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Die Ghafaffeed. Parteien 1914-32.
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1919 1920 1924 1924 1928 1930 1932
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Donnerstag, 5. Novembe' 1932
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Nr. 259 Zweites Blatt
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G.A.-Gpori
Kreuzer „Köln" vor der ersten Auslandsreise
WtefetztesichdiedeuWe Volksvertretung von 1919-1932 zusammen?
Kirche und Schute.
Weihe der neuen Kirche von Weickartshain.
Erfolg als vor vier Jahren.
Wenn Roosevelt im Falle seines Wahlsieges, für den manches spricht, unter dem Drucke der öffentlichen Meinung daran gehen wird, fein Versprechen, die Hochschutzzölle zu reduzieren, wahr zu machen, so könnte von einer solchen Handlung ein starker Impuls ausgehen, der ohne Zweifel ein besseres Mittel zur Beendigung der Weltwirtschaftskrise darstellen würde, als tau- send*nutzlofe und untaugliche Versuche. Wurde die bevorstehende Weltwirtschastskonferenz unter dem Vorzeichen der Verwirklichung eines — auch nur allmählichen — Abbaues der amerikanischen Hochschutzzölle ihre Beratungen beginnen, so wäre dies ein guter Anfang. Hier liegt vielleicht die weltpolitische Bedeutung der amerikanischen Präsidentenwahl.
Der vor kurzer Zeit gegründete T i s ch ° Tennis-Club Großen-Linden trat am Sonntag zum erstenmal mit einem Clubkampf gegen den DHV. Gießen an die Oeffentlichkeit. Der Großen-Lin- dener Mannschaft gelang es, dem kampferfahrenen und spielstarken Gegner einen hohen Sieg abzuringen. Der Kampf, der durch je 6 Mann bestritten wurde, hatte folgendes Ergebnis: Einzelspiele 5:1, Doppelspiele 2:1, Gesamtergebnis7:2 (sämtlich für Grohen-Linden).
Kreuzer „Köln", der an Stelle der „Emden" und „Karlsruhe" als Schulkreuzer verwendet wird, tritt am 8. Dezember seine erste Auslandreise an, die bis nach Australien führen wird. An Bord werden sich 40 Offiziers- und Jngenieuranwärter, darunter auch die von der „Niobe" Geretteten, befinden.
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Frucht seines Wirkens war der überprotektionistische Fordney°Mac°Cumber°Tarif von 1922. Seitdem bewegt sich die amerikanische Zollpolitik in extrem-hochzöllnerischem Fahrwasser. Hardings Vachfolger C o o l i d g e gab die im Fordney-Tarif vorgesehene sogenannte „flexible" Tarifklausel die sehr willkommene Möglichkeit, die Zollsätze einer ganzen Anzahl von Einfuhrgütern noch weiter heraufzusehen. In dem von Hoover erzwungenen Hawley-Smoot-- Tarif von 1930 wurde endlich das Unmögliche möglich: die bisherigen Zollsätze wurden noch weiter erhöht, das ganze Veh viel engmaschiger gezogen.
Trotzdem erklärte Hoover erst kürzlich in einer Wahlrede, dah im Falle seiner Wiederwahl die gegenwärtige Schuhzollmauer nicht nur beibehalten, sondern noch weiterhin erhöht werden soll. Diese Erklärungen klingen im Munde des ehemaligen Secretary of Commerce, der doch endlich die unheilvollen Wirkungen der Absperrung des amerikanischen Marktes erkannt Huven sollte, doppelt unverständlich. Was also der europäische Handel von einem Wahlsieg der Republikanischen Partei zu erwarten hat, ist danach nicht mehr zweifelhaft. Auch heute noch, nach den Erfahrungen, die die ganze Welt mit der Hochschuhzollpolitik gemacht hat, wird der „protective tariff“ von der Republikanischen Partei als „fundamental and essential pnnciple of the life of the American nation“ hingestellt.
