabe 
3.12.1932 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

(R e 11 o - der Techni

unb seine- Instituts und

Geschichten aus aller Welt

Aus -er Provinzialhauptstadt

war. auf 22 3al

zahlen.

BornoNzcn.

ab, auf der, wie man uns mitteilt, 22 Dullen des hessischen Fleckviehs und 18 Iber der an­erkannten Schweinerassen -um Verlauf tommen. Die zur Versteigerung gelangenden Dullen wur­den bereits vorbesichtigt und bei der Auswahl nur diejenigen &ilt Versteigerung zugelassen, von denen man auf Grund ihrer äußeren Form und ihrer Abstammung erwarten kann, daß sie brauch­bare Zuchttiere werden. Mit wenigen Ausnahmen haben die Dullen bereits daS körfähige Alter, so daß sie sofort zur Zucht Verwendung finden

Erweiterte Gültigkeit der Eisenbahn-Schülermonatskarten.

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Der Spielplan der kom- menden Woche sieht u. a. zwei Erstaufführungen vor. Als Fremdenvorstellung gelangtDer Raub der ©abienerinnen von Schönthan (Regie: Karl

Ä »Raubmord an dem ArankfurterGeldbneflräger

Das Geständnis des Mörders.

Die Reichsbahn hat vom 1. Dezember d. 3. ab die Altersgrenze für die Inanspruchnahme von Schülermonats- und Schülerrückfahrkarten, die für Lehrlinge und einzelne andere Gruppen von (Benutzern bisher auf 20 3ahre festgesetzt - hre ausgedehnt. Schülermonats- die Hälfte billiger als gewvhn-

können. Dei der Hälfte der Dullen ist die Milch­leistung der Mutter nad)getoiefen. Die zur Ver­steigerung kommenden Cbcr entstammen aus­nahmslos aus anerkannten LeistungZzuchten der Provinz. Der Versteigerung geht eine Prämi­ierung und Körung der Dullen voraus, die um 10 Uhr ihren Anfang nimmt. Die Versteigerung selbst beginnt um 10.30 Uhr mit dem Verkauf der Eber. Sie findet in der Eostschen Hofreite. Rodheimer Straße 50, statt. (Siehe heutige An­zeige.)

es Wohl genug zum anschaffen, aber mit einem Weihnachtsgeschenk will man erfreuen, es soll etwas Desonderes sein. 3n der Suche nach diesem Desonderen, das den echten 3ubel auslöst, zergen sich aber die englischen Wanner gewöhnlich recht ungeschickt. Florence A. Kilvatrick plaudert in einem Londoner (Blatt amüsant über diese meist so vergeblichen Anstrengungen des männlichen Geschlechtes:Selbst in den Dazaren des Orients, unter der erstaunlichen Fülle bunter und schöner Sachen habe ich über ba$ Ungeschick geseufzt, mit dem Männer die Geschenke ausgesucht ßc'jen, mit denen sie ihrFrauenvolk" beglücken woll­ten. Sind sie dann glücklich an Dord oder ins Hotel zurückgekehrt, dann zeigen sie stolz ihre Einkäufe, befranste Abendschals mit aufdring­lichen Stickereien, die zu Hause ganz unmodern sind und für die sie in der Heimat nur einen (Bruchteil dessen anzulegen brauchten, was sie hier ausgegeben haben, Halsbänder und Arm­bänder in einem Stil, der vielleicht vor einem Jahrzehnt modern war.Orientalische" Ketten, die aus Manchester stammen usw. 3n der Heimat ist die Gefahr, so hereinzufallen, natürlich ge­ringer, aber auch da leistet der Wann alles Er­denkliche an Ungeschick. Erst kürzlich stand ich am Ladentisch neben einem jungen Mann, der der Verkäuferin sagte:3ch möchte gern ein Geschenk für eine junge Dame. Können Sie mir nicht so etwas geben, was die Mädchen am liebsten ha­ben?" Cs waren Tausende von Dingen in den Lagern dieses Hauses, die jedes Mädchenherz hätten höher schlagen lassen, wundervolle Hand­schuhe, elegante Flaschen mit den besten Parfüms, seidene Strümpfe welche Frau hat jemals zu­viel Strümpfe? Die können wir immer gebrau­chen. Aber als ich fortging, befand sich der 3üngling im schwierigen Zweifel, ob er zwischen einem schön gearbeiteten Kästchen oder einer eleganten, aber unpraktischen Manikür-Ausstat­tung wählen sollte. 3ch stellte mir im Geist das Mädchen vor, die dieses Geschenk empfängt, mit gezwungenem Lächeln, aber im Herzen voller Wut, und diese unnötigen Dinge am liebsten in die Ecke feuern würde, besonders wenn sie denkt, wieviele Sachen sie so notwendig braucht.