Wenn sich demgegenüber die Demokratische Partei auch heute noch als die Partei des „tariff for revenue onley“ hinstellt, so entspricht diese Charakterisierung der Demokratischen Partei-Ziele freilich dem heutigen Sachverhalt längst nicht mehr. Sahen früher die Demokraten tatsächlich in der fiskalischen Seite des Tarifs den Sinn und Zweck jeglicher Tarifpolitik, so kann natürlich heute von einer freihändlerischen Einstellung der Demokratischen Partei keine Rede mehr sein. Aber während die Republikaner offen und ohne Hehl den „protective tariff“ fordern, erstreben die Demokraten nur einen „competitive tariff“, d. h. die Zölle sollen so hoch sein, daß ein Aus-
Unsere Statistik gibt die prozentuale Zusammensetzung der 7 Reichsparlamente wieder die Deutschland seit 1919 wählte Die eingeschriebenen Zahlen bezeichnen die Mandatzahlen der Parteien. (In den Mandatszahlen der SPD. sind für 1919 und 1920 die Ziffern bcr USPD., die damals auch selbständig war, einbegriffen. Die Zahlen in den Blöcken der rechten Mit- telparteien enthalten auch die Mandatszahlen der Deutschen Volks- partei.)
Was hat die Wettwirischast von der Präsidentenwahl in Amerika zu erwarten?
gleich zwischen den heimischen amerikanischen und den ausländischen Produktionskosten herbeigeführt und ein Schutz der amerikanischen H^nne und Winkler fahren Weltrekord. Löhne ermöglicht wird. Das Wesentliche aber.__
liegt darin, dah die Zolle nach dem Programm der Demokraten nicht so hoch sein sollen, dah dadurch eine Konkurrenz der ausländischen In- dustrie auf dem amerikanischen Markte unmög-
- Pforte" Dann wurden die Schlüsfel übergeben. Bon Baurat Wagner über Regierungsrat Krüger, Bürgermeister Hock, Pfarrer Diehl,,Dekan I Schmidt gelangte er in die Hand des Superintendenten D. Wagner, der die Kirche aufschloh. Unter den Klängen des Posaunenchors füllte sie sich bis auf den letzten Platz. Der Superintendent D. Wagner nahm die Weihehandlung vor, während die Predigt von Pfarrer Diehl gehalten wurde. Dekan Schmidt aus Grünberg sprach Gebet und Vaterunser. Gesangverein (Leitung: Lehrer Ranft-Stockhausen) und Schülerchor boten geistliche Chöre dar.
Superintendent D. Wagner dankte nach dem Gottesdienst allen, die an dem Kirchenbau irgendwie beteiligt waren, für ihre Bemühungen und gab I seiner Freude darüber Ausdruck, dah das Werk gelungen ist. Der Vertreter des Bauamtes erläuterte die bauliche Anlage der Kirche und gab einen gedrängten Bericht über die einzelnen Arbeitsleiftun- I gen, während Regierungsrat Krüger vom Kreisamt Gießen von den Bemühungen der weltlichen Oberbehörde um die Verwirklichung des Bauvorhabens sprach. Am Montag fand in der wiederum dicht besetzten Kirche ein Gottesdienst statt. Der Gemeinde Weickartshain ist nach langem Bemühen eine würdige gottesdienstliche Stätte gegeben.
Landkreis Gießen.
-}- Grünberg, 2. Vov. Gestern fand hier die Herbstkonferenz der evangelischen Geistlichen desDekanats Grünberg unter dem Vorsitz von Dekan Schmidt (Grünberg) und im Beisein von Superintendent Oberkirchenrat O. Wagner (Gießen), statt. Die Eröffnung hielt Pfarrer Alt (Vieder-Ohmen). Vach Erledigung des geschästlichen Teiles hielt Herr Seipp vom „Hessischen Heimatwerk, Abteilung Oberhessen" einen interessanten Vortrag über „die Detreu- ungsarbeit der im freiwilligen Arbeitsdienst Stehenden durch das Hessische Heimatwert". Eine ! Aussprache schloß sich an.
Als das amerikanische Volk vor vier Jahren zur Wahlurne schritt, um Herbert Hoover zum Präsidenten der Vereinigten Staaten zu wählen, na stand ganz Amerika unter dem Eindruck einer beispiellosen Wirtschaftsentwicklung von bisher ungeahntem Ausmah. Die Präsidentenwahl des Jahres 1928 stand daher ganz im Zeichen des roiri- schaftlichen A u f s ch w u n g s, der unter dem. republikanischen Regime seinen Anfang genommen hatte und der, wie man meinte, nur während einer republikanischen Aera seine Fortsetzung finden konnte. Jenes zu Tode gehetzte Schlagwort von der Prosperity war Kamplbasis, Plattform und Symbol der letzten amerikanischen Präsidentschaftswahlen. Es bildete geradezu den Eckpfeiler des republikanischen Wahlprogramms von 1928. „Prosperity“ war jedoch nicht die einzige Devise unter der Herbert Hoover zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde. „Prohibition“ und noch wichtiger: „Protektion" — Fortführung der Hochschuhzollpolitik — das waren die anderen beiden Pfeiler des Programms, deren Zugkraft und Popularität Hoover seine Wahl verdankt.
Es ist die besondere Tragik der Aera Hoover, daß der Präsident gerade den Hauptpunkt seines Programms nicht durchzuführen vermochte. Zweitens l egt aber ein sehr wesentlicher Grund für das Scheitern der Prosperitätspolitik durch den plötzlichen Ausbruch der Krise im Jahre 1929 gerade in der Tatsache, daß Hoover zu starr und zu doktrinär an der restlosen Durchführung seines anderen Programmpunktes — Protektion — festhielt. Denn die Heber- spam ung des Hochschuhzollgedankens, wie sie in dem von Hoover erzwungenen Hawley-Smoot- £<r ge.etz zut g tr tt hat durch hre verhängnisvollen Folgen Absperrung des amerilanischen Marktes, Unterb ndung des Welthandels Steigerung der Arbeitslosigkeit - die Wirtschaftskrise in ihrer Entwicklung und Ausbreitung mindestens stark gefördert. D>e amerikanifche Hochschutzzollwelle die die ganze Welt umlaufen und in fast allen Ländern ähnliche Schutzwellen ausgelöst hat, hat auch die Wirtichaftskrise teils unmittelbar^ teils mittelbar so sehr an- wachsen lassen, daß sich mit der nun nicht mehr ganz unberechtigten Hoffnung auf ein lang,ames Abebben der Welle auch die Hoffnung auf ein allmähliches Zurückweichen der Krise verbindet.
Der demokratische Präsidentschaftskandidat Franklin Roosevelt hat für den Fall seiner Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten einen radikalen Abbau der amerikaniichen Hochschuhzollmauer in Aussicht gestellt, weil starke hinter der demokratischen Partei stehende Wntt- schaftsfaktoren, wie Import- und Exporthandel, ein großer Teil der Farmer und der tondustrie, den schädlichen Einfluß der Hochschuhzollpolitik auf die Ausbreitung der Wirtschaftskrise und insbesondere das Anwachsen der Arbeitslosigkeit erkannt haben. Die Zollfragc ver.pricht daher auch bei der diesjährigen Präsidentenwahl, wie es übrigens schon bei früheren amerikanischen Präsidentschaftswahlen so häufig der <sall gewesen ist, wieder eine besondere Rolle zu spielen.
Seit Beendigung des Sezessionskrieges hat die Tarifkontroverse fast bei jeder Wahl den Gegenstand heftigster parteipolitischer Kämpfe gebildet. Bis zum heutigen Tage hat die amerikanische Zollpolitik stets unter dem Zeichen der jeweils herrschenden Partei, d H. derjenigen Parte", gestanden, die den Präsidenten stellte. Je nach dem, ob ein republikanischer oder demokratischer Präsident aus den Wahlen hervorging, wiesen die Zolltarife bald extrem hochschuhzöllnerische oder gemäßigte Tendenzen auf. Den protektionistisch orientierten Republikanern Mac Kinley, Theodore Roosevelt und Taft folgte im Jahre 1913 der Demokrat Wilson, der in zollpolitischer Hinsicht gemäßigteren Anschauungen huldigte. Die Folge war das Zustandekommen des gemäßigten Underwood-Tarifs von 1913, der in kraisem Gegensatz zu den Hochschuhzolltarifen der vorhergehcnven Epoche steht. Als Vachfolger Wilsons zog im Jahre 1921 der Republikaner Darren Hardi ng ins Weiße Haus. Die
beschloß den Abend.
Am Sonntag begab man sich unter Vortritt des Poiaunenchors Ruppertsburg in geschlossenem Zuge an die Schule, die während der Bauzeit als gottesdienstliche Stätte diente. Hier wurde nun Abschied genommen. Pfarrer Diehl tat es mit kurzer Andacht. Darnach bewegte sich der Zug nach der neuen Kirche. Vor der verschlossenen Kirchentür sang die Gemeinde das Lied „Tut mir auf die schöne
lich wird.