Der ohnmächtige Feuerschlucker.

I. - P a r i s.

Auf einem Rummelplatz im französischen Städt­chen Lille hat sich folgendes zugetragen:

Ein Feuersresser fraß gerade, zum Staunen brei­tester Devölkerungsschichten, Feuer. Mit einemmal, mitten in seiner flammensprühenden Produktion, verfärbte er sich, wurde grünlichgelb im Gesicht, und stürzte zu Doben, daß die Funken stoben. Er war ohnmächtig geworden.

Als sich ein Arzt um ihn bemühte, stellte f-i) heraus, weshalb dem armen Wann so gräßlich übel geworden war. Er hatte sich nicht etwa die Zunge verbrannt. Er hatte bloß im dramatischsten Augenblick sein falsches Gebiß verschluckt, das ihm leiber in die unrechte Kehle geraten war, so daß er gegen einen unbändigen Hustenreiz anzukämpfen hatte. Aber es ist nun einmal so, daß man beim Feuerschlucken weder husten, _ niesen, noch sich schneuzen darf, da man hinlänglich anderweitig beschäftigt ist. Tie Anstrengung, diesen Hustenreiz zu überwinden, hatte dem Armen so furchtbar zugesetzt, daß er vor Erschöpfung ohnmächtig zu Doden sank.

Die Moral dieser schrecklichen Geschichte ist die: wer Feuer frißt, der soll zuerst seine Zähne im Wasserglas deponieren: denn zum Teufel! man braucht das Feuer, das man schluckt, doch nicht auch noch zu kauen!

Uebertrieuene Zärtlichkeit.

(R.) Kairo.

Die (Blätter melden aus Alexandrien, daß in Tanta, im Rildelta, ein Mann an einem (Biß gestorben sei. Zwar hat ihn keine gi'tige Otter, fein Skorpion, noch sonst ein giftiges Wesen gebissen, sondernnur seine Frau, und zwar .aus über­triebener Zärtlichkeit" I Der Tiß war aber so stark, daß der Mann ins Krankenhaus gebracht wer­den mußte, wo bald darauf starb. Die Frau aber wurde dcm Strafgericht überlie'ert. Wie man weiter erfährt, yaoen die Richter beantragt, daß zunächst einmal ein Zahnarzt sich der Frau nähert und ihr die Zähne zieht damit sie vor ihr sicher sind! Wo wird sich aber ein Zahnarzt finden, der so viel Mut aufbringt?

WSR. Offenbach a. M., l.Dez. Zu dem Festakt anläßlich des 1 00 j ä h r i g en De ste. hens der Technischen Lehranstalten Offenbach den wir gestern bereits melde­ten. D. Red. waren u. a. erschienen Staatsprä­sident Dr. Adelung, die Spitzen des Kultus­ministeriums und der Offenbarer Dehörben. so­wie zahlreiche Persönlichkeiten der hessischen Kunst und Wissenschaft. Der Festakt wurde umrahmt durch Vorträge eines Damen-Streichquartetts.

Oberbürgermeister Granzin (Offenbach) be­grüßte die Festgäste und überbrachte im (Hamen der Stadt Offenbach und des hessischen Kultus­ministeriums herzliche Glückwünsche. Hierauf sprach Staatspräsident Dr. A d e l u n g, übet des­sen Rede wir schon berichteten.

Professor Dr. Eberhardt, der Leiter des Instituts, gab dann einen gesch ich tlichen Rückblick. 3n seinen Ausführungen unterstrich er den hohen Wert der Offenbacher Technischen Lehranstalten in dem Augenblick, wo die Wirt­schaft einen neuen Aufstieg beginne, und wies auf d.e Gefahr eines Rachwutzsmangels an Qualitäts- ar bei fern hin, denn die Zahl der Desucher des In­stituts habe sich seit 1928 von 300 auf 19 verrin­gert. Gerade heute habe die Lehranstalt beson­dere (Bedeutung, denn auf dem Auslandsmarkt könne Deutschland heute nur durch Qualitätsarbeit konkurrieren.

karten sind um bie Hälfte billiger als gewöhn­liche Monatskarten und gewähren schon bei werk­täglich nur einmaliger (Benutzung zur Hin- und Rücksahrt eine Ermäßigung von 78 bis 89 v. H der regelrechten Einzelfahrpreise. Sie werden z.D. ausgegeben an Schüler, ordentlich Studierende von Hochschulen und an solche Personen, die auf Grund eines schristlichen Lehrvertrags in (Be- rufsausbildung stehen (Lehrlinge). Die für Lehr­linge und einzelne andere Gruppen bisher fest- g setzte Altersgrenze von 20 Jahren ist nunmehr um zwei Jahre ausgedehnt worden, weil heute vielfach bei der Annahme von Lehrlingen die Reifeprüfung einer höheren Schule verlangt wird und infolgedessen bis zum 20. Lebensjahre die Lehrzeit nicht beendet Werden kann. Für mehrere Schulkinder der gleichen Familie wird noch eine Sondervergünstigung inso ern gewährt, als von dem zweiten und jeoem weiteren Kinde derselben Familie nur der halbe Preis einer Schüler­monatskarte zu entrichten ist. Diese Kinder zahlen somit nur 6 bis 11 v.H. bet regelrechten Einzel­preise. Schülerrückfahrkarten find im Preis um 50 v. H. niedriger als die entsprechenden regel­rechten Fahrkartenpreise. Sie haben eine Gültig­keit von vier Tagen zur Fahrt zwischen dem Schulort oder dem Wohnort der Schuler ober ihrer Eltern. Sie sollen also solchen Schulern unb ©tubierenben, bie auswärts bie Schule oder die Hochschule besuchen, bie Verbindung mit dem Elternhaus erleichtern.

WSN. F r a n k s u r t a. M., 2. Dez. Der 19jährige Willi Knirsch, der Mörder des Geldbrieftragcrs Hofmann, ist in der Nacht von der Kriminalpolizei eingehend vernommen worden und hat dabei ein offenes Geständnis abgelegt. Danach hat er in Wiesbaden, wo er in Stellung gewesen war, die Pistole gestohlen, hat dort einen Arbeitskollegen mit der Wa^fe bedroht und auch beschoßen und mußte deshalb seine dortige Stellung aufgeben. (5r kehrte dann nach Frankfurt zurück, wo er sich wegen dieses Vorfalls zweimal in der Woche auf der Polizei melden mußte, so auch am Mordtage. Nach seiner Angabe hat er

den Word schon lange geplant, wobei ihm der seinerzeitige Uebersall auf einen Geldbriefträger in Köln vorschwebte. Als der Geld briefträger die Rente für seine Großmutter aus gezahlt hatte und wieder weggegangen war, schickte er seine Großmutter in den dritten Stock und rief den Geldbriefträger zurück mit dem Vorgeben, die Großmutter habe ihm noch etwas zu sagen. Als der Geldbriefträger kurz darauf wieder die Wohnung betrat, schoß er sofort den Beamten nie­der. In diesem Augenblick kam die Großmutter wieder zurück. Er kümmerte sich jedoch nicht um das Klopfen der alten Frau, sondern schleifte die Leiche des Briefträgers in ein Nebenzimmer, wusch die Blutspuren weg und reinigte sich selbst von diesen, verbrannte die Belege, nachdem er das Geld an sich genommen hatte, und warf die Patronenhüste noch in den Aschenkasten. Darauf zog er sich in aller Ruhe an und ließ dann die Großmutter herein. Die alte Frau schrie laut auf, als sie sah, was der Enkel getan, jedoch hiell Knirsch ihr den Mund zu und würgte sie, worauf bie Frau in Ohnmacht fiel. Knirsch sprang dann aus dem Fenster des Schlafzimmers in den Garten und flüchtete. Auf dem Küchenschrank ließ Knirsch einen Zettel für seine Mutter zurück, auf dem folgendes stand:Liebe Mutter, verzeihe meine Sunde und lebe wohl! Es grüßt Dich Dein Willi." Nachdem Knirsch aus dem Hause geflüchtet war, kaufte er sich in Frankfurt noch einen Mantel und fuhr nach Mainz, wo er zunächst ein Kino besuchte. Nachdem er bann noch einige Kleinigkeiten in Main§ eingekauft hatte, dar­unter eine Armbanduhr, fuhr er nach Wiesbaden zu seinem Freund. Dort wurde er verhaftet. Bei feiner Festnahme hatte er noch 2300 Mark in Papier und 264 Mark in Silber bei sich. Außerdem fand man bei ihm noch die geladene Pistole.