Kommt nun angesichts dieser grundsätzlichen Einstellung der Demokratischen Partei den positiven Erklärungen des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Franklin Roosevelt, im Falle seiner Wahl einen Abbau der amerikanischen Hochschutzzölle vorzunehmen, irgendwelche weltpolitische Bedeutung zu? Diese Frage muh im gegenwärtigen Augenblick unbedingt bejaht werden. Es handelt sich bei dem heutigen Versprechen Roosevelts, die Zollmauer abzutragen, ganz gewiß ebensowenig um eine bloße Wahlfinte, wie bei der entgegengesetzten Versicherung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Herbert Hoover im Jahre 1928. Denn es ist diesmal nicht nur eine Rücksichtnahme aus die Wünsche und Forderungen der Konsumentenkreise, denen durch die hohen op 11» sähe die Waren des täglichen Bedarfs stark überteuert werden, wenn der demokratische Präsidentschaftskandidat eine Regulierung „der Zolle verspricht. Es kommt vielmehr die Rücksicht aus die starke Verbitterung aller derjenigen Wirtschaftskreise hinzu, die durch die Krise besonders hart betroffen werden und die — keineswegs ganz grundlos - der Hochschuhzollpolitik ein gerüttelt Maß Schuld an der Ausbreitung und Entwicklung der Wirtschaftskrise zumessen. Die Großhandelskreise, der Import- und Exporthand e l, zahlreich an der Ausfuhr interessierte Industriezweige, wie z.B. die Automobil-. Chemnitzer Walfried Winkler (links) und inhustrie sowie die großen auf Export angew e- Münchner Ernst Henne (unten rechts), die jenen Konzerne find an einer Herabsetzung der r ungarifchen Tatstrecke auf ihren Motor- SÄ'1 QU räbVrn“insgesamt fünf' W°..r.k°'rd° brachen.
Wirtschaftsorganisationen, vor allem vom Na- Tischtennis.
tional Council of American Importers and 1 ra- -
ders und von der Fair tariff League unter- | TL. Grohen-Linden — Dyv. Gießen. ~ stützt. Reu tritt zu diesen Kreisen bei der diesjährigen Wahl die große Masse der Erwerbslosen hinzu, die die Wirtschaftsnot am eigenen Leibe zu fpüren bekommen haben, und die in vielleicht vielfach übertriebener Weise das gegenwärtige republikanische Regime für die mi9(-b= (ich unzureichende Bekämpfung der Wirtschasls- trise verantwortlich machen. Vor allem aber macht sich bei den Farmern in der letzten Zeit unter dem Druck der Krise und der praktischen Lehren, die ihnen die Auswirkungen der Hochschuhzollpolitik erteilt haben, ein starker Wille zur Umkehr geltend. Wahrend die Farmer im Laufe der vergangenen Jahre wahrend der republikanischen Aera, verlockt von den Versprechungen der Regierungspartei — sehr
SÄ - I SBeictartsIjain, 31.Ott. Oie neue Krche ist
Lager der Hochschutzzöllner abgeglitten waren, er- nunmehr ihrer Bestimmung übergeben worden. Am
stärkt heute wieder zusehends innerhalb der ameri- Samstag fand eme^ V o r f e i e r statt zu der 11)
konischen Farmerschaft der den Demokraten nahe- Die Gemeinde am «chulhaus einfand. Im An,chlufe
stehende für einen gemäßigten Zollfchuh ein- daran wurde ein ® e m e i n b e a b e n b oeranftal-
tretende Flügel Alle Anzeichen deuten darauf tet. Der Mandolmenklub wartete mit frischen Wei-
hin, daß auch bei der diesjährigen Präsidenten- [en auf Gesangverein und vchulerchor langen an-
wahl die Farmer den Ausschlag ge- sprechende Heimat wder. Lehrer R e g l liefe feine
ben werden — allerdings mit entgegengesetztem Ansprache in die Worte ausklmgen: „Mit Gottes-
oen weroen yuecuiuy a ä 1 glauben aufwärts aus der Nacht zum Licht surs
Vaterland und für die Ewigkeit!". Lehrer Schmidt-Londorf hielt einen längeren Dortrag über die Schulgeschichte von Weickartshain. Schüler und Erwachsene bereicherten die Darbietungen durch den Vortrag von ernsten und heiteren Gedichten. Pfarrer Diehl gedachte in seinem Schlufewort der Gefallenen des Weltkrieges. Der gemeinsame Ge-sang des Liedes „Ich hatt' einen Kameraden"
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DNVP Hl NSDAP
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