Oer Lokaltermin.

Heute nachmittag wurde die Mordtat an dem Geldbriesträger Hofmann im Mordhause rekon-

(Bold) zum letztenmal zur Ausführung: ermä­ßigte Preise. Spieldauer von 18.30 b:6 21 älhr. Für die Dienstag-Abonnenten (10. Vorstellung im Abonnement) findet am 6. Dezember die Erst­aufführung von Henry (Bernsteins SchauspielDer Dieb" unter Karl Hey fers Spielleitung statt. Gewöhnliche Preise. 20 bis 22 Uhr. Zum letztenmal wird Djörnsons zweiaktiges Schau- spielLieber unsere Kraft" als 9. Vorstellung der Mittwoch-Abonnenten am 7. Dezember in Szene gehen. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Gewöhilliche Preise. Spieldauer von 20 biS 22 älhr. Zum erstenmal kommt Sigmund Graffs und Karl Ernst Hintzes FrontstückDie endlose Straße" am Freitag, 9. Dezember, zur Auf­führung. Die beiben Autoren haben hier in den Feldszenen das Fronistück des deutschen Sol­daten geschaffen. Spielleitung: der Intendant. Gewöhnlich« Preise. 10. Vorstellung im Freitag- Abonnement. Spieldauer von 20 bis 23 älhr.

* (Baumfällen unb Fernsprechan­lagen. Vom Postamt wirb uns geschrieben: 3n der Zeit des (Baumfällens werden an den Stra­ßen unb in den Ortschaften die Reichs-Tele- grapE^n- unb Fernsprechleitungen durch Umstür­ze nbe Bäume ober durch herabfallende Aeste häufig beschädigt, weil die Personen, denen das Daumfällen obliegt, in der Regel die zur Siche­rung der Teiegraphenanlagen gegen (Beschädi­gungen erforderlichen Vorkehrungen überhaupt nicht, oder in ungenügendem Matze treffen und es unterlassen, von den bevorstehenden Arbeiten der nächsten Postanstalt rechtzeitig Mitteilung zu machen. Da auch fahrlässige (Befähigungen der Telegraphenanlagen im § 318 des Reichs- Strafgrsetzbuches mit Strafe bedroht sind, wird den Daumbesitzern empfohlen, bie nächste Post- anstalt von ber bevorstehenben Daumfällung so zeitig zu benachrichtigen, baß bie Entsendung eines (Beamten zur Sicherung der Leitungen Der- anlaßt werden kann.

* Der Jagdklub Gießen und Um­gebung oeranftaltete, wie man uns berichtet, an­läßlich des Hubertustages feine diesjährige Jagd- rückschau, verbunden mit der Prämiierung der besten Geharne und der zum ersten Male gezeigten Re- oierausstellung. Die Feier wurde eingeleitet durch ein fröhliches Jagen und Treiben in den Jagd­gründen des Gießener Stadtwaldes, sie rourbe_ am Abend fortgesetzt durch ein gemütliches Schüsfel- trerben. Der Vorsitzende des Jagdklubs, Herr August Balzer, konnte zum Feste eine Reihe Gäste unb Gönner des Vereins begrüßen und sie von dem weidmännischen Geists und der echten Kamerad­schaft innerhalb der Mitglieder überzeugen. Ganz besonderen Eindruck machte die großartige unb um­fangreiche Gehörnausstellung, die der Jagdklub be­reits im ersten Jahre seines Bestehen? zustande brachte. Die dabei gezeigten Reviersammlungen gaben Herrn Dr. Fischer Veranlassung, anerken­nende Worte über Zuchtwett im Revier zu spre­chen. Im gemütlichen Teile des Abends fanden die von einem Trompeter des Gießener Bataillons und der Kapelle E i n b r o b t intonierten Jagdsignale besonderen Beifall. Bei der Prämiierung erhielt die goldene Medaille: Herr Schäfer (Gießen); die s i l b e r n e Medaille: Herr Schmidt (Groß-Rcch- tenbach), H«rr Meißner (Gießen), Herr Förster Heß (Leihaestern); die bronzene Medaille: Herr Leh­rer Schneider (Wieseck), Herr Lanz (Gießen), Herr Balzer (Gießen). Weiter wurden prämiiert bie R e öierfammlung: Sicherthausen (Herr Röhrig und Herr Kolb) und die Reviersammlung Hainbach (der Herren Balzer, Faber, Friedrich).

Zuchtviehversteigerung in Gie­ren. Der Landwirtschastskammer-Ausschuß für die Provinz Oberhessen hält am Mittwoch. 14. Dezember, eine Zuchtviehversteigerung in Gießen

in Offenbach, ber Prof. Eberhardt zu seinem Ehrenmitglied ernannt hat. Studienrat Klein überreichte im Rainen des Lehrkörpers ein Ehren­geschenk. Weitere Ansprachen wurden von Schü­lern unb Schülerinnen des Instituts, von dem Dorstanb ber Höheren Technischen Staatslehr- anstalt in Frankfurt a. M. unb von Oberbürger­meister Rahn (Worms) im Ramen bes Hessischen Stäbtetages gehalten.

An den Festakt schloß sich eine (Besichtigung der Ausstellung der einzelnen Klassengrup­pen. In einer weiteren Ausstellung gibt Prof. Eberharbt nach 2)jähriger Tätigkeit in Offen­bach einen Heberblid über sein architektonisches Schaffen.

Aus Anlaß des 100jährigen Jubiläums bet Technischen Lehranstalten veranstaltet auch bas Deutsche Lebermuseum in Offenbach, bas in biefem Jahre auf ein löjähriges (Bestehen zu- rüdblidt, eine ©onderausstellungDie schönsten Stücke bes Deutschen Lebermuseums".

Rachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Der erschöpfte Kandidat.

(a) Reuhvrk.

.Herr Innenminister, nach den Erfahrungen ber. letzten Wahl sehe ich mich genötigt, meine (Ambition, Parlamentsmitglied zu werden, ein für allemal an den Hagel zu hängen. Ich möchte we­der nervenmäßig noch materiell zugrunde gehen!

Anläßlich meiner letzten Kandidatur ver­brauchte ich für das Studium meiner Progtamm- reden 1769 Stunden. Ich habe wöchentlich drei- bis viermal in Versammlungen gesprochen: ber diesbezügliche Zeitverlust beträgt einschließlich Reisen vier Monate unb 23 Tage. In Rahkärnp- fen mit Anhängern der Gegenpartei verlor ich zwei Dorderzähne und eine Faust voll Haare. Ich trug die ©pesen für Dolksfpeifungen, bei denen insgesamt vier Ochsen, drei Schweine, sechs Hammel und etliche Dutzend Gänse verzehrt wor­den sind. Verpumpen mußte ich, abgesehen von Dargeld, sieben Regenschirme, dreiundsiebzig Dlei- ftifte, vier (Bibeln, sechs Rotizbücher, fünf Wör- terbücher, eine gestreifte Hose, eine rote Kravatte und einen fast ungebrauchten Staubsauger.

Ich habe etwa dreißigtausend Hände gedrückt, 472 Dabys geküßt und genau 2400 Witze erzählt, ©o ganz nebenbei habe ich mich, wie auch nicht anders zu erwarten, mit meiner Familie über­worfen und auch meine Frau lief mir davon. Trotz dieser nicht zu unterschätzenden Opfer wurde mein Gegenkandidat, dieser indiskutable Emporkömm­ling. gewählt. Rach all dem dürsten Sie. Herr Innenminister, verstehen, warum ich mich von ber Politik zurückziehen will!"

... ilm Irrtümer zu vermeiden: den (Brief schrieb Mister Harney Mc. Geheet an den In­nenminister der Vereinigten Staaten von Amerika.

Das Drama in der Dunkelkammer.

kp. Kopenhagen.

Es war einmal ein (Brautpaar...

Aber ich sehr ein, daß die Erzählung in diesem Stil zu langläufig wird. Wir dürfen das alles ruhig beiseite Iqffen. Die Hochzeit, die Gratu­lationen usw. es verlief alles programmäßig. Auch die Pose in der sich das junge Paar am Tage ber Hochzeit photographieren ließ, unter­schied sich in nichts von der seit der Erfindung ber Lichtbildkunst üblich gewordenen. Unb die Ge­schichte beginnt erst in der Dunkelkammer.

Dort hantierte ein junger Mann, ber in Ver­tretung seines Chefs auch das Ehepaar aufge­nommen hatte. War nun bie junge Frau so schön, oder war es ein spezisisch-photographisches rotes Lampenfieber ber junge Mann war jeden­falls nervös und vergaß Die Platten zu wechseln, so baß sowohl das Doppelbildnis als auch bie* Eharakteraufnahme eines streng dreinblickenben uniformierten Mannes auf eine Schicht gerieten unb zusammen eine Trickausnahme von hoher Voll­endung ergaben.

Das an sich wirklich kleine Malheur hatte keine weiteren Folgen gehabt, wenn es sich nicht um ein junges Ehepaar gehandelt hatte. So ein jun­ges Ehepaar ist am Tage seiner Hochzeit Gegen­stand zahlreicher, nicht immer geistreicher Scherze, es mißtraut jedem Dlick und jedem Wort und wie sehr erst dem unvergänglichen Bilde. Als sich der Ehemann bie verunglückten Abzüge zeigen ließ, sah er dort sich unb seine Frau in ber üb­lichen zärtlichen Pose, und über ihnen erschien flammenden Dlickes ein strenger, uniformierter Mann, ein fleischgeworbener, mißtrauischer Erz­engel, bet über die Moral der Sterblichen zu wachen hat. Kein Zweifel! Diese Kreatur von einem Photographen hatte es sich ertaubt, einen schlechten Witz zu machen!

Und da ging dem Herrn die Galle hoch. Die Sache wäre nicht an die Öffentlichkeit gekommen, wenn bet heimgekehrte Chef nicht bie Untat feines Angestellten erfahren und diesen fristlos entlassen hätte, worauf dieser sich gezwungen sah. zum Kadi zu gehen. Der Richter war ein kluger Mann mit jovialem, verstehendem Lächeln, er führte einen Vergleich herbei.

Was soll ich blotz meiner Frau schenke«?

(k) London.

In diesen vorweihnachtlichen Tagen hämmert wohl manchmal dem Manne inmitten feiner Ge­schäfte plötzlich der Gedanke: Was soll ich bloß meiner Frau schenken? Der nützlichen Dinge gäbe

struiert. 25 Schupobeamte riegelten zuvor die Straße ab. Als der Mörder Knirsch gefesselt vor- geführt und in das Mordhaus gebracht wurde, nahm bie Menge eine drohende Haltung gegen den Mör­der ein. Die Polizeit hatte Mühe, ihn vor Lynch- a b s i ch t e n der aufgeregten Neugierigen zu schützen. Knirsch verlor durch den Tumult auf der Straße vollkommen die Fassung, fe daß er seine Angaben nur unter Weinen und Schluchzen machen konnte.

Die lat stellt sich als ein vorsätzliches Delikt heraus, knirsch hat den Briefträger Hofmann In da, Zimmer zurückgerufen mit dem au»- drücklichen Vorsatz, ihn sofort nieder,uschießen.

Hofmann wollte aber nicht in das Zimmer gehen, sondern begab sich in die Küche. Knirsch eilte ihm nach dort voraus und schoß ihm aus kurzer (Ent­fernung eine Äugel in den Kopf. Am Samstag findet die erste gerichtliche Vernehmung des Mör­ders statt.

B waffnung ber GelbbneftrSger.

Unter dem Eindruck dieses Raubrnorbes fand heute in ber Oberpostdirektion zwischen den zu­ständigen Dienststellen eine (Besprechung hinsicht­lich einer (Bewaffnung ber Geldbrief - träger statt. Dislang war es den Gelbbrief- trägem freigestellt, ob sie Waffen mit sich führen wollten, ober nicht. Man entschied sich für die Ausrüstung der (Beamten mit einer Schuß. Waffe. Öb diese Maßnahme nun tatsächlich den Raubüberfällen Ginhalt tun wirb, erscheint sehr zweifelhaft, denn in fast allen Fällen sind die Opfer in dunklen Hausfluren unb hinterrücks überfallen worben. Sie haben Weber um Hilfe rufen, geschweige denn von einer Schußwaffe Ge­brauch machen können. Möglich ist es natürlich, baß die einfache Tatsache ber (Bewaffnung viel­leicht Cinbruck auf Gelegenheitsräuber, wie es hier in Frankfurt der Knirsch gewesen ist, macht. Dm (Berufsverbrecher, wie etwa ben (Berliner Rein, wird auch die Waffe des (Beamten nicht schrecken. Hier kann nur Aenderung im (Bestell­dienst, bargeldloser Zahlungsverkehr oder eigenes vorsichtiges Verhalten der (Beamten helfen.

Sie post sorgt für die Hinterbliebenen.

Die Post hat bie bauembe Patenschaft für die beiden Kinder des ermordeten Geldbriesträgers Hofmann übernommen. Die stellenlose Tochter wird als Femsprechgehilfin in ben Postdienst ein­gestellt.

Dann würdigte der

schen Hochschule Darmstadt die Verdienste Prosessor Eberhardts unb seines Instituts unb machte gleichzeitig Mitteilung, baß die Technische Hochschule Professor Eberhardt zum Dr.- Ing. e. h. ernannt habe.

In dem großen Reigen der weiteren Glück­wunschredner sprachen noch Kreisdireltor Merck unb ein Vertreter bes Vereins für Kunstpflege

Weihnachtsrückfahrkarten ab 12. Dezember.

Die Reichsbahn hat die Ausgabe der Festtagsrückfahrkarten zu Weihnachten durch eine längere Dorverkaufsfrist er­leichtert. Bereits vom neunten Tage vor Dem ersten Geltung3ta.:e, also von M o n t a g, 1 2. De­zember. ab, sind die Festtagsrückiahrtarten in den Fahrkarten-Ausgaben und den MER- Dureaus zu haben. Auch Platzkarten sind von diesem Tage an in den MCR-Stellen zu erhalten.

(Bekanntlich ist in diesem Jahre bie Gel­tungsdauer der Festtagsrückfahrkarten zu Weihnachten und Reujahr auf 3 Wochen fest­gesetzt. und zwar gelten diese Karten

zur Hinfahrt vom 21. Dezember 0 älhr an atTxn Tagen bis zum 1. Januar 24 AXßr (die Hinfahrt muß am 1. Januar um 24 Hßr be­endet fein),

zur Rückfahrt vom 23. Dezember 12 llhr an allen Tagen bis zum 10. Januar 24 Uhr (die Rückfahrt muß am 10. Januar um 24 ilßr beendet fein).

©ie sind um 33V3 Prozent gegenüber den nor­malen Fahrpreisen ermäßigt und werden für alle Verkehrsverbindungen der Reichsbahn aus- gegeben, für die die Ausgabe von Fahrkarten des gewöhnlichen Verkehrs möglich ist. Dei (Be- nuhung von Sil- und Schnellzügen ist der volle tarifmäßige Eil- oder ©chnellzugszuschlag zu

100 Zahle Technische Lehranstalten Offenbach Oer Verlauf des Festaktes